Sicherheit für Mutter und Kind

Klinikum Esslingen nimmt fünften Kreißsaal in Betrieb – Geburtshilfe und Kinderklinik arbeiten eng zusammen

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Esslingen hat ihre Kapazitäten wesentlich erweitert. Angesichts steigender Geburtenzahlen war es notwendig geworden, einen fünften Kreißsaal einzurichten. Da die Geburtshilfestation eng an die Kinderklinik mit einem Schwerpunkt für Neu- und Frühgeborene angebunden ist, können nun Schwangere sowie Mütter mit ihren Kindern eine verbesserte medizinische Versorgung, Sicherheit und eine angstfreie Situation erwarten.

„Der Trend bei werdenden Eltern geht eindeutig in Richtung mehr Sicherheit und einer Rundum-Versorgung, das heißt weg von der Hausgeburt und hin zu den großen Kliniken“, erklärt Thorsten Kühn, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Esslinger Klinikum. Diese Tendenz habe dazu geführt, dass die Geburtenzahlen in Esslingen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Im vergangenen Jahr kamen fast 2000 Kinder in den vier Kreißsälen zur Welt. Als Reaktion darauf hat das Klinikum seine Angebote  ausgebaut und arbeitet nun im Sinne eines medizinischen Zentrums für Mutter und Kind. Die Kinderklinik, die einen neonatologischen Schwerpunkt der Qualitätsstufe Level 1 hat, ist dafür direkt an die Geburtshilfe angebunden worden.

Doch der Zuspruch hat das Klinikum auch an seine Kapazitätsgrenzen gebracht. „Die Einrichtung eines fünften Kreißsaals war deshalb die logische Konsequenz“, sagt Kühn. Das neue Geburtszimmer ist mit ruhigen Farben, einer nach psychologischen Kriterien entwickelten und nach individuellem Bedarf steuerbaren Beleuchtungstechnik sowie neuen Analyse- und Diagnosegeräten ausgestattet. Die Einrichtung und Ausstattung des Zimmers hat rund 1,2 Millionen Euro gekostet, einen Teil davon übernimmt ein Fördertopf des Landes Baden-Württemberg.

Für die Hebammen bedeutet die Erweiterung der Kapazität „eine große Erleichterung und für alle Beteiligten Entspannung“, erzählt die Hebamme Daniela Hotz. Auch in ihrem Beruf herrsche  Personalmangel, der nur durch Überstunden ausgeglichen werden könne. Zusammen mit den Platzproblemen sei es daher in der Vergangenheit  oft zu belastenden Situationen gekommen. Monika Hanke, die leitende Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ergänzt, dass das Klinikum dieses Problem durch die Beschäftigung von drei Hebammen aus Italien abmildern werde. „Dort gibt es einen Überhang an gut ausgebildeten Leuten“, erzählt sie.

Christian von Schnakenburg, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche, sieht das Klinikum und seine Infrastruktur für Mutter und Kind gut aufgestellt.  „Der neue Kreißsaal ist sehr hilfreich. Und wenn es  etwa zu Komplikationen kommen sollte, ist immer ein Team mit allen Spezialisten rund um die Uhr zur Stelle“, beschreibt er. Dank der engen Zusammenarbeit könnten auch Patientinnen mit einer drohenden Risikogeburt angenommen werden. „Es ist immer sicherer, die werdende Mutter und nicht das Kind zu transportieren“, sagt er. Zudem könnten solche Patientinnen und auch Schwangere, die etwa wegen vorzeitig einsetzender Wehen längere Zeit in der Klinik bleiben müssen, bereits vor der Geburt die Kinderärzte kennenlernen. „Das nimmt ihnen ihre Angst und entspannt die Situation ganz wesentlich“, sagt von Schnakenburg. pst / Foto: pst


Gotteshaus wird zum Vereinshaus

Die Gemeinde Hochdorf hat in bester Lage und mit Zuschuss die bisherige Friedenskirche erworben

Von der Kirche zum Vereinshaus: Diesen Wandel erfährt die Friedenskirche der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Hochdorf. Am Sonntag war die Schlüsselübergabe, jetzt ist das Gebäude im Besitz der bürgerlichen Gemeinde.

