Neustart

Im Bewegungszentrum Pfulb nahe Schopfloch laufen die Skilifte wieder an – Ganzjähriger Sportbetrieb

Für viele Skifahrer und die Wintersport treibenden Vereine in der Region beginnt der Start in die Saison mit einer guten Nachricht. Nach einer langen Hängepartie laufen die drei Skilifte im Skigebiet Pfulb nahe Schopfloch in dieser Woche wieder an. Die Lifte oberhalb des Randecker Maars nahe Ochsenwang und in Donnstetten sind bereits gestartet.

Seit dem Jahr 1967 läuft an einem Hang oberhalb des Randecker Maars nahe dem Hof Ziegelhütte ein kleiner Skilift. Die Anlage wird seit 1989 von einer Familie aus Lenningen betrieben. Da der Abhang nur mäßig steil ist und die für Abfahrten geeigneten Abschnitte überschaubar sind, wird das Areal besonders von Familien mit Kindern und von Anfängern geschätzt.

Etwas weiter westlich im Skigebiet Pfulb finden aufgrund der Topografie auch eher ambitionierte Skifahrer ihre Möglichkeiten und seit Jahrzehnten auch eine Liftanlage. Im Jahr 2016 hatten die damaligen Betreiber signalisiert, das gesamte Areal mit Hanggrundstücken, Liftanlage, Skihütte und Kiosk aus Altersgründen abgeben zu wollen. Daraufhin hatte sich die Lehrerin und Sonderpädagogin Gabi Kazmaier aus Oberlenningen als Kaufinteressentin gemeldet. An der Pfulb sah sie ideale Bedingungen, ein inklusives Zentrum zu gründen, in dem behinderte und nicht behinderte Menschen ganzjährig Sport treiben können.

Vertrag unterzeichnet

Aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den Betreiberfamilien gerieten die Verkaufsverhandlungen allerdings ins Stocken, was zur Folge hatte, dass die Lifte in der vergangenen Saison stillstanden. Dies war besonders für die Wintersportabteilungen der Vereine und die Skiclubs in der Region bitter, da sie mit ihren Angeboten in andere Gebiete ausweichen mussten. So mancher Skikurs fand sogar überhaupt nicht statt.

Im vergangenen März schließlich wurde der Vertrag unterzeichnet, Gabi Kazmaier und die Mitgesellschafter Jürgen Hahn und Waltraud Lenhart der zwischenzeitlich gegründeten gemeinnützigen GmbH Bewegungszentrum Pfulb machten sich ans Werk. Während der Sommermonate boten  Kazmaier und etliche ehrenamtliche Mitstreiter Wanderungen, Nordic-Walking-Aktivitäten und Tandemfahrrad-Touren für Menschen mit und ohne Handicap an. Zudem wurden Rollski-Angebote vorbereitet. „Wir bauen einen ganzjährigen Sportbetrieb auf“, sagt Kazmaier. Der Wintersport und der Liftbetrieb würden – ausreichend Schnee vorausgesetzt – zwar auch in der Zukunft im Gebiet Pfulb eine Rolle spielen. „Allerdings ist es nur eines unserer Standbeine.“ Freilich eines mit regionaler Bedeutung, denn die Skiclubs hätten sich mit ihren Winterangeboten wieder zurückgemeldet. „Wir decken an der Pfulb also ein breites Spektrum ab“, sagt Kazmaier.

In den vergangenen Wochen waren Gabi Kazmaier und ihre Mitstreiter, Mitglieder des Skiclubs Lenninger Alb und der Bergwacht sowie weitere ehrenamtliche Unterstützer aktiv, um die Lifte, die Hütte und den Kiosk betriebsbereit zu machen. Der Lift- und Hüttenbetrieb an der Pfulb startet nun am Mittwoch, 9. Januar (17 bis 21 Uhr). Auch am Freitag (15 bis 21 Uhr), Samstag (10 bis 21 Uhr) und Sonntag (10 bis 19 Uhr) soll der Lift laufen.

