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Bauen & Wohnen

Erschienen am 26.06.2014

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Erschienen am: 26.09.2013

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Höchste Priorität

Planung für neuen A 8-Albaufstieg wieder aufgenommen– Beifall aus Kommunen

Kurz vor dem Abschluss, im Jahr 2005, hatte der Bund das Planfeststellungsverfahren gestoppt: Die Hoffnungen auf einen neuen Albaufstieg der A 8 zwischen Gruibingen und Hohenstadt schwanden. Nun hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) das Land gebeten, die Planung zu Ende zu führen. „Die Aufforderung nehmen wir gerne an“, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). „Ich freue mich, dass er unserer mehrfachen Bitte nachkommt und zur A 8 eine Entscheidung gefällt hat.“

Erste Planungen dazu gab es in den 1970er-Jahren, eine privat finanzierte Strecke sollte mautpflichtig sein, die alte Strecke kostenlose Umfahrung. Doch es fand sich kein Konzessionär. „Die jahrelangen Untersuchungen einer öffentlich-privaten Finanzierung haben zu keinem Ergebnis geführt“, befand Hermann. Deshalb solle der Bund das Vorhaben finanzieren. Die Strecke ist 8,3 Kilometer lang, soll mit zwei Tunneln und zwei Brücken die bisherigen geteilten Trassen ersetzen und kostet rund 500 Millionen Euro. Hermann erwartet das Planungsende bis 2017, den Baubeginn für 2018. „Wir werden alles tun, um das Projekt zu beschleunigen.“ Die bisherige Trasse wird auf Wunsch des Bundes Teil der Planung.

„Die Finanzierung ist vom Bund noch nicht entschieden“, räumt Nadine Hilber von der Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart ein. Doch sie versichert: „Die Planung besitzt bei uns höchste Priorität.“ Zunächst müssten die Verkehrsuntersuchung und der Artenschutz aktualisiert werden. Ersteres wurde bereits beauftragt.

Die umliegenden Gemeinden hören es mit Freude. „Durch die Beseitigung des zweispurigen Nadelöhrs ohne Standspur würden deutlich weniger Staus entstehen“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Umleitungen würden seltener, die Anwohner der Hauptstraßen entlastet, die Stadt werde noch attraktiver. Züfle hofft, „dass sich Bund und Land jetzt nicht gegenseitig den schwarzen Peter bezüglich der Finanzierung zuschieben“. Beide müssten Hand in Hand dafür sorgen, „dass diese Verkehrsachse endlich dem 21. Jahrhundert entsprechend ausgebaut wird“.

„Die geplagten Autofahrer und Unternehmen müssten Hurra schreien“, sagt Roland Schweikert, Bürgermeister von Gruibingen. „Doch die Jubelschreie heben wir uns mal auf, bis tatsächlich die Finanzierung gesichert ist und wir dem Spatenstich zusehen.“ Das Land müsse die Planungsmittel schnellstens freigeben. „Was wir noch brauchen, sind Menschen auf allen Ebenen, die dieses Projekt zu ihrer Sache machen und dafür kämpfen.“  Pd/Foto: dpa

Spiel, Satz und Mord

Kommissar Blickle ermittelt beim Tennisclub Esslingen und erwägt ein Comeback auf dem roten Sand

Es war ein heller Morgen Ende August, als Tennistrainer Steffen Herm sein Auto auf dem noch leeren Parkplatz vor dem Tennisclub Esslingen abstellte. Er unterrichtete gerne in den frühen Morgenstunden, die Ruhe, das Grün des Waldes, der rote Sand der Plätze, das Vogelgezwitscher. Der Cheftrainer des Tennisclubs trabte gedankenverloren den Weg entlang der Plätze und dachte gut gelaunt an die kommende Woche, für die er mit Gordon Motzkus einen Sport- und Freizeittag am TCE geplant hatte. Motzkus organisierte Segway-Fahrten, die Roller, die durch Gewichtsverlagerung fuhren. Pfeifend betrat er die Herrenumkleide – und prallte zurück. Dort lag ein Mann. Und der war mausetot, das sah Herm an der breiten Lache Blut um den Kopf. Daneben lag ein Tennisschläger, ebenfalls mit Blut verschmiert. Herm schluckte, ließ seine Tennistasche zu Boden gleiten und nestelte nach seinem Handy.

