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Feuerwerker-Wettstreit

„Flammende Sterne“ im Scharnhauser Park vom 15. bis 17. August

Im Scharnhauser Park werden von Freitag bis Sonntag, 15. bis 17. August, wieder die Feuerwerker zündeln. Zum zwölften Mal werden die „Flammenden Sterne“ ausgetragen. Während dieses Mal Pyrotechniker aus Dubai, Costa Rica und Deutschland im Wettbewerb konkurrieren, haben die Organisatoren in manchem Bereich nachgebessert. Insgesamt bleibt es aber beim bewährten Konzept, das zuletzt 50 000 Besucher an den drei Tagen auf das ehemalige Gartenschaugelände gelockt hat.

„Weltklasse-Feuerwerke, ein bezauberndes Gelände und eine feu­erwerksverrückte Region“, fasst Veranstalter Jürgen Wünsche, Geschäftsführer der Event- und Festivalmanagement GmbH (EFM), die Erfolgsformel der Veranstaltung zusammen. Mittlerweile habe das Festival in der Feuerwerker-Szene einen solchen Ruf erworben, dass es kein Problem sei, hochkarätige Starter zu verpflichten, sagt Cheffeuerwerker Joachim Berner. „Pains Fireworks LLC Dubai“ versprechen zum Auftakt am Freitag „An Arabian Adventure“, Berner erkennt dabei „viel Bewegung im Feuerwerk“. Der Cheffeuerwerker übernimmt auch die Vorbereitungen für die anreisenden Pyrotechniker, für „Fuegos Artificiales Internationales“ aus Costa Rica am Samstag benötigt der Stuttgarter „die doppelte Zeit wie für Dubai“. Die Show „Pura Vida“ stehe für die Lebensfreude der Mittelamerikaner. Der zweifache Pyrotechnik-Weltmeister Berner wird mit seiner Mannschaft das Festival am Sonntag mit einer Romantik-Show zu Musik von Klassik bis Rock beschließen. „Das wird recht spannend“, blickt der Cheffeuerwerker auf den Juryentscheid Sonntagnacht voraus. Und Berner kündigt auch an: „50 Prozent der Feuerwerke werden von außen nicht zu sehen sein.“

Mit einem in Auftrag gegebenen Sicherheitskonzept wollte EFM etwaigen Nachbesserungsbedarf erkennen. Ergebnis: Viel wurde richtig gemacht, manches nachjustiert. So wurde das Festivalgelände um 15 Meter nach Süden vergrößert und eine weitere Fluchtwegachse eingeplant. Mit einem zusätzlichen Feld bei Nellingen wird die Parkplatzfläche um 20 Prozent erweitert, den Verkehrsabfluss nach den Feuerwerken versucht man zu verbessern. Die Veranstalter raten sowieso zur Anreise mit Bus und Bahn. Auch dort wurde nachgebessert: Die langen Stadtbahnzüge der SSB fahren direkt nach den Feuerwerken im Fünf- oder Siebeneinhalb-Minuten-Takt ab.

Im Rahmenprogramm wird sich erstmals ein Riesenrad drehen, ansonsten werden die Besucher mit Lasershow, Kunsthandwerkermarkt, Livemusik, dem Glühen und Starten von Heißluftballons, Kinderprogramm und von Artisten auf die Feuerwerke eingestimmt.         ch / Foto: bul

 

Info: Der Start der Feuerwerke wurde auf 22.15 Uhr vorverlegt. Einlass ist Freitag und Samstag ab 18 Uhr, Sonntag ab 16 Uhr. Tickets kosten an der Abendkasse 16 Euro (ermäßigt 6 Euro), Dauerkarten zu 32/12 Euro, Sitzplatzkarten 29 Euro, Familientickets 34 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt.

Ausstellungen wider das Vergessen

In der Region wird an historische Fakten und persönliche Schicksale zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erinnert

Das Gedenken an zwei historische Ereignisse prägt das Jahr 2014. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, der 17 Millionen Menschen das Leben kostete und in seiner Grausamkeit nur noch von dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren seinen Anfang nahm, überboten wurde. Institutionen und Kulturschaffende der Region nahmen die geschichtsträchtigen Ereignisse zum Anlass, um Ausstellungen oder Veranstaltungen zu konzipieren, um die Bilder von einst vor dem Verblassen zu bewahren. Das ECHO hat sich in den regionalen Ausstellungen zum Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg“ umgesehen.

