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Bauen & Wohnen


Erschienen am 28.2.2018

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Erschienen am 29.09.2016

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Erschienen am 22.11.2017

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Flugshow im WM-Jahr

Dieses Jahr gibt es relativ viele Maikäfer – Trotzdem keine größeren Schäden

Manch einer wurde in letzter Zeit in der Abenddämmerung von einem dicken Brummer angeflogen. Und auch tote Maikäfer auf dem Boden kann man derzeit finden. Gerade in Jahren, in denen die Fußball-WM ist, treten Maikäfer vermehrt auf. Das liegt daran, dass die Maikäferpopulation einen vierjährigen Zyklus aufweist, bedingt durch die Entwicklungszeit der Insekten: Ihre Larven, die Engerlinge, leben mindestens drei Jahre in der Erde, bevor sie schlüpfen und die restlichen vier bis sechs Wochen ihres Lebens die Luft erobern. In dieser letzten Lebenszeit paaren sich die Tiere auch und legen Eier ab.

Natürlich fliegen auch in den Jahren dazwischen Maikäfer, aber die vierjährliche Häufung ist regelmäßig zu beobachten. Das kann an regionalen Maikäfer-Stämmen liegen, deren Zyklus besonders ins Gewicht fällt, oder auch an besonders günstigen Bedingungen für die Krabbeltiere. Engerlinge mögen es warm und trocken, der Klimawandel kommt ihnen entgegen – gut möglich, dass sie sich künftig stärker oder in kürzeren Zyklen vermehren. Auch heuer waren schon viele Maikäfer im April unterwegs.

Maikäferjahr hin oder her, in unserer Region ist ihre Zahl bislang überschaubar. „Im Kreis Esslingen haben wir in den letzten 40 Jahren zumindest keine größeren, flächendeckenden Schäden gehabt“, sagt Hansjörg Güthle vom Kreislandwirtschaftsamt. In Südbaden, zum Beispiel am Kaiserstuhl, sei das anders – da finden auch immer wieder Bekämpfungsaktionen gegen die braunen Krabbler statt.

Bis in die 1950er- und 60er-Jahre waren Maikäfer gefürchtet: Sowohl Engerlinge als auch die fertig entwickelten Käfer, die in Massen Laub- und Obstbäume kahl fraßen, richteten beachtliche Schäden an. Die nach dem Krieg großgewordene Generation erinnert sich noch, wie man sie von den Bäumen schüttelte und den Hühnern zum Fraß vorwarf. Dann wurde den Käfern mit DDT der Garaus gemacht, so gründlich, dass sie nur noch selten anzutreffen waren. Jetzt scheinen sie langsam wieder mehr zu werden. Auf Maikäfer folgen übrigens die etwas kleineren, aber sonst ganz ähnlich aussehenden Junikäfer, bei denen ebenfalls Häufungen zu beobachten sind. Die einen wie die anderen haben eine Funktion im Ökosystem, versichert Biologin Brigitte Beier vom Umweltzentrum in Plochingen: „Große Fledermausarten fressen die ganz gern“, sagt sie, ebenso  Vögel, Maulwürfe, Dachse oder Spitzmäuse.

Bei Menschen in Deutschland stehen Maikäfer dagegen heute nicht mehr auf dem Speiseplan. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war dagegen Maikäfersuppe durchaus verbreitet und auch kandierte Käfer wurden früher verspeist.  aia / Foto: dpa

Dem Biber auf der Spur

Europas größtes Nagetier ist zurück – Etwa 15 Tiere im Landkreis heimisch – Castor fiber ist streng geschützt

