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Lebensgefühl Messe 2015

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Zum Wegwerfen viel zu schade

In Repair-Cafés bekommen kaputte Teile ein neues Leben – Mitarbeit ist gefragt – Einrichtungen in Nürtingen, Esslingen und Kirchheim

Aus dem Kopfhörer kommt nur noch Knacken und die Lieblingshose hat ein Loch. Keine Ahnung, wie man das wieder hinbekommt? Dann lohnt sich ein Besuch im Repair-Café. Dort helfen Experten dabei, defekte Elektrogeräte, platte Fahrradreifen oder das wackelige Stuhlbein zu richten. In Nürtingen hat eine solche Einrichtung bereits den Betrieb aufgenommen, Kirchheim und Esslingen folgen in Kürze.

Freitagnachmittag in der weitläufigen Werkstatt der Nürtinger Seegrasspinnerei: An den Tischen herrscht reger Betrieb. Edgar Holl vom Repair-Café-Team beugt sich über den Antrieb einer Nähmaschine. Die alte Overlock läuft nicht mehr richtig rund. „Da sieht man’s“, sagt er und deutet auf ein paar schwarze Striche am Antriebskopf. „Das kriegen wir wieder hin“, ist er optimistisch. Holl ist ein echter Bastler. „Mein Motorrad habe ich jetzt seit 41 Jahren, das war noch nie in der Werkstatt“, erzählt er. Für ihn sind – wie für alle anderen, die sich im Nürtinger Repair-Café engagieren – viele Dinge zum Wegwerfen schlicht viel zu schade.

„Klassisches Verschleißteil“, sagt Karl-Heinz Liebhart, der sich ein Kofferradio mit CD-Player anschaut, das Heiner Sauter ins Repair-Café gebracht hat. Die Klappe des CD-Fachs schließt nicht mehr richtig, deshalb geht der Player dauernd aus. Schuld ist ein kleines Plastikteil, das sich auch nicht ersetzen lässt. Normalerweise würde das Gerät nun beim Elektroschrott landen – auch wenn Radio und CD-Player noch völlig in Ordnung sind.

Aber Liebhart hat schon eine Idee, wie die Klappe künftig zu bleibt. Ein simpler Riegel soll das Fach fixieren. „Dann ist aber ein kleines Loch in der Klappe“, sagt er zum Besitzer. Der zuckt nur mit den Schultern: „So nützt er mir schließlich nichts“, stimmt er zu.

Jeden zweiten Freitag im Monat,  von 17 bis 19 Uhr, kümmert sich das rund 30-köpfige ehrenamtliche Team des Nürtinger Repair-Cafés um kaputte Mikrowellen, Kabelsalat beim Staubsauger oder die verstellte Gangschaltung. Auch Nähmaschinen stehen bereit, an denen sich Ratsuchende zeigen lassen können, wie ein Reißverschluss eingenäht oder eine Kappnaht gemacht wird. Selbst PC-Fachleute, Schlosser und Schreiner hat das Team in seinen Reihen.

Nur die kaputten Dinge abgeben und bei Reparaturerfolg wieder abholen, das geht im Repair-Café aber nicht. „Die Leute sollen dabei sein und selbst aktiv werden, damit sie es irgendwann selbst machen können“, erklärt Hanne Küchler, die am Eingang erst mal alle mitgebrachten Gegenstände aufnimmt und später Erfolg oder Misserfolg  des Reparaturversuchs dokumentiert.

Konzentriert hockt derweil Eric an einem der Tische bei Klaus Breitenbach. Zwei seiner Spielzeugautos sind hin. Gemeinsam mit dem Neunjährigen macht sich Breitenbach an die Arbeit, richtet die Frontachse und schaut nach Ersatz für das ramponierte Zahnrad, das den ferngesteuerten Renner lahmlegt. Wenig später setzt Eric die letzte Schraube wieder ein und dreht sich stolz zu seiner Mutter um: Das Auto rollt wieder.