„Kriegsbegeisterung, Propaganda und Fronterlebnis“, „Das Leben an der Heimatfront“ und die „Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs“ sind die Leitthemen der Wanderausstellung, die von der Landeszentrale für politische Bildung ins Leben gerufen wurde. Der Fokus richtet sich dabei auf den Alltag der Menschen, insbesondere auf die Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Die Ausstellung kann von Kommunen, Schulen, Bildungseinrichtungen, Behörden oder Gedenkstätten gegen eine geringe Gebühr ausgeliehen werden. Bis 4. September ist sie in Oberkochen zu sehen, macht im Anschluss in Filderstadt Station und kommt im Januar an die Volkshochschule nach Esslingen (mehr: www.lpb-bw.de/ausstellung_ersterweltkrieg.html).

Das Freilichtmuseum in Beuren widmet sich im Rahmen seines Jahresthemas „Krieg & Frieden“ den beiden Weltkriegen. Am 31. August, 11 Uhr, stellt der Tübinger Kultur- und Medienwissenschaftler Ulrich Hägele Bilder des Reutlinger Fotografen Walter Kleinfeldt (1899 bis 1945) vor. Mit einer einfachen Plattenkamera hielt er fest, was er an der nordfranzösischen Front erlebte: Zerstörung, Tote und Verwundete, Soldaten im Graben. Hägele stellt mittels Briefen und Tagebuchaufzeichnungen auch Bezüge zu den Ereignissen her.

„Zwischen Front und Heimat – der Erste Weltkrieg in Filderstadt“ heißt die Exposition, die im Filderstadt-Museum ab dem 12. September zu sehen ist. Ausgestellt werden Gegenstände, die einen Eindruck vermitteln, wie das Leben der Menschen von den kriegerischen Ereignissen in Mitleidenschaft gezogen wurde: Feldpostbriefe, Feldpostkarten, Fotos, Kriegskochbücher oder Lebensmittelkarten und sonstige persönliche Gegenstände mit lokalem Bezug.

Ein veritables Langzeitprojekt ging in Esslingen an den Start. „52 x Esslingen und der Erste Weltkrieg“ lautet der Titel der Veranstaltungsreihe, die Stadtarchiv und Stadtmuseum über viereinhalb Jahre lang präsentieren. Die Dauer des Projekts entspricht der tatsächlichen Länge des Ersten Weltkriegs von 52 Monaten. Jeden Monat kommt ein Objekt hinzu. Beleuchtet werden nicht nur militärische Facetten und deren emotionale Nachwirkungen, sondern auch ganz persönliche Betrachtungsweisen. Vorträge, Konzerte, Theater- und Filmaufführungen, Kunstausstellungen und Lesungen ergänzen die Ausstellung.

Die Ausstellung „Fastnacht der Hölle“ im Stuttgarter Haus der Geschichte Baden-Württemberg macht den Ersten Weltkrieg mit allen Sinnen erlebbar. An fünf Stationen können die Besucher Eindrücke nachempfinden, etwa den Geschmack von Militär-Zwieback oder den Gestank im Schützengraben. Originaltöne, Objekte, Filmausschnitte und Fotos erzählen von historischen Ereignissen und  persönlichen Schicksalen, die anrühren und bewegen. Rundgänge, Vorträge, Workshops und Diskussionen vertiefen die Ausstellung, die noch bis 1. März 2015 gezeigt wird (www.krieg-und-sinne.de). Die Dauerausstellung „Weltkriege und Zwischenkriegszeit 1914-1945“ im Haus der Geschichte wurde zudem überarbeitet. Die Abteilung wurde sowohl inhaltlich als auch technisch weiterentwickelt (www.hdgbw.de).                  on / Foto: Haus der Geschichte

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Gewerkschaften geißeln, dass viele Arbeitnehmer nach Feierabend
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Das tägliche Brot