Ein Vereinshaus gab es bislang in Hochdorf nicht, die Vereine oder auch die Musikschule kommen an unterschiedlichen Orten zusammen: in der Breitwiesenhalle und deren Untergeschoss, im Keller des sogenannten Pavillons der Schule, oder auch im Saal der Seniorenwohnanlage. „Der ist sehr ausgebucht, da ist praktisch jeden Tag jemand anderes drin“, sagt Bürgermeister Gerhard Kuttler.

Die Möglichkeit, das Gebäude Friedenskirche zu kaufen, war für die Gemeinde folglich ein Glücksfall, „eine ideale Lösung in idealer Lage“: ganz zentral gleich beim Rathaus gelegen, aber doch mit Grün rundum und mit Parkplätzen. Zudem eignet sich das 1985 eingeweihte Gebäude gut für die geplante Nutzung. Es umfasst neben einem Saal auch verschiedene Gemeinderäume mit Küche und Sanitäranlagen. Ein großer Umbau sei also zumindest vorläufig nicht nötig, lediglich Reparaturen, zum Beispiel am Dach. „Zunächst mal muss man gar nicht arg viel dran machen“, sagt der Bürgermeister. Da sich der Standort im Sanierungsgebiet befindet, bekommt die Gemeinde zudem den Kaufpreis von 600 000 Euro mit 60 Prozent bezuschusst, es bleiben also für die 348 Qua­dratmeter Fläche lediglich 240 000 Euro an ihr hängen.

An potenziellen Nutzern dürfte es nicht fehlen. Ganz oben auf der Liste stehen der Gesangverein und die Musikschule, deren Aktivitäten aktuell im Untergeschoss des Schulpavillons stattfinden. Diese Räume werden aber eventuell gebraucht, wenn die Schulkindbetreuung – im gleichen Gebäude ansässig – ausgebaut wird. Auch die Volkshochschule oder andere Vereine könnten in der bisherigen Friedenskirche unterkommen, ebenso wird darüber nachgedacht, ob nicht der Tageselternverein dort ein Betreuungsangebot machen könnte.

Nicht vorgesehen ist, dass die Räume als Lager genutzt werden. Ebenso habe man mit Rücksicht auf die Nachbarn „nicht vor, öffentliche Veranstaltungen dort zu machen“, so Kuttler. Er sieht die künftige Nutzung vor allem in „Schulungs-, Unterrichts- und Übungszwecken“.

Alles in allem habe sich die Übernahme des Gebäudes „förmlich aufgedrängt“, fasst der Rathauschef zusammen. Und die evangelisch-methodistische Gemeinde ist damit ebenfalls sehr zufrieden, ihre Mitglieder sehen es positiv, dass das Haus künftig öffentlich genutzt wird. Dass es überhaupt verkauft wurde, hängt mit der Neustrukturierung ihrer Gemeinde zusammen: Die bislang drei methodistischen Kirchen in Plochingen, Hochdorf und Deizisau werden an einem Standort in Plochingen zentralisiert. Dort, direkt neben der Stadthalle, entsteht ein evangelisch-methodistisches Zentrum, das auch Gemeinderäume und mehrere Sozialwohnungen umfasst. Der Spatenstich dafür ist im Herbst erfolgt.

Geld für den Neubau

Bis zur Fertigstellung des Neubaus findet das Gemeindeleben in der methodistischen Kirche in der Klingenstraße in Deizisau statt. Danach soll auch dieses Gebäude verkauft werden; die Plochinger methodistische Kirche samt Grundstück ist es bereits. Das Geld aus den Verkäufen wird für den Neubau gebraucht, der bereits auf den Namen H29 – von der Adresse in der Hermannstraße her – getauft ist. Er ist über das methodistische Gemeindeleben hinaus als eine Art soziales Zentrum mit offenen Türen für viele gedacht.  aia / Foto: aia


Gastlicher Ort

Vesperkirche Kirchheim von 26. Januar bis 9. Februar – „Gemeinsam an einem Tisch“

Von Sonntag, 26. Januar, bis Sonntag 9. Februar, laden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim und der Kreisdiakonieverband Esslingen wieder zur Kirchheimer Vesperkirche in der Thomaskirche ein.