„Wir sind ein gemeinnütziger Betrieb und wollen mit Ehrenamtlichen arbeiten“, sagt Kazmaier. Dies gelte, neben den Sport- und Bewegungsangeboten, eben auch für den Hüttenbetrieb. „Wir sind nicht als Gastronomen angetreten“, betont sie, doch in den kommenden Monaten soll die Hütte zumindest sonntags wieder ihre frühere Funktion als geselliger Treff für Skisportler, Spaziergänger und Wanderer erhalten.

Im Idealfall sollen in der Pfulbhütte ab etwa Mai auch während der schneefreien Jahreszeit an den Wochenenden Sportler und Kursteilnehmer mit und ohne Handicap, Wanderer und Spaziergänger bewirtet werden. Dies sei allerdings davon abhängig, ob sich genügend helfende Hände finden, sagt  Kazmaier. Genaue Betriebszeiten könnten daher noch nicht genannt werden. „Wir bauen ja noch auf, und zunächst hoffen wir alle auf einen schönen Winter.“  pst / Foto: dpa

Info: Betriebszeiten von Skilifts und Hütte sowie Angebote des Bewegungszentrums Pfulb  unter www.bewegungszentrumpfulb.de, mehr Infos zu den zwei anderen Liften unter www.skilift-ochsenwang.de und www.skilift-donnstetten.de.


Der Südwesten im Fokus

Urlaubs- und Freizeitmesse CMT  vom 12. bis  20. Januar – 2100 Aussteller aus 100 Ländern

Bei der Urlaubs- und Freizeitmesse CMT, die vom 12. bis  20. Januar in den Hallen der Messe Stuttgart auf den Fildern stattfindet, ist auch der Landkreis Esslingen gut vertreten. Wandern und Fahrradfahren gehört schon lange zu den Schwerpunktthemen der Messe. Wege und Routen dafür bieten viele Gemeinden im Kreis, die hiesigen Städte punkten wiederum mit Führungen.  Das Freilichtmuseum Beuren präsentiert auf der CMT sein neues Programm, und mehrere Tourismusvereine weisen auf die Vorzüge der Schwäbischen Alb hin.

Die CMT-Veranstalter erwarten insgesamt mehr als 2100 Aussteller aus 100 Ländern sowie aus 360 Regionen und Städten. Die CMT wird von ihren Töchtern Fahrrad- und Wander-Reisen, Golf- und Wellness-Reisen sowie Kreuzfahrt- und Schiffs-Reisen ergänzt. Im Caravaning-Bereich können die Besucher rund 1000 Fahrzeuge besichtigen. Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reise wird auf der CMT die Trends für das Reisejahr 2019  vorstellen. Partner der CMT 2019 sind die Bundesgartenschau Heilbronn und Kärnten, das als Partnerregion für den Caravaning-Bereich wirbt. Schwerpunktthema ist die „Outdoor in Baden-Württemberg“.

Mit rund 53 Millionen Übernachtungen im Jahr gehört Baden-Württemberg zu den beliebtesten Urlaubszielen in Deutschland. Es sind die vielseitigen Naturlandschaften vom Bodensee über den Schwarzwald und die Schwäbische Alb  bis in die Kurpfalz, für die sich immer mehr Gäste aus aller Welt begeistern. Nicht zuletzt Wandern und Radfahren werden quer durch alle Altersgruppen immer beliebter und gehören für viele Reisende zu einem Urlaub im Südwesten Deutschlands  dazu. Entsprechend wurde im ganzen Land in den vergangenen Jahren viel in den Ausbau und in die Qualität des Outdoor-Angebots investiert. 

Um das Outdoor-Thema weiter nach vorne zu bringen, hat die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) in Kooperation mit der  CMT und dem  Stuttgarter-Zeitung-Verlag erstmals den Outdoor Award Baden-Württemberg  ausgeschrieben.

 Wanderer und Radfahrer

„Weltbekannte Wanderregionen wie der Schwarzwald oder die Schwäbische Alb machen Baden-Württemberg zu einer der wichtigsten Wanderdestinationen in Deutschland“, sagt Andreas Braun, Geschäftsführer der TMBW. „Die Qualität und Vielfalt der Wege ist einmalig und reicht von legendären Fernwanderwegen wie dem Albsteig oder dem Westweg bis zu kurzen Themen- und Rundwegen.“ Die Anzahl der als Premium- und Qualitätswanderwege ausgezeichneten Routen in Baden-Württemberg sei innerhalb weniger Jahre auf mehr als 150 gestiegen.