Tafeln im Kreis brauchen Hilfe: Es fehlt an Mitarbeitern und Geld

Im Landkreis Esslingen sorgen vier Tafeln mit insgesamt acht Ausgabestellen dafür, dass Menschen mit extrem geringen Mitteln Lebensmittel zu günstigen Preisen einkaufen können. Doch die Läden geraten unter Druck, vor allem die Esslinger Tafel. Steigende Nutzerzahlen auf der einen und zurückgehende Unterstützung auf der anderen Seite lassen die Situation kritisch werden. Die Betreiber wünschen sich eine Kostenentlastung sowie weitere Mitarbeiter.

Die Tafeln im Kreis werden vom Kreisdiakonieverband Esslingen, von der Caritas Region Fils-Neckar-Alb, dem Deutschen Roten Kreuz sowie verschiedenen Kooperationspartnern betrieben. Die Tafel in Filderstadt war die erste im Landkreis und die zweite im Bundesgebiet. Die Finanzierung läuft überwiegend über Spenden und Sponsoren. Die Ware kommt von Supermärkten, Discountern, Höfen und Bäckereien. Über Kirchenkollekten und andere Spendenaktionen wird Geld gesammelt. „Es gibt keine gesicherte Finanzierung“, sagt Eberhard Haußmann, der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands. 3000 Menschen, die ihre Bedürftigkeit zum Einkauf nachweisen müssen, besuchen täglich die Tafeln im Kreis. Sie kaufen dort Grundnahrungsmittel wie Brot, Obst, Gemüse, Konserven und Milchprodukte zu geringem Preis. Haußmann geht davon aus, dass die Nachfrage weiter steigen wird. Er verweist auf die 1900 Flüchtlinge, die der Kreis in Kürze aufnehmen wird.

Er und seine Kollegen von den Tafeln im Kreis beklagen die hohen Kosten, die auf den Einrichtungen lasten: beispielsweise bei der Entsorgung des Mülls, der zuhauf entsteht. Das Wegschaffen von Bio- und Restmüll kostet die Tafeln im Jahr rund 13 000 Euro.  Das hat Folgen. „Alle Tafeln sind defizitär“, sagt Haußmann. Außerdem fehlen ständige Mitarbeiter. „Um eine Tafel effektiv zu betreiben, brauchen wir etwa 60 Ehrenamtliche“, schildert Tanja Herbrik. Sie leitet die Fildertafel und arbeitet mit 30 Ehrenamtlichen. Herbrik und ihre zwölf hauptamtlichen Kollegen wünschen sich feste Mitarbeiter, die nach einer Anleitung regelmäßig und verbindlich eingesetzt werden können. Die Bereitschaft und die zeitliche Disposition von Ehrenamtlichen seien da oft nicht ausreichend. In einer Tafel fallen diverse Arbeiten an, die verbindlich zu erledigen seien: das Abholen der Waren von Supermärkten und Discountern zu einem festgelegten Zeitpunkt, das Aussortieren nicht mehr frischer Ware, das Einräumen und Auspreisen der Ware im Laden und anderes mehr. Nach Ansicht der Tafelbetreiber eignen sich besonders Langzeitarbeitslose zur Mitarbeit. Sogenannte 1,50-Euro-Jobber werden so wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt. 15 Stellen hat das Job-Center für die Tafeln im Kreis bewilligt, besetzt ist keine. „Wir wollen, dass das Job-Center diese Stellen endlich besetzt“, sagt Haußmann.

In Esslingen müssen die Tafelbetreiber mittlerweile über reduzierte Öffnungszeiten nachdenken.    bob

Unterhosen ohne Naht

Berichte und Anzeigen in Eßlinger Zeitung, im Teckboten und im Nürtinger Tagblatt zu Beginn des Ersten Weltkriegs

In diesem Jahr blickt die Welt auf zwei denkwürdige Ereignisse zurück. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg. In einer Serie widmet sich das Wochenblatt ECHO diesem Thema.