Auch in diesem nunmehr zwölften Vesperkirchenjahr  ist die Thomaskirche jeweils täglich zwischen 11.30  und 14 Uhr geöffnet. Ab 12 Uhr gibt es zwei verschiedene Gerichte, Getränke sowie Kaffee und Kuchen. Unter dem Motto „Gemeinsam an einem Tisch“ wird der Gottesdienstraum der Thomaskirche zu einem gastlichen Ort, an dem Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion und ihrem Einkommen zu Mittag essen und sich begegnen können. In der Thomaskirche erwarten die Gäste festlich gedeckte Tische,  reichlich gefüllte Teller, freundliche ehrenamtliche Helfer und eine erlebbare Gemeinschaft. „Satt werden an Leib und Seele“, beschreibt dies Uli Häußermann, Diakon im evangelischen Kirchenbezirk Kirchheim, der  federführend an der Organisation der Kirchheimer Vesperkirche beteiligt ist.

Damit die Vesperkirche gelingt, engagieren sich Jahr für Jahr mehr als 200 Bürger aus Kirchheim und der Region ehrenamtlich und tatkräftig für die Sache. Einige nehmen sich sogar extra Urlaub, andere sind am Wochenende aktiv –  in der Spülküche, beim Bedienen, bei der Kuchenausgabe oder bei der Essensabholung. „Die einen geben, die anderen empfangen. Dabei bleibt es jedoch immer wieder offen, wer der Gebende ist und wer der Empfangende. Viele Ehrenamtliche sind dankbar für diese Begegnungen, diese Gemeinschaft und die Hilfe für den Nächsten“, beschreibt Häußermann die Motivation der Helfer.

Neben dem gemeinsamen Essen und der Gemeinschaft wird unter dem Motto „Hilfe muss weitergehen“ während der Vesperkirchenzeit in der Thomaskirche über die  vielseitigen Hilfsangebote in Kirchheim, etwa des städtischen Sozialdiensts oder der Diakonische Bezirksstelle informiert, und es werden Flyer mit einer Zusammenstellung von Mittagstischen in Kirchheim ausgelegt, um weiterhin Begegnungen zu ermöglichen. Für Gäste aus den Stadtteilen Lindorf und Ötlingen wird wieder ein kostenloser Bustransfer eingerichtet, auch im Stadtgebiet werden einige Haltestellen angefahren.

Kultur für alle – auch das ist ein Anliegen der Kirchheimer Vesperkirche. Deshalb  wird es im Rahmen der Vesperkirche auch ein Programm mit vier kulturellen Angeboten geben. Dazu seien alle eingeladen, Gäste der Vesperkirche ebenso wie jene, die nie in der Thomaskirche zu Mittag essen, versichert Häußermann. Auch in diesem Jahr sind wieder Angebote für Kinder und für Musikliebhaber sowie eine politische Diskussionsveranstaltung geplant.  Kultur für alle sei auch so zu verstehen, dass bei diesen Veranstaltungen grundsätzlich kein Eintritt erhoben wird. Wer will und kann, darf jedoch etwas in einen Spendentopf geben und so die Vesperkirche unterstützen.  pst / Foto:Archivfoto: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim/Barbara Ruff

Info: Kirchheimer Vesperkirche, 26. Januar bis  9. Februar, Thomaskirche, Aichelbergstraße, jeweils täglich zwischen 11.30  und 14 Uhr geöffnet. Ab 12 Uhr gibt es Mittagessen für 1,50 Euro.  Vesperkirchentelefon: 01 75/ 9 73 29 19; www.vesperkirchen-landkreis-esslingen.de.