Und auch für Radfahrer biete sich mit inzwischen 14 zertifizierten ADFC-Qualitätsrouten und thematischen Radwegen ein gutes Angebot. Mountain­biker haben die Wahl zwischen anspruchsvollen Single-Trails, Bikeparks und einem Wegenetz für sportliche Familien und Genussfahrer.

Ein Nationalpark, zwei Biosphärengebiete und sieben Naturparks machen die Vielfalt der Kultur- und Naturlandschaften in Baden-Württemberg erlebbar. Seit 2014 erstreckt sich auf den Höhenzügen des Nordschwarzwalds auf rund 100 Quadratkilometern Baden-Württembergs erster Nationalpark. Im Südschwarzwald und auf der Schwäbischen Alb können Besucher in zwei Biosphärengebieten Modellregionen erkunden, in denen das Miteinander von Mensch und Natur beispielhaft gefördert wird. Die sieben Naturparks ermöglichen nachhaltige Freizeitaktivitäten  in der Natur.

Die Abenteuer, die sich hierzulande erleben lassen, liegen quasi vor der Haustür. Egal, ob man den Adrenalinkick einer Downhill-Strecke sucht oder Ruhe und Entspannung beim Waldbaden: Freizeitangebote in der Natur erfreuen sich wachsender Beliebtheit. „In Baden-Württemberg warten viele Outdoor-Angebote abseits ausgetretener Pfade“, sagt Braun. In Schiltach gibt es über den Baumwipfeln des Schwarzwalds eine der längsten Zipline-Anlagen Deutschlands, per Tandemflug mit dem Gleitschirm kann man die Schwäbische Alb  erkunden, auf der Alb gibt es auch Canyoning-Touren. Im Donautal laden steil aufragende Felswände zum Klettern ein. Und wer lieber auf dem Wasser unterwegs ist, entdeckt Flora und Fauna am Bodensee vom Kanu aus.

Und dann gibt es  noch Übernachtungsmöglichkeiten in der Natur: im Wildcamp im  Schwarzwald, in einem alten Schäferwagen oder in einem der Baumhaus-Hotels, die es in vielen Regionen  gibt. Schließlich ist Deutschlands Südwesten  grün: Knapp vierzig Prozent der Fläche Baden-Württembergs sind von Wald bedeckt.   red / Foto: dpa

Info: Die CMT findet in den Hallen der Messe Stuttgart auf den Fildern vom 12. bis 20. Januar statt, geöffnet ist sie montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 9 bis 18 Uhr.  Die Tageskarte für Erwachsene kostet vor Ort 15 Euro (www.messe-stuttgart.de).



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Weniger essen, nicht mehr rauchen, mehr Sport, weniger Digitales: Der guten Vorsätze fürs neue Jahr gibt es viele. Haben Sie Ihre schon gebrochen?

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Schon aufgegeben?

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Überbrücken und freimachen

Mit Brückentagen lassen sich auch 2019 Urlaubszeiten verlängern – Behörden unterliegen Sonderregeln

Alle Jahre wieder: Der Blick in den Kalender des kommenden Jahres zeigt, mit welchen geschickt platzierten Urlaubstagen man als Arbeitnehmer möglichst viel Freizeit gewinnen kann. Auch 2019 ergeben sich Möglichkeiten. Aber: Einen Anspruch auf die sogenannten Brückentage haben Angestellte nicht.

Das Jahr 2019 fängt für „Brückenbauer“ gar nicht gut an: Die Heiligen Drei Könige am 6. Januar, als Feiertag in Baden-Württemberg und Bayern ein praktischer Ausklang der Weihnachtsferien, fallen auf einen Sonntag. Doch über das Jahr verteilt liegen die meisten der freien Feiertage in der Woche – eignen sich also gut, um davor oder danach geschickt Urlaub zu nehmen.

Zwei fest auf Donnerstag terminierte Feiertage im Frühjahr und Sommer, Christi Himmelfahrt am 30. Mai und Fronleichnam am 20. Juni, sind bei Brückenbauern willkommen. Mit jeweils einem freien Freitag beginnen extra lange Wochenenden bereits am Mittwoch.