Die Idee zu den Repair-Cafés kommt aus den Niederlanden. Dort eröffnete 2009 das erste Repair-Café in Amsterdam. In Deutschland nimmt der Trend nun ebenfalls Fahrt auf. Nach den Großstädten macht die Hilfe zur Selbsthilfe inzwischen auch in kleineren Städten Schule. Nach dem Nürtinger Repair-Café gehen nun auch in Esslingen und Kirchheim Repair-Cafés an den Start.

In Kirchheim ist das Projekt unter dem Dach des Quartiertreffs „Wir Rauner“ in der Eichendorffstraße 73 angesiedelt. Am kommenden Samstag, 28. März, öffnet das Café zwischen 13 und 16 Uhr erstmals seine Türen. 24 feste Zusagen hat Ansprechpartner Klaus Fernow und so stehen auch dort Fachleute für Elektro, Geräte ohne Kabel, Textiles, Holz und Fahrräder zur Verfügung. Jeden letzten Samstag im Monat wollen sie zeigen, dass Do it yourself meist nicht so schwierig ist wie gedacht. Reparatur, Kaffee und Kuchen sind wie übrigens in den meisten anderen Cafés auch kostenlos, Spenden willkommen. Am gleichen Tag wird auch das erste Esslinger Repair-Café im Zentrum für Arbeit und Kommunikation in der Franziskanergasse 7 Premiere feiern. Das Team will dort jeweils am letzten Samstag in den ungeraden Monaten von 11 bis 18 Uhr mit Rat und Tat paratstehen.           mo / Foto: mo

 

Info: www.repaircafe.org/de/

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Hamburg hat sich im deutschen Duell um die Bewerbung
für Olympia 2024 gegen Berlin durchgesetzt. Hat Hamburg
bessere Chancen als die Hauptstadt, die Spiele zu bekommen?

Foto: dpa

Der richtige Bewerber?

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Noch in der Spur

Neuhausen betreibt S-Bahn-Anschluss weiter – Zuschüsse ungewiss

 

Die Planungen für die Verlängerung der S2 nach Neuhausen sollen auch unter den geänderten Rahmenbedingungen weitergeführt werden. Dieser Empfehlung des Lenkungskreises sind die Gremien der Projektpartner Verband Region Stuttgart, Landkreis Esslingen, Stadt Filderstadt, Gemeinde Neuhausen und der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) gefolgt. Und das, obwohl der Bau der 3,9 Kilometer langen Strecke von Filderstadt-Bernhausen über Sielmingen nach Neuhausen deutlich teurer kommt als zunächst geplant und die Förderung des Projekts durch den Bund noch unklar ist.

Neuen Berechnungen zufolge soll die S-Bahn-Verlängerung statt der früher geplanten 91 Millionen nun 125 Millionen Euro kosten. Anstatt der anvisierten Fertigstellung im Jahr 2019 soll die erste Bahn erst 2021 fahren. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Zuschüsse aus der Bundeskasse. Nur für Projekte, die bis 2019 fertig und abgerechnet sind, will der Bund einen Zuschuss von 60 Prozent beisteuern. Nach Abschätzung der SSB fallen knapp die Hälfte der Baukosten, rund 49 Millionen Euro, erst nach 2019 an. Wie es darüber hinaus weitergeht, ist noch unklar.

Der Neuhausener Bürgermeister Ingo Hacker glaubt nach wie vor fest daran, dass das Projekt realisiert wird und Neuhausen wieder einen Schienenanschluss bekommt. „Alle betreffenden Gremien unterstützen das Projekt weiterhin“, sagt Hacker. Die Beschlüsse Ende vergangenen Jahres für die S-Bahnverlängerung nennt Hacker „Meilensteinentscheidungen“. Für Neuhausen bedeute der Anschluss einen enormen Gewinn. „Der Berufs- und Individualverkehr nimmt auch in Neuhausen weiter zu. Staus oder stockender Verkehr sind für Unternehmer im Ort, für Berufspendler und für Privatleute nicht nur ärgerlich, sie binden auch viele Ressourcen“, sagt Hacker. Daher verbessere alles, was auf Dauer Verkehrslärm, Feinstaubemissionen und CO2 reduziert, die Lebensqualität der Einwohner. Einen weiteren Gewinn sieht er in der schnellen Verbindung nach Stuttgart und zum Flughafen.

