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Aktiva-Messe 17.+18.9.2016

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Ausbildungsbetriebe stellen sich vor

Erschienen am 24.09.2015

Bauen & Wohnen

Erschienen am 07.07.2016

Lebensgefühl-Messe

Am 17.03.2016 von 18-22 Uhr

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Lästige Sticheleien

Mücken profitieren vom feuchtwarmen Wetter – Keine Tigermücken im Kreis
Lästige Sticheleien

Begleiter warmer Sommertage und -abende ist die Stechmücke Culex, die heimischen Schnaken sind zwar lästig, aber nicht weiter gefährlich. Immer wieder Thema ist jetzt eine Mücke mit dem klangvollen Namen Aedes albopictus, die Asiatische Tigermücke. Sie kann Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das Zika-Virus übertragen. Im Landkreis Esslingen gibt es die Mücke noch nicht. Man ist aber vorbereitet.

„Wir können natürlich nicht ausschließen, dass die Tigermücke auch bei uns auftaucht“, sagt Al­brecht Wiedenmann, der als Mediziner beim Gesundheitsamt des Landkreises für Infektionskrankheiten zuständig ist. Der Import aus Asien und Afrika wurde bereits in Heidelberg und bei Freiburg gesichtet. Dort haben die Behörden Bekämpfungsmaßnahmen angeordnet. Diese würden auf Empfehlung des Gesundheitsamts auch in den örtlichen Kommunen vorgenommen, müsste man im Kreis mit der Tigermücke rechnen, erklärt Wiedenmann.

Aedes zählen zu den Überschwemmungsmücken. Die Art Aedes albopictus hat es geschafft, sich in kälteren Breiten zu etablieren. Ihre Eier können monatelange Trockenheit und Kälte überstehen und treten erst wieder in den Entwicklungszyklus ein, sobald sich die Umweltfaktoren um sie herum bessern und sie mit Wasser in Berührung kommen.

Die Mücken kommen als blinde Passagiere über den Süden zu uns. Der Verbreitung nutzt beispielsweise der weltweite Handel mit Gebrauchtreifen. Regenwasser sammelt sich in den offenen, liegenden Reifen, Mückeneier gedeihen dort gut. Krankheiten wie das Dengue-Fieber, das Chikungunya- oder das Zika-Virus können so weitergetragen werden Derzeit bleibt das für den Kreis Esslingen im Bereich der Theorie: Denn um Erreger zu übertragen, muss die Mücke selbst Virenträger sein. Das ist sie nicht per se, wie Wiedenmann erklärt. Sie werde es erst dann, wenn sie Kontakt mit Menschen hat, die am Virus erkrankt sind. Erst dann könne sich das Virus in der Mückenpopulation festsetzen. „Im Kreis sind wir also zwei Schritte von diesem Szenario entfernt“, bilanziert der Mediziner. „Die bisher im Kreis registrierten Gelb-, Dengue- und Chikungunya-Fieberfälle sind alle aus dem Ausland eingeschleppt worden, zum andern fehlt hier die Mücke als Vektor, als Weiterträger.“

Stehendes Wasser ist die ideale Brutstätte für alle Mücken. So sollten Regentonnen abgedeckt, verstopfte Dachrinnen gereinigt und unbenutzte Friedhofsvasen und Untersetzer geleert werden. Und dann gibt es noch Tabletten, die ins Wasser gegeben, Mückenlarven vernichten.

Wer beim Mückenmonitoring Deutschland mithelfen will, kann dies beim „Mückenatlas“ tun: Mücken fangen und in einem Röhrchen geparkt ans Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg schicken.             bob

Info: www.mueckenatlas.de, der Atlas gibt auch Aufschluss über Funde im Landkreis Esslingen.