Einen zweiwöchigen Urlaub können sich Arbeitnehmer günstig zusammenstellen, die am Freitag, 7. Juni, den letzten und am Montag, 24. Juni, den ersten Arbeitstag haben. In den zwei Wochen liegen der Pfingstmontag (10. Juni) und Fronleichnam als Geschenke.

Doch zurück ins frühe Frühjahr: Die Osterzeit lässt sich vorne und hinten verlängern. Wer vor dem Karfreitag am 19. April vier Tage freinimmt, hat insgesamt acht Tage frei. Noch besser: Vier Urlaubstage nach Ostern ergeben zehn Tage Freizeit. Und wer noch Montag und Dienstag, 29. und 30. April, dranhängt, nimmt Mittwoch, den 1. Mai, noch mit, geht am 2. Mai wieder arbeiten und kann auf 13 Tage Urlaub zurückblicken. Ähnlich begeistern dürfte die Zeit um den Tag der Deutschen Einheit, den 3. Oktober. Der Freitag danach ergibt ein langes Wochenende. Allerheiligen, das am 1. November auf einen Freitag fällt, verlängert ohne weiteres Zutun dieses Wochenende. Weihnachten wiederum bietet viele Möglichkeiten, da die Feiertage keinen Samstag oder Sonntag verschwenden und mitten in der Woche liegen. Da der 24. Dezember als halber Arbeitstag gilt, müssen Arbeitnehmer zweieinhalb Tage frei nehmen, um eine Woche Urlaub zu haben. Montag, der 30. Dezember, und der folgende halbe Silvestertag ergeben zwölf Urlaubstage. Wer dann noch den 2. und 3. Januar 2020 freinimmt, muss erst am Dienstag, 7. Januar, wieder arbeiten gehen. Zumindest in Baden-Württemberg, denn die Heiligen Drei Könige fallen auf einen Montag. So fängt das übernächste Jahr schon gut an für Brückenbauer.

Das Thema Urlaub wirft immer wieder rechtlich relevante Fragen auf. Die Experten des Internetportalsarbeitsrechte.de stellen klar: Ein Arbeitgeber muss die Urlaubswünsche seines Mitarbeiters berücksichtigen. Urlaubsanträge dürfen nur aus dringenden betrieblichen Gründen wie die fristgerechte Erfüllung eines Auftrags, personelle Engpässe, weil alle Angestellten gleichzeitig Urlaub machen wollen, Abschluss- und Inventurarbeiten oder ein erhöhtes Arbeitsvolumen abgelehnt werden. Oder wenn hoheitliche Aufgaben wahrgenommen werden: Das trifft im besonderen Maße für Behörden wie die Landkreisverwaltung zu. Dort regelt der Sitzungsterminkalender den Urlaub der Amtsleiter, des Landrats, der Protokollführer und anderer maßgeblicher Personen. „Sitzungsfrei sind eben nur die Ferien“, erklärt Peter Keck, der Pressesprecher des Landratsamts Esslingen. Das bedeutet auch für Männer und Frauen ohne schulpflichtige Kinder oder Ehepartner im Schulbetrieb, dass sie nur in den Ferien verreisen können. Das betrifft auch die Bundeskanzlerin. Auch Angela Merkel muss ihren Urlaub in die sitzungsfreie Zeit legen.

Ansonsten regeln die Abteilungsleiter im Landratsamt  die Urlaubswünsche ihrer Mitarbeiter. Feste Regeln gebe es jedoch nicht, sagt Keck. „Das wird im Team, im Gespräch miteinander entschieden.“ Die Voraussetzung sei, dass das Funktionieren der  einzelnen Ämter  immer gewährleistet sei. bob/Foto: dpa

Info: Im Internet finden sich unter dem Stichwort Brückentage Seiten, die bei der Urlaubsplanung helfen.