Bereits kurze Zeit darauf quietschten  Reifen und blaues Licht blitzte auf dem sonst so ruhigen Platz an der Römerstraße. Die Spurensicherung war bereits eingetroffen und aus einem Wagen schälte sich Kommissar Horst Blickle, ganz offensichtlich noch nicht richtig wach. Umso fideler wirkte hingegen Kriminalassistentin Bettina Schnell, die behände aus dem Auto sprang und flott auf den Tatort zuhielt. Als Blickle dort ankam – er war morgens immer sehr langsam – wusste Schnell schon das Wesentliche. „Chef, der Tote wurde mit einem Tennisschläger erschlagen, hinterrücks“, unterrichtete sie ihn. Und laut Polizeiarzt Hades war die Tat in der Nacht begangen worden. Der Tote war noch nicht identifiziert. Blickle kniete und besah ihn sich genauer: Er war etwa fünfzig Jahre, wirkte trotz seiner Leichenblässe gesund und durchtrainiert. Die Mordwaffe lag neben der Leiche: Ein Tennisschläger, ein Allerweltsmodell, wie ihn jeder benutzen konnte, soweit
Blickle sah. Aber wer war der Mann? Und wen hatte er so gegen sich aufgebracht? Fragen ohne Antworten.

Blickle stand auf und wanderte etwas ziellos herum und besah sich die Anlage des Tennisclubs. Zwölf Plätze, ein Clubhaus mit großer Terrasse und eine Halle mit zwei Plätzen, die, wie er erstaunt feststellte, einen Sandboden hatten und nicht, wie er das kannte, einen Teppichboden. Auf diesem Hallenboden konnte man ja mit Outdoor-Schuhen spielen. Blickle überlegte, ob er mal wieder versuchen sollte, den Schläger zu schwingen? Am besten in der Halle, verborgen vor den Blicken anderer.

Jäh wurde er aus seinen überhaupt nicht kriminalrelevanten Betrachtungen gerissen, als Bettina Schnell ihn ansprach. Neben ihr stand Clubwirt Michele Castellana. „Chef, Chef“, sag­te sie eindringlich, denn sie sah, dass Blickle immer noch träumte. „Sie sollten sich mit Signor Castellana unterhalten.“ Michele Castellana, der Wirt des TCE-Restaurants La Famiglia, reichte dem Kommissar erst einmal  eine Tasse Cappuccino von einem Tablett. „Herr Kommissar, ich kenne den Mann“, sagte Castellana und deutete auf den Toten.

Der Mann hieß Rainer Krause und war erst kürzlich in den Club eingetreten. Seitdem hatte er sich schon etliche Feinde gemacht: Aus der Mannschaft Herren 50 war er rausgeflogen, weil er sich vor allem bei Auswärtsspielen unmöglich aufgeführt hatte, die Gegner beschimpft und um Punkte betrogen hatte. Überdies hatte er alle seine Matches verloren. Es soll heftige Auseinandersetzungen bis zu Handgreiflichkeiten in der Mannschaft gegeben haben.

Im Jugendtraining wiederum hatte er Eltern verärgert, wie Trainer Herm berichtete, weil er seine zehnjährigen Zwillinge für die Nachfolger von Nadal und Federer hielt. Besonders mit Peter Saar, dem Vater des sehr talentierten Nico, war er immer wieder aneinandergeraten. Krause fürchtete den Elfjährigen wohl als Konkurrenz zu seinen Zwillingen. Bei Matches von Nico brachte er den Jungen aus dem Rhythmus, bis dieser verlor. Nachdem dies öfter geschehen war, hatte der Junge wertvolle Punkte verloren, war in der Rangliste abgerutscht und aus dem Kadertraining geflogen.