Im August 1914 hat der Erste Weltkrieg begonnen. Der Krieg, der bis 1918 dauerte und der 17 Millionen Menschen das Leben kostete, wurde auf allen Kontinenten geführt. Doch wie sah das Leben zu Hause aus? Was bedeutete der Krieg für den Alltag der Menschen im Kreis Esslingen? Die ECHO-Redaktion hat in den Archiven der Eßlinger Zeitung, des Teckboten in Kirchheim und der Nürtinger Zeitung, die damals noch Nürtinger Tagblatt hieß, recherchiert.

„Gestern Abend ward unter Trommelschlag der Krieg verkündet“, war am 1. August im Teckboten zu lesen. Große Menschenmengen hatten sich in verschiedenen Teilen der Stadt zusammengefunden, es habe aber keine großen Unruhen gegeben. Mobilmachung lautete das Motto der Tage: Hinweise auf die Sammelstellen für Soldaten gab es viele auf den Zeitungsseiten, auch auf Zugfahrpläne zu den Meldeorten. Gleichzeitig lief die Unterstützung vor Ort an. Unterstützungsvereine und -kassen für die Familien der „Ausmarschierten“ bildeten sich. Bei Bedürftigkeit erhielt eine Ehefrau sechs Mark von Mai bis Oktober, sonst neun Mark, einem Kind unter 15 Jahren standen vier Mark Unterstützung zu. Anstatt Geld wurden auch Brotkorn, Kartoffeln und Brennmaterial geliefert.

Der Kriegsbeginn lag in den Ferien, mitten in der Erntezeit. Schulen und andere Einrichtungen appellierten an Schüler und Lehrlinge, in den landwirtschaftlichen Betrieben bei der Ernte zu helfen. Auch die Kirchheimer Firma Carl Faber, die kriegsbedingt schließen musste, rief ihre Mitarbeiter auf, auf den Feldern zu helfen. Auch die Vereine kamen zusammen: „Wie können wir uns in den Dienst des Vaterlandes stellen“, fragten die Mitglieder und organisierten Sammelaktionen für die Familien der Soldaten. „Heb Aug‘ und Hand fürs Vaterland“, skandierte die Schützengilde Nürtingen und unterrichtete „unbescholtene Jünglinge“ in der Handhabung von Waffen. Nicht eingezogene Kameraden des Württembergischen Kriegerbundes sollten mit „kaltblütiger Ruhe und sittlichem Ernst“ den Einwohnern vorangehen, wie es im Nürtinger Tagblatt gefordert wurde. Regelmäßig wurden im Landkreis Kriegsbetstunden abgehalten. In einer Anzeige im Teckboten rief Frau Baurat Fleischhauer dazu auf, große und kleine Weckgläser zu spenden: „Das Spital rüstet sich für schwere Zeiten.“ Über eine Esslinger Schülerin wurde berichtet: Die Friseurtochter bot an, alle Militärangehörigen kostenlos zu rasieren. Eine reiche Frau aus München erfuhr davon und übersandte dem Kind ein wertvolles Geschmeide – anonym.

Schon Mitte August 1914 gab es erste Todesanzeigen von Gefallenen. „Auf dem Feld der Ehre gefallen“, „Den Heldentod fürs Vaterland gestorben“ – so stand es in den vielen mit dem Symbol des Eisernen Kreuzes versehenen Todesanzeigen von 20-Jährigen und Jüngeren. Mit den Todesanzeigen mehrten sich die Hochzeits- und Verlobungsanzeigen. Das alles stand inmitten normaler Inserate über Henkel Waschmittel, Bertazzonis Tomatenmark und einem zugelaufenen Wolfshund. Viele Ärzte waren an der Front. Praxis wegen Kriegseinsatz geschlossen, inserierten sie. In der Eßlinger Zeitung rief der Verein Eßlinger Ärzte die Patienten dazu auf, Einbestellungen für den Hausbesuch vor 9 Uhr morgens abzugeben und nichts als dringend zu melden, was nicht dringend ist.

Auch die Händler hatten sich auf den Krieg eingestellt: Der Renner war offensichtlich Bekleidung für Soldaten. Reihenweise boten Kögel, Eugen Mehls Nachfolger Eugen Müller, Bleyle oder Breuninger Wäsche, Socken, Hemden, Hosen und Unterhosen ohne Naht fürs Militär an – zu günstigen Preisen. Ein Uhrmacher verkaufte Soldatenuhren mit bei Nacht leuchtenden Ziffern an.