Rund 150 Jahre nach seiner fast vollständigen Ausrottung ist der Biber wieder da. Etwa 5500 der Tiere leben derzeit in Baden-Württemberg, ihre Anzahl im Landkreis Esslingen wird auf etwa 15 geschätzt. Ein Biberrevier findet sich an der Aich in Aichtal. Rund 30 Teilnehmer einer Exkursion setzten sich kürzlich mit dem Biberexperten Uwe Hiller auf die Spur des Nagers.
Die Aich schlängelt sich auf der Gemarkung der Stadt Aichtal an vielen Stellen noch naturnah in etlichen Mäandern in Richtung zum Neckartal. Hohe und steile Ufer säumen das Bachbett, gesäumt von dichtem Gehölz und nur selten für Menschen direkt zugänglich. Wiesen und Äcker schließen sich an das Ufergestrüpp an. „Es ist ein ideales Revier für Biber und ein Schlaraffenland mit einem reichen Nahrungsangebot“, beschrieb Uwe Hiller, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Esslingen und Biberexperte, das Gebiet. Hiller führte kürzlich rund 30 Teilnehmer einer Exkursion auf die Spur von Europas größtem Nagetier, das seit einigen Jahren auch im Landkreis Esslingen wieder heimisch ist.
Etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Biber bis auf wenige Restpopulationen aus Europa verschwunden, rücksichtslos gejagt wegen seines Fleischs, des dichten Fells und nicht zuletzt wegen des Bibergeil genannten Drüsensekrets, dem heilsame Wirkungen nachgesagt wurden. Vor knapp 60 Jahren wurden in Bayern, der Schweiz und Frankreich wieder Tiere angesiedelt. Ihre Zahl stieg rasch an und die Nager verbreiteten sich entlang der Gewässersysteme wieder über ganz Europa. Etwa 5500 von ihnen leben derzeit in Baden-Württemberg, anhand der nachgewiesenen Reviere werden im Landkreis etwa 15 Tiere vermutet.
Wie Hiller erklärte, beruhen die Zahlen auf Schätzungen. Die Tiere erreichen ausgewachsen eine Länge von bis zu einem Meter und ein Gewicht von 30 Kilo. Doch trotz ihrer beeindruckenden Ausmaße werde man kaum eines von ihnen sehen, da Biber sehr scheu und zudem dämmerungs- und nachtaktiv sind. „Uns werden immer wieder Sichtungen gemeldet, doch in der Regel handelt es sich um Bisam oder Nutrias, die sehr viel kleiner sind“, sagte Hiller. Dennoch werde jedem Hinweis nachgegangen, um ein eventuelles Vorkommen dokumentieren zu können.
Das Wissen um Biberreviere sowie die Ansiedlung und Verbreitung der Tiere ist für die Naturschutzbehörde des Landkreises von großer Bedeutung, denn Castor fiber, der Eurasische Biber, ist nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. So dürfen nicht nur die Tiere nicht gejagt werden, auch ihre Bauten und ihre unmittelbaren Lebensräume dürfen nicht gestört werden.
Das kann zu Konflikten führen, zumal in so dicht besiedelten Regionen wie dem Landkreis Esslingen. Biber sind zwar friedliebende reine Pflanzenfresser, die sich an Baumrinden, weichen Gehölzen, krautigen Uferpflanzen und im Sommer auch auf Äckern nahe dem Ufer an Feldfrüchten und Getreide gütlich tun, aber sie sind auch eifrige Baumeister, „echte Landschaftsgestalter“, sagte Hiller.
Die Tiere graben Wohnhöhlen, vorzugsweise in Steilufer, wobei der Eingang immer unter Wasser liegt. Sinkt nun der Wasserspiegel, etwa im Sommer, machen sich die Biber ans Werk, schleppen loses Holz heran oder fällen auch Bäume, um Staudämme zu bauen und den Wasserstand zu regulieren. Das wiederum kann zu Überschwemmungen und damit Schäden in ufernahen Feldern führen. Auch die Eigenart der Tiere, oft etliche Meter lange Fluchttunnel zu graben, kann gravierende Folgen haben, denn manches Mal werden Feldwege oder Freizeitgrundstücke nahe am Wasser unterminiert und somit nicht mehr nutzbar. Biber entfernen sich kaum mehr als zehn Meter vom Gewässer, doch wenn in dem Bereich junge Obstbäume stehen, ist der Tisch mit weicher Baumrinde reich gedeckt. „Biber sind Wildtiere, wenn sie Schäden anrichten, gibt es also keine Entschädigung. Stören oder vertreiben darf man sie aber auch nicht“, erklärte Hiller. In solchen Fällen kämen die ehrenamtlichen Biberberater der Naturschutzbehörde des Kreises zum Einsatz. „Die finden für betroffene Landwirte Lösungsmöglichkeiten.“ pst / Foto: pst