Spannend wird es zum anvisierten Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2017. Ohnehin steigen die Beiträge der Partner: bei Neuhausen und Filderstadt voraussichtlich um jeweils 900 000 auf 3,5 Millionen Euro, beim Landkreis um 1,8 Millionen auf 6,9 Millionen Euro. Hacker will die erforderlichen Gelder bereitstellen und die Bürgerschaft beim gesamten Planungsprozess beteiligen. Vor allem aber: „Viele Gespräche auf allen politischen Ebenen führen.“

Ein Gutachten hat bereits im Jahr 2009 eine Verlängerung der S2 nach Neuhausen für sinnvoll erklärt. Im September 2013 hat die Regionalversammlung den Bau beschlossen. Historisch gesehen bestand die Verbindung als Filderbahn bis ins Jahr 1983. Die ehemalige Bahntrasse dient heute in Teilen als Radweg. In Neuhausen erinnern Schuppen und Gleisreste an die Schienenvergangenheit.  Die neuen Haltestellen Sielmingen und Neuhausen würden mit Mittelbahnsteig gebaut, der Halt Sielmingen in einem Trog tiefergelegt. Laut SSB sollen 7000 Fahrgäste täglich das neue Verkehrsmittel nutzen.               bob / Foto: bob

Einbrecher immer professioneller

Polizei legt Kriminalitätsstatistik für 2014 vor – Appell an die Wachsamkeit und Eigenverantwortung der Bürger

Es lebe sich sicher im Landkreis Esslingen, sagt die Polizei. In diversen Bereichen weist die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2014 rückläufige Fallzahlen auf. Doch der positive Trend wird von einem massiven Plus bei den Wohnungseinbrüchen überlagert – und einer geringen Aufklärungsquote bei den Einbrüchen. Außerdem registrierte die Polizei zuletzt mehr Tötungsdelikte – versuchte und vollendete.

Nach der Strukturreform vor zwei Jahren ist das Polizeipräsidium Reutlingen für die Landkreise Esslingen, Tübingen und Reutlingen zuständig. Hans-Dieter Wagner leitet das Präsidium, nachdem er zuvor nur für den Kreis Esslingen verantwortlich war. Bei der Vorlage der Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr fiel seine Bilanz nun zwiegespalten aus. Denn für die drei Landkreise nahm die Zahl der Straftaten insgesamt ab – im Kreis Esslingen hingegen zu. Der Grund: Dort sind bevorzugt Einbrecher am Werk. Nicht nur wegen der prosperierenden Wirtschaft, der Landkreis liegt eben auch für Diebe verkehrsgünstig. Schnell rein, schnell weg, lautet die Devise der immer professioneller vorgehenden Langfinger. „Die Opfer werden in ihrem Innersten getroffen“, sagt Wagner. Doch nicht nur deren Sicherheitsgefühl leide, auch das der Nachbarn, Verwandten und Bekannten. „Diesem subjektiven Sicherheitsgefühl müssen wir gerecht werden“, befindet der Polizeipräsident. Allerdings: Trotz aller Anstrengungen ist die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen mit 6,1 Prozent ausgesprochen gering – und gegenüber 2013 (10,9 Prozent) sogar gesunken. Und so bleibt der Polizei vor allem der Appell an die Bevölkerung, es Einbrechern mit Sicherheitstechnik schwer zu machen, außerdem aufmerksam zu beobachten und im Verdachtsfall schnell die Beamten zu verständigen.

