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Kino auf der Burg vom 29. Juli bis 8. August – Neues Einlasssystem


Der Vorverkauf läuft bereits: Der Esslinger Klassiker, das Kino auf der Burg, läuft in diesem Jahr vom 29. Juli bis zum 8. August. Die Macher vom Kommunalen Kino setzen wieder auf die bewährte Mischung: Ein ausgewähltes Filmprogramm wird von Live-Musik mit Bands aus der Region, mit Vorfilmen und einem gastronomischen Angebot ergänzt. Modernisiert ist das Einlasssystem.

An zehn Tagen laufen zehn Filme unter freiem Himmel. Vom Drama bis zur Familienkomödie, vom Thriller bis zum romantischen Melodram, von  der Superheldenfilm-Persiflage bis zum Wohlfühlstreifen soll das Programm möglichst viele Kinofans ansprechen. Mit dabei sind auch aktuelle Kassenschlager.

Los geht es am Mittwoch, 29. Juli, 21.45 Uhr, mit „Guardians of the Galaxy“. Star-Lord, Gamora, Rocket Raccoon, Groot und Drax, der Zerstörer, gehören zum Universum der Marvel Comics. Die Vorankündigung lobt die „selbstironische Haltung und den  hinreißenden Soundtrack aus Hits der 90er- und 80er-Jahre“. Am Donnerstag, 30. Juli, 22 Uhr, steht „The Imitation Game“ an. Der Oscar-gekrönte Film erzählt das Leben des Briten Alan Turing: seine Jugend im Internat, als brillanter Codeknacker  von Enigma und sein Bekenntnis zur Homosexualität. „Madame Mallory und der Duft von Curry“ mit Helen Mirren zeigt am Freitag, 31. Juli, 21.45 Uhr, was passiert, wenn ein junger indischer Koch auf eine französische Haute-Cuisine-Sterneköchin trifft. „Ein Schotte macht noch keinen Sommer“ am Samstag, 1. August, 22 Uhr, lebt vom „absurden Humor und einem einfallsreichen Plot“, schreiben die Veranstalter. Das schwierige Thema Demenz hat Til Schweiger in „Honig im Kopf“ am Sonntag, 2. August, 21.30 Uhr, verarbeitet. In den Hauptrollen sind Dieter Hallervorden als dementer August und Schweigers Tochter Emma als Enkelin Tilda zu sehen. Zwei parallele Liebesgeschichten hat Nicholas Sparks zum Roman „Kein Ort ohne dich“ verwoben. Der gleichnamige Film läuft am Dienstag, 4. August, 21.45 Uhr. Sönke Wortmann hat mit Darstellern wie Anke Engelke und Justus von Donahnyi die Komödie „Frau Müller muss weg“ inszeniert: am Mittwoch, 5. August, 22 Uhr, zu sehen. „Who am I – Kein System ist sicher“ am Donnerstag, 6. August, 22 Uhr, ist ein Thriller und erzählt die Geschichte von zwei Hackern, die in einem Mordkomplott landen. „Kiss the Cook“ am Freitag, 7. August, ist „eine Komödie, angerichtet mit Wortwitz, einer Prise Romantik, einer Vater-Sohn-Geschichte und kubanischen Rhythmen“ – so die Vorankündigung. Den Schlusspunkt setzt „Verstehen Sie die Beliers?“ am Samstag, 8. August, 22 Uhr – ein unterhaltsamer Familienfilm über die Welt von Hörenden und Gehörlosen.     bob / Foto: bul

 

Info: Preise: 9 Euro Abendkasse, 9,50 Euro im Vorverkauf (ermäßigt 6/6,50 Euro), Ticketvorverkauf im EZ-Haus am Esslinger Marktplatz, Provinzbuch in der Küferstraße und online: Karten können zu Hause ausgedruckt oder auf dem Smartphone gespeichert werden, am Einlass wird die Karte abgescannt. Parkplätze gibt es im Parkhaus Flandernstraße.

Neue Routen für Mentalreisende

Lesetipps für die entspannten Sommertage


An zwei Orten gleichzeitig zu sein ist für Lesebegeisterte keine Hexerei. Der Körper liegt entspannt im Liegestuhl, während der Geist mit Sprachwanderern auf Tour geht. Das ECHO hat aus den Frühjahrserscheinungen neue belletristische Routen herausgesucht, die Mentalreisende zu neuen Orten führen.