„Für drei Wochen Heimat finden“

Vesperkirche Nürtingen vom 26. Januar bis 16. Februar – Der Tisch wird wieder im Lutherhof gedeckt

Der Kreisdiakonieverband Esslingen und die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen laden von Sonntag, 26. Januar, bis Sonntag, 16. Februar, in Nürtingen wieder zur Vesperkirche ein. Nachdem die Vesperkirche im vergangenen Jahr wegen der Bauarbeiten im Lutherhof in das Rossdorf ausweichen musste, wird der Tisch  nun wieder in der Jakobstraße gedeckt.

 „Gemeinsam an einem Tisch – das leben wir in der Vesperkirche“, sagt die Diakonin Bärbel Greiler-Unrath, die die Nürtinger Vesperkirche wieder federführend organisiert. Die Vesperkirche soll für die Dauer von drei Wochen ein Ort der Begegnung für unterschiedliche Menschen werden. Einsame sind ebenso angesprochen wie jene, die Familie, Freunde und Bekannte haben. Geflüchtete und Alteingesessene, Menschen, die in Armut leben oder in Not geraten sind,  und solche, die nicht auf den Euro schauen müssen.

Greiler-Unrath und die vielen Ehrenamtlichen, die sich  regelmäßig für die Sache engagieren, bleiben dabei realistisch. „Die Vesperkirche kann Armut nicht abschaffen – auch nicht in Nürtingen. Aber sie macht darauf aufmerksam und kann Bewusstsein dafür wecken, wo etwas im Argen liegt und wo es Chancen gibt – persönlich und politisch“, sagt die Diakonin.

Auch in diesem Jahr werden die Gäste wieder an festlich gedeckten Tischen Platz nehmen,  gut gefüllte Teller und freundliche Menschen vorfinden. Vesperkirche bedeute „erlebbare Gemeinschaft“ ohne Ansehen des Alters und des Geldbeutels sowie das Gefühl, „dass die Begegnung mit den übrigen Gästen eine Bereicherung ist, die guttut“, sagt Greiler-Unrath. Sie wünsche sich, „dass Menschen für drei Wochen in der Vesperkirche eine Heimat finden und wissen: hier bin ich akzeptiert und angenommen.“

Die Diakonin freut sich auf die Rückkehr der Vesperkirche in den Lutherhof, wo die Evangelische Kirchengemeinde eine Hausgemeinschaft mit den Einrichtungen der Stiftung Tragwerk und dem sozialen Dienst des Landkreises pflegt. „Wir teilen uns das Haus, das Gelände und etliche Räume. Es ist ein neues Zusammenleben unter einem größer gewordenen Dach“, beschreibt sie. Für die Vesperkirche sei es „ein Zurück an den ursprünglichen Ort, an dem sich allerdings viel verändert hat. Deshalb müssen wir neu anfangen und andere Abläufe einüben“. Dies sei zwar eine kleine Herausforderung,  „aber der Lutherhof ist vielen Gästen und Mitarbeitenden die letzten Jahre zur Heimat geworden. Und die Ehrenamtlichen  stehen in ausreichender Menge in den Startlöchern und warten darauf, die Schürze umzuschnallen.“

Während der Vesperkirchenzeit werden die Gäste über die Hilfsangebote in Nürtingen informiert, bei Bedarf stehen dafür  Ansprechpartner bereit. Auch ein Kulturprogramm wird wieder angeboten. Am Samstag, 1. Februar,  ist ab 18 Uhr ein Kinoabend geplant,   am Freitag, 7. Februar, spielt ab 19.30 Uhr das Blechbläserensemble „Blech & Mehr“, und am Donnerstag, 13. Februar, gibt es ab 19.30 Uhr, eine politische Gesprächsrunde unter dem Titel „#unerhört“.  pst / Foto: Archivfoto: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen

Info: Vesperkirche Nürtingen, 26. Januar bis 16. Februar, täglich von 11.30  bis 14.30 Uhr, Essensausgabe von 12  bis 14 Uhr; Martin-Luther-Hof, Jakobstraße 17; Vesperkirchentelefon: 01 76/ 81 85 73 77; www.vesperkirchen-landkreis-esslingen.de.