Schließlich gab es da noch TCE-Mitglied Hans Sachse, den Krause, der als Anlagenberater arbeitete, so nachhaltig „beraten“ hatte, dass dieser nun ruiniert war. Das wusste Gordon Motzkus zu berichten, der gerade seine Fahrzeuge auf der TCE-Anlage für den geplanten Sport- und Freizeittag aufbauen wollte. Etliche Personen mit Motiven, dem Krause eins überzubraten, dachte sich Blickle, während Bettina Schnell das Handy am Ohr hatte, um die Einzelverhöre zu organisieren. Kurz darauf saßen sie da: Karsten Rhein, der Mannschaftsführer der Herren 50, Hans Sachs, der um sein Geld Erleichterte, und Peter Saar, der Vater von Nico. Von Castellana hatte Blickle erfahren, dass alle drei am Abend zuvor im Clubhaus waren. Sonst sei wenig los gewesen, denn es hatte geregnet.

„Ich habe mit Krause noch mal über die Finanzen geredet, wollte an seine Verantwortung appellieren, er hat nur gelacht“, sagte Sachse. „Klar, ich hasse den Kerl, aber ermordet habe ich ihn nicht.“ Wo das Gespräch stattgefunden hatte, wollte Blickle wissen. „Vor der Eingangstür“, so Sachse. „Ich wollte keine Zeugen für das Gespräch.“ Peter Saar zeigte sich milder gestimmt. „Ich habe von Vater zu Vater mit dem Mann geredet“, sagte Saar. „Krause hat mir zugesagt, meinen Nico in Ruhe zu lassen. Und ein Mord, Herr Kommissar, unmöglich.“ Das Gespräch habe in der Umkleide stattgefunden, sagte Saar. Denn er habe wegen des Regens in der Halle spielen wollen und daher seine Hallenschuhe anziehen müssen.

Karsten Rhein war immer noch wütend: „Er hat mir schon wieder Prügel angedroht, wenn ich ihn nicht mehr aufstelle. Ein schrecklicher Mensch, aber ermordet habe ich ihn nicht.“ Wo er ihn getroffen habe, wollte Blickle wissen: „In der Umkleide, dort hatte ich meinen Schläger vergessen“, sagte er zögerlich. Blickle blickte noch unschlüssig, als ihm seine Kollegin Schnell den Ellenbogen in die Seite rammte. „Chef, da lügt doch einer“, raunte sie. Da machte es endlich auch bei Blickle klick, und klick machten die Handschellen. Bei wem? Und warum?                     Text: bob/Foto: bul

 

Senden Sie die Antworten auf die Fragen an marketing@ihr-wochenblatt-echo.de bis Montag, 1. September. Unter den richtigen Einsendungen losen wir fünf Personen aus, die mit je einer Begleitperson am Sonntag, 7. September, ab 10 Uhr, einen Sport- und Freizeittag mit Tennis bei der Tennisschule Steffen Herm, Segway-Fahrten bei Gordon Motzkus und einem italienischen Büfett vom Ristorante La Famiglia beim Tennisclub Esslingen besuchen.

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„Es geht aufwärts“

VfB-Fanclubs sind verhalten optimistisch – Hoffnung liegt auf dem Trainer


Die Fans des VfB Stuttgart wurden in der vergangenen Saison auf eine harte Probe gestellt. Spiel um Spiel verlor der Fußball-Bundesligist, der Abstieg drohte, nur mit viel Glück reichte es am Ende der Spielzeit mit dem 15. Tabellenplatz zum Klassenverbleib. Vor der neuen Saison herrscht in den Fanclubs in der Region daher keine Euphorie, doch die Blicke richten sich nach vorn.

„Die letzte Saison hat richtig Nerven gekostet, wir haben Glück gehabt, dass ein paar andere noch schlechter waren als wir“, sagt Rolf Wicker vom VfB-Fanclub Teckschwoba in Notzingen-Wellingen. Er erzählt, dass etliche Anhänger aus dem Club und seinem Umkreis enttäuscht und sauer seien. „Einige Leute haben mir gesagt, dass sie sich dieses Gekicke nicht mehr anschauen“, berichtet Wicker und erzählt, dass er zum Saisonstart im vergangenen Jahr noch elf Dauerkarten für den 29 Mitglieder starken Club bestellt habe. „Dieses Jahr sind es gerade mal drei.“ Dennoch gebe es keinen Grund, Trübsal zu blasen. „Es geht aufwärts, ich bin da optimistisch“, sagt Wicker.