 

Eigentlich ist der 15-jährige Loris ein ziemlich fröhlicher Junge. Und das, obwohl er weiß, dass er an Duchenne Muskeldystrophie leidet und nicht mehr lange leben wird. Seine Eltern leiden sehr unter der Vorstellung, dass ihr Kind sterben muss. Aber Loris hat auch einen Traum: Er möchte einen echten Olympia-Star treffen. Sein Vater setzt alles daran, ihm diesen Wunsch zu erfüllen und so viel sei verraten: Loris wird einige Olympiasieger treffen. Jochen Weebers Geschichte lebt von dem Wechsel der Erzähltöne: Von heiter bis melancholisch spannt der ehemalige Esslinger Bahnwärterstipendiat sein Emotionsspektrum im Buch und schafft es bis zum Schluss, Hoffnung zu schüren.

Jochen Weeber: Herr Lundquist nimmt den Helm ab; Drey-Verlag.

 

Der Architekt Felix ist auf dem besten Weg, Karriere zu machen. Wenn er nicht so ein ungewöhnliches Handicap hätte, das sein Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt: Er leidet unter einer Glücksallergie. Sobald ihm etwas gelingt oder etwas Erfreuliches widerfährt, reagiert sein Körper mit üblen Symptomen. Er muss also Strategien entwickeln, um ein gewisses Niveau der Genervtheit zu halten. Gar nicht so einfach, wenn soeben die Traumfrau ins Leben tritt. Die Stuttgarter Autorin Hannah Simon hat die heitere Geschichte um den Glückspilz, der keiner sein darf, ersonnen. Herausgekommen ist eine leichte, schön-schräge, unterhaltsame Komödie, die so manchen Liegestuhl-Moment angenehm verkürzt.

Hannah Simon: Felix oder zehn Dinge, die ich an dir liebe; Frankfurter Verlagsanstalt.

 

Helge Thun ist eigener Aussage gemäß auch Allergiker. Er leidet unter einer Erdnuss-Unverträglichkeit. Seinem skurrilen Humor, der Lust an wortakrobatischen Spielereien und seinem Einfallsreichtum schadet dies jedoch nicht. In seinem Buch sammelt er Reime, Sketche, Kurzprosa, die einen vergnüglichen Einblick in sein Schaffen liefern. Wer die Texte gern im Originalton des Verfassers hören möchte, kann dies ebenfalls tun: Dem Buch liegt eine CD bei.

Helge Thun: Wollte Waldemar wegen Wetter warnen; Klöpfer & Meyer.

 

Liegt die nächste Fernreise zeitlich in weiter Ferne, dann kann ein attraktives Nahziel die naheliegende Alternative sein. Zum Beispiel die Region Oberschwaben, Westallgäu bis hin zum Bodensee. Diese Landschaft bietet Erholung in schönster Umgebung, wie der Bildband  des Fotografen Peter Sandbiller beweist. Herrliche Aufnahmen und ein animierender Text von Bernhard Bitterwolf dokumentieren einen malerischen Landstrich mit all seinen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, der auf jeden Fall eine Reise wert ist.

Peter Sandbiller/ Bernhard Bitterwolf: Bilderbuch Oberschwaben-Bodensee; Silberburg Verlag.

 

Der junge Pole Matse Blitz erlebt seine Jugend im badischen Schwetzingen der 90er-Jahre. Dass sich sein Freundeskreis aus einem kiffenden Türken, einem Russlanddeutschen, einem Quasi-Skinhead und einem Halb-Thai zusammensetzt, erschwert die einsetzende Adoleszenz in dem kleinbürgerlichen Idyll. Nach ihrem Werkrealschulabschluss wollen die Freunde an Silvester noch einmal so richtig die Korken knallen lassen, bevor sich die Lebenswege trennen. Es wird eine unvergessliche Nacht für alle Beteiligten. Mit schnoddriger Sprache, viel Witz und zeitgeistigen Momenten skizziert Aleks Wiercinsky das Erwachsenwerden in der 90er-Jahren. Daran werden nicht nur Vertreter der Generation Golf Gefallen finden.