Foto: dpa

 

Wo sich das Groppenbaby wohlfühlt

Neue Broschüre über Gewässergüte im Landkreis: Drei Viertel aller Flüsse sind in gutem Zustand – 29 Lernorte eingerichtet
Wo sich das Groppenbaby wohlfühlt

Wie sauber sind unsere Gewässer? Welche Lebensformen tummeln sich im Wasser? Wo muss die Wasserqualität verbessert werden? Eine neue Broschüre unter dem Titel „GewässErLeben“ hat kürzlich das Landratsamt Esslingen herausgegeben. Grundlage bildet die erste derartige Untersuchung seit 20 Jahren. Das Ergebnis fällt positiv aus: Bis auf wenige Ausnahmen hat sich die Gewässerqualität verbessert. Mit der Broschüre stellt das Landratsamt auch 29 Lernorte für Schulkinder im Landkreis vor.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen an Flüssen und Bächen durchgeführt und erhebliche Mittel für eine noch effizientere Abwasserbehandlung aufgewendet. Auf die Qualität der Bäche und Flüsse haben sich diese Maßnahmen positiv ausgewirkt. Im Jahr 2015 sind mit Geld der Kommunen im Kreis, aus Mitteln der Glücksspirale sowie vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg umfangreiche Untersuchungen an Flüssen und Bächen im Landkreis durchgeführt worden. Insgesamt wurden dazu 175 Stellen in 102 Fließgewässern auf die Makrozoobenthosfauna untersucht. Damit sind die wirbellosen Organismen gemeint, die man auf dem Boden der Gewässer findet.

Wie man solche Untersuchungen durchführt, demonstriert die Landschaftsökologin Sarah Löber von der Agentur Büro am Reichenbach in der Ortsmitte hinter dem Rathaus Reichenbach. Die Wasserexpertin wirbelt Bachwasser auf und lässt es einen Köcher passieren. Darin sammeln sich allerlei Organismen, die sie in eine Weißschale kippt. Es wuselt und lebt: ein Bachflohkrebs, eine Schnecke, Larven von Eintagsfliegen, eine Babygroppe  – die Organismen im Wasser geben einen guten Eindruck von der Qualität des Reichenbachs in der Ortsmitte.

Bei den tatsächlichen Untersuchungen zur Broschüre hat Löber die Wasserproben ins Labor geschickt, wo sie untersucht wurden.

„Das Ergebnis der Gewässergüteuntersuchung 2015 ist, kurz zusammengefasst, positiv: Knapp drei Viertel der jetzt untersuchten  Gewässerabschnitte sind in einem guten oder sehr guten  ökologischen Zustand“, zieht die Erste Landesbeamtin des Landkreises Esslingen, Marion Leuze-Mohr, Bilanz.

Aber es gibt auch„dunkle“ Flecken auf der Gewässerkarte. Vor allem auf den Fildern fließt Wasser, das in einem „mäßigen“ oder „unbefriedigenden“ ökologischen Zustand ist. Industrie und intensive Landwirtschaft sind die Gründe, wenn Gewässer wie die Körsch auf den Fildern, der Humpfenbach in Nürtingen, der Baumbach und der Föllbach als Aich-Zuflüsse, der Bodenbach bei Wernau und der Jauchertbach im Süden von Kirchheim als abschnittsweise „defizitär“ bezeichnet werden. Richtig gut sprudelt es im Reichenbach, an den Gewässern im Siebenmühlental und an der Schaich, ebenso an der Lauter oberhalb von Lenningen, an den Lindach-Zuflüssen am Trauf der Alb und an den Flüssen und Bächen, die auf dem Schurwald im Wald verlaufen.

Die gewonnenen Daten sollen als Entscheidungshilfen für Planungen und wasserrechtliche Entscheidungen dienen: Zum Beispiel um Kläranlagen neu zu bauen oder bestehende auszubauen, um Regenrückhaltebecken anzulegen oder um das Flussufer umzugestalten. Bei der Vorbereitung zur Broschüre sind 29 geeignete Lernorte am Gewässer ausgewiesen worden. Dort könnten nach Vorstellung von Beate Baier vom Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz im Landratsamt Esslingen Schulklassen und andere Gruppen auf eigene Faust das Wasser untersuchen – nach dem Motto „Gewässer erleben“. „Man benötigt noch nicht einmal eine besondere Ausrüstung“, sagt Baier. „Mutters Küchensieb tut es auch.“

Die 29 Lernorte sollten nur mit pädagogischer Begleitung aufgesucht werden. Baier: „Die Broschüre sollte in Erzieherkreisen verbreitet werden.“ Die Orte liegen im gesamten Landkreis, in größeren Orten sind es mehrere. So kann man in Esslingen an zwei Stellen am Hainbach lernen, in Kirchheim gleich an fünf Stellen an der Lauter, der Lindach, am Talbach, am Trinkbach und am Sairbach. Dreimal die Körsch gibt es in Ostfildern zu erkunden, in Nürtingen stehen Tiefenbach und Neckar an. Neben dem Reichenbach kann man in Reichenbach auch am Lützelbach forschen.      bob

Info: Lernorte sowie Broschüre und Gewässerkarte sind unter www.landkreis-esslingen.de/Wasserwirtschaft, Bodenschutz, Gewässerökologie, Gewässergüte abrufbar und herunter zu laden.