Ein gutes Geschäft war auch die Feldpost. Die normierten Päckchen waren so ausgerichtet, dass „Liebesgaben“ mitgeschickt werden konnten. Apotheken empfahlen in der EZ Kola-Durstlöscher- und Hungerstiller-Tabletten sowie Gerlachs Präservativ-Crème gegen das Wundlaufen, bei Haaga in Esslingen gab’s Pfefferminzpastillen und Schokolade. Der Krieg machte sich auch auf dem Energiesektor bemerkbar. Das Merkel’sche Schwimmbad in Esslingen wurde geschlossen, weil es keine Kohlen mehr gab. Die Neckarwerke erwarteten eine Ölknappheit und forderten die Bevölkerung in einem Inserat auf, auf elektrisches Licht umzustellen. Im ersten mit Bildern dokumentierten Krieg hatten auch die Lichtspielhäuser Konjunktur. Ihr Thema war natürlich der Krieg. So kündigte das Central-Theater „authentische Filmkriegsberichte“ an.

Der deutsche Kaiser hatte den Soldaten versprochen, im Herbst seien sie wieder zu Hause. Im Dezember wurde jedoch auf der ganzen Welt gekämpft. Weihnachten und Silvester standen vor der Tür, zu Hause warben Lebensmittelhändler für Citrone, Orangen, Berliner Pfannkuchen und Sekt. Und im Kino in Kirchheim lief am 24. Dezember „Die Deutschen in Antwerpen“. In der Anzeige hieß es: „Vor allem der brennende Petroleum-Tank ist schaurig schön.“  bob

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Bremen hat es vorgemacht: Bundesliga-Clubs sollen für Polizeieinsätze
bei sogenannten Risikospielen zahlen. Auch andernorts gibt es derlei
Überlegungen. Haben Sie dafür Verständnis?

 

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Vielseitiges Früchtchen

Am 1. August beginnt das Esslinger Zwiebelfest – Hocketse mit Programm

Es ist Zeit für Esslingens großes Gastronomiefest: Am 1. August beginnt das Zwiebelfest. Elf Tage dauert die Open-Air-Veranstaltung, die in diesem Jahr zur 28. Ausgabe einlädt und mit Hocketse und Rahmenprogramm Besucher aus der Region und darüber hinaus auf den Marktplatz locken soll.

Acht Zwiebelfestwirte haben in den vergangenen Tagen gehämmert, geschraubt und gebohrt, damit zum Festbeginn eine komplette Gastronomie mit allen Anschlüssen und Abläufen fest auf dem Platz installiert ist. Haben die Festgäste in den Anfangszeiten Bier, Wein und Gerichte noch über den Tresen gekauft, so können die Gäste nun mit einem kompletten Gastronomieservice rechnen. Acht Lauben, die „Onion Bar“ und etwa 100 Biergarnituren auf dem Marktplatz schaffen Platz für bis zu 4000 Personen. Gerichte für kleinere und größere Geldbeutel stehen auf den Speisekarten der Wirte.

Das Zwiebelfest will aber mehr sein als eine Hocketse mit viel Essen und Trinken. Das Rahmenprogramm soll den Gästen etwas Besonderes bieten. Es gibt Live-Musik, aber nicht zu viel. „Man soll sich unterhalten können“, sagt Frank Jehle. Der Betreiber des Palmschen Baus weiß: „Das Zwiebelfest ist in erster Linie ein geselliger Treff.“ Jeder Zwiebelfestwirt bietet in seiner Laube mindestens ein Gericht mit den in Esslingen geschichtsträchtigen Zwiebeln an.  Neben der abwechslungsreichen Speisekarte stehen ein Kinderprogramm und die Wahl zur diesjährigen „Zwiebelfestkönigin“ an.