Aleks Wiercinsky: Die letzte Nacht des Matze Blitz; Sammlung Zauberberg.

Schlechte Zeiten für Mörder und Totschläger: Jetzt ermittelt Pfarrer Andreas Goettle aus Biberach. Der Esslinger Autor Olaf Nägele lässt den sturköpfigen und eigenwilligen Amateurdetektiv in einem Fall mit aktuellem Bezug ermitteln. Der Mäzen des aufstrebenden 1. FC Oberschwaben wurde ermordet, der Mittelfeldspieler halb totgeschlagen. Goettle bruddelt und schwäbelt und ist schließlich äußerst erfolgreich mit seinen höchst ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, während Hauptkommissarin Greta Gerber und ihr Team lange im Dunkeln tappen. In diesem für ihn neuen Genre ist Nägele der Erzähler einer durchaus authentischen Geschichte, aber auch der Unterhalter, der mit schwäbischer Wort- und Situationskomik spielt.

Olaf Nägele: Goettle und der Kaiser von Biberac; Silberburg Verlag.

 

Für Jonas, den Frontmann der Band „The pretty Green“, scheint dieser Sommer der beste seines Lebens zu werden. Erst überzeugt er bei seinem Auftritt beim Soundrise Festival, dann verliebt er sich in die schöne Sängerin Cold der Girlband Riottt. Doch sein Glück steht auf einem fragilen Fundament. Denn unglücklicherweise hat er sich auf eine Wette eingelassen, die sich als folgenschwer erweist. Die Esslinger Autorin Sabine Bartsch legt mit dem spannenden und unterhaltsamen Roman ihr zweites Werk vor und beweist ihre große erzählerische Gabe.

Sabine Bartsch: A song about Love; Books on Demand.        on/bob / Foto: on

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Bernd Lucke hat wieder eine Partei gegründet, nach dem Austritt
aus der AfD hat er die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA)
ins Leben gerufen. Glauben Sie, dass ALFA den Einzug in Parlamente
schaffen wird?

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Tödliche Falle am Kanzleiufer

Toter Esslinger Gastronom gibt Kommissar Blickle Rätsel auf: Hat die Mafia zugeschlagen? – EST hilft bei Ermittlung


Das Alte Rathaus in Esslingen mit seiner Fassade von Meisterarchitekt Schickhardt, der Astronomischen Uhr und dem wunderbaren Glockenspiel war das Ziel der geführten Tour.  Die Leute lauschten gebannt den Geschichten des Stadtführers. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, was sich Schreckliches wenige Meter entfernt zutrug. Niemand hörte den Schuss, niemand hörte, wie ein Körper schwer aufschlug, dann in den Kanal am Kanzleiufer rutschte und im flachen Wasser liegen blieb. Der italienische Gastronom Salvatore Marrazzo, ein bekannter Mann in Esslingen, war tot, mausetot.

Der Fall schlug hohe Wellen. Der Mord geschah mitten in der Stadt, am frühen Abend, während gerade eine Führung der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) durch die Altstadt lief. Eben an jenem Kanzleiufer entlang mit dem Ziel Altes Rathaus, wo Eckart Hirschmann die Teilnehmer mit seinem Glockenspiel zur vollen Stunde erfreuen sollte. Zum Abschluss hätte die Gruppe dann im Accanto neben dem Alten Rathaus getafelt: Doch Wirt Marrazzo konnte ihnen nichts mehr servieren. In seinem Kopf steckte eine Kugel.