Die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen ist nicht neu, auch landesweit ist deren Zahl in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2014 waren es im Landkreis Esslingen 669 (2013: 396). Die Polizei reagierte: In Nürtingen wurde eine zentrale Ermittlungsgruppe eingerichtet, immer mehr Bürger lassen sich in Sicherheitsfragen beraten, Streifenbeamte weisen auf offen stehende Terrassentüren und schräg gestellte Klofenster hin, auch „anlassunabhängig“ seien Streifen unterwegs. Derlei Aktivität bindet Personal. Und da laut Wagner auch noch der Stellenabbau vor zwei Jahren trotz der Strukturreform zu spüren sei, hat das Konsequenzen: „Wir können nicht mehr bei jeder Ruhestörung und jedem Parkvergehen sofort aufschlagen.“

Aber es werden eben auch wenige Einbrecher erwischt. Weil sie meist bandenmäßig organisiert seien und genau wissen, wie sie vorzugehen haben. Sind etwa Fenster und Türen gut gesichert, lassen sie nach zwei bis drei Minuten ab – im gesamten Präsidiumsbereich blieb es in 42 Prozent der Fälle beim Einbruchsversuch. Sind die Einbrecher drin, greifen sie die schnelle und leicht abzutransportierende Beute: Bargeld, Schmuck, Uhren, Elektroartikel. Letztere dürfen wegen des Transports nicht zu groß sein, große Flachbildschirme bleiben daher meist in der Wohnung. Und die Diebe hinterlassen kaum Spuren: keine Fingerabdrücke, auch fast nie verwertbares DNA-Material. Daher sei es wichtig, die meist aus Osteuropa, auch aus Georgien kommenden Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen. Dies sei auch schon gelungen. Etwa wenn Nachbarn das Flackern einer Taschenlampe oder verdächtige Geräusche wahrnehmen, ein Auto verdächtig geparkt werde oder Fremde Fotos von Gebäuden machen. Wichtig sei in diesen Fällen, dass sofort die 110 gewählt werde, sagt Wagner. Denn erfolgt die Meldung erst nach einer halben Stunde, sind die Diebe schon wieder auf der Autobahn. Und auch dort lassen sie sich nicht schnappen. Längst fahren die Einbrecher Autos mit deutschen Kennzeichen, übergeben die Beute zudem kurz nach dem Bruch an Komplizen  mit unverdächtigen Zwischenlagerstätten, sodass sie selbst bei einer Kontrolle nicht zu überführen sind.

Bei aller Sorge wegen der Einbrecher: Wagner verweist auch auf positive Trends. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Raub, einfache Diebstähle sowie die Zahl der Tatverdächtigen bis 21 Jahre, insbesondere die unter Jugendlichen, haben abgenommen.

Dreiviertel aller Tatverdächtigen sind Männer, fast die Hälfte Wiederholungstäter. Nach wie vor richtet sich Gewalt auch immer häufiger gegen Polizeibeamte. Und das in der Regel aus banalem Anlass – und fast immer sei in diesen Fällen Alkohol im Spiel, sagt Wagner.  Ch / Foto: dpa

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Freies WLAN ist in Deutschland meist Fehlanzeige, da Anbieter haften,
wenn Nutzer das Angebot missbrauchen. Nun gibt es neue Pläne: Soll man
die Gesetzeslage für mehr freies WLAN ändern?

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Das dritte Gleis kommt

S 21-Partner justieren am Filderbahnhof nach – Lösung soll mehr Flexibilität schaffen – Absage an die Plus-Variante

Das Land kommt der Bahn im Ringen um eine verbesserte Anbindung des Landesflughafens an das Bahnprojekt Stuttgart 21 entgegen: Mit der Bestellung von mehr Nahverkehr will Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zur Finanzierung eines dritten Gleises im S-Bahnhof am Airport beitragen. Bei Gesamtkosten für die Erweiterung von 80 bis 120 Millionen Euro sind zusätzliche Trasseneinnahmen für die Bahn von rund 60 Millionen Euro über einen Zeitraum von 20 Jahren im Gespräch. Auf das dritte Gleis für den Fern- und Regionalverkehr einigten sich Bahn, Land, Stadt und Regionalverband Stuttgart in Berlin. Auch der Verband Region Stuttgart will sich an der Lösung finanziell beteiligen.