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Oft hört man von Unfällen, die ältere Autofahrer verursachen.
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Trügerisches Gefühl der Unsicherheit

Polizei legt Kriminalitätsstatistik für 2017 vor – Weniger Wohnungseinbrüche – Gewalt gegen Beamte nimmt weiter zu

Realität und Empfinden der Sicherheitslage im Landkreis Esslingen gehen schon seit Jahren nicht mehr Hand in Hand. Die in der Kriminalstatistik der Polizei beschriebene Realität weist das Land, die hiesige Region, als ausgesprochen sicher aus und doch scheint es in der Bevölkerung eine nicht zu beeinflussende Verunsicherung zu geben. Die in der Statistik dargelegte Kriminalitätsrate bezieht sich auf Straftaten je 100 000 Einwohner. Und die war in Baden-Württemberg, einem der sichersten Bundesländer, im vergangenen Jahr so niedrig wie seit 1990 nicht mehr. Und im Landkreis Esslingen war diese Quote mit 4681 nochmals deutlich unter dem Landesdurchschnitt (5295). „Wir leben in einer der sichersten Regionen in einem der sichersten Bundesländer“, sagt denn auch Alexander Pick, Präsident des Polizeipräsidiums Reutlingen, zu dem neben Esslingen und Reutlingen auch der Landkreis Tübingen zählt. Die Aufklärungsquote ist mit knapp 62 Prozent zudem die höchste seit zehn Jahren. Also gelte es, den Blick zu schärfen. Natürlich auch auf die Opfer, die mit unterschiedlichsten Verbrechen umzugehen haben. Aber auch darauf, dass es für übertriebene Sorgen keinen Anlass gibt. So gebe es bei den die Menschen bewegenden Wohnungseinbrüchen einen Rückgang, bei den von Asylbewerbern und Geflüchteten begangenen Straftaten will Pick zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen. Doch der Polizeipräsident verschweigt auch nicht, dass ihm ein paar Entwicklungen Sorgen bereiten.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen gibt es 85 Gemeinden, 44 davon liegen im Landkreis Esslingen, die rund 530 000 Einwohner entsprechen etwa der Hälfte der im Präsidiumsbezirk lebenden Menschen. Die urbanen Strukturen im Kreis Esslingen, auch die für die überwiegend ausländischen und meist überregional agierenden Einbrecherbanden verkehrsgünstige Lage, sorgen offenbar dafür, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche dort nicht so deutlich gesunken ist wie in Reutlingen und Tübingen. Trotzdem scheinen auch in Esslingen der Ermittlungsdruck, eine verschärfte Gesetzgebung und Schwerpunkteinsätze der Polizei Wirkung zu zeigen. Zwar ist es laut Polizei für eine Entwarnung bei den Wohnungseinbrüchen zu früh, doch Pick weist darauf hin, dass mittlerweile etwa die Hälfte der Einbrecher beim Versuch scheitert: Sicherheitsvorkehrungen an Fenstern und Türen zeigen Wirkung, wozu die Polizei mit ihren kostenlosen sicherheitstechnischen Beratungen ihren Beitrag leistet.

Rechnet man die Vergehen heraus, die nur von Asylbewerbern beziehungsweise Geflüchteten begangen werden können (Verstöße gegen das Asylbewerbergesetz), so stammte 2017 etwa jeder zehnte Tatverdächtige aus dieser Gruppe. Wiederum ein Drittel dieser Straftaten von Flüchtlingen im Landkreis Esslingen waren Körperverletzungen, häufig gab es Schlägereien in den Wohnheimen. Es folgten Diebstähle, Betrugs- und Rauschgiftdelikte. Die Zahlen bereiten der Polizei Sorge, doch sie werden auch relativiert. Pick verweist auf Frustration, schwierige Wohnsituation und Perspektivlosigkeit bei den Geflüchteten. Auch sind unter den Zugewanderten überproportional viele junge Männer, die generell die Gruppe der meisten Tatverdächtigen stellen. Und es gibt einige Mehrfachtäter, die schon in ihren Herkunftsländern keine unbeschriebenen Blätter waren und auf die die Polizei einen verstärkten Fokus legen will. Die Zahl der von Flüchtlingen begangenen „schlimmen“ Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (88 im gesamten Polizeipräsidiumsbezirk) sowie die der gravierenden Fälle wie Vergewaltigung (13), bewegt sich laut Pick in „überschaubaren Dimensionen“.