Auch Michael Ulmer vom Fanclub Bauze-Schwoba Neuhausen möchte nach vorne schauen. „Das Abschneiden in der letzten Saison steckt noch in den Knochen, jedoch kann es eigentlich nur noch besser werden“, sagt er. Wie Ulmer blicken auch die Vertreter anderer Fanclubs im Landkreis Esslingen verhalten optimistisch in die Zukunft. „Euphorisch bin ich nicht gerade, es ist eher ein gedämpfter Optimismus“, sagt Martin Fink vom Fanclub 0711 Denkendorf. Auch Eva Kalmbach, Vorsitzende des Fanclubs Wilde Schwaben, sieht den VfB auf dem Weg der Besserung. „Man muss abwarten, mit einer positiven Grundstimmung“, sagt die Altbacherin.

Dieser Optimismus liegt für die Fans im neuen Trainer des VfB Stuttgart begründet. „Unsere größte Hoffnung liegt auf Armin Veh“, sagt Joachim Schmid, Vorsitzender der Rot-Weißen Schwaben aus Esslingen-Berkheim. Eva Kalmbach sieht das ähnlich. Veh, der den VfB schon einmal trainiert und ihn im Jahr 2007 zur Meisterschaft geführt hat, „weiß auf was er sich einlässt, er kennt die Gegebenheiten und er kann was“, ist sie überzeugt.

Doch auch der beste Trainer nutze nicht viel, wenn der Verein nicht für starke Spieler sorge. „Man muss da noch nachlegen“, forderte Schmid, ehe der VfB den serbischen U 21-Nationalspieler Filip Kostic für sechs Millionen Euro verpflichtete. Trotzdem gibt es Kritik an Sportvorstand Fredi Bobic. „Bobic hat nicht mehr viel Bonus bei uns Fans. Er muss Transfers liefern, die auch funktionieren“, sagt Fink. Kalmbach glaubt gar, „dass der nicht mehr lange tragbar ist“. Ulmer wiederum spricht den Fans aus der Seele: „So eine Saison wie die letzte will in Cannstatt wohl keiner mehr erleben.“     pbs/ Foto: dpa

Liebesgaben für die Schützengräben

Feldpost gibt Zeugnis vom Soldatenleben im Ersten Weltkrieg und vom Leben daheim

In diesem Jahr blickt die Welt auf zwei denkwürdige Ereignisse zurück. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg. In einer Serie widmet sich das Wochenblatt ECHO diesem Thema. Ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Front und Heimat war die sogenannte Feldpost, die im Ersten Weltkrieg eine ungeheure Konjunktur hatte.

In Esslingen läuft die Veranstaltungsreihe „52 x Esslingen und der Erste Weltkrieg“. Das historisch-kulturelle Langzeitprojekt dauert  vier Jahre bis November 2018 und widmet sich in jedem Monat einem anderen Thema aus dem Ersten Weltkrieg. Feldpostbriefe sollen  im November im Fokus stehen.

Feldpostbriefe und -karten sowie Liebesgaben waren Mittel, die Kontakte zwischen dem Soldaten an der Front und den Lieben zu Hause zu halten, was der Wehrmoral des Soldaten zugute kommen sollte. „Es gab zwar die Feldpost schon in früheren Kriegen, aber das Ausmaß der Feldpostbriefe im Ersten Weltkrieg ist ungeheuerlich“, sagt Joachim Halbe­kann, der Leiter des Archivs in Esslingen, das eine große Menge an Feldpostbriefen und -karten beherbergt. „Es müssen Milliarden Briefe gewesen sein, die hin- und hergingen.“ Halbe­kann sieht die Brieflut  auch in der Postkartenkultur begründet, die von 1900 bis etwa 1930 dauerte und um die Kriegsjahre ihren Höhepunkt hatte.