Abba-Show:

Am Dienstag 15. Januar, 20 Uhr, gastiert die Show „Abba Gold“ in der Nürtinger Stadthalle K3N. Dabei leben die Songs der schwedischen Pop-Band auf, Hits wie „Waterloo“, „Money, Money, Money“, „Thank you for the Music“, „Mamma Mia“, „Super Trouper“, „Dancing Queen“, „Chiquita“ oder „Fernando“ sind unvergessen. Auch bei der Gestaltung der Bühnenshow wird laut Ankündigung authentisch gearbeitet. Choreografie, die Glitzerwelt auf Plateauschuhen und das funkelnde weiße Klavier lehnen sich eng an den Vorbildern an. Mehr Infos unter www.mannekurz-events.de, Karten gibt es an bekannten Vorverkaufsstellen (ab 29 Euro zuzüglich Gebühren). Foto: Jan Kocovski


Abgestimmt

Die Deutsche Umwelthilfe prüft, ob sich ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen erzwingen lässt. Ist ein solches Tempolimit sinnvoll?

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Tempolimit einführen?

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Zunächst keine Strafen

Zum neuen Jahr gelten in Stuttgart Fahrverbote für ältere Diesel – Etliche Ausnahmen – Schwierig zu kontrollieren

Die Schilder stehen schon, zum 1. Januar wird das Diesel-Fahrverbot im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet dann zumindest in Teilen „scharf“ gestellt.

Als erste deutsche Großstadt führt Stuttgart zum 1. Januar Diesel-Fahrverbote für eine gesamte Umweltzone ein. Sie gelten zunächst nur für ältere Diesel, die nicht die Abgasnorm Euro 5 schaffen. Für Einwohner gelten die Verbote erst ab 1. April. Es gibt reichlich Ausnahmen, etwa für Handwerker. Polizei und Stadt kündigten zudem an, bei Verstößen zunächst eine Weile noch ein Auge zuzudrücken. Irgendwann zahlen Dieselsünder aber mehr als 100 Euro.

Warum gibt es in Stuttgart  Diesel-Fahrverbote?

Die Landeshauptstadt kämpft seit Jahren gegen eine zu hohe Belastung der Luft mit Schadstoffen. Verstärkt durch die Kessellage werden die EU-Grenzwerte immer wieder überschritten. Während die Belastung durch Feinstaub zuletzt besser wurde, liegen die Werte bei Stickstoffdioxid meist noch weit über dem Grenzwert. Quelle für Stickstoffdioxid ist vor allem das Auto.

Für welche Fahrzeuge gilt das Diesel-Verbot?

Betroffen vom Fahrverbot sind alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 4 und schlechter. Diesel mit  Abgasnorm ab Euro 5 sind vom Verbot noch ausgenommen.

Wo gilt das Diesel-Verkehrsverbot?

Stuttgart ist die bundesweit erste Stadt, in der das Fahrverbot ganzjährig in einer kompletten Umweltzone gilt – also im gesamten Stadtgebiet.

Ab wann gilt das Fahrverbot?

Ab 1. Januar 2019. Für Einwohner der Stadt Stuttgart gibt es eine Übergangsfrist. Ab April gilt das Verbot dann auch für sie.

Gibt es Ausnahmen?

Jede Menge. Neben dem Lieferverkehr sind Handwerker und  Krankenwagen, Polizei und Katastrophenschutz ausgenommen. Für Wohnmobile, Reisebusse oder Arztbesuche können Ausnahmen beantragt werden. Auch Einpendler und Touristen dürfen sie beantragen.

Wer kontrolliert?

In klassischer Aufteilung ist die Polizei für den rollenden Verkehr zuständig, plant aber zunächst keine gezielten Kontrollen. Diesel-Sünder sind sozusagen Beifang. In der Umweltzone stehende Fahrzeuge werden von städtischen Mitarbeitern überprüft, aber auch nur dann, wenn durch Diesel-Kennzeichnung am Kofferraum oder äußere Merkmale eine Überprüfung naheliegt – oder wenn sie durch falsch parken auffallen und ohnehin ein Bußgeldverfahren läuft.

Sind in der Umweltzone zugelassene Diesel gekennzeichnet?

Nein. Zwar hätten Land und Stadt gerne eine blaue Plakette ergänzend zur grünen, gelben und roten gehabt, doch da war Berlin dagegen. Die Idee einer speziellen Stuttgart-Plakette zur besseren Kontrolle der Fahrverbote wurde wegen des enormen Aufwands verworfen. Bleibt das Problem: Rein äußerlich ist die Euronorm nicht zu erkennen.