Foto: bob

Abgestimmt

Die Fußball-Bundesliga startet in die Saison.
In den vergangenen Jahren haben die Bayern die
Liga fast schon erdrückend dominiert.
Was glauben Sie, werden die Münchner erneut Meister?

Abgestimmt KW 34

Foto: dpa

Wieder die Bayern?

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Feuriger Filderhimmel

„Flammende Sterne“ über Ostfildern: Feuerwerksfestival vom 19. bis 21. August  

Feuriger Filderhimmel

Beim Internationalen Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ in Ostfildern vom 19. bis 21. August wollen die jeweils besten Pyrotechniker der Welt ihr Können unter Beweis stellen. In diesem Jahr wetteifern Chinesen, Tschechen und Portugiesen um die Gunst des Publikums und um das Urteil der Fachjury. Filigranes, Überraschendes und Kreatives wird am Himmel über Ostfildern zu sehen und zu hören sein – das versprechen die Veranstalter vom Event Festival Management (EFM).

Seit 14 Jahren, jeweils im August, ziehen die Feuerwerkerteams in Ostfildern sämtliche Register ihres Könnens. Haben die Leute von EFM zu Beginn noch die Pyroteams nach Ostfildern eingeladen, so bewirbt sich die Feuerwerkerelite nun von sich aus bei Veranstalter Jürgen Wünsche und seinem Team. „Wir gehören mittlerweile zu den bedeutendsten Pyrowettbewerben Europas“, sagt Jürgen Wünsche. Jährlich kommen rund 50 000 Besucher in den Scharnhauser Park.

Aus China wird ein Team von Hefung Fireworks antreten. Die Künstler wollen filigrane asiatische Feuerwerkskunst präsentieren. Aus Tschechien geht erstmals ein Team von Flash Barrandov Ltd. an den Start. Die Firma ist Meister für pyrotechnische Spezialeffekte, vor allem für die Filmindustrie – dieses Spektakel wird für die Zuschauer zweifellos einige Überraschungen bereithalten, verspricht Wünsche.

Der dritte Teilnehmer des diesjährigen Feuerwerk-Wettbewerbs heißt Macedos Pirotecnia und kommt aus Portugal. Ein junges, kreatives Team mit viel Ehrgeiz, heißt es im Programm. Einer der drei wird am Ende den „Flammende-Sterne“-Pokal in Händen halten.

Neben den Musikfeuerwerken erwartet die Besucher von Freitag bis Sonntag ein Rahmenprogramm auf dem Festivalgelände im Scharnhauser Park. Sechs Bands greifen während des dreitägigen Open Airs in die Saiten. Dazu gibt es Heißluftballon-Starts und Ballonglühen, eine Lasershow, Feuerartisten, Tänzer, ein Familienprogramm, den „Flammende Sterne“-Markt, das Riesenrad, Illuminationen und Wasserspiele sowie ein umfangreiches gastronomisches Angebot. Wer nach dem Feuerwerk noch nicht nach Hause will, macht zwischen Cocktailbars und DJ-Tower die Nacht zum Tag.

Das Festival ist über die Jahre auch in der Infrastruktur gewachsen. Angemietete Felder benachbarter Landwirte vergrößern den Platz. Mit dem Erwerb des Ticket ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel möglich. Das verhindere die Staus vergangener Jahre, sagt Wünsche. Ganz auszuräumen seien sie nicht, so der Veranstalter, das liege an den „Schwarzguckern“, die störten den Verkehrsfluss.                 bob/red

Info: Tickets: Tageskarte 13 Euro im Vorverkauf, 16 Euro an der Abendkasse, ermäßigt 5 und 6 Euro, Dauerkarte 32 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 34 Euro (ohne VVS), Sitzplatzticket 25 Euro im Vorverkauf, an der Abendkasse 29 Euro. www.flammende-sterne.de

Foto: mps

Rollende Veteranen

Neuer Modus für Oldtimertreff im Freilichtmuseum Beuren – Unimog im Fokus

Rollende Veteranen

Es ist eines der ganz großen Zugpferde für das Freilichtmuseum Beuren: Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. August, rollen wieder die Veteranen der Automobilgeschichte zum Oldtimer-Treffen ins Museumsdorf.