Abgestimmt

Nach Bundestagsbeschluss soll mit stärkerer Aufklärung  die Zahl der Organspenden gesteigert werden, eine Regelung mit  ausdrücklichem Widerspruch wurde abgelehnt. Ist das der richtige Weg?

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Der richtige Weg?

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Mehr Platz für Sport und Spiel

Gemeindehalle in Holzmaden wird für etwa 3,4 Millionen Euro saniert und vergrößert

Die Gemeinde Holzmaden wird  ihre Gemeindehalle sanieren und mit einem Anbau um neun Meter verlängern. Im Zuge der Sanierung werden das alte Flachdach und  die Haustechnik erneuert, außerdem wird die Einrichtung modernisiert. Durch den Anbau werden eine zusätzliche Sportfläche von rund 110 Quadratmetern sowie ein Lagerraum mit 44 Quadratmeter Fläche geschaffen. Die Kosten für das Gesamtprojekt werden mit etwa 3,4 Millionen Euro veranschlagt.

Seit 37 Jahren leistet die Holzmadener Gemeindehalle gute Dienste bei Veranstaltungen der Vereine oder der Gemeinde. Hauptsächlich aber wird sie rege für den Vereins- und Schulsport genutzt. Allerdings machten sich in den vergangenen Jahren Abnutzungserscheinungen bemerkbar. So wurde vor zwei Jahren zur Verbesserung der Energiebilanz eine Holzpellet-Heizung eingebaut. Der Festsaal erhielt neue Fenster und die Akustik wurde verbessert. 

Eine Begehung brachte  dann Mängel bei der Haustechnik und in den Umkleide- und Sanitärräumen, beim Brandschutz und nicht zuletzt beim Flachdach zutage. Der Sanierungsplan dafür sieht vor, ein neues, leicht geneigtes Dach  aufzubauen, den Sportboden und die Wandbeläge zu tauschen, die Heizung auf Deckenstrahler umzurüsten und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung einzubauen, die Beleuchtung auf LED umzurüsten sowie die Umkleide- und Sanitärräume zu modernisieren. Außerdem wird eine behindertengerechte Toilette eingebaut. Für die Sanierung kalkuliert die Gemeinde mit Kosten von rund 2,25 Millionen Euro.

„Das ist nicht überzogen, wenn man den langen Nutzungszeitraum  bedenkt“, sagt Holzmadens Bürgermeisterin Susanne Irion. Das Land unterstützt die Sanierung mit 227 000 Euro aus dem Sportstätten-Förderprogramm. Einige der technischen Gewerke sind zusätzlich förderfähig, die Zuschüsse dafür seien allerdings noch nicht zu beziffern, sagt Irion. Die  Investition sei über den Haushalt gedeckt, eine Prüfung habe bestätigt, dass die Kalkulation solide ist. „Da haben wir unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt sie.

Im Rahmen der  Sanierung wird die Halle  auch um neun Meter verlängert. Damit kommen rund 110 Quadratmeter Sportfläche hinzu, außerdem werden 44 zusätzliche Quadratmeter an Lagerflächen gewonnen. Der Anbau wird weitere 1,15 Millionen Euro kosten, sodass das Gesamtprojekt etwa 3,4 Millionen Euro teuer werden wird.

Susanne Irion sieht, wie auch eine  Mehrheit des Gemeinderats, in dieser Investition gut angelegtes Geld. Durch den Anbau wird es künftig möglich sein, mit einer Trennwand zwei Sport- oder Übungsflächen anzubieten und die Halle dadurch besser auszulasten. „Der Bedarf an Trainings- oder Gymnastikfläche ist hoch. Zudem sehen wir einen verstärkten Druck auf die Abendstunden“, berichtet die Bürgermeisterin. Ein wichtiger Grund dafür sei eine beobachtbare Veränderung im Freizeitverhalten der Menschen und in den zeitlichen Abläufen in den Vereinen. „Man findet immer weniger Ehrenamtliche, die am Nachmittag etwas anbieten können“, erzählt Irion. Zudem gebe es ab 2025 den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule. Spätestens dann wäre mehr Spiel- und Sportfläche nötig.  pst / Carsten Riedl