Beim Auftakt am Freitag um 18 Uhr wird nicht nur Oberbürgermeister Jürgen Zieger dabei sein, es werden auch wieder bekannte Persönlichkeiten gegen Zwiebel aufgewogen. Am Samstag, 2. August, spielen ab 18.30 Uhr „Danny and the Wonderbras“ fetzigen Rock ‘n‘ Roll. Sonntag, 3. August, wird als Familientag angekündigt. Von 14 bis 17 Uhr gibt es Spiele, Spaß und Aktionen für die Kleinen. Der Donnerstag, 7. August, gehört den Trachten.

Geplant ist eine Dirndl-Modenschau. Es gibt zünftige Spiele und das Fotoshooting zur „Zwiebelfestkönigin 2014“. Am Samstag, 9. August, ist wiederum Live-Musik angesagt. Ab 20 Uhr spielen die „Bang Bags“. „Die Gäste sollen sich wohlfühlen“, sagt Jehle. Die aufwendige Logistik wollen die acht Wirte nicht auf die Preise abwälzen. „Wir achten auf marktgerechte Preise“, versichert
Wir­tesprecher Jehle.         bob

 

Info: Das Zwiebelfest hat täglich von 11 bis 23 Uhr,
samstags bis 24 Uhr geöffnet. www.esslingerzwiebelfest.de

„Erster Weltkrieg war zukunftsweisend“

ECHO-Serie über die Schreckenszeit und die Folgen der Weltkriege – Gespräch mit dem Historiker Gerhard Hirschfeld

In diesem Jahr blickt die Welt auf zwei denkwürdige Ereignisse zurück. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg. In einer Serie widmet sich das Wochenblatt ECHO diesem Thema. Nach dem Mord an dem österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau Sofie im Juli vor 100 Jahren durch serbische Separatisten überschlagen sich die Ereignisse. Es kommt zum Krieg, der bis 1918 dauert und der in England und in Frankreich heute noch der „Große Krieg“ genannt wird.  Welche Bedeutung hat dieser Krieg für uns heute? Was macht ihn so außergewöhnlich? Darüber hat sich das Wochenblatt ECHO mit Gerhard Hirschfeld unterhalten. Der promovierte Historiker an der Universität Stuttgart ist überzeugt: Der lange Frieden seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist indirekt eine Folge dieser beiden Kriege.

Herr Hirschfeld, welche Bedeutung hat der Erste Weltkrieg für das 20. Jahrhundert?
Hirschfeld: Historiker sprechen oft von der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts, vom Ersten Weltkrieg als Voraussetzung für den Zweiten Weltkrieg. Dieser Krieg war zukunftsweisend. Er hat politische, soziale und kulturelle Verwerfungen nach sich gezogen, vier Imperien zerstört, ohne ihn wäre der Faschismus undenkbar gewesen und Amerika wäre nicht so rasch zur Weltmacht aufgestiegen.

Was macht ihn außergewöhnlich?
Hirschfeld: Es war der erste wirklich globale Krieg. Mit dem Eintritt der Briten in den Krieg am 4. August wurden auch die Kolonien und Dominions in den Krieg hineingezogen. Es kämpften plötzlich viele Nationen, viele Völker und Rassen in Europa. Gekämpft wurde aber auch  in Afrika und Asien, zu Wasser, zu Land und in der Luft wurde dieser Krieg geführt – also wirklich weltumspannend.

War das der erste moderne Krieg?
Hirschfeld: Wirklich neu ist diese nie da gewesene Dimension der Gewalt. Bedingt zum einen durch neue Technologien bei den Waffen. Maschinengewehre wurden flächendeckend eingesetzt, Flugzeuge und Zeppeline warfen Bomben ab, U-Boote waren auf den Meeren im Einsatz, Giftgas wurde erstmals angewandt. Neu ist andererseits auch die Gewalt und Grausamkeit gegenüber der Zivilbevölkerung. Wir sehen Vertreibungen im großen Stil bis hin zum Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich. Oder denken Sie auch an das Konzept der verbrannten Erde: Haben sich Soldaten zurückgezogen, haben sie dafür gesorgt, dass die In­frastruktur nachhaltig zerstört war.