Mit mehr als 10 000 Besuchern und bis zu 1600 Fahrzeugen hat sich der Event in 20 Jahren zu einem der größten seiner Art in ganz Süddeutschland gemausert. Auch in diesem Jahr erwartet das Museum wieder einen großen Ansturm, wenn am Samstag und Sonntag, jeweils von 9 bis 18 Uhr, Hunderte von Schleppern, Motorrädern, Autos und anderen motorisierten Raritäten im Museumsdorf vorfahren.

Auch die Sonderschau der Unimogs zur 20. Auflage des Treffens soll auf großes Interesse stoßen. Der 1946 entwickelte und erstmals in Schwäbisch Gmünd produzierte Unimog gilt als Alleskönner, nicht nur im Dienst der Landwirtschaft. Am 20. und 21. August werden ankommende Unimogs zur Sonderschau mitsamt Hintergrundinformationen und Vorführungen zusammengestellt.

In regelmäßigen Vorführungen (Samstag ab 14 und 16 Uhr; Sonntag 11, 14 und 16 Uhr) wird die Geländegängigkeit der Fahrzeuge demonstriert. Auf einem Versuchsfeld führen Unimogs mit Anbaugeräten landwirtschaftliche und Holzarbeiten aus. Historische Filmaufnahmen der rollenden Legenden werden sonntags ab 15 Uhr im Haus Öschelbronn vorgeführt. Mit einsitzigen Tret-Unimogs können zudem Kinder ihre Geschicklichkeit auf einem Parcours testen. Die Dimensionen des Oldtimer-Treffens bereiten dem Museum inzwischen aber auch Probleme.

„Das ist eine unserer aufwendigsten Veranstaltungen“, sagt Museumsleiterin Steffi Cornelius. Unzählige Helfer werden für das Wochenende gebraucht. Auch aus Sicherheitsgründen stößt das Museum an die Grenzen des Praktikablen. Vor allem die Situation auf Straßen und Wegen rund ums Museum betrachten die Verantwortlichen zunehmend mit Sorge.

Zusammen mit dem Kulturausschuss des Landkreises haben die Museumsverantwortlichen deshalb beschlossen, den Modus Operandi für das Treffen zu verändern. Künftig wird das Treffen nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Ab 2018 werde die Teilnehmerzahl für das Oldtimer-Treffen zudem begrenzt, sagt Steffi Cornelius. Ohne Voranmeldung wird es dann nicht mehr möglich sein, am Treffen teilzunehmen. Schon für dieses Jahr gilt: Eine Übernachtung auf dem Museumsgelände ist für die Teilnehmer nicht mehr möglich. „Die Rahmenbedingungen dafür sind im Museum einfach nicht gegeben“, bittet die Museumsleiterin um Verständnis für diese Entscheidung.

Die Änderungen sieht Steffi Cornelius auch als Chance: „Das gibt uns Luft für neue Angebote und Projekte“, sagt die Museumschefin. So plant das Museum zum Beispiel, sein Profil als Erlebnis- und Genusszentrum für alte Sorten zu schärfen. Auch für Familien und Kinder möchte sich das Team nachhaltig engagieren. So erwartet die Besucher in den Sommerferien ein vielfältiges Programm mit Sonderführungen und Aktionen in der umgestalteten Pädagogik-Scheuer.           mo

Info: mehr dazu im Netz unter www.freilichtmuseum-beuren.de.

