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Ort der Begegnung

Kirchheimer Vesperkirche öffnet ihre Pforten für ein gutes Stück Gemeinschaft

Zum vierten Mal öffnet die Kirchheimer Vesperkirche am kommenden Sonntag ihre Pforten. Unter der Regie der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Kirchheim und dem Kreisdiakonieverband Esslingen setzt die Aktion ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Armut.

Ein liebevoll gedeckter Tisch, gutes Essen und anregende Gespräche – all dies will die Vesperkirche in der Kirchheimer Thomaskirche anbieten. Vom 29. Januar bis zum 12. Februar gibt es wieder täglich von 12 bis 14 Uhr warmes Essen und Getränke, Kaffee und Kuchen zu einem symbolischen Preis von 1,50 Euro. Doch das ist nicht alles: Wer will, der findet noch weitaus mehr. Jemand, der zuhört, auch tatkräftige Hilfe und vor allem menschliche Wärme erwarten die Gäste dort.

Von Armut Betroffene, Wohnungslose, Einsame, Alleinerziehende und Rentner mit geringem Einkommen nehmen an den Tischen ebenso Platz wie sogenannte Solidar­esser, die mehr für ihr Essen bezahlen und zu einer vielfältigen Gemeinschaft beitragen können. „Gemeinschaft und Begegnung ist der Herzschlag der Vesperkirche“, sagt Claudia Brendel, Koordinatorin der Diakoniebeauftragten bei der Bezirksstelle Kirchheim. Damit keiner daheim bleiben muss, unterstützt der Omnibusverkehr Kirchheim (OVK) die Vesperkirche auch in diesem Jahr mit einem kostenlosen Zubringerbus. Dieser Sonderbus startet um 11.15 Uhr an der Kreissparkasse Lindorf und fährt über Ötlingen (Apotheke), die Haltestellen Stadthalle, Martinskirche, Teckstraße, Stadion, Einsteinstraße, Bohnauhaus und Freiwaldaustraße an. Die Rückfahrt auf derselben Strecke startet um 14 Uhr. Gehbehinderte Menschen werden vom DRK abgeholt.

Wer arm ist, für den ist Kultur ebenso Luxus wie Hummer oder Champagner. Deshalb setzt die Vesperkirche mit einem Kulturprogramm auch hier Zeichen. „Leckerbissen aus dem Volksmund – Europäische Liebeslieder“ mit den „Holzmaden Harmonists“ stehen am Montag, 30. Januar, ab 19.30 Uhr in der Auferstehungskirche an. „Auf der Suche nach Licht“ heißt die Lesung mit musikalischer Umrahmung mit Renate und Bertram Schattel am Dienstag, 31. Januar, 19.30 Uhr, in der Thomaskirche. Am Donnerstag, 9. Februar, ist ab 19.30 Uhr Kabarett mit Pfarrer Peter Brändle und Heinz Lendl am Klavier im Steingauzentrum. Und im alten Gemeindehaus gibt es am Freitag, 10. Februar, ab 19.30 Uhr einen „Kaffeehausabend“ mit dem studentischen Salonorchester Tübingen und Tanz und Unterhaltungsmusik der 20er-Jahre.               mo

 Info: Mehr bei www.vesperkirche-kirchheim.de, DRK-Fahrten für Gehbehinderte unter der Kontaktnummer t 01 60/98 27 58 05 anfordern.

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Thomas Gottschalk verbindet man mit „Wetten das …?“.
Jetzt ist der Entertainer mit „Gottschalk live“ gestartet.
Was meinen Sie? Kann Gottschalk auch mit der ARD-Show
überzeugen? Stimmen Sie hier ab!

 

Überzeugt Gottschalk?

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„Nicht dramatisch“

Fusion der Notfallpraxen Esslingen und östliche Filder – Versorgung am Klinikum

Die Notfallpraxis östliche Filder im Paracelsus-Krankenhaus Ruit hat aus wirtschaftlichen Gründen ihren Betrieb eingestellt. Patienten aus Nellingen, Ruit, Denkendorf und Esslingen-Berkheim werden künftig von der Notfallpraxis Esslingen im Esslinger Klinikum mitversorgt. Damit sind die Wege zum allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst für die Patienten aus dem Gebiet östliche Filder etwas weiter geworden. Patienten, die die Anfahrt nicht auf sich nehmen können und außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes allgemeinärztliche Hilfe benötigen, bekommen einen Hausbesuch.