Spielten auch die Medien eine Rolle?
Hirschfeld: Auch das ist neu: Zeitungen berichteten in nie dagewesenem Ausmaß von diesem Krieg – allerdings nicht sachlich-aufklärend, sondern im Sinne der Propaganda. Erstmals hat man sich auch von oberster Stelle um die sogenannte Presselenkung gekümmert. In Kinos liefen Filme über den Krieg und die Schlachten, die in stummen Bildern zwar keine Kampfhandlungen, aber die Begleitumstände des Kriegs zeigten. Bezeichnenderweise gibt es zahlreiche Fotos von der Front. Soldaten wurden ermuntert, Fotoapparate, die damals gerade sehr modern waren, mitzunehmen.
Bezeichnenderweise gibt es weit mehr Fotos aus dem Ersten als aus dem Zweiten Weltkrieg.

Man spricht ja gerne vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs wie vom Ausbruch eines Vulkans, wie von einem Naturereignis. War der Krieg nicht sogar gewollt und geplant?
Hirschfeld: Dieser Krieg ist fahrlässig ausgelöst worden. Aber die Verantwortlichen meinten einen anderen Krieg als den, den sie dann bekamen. Man dachte an einen kurzen, überschaubaren Krieg mit
einigen entscheidenden Schlachten, so wie er 1870/71 in Preußen-Deutschland gegen Frankreich geführt wurde.

Ein langer Krieg war also nicht eingeplant?
Hirschfeld: „Ehe die Blätter fallen,  seid Ihr wieder zuhause“ , hat der Kaiser im August 2014 verlauten lassen. Eine Fehleinschätzung: Im Herbst 1914 gab es die ersten Engpässe bei der Munition. Erst ein neues technisches Verfahren hat diesen Engpass überwunden. Kurzum: Ich bin sicher, hätten die Verantwortlichen 1914 gewusst, was sie auslösen, wäre es nicht zum Krieg gekommen.

Hat die Welt daraus gelernt?
Hirschfeld: Geschichte wiederholt sich nicht und die Menschen bleiben die gleichen mit ihren Eitelkeiten und Egoismen und ihrem Drang, den anderen herabzusetzen.

Stand die Welt noch mal am Rand eines großen Krieges? Bei der Kuba-Krise? Zum 11. September?
Hirschfeld: Die Konflikte waren und sind durchaus da. Da drängt sich immer wieder die Frage auf, ob wir mit dem Konflikt in der Ukraine eine ähnliche Situation wie 1914 haben. Die Strukturen sind
jedoch völlig andere. Vor 100 Jahren gab es keine UNO, keine NATO, keine EU. Und wenn wir die Kuba-Krise betrachten, so lief sie unter den Bedingungen des Kalten Kriegs und des Atomzeitalters ab. Kriege heute sind die sogenannten asymmetrischen Kriege, die mit Drohnen oder von sogenannte Terroristen geführt werden.

Ist unsere lange Periode von Frieden eine Folge der Weltkriege?
Hirschfeld: Ja, das glaube ich. Zumindest, was uns Europäer betrifft. 28 Nationen sind mittlerweile unter dem Dach der EU zusammengeschlossen. Vielleicht hat es doch dieses schmerzlichen Lernprozesses mit diesen ungeheuren Opfern bedurft.

Info: Gerhard Hirschfeld ist seit 1997 Professor am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Er ist in Westfalen geboren, war Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in London, Direktor und Leiter der Bibliothek für Zeitgeschichte. Er war Präsident des Internationalen Komitees für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs (2000 bis 2010), Hirschfeld ist außerdem Mitglied nationaler und internationaler Beiräte und Gremien.

Veröffentlichungen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs (in Auswahl): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Erweiterte Neuauflage  (UTB-Schöningh) 2014, Die Deutschen an der Somme: Krieg, Besatzung, Verbrannte  Erde, Essen (Klartext) 2006.

Hirschfeld spricht am 16. Januar 2015 an der Volkshochschule Esslingen zum Thema:  „Historisches Erbe des Ersten Weltkriegs im 20. Jahrhundert.“       bob

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Sportwetten, Online-Kasinos, Poker im Internet – die Spielsucht
bedroht insbesondere junge Menschen. Die EU will nun strenger
gegen Online-Lotterien vorgehen. Ist das der richtige Weg?