In den Karten und Briefen wurde tatsächlich viel über Banales berichtet. Das alltägliche Leben war Thema: die Kinder, der Großvater,  das Vieh und das Wetter. Auch der Soldat sollte sich allgemein und unverbindlich halten, denn die Zensur  unterband Kritisches und Negatives. Für Halbekann sind es oft diese Allgemeinplätze, die nur erahnen lassen, welchem Grauen die Männer im Krieg ausgesetzt waren. Der Satz „Hier ist es schon schlimm, mir geht es gut, ich hoffe, bald zu Hause zu sein“ überlasse dem Leser, sich das Schlimme vorzustellen. Noch ein anderes „Grauen“ verdeutlichen die Briefe. „Für die Soldaten gab es Phasen schrecklicher Langeweile“, sagt Halbekann. „Nutzlos rumhängen, ein paar sinnlose Übungen zu machen und sich mit Läusen und Ratten abzuplagen, bis ein Inferno über einem hereinbricht, macht einen Menschen kaputt.“ Für Halbekann ist das „die andere Seite  des Horrors.“

Als am 1. August 1914 der Krieg begonnen hatte, fingen Vereine – allen voran das Rote Kreuz – unmittelbar an, Sammelaktionen für die Soldaten zu organisieren und Sammelstellen einzurichten.

Mädchen und Frauen strickten Socken und Pulswärmer. In den Zeitungen wurde immer wieder zum Einsammeln von Wollresten aufgerufen. Während es sich bei den sogenannten Liebesgaben für die Frontsoldaten anfangs meist um Strickwaren handelte, gingen in der Folge auch andere Dinge auf die Reise: Zigarren, Zigaretten, Tabak, Pfeifen, Tabaksbeutel, Feuerzeuge und andere Dinge des täglichen Gebrauchs. Schüler verpackten die Sachen.

Die Liebesgaben waren ein Markt. Der Einzelhandel hatte sich in kürzester Zeit auf den Krieg eingestellt. Dazu wurden die Produkte oftmals gleich mit einer entsprechenden Feldpostverpackung angeboten. Textilhändler verkauften Feldposthemden, schon fertig verpackt. Beim Tabakwarenhändler gab es die Zigaretten im Päckchen und in der Süßwarenhandlung waren Schokolade, Cognac-Pralinen und die Pfefferminzpastillen schon zusammengestellt und versandfertig verpackt.

Das Engagement der Kinder und Jugendlichen beim Stricken und Einpacken ließ aber im Laufe des Kriegs nach. Das hatte auch seinen Grund darin, dass es den Menschen zu Hause selbst an vielem fehlte. Auch das Militär hatte im Lauf der Kriegsjahre andere Sorgen, als Briefe und Päckchen zu transportieren. Ende 1917 forderte die Obere Heeresleitung sogar die Schulen auf, wegen mangelnder Transportkapazitäten auf den Versand von Weihnachtspaketen zu verzichten. Es sollten vielmehr Geldspenden zur Verfügung gestellt werden, mit denen das Militär preiswert einkaufen und die Güter den Soldaten pünktlich zu Weihnachten zustellen könne.

Mit der Feldpost, die es seit dem 18. Jahrhundert bis heute als militärische Einrichtung gibt, haben nachfolgende Generationen ein Zeitzeugnis in der Hand. Es sind Informationen und Stimmungen aus erster Hand.

Rudolf Stützel aus Oberesslingen hatte darüber hinaus noch ein weiteres Anliegen. Als 17-Jähriger in den Zweiten Weltkrieg gezogen, hat er vor neun Jahren seine gesammelten Briefe in einem Buch verarbeitet. Stützel war fünf Jahre im Krieg, war bei der Belagerung von Leningrad dabei und wurde achtmal verwundet. „Es sind Bücher eines einfachen Soldaten“ schreibt er in seinem Vorwort. „Briefe eines blutjungen Menschen mit den Worten, Gefühlen und Gedanken der Jugend.“ Stützel, der im vergangenen Jahr gestorben ist, ging es darum, die „Wahrheit zu schreiben“ – und um eine Mahnung an die Jugend. „Auf dass es nie wieder geschehe.“            bob/Foto:  dpa

 

Info: „Feldpost. Briefe und Auszeichnungen eines 17-Jährigen von 1940 bis 1945“, 2005 Timon Verlag, ISBN: 3 938335033.