Das zusätzliche Gleis ist in den Überlegungen zur Optimierung des Anschlusses des Airports an Stuttgart 21 die kostengünstigste Variante. Sie ist mit der ursprünglich von der Bahn geplanten Trasse, der sogenannten Antragstrasse, kombinierbar. Ganz vom Tisch ist damit der näher an das Terminal herangerückte Filderbahnhof Plus parallel zum S-Bahnhof, der 224 Millionen Euro mehr als die Antragstrasse gekostet hätte. An dem Treffen in der Bundeshauptstadt nahmen  S 21-Projektleiter Manfred Leger, Bahnvorstand Volker Kefer, Minister Hermann, Stuttgarts OB Fritz Kuhn (Grüne) und Regionalpräsident Thomas Bopp teil.

Hermann sagte: „Nach meinem Eindruck akzeptiert die Deutsche Bahn, dass der Beitrag des Landes für den verbesserten Flughafenbahnhof nur in der Umsetzung des dann ermöglichten verdichteten Zugangebots bestehen kann, von dem die Deutsche Bahn durch höhere Trasseneinnahmen profitieren wird.“ Hermann ist nach eigener Einschätzung seiner Linie treu geblieben. Denn die Bahn akzeptiere die Aussage des Landes: „Der Kostendeckel gilt.“ Hermann hatte stets betont, das Land werde nicht mehr als die zugesagten 930 Millionen Euro für das 6,5 Milliarden Euro teure Bahnvorhaben zahlen.

Durch das dritte Gleis ist eine Entzerrung des Fern- und Regionalverkehrs und der S-Bahn und infol­gedessen eine Verdichtung des Zugverkehrs möglich. Das Problem des Mischverkehrs auf der Zuführung zum S-Bahnhof bleibt aber bestehen. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen, auf deren Gemarkung der Flughafen liegt, befürchtet eine massive Störung des S-Bahnverkehrs durch Fern- und Regionalzüge auf derselben Strecke. Sie sieht sich durch eine überarbeitete Studie der Technischen Universität Dresden erneut bestätigt.

SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel begrüßte, dass das Land einen zusätzlichen Beitrag außerhalb des S 21-Finanzierungsvertrags leiste und Einigkeit unter den Projektpartnern herrsche: „Man bekommt das dritte Gleis und zusätzlichen Verkehr.“ Regionalpräsident Bopp verband das zugesagte finanzielle Engagement für das dritte Gleis mit der Hoffnung auf eine Verlängerung der S-Bahn über die Neubaustrecke ins Neckartal. Bahn-Infrastrukturvorstand Kefer zeigte sich ebenfalls erleichtert: „Wir haben ein Konzept zur betrieblichen Optimierung der Flughafenanbindung und dessen Finanzierung entwickelt, hinter dem alle Projektpartner stehen.“ Eine endgültige Entscheidung soll im Lenkungskreis der S 21-Partner am 20. April fallen. Aus Sicht der S 21-Gegner von Wikireal ist die Diskussion über den Filder­halt eine „Schattendiskussion“. Um die Flughafenanbindung brauche man sich gar nicht zu kümmern, da der unterirdische Hauptbahnhof im Stuttgarter Talkessel die geforderte Leistung nicht erbringen könne und einen Engpass schaffe. Ganz auf Kosten des Landes soll der Bahnhalt in Stuttgart-Vaihingen zur Stärkung des Regionalverkehrs ausgebaut werden. Dafür rechnet das Ministerium mit einem Betrag zwischen fünf und zehn Millionen Euro.                dpa

Info: Seit Jahren wird über die bestmögliche Anbindung des Flughafens an das Bahnprojekt Stuttgart 21 diskutiert. Dabei ging es immer um mehrere Varianten, die sich durch Kosten und Lage des Fernbahnhofs im Verhältnis zum bestehenden S-Bahnhof unterscheiden.