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Filme unter Sternen

Kino auf der Burg vom 24. Juli bis 9. August – Live-Musik im Rahmenprogramm

Eine schlechte Nachricht vorneweg: Der Hahn ist nun endgültig tot. Der kultige Kurzfilm „Der Hahn ist tot“ wird beim Kino auf der Burg vom 24. Juli bis 9. August nicht mehr gespielt. Der Grund: Alle Filme werden nur noch in digitaler Fassung gezeigt, der „Hahn“ wird nicht rechtzeitig digitalisiert. Das ist eine Neuerung beim Kino-Festival, ansonsten setzen die Organisatoren vom Kommunalen Kino auf die bewährte Mischung aus ausgesuchten Filmen und dem anspruchsvollen Rahmenprogramm.

13 Filme stehen auf dem Programm. Den Auftakt macht am Donnerstag, 24. Juli, 22 Uhr, der deutsch-amerikanische Film „Grand Hotel Budapest“, der eine bitter-süße Geschichte über vergangene Zeiten erzählt – und das mit Stars wie George Clooney, Harvey Keitel, Willem Dafoe und Tilda Swinton.

Am Freitag, 25. August, 22 Uhr, steht mit „Vaterfreuden“ eine Komödie auf dem Plan. Dabei agiert Matthias Schweighöfer als Produzent, Regisseur, Schauspieler und Co-Autor.

„Lunchbox“ am Samstag, 26. Juli, 22 Uhr, ist der erfolgreichste Film im Kommunalen Kino der vergangenen zwölf Monate. Der Film, der in Mumbai spielt, ist laut Ankündigung ein „wunderschöner Film über die indische Metropole“ – aber kein Bollywood-Film.

„Die Bestimmung – Divergent“ nach dem Bestseller von Veronica Roth am Mittwoch, 30. Juli, 21.30 Uhr, ist ein Science-Fiction-Film, in dem sich Thrillerelemente und Philosophisches die Waage halten.

Am Donnerstag, 31. Juli, 21.30 Uhr, kommt „Der Medicus“ auf die Burg. Die Romanverfilmung nach Noah Gordon wird im Rahmen der interreligiösen Kulturtage gezeigt.

Der englische Film „Philomena“ von Stephen Frears am Freitag, 1. August, 22 Uhr, bringt mit Judie Dench und Steve Coogan zwei bemerkenswerte Hauptdarsteller auf die Leinwand.

Der französische Kassenschlager „Monsieur Claude und seine Töchter“ erzählt am Samstag, 2. August, 22 Uhr, von der „Globalisierung im eigenen Wohnzimmer“ und das laut Ankündigung mit „radikalem Witz und schwindelig machender Gagdichte“.

In Stephen Spielbergs „Gefährten“ am Sonntag, 3. August, 21.30 Uhr, sucht der junge Soldat Albert seinen geliebten Hengst Joey auf den Schlachtfeldern Europas.

Am Dienstag, 5. August, 21.45 Uhr, läuft „Fuck Ju Göthe“, der erfolgreichste deutsche Film der vergangenen Jahre. Ein Krimineller als idealer Lehrer – das birgt Komikstoff.

„Exit Marrakech“ läuft am Mittwoch, 6. August, 21.45 Uhr. Regisseurin Charlotte Link inszeniert die Vater-Sohn-Geschichte bildgewaltig vor der Kulisse Marokkos.

Eine Art Kammerspiel im Weltraum ist der oscar-gekrönte Film „Gravity“ am Donnerstag, 7. August, 22 Uhr, mit George Clooney und Sandra Bullock.

„Einmal Hans mit scharfer Soße“ am Freitag, 8. August, 22 Uhr, nach dem autobiografischen Buch von Hatice Akyün erzählt mit viel Humor vom deutsch-türkischen Alltag.

Den Abschluss macht am Samstag, 9. August, 22 Uhr, „Hannas Reise“, eine deutsch-israelische „amüsante Culture-Clash-Komödie“.                bob

Info: Zu allen Filmen Vorprogramm, es gibt Live-Musik und einen Vorfilm. Eintritt: 9 Euro (www.koki-es.de).