Wie hoch ist das Bußgeld?

Verstöße gegen das Verbot werden mit einem Bußgeld von 80 Euro geahndet. Rechtsgrundlage ist das Bundesimmissionsschutzgesetz. Zuzüglich Gebühren und Auslagen erwarten den Sünder eine Rechnung in Höhe von 108,50 Euro – aber es gibt keinen Punkteeintrag im Fahrerlaubnisregister.

Ab wann drohen Autofahrern tatsächlich Bußgelder?

Einpendlern drohen diese eigentlich vom 1. Januar an, Einwohnern mit Fahrzeugen mit S-Kennzeichen ab 1. April des neuen Jahres. Jedoch wollen sich Polizei und Stadt bürgernah und verständig zeigen – wie bei jeder neuen Regelung, teilen sie mit. Heißt: Zunächst bleibt es bei Verstößen bei Ermahnungen und Informationen. Wie lange sich die Autofahrer darauf verlassen können, ist aber unklar. dpa/ Foto: dpa


Abschied mit Fackeln

Esslingen, Kirchheim, Leinfelden und Reichenbach: Zum Jahresende wird spaziert und gelaufen

Ob mit oder ohne Schnee: Der Fackellauf am Jägerhaus ist stets ein stimmungsvoller Abschied vom alten Jahr.

Hoch zur Burg geht es beim Silvester-Tecklauf.

Mit Fackeln und  auch im Laufschritt wird an Silvester das Jahr 2018 verabschiedet beziehungsweise am 1. Januar das neue Jahr  begrüßt.

Esslingen

Bei eisigen Temperaturen ebenso wie bei mildem Wetter lockt der Esslinger Silvester-Fackellauf am letzten Tag des Jahres regelmäßig um die 3000 Kinder und Erwachsene auf die Esslinger Höhe beim Dulkhäusle. Er wird von drei Vereinen gemeinsam veranstaltet: der Turnerschaft Esslingen, dem Aero-Club und dem Deutschen Roten Kreuz Esslingen, weitere Vereine und Institutionen packen am Silvestertag unterstützend mit an.

Das Programm am Jägerhaus beginnt bereits um 15.30 Uhr mit dem Verkauf von Fackeln, Glühwein, Kinderpunsch, Fackelwürsten, Berlinern und mehr. Später wird ein großes Silvesterfeuer entzündet. Besucher können dabei ihre Wünsche auf Holztalern notieren und dann den Flammen anvertrauen. Kristallmagier Ruven Nagel ragt auf Stelzen hoch über die Menge auf, lässt gläserne Kugeln funkeln und spielt mit dem Feuer. Bei gutem Wetter erheben sich glühende Heißluftballons als Kulisse. Der Fackelzug selbst setzt sich um 17 Uhr vom Flugzeughangar des Segelfluggeländes aus in Bewegung und führt über die Römerstraße zum Esslinger Höhenweg. Unten im Tal sieht man dann die Lichter leuchten, oben zieht ein Strom aus flackernden Flammen durchs Dunkel. Die volle Runde ist  2,5 Kilometer lang. Sie kann aber auf ungefähr die Hälfte abgekürzt werden und ist auf diesem Teil für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und andere Gefährte  geeignet. Entlang der Strecke wartet auf die Kinder eine kleine Überraschung.

Der Erlös aus dem Fackellauf fließt komplett in die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung. Von 15 bis 16.50 Uhr findet ein kostenloser Bustransfer von der Innenstadt zum Startpunkt am Dulkhäusle statt, von 18 bis 19 Uhr erfolgen die Rückfahrten. Auch in die Ortsteile von Aichwald wird ein Bus-Shuttle-Verkehr eingerichtet (Haltestellen und Abfahrtszeiten unter www.aichwald.de).