Bei der Gewaltkriminalität  bereitet dem Polizeipräsidenten der zunehmende Einsatz von Messern Sorge, nicht nur in Flüchtlingsunterkünften. „Das vermehrte Aufblitzen des Messers ist ein Stressfaktor für uns“, sagt Pick. Aber nicht nur das. Die Anträge auf den kleinen Waffenschein sind in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. „Ich heiße das Mitführen von Schreckschusswaffen nicht gut, auch diese Art der Bewaffnung kann eskalierend wirken“, sagt Pick und ruft die Bevölkerung zum „Abrüsten“ auf.

Weiter angestiegen ist die Gewalt gegen Polizeibeamte, aber auch die Respektlosigkeiten wie Beleidigungen haben ein „gigantisches Ausmaß“ angenommen. Derlei verspürten auch andere staatliche Autoritäten wie Feuerwehr, Sanitäter oder Schulen. Dies sei ein „Indikator für die Gesellschaft allgemein“, sagt Pick.

Sprunghaft angestiegen ist die Zahl der betrügerischen Telefonanrufe. Wobei das Dunkelfeld laut Pick sehr groß ist, weil viele Fälle aus Scham nicht gemeldet würden. Und weil es eine Betrugsmasche ist, sich am Telefon als Polizist auszugeben und insbesondere Senioren das Geld aus der Tasche zu ziehen, „nehmen wir das durchaus persönlich“. Auch wenn nahezu 98 Prozent der Angerufenen die Betrugsversuche erkennen, sind die Einzelfälle gravierend. Teils werden soziale Existenzen und Lebenswerke vernichtet. Daher Picks Appell: Sich von zunehmend gewandt und aggressiv auftretenden Tätern nicht verunsichern lassen. „Ihre Polizei“ werde niemals die Übergabe von Wertsachen an der Haustüre oder gar Überweisungen über fragwürdige Dienste verlangen. Daher in solchen Fällen: schnellstmöglich Anzeige erstatten. ch / Foto: dpa

„Härter, rauer, spröder“

Württembergische Landesbühne präsentiert neue Spielzeit

Das  Stück der Stunde sei „Die Nashörner“ von Eugène  Ionesco. Für Friedrich Schirmer, den Intendanten der Württembergischen Landesbühne Esslingen (WLB), beschreibt  der Stoff um die schleichende  Zunahme von Missgunst,  Hass  und Brutalität in der bürgerlichen Stadtgesellschaft unseren Zeitgeist. Davon getragen,  nannte Schirmer das neue Programm bei der Vorstellung  der Spielzeit  2018/2019 „härter,  rauer und spröder“.

Das absurde Drama „Die Nashörner“ feiert am 22. September Premiere. Die wenig entspannten  Zeiten sind auch in anderen Inszenierungen zu spüren. „Der zerbrochene Krug“  (13. Oktober) nach Heinrich von Kleist thematisiert sexuelle Gewalt und Missbrauch des Rechts, im „Urteil von Nürnberg“ (12. Januar)  von Abby Mann steht die Justiz  als Erfüllungsgehilfe von NS-Verbrechern im Mittelpunkt,    Oliver Storz’   „Die barmherzigen Leut von Martinsried“ (14. März)  stellt   die Frage nach Menschlichkeit, Zivilcourage und Widerstand gegen Unrecht.

Mit Sinnsuche und Lebenswegen beschäftigen sich die Premieren von Goethes „Faust I – Reloaded“ (6. Oktober), John Steinbecks „Von Mäusen und Menschen“ (9. Februar), „Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horvath (6. April) und „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler (24. März). Den Blick auf das Leben, wenn der Tod naht, greift „Das Ende ist mein Anfang“ von Tiziano Terzani in der Uraufführung am 23. September auf.  Produktionen wie  „Struwwelpeter – Shockheaded Peter“  (29. November) mit der Musik von Tigerlillies oder auch „Backbeats – Die Beatles in Hamburg“ (6. Juni 2019) richten sich an ein musikaffines Publikum.