Trotz finanzieller Stützung durch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg musste die Notfallpraxis östliche Filder den Betrieb einstellen. „Das Einzugsgebiet und die Patientenzahlen waren zu klein, um die Grundkosten zu decken“, erklärt Wolfgang Bosch, Allgemeinarzt und Vorsitzender des Vereins Notfallpraxis östliche Filder.

Der Bezirk östliche Filder wird nun von der Notfallpraxis Esslingen mitversorgt. „Das ist für manche Patienten unbequem, aber aus medizinischer Sicht nicht dramatisch, wenn die Anfahrt etwas länger dauert“, erklärt der pensionierte Allgemeinmediziner Rudolf-Ulrich  Foerster, der die Dienste in der Esslinger Notfallpraxis organisiert. Die Notfallpraxis ist zuständig für Patienten, die außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes ärztliche Versorgung bei Erkrankungen wie grippalem Infekt oder Hexenschuss benötigen. „Das darf man nicht mit dem Notarzt und der Notaufnahme im Krankenhaus verwechseln, wo Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen versorgt werden“, betont Foerster. „Die Notfallpraxis hat eine Siebfunktion für die Notaufnahme.“ Patienten, die den Weg in die Notfallpraxis Esslingen nicht schaffen, werden vom Arzt aufgesucht. Eigentlich, so Foerster, sollte man besser vom allgemeinen ärztlichen Bereitschaftsdienst sprechen, um Verwechslungen auszuschließen. Der Arzt erwartet keine längeren Wartezeiten in der Esslinger Notfallpraxis. Sollten doch deutlich mehr Patienten kommen, könne man das Personal aufstocken. 

Die nächsten Notfallpraxen sind in der Filderklinik in Plattenhardt sowie in den Kliniken Kirchheim und Nürtingen. Augen-, Frauen-, Kinder- und Zahnärzte haben einen eigenen Bereitschaftsdienst. Die Räume im Neubau der Paracelsus-Klinik, in denen die Notfallpraxis eingerichtet war, werden – wie bislang auch – vom Team der Notaufnahme genutzt. 

 Info: Der allgemeine ärztliche Bereitschaftsdienst ist werktags von 18 bis 8 Uhr des darauf folgenden Tages sowie an Wochenend- und Feiertagen von 8 bis 8 Uhr des darauf folgenden Tages in der Notfallpraxis im Klinikum Esslingen, Hirschlandstraße 97, und unter t 07 11-1 36 34 00 erreichbar. Er versorgt Esslingen, Ostfildern, Denkendorf, Altbach, Plochingen, Deizisau, Reichenbach, Lichtenwald, Baltmannsweiler und Aichwald.      sys

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Raucherpausen am Arbeitsplatz soll es nach dem Willen
von Unternehmensverbänden nicht mehr geben.
Was meinen Sie, sollen Raucher Zigaretten künftig nur
noch in der Mittagspause und nach Feierabend konsumieren?

 

Keine Raucherpausen?

  • Ja! (58% )
  • Nein! (42% )
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Raus aus der Tabuzone

Einrichtungen machen auf das Thema „Häusliche Gewalt“ aufmerksam

 

Schläge, Misshandlungen, Unterdrückung – in jeder vierten Familie oder Beziehung in Deutschland ist Gewalt zu Hause. Mit einer ganzen Reihe von Aktionen setzten die Sozialen Dienste im Landkreis zusammen mit den Kommunen und verschiedenen Einrichtungen deutliche Zeichen gegen häusliche Gewalt.

Ein festlicher Tannenkranz an der Tür, bunte Lichter in den Fenstern: Weihnachtszeit ist zwar die Zeit der Familie, doch allein im Landkreis Esslingen rückte die Polizei im Jahr 2011 insgesamt 435-mal aus, um bei häuslicher Gewalt einzugreifen. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, schätzt Renate Dopatka vom Verein Frauen helfen Frauen, der auch das Kirchheimer Frauenhaus trägt. Denn Verbote, Familie und Freunde zu treffen, stetige verbale Attacken und Erniedrigung sowie emotionale Erpressung werden selten aktenkundig und zählen dennoch ebenso zur häuslichen Gewalt wie Schläge oder Vergewaltigung.