Vielfältig und attraktiv

Bei der Reisemesse CMT  präsentiert sich der Landkreis Esslingen  mit Partnern – Alb-Card vorgestellt

Bei der diesjährigen Tourismusmesse CMT auf den Fildern präsentiert sich auch wieder der Landkreis Esslingen als touristisches Ziel – gemeinsam mit dem   Freilichtmuseum Beuren unter dem Dach  des Schwäbischen Albtourismusverbands in Halle 6. Dort wird für die  touristischen Ziele  in und um die 44 Städte und Gemeinden des Landkreises und für das Freilichtmuseum geworben.

Und das offenbar mit Erfolg, denn die Gästezahlen sprechen für sich: Die Auslastung der Hotels im Landkreis ist mit 43,7 Prozent gegenüber rund 36 Prozent in den übrigen Landkreisen überdurchschnittlich hoch, wie Peter Keck, Landkreissprecher und Leiter der Abteilung Tourismusförderung  im Landratsamt, erklärte. „Das bedeutet, dass 30 Prozent der Übernachtungen in der Region Stuttgart im Landkreis Esslingen stattfinden“, sagte Keck. Im vergangenen Jahr haben die Hoteliers im Kreis bis zum November rund 1,5 Millionen Übernachtungen registriert. Das liege zwar leicht unter dem Vorjahreswert, aber mit den Zahlen aus dem Dezember erwartet Keck erneut ein gutes Ergebnis. Im Kreis Esslingen sind dem vergangenen Jahr  500 neue Übernachtungsmöglichkeiten dazugekommen, insgesamt verfügt der Landkreis über 9148 Hotelbetten.

Für Keck stellt  der Landkreis ein bedeutendes Naherholungsgebiet in der Region Stuttgart dar. „Die abwechslungsreichen Naturräume und Landschaften bieten für jeden etwas“, betonte er. Die vielfältigen Möglichkeiten, sich zu betätigen,  und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten finden ihren Niederschlag in den neuen Broschüren und Faltblättern, die an den einzelnen Ständen auf der CMT ausliegen. Neue Führungen, Wanderungen,  Radtouren für Genießer, Sportliche oder für Kinder, Handwerk und Kunst  sind die Themen.

Die Stadt Esslingen stellt neue Führungen vor und verweist auf das Podium-Festival für neue Musik. Plochingen widmet sich „25 Jahre Hundertwasserhaus“, Leinfelden-Echterdingen zeigt sich als Messestadt, Filderstadt als Sport- und Bäderstadt.  Nürtingen stellt sich wiederum als Hölderlin­stadt vor und Kirchheim  bewirbt seine historischen Rundgänge. Im Albvorland steht Beuren mit dem Freilichtmuseum,  der Panoramatherme und seinem historischen Ortskern im Vordergrund; Beuren  darf sich offiziell „Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb“ nennen. Neuffen wird seine Wohnmobilstellplätze auf 24 erhöhen, wie Bürgermeister Matthias Bäcker ankündigte. Das Beurener  Freilichtmuseum will sein 25-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen feiern.

Neu aufgelegt wurde auch die Broschüre „Regional einkaufen, genießen und erleben“. Mit der Alb-Card wird für  die Schwäbische Alb ab dem 1. April eine Gästekarte geschaffen, die verschiedene touristische Angebote bündelt und Vorteile für Übernachtungsgäste in der Region beinhaltet, wie etwa kostenlose Führungen oder  freien Eintritt ins Freilichtmuseum. Card-Inhaber nutzen auch den öffentlichen Nahverkehr der Alb umsonst. „Die Alb-Card gilt insgesamt für 85 Sehenswürdigkeiten und  Events, 110 Gastgeber haben sich bereits angeschlossen“, erklärte  Birgit Karl vom Schwäbische Alb Tourismusverband. Im Aufwind zeigt sich  das Projekt „Hochgehberge“ der Kreise Esslingen und Reutlingen, des Landes  sowie  touristischer Verbände und 19 Kommunen.  21 Wandertouren, teilweise als Premiumwanderwege zertifiziert, sind in einer Broschüre zusammengefasst. bob / Fotos: bob