Foto: bul

Hoffnung auf den perfekten Tag

Trotz durchwachsener Saison peilt Manuel Fumic in Rio eine Medaille an

Hoffnung auf den perfekten Tag

Es läuft noch nicht rund für Manuel Fumic in dieser Saison, im Weltcup sind die Spitzenplatzierungen bislang ausgeblieben. „Ich habe nicht die Ergebnisse eingefahren, die ich erwartet habe“, räumt der Kirchheimer ein. Doch der Mountainbikefahrer lässt sich vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nicht Bange machen. Ruhe bewahren, sich konsequent vorbereiten, das sollen Punkte sein, die ihn schließlich in Brasilien an die Spitze des Fahrerfelds spülen. Hilfreich kann auch ein Blick zurück sein: Vor vier Jahren zählte Fumic in London zum erweiterten Favoritenkreis. Zwar sprang am Ende ein respektabler siebter Platz heraus. Doch Fumic hatte mehr erwartet, wollte um die Medaillen mitfahren. Die waren aber ein gutes Stück entfernt. „Ich hatte einfach nicht die Tagesform, um vorne mitzufahren“, sagt der Profi, der im Rennstall des Fahrradherstellers Cannondale sein Auskommen hat. Genau das soll ihm in Rio gelingen, also die Umkehr der London-Erfahrung. Ein perfekter Tag kann nach einer verkorksten Saison ebenso herausspringen wie ein schlechter nach vorangegangenen guten Monaten. „Es zählt jeder Prozentpunkt“, feuert Fumic sich selbst nochmals an.

Der Umtriebige in Sachen Mountainbikesport ist abseits der Piste ruhiger geworden, vor allem die Familie erdet ihn. Der Hochzeit mit Anna vor fünf Jahren folgte die Geburt von Sohn Hugo. Tochter Coco ist heute zwei Jahre alt. Vor vier Jahren ging es für Fumic von Stuttgart wieder zurück in die Kirchheimer Heimat, im Teilort Lindorf gibt es ein Zuhause in beschaulicher Umgebung. „Mit Familie sieht der Alltag anders aus, er ist entschleunigt“, sagt Fumic. Im Kreis der Vertrauten schöpft er, der 200 Tage im Jahr in Sachen Radsport in der ganzen Welt unterwegs ist, die nötige Kraft.

Dass ihn die bislang überschaubaren Saisonergebnisse nicht aus der Ruhe bringen, liegt auch an der gesammelten Erfahrung. 34 Jahre ist Fumic mittlerweile alt, Rio sind seine vierten Spiele. Die Bilanz: Achter in Athen, Rang elf in Peking und eben Siebter in London – und jede Menge Einblicke in den olympischen Trubel. „Erfahrung ist ein sehr entscheidender Faktor“, sagt er. Als junger Athlet werde man von dem „Riesending Olympia geflasht“. Er sei aber sehr gelassen: „Ich weiß, was auf mich zukommt.“

An einer guten Vorbereitung führt trotzdem kein Weg vorbei. Im Winter ging’s für zwei Monate ins Trainingslager nach Südafrika. „Kilometer machen im Süden“, nennt das Fumic. Ansonsten hat er im Vorfeld von Olympia nicht viel verändert, nur einige zusätzliche Rennen standen im Kalender. Und er engagierte wie schon vor vier Jahren einen Mentaltrainer. Denn trotz aller Erfahrung: „Der Druck ist relativ hoch und ich will das Letzte herausholen. Es zählt jedes Detail.“ Ist Fumic mal nicht im Weltcup-Zirkus unterwegs, zieht er seine Trainingsrouten über Schwäbische Alb, Schurwald, nach Stuttgart. „Hier gibt es viele Trainingsgebiete“, sagt er.

Doch in Deutschland, sogar in der Nachbarschaft, erwächst dem Platzhirsch Konkurrenz. Bei den deutschen Meisterschaften Mitte Juli siegte Markus Schulte-Lünzum vor Moritz Milatz. Dritter wurde der Neuffener Christian Pfäffle, nachdem er in der vorletzten Runde Pech mit einem Defekt hatte. Fumic hatte schon zuvor den Kontakt zur Spitzengruppe abreißen lassen müssen. Trotzdem fahren er und Ex-Europameister Milatz zu Olympia. Für die Qualifikation waren vor allem Fumics Top-Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr ausschlaggebend.

Anfang dieses Jahres war Fumic noch Dritter der Weltrangliste, er weiß also, dass er immer noch mithalten kann. Zuletzt holte er sich auch noch mit einem siebten Platz beim Weltcup auf der Olympiastrecke von London etwas Selbstvertrauen – schon wieder Siebter auf dieser Strecke. In Rio soll es mehr sein. Danach wird für den 34-Jährigen die aktive Karriere noch nicht beendet sein. „Ich bin immer noch hoch motiviert“, sagt er. Zwei Jahre will er auf jeden Fall noch weiterfahren. „Ich weiß aber nicht, ob ich noch einmal zu Olympia komme.“