Schwierig ist nach wie vor das Tabu, mit dem das Thema behaftet ist. „Viele Frauen halten geheim, dass ihr Partner sie misshandelt – aus Scham“, ist Renate Dopatkas Erfahrung. Selbst das engste Umfeld weiß oft von nichts. Was es für die Frauen oft noch schwerer macht: „Oft wird ihnen dann nicht geglaubt, wenn sie es offenbaren“, berichtet sie. Oder es wird Druck ausgeübt. „Gib ihm doch noch einmal eine Chance, denk an die Kinder“, bekommen die Opfer von häuslicher Gewalt nicht selten zu hören. Auch die Angst davor, das Leben allein, womöglich noch mit Kindern, bewältigen zu müssen, hält Frauen davon ab, aus der gewaltgeladenen und oft von Abhängigkeit geprägten Beziehung zu fliehen. Nicht selten kommen Unkenntnis über die eigenen Rechte oder Hilfen hinzu.

Der Soziale Dienst Nürtingen legte deshalb in Kooperation mit der Stadt und dem Verein Frauen helfen Frauen im November einen neuen Flyer auf, der betroffenen Frauen Infos und Anlaufstellen mit Telefonnummern und E-Mail-Adressen an die Hand gibt und Mut macht, sich aus ihrer Notlage zu befreien. Zugleich ruft er dazu auf, das Thema vom Tabu zu befreien und fordert dazu auf, Betroffenen Hilfe anzubieten. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache“ heißt nicht umsonst der Titel des Faltblatts, das seit Ende November an vielen Stellen in Nürtingen ausliegt.

In Kirchheim machte der Verein Frauen helfen Frauen mit einer Aktion aufmerksam, bei der in mehr als 20 Bäckereien die Backwaren unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in auffälligen Bäckertüten gepackt wurden.

Eingereiht in die Aktionen gegen häusliche Gewalt hat sich auch die VHS Esslingen. Exemplarisch für enge Hochhausappartements wie edle Villen stand dabei die „Rosenaustraße 76“. In der Wohnung konnten Besucher hinter alltäglichen Dingen Zahlen und Fakten rund um das Thema häusliche Gewalt entdecken und das Schweigen brechen. Ergänzend dazu bot die Volkshochschule ein umfangreiches Seminar- und Workshop-Programm an, das auf rege Resonanz stieß.              mo

Info: Der Flyer ist sowohl in vielen Nürtinger Geschäften als auch Arztpraxen ausgelegt. Außerdem soll er in Kürze auch auf der Homepage der Stadt unter www.nuertingen.de zum Download bereitgestellt werden.

Überraschende Töne

Festival Tonart mit neun Veranstaltungen – Werke von John Cage sind Leitmotiv

Der amerikanische Musiker und Komponist John Cage wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Der Verein Tonart nimmt das Jubiläum zum Anlass, das Werk des Künstlers zum Thema des Festivals Tonart 2012 zu machen. Den Auftakt zu den neun Veranstaltungen macht am Sonntag, 15. Januar, 11 Uhr, die Eröffnungsmatinee mit dem Titel Changes I im Kutschersaal der Stadtbücherei Esslingen.

John Cages Zyklus Music of Changes ist der Schwerpunkt im diesjährigen Festival – unterschiedlich interpretiert und von verschiedenen Kulturbetrieben als Kooperationspartner in der Stadt präsentiert. Renommierte und weniger bekannte Künstler aus der neuen Musik und dem modernen Jazz ergänzen die Reihe. In Kirchen, einer Fabrikhalle, im Theater, im Kultur- und Jugendhaus will Tonart für ungewohnte und überraschende Töne in Musik, Film und Installation sorgen. Cages Music of Changes, das auch die europäische neue Musik nachhaltig geprägt hat, wird in fünf Veranstaltungen lebendig: Changes I bis IV sowie Seeing Cage – überwiegend veranstaltet vom Tonart-Verein. Bekannte Künstler aus der Region und Mitmacher bei Tonart wie Felix Muntwiler, Frank Wörner, Klaus Dreher und Albrecht Imbescheid treten auf, aber auch junge Musiker wie der Plochinger Komponist Christian Pfeifer. Dabei kommen neben Cage-Stücken auch eigene Kompositionen zur Aufführung. Die Changes-Reihe widmet sich verschiedenen Aspekten von Cages Kunst – in Videoclips als Noisy Landscape im Lima, getanzt im Cage Dance Theatre in der Dieselstraße, im interaktiven Cage-Happening bei Citizen Maschinery mit Raumklängen, komponierter Musik und musikalischen Zufällen oder in „Litany for the Whale“, das Cages meditative Beschäftigung mit Walgesängen bearbeitet.