• Die sogenannte Antragstrasse der Bahn zur Anbindung des Landesflughafens: Sie sieht eine Verbindung der von Singen nach Norden führenden Gäubahn über die sogenannte Rohrer Kurve auf die S-Bahn-Trasse nach Leinfelden-Echterdingen vor. Der neue Bahnhof soll in 25 Metern Tiefe mehrere hundert Meter vom Terminal entstehen. Kosten: 536 Millionen Euro.

• Eine Umplanung am neuen Flughafen-Fernbahnhof (Filderbahnhof Plus): Sie besteht aus einer näher an das Terminal herangerückten Station unter der Flughafenstraße, die durch eine neue Verkehrsführung infolge des Messebaus ermöglicht wurde. Es handelt sich um einen zweistöckigen Bahnhof, der aber zwei Kilometer lange unterirdische Zuführungsstrecken benötigt. Kosten: 760 Millionen Euro.

Das dritte Gleis: Das Gleis soll – möglicherweise durch eine Wand getrennt – parallel zu den bestehenden zwei S-Bahngleisen errichtet werden. Damit werden der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr entzerrt. Das Problem des Mischverkehrs auf der Zuführung zum S-Bahnhof bleibt aber bestehen. Kosten: 80 bis 120 Millionen Euro.

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Andreas Kümmert will trotz des Sieges beim deutschen
Vorentscheid zum Eurovision Song Contest nicht nach Wien
reisen – er fühle sich dazu „nicht wirklich in der Verfassung“.
Haben Sie Verständnis für die Entscheidung?

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Virenwelle wogt weiter

Influenza- und Noroviren aktiv – Volle Krankenhäuser im Kreis Esslingen

Die Grippewelle hat im Landkreis Esslingen bislang rund 500 Menschen erwischt. Das sind die meisten Krankheitsmeldungen seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Eine Ausnahme bildete nur das „Schweinegrippejahr“ 2009. Auch das Norovirus ist aktiv. Das macht sich im öffentlichen Leben deutlich bemerkbar: Viele Menschen sind krank.

Die Zahl von rund 500 Influenzafällen für den Landkreis ist die offizielle, doch Albrecht Wiedenmann, der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin im Gesundheitsamt  des Kreises, geht von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. „Das ist deutlich mehr, das können etwa zehn Mal so viele Influenza-Erkrankte sein“, schätzt er. Also rollt die Grippe mit dicker Bugwelle – darin ist sich  Wiedenmann mit seinen Kollegen in den Krankenhäusern einig.

Torsten Ade, der Leiter der Notaufnahme des Klinikums Esslingen, kann sich an keinen vergleichbaren Verlauf erinnern. „Wir spüren den Druck extrem“, sagt er. Zur Verschärfung der Lage trage das gleichzeitige Auftreten von Noroviren, die ebenfalls meldepflichtig sind, bei. „Beides sind Erkrankungen, die einen erhöhten Isolationsbedarf haben“, stellt Ade klar. Schließlich sollen ein Norovirenpatient und ein Influenzakranker keine Mitpatienten anstecken. Für den Klinikalltag  bedeute das einen erhöhten Aufwand bei der Bettenplanung. Im Extremfall liege dann ein Patient allein im Drei-Bett-Zimmer oder ein anderer für eine Nacht im Bett auf dem Gang. Den anderen Kliniken im Kreis geht es nicht anders. „Unsere Häuser in Nürtingen, Kirchheim und Ruit sind voll“, sagt Iris Weichsel, die Pressesprecherin der Kreiskliniken. Und nicht nur Patienten sind krank, sondern auch Mitarbeiter der Kliniken. Der Betrieb laufe zwar regulär, berichten Ade und Weichsel. Häufiges Umplanen sei aber notwendig.