Auch das junge Publikum soll angesprochen werden: Die Junge WLB bringt beispielsweise  „Cyrano“  (14. September), „Bergkristall“ von Adalbert Stifter (30. März) oder  zu Weihnachten den Dickens-Stoff „Frohe Weihnachten!“ (17. November). Das Stück unter freiem Himmel wird „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt ab dem 22. Juni 2019 sein.

Wie immer bei der WLB-Spielzeitvorstellung blickt Verwaltungsdirektorin Vera Antes auf die Besucherzahlen der vergangenen und laufenden Saison  zurück – mit einem für die Landesbühne erfreulichen Ergebnis: „Die Saison 2016/2017 hat die beste Besucherzahl seit 32 Jahren eingespielt“, verkündet Antes. Und die aktuelle Spielzeit befinde sich auf einem ähnlichen Kurs. Allein das am 21. Juni beginnende Freiluftstück „Sommernachtstraum“ könnte die positive Bilanz etwas verregnen.

Neu im Angebot der Landesbühne sind kostenlose Restkarten an Studenten der Hochschule.  bob / Foto: bul

Start für Schulcampus

Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen wird für 28 Millionen Euro neu gebaut


Der Landkreis Esslingen baut auf dem Säer in Nürtingen ein neues Schulgebäude für die kaufmännische Albert-Schäffle-Schule. Landrat Heinz Eininger hat vor wenigen Tagen mit dem ersten Baggerbiss den Start des rund 28 Millionen Euro teuren Projekts markiert. Der Neubau wird notwendig, da das bisherige Schulgebäude erhebliche Mängel in der Statik und beim Brandschutz aufweist.
Rund 1100 Schüler erhalten in den diversen Angeboten der Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen das notwendige Rüstzeug für ihre berufliche Zukunft. Neben der kaufmännischen Berufsschule werden dort die Bildungsbereiche Berufskolleg, Wirtschaftsschule, Wirtschaftsgymnasium und ausbildungsvorbereitende Klassen angeboten. Doch das Schulgebäude entspricht seit Jahren schon nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben für den Brandschutz, überdies wurden erhebliche konstruktive Mängel und Defizite an der Statik festgestellt. Der Kreistag hat daher vor etwa zwei Jahren den Beschluss gefasst, ein neues Schulgebäude zu errichten, das gebäudetechnisch und bezüglich der Raumkonzeption zukunftsorientierte Bildungsangebote ermöglichen soll.
Das neue, dreigeschossige Gebäude wird so angeordnet, dass es mit der benachbarten Fritz-Ruoff-Schule, der Sporthalle und dem Sportplatz einen Campus bildet. Zudem sollen durch die gemeinsame Nutzung von Unterrichts- und Begegnungsräumen sowie von Freiflächen Synergieeffekte entstehen. Das Projekt wird etwa 28 Millionen Euro kosten, rund 5,3 Millionen Euro wird das Land Baden-Württemberg zuschießen.
„Mit dieser Investition unterstreichen wir den hohen Stellenwert des beruflichen Schulwesens im Kreis. Mit einer modernen beruflichen Bildung leisten wir nicht zuletzt eine erhebliche Standortförderung“, sagte Landrat Heinz Eininger beim offiziellen Baubeginn.
Andreas Neureuther, Technischer Beigeordneter der Stadt Nürtingen, hob die Bedeutung des Neubaus als zukunftsorientierten Beitrag zum Bildungsangebot in der Stadt hervor. „Ein Bildungscampus ist die richtige Lösung. Hier wird ein Meilenstein gesetzt“, sagte er, unterstützt von Thomas Gundelsweiler, dem Leiter der Albert-Schäffle-Schule, der die „vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Landkreis“ bei den Planungen würdigte. In rund zwei Jahren wird der Unterricht im Neubau aufgenommen, das bisherige Gebäude wird anschließend abgerissen. pst / Foto: pst

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Landesmuseum Stuttgart: Freier Eintritt in den Schausammlungen – Schwertersammlung ab Oktober – Schwaben im Kindermuseum

  