Kommissar Blickle schaute sich gerade die Speisekarte in der Trattoria Accanto an und gab leise zustimmende Geräusche von sich, als die Tür aufflog und seine Assistentin Bettina Schnell herein eilte. „Chef, Polizeiarzt Hades sagt, der Marrazzo wurde um 17.30 Uhr ermordet. Seine Armbanduhr blieb stehen, als er auf den Boden aufschlug“, sagte sie und zog ihn am Ärmel. „Wir sollten mal rasch um die Ecke zum Tatort.“ Blickle, eher unwillig, da er gerade erwogen hatte, sich Spaghetti Accanto mit Brokkoli-Sardellen-Soße kommen zu lassen, vielleicht mit einem klitzekleinen Weißen aus dem Trentin, stand auf und folgte seiner wie immer hellwachen Partnerin.  „Ein ermordeter Sizilianer“, sagte er. „Was wird da schon dahinterstecken? Die Mafia, die Cosa Nostra, die Corona Unita oder die N‘drangheta“, zählte er auf, um mit seinem Halbwissen über die italienische Kriminaltradition anzugeben. Schnell rollte die Augen: Der Chef wurde immer ignoranter. Marrazzo hatte sich immer als italienischen Schwaben bezeichnet, betrieb seit Jahrzehnten das Restaurant Reichsstadt und seit 2013 das Accanto neben dem Alten Rathaus. Mafia? So ein Quatsch!

Immerhin ließ sich Blickle informieren: Die Führung – unterwegs waren zehn Männer und Frauen, etliche davon aus einem Schützenverein – war bei der EST vor zwei Wochen gebucht worden. EST-Chef Michael Metzler und  Stellvertreterin Charlotte Fink waren zum Kanzleiufer geeilt, um die Polizei mit Infos zu versorgen. Denn Blickle und Schnell vermuteten, dass der Täter unter den Teilnehmern der Führung zu suchen war.

In der Tat gab es Auffälligkeiten: „Da waren drei Personen, die unbedingt diese Führung haben wollten“, erinnerte sich Fink. „Wir haben ja insgesamt 40 Führungen, aber diese Leute fragten exakt nach dieser, die am Kanzleiufer vorbeiführt und im Accanto zum Essen endet.“ Von den Teilnehmern der Führung konnte sich aber niemand daran erinnern, dass jemand am Alten Rathaus gefehlt haben sollte.

Die drei auffälligen Personen sollten unter die Lupe genommen werden: Da war ein Esslinger namens Peter Schaf, der Mitglied eines Schützenvereins war und als Buchhalter in Plochingen arbeitete, eine Frau aus Kirchheim namens Petra Hahn, die Italienisch-Dolmetscherin war  und in Sizilien gelebt hatte. Der Dritte war Gianni Corleone aus Ostfildern, der als Gärtner in Nürtingen arbeitete. „Da steckt doch eine Frauengeschichte dahinter“, sagte Blickle und machte dabei eine pubertäre Handbewegung. Bettina Schnell funkelte ihren Chef wütend an – zum Glück hatte niemand etwas davon bemerkt.

Vielleicht lag Blickle gar nicht so falsch: Die beiden Ermittler begannen, über die drei auffälligen  Personen Infos zu sammeln. In der Tat traten erstaunliche Dinge zu Tage. Die Frau kannte Marrazzo, es wurde von einem Verhältnis der beiden gemunkelt, das die Frau wesentlich ernster als der Italiener genommen haben sollte. Das berichtete Marrazzos Angestellte Ivana. Marrazzos Landsmann Corleone wiederum wollte vor Jahren ein Lokal am Alten Rathaus in Esslingen eröffnen, zog aber gegen seinen gewichtigen Mitbewerber den Kürzeren. War da eine alte Schuld zu begleichen? Interessant hörte sich auch der Background des dritten Verdächtigen an: Peter Schaf war Buchhalter und arbeitete bei Marrazzos Steuerberater. Sollte er auf Ungereimtheiten bei dessen Steuer gestoßen sein? Ist da ein Erpressungsversuch aus dem Ruder gelaufen? Dunkle Geschäfte?  „Geldwäsche“, dachte Blickle.

Marrazzo hatte man offensichtlich in die Falle gelockt. Kellnerin Ivana sagte, dass der Chef noch kurz wegwollte. Er sei am Kanzleiufer mit jemandem verabredet gewesen. Eine unangenehme Geschichte, habe er nur angedeutet.