Noch will Ade keine Entwarnung geben. Er rechnet damit, dass die Grippewelle noch bis zu drei Wochen andauern kann. Insofern könne eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll sein. Albrecht Wiedenmann sieht das ähnlich: Vor allem Risikopatienten sollten sich in dieser Frage mit ihrem Arzt besprechen, rät er. Für Kinder gibt es überdies eine Impfung durch Nasenspray. Aber auch geimpft kann man erkranken, erklären die Mediziner. Zumal in diesem Jahr das Serum nicht genau passe. Nach der Entwicklung des Serums im vergangenen Frühjahr haben sich nachträglich Eiweißmerkmale des Erregers geändert. Influenza zeigt sich derzeit überall. Auch im Kirchheimer Rathaus sind viele Mitarbeiter krank: „Manche Abteilungen sind nur teilweise belegt“, sagt Stefan Wörner, der Leiter der Hauptverwaltung. Er ist aber sicher: „Der Bürger merkt davon nichts, der Service ist gut wie immer.“ Er hat den Eindruck, dass sich „das Rathaus jetzt langsam wieder füllt“.     bob / Foto: dpa

Lektion für den ehemaligen Lehrer

Ministerpräsident Kretschmann auf Stippvisite im Landkreis Esslingen

Neuland hat der Ministerpräsident wahrlich nicht betreten, als er vergangene Woche eine Tour durch den Landkreis Esslingen machte. Schließlich ist der Nürtinger sein Wahlkreis, hat Winfried Kretschmann in Echterdingen eine Zeit lang gewohnt und in Esslingen gearbeitet. Und doch gab er sich wissbegierig, teils überrascht, auch leutselig. Dabei fühlten ihm hiesige Bürgermeister im Kreistag und Bürger beim Empfang in Wendlingen auf den Zahn. Neben Forderungen und Tadel bekam der erste grüne Landeschef in Deutschland auch Lob zu hören – und einige harmonische Töne aus Blechblasinstrumenten.

Das Früher, Morgen und Heute verband Kretschmann beim Besuch der Deizisauer Gemeinschaftsschule. Dort nahm sich der ehemalige Gymnasiallehrer mehr Zeit, als es der Terminplan vorgesehen hatte. Man hatte das Gefühl, als wolle er sich von Schülern und Lehrkräften vom Sinn des bildungspolitischen Prestigeprojekts der Landesregierung überzeugen lassen. Im zweiten Jahr wird in Deizisau die Gemeinschaftsschule gepflegt, bei 66 Schülern mittlerweile dreizügig. Einige der Schüler wurden zu „Fortbildungsexperten“ erklärt, die dem prominenten Gast das Lerntagebuch, individuelle Lernzeiten und Lernentwicklungsgespräche erläuterten. Die Vermittelnden legten ihre Nervosität schnell ab, der wieder die Schulbank drückende Ministerpräsident hörte aufmerksam zu, fragte interessiert nach. „Das habt ihr sehr gut gemacht. Wenn ich immer so geführt werden würde, würde ich die Welt besser verstehen“, lobte Kretschmann abschließend.

Im Kreis der Pädagogen wurde der einstige Kollege, der nach eigener Aussage seine schönste Zeit als Lehrer in den 80er-Jahren am Esslinger Theodor-Heuss-Gymnasium verbracht hatte, schon mal mit seinem vermeintlichen alten Lehrerdenken konfrontiert. Etwa wenn er bei der wegfallenden Notengebung nach der womöglich fehlenden Klarheit der Leistungseinstufung fragte. Oder er sich bei der „Kon­trolle“ von Erreichtem auf die Formulierung „Reflexion“ korrigieren ließ. Immer wieder fragte er nach, ob das Dargelegte denn auch von den Eltern verstanden werde. Der Kontakt zu den Vätern und Müttern sei sehr eng, bekam er dann zu hören. Am Ende nahm Kretschmann auch die Begeisterung der Lehrerinnen und Lehrer für die neue Schulform mit. Denn die Gemeinschaftsschule werde den Schülern sehr individuell gerecht, hieß es. Als die Sprache noch auf die mit dem Leistungspaket verbundene Mehrarbeit der Lehrer und die Bitte nach deren Vergütung kam, verwies Kretschmann auf politische Zwänge und versuchte sich als Motivator: „Sie müssen sich als Pioniere fühlen, wie ich als grüner Ministerpräsident.“