Wie bekommt man mehr Besucher ins Museum? Vor allem Menschen, die sich eigentlich nicht für Museumsbesuche interessieren? Das Stuttgarter Landesmuseum hat seit Jahresbeginn den Eintritt in die Schausammlungen freigegeben. Die erste Bilanz lautet: Es kommen mehr Besucher, vor allem andere als zuvor – und die Menschen besuchen die Museen anders.
Damit reihen sich die Stuttgarter in die Riege der wenigen deutschen Museumshäuser ein, die freien Zugang zu ihren Sammlungen gewähren. Die Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg und die Adolf Würth GmbH finanzieren das Projekt mit 160 000 Euro. Das Landesmuseum erhofft sich, mit dem freien Eintritt in die Schausammlungen Barrieren abzubauen und Hemmschwellen zu senken – im Sinne einer gelebten Partizipation. „Dank des kostenfreien Eintritts können wir unserem Bildungsauftrag nochmals verstärkt nachkommen“, sagt Cornelia Ewigleben, Direktorin des Landesmuseums Württemberg.
Der freie Eintritt in die Schausammlungen des Landesmuseums Württemberg im Jahr 2018 gilt für die Häuser in Stuttgart – das Alte Schloss, das Haus der Musik im Fruchtkasten und das Römische Lapidarium – sowie für das Museum der Alltagskultur in Waldenbuch.
Eine Besucherbefragung begleitet das Projekt. Ergebnisse aus den Befragungen sollen im Herbst vorliegen. „Gefühlt wird der freie Eintritt sehr gut angenommen“, sagt Heike Scholz, die Pressesprecherin des Museums. Noch gibt es keine belastbaren Zahlen zum Besucherverhalten seit dem Start des freien Eintritts, aber Scholz und ihre Kollegen registrieren andere Besuchergruppen als die üblichen. „Es fällt auf, dass auf jeden Fall mehr Leute nach der Wegeführung fragen, die Aufenthaltsregeln nicht kennen oder auch sagen, dass sie das erste Mal da sind.“ Man habe bereits weitere Piktogramme angebracht.
Eingefleischte Museumsfreunde nutzen das neue Angebot auf ihre Weise – mit Spontanbesuchen beispielsweise. „Manch einer huscht schnell rein, zum Beispiel, wenn das Wetter umschlägt“, sagt Scholz und berichtet von einer Dame, die nun mehrmals die Woche komme und ihr Lieblingsobjekt betrachte.
Der freie Eintritt kann ein Baustein sein, kunstferne Menschen in Museen zu locken, ein Allheilmittel ist es nicht. „Man muss schon einen langen Atem haben“, sagt Heike Scholz. „Der Preis allein ist es nicht, wir brauchen auch spezielle Programme und Veranstaltungen, mit denen wir andere Gruppen ansprechen können.“ Scholz’ Beispiel für einen regen Besuch einer anderen Klientel sind die Veranstaltungen der Reihe Mord im Museum. Scholz: „Das hat eben Eventcharakter.“
Ungeachtet der Evaluation der Besucherzahlen wird es den freien Eintritt in den Schausammlungen auch im kommenden Jahr geben.
Derzeit läuft im Alten Schloss die Ausstellung „7 Super Schwaben“, eine Mitmachausstellung für Kinder und Familien (noch bis 29. Juli). Das Kindermuseum stellt in dieser beliebten Mitmachausstellung Persönlichkeiten aus der Region vor. Ob Torwand, Planetenspiel in einer Mondlandschaft oder Trickfilmstudio – an spannenden Stationen lernen kleine und große Besucher die Errungenschaften und Verdienste berühmter Schwaben kennen – vom Astronomen Johannes Kepler über Gottlieb Daimler bis zu Fußballstar Sami Khedira.
Im Schloss Waldenbuch, dem Museum der Alltagskultur, begibt sich die Schau „Mein Name ist Hase“ auf die Spur von allseits bekannten Redewendungen. Die Mitmachausstellung für Große und Kleine läuft noch bis zum 9. September.
Derzeit laufen die Vorbereitungen für die nächsten Sonderausstellungen: „Faszination Schwert“ ab dem 13. Oktober sowie die Mitmachausstellung für Kinder und Familien „Räuber Hotzenplotz“ ab 20. Oktober im Alten Schloss. Die Sonderausstellung, die sich an junge Menschen wendet, will auch alle diejenigen begeistern, bei denen Hotzenplotz Kindheitserinnerungen weckt. Der Beginn der Ausstellung liegt auf dem 20. Oktober, dem Tag, an dem der 2013 verstorbene Hotzenplotz-Erfinder Ottfried Preußler 95 Jahre geworden wäre.
Für „Faszination Schwert“ haben die Kuratoren im Depot des Museums nach geeigneten Stücken geschaut. Die Ausstellung geht der Frage nach, warum das Schwert bis heute eine magische Anziehungskraft auf so viele Menschen in einer hochtechnisierten Welt ausübt. Über die Jahrtausende gesehen war das Schwert nicht nur Tötungsinstrument, sondern auch Zeichen von Status und Macht.
Die Ausstellung soll von einem umfangreichen Begleitprogramm umrahmt werden. Zur Schau wird das Sonderheft „Archäologie in Deutschland“ mit 110 Seiten erscheinen, das im Museumsshop erhältlich ist. bob / Foto links: Landesmuseum / Foto rechts: bob