Der Tonart-Kooperationspartner Dieselstraße trägt Avantgarde-Jazz mit dem Dafnis Prieto Proverb Trio bei, das Jugendhaus Komma lädt zu neuer Musik, Jazz und Live-Elektronik bei Grundig Housing ein. Livemusik an der Walcker-Orgel begleitet Friedrich Murnaus Stummfilm „Der letzte Mann“ in der Stadtkirche – veranstaltet vom Kommunalen Kino und dem Kantorat der evangelischen Stadtkirche. Studenten und Studentinnen der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart gestalten „Uraufführungen“ im Münster St. Paul mit eigenen Werken, inspiriert von Cage.             bob

Info: Tickets im Vorverkauf: Veranstaltungen Changes I bis IV über Tonart: tonart-esslingen@t-online.de, Einzelveranstaltungen zwischen 10 und 15 Euro, Changes-Abonnement: 40 Euro. Andere Tickets direkt bei den Veranstaltern: Dieselstraße und Kommunales Kino. Veranstaltung Lima Eintritt frei, Voranmeldung erbeten. Ein Flyer liegt aus, mehr unter www.tonart-esslingen.de

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Bundespräsident Christian Wulff ist in der Kredit- und
Medienaffäre nach wie vor unter Druck, es werden bereits
mögliche Nachfolger ins Spiel gebracht. Was meinen Sie,
soll Wulff zurücktreten?

 

Soll Wulff zurücktreten?

  • Ja! (71% )
  • Nein! (29% )
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Freiwilliger Dienst für jedes Alter

Bundesfreiwilligendienst steht gleichberechtigt neben dem FSJ – Chance für Neuorientierung und Engagement mit Versicherung

         

Seit Juli 2011 hat Deutschland eine neue Spezies: Die „Bufdis“, wie die Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst genannt werden. Nach dem etwas schleppendem Start sei eine richtige Welle Freiwilliger gekommen, sagt Roland Hartmann von der Pressestelle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Gut 25 000 Bufdis zählt das Amt zum Jahresende, Zielgröße sind 35 000. Auch Frauen sind willkommen. Etwa jeder Fünfte von ihnen ist älter als 26 Jahre, denn anders als beim Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) gibt es bei diesem Dienst keine Altersgrenze und die Einsatzzeit ist flexibel zwischen 6 und 18 Monaten. Auch im Kreis Esslingen sind inzwischen Freiwillige quer durch die Generationen im Einsatz.

Kurz vor halb vier, pünktlich wie immer, fährt Klaus-Dieter Dunker mit dem Johanniter-Bus vor der Werkstatt in Nellingen vor. Drei Fahrdienstkollegen sind schon da, alle nicht mehr ganz jung. Ob das ein Artikel über Bufdis oder über Gruftis werden soll, witzeln sie. Dann werden Dunkers Mitfahrer gebracht. Der 53-Jährige schiebt sie mit Schwung über die ausgeklappte Rampe in den Bus, schnallt mit Gurten Rollstühle und Menschen an, wechselt ein paar Worte nebenbei. Jeden Tag fährt er diese Tour und weiß, dass er erwartet wird. „Herr Dunker, machen Sie mal Urlaub“, sagte kürzlich einer der Behinderten, „sonst bekommen Sie noch Probleme mit dem Rücken.“

Dunker war mehr als 20 Jahre lang Dreher bei Daimler, in Vollzeit und für gutes Geld. Dass er diese Stelle aufgab, hat mit seinem zehnjährigen Sohn zu tun, der behindert ist und Betreuung braucht. Eine ältere Dame unterstützt den alleinerziehenden Vater zwar, muss aber seit einiger Zeit kürzertreten. Deshalb bemühte er sich um verkürzte Arbeitszeiten, fand keine Möglichkeit in seinem Ursprungsberuf und bewarb sich schließlich, nach langem Überlegen, im Fahrdienst. Nach einer ersten, befristeten Stelle beim DRK kam er zu den Johannitern.

Deren Fahrdienstleiter Olaf Thumann bot ihm eine 400-Euro-Stelle an, das Arbeitsamt forderte jedoch eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. So wurde der Bundesfreiwilligendienst draus, der in Teilzeit möglich und voll versichert ist. Mit Taschengeld und Verpflegungszuschuss kommt Dunker auf ein ähnliches Entgelt wie in einem Mini-Job. Finanziell ist das mager, längerfristig würde er Aufstockung vom Arbeitsamt brauchen. Er hofft aber, irgendwann regulär und halbwegs auskömmlich in diesem Bereich arbeiten zu können.