Zu Beginn der Stippvisite wurde Kretschmann von Landrat, Rathauschefs und Kreisräten auf den Zahn gefühlt. Wobei bei der Diskussion im Kreistag durchaus auch Gemeinsamkeiten festzustellen waren. So empfing Landrat Heinz Eininger „unseren Ministerpräsidenten in seinem Landkreis“. Und der erinnerte an seine Kreisratzeiten, als er „vor 30 Jahren ganz außen links saß“ und dem „strengen Regiment von Landrat Braun“ gehorchen musste. Und der Eininger-Brief vom vergangenen Jahr, in dem der einen Aufnahmestopp von Flüchtlingen zumindest andeutete? „Ich bin nicht nachtragend“, sagt Kretschmann. Überhaupt: Die riesige Herausforderung der Flüchtlingswelle lasse sich nur gemeinsam bewältigen. Neben der Bereitstellung von Wohnraum – Plochingens Bürgermeister Frank Buß forderte in diesem Zusammenhang Erleichterungen etwa bei Lärmschutzvorgaben – müsse die Bearbeitungszeit von Asylanträgen auf unter drei Monate gedrückt werden, betonte Kretschmann. Dann müssten die Flüchtlinge mit abgelehnten Asylanträgen – etwa die, die derzeit in großer Zahl vom Balkan kommen – von den Erstaufnahmestellen nicht an die Kommunen weiterverwiesen werden. Und alle Versammelten waren sich einig, dass die Pflanze der großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung weiter gepflegt werden müsse.

Auch beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs wurde in die gleiche Kerbe geschlagen: Ein Verkehrsinfarkt müsse nicht zuletzt mit Blick auf die Wirtschaft verhindert werden. So war vom „Lückenschluss“ mit Expressbuslinien die Rede. Und dass im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz dringend Regelungen über das Jahr 2019 hinaus gefunden werden müssen, damit die geplanten Verlängerungen der S 2 nach Neuhausen und der U 6 bis zur Messe nicht noch scheiterten.

Zwischen Kreistag und Gemeinschaftsschule hatte der Ministerpräsident noch einen Halt im Institut für Textil- und Faserforschung in Denkendorf eingelegt. Dieses nannte er ein leuchtendes Beispiel für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Baden-Württemberg, den es zu bewahren und auszubauen gelte.

Am Abend hatte das Landratsamt dann im Wendlinger Treffpunkt Stadtmitte zum Bürgerempfang mit dem Ministerpräsidenten geladen, ins „geografische Zentrum des Landkreises“, wie Eininger betonte. Dort fand Kretschmann ein durchaus gewogenes Publikum, Blech- und Saxofonensemble des Kreisjugend­blasorchesters sorgten für die musikalische Unterhaltung. Die Sued­link-Stromtrasse, ein ÖPNV-Ringschluss, der Fachkräftemangel, die Asylverfahren beschäftigten die Bürger, ehe sich Kretschmann unter die Leute mischte. Schmeichelnd verließ er die Stätte, bei deren Bereisung er sich bester Ortskenntnisse bediente: „Der Landkreis Esslingen ist ein ganz wichtiger in unserem Land.“       ch / Foto: bul

Abgestimmt

In Berlin ist ein ungeimpftes Kleinkind an Masern gestorben.
Die Bundesregierung erwägt eine Impfpflicht. Die Opposition
lehnt das ab. Was sagen Sie: Ist eine Impfpflicht das richtige Mittel?

Foto: dpa

Impfpflicht einführen?

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