Vor einigen Tagen ist Fumic von Rennen und Training in Kanada nun in Rio angekommen, hat sein Zimmer im olympischen Dorf bezogen. Am letzten Wettkampftag, am 21. August mittags, wird das olympische Mountainbikerennen gestartet. Die Konkurrenz vor allem aus der Schweiz und Frankreich, auch von Olympiasieger Jaroslav Kulhavy aus Tschechien, ist groß. „Das Leistungsniveau ist dieses Jahr wahnsinnig hoch“, sagt Fumic. Der Streckenzuschnitt in Rio ist mit dem in London vergleichbar. „Technisch anspruchsvoll, aber auch defektanfällig“, bilanziert er. Die Taktik? „Wenn die Form stimmt, muss man schauen, vorne dran zu bleiben.“ Vielleicht könne er im Pulk Kraft sparen, um dann die entscheidende Attacke zu fahren. Auch wenn sie nach den bisherigen Saisonergebnissen weit weg scheint, eine Medaille sei das Ziel. „Ich hoffe auf einen guten Tag“, sagt er.        ch

Foto: dpa

Abgestimmt

Burka, Niqab: In Deutschland wird gerade ein Verbot
der Ganzkörperverhüllung von Frauen diskutiert.
Was denken Sie da­rüber? Soll öffentliches Verschleiern
verboten werden? Stimmen Sie ab.

Abgestimmt KW 33

Foto: dpa

Verhüllungsverbot?

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Gelassen und selbstbewusst

Ringer Frank Stäbler zählt als Weltmeister zum Favoritenkreis in Rio – Verletzungen und Erfolge in Vorbereitungsphase

Gelassen und selbstbewusst

Der amtierende Weltmeister gilt bei Olympischen Spielen in aller Regel als Top-Favorit. Das trifft auch auf die 66-Kilogramm-Klasse der Ringer im griechisch-römischen Stil zu. Frank Stäbler aus Musberg erkämpfte sich vergangenen September in Las Vegas den WM-Titel – und er spürt diesen auf dem Favoriten lastenden Druck. Doch den wischt er mit einer erfrischenden Leichtigkeit weg. „Mein Ziel ist es, zu 100 Prozent in Topform aufzulaufen und alles abzurufen – dann ist vieles möglich“, sagt der 27-Jährige mit dem für ihn so charakteristischen Lachen. Auch wenn die Vorbereitung unter dem Einfluss von Verletzungen und Krankheit stand, war Stäblers Traum von einer Olympiamedaille noch nie so realistisch wie in diesen Tagen. Rio sind seine zweiten Spiele und sie sollen die Krönung einer bereits jetzt ausgesprochen erfolgreichen Karriere sein.

Musberg ist für Stäbler Trainings- und Rückzugsort zugleich, im vertrauten Umfeld von Familie und Freunden schöpft er Kraft. Mit Trainer Andreas Stäbler – nicht verwandt und nicht verschwägert – arbeitet er seit zwölf Jahren zusammen. Zuletzt wurde diese Arbeit intensiviert. In den Wochen vor Rio ist Stäbler von seinem Arbeitgeber freigestellt worden, täglich sechs Stunden wurde in der nicht klimatisierten Musberger Ringerhalle geschuftet. Unruhe und Stress sind ihm gerade in der Vorbereitung auf große Turniere ein Gräuel. Daher hat er im Vorfeld zwei Konfliktherde zumindest abkühlen lassen. In der langjährigen Fehde zwischen der Ringerabteilung des TSV Musberg und dem Hauptverein mit dem Vorsitzenden Joachim Beckmann herrscht eine Art Burgfrieden. „Die Lage hat sich extrem gebessert“, sagt Stäbler. Und dann gab es den Fall Nendingen. Der ASV hat Ende Januar mit Stäbler zum dritten Mal in Folge die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gewonnen. Doch wenige Tage später gerieten zwei osteuropäische Ringer im Nendinger Kader unter Dopingverdacht. „In Nendingen bin ich außen vor“, sagt Stäbler. Auch seinen Wechsel zum diesjährigen Finalgegner Germania Weingarten will er nicht als Reaktion auf die Dopingaffäre verstanden wissen, der Vereinswechsel habe schon zuvor festgestanden.