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Feuerwerker-Wettstreit

„Flammende Sterne“ im Scharnhauser Park vom 15. bis 17. August

Im Scharnhauser Park werden von Freitag bis Sonntag, 15. bis 17. August, wieder die Feuerwerker zündeln. Zum zwölften Mal werden die „Flammenden Sterne“ ausgetragen. Während dieses Mal Pyrotechniker aus Dubai, Costa Rica und Deutschland im Wettbewerb konkurrieren, haben die Organisatoren in manchem Bereich nachgebessert. Insgesamt bleibt es aber beim bewährten Konzept, das zuletzt 50 000 Besucher an den drei Tagen auf das ehemalige Gartenschaugelände gelockt hat.

„Weltklasse-Feuerwerke, ein bezauberndes Gelände und eine feu­erwerksverrückte Region“, fasst Veranstalter Jürgen Wünsche, Geschäftsführer der Event- und Festivalmanagement GmbH (EFM), die Erfolgsformel der Veranstaltung zusammen. Mittlerweile habe das Festival in der Feuerwerker-Szene einen solchen Ruf erworben, dass es kein Problem sei, hochkarätige Starter zu verpflichten, sagt Cheffeuerwerker Joachim Berner. „Pains Fireworks LLC Dubai“ versprechen zum Auftakt am Freitag „An Arabian Adventure“, Berner erkennt dabei „viel Bewegung im Feuerwerk“. Der Cheffeuerwerker übernimmt auch die Vorbereitungen für die anreisenden Pyrotechniker, für „Fuegos Artificiales Internationales“ aus Costa Rica am Samstag benötigt der Stuttgarter „die doppelte Zeit wie für Dubai“. Die Show „Pura Vida“ stehe für die Lebensfreude der Mittelamerikaner. Der zweifache Pyrotechnik-Weltmeister Berner wird mit seiner Mannschaft das Festival am Sonntag mit einer Romantik-Show zu Musik von Klassik bis Rock beschließen. „Das wird recht spannend“, blickt der Cheffeuerwerker auf den Juryentscheid Sonntagnacht voraus. Und Berner kündigt auch an: „50 Prozent der Feuerwerke werden von außen nicht zu sehen sein.“

Mit einem in Auftrag gegebenen Sicherheitskonzept wollte EFM etwaigen Nachbesserungsbedarf erkennen. Ergebnis: Viel wurde richtig gemacht, manches nachjustiert. So wurde das Festivalgelände um 15 Meter nach Süden vergrößert und eine weitere Fluchtwegachse eingeplant. Mit einem zusätzlichen Feld bei Nellingen wird die Parkplatzfläche um 20 Prozent erweitert, den Verkehrsabfluss nach den Feuerwerken versucht man zu verbessern. Die Veranstalter raten sowieso zur Anreise mit Bus und Bahn. Auch dort wurde nachgebessert: Die langen Stadtbahnzüge der SSB fahren direkt nach den Feuerwerken im Fünf- oder Siebeneinhalb-Minuten-Takt ab.

Im Rahmenprogramm wird sich erstmals ein Riesenrad drehen, ansonsten werden die Besucher mit Lasershow, Kunsthandwerkermarkt, Livemusik, dem Glühen und Starten von Heißluftballons, Kinderprogramm und von Artisten auf die Feuerwerke eingestimmt.         ch / Foto: bul

 

Info: Der Start der Feuerwerke wurde auf 22.15 Uhr vorverlegt. Einlass ist Freitag und Samstag ab 18 Uhr, Sonntag ab 16 Uhr. Tickets kosten an der Abendkasse 16 Euro (ermäßigt 6 Euro), Dauerkarten zu 32/12 Euro, Sitzplatzkarten 29 Euro, Familientickets 34 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.