Blickle und Schnell mussten die  drei Verdächtigen verhören. Petra Hahn, aktive Schützin, gab sich cool. Sie habe Marrazzo längst den Laufpass gegeben. Ihr Alibi: Sie sei immer bei der Führung gewesen. Sie erinnerte sich an die Geschichte über Baumeister Schickhardt. Buchhalter Peter Schaf hatte Marrazzo ebenfalls nicht am Kanzleiufer getroffen. Er bestritt nicht, den Namen aus seiner Arbeit zu kennen. „Ich wollte aber auch mal bei ihm essen.“ Zum Todeszeitpunkt hätte er am Rathaus gestanden. „Ich hörte dieses wunderbare Glockenspiel, das war einzigartig.“

Gianni Corleone war wütend: Er werde nur verdächtigt, weil er Italiener sei. Und wenn er als Sizilianer einen Sizilianer ermorden würde, dann  bestimmt nicht mit einer Kugel, sondern mit der sizilianischen Kravatte, bei der das Opfer. . . Blickle unterbrach die folkloristischen Ausführungen und fragte nach dem Alibi. „Ich war die ganze Zeit bei der Führung und habe zum Beispiel von der Astronomischen Uhr gehört. Marrazzo hätte ich später im Accanto gesehen und ihm gesagt, dass ich ihm nichts nachtrage. Er ist ein Ehrenmann, wie ich auch.“  Schnell schaute ihren Chef an, der stutzte kurz, dann machte es bei ihm Klick – und Klick machten die Handschellen. Bei wem? Und warum? Foto: bul

Jobs in letzter Minute

Ferienarbeitsstellen noch vereinzelt frei – Arbeitgeber direkt ansprechen


Wer jetzt noch einen Ferienjob finden will, muss Glück haben. Meistens haben die Firmen, die Aushilfsjobs in den großen Ferien anbieten, ihre Leute schon unter Dach und Fach. Aber es gibt noch einzelne Plätze.

„Die gute Auftragslage bei den produzierenden Unternehmen in der Region Stuttgart macht es möglich, dass viele Ferienjobs angeboten werden“, hat Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart festgestellt. Bei kleinen und mittelgroßen Betrieben sei der Bedarf an Aushilfen im gewerblich-technischen Bereich ebenfalls gestiegen. In der IT- und Medienbranche und beim Handel gibt es laut IHK kaum Ferienjobs.

Anders als früher vermittelt die Agentur für Arbeit jedoch keine Ferienarbeitsplätze mehr. Pressesprecherin Kerstin Fickus sagt: „Das läuft mittlerweile nicht mehr über uns.“ Nachfrage und Bedarf würden direkt abgewickelt. „Schüler und Studenten fragen direkt bei den Firmen nach.“  Oft seien es die Kinder von Firmenangehörigen, die bei großen Unternehmen die  begehrten Arbeitsplätze bekommen. So läuft es  auch bei Ceramtech in Plochingen. 30 bis 40 Plätze besetzt das Unternehmen jedes Jahr mit Ferienarbeitern. „Das sind überwiegend Kinder unserer Mitarbeiter“, sagt Sabine Dedecius, die Personalleiterin für den Tarifbereich. Die Plätze seien bereits seit dem Frühjahr vergeben. Im Landkreis Esslingen  gibt es noch einzelne Plätze für Kurzentschlossene. Die Deutsche Post DHL Group nimmt noch Jobber an – laut Pressesprecher Hugo Gimber vornehmlich für das Paketzentrum in Köngen. Auch Thorsten Hirsch, Geschäftsführer der Firma Schwaben Personal in Esslingen, nimmt noch Bewerbungen an. Sein Unternehmen arbeitet meist mit Studenten zusammen.

Etliche Kommunen arbeiten mit Ferienarbeitern: Städte und Gemeinden, auch der Landkreis, der in diesem Jahr etwa 30 Plätze anbietet. Dort werden Jobber zu so genannten Verwaltungshilfstätigkeiten eingesetzt, wie Pressesprecher Peter Keck erklärt. Wer eine Chance haben will, hat sich laut Keck frühzeitig bewerben müssen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb setzt keine Ferienarbeiter mehr ein. Der Grund: Die Arbeitsbedingungen zum Beispiel im Kompostwerk seien für junge Leute schwierig, die Auflagen streng. In der Stadt Ostfildern sind Ferienkräfte beim Bauhof im Einsatz sowie beim Großputz in den Schulen. Vier bis fünf freie Plätze gibt es noch. „Wer mindestens 16 Jahre alt ist, kann sich noch melden“, sagt Rathaussprecherin Andrea Wangner.