Bleiben noch die gesundheitlichen Rückschläge: Windpocken gefolgt von einem Magen-Darm-Virus, ein angebrochener kleiner Finger, Knochenhautentzündung, Muskelfaserriss an der Wade und Platzwunde am Kopf: All das vermag die Zuversicht des Musbergers nicht schmälern. „Lieber viele kleine als eine große Verletzung“, sagt Stäbler. Zumal er im Unterschied zu vor vier Jahren nach eigener Aussage freier im Kopf ist. Die Angst vor einer vermeintlich folgenreichen Verletzung im Training schiebt er beiseite, gibt bei den Übungen stets Vollgas.

Überhaupt: „Ich bin gelassener, erfahrener geworden“, sagt Stäbler. Das hänge auch mit den Erfolgen zusammen. Bei seinen ersten Olympischen Spielen in London sei er noch überwältigt worden von dem Trubel, am Ende sprang ein fünfter Platz heraus. Im selben Jahr wurde er Europameister, 2013 holte er Bronze bei der WM. Im vergangenen Jahr folgte dann der WM-Titel mit anschließendem großen Empfang in Musberg.

Zuletzt war der Weltmeister in einem zweiwöchigen Trainingslager in Stockholm, hat sich dort bereits mit einigen der besten Kämpfer aus anderen Nationen gemessen. Den Feinschliff gab es dann im bayerischen Burghausen. Am 11. August geht der Flieger nach Rio. „Jeden Tag wächst die Anspannung, aber die Vorfreude ist größer als die Aufregung“, sagt Stäbler. Etwa acht Kilogramm muss der Musberger bis zum 66-Kilo-Limit im Vorfeld runterkriegen, die letzten drei Kilogramm davon müssen in Rio purzeln. Das und auch die recht kurze Anreise trotz Zeitverschiebung haben schon zur WM in Las Vegas sehr gut funktioniert. Daher sagt der Ringer: „Never change a running system.“

Wettkampftag ist der 16. August, Beginn um 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit, das Finale steigt gegen 22/23 Uhr. Zuletzt hat sich Stäbler noch mit einem Sieg beim Grand Prix in Dortmund Selbstvertrauen geholt. Er sagt aber: „Gold zu planen, mit einer Medaille zu rechnen, ist fast unmöglich.“ Zumal in Rio verschiedene Weltmeister und beide Olympiasieger der vergangenen Jahre im 19-köpfigen Teilnehmerfeld mitmischen.

Begleitet wird Stäbler von einer großen Musberger Abordnung. Bis zu 25 Familienmitglieder und Freunde seien in Rio. Auch sehr wichtig: Heimtrainer Andreas Stäbler wird gemeinsam mit Bundestrainer Michael Carl an der olympischen Matte stehen.

Stäbler wird in einer Woche ins olympische Dorf ziehen, will bis zur Schlussfeier in Rio bleiben und dann mit den anderen deutschen Athleten zurückfliegen. Im Gepäck will er eine Medaille haben. Doch die lässt sich eben nicht planen, auch als Weltmeister nicht.                ch / Foto: dpa

Abgestimmt

Gegen das Belegen von Liegen per Handtuch geht jetzt die
italienische Küstenwache vor. Bußgeld droht. Denn die Liegen
am Strand sind öffentlicher Raum. Was sagen Sie? Ist das gut so?

Abgestimmt KW 32

Foto: dpa

Gegen Handtuchfrevler

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Furchtlos und treu

Fans des VfB Stuttgart gehen optimistisch in die Zweitligasaison – Zuwachs bei den Fanclubs

VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim

Der erste Frust ist vorüber, jetzt macht sich Optimismus breit. Erstmals seit dem Aufstieg 1977 muss der VfB Stuttgart wieder in der zweiten Bundesliga antreten. Am 8. August startet der schwäbische Traditionsverein in die neue Saison. Die Anhänger stehen zu ihrem Verein: Die Fanclubs verzeichnen Zuläufe.

20 000 Fans haben das VfB-Opening vor Kurzem besucht, die Mitgliederzahlen im Verein sind mit mehr als 47 000 auf ein neues Hoch gestiegen. Diesen Trend  sehen auch die Fanclubs in den eigenen Reihen.

„Wir haben mehr Zuläufe als Austritte“, sagt Joachim Schmid, der Vorsitzende der Rot-Weißen Schwaben Berkheim (RWS), mit 1100 Mitgliedern der größte Fanclub der Stuttgarter. In den Reihen der Rot-Weißen aus Esslingen-Berkheim sind 80 neue Mitglieder zu verzeichnen, demgegenüber stehen lediglich zehn Austritte. Überwiegend junge Leute im Alter von 18 bis 25 Jahren seien den RWS beigetreten, sagt Schmid.