Ausstellungen wider das Vergessen

In der Region wird an historische Fakten und persönliche Schicksale zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erinnert

Das Gedenken an zwei historische Ereignisse prägt das Jahr 2014. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, der 17 Millionen Menschen das Leben kostete und in seiner Grausamkeit nur noch von dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren seinen Anfang nahm, überboten wurde. Institutionen und Kulturschaffende der Region nahmen die geschichtsträchtigen Ereignisse zum Anlass, um Ausstellungen oder Veranstaltungen zu konzipieren, um die Bilder von einst vor dem Verblassen zu bewahren. Das ECHO hat sich in den regionalen Ausstellungen zum Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg“ umgesehen.

„Kriegsbegeisterung, Propaganda und Fronterlebnis“, „Das Leben an der Heimatfront“ und die „Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs“ sind die Leitthemen der Wanderausstellung, die von der Landeszentrale für politische Bildung ins Leben gerufen wurde. Der Fokus richtet sich dabei auf den Alltag der Menschen, insbesondere auf die Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Die Ausstellung kann von Kommunen, Schulen, Bildungseinrichtungen, Behörden oder Gedenkstätten gegen eine geringe Gebühr ausgeliehen werden. Bis 4. September ist sie in Oberkochen zu sehen, macht im Anschluss in Filderstadt Station und kommt im Januar an die Volkshochschule nach Esslingen (mehr: www.lpb-bw.de/ausstellung_ersterweltkrieg.html).

Das Freilichtmuseum in Beuren widmet sich im Rahmen seines Jahresthemas „Krieg & Frieden“ den beiden Weltkriegen. Am 31. August, 11 Uhr, stellt der Tübinger Kultur- und Medienwissenschaftler Ulrich Hägele Bilder des Reutlinger Fotografen Walter Kleinfeldt (1899 bis 1945) vor. Mit einer einfachen Plattenkamera hielt er fest, was er an der nordfranzösischen Front erlebte: Zerstörung, Tote und Verwundete, Soldaten im Graben. Hägele stellt mittels Briefen und Tagebuchaufzeichnungen auch Bezüge zu den Ereignissen her.

„Zwischen Front und Heimat – der Erste Weltkrieg in Filderstadt“ heißt die Exposition, die im Filderstadt-Museum ab dem 12. September zu sehen ist. Ausgestellt werden Gegenstände, die einen Eindruck vermitteln, wie das Leben der Menschen von den kriegerischen Ereignissen in Mitleidenschaft gezogen wurde: Feldpostbriefe, Feldpostkarten, Fotos, Kriegskochbücher oder Lebensmittelkarten und sonstige persönliche Gegenstände mit lokalem Bezug.

Ein veritables Langzeitprojekt ging in Esslingen an den Start. „52 x Esslingen und der Erste Weltkrieg“ lautet der Titel der Veranstaltungsreihe, die Stadtarchiv und Stadtmuseum über viereinhalb Jahre lang präsentieren. Die Dauer des Projekts entspricht der tatsächlichen Länge des Ersten Weltkriegs von 52 Monaten. Jeden Monat kommt ein Objekt hinzu. Beleuchtet werden nicht nur militärische Facetten und deren emotionale Nachwirkungen, sondern auch ganz persönliche Betrachtungsweisen. Vorträge, Konzerte, Theater- und Filmaufführungen, Kunstausstellungen und Lesungen ergänzen die Ausstellung.