Nicht alle Unternehmen setzen Zeitkräfte ein. So wie der Sitzehersteller Recaro in Kirchheim: Die Einarbeitungszeiten für die speziellen Tätigkeiten seien zu lang, heißt es dort. Auch die Stuttgart Flughafen GmbH ist seit etlichen Jahren ferienarbeiterfrei. Aus Sicherheitsgründen. „Früher hatten wir viele Ferienarbeiter im Gepäckbereich“, sagt Flughafen-Pressesprecher Volker Krämer. Heute seien die Vorgaben so streng, dass sich die Überprüfungen der Mitarbeiter zu lange hinziehen würden.

Info: Wer jobben will, fragt am besten bei Arbeitgebern direkt nach, auch in den Rathäusern. Die Homepage der Hochschule Esslingen führt zu Jobangeboten ebenso wie weitere Webseiten im Netz.           bob / Foto: bob

Abgestimmt

Die Euroländer haben sich mit Griechenland auf einen Weg
zu neuerlichen Hilfen geeinigt. Ist es richtig, das griechische
Euro-Aus und eine Staatspleite mit Reformen im Land,
ESM-Krediten und Treuhandfonds abzuwenden?

Foto: dpa

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Zusammengewachsen

75 Jahre Wendlingen: Ein Jubelwochenende von allen für alle


Vor 75 Jahren zwangen die Nationalsozialisten Wendlingen und Unterboihingen zu einer ungeliebten Vermählung. Lange hat es gedauert, bis die beiden Orte zusammenwuchsen, doch inzwischen sind die Animositäten Geschichte. Am kommenden Wochenende feiert die Stadt am Neckar ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Fest von allen für alle.

Es waren keine guten Startbedingungen, die Wendlingen 1940 hatte. NS-Gauleiter Wilhelm Murr verordnete den Zusammenschluss der beiden Gemeinden – und vor allem die Unterboihinger wehrten sich damals gegen den Verlust ihrer Selbstständigkeit. Ein Riss, der lange in der Stadt zu spüren war. Doch Wendlingen hat sich gemacht, findet Bürgermeister Steffen Weigel. Hüben die einen, drüben die anderen – das war einmal. Das hat der Schultes vor allem in der Vorbereitung zu den Feierlichkeiten vom 10. bis 12. Juli intensiv gespürt. „Fast alle in der Stadt haben den Drang gehabt, dabei zu sein“, freut sich Weigel über eine breite Beteiligung nahezu aller Vereine und Organisationen aus der Stadt. Auch Klaus M. Müller vom Ortsring der Wendlinger Vereine ist begeistert über die Resonanz. „Zum 50-jährigen Bestehen wäre das nicht möglich gewesen“, sieht er darin ein deutliches Indiz dafür, dass aus den zwei Orten eine Stadt geworden ist.

Vor allem auf den Festzug am Sonntag ist der Andrang groß.

Müller rechnet mit gut 1600 Zugteilnehmern, rund 50 Zugnummern sollen sich am Sonntag um 13.30 Uhr auf den Weg machen. Alle Schulen und Kindergärten sind mit von der Partie und auch viele Tiere und Festwagen werde man sehen, verspricht Bürgermeister Weigel: „Jeder hat versucht, etwas Besonderes beizutragen.“

Mit der vielfältigen Teilhabe der Bürger und Vereine ist den Organisatoren genau das gelungen, was am Anfang der Planungen zu dem Jubelwochenende stand: „Wir wollten keinen teuren Event einkaufen, sondern die Wendlinger sollen miteinander feiern“, so der Wunsch von Weigel und dem aus Ehren- und Hauptamtlichen bestehenden Organisationsteam.       mo / Foto: Stadt Wendlingen

Das Festprogramm: Freitag, 10. Juli, 16.30 Uhr: Eröffnung der Ausstellung zum Fotowettbewerb „Mein Wendlingen am Neckar“ im Rathaus, 18 Uhr: Party mit DJ Wolle; Samstag, 11. Juli, ab 14 Uhr: bunter Nachmittag, 19 Uhr: Konzertnacht der Vereine im Treffpunkt Stadtmitte und auf dem Marktplatz; Sonntag, 12. Juli,  9.30 Uhr: ökumenischer Gottesdienst, anschließend:  Musik, Show und Spiele für Kinder auf der Festmeile, 13.30 Uhr: Festumzug, 17 Uhr: Luftballonwettbewerb und Unterhaltung mit den Musikvereinen Wendlingen und Unterboihingen.