Kirchheim

Als sehr sportliche Variante sorgt der Kirchheimer Silvesterlauf dafür, dass gute Vorsätze in puncto Bewegung mit ins neue Jahr getragen werden. 1981 von einer kleinen Gruppe Läufer ins Leben gerufen, findet der Lauf auf die Teck heuer zum 37. Mal statt. Erwartet werden mehrere Hundert Teilnehmer, die gemeinsam 18 Kilometer Strecke und 464 Höhenmeter meistern wollen. Start ist um 15 Uhr am Kirchheimer Rathaus, von dort führt die Route nach Dettingen und über den Parkplatz Hörnle bis in den Hof der Burg Teck. Zurück geht es nach kurzer Pause und Stärkung auf dem gleichen Weg, wobei die Läufer am Kirchheimer Gaiserplatz von Fackelläufern empfangen und zum Rathaus begleitet werden. Sie reihen sich hinter den Fackelträgern ein – der Silvester-Tecklauf ist also kein Wettkampf, sondern wird gemeinsam abgeschlossen. Das bedeutet auch, dass die Teilnehmer alle in der Lage sein sollten, die anspruchsvolle Strecke problemlos in zwei Stunden zu schaffen. In der Regel sind zwischen vier- und fünfhundert Männer und Frauen am Start. Angefeuert werden sie von zahlreichen Schaulustigen entlang der Strecke. Besonderen Unterhaltungswert bekommt dieser Lauf auch dadurch, dass manche Teilnehmer nach der Devise „Gaudi statt Bestzeit“ in fantasievollen Kostümen antreten. Startgeld wird beim Silvester-Tecklauf keines erhoben, der Lauftreff als Veranstalter freut sich aber über Spenden ins Kässle zur Deckung seiner Kosten.

Reichenbach

In Reichenbach marschieren die Laternen- und Fackelträger rund drei Kilometer durchs Dunkel: Start ist am Feuerwehrhaus in der Blumenstraße, dann geht es über die Sainte-Savine-Brücke, an der Fils entlang in Richtung Freibad und wieder zurück. Je nach Wetterlage werden ein- bis dreihundert Menschen gemeinsam das Jahr beenden und damit auch die letzte Veranstaltung im Zug des 750-jährigen Ortsjubiläums begehen. Vor dem Start, ab 16 Uhr, trifft man sich am Feuerwehrhaus, wo es Glühwein und Punsch, Rote und Weißwürste und  auch Fackeln zu kaufen gibt. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Freiwilligen Feuerwehr, die das Ganze veranstaltet, und ihrer Jugendarbeit zugute.

Leinfelden

Sportlich geht es auf den Fildern los: Die LG Filder organisiert in Leinfelden wieder den Neujahrslauf. Gestartet wird am 1. Januar um 14 Uhr, Start und Ziel liegen in der Hagenbuchallee. Die Strecke führt über zehn Kilometer um die keltische Viereckschanze.  Das Startgeld beträgt 10 Euro, Nachmeldungen sind bis 30 Minuten vor dem Start möglich. Die Startunterlagen gibt es am Sportzentrum Leinfelden. Bei Glatteis findet der Lauf nicht statt. aia/ch Foto oben: bul Foto unten: Ralf Trost


Abgestimmt

Die SPD will die Kindergartengebühren im Land abschaffen, Ministerpräsident Kretschmann hält dies für nicht realisierbar. Sollen die Gebühren komplett wegfallen?

Foto: dpa

Keine Kita-Gebühren?

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Einfaches Mahl mit der Familie