Sein Freiwilligendienst geht zwölf Monate lang, Verlängerung auf 18 oder ausnahmsweise 24 Monate ist grundsätzlich möglich. Das würde Dunker gerne ausschöpfen, denn die Arbeit macht Spaß und gibt ihm das Gefühl, gebraucht zu werden. „Ich geh da drin auf“, sagt er. Vor allem aber sei es für seinen Sohn und für ihn selbst die richtige Entscheidung gewesen.

Günter Ebinger ist mit 65 Jahren zum Bufdi geworden. Engagiert war er schon immer, unter anderem in der Jugendarbeit. Jetzt wollte er sehen, wie es in der Altenpflege läuft und bewarb sich für den Bundesfreiwilligendienst. 35 bis 40 Stunden die Woche arbeitet der Nürtinger im Dr.-Vöhringer-Heim, fährt Essen aus, begleitet die alten Menschen zum Arzt, zeigt Filme, unterhält sich mit den Senioren. Dafür hätten die Pflegekräfte keine Zeit, sagt er, dabei sei es „hochinteressant, was die Leute zu erzählen haben“. Ebingers Bufdi-Zeit endet demnächst vertragsgemäß nach einem halben Jahr. Für ihn war es eine interessante Erfahrung, er nimmt gemischte Eindrücke mit: Er hat großen Respekt vor der Arbeit des Pflegepersonals bekommen, findet aber die Rahmenbedingungen und den Verdienst nicht angemessen.

Bei Patrick Pitters steht schon mit 21 Jahren eine berufliche Neuorientierung an. Nach der Ausbildung zum Metallfeinmechaniker entschied er sich, in den sozialen Bereich zu wechseln — am liebsten möchte er Erzieher werden. Um reinzuschnuppern und Praxis zu bekommen, bewarb er sich für ein FSJ, bekam aber keine Stelle. Stattdessen bot ihm die Deizisauer Zehntscheuer den Bundesfreiwilligendienst an. Da sei auch ein bisschen handwerkliche Tätigkeit dabei, sagt Patrick, der damit kein Problem hat: „Pädagogik und Handwerk, das passt schon.“ Er fühlt sich wohl, hat Spaß und durfte auch schon mal als Nikolaus in den Kindergarten ausrücken – diese Rolle hat ihn in seiner Berufswahl bestärkt.             aia

Winter-Kunst

Auf solche Bilder warten wir derzeit noch. Wer gerne fotografiert, der hält auch oft die Jahreszeiten mit ihren Charakteristika fest. Der vergangene Winter hatte einen frühen Start hingelegt – bereits Ende November fiel Schnee bis ins Flachland. Auch die Schwäbische Alb war mit einem weißen Zuckerguss überzogen. Für Hobby-Fotografen ist das winterliche Weiß stets ein willkommener Anlass, auf den Auslöser zu drücken. So wie das Gerhard Rissel aus Hochdorf getan hat. Der Fotograf,  Mitglied der „Fotofreunde Altbach“, hat das Motiv am Breitenstein aufgespürt. Fast wie eine Schwarzweiß-Aufnahme erscheint das Foto, das einen ganz eigentümlichen Reiz ausübt. Die bleiche Nachmittagssonne versucht den Hochnebel zu durchdringen, bevor sie am Horizont versinkt. Auch sie vermag dem Bild kaum Farbe zu verleihen.  Eine Hauch von Melancholie liegt über dem Bild. Der Blick richtet sich nach Westen. Im Vordergrund sieht man die harte Abbruchkante, von der es Hunderte von Metern in die Tiefe geht. Der Fotograf Gerhard Rissel ist oft und gerne am Breitenstein. Und fast immer ist die Kamera dabei. „Der Breitenstein ist zu jeder Jahreszeit reizvoll“, sagt Rissel. „Dort finde ich immer ein besonderes Motiv.“ Den 76-Jährigen hat die Winterstimmung, die Vorahnung einer langen und kalten Zeit, das Eisige und Eingefrorene an diesem Moment gereizt. „Faszinierend finde ich, dass man auf der Alb nur wenige Meter von der städtischen Hektik entfernt ist und dennoch eine völlig andere Welt erlebt – rau und ursprünglich.“ Gerhard Rissel ist seit rund zehn Jahren Mitglied der Fotofreunde Altbach und fotografiert seit seiner Jugend.                Foto: Rissel

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Seit zehn Jahren bestimmt der Euro unseren finanziellen
Alltag. Manche trauern aber noch der D-Mark nach.
Was meinen Sie? Ist die Euro-Einführung die richtige
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