Info: mehr zur Geschichte im Stadtmuseum und in der Ausstellung des Robert-Bosch-Gymnasiums, zum Festprogramm unter www.wendlingen.de

Wertvolles Korn

Auf den Balzholzer Feldern erleben Dinkel, Emmer, Dickkopfweizen und Co. eine Renaissance

Noch vor ein paar Jahren galten Dinkel und Co. als echte Exoten im Brotkorb. Doch inzwischen laufen Backwaren aus Mehl von alten Getreidesorten manchem banalen Weizenmischbrot den Rang ab. Das hat seinen Grund: Ur-Sorten wie Emmer oder Dickkopfweizen sind bekömmlicher als der hochgezüchtete moderne Weizen. Auch geschmacklich können die alten Sorten punkten.

Über die Halme auf der Balzholzer Höhe streift ein laues Lüftchen. Ideal für den Anbau von Getreide, denn so haben es Pilzsporen schwer. Landwirt Martin Schnerring weist auf die Fahrspuren, die sich im wogenden Grüngelb des Dickkopfweizenfeldes deutlich abzeichnen: „Wir ziehen hier ganz bewusst mehr Fahrspuren ein als üblich, um die Durchlüftung zu verbessern“, erklärt er. Seit dem Jahr 2008 baut der Landwirt in dem Beurener Ortsteil wieder alte Getreidesorten an. Professor Jan Sneyd stieß das Anbauprojekt damals an, das vom Bempflinger Backhaus Veit unterstützt wird.

Der Forscher, der auch an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen lehrte, beschäftigt sich schon mehr als sein halbes Leben mit Getreide und anderen Nutzpflanzen, hat zur Entwicklung moderner, ertragreicher und pilzresistenteren Sorten beigetragen. Seit einigen Jahren aber gilt sein Augenmerk den Ur-Getreidesorten. Nicht ohne Grund: Manche der alten Sorten stechen den Hightech-Weizen nämlich locker aus. Kritisch geht Sneyd mit den modernen Sorten ins Gericht. Zu schnell sei da gezüchtet worden. Etliche gute Eigenschaften sind dabei auf der Strecke geblieben. So weisen viele moderne Hochzuchtsorten beispielsweise Eiweiße auf, die weniger gut verdaulich sind als zum Beispiel von Dinkel oder Dickkopfweizen. Immer mehr Verbraucher greifen deshalb bewusst zu Backwaren aus Dinkelmehl oder anderen alten Getreidesorten.

Zwar bringen die alten Sorten in der Regel einen kleineren Ertrag, Dickkopfweizen punktet aber dafür mit einer hervorragenden Frosthärte. Deshalb wurde diese Sorte lange Zeit auf den Albhochflächen von den Bauern geschätzt. Auch weisen viele alte Sorten eine sehr hohe Qualität an Aminosäuren auf. Ebenso liefert der Dickkopfweizen, eine Kreuzung aus Dinkel und Weizen, mehr Gelbpigmente, ein wichtiges Antioxidans und Vitamin E. „Sogar mehr als Dinkel“, erklärt Sneyd.

Für die Weiterverarbeitung sind auch andere Faktoren von Bedeutung. So bringt Dickkopfweizen gute Klebereigenschaften mit, die in der Backstube eine wichtige Rolle bei der Teigzubereitung spielen. Geschmacklich bringen Dinkel und Co. eine etwas nussigere und intensivere Note in Brot oder Brötchen. Inzwischen hat Dinkel wegen seiner Vorzüge eine kleine Renaissance erlebt. 1983 wurde das Getreide gerade einmal auf 3000 bis 5000 Hektar angebaut. „Heute sind es rund 100 000 Hektar“, weiß der Wissenschaftler.