Info: www.landesmuseum-stuttgart.de

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Der Musikpreis Echo wird abgeschafft – zuviel  Kritik
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Foto: dpa

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„Kommen Sie mal wieder hierher“

Exklusive Führung und erlesenes Essen: Gewinner des ECHO-Krimirätsels erleben einen besonderen Nachmittag in Nürtingen

„Sehen Sie, hier habe ich die Leiche gefunden“, sagte Stadtführer Walter Haußmann mit ernster Miene, als er die Besucher  in den Blockturm in der Nürtinger Altstadt  führte. Die zehn Frauen und Männer, die sich zuvor am Stadtbüro der Nürtinger Zeitung getroffen hatten, waren die Gewinner des jüngsten ECHO-Krimirätsels, das an historischen Orten in Nürtingen gespielt hatte. Unter den mehr als 300 Einsendungen hat das Team um ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol zehn  Namen gezogen, die richtig ermittelt und  Gregor Goll als zweifachen Mörder identifiziert hatten. Da  Gregor Goll im Rätsel nicht nur im Blockturm zugeschlagen, sondern einen weiteren Menschen im Bierkeller getötet hatte, standen diese beiden Orte im Zentrum der ungewöhnlichen Stadtführung. Ungewöhnlich vor allem deshalb, weil die Bierkeller   unter der  heutigen  Stadthalle K3N nur sehr selten für die Öffentlichkeit aufgeschlossen werden.

So gelten die Gewölbe, die die Sonnenbrauerei im 19. Jahrhundert in den Schlossberg  getrieben hatte, um ihr Gebräu  zu kühlen, als  geheimnisvolle Räume, die nur  wenige kennen. Umso spannender haben die Gewinner ihren Ausflug in die kühle, feuchte und erstaunlich  weitläufige Unterwelt Nürtingens,  garniert mit den Ausführungen Haußmanns,  empfunden. Beim Blockturm ist das anders: Er steht regelmäßig im Programm der Führungen, die das Stadtmarketing von  Nürtingen anbietet. Dennoch war es faszinierend zu sehen, mit welchen Strafen Vergehen in früheren Zeiten belegt wurden. Haußmann erklärte den Holzblock im Turm, in dessen vier Aussparungen die Gliedmaßen der Delinquenten festgeschraubt wurden – je nach Vergehen länger oder kürzer.  Ein Höhepunkt  war die Besteigung des Turms der Laurentiuskirche. Von dort bot sich den Besuchern ein großartiger Blick auf Stadt, Umland, Neckar und Alb. Der Nachmittag endete mit dem Besuch  des Restaurants Belsers, wo die Gäste wieder ganz anders  verwöhnt wurden. Wie schon ECHO-Kommissar Blickle orderten die meisten Belsers’ Klassiker: Geschmorte Rinderbäckchen in Trollinger-Soße. Das ließ allen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das zweite Gericht im  exklusiven „Tatort-Menü“ waren Ravioli mit Pecorino und Feige – ebenfalls ein  Genuss. Und Bärbel Igel-Goll vom Stadtmarketing ermunterte die Gäste zu weiteren Besuchen und Führungen: „Kommen Sie wieder einmal hierher.“ Das werden sich die Krimirätsler bestimmt nicht zweimal sagen lassen, denn dass Nürtingen einen Besuch wert ist, war allgemeiner Konsens.  bob / Fotos: bob