Für Ohr und Auge

Konzerte, Installationen, Performances: Tonart-Festival  vom 16. bis 22. Januar in Esslingen

„Tonart – Esslingen Ears and Eyes“ nennt sich das Festival zeitaktueller Musik, das vom  16. bis 22. Januar  stattfindet und internationale Künstler in Esslinger Locations  lockt. In acht Veranstaltungen gibt es Kunstformen wie Konzerte, In­stallationen und Performances. Bei dem Zusammenspiel von Musik und visuellen Künsten steht besonders die junge Szene im Vordergrund.

Es ist die mittlerweile zwölfte Auflage des Festivals. „Der multimediale Aspekt  ist in den vergangenen Festivals zwar  immer wieder aufgetaucht, allerdings nicht schwerpunktmäßig wie dieses Mal“,  erklärt Albrecht Imbescheid, der künstlerische Leiter der  Tonart. Schon  1998, beim ersten Festival  unter dem  Motto „Musikalische Übergriffe“, sei der  Blick zu den benachbarten Künsten gegangen.

Das Festival startet am Donnerstag, 16. Januar, 20 Uhr, im Kulturzentrum Dieselstraße mit dem „Nadar Ensemble“ für Performance und zeitgenössische Musik  aus Belgien, das sein Programm „Doppelgänger“ präsentiert.  Im Mittelpunkt stehen Kompositionen der jüngsten Generation  unter Einbeziehung  neuester multimedialer Techniken, basierend auf dem im Jahr 1900 entstandenen experimentellen Film „L’homme orchestre“, der das Duplizieren thematisiert.

Am Sonntag, 19. Januar, 15 Uhr, bespielt das „Ensemble mixed sound personell“ die Finissage der Ausstellung Hans Erich Slany in der Villa Merkel mit einem  Konzert, bei dem unter anderem Exponate als Musikinstrumente zum Klingen gebracht werden  – zum  Beispiel mit John Cages „Living-Room-Music“.

Das siebenköpfige, deutsch-isländische Ensemble „Adapter“ gestaltet das Konzert am Samstag, 25. Januar, 19 Uhr, im Münster St. Paul. Die Stücke  kommen aus der Komponistenklasse von  Arnulf Herrmann, dem Professor an der Hochschule für Musik in  Saarbrücken.  Farben sind das Thema des multimedialen Abends am Sonntag, 2. Februar, 17 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz. Das Tonart-Ensemble reflektiert Farben in Musik, Film und Improvisation. Musik und Farbe interagieren live.

Der Stummfilm  „Orlacs Hände“ aus dem Jahr  1924 gehört zu den Klassikern des Horrorfilms. Die digital restaurierte und neu vertonte Fassung wird am Sonntag, 9. Februar, 19 Uhr, im Kommunalen Kino  gezeigt. Die neue Musik zum Film stammt vom international gefragten Komponisten  und Dirigenten Johannes Kalitzke. Die Stadtkirche St. Dionys  ist am Samstag, 15. Februar, 19.30 Uhr, Schauplatz für „Ewige Wege“ im Rahmen der  Stunde der Kirchenmusik. Den visuellen Kontrapunkt setzen Objekte des Esslinger Künstlers Matthias Kunisch und eine Tanzperformance. In loser Fortsetzung der „Ewigen Wege“  greift  die Veranstaltung am Sonntag, 16. Februar, 17 Uhr, in der Villa Nagel Themen wie Erinnerung, Bewusstsein und Wahrnehmung auf. An diesem Abend tritt das  Objekt „Kubus“ des Künstlers Kunisch in Wechselwirkung mit Klanginstallationen von Christian Pfeiffer. Die Villa Nagel wird bereits im Vorfeld geöffnet sein: Die Besucher sollen so Einblicke in die  Zusammenarbeit  der Künstler, die Entstehung von Kompositionen und Installationen gewinnen.