Martin Schnerring hat den Anbau von Rotkorn und Dickkopfweizen inzwischen ausgedehnt. Was auf einem kleinen Versuchsfeld begann, nimmt nun rund 1,5 Hektar seines Betriebs ein. Und auch im Backhaus Veit finden die Produkte mit Rotkorn, Dinkel und Co. immer mehr Abnehmer. Die Bäckerei ist inzwischen mit Produkten wie dem Richard-Rotkornbrot oder dem Dickkopf-Walnuss-Brot so erfolgreich, dass auch Mitbewerber nachgezogen haben.

Spielraum nach oben gibt es also noch für die alten Sorten. In seinem kleinen Zuchtgarten, den Sneyd ab und an Interessenten zeigt, sammelt und vermehrt der Forscher deshalb zahlreiche andere alte Sorten. Derzeit reckt hier beispielsweise Hirse ihre zarten Halme gen Himmel, auch Anbaumöglichkeiten von Nackthafer, alten Gerstensorten und Lein testet er im Balzholzer Feld. Was in der Backstube daraus entstehen kann, werden Experimente zeigen.             mo / Foto: mo

Abgestimmt

Die AfD hat mit der Wahl Frauke Petrys zur Vorsitzenden ihren
Parteigründer Bernd Lucke demontiert und ist nach rechts gerückt.
Schwinden damit die Chancen auf den Einzug in Parlamente?

Foto: dpa

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Schlaflabor schließt

Spezialabteilung am Klinikum Nürtingen macht aus Platzmangel dicht


Es wird zu eng im neuen Klinikum auf dem Säer. Das Nürtinger Krankenhaus meldet steigende Patientenzahlen, insbesondere bei den Intensivleistungen. Um nun zusätzlich Flächen dafür zu gewinnen, hat sich die Klinikleitung entschlossen, das renommierte Schlaflabor zu schließen.

Seit dem Jahr 2004 behandelt das Team um Oberarzt Markus Schulz am Krankenhaus Nürtingen Probleme und Erkrankungen wie Schnarchen, Schlafapnoe oder Schlaflosigkeit. Vier Plätze stehen für die Patienten zur Verfügung, ausgestattet mit einem Polysomnografiesystem, das im Schlaf auf 18 Kanälen verschiedene Körpersignale über WLAN aufzeichnet. 2007 hatte die Klinik in die moderne Ausstattung investiert.

Die Nachfrage war vom Start weg hoch. Das verwundert nicht, schaut man in die Statistik: Seit Jahren steigt die Zahl der Schlafstörungen stetig. In ihrem Fahrwasser ziehen sie eine Vielzahl von Folgeerkrankungen, von Depressionen bis hin zu Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Problemen, mit sich. Auf eine Untersuchung im Nürtinger Schlaflabor mussten Patienten deshalb mitunter Monate warten. Rund 500 Patienten sind dort pro Jahr behandelt worden.

Nun gehen im Schlaflabor endgültig die Lichter aus, die niedergelassenen Ärzte wurden bereits vor Wochen gebeten, keine weiteren Patienten an das Klinikum Nürtingen zu überweisen. Begründet hat die Klinik den Entschluss mit dem erhöhten Platzbedarf für die Intensivmedizin – eine Folge der Spezialisierung an der Klinik. „Die Intensivstation platzt aus allen Nähten“, sagt Jan Schnack, der Sprecher der Kreiskliniken. Der Platz des Schlaflabors mit seinen vier Einzelzimmern soll nun für Intensivpatienten genutzt werden. Auch ist ein Bereich geplant, in dem Patienten untergebracht werden können, wenn es zu Verzögerungen beim Bezug ihres Krankenzimmers kommt. Zudem handele es sich bei der Diagnostik im Schlaflabor um eine Leistung, die laut Bestimmungen als ambulant eingestuft sei, weist Schnack auf ein Paradoxon in den Bestimmungen hin. Grundsätzlich falle dies somit nicht in den Aufgabenbereich eines allgemeinen Krankenhauses.

Wer nun eine Schlafdiagnostik braucht, muss bis nach Stuttgart, Göppingen oder Reutlingen fahren, auch die Klinik an der Schillerhöhe betreibt ein Schlaflabor. Immerhin: Von den Mitarbeitern verliert durch die Schließung keiner seinen Job, betont Schnack.      mo / Foto: NTZ-Archiv