Umfrage unter Gastwirten im Kreis: Weihnachtsessen folgt Traditionen – Renner ist Kartoffelsalat mit Würstchen
Salvatore Marrazzo feiert Weihnachten mit traditionell italienischen Speisen
Marc Röckle (links) und Alexander Kraft setzen auf Gans. Aber frisch muss sie sein.
Romeo Herzberg feiert Weihnachten am liebsten mit der Familie – bei einem einfachen Essen
Was essen die Deutschen am liebsten zu Weihnachten? Was kommt bei den aktuellen Foodtrends auf den Tisch?  Ernährungsformen wie Paleo, Superfood und Veganismus sind zwar im Trend, doch ausgefallenes Essen zu Heiligabend gibt es bei den Deutschen nicht: 43 Prozent essen zu Weihnachten traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen, bei jedem Dritten, das sind 33 Prozent,  wird Gans oder Ente serviert. Nur einer von fünf,  nämlich 20 Prozent,  gibt an, Raclette an Weihnachten zu essen. Dieses Umfrageergebnis  verwundert Romeo Herzberg nicht. Der Wirt des Gasthauses Adler in Kirchheim setzt auf das einfache Mahl. „Bei uns zu Hause gab es immer Kartoffelsalat mit Bratwurst“, erzählt er. Das Essen sei zweitrangig gewesen. „An erster Stelle stand die Besinnlichkeit, das  Beisammensein mit der Familie und der Kirchgang“, erinnert sich Herzberg. Den Kartoffelsalat hatten Mutter und Großmutter vorbereitet, die Würstchen wurden gebraten.  So hält es Herzberg  im Wesentlichen auch heute noch: Kartoffelsalat mit Bratwurst im Kreis der Familie. Im Restaurant hat er diese Leibspeise nicht auf der Karte, aber er hat festgestellt, dass die meisten Menschen, die  an Weihnachten zum Essen ausgehen, in aller Regel nichts Extravagantes möchten. Auch für die Gäste, die dann auch als große Gruppe kommen, stehe das Familienfest im Vordergrund. Die Familie bestimmte und bestimmt die Weihnachtsfeste bei Salvatore Marrazzo. Der Sohn süditalienischer Gastronomen hat schon als Kind die Weihnachtsfeste in Deutschland verbracht, wo seine Familie mehrere gastronomische Betriebe leitete. Doch was auf den Tisch kam, stammte aus der Heimat. „An Heiligabend wurde bei uns traditionell fleischlos gegessen“, erzählt Salvatore Marrazzo. „Dafür aber gab es Stockfisch in  verschiedenen Zubereitungsarten, Hummer, eingelegtes Gemüse und  zum Nachtisch Panettone, Nüsse, Orangen und Mandarinen. Für die Erwachsenen gab es ein Glas Moscato.“ Und den Abend haben die Marrazzos mit Spielen verbracht. Am 25. Dezember wurde dann groß aufgefahren. Kaninchen stand meist auf dem Speiseplan. Marrazzo aber schwärmt heute noch von der Weihnachtslasagne, die es immer gab: „Die war bei uns immer besonders hoch.“ Heute hält es der Wirt der Restaurants Accanto und Cosmopolita  in Esslingen ähnlich. Auch wenn am 24. Dezember mittlerweile ein Grillabend mit Fisch und Fleisch unter Freunden angesagt ist, so gehört der 25. Dezember der   Familie, serviert werden die  traditionellen Festtagsspeisen. Auf den Restaurantkarten findet man diese Gerichte nicht: „Das ist traditionelle Hausmannskost, das gehört nicht in ein Restaurant“, sagt Marrazzo. Beim Thema Weihnachtsessen denkt Heiko Laber, der das  Gasthaus zum Uhlberg in Aichtal führt, sofort an knusprige Ente mit Rotkohl und Knödeln. „Das gab es bei uns zu Hause immer am 25. Dezember. Das Gericht hat meine Mutter immer für uns zubereitet“, berichtet Laber. Auf seiner Karte führt  er das Gericht zwar nicht, mit Gänsekeule mit Knödeln aber ein sehr ähnliches. Alexander Kraft und Marc Röckle  sind die Betreiber der Rettich-Bar in Deizisau. Röckles Erinnerungen an das  Weihnachtsessen seiner Kindheit sind geprägt vom traditionellen Besuch beim Bauern. „Dort haben wir uns die Gans  für den Weihnachtsbraten ausgesucht“, erzählt er. Er weiß noch, wie ambivalent das war – ein Tier einerseits  zum Töten auszuwählen, andererseits der Genuss beim Essen im Kreis der Familie. „Das war schon etwas ganz Besonderes“, sagt Röckle. Und das wirkt bis heute: In  der Rettich-Bar  in Deizisau gibt es  Gans auf Bestellung, auch noch bis in den Januar.  Frisch und nicht tiefgefroren. Auch heute wird die Gans bei Bedarf beim Bauern geordert, fast so wie früher. Nicht wie früher ist die Füllung: Die Semmelfüllung von damals haben Röckle und Kraft durch Beifuß, Äpfel und Zwiebeln ersetzt.  bob / Foto oben: Enza Jahn-Casa, Foto mitte: Ehmann, Foto unten: privat