Das Abschlusskonzert von „Ears and Eyes“ findet am Samstag, 22. Februar, 20 Uhr, im Kulturzentrum Dieselstraße statt. Das Spannungsfeld von Musik und Bild steht dabei im Vordergrund. Die Tonart-Mitglieder Felix Muntwiler und Klaus Dreher sind  mit eigenen Werken beteiligt.  bob / Foto: Alicja Wroblewska

Info: Tonart-Karten kosten zwischen fünf und 18 Euro, einige Veranstaltungen sind frei. Vorverkauf für Veranstaltungen in der Dieselstraße:  www.dieselstrasse.de; im Kommunalen Kino  Telefon: 07 11/ 31 05 95 10, www.koki-es.de oder an der Kinokasse; für die Villa Nagel unter tonart-esslingen@t-online.de (www.tonart-esslingen.de).  


Abgestimmt

Prinz Harry und Ehefrau Meghan haben den Rückzug von  royalen Pflichten verkündet.  Haben Sie Verständnis dafür?

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A 8 zurück in ursprünglicher Lage

Bahn-Tunnel für die Trasse Stuttgart–Ulm  bei Denkendorf weitgehend fertig

Die Deutsche Bahn hat den Bau des Tunnels Denkendorf weitgehend abgeschlossen – und das im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen. Durch den Tunnel wird künftig die Neubaustrecke Stuttgart– Ulm in der Nähe der Raststätte unter der A 8 hindurchführen. Kurz vor Weihnachten ist die Autobahn in ihre Ausgangslage zurückgelegt worden.

Der Bau des 768 Meter langen Tunnels  im Bereich der Tank- und Rastanlage Denkendorf hat im August 2015 begonnen. Der Tunnel wurde in offener Bauweise erstellt. Dafür wurden die Fahrspuren der Autobahn mehrfach verlegt. Nicht ohne Stolz verweist die Bahn darauf, dass während der gesamten Bauzeit die Anzahl der Fahrstreifen  – jeweils drei – aufrechterhalten wurde. Insgesamt wurden im Tunnel Denkendorf 4600 Tonnen Stahl und 35 000 Kubikmeter Beton verbaut.

Trotz dieser  Dimensionen: Die  Züge werden nach Fertig­stellung der Trasse  in Sekunden durch den Tunnel rasen. Die Schienen der neuen ICE-Verbindung werden wohl erst vom Herbst 2021 an verlegt. Der Tunnel wurde nicht  bergmännisch gegraben, sondern in Tagebauweise erstellt. An der dünnsten Stelle liegen nur zwei bis drei Meter zwischen der Tunneldecke und der Fahrbahnoberfläche der A 8. In zwei Bauabschnitten wurden die Arbeiten erledigt – von August 2015 bis Dezember 2017 und  ab Jahresbeginn 2018 bis jetzt, dabei wurde die Autobahn sieben Mal verlegt. Zwei Baugruben wurden ausgehoben, dann wurde die Rahmenkonstruktion  errichtet. Notausgänge mussten in den 768 Meter langen Tunnel  nicht eingebaut werden, diese sind erst ab einer Länge von 1000 Metern vorgeschrieben.

Geht es nach den Plänen der Bahn, rollt im Dezember 2025 der erste Zug durch den Tunnel. Dieser ist zweigleisig zu passieren, nach Bahnangaben können Regionalzüge,  ICE oder auch Güterzüge dort verkehren. Mit dem ICE soll die Strecke Stuttgart–Ulm dann in einer halben Stunde bewältigt werden. Auf der Autobahn rollt der Verkehr nun auch in Richtung München wieder wie vor den Bauarbeiten. Die Spuren der Gegenrichtung befinden sich bereits seit November  wieder in ihrer ursprünglichen Lage.  red / Foto: bul