Die Ausstellung „Fastnacht der Hölle“ im Stuttgarter Haus der Geschichte Baden-Württemberg macht den Ersten Weltkrieg mit allen Sinnen erlebbar. An fünf Stationen können die Besucher Eindrücke nachempfinden, etwa den Geschmack von Militär-Zwieback oder den Gestank im Schützengraben. Originaltöne, Objekte, Filmausschnitte und Fotos erzählen von historischen Ereignissen und  persönlichen Schicksalen, die anrühren und bewegen. Rundgänge, Vorträge, Workshops und Diskussionen vertiefen die Ausstellung, die noch bis 1. März 2015 gezeigt wird (www.krieg-und-sinne.de). Die Dauerausstellung „Weltkriege und Zwischenkriegszeit 1914-1945“ im Haus der Geschichte wurde zudem überarbeitet. Die Abteilung wurde sowohl inhaltlich als auch technisch weiterentwickelt (www.hdgbw.de).                  on / Foto: Haus der Geschichte

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Das tägliche Brot

Tafeln im Kreis brauchen Hilfe: Es fehlt an Mitarbeitern und Geld

Im Landkreis Esslingen sorgen vier Tafeln mit insgesamt acht Ausgabestellen dafür, dass Menschen mit extrem geringen Mitteln Lebensmittel zu günstigen Preisen einkaufen können. Doch die Läden geraten unter Druck, vor allem die Esslinger Tafel. Steigende Nutzerzahlen auf der einen und zurückgehende Unterstützung auf der anderen Seite lassen die Situation kritisch werden. Die Betreiber wünschen sich eine Kostenentlastung sowie weitere Mitarbeiter.

Die Tafeln im Kreis werden vom Kreisdiakonieverband Esslingen, von der Caritas Region Fils-Neckar-Alb, dem Deutschen Roten Kreuz sowie verschiedenen Kooperationspartnern betrieben. Die Tafel in Filderstadt war die erste im Landkreis und die zweite im Bundesgebiet. Die Finanzierung läuft überwiegend über Spenden und Sponsoren. Die Ware kommt von Supermärkten, Discountern, Höfen und Bäckereien. Über Kirchenkollekten und andere Spendenaktionen wird Geld gesammelt. „Es gibt keine gesicherte Finanzierung“, sagt Eberhard Haußmann, der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands. 3000 Menschen, die ihre Bedürftigkeit zum Einkauf nachweisen müssen, besuchen täglich die Tafeln im Kreis. Sie kaufen dort Grundnahrungsmittel wie Brot, Obst, Gemüse, Konserven und Milchprodukte zu geringem Preis. Haußmann geht davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird. Er verweist auf die 1900 Flüchtlinge, die der Kreis in Kürze aufnehmen wird.

Er und seine Kollegen von den Tafeln im Kreis beklagen die hohen Kosten, die auf den Einrichtungen lasten: beispielsweise bei der Entsorgung des Mülls, der zuhauf entsteht. Das Wegschaffen von Bio- und Restmüll kostet die Tafeln im Jahr rund 13 000 Euro.  Das hat Folgen. „Alle Tafeln sind defizitär“, sagt Haußmann. Außerdem fehlen ständige Mitarbeiter. „Um eine Tafel effektiv zu betreiben, brauchen wir etwa 60 Ehrenamtliche“, schildert Tanja Herbrik. Sie leitet die Fildertafel und arbeitet mit 30 Ehrenamtlichen. Herbrik und ihre zwölf hauptamtlichen Kollegen wünschen sich feste Mitarbeiter, die nach einer Anleitung regelmäßig und verbindlich eingesetzt werden können. Die Bereitschaft und die zeitliche Disposition von Ehrenamtlichen seien da oft nicht ausreichend. In einer Tafel fallen diverse Arbeiten an, die verbindlich zu erledigen seien: das Abholen der Waren von Supermärkten und Discountern zu einem festgelegten Zeitpunkt, das Aussortieren nicht mehr frischer Ware, das Einräumen und Auspreisen der Ware im Laden und anderes mehr. Nach Ansicht der Tafelbetreiber eignen sich besonders Langzeitarbeitslose zur Mitarbeit. Sogenannte 1,50-Euro-Jobber werden so wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt. 15 Stellen hat das Job-Center für die Tafeln im Kreis bewilligt, besetzt ist keine. „Wir wollen, dass das Job-Center diese Stellen endlich besetzt“, sagt Haußmann.

In Esslingen müssen die Tafelbetreiber mittlerweile über reduzierte Öffnungszeiten nachdenken.    bob