Die Hoffnung auf den sofortigen Wiederaufstieg dominiert mittlerweile die Gefühlslage der Fans. „Die Enttäuschung über den Abstieg ist zwar sicherlich noch da, aber man musste sich ja mit der neuen Situation arrangieren“, erklärt Schmid.   Gleichzeitig warnt er vor allzu großer Euphorie. „Es gibt noch viel zu tun, um die zahlreichen jungen Spieler zu festigen.“ Außerdem brauche der VfB noch Verstärkung im Angriff, vor allem einen neuen Außenstürmer. Ein paar gute Testspiele sagten da nicht viel aus.

Dem Fall in die Zweitklassigkeit  kann Michael Hack vom Dettinger Fanclub Rot-Weiß Leberkäs auch etwas Positives abgewinnen. Der Abstieg stellt für ihn die Chance auf einen Neuanfang dar.  „Hätte es der VfB dieses Jahr wieder geschafft, sich irgendwie zu halten, dann hätte es keine wirklichen Änderungen gegeben“, sagt Hack. Insofern sei der Abstieg wichtig gewesen. Hack haben die Visionen gefehlt, die Strategie und jemand, der Impulse setzt – ein Gesamtkonzept eben. Enttäuscht ist Hack vom Ex-Präsidenten Bernd Wahler, der bei seinem Antritt viel Hoffnung verbreitet hat und den VfB zeitnah in der Champions League gesehen hatte.

Auch Joachim Schmids Kritik richtet sich an Wahler: „Er hat große Hoffnungen geweckt, war aber nicht präsent, und er hat es versäumt, Tacheles zu reden.“

Wie kann man also neuen Enttäuschungen vorbeugen? „Alle im Umfeld des VfB müssen verstanden haben, dass jetzt professionelles Arbeiten gefragt ist“, sagt Michael Hack. Damit meint er auch die Sponsoren. „Wie können es sich Firmen, die Premiumprodukte herstellen, leisten, dass in einem Stadion, das ihren Namen trägt, zweitklassige Mannschaften unterwegs sind?“, fragt er und wünscht sich, dass der Hauptsponsor noch mehr Geld fließen lässt.

Auch im Club Rot Weiß Leberkäs aus Dettingen sind die Fans zusammengerückt. Der 70 Mitglieder starke Verein hat vier neue aufgenommen. Mit jetzt 34 Dauerkarten stehen sie laut Hack gut da. Überhaupt seien sie aktiv. In den vergangenen fünf bis sechs Jahren habe es kein VfB-Auswärtsspiel ohne mindestens einen „Leberkäsler“ gegeben. Meist seien fünf bis zehn Fans mitgefahren.

Ein kleiner aber beständiger Fankreis ist ASD 91 aus Wernau. Erst kürzlich sind sie vom VfB Stuttgart für ihr 25-jähriges Bestehen geehrt worden. Thomas Schäufele ist der Sprecher des Vereins, der vor 25 Jahren aus der Fusion zweier Fanclubs hervorging. Er spürt bei den 20 Mitgliedern eine „echte Aufbruchstimmung“. Rückblickend sagt Schäufele, sei der Schmerz über den Abstieg gar nicht so schlimm gewesen. „Man hat ja viel Zeit gehabt, um sich darauf vorzubereiten. Das Schlimmste haben wir wohl hinter uns.“ Der ASD, der auf den direkten Wiederaufstieg setzt, fährt laut Schäufele fast immer komplett zu jedem Auswärtsspiel. Schäufele übt sich derweil in Selbstironie: Er freue sich auf neue Reiseziele wie Dresden, Kaiserslautern oder Heidenheim.

Für den Saisonauftakt am kommenden Montag, 8. August, gegen St. Pauli sind bereits 51 000 Karten verkauft worden. „Die Anzahl der Fanclubs steigt nach wie vor stetig, wir liegen jetzt bei etwa 425 Clubs weltweit“, sagt VfB-Pressesprecher Steffen Lindenmaier. Eine „Delle“ aufgrund des Abstiegs habe es nicht gegeben. Kürzlich sind 14 neu gegründete Fanclubs aufgenommen worden, darunter auch die Gerschdaklopfer aus Weilheim.          bob / Foto: rr