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Unterensingen bremst

Flughafen will Kerosinpipeline bauen – Kompromiss gesucht

Mit dem Anschluss an eine Kerosin-Pipeline will der Flugplatz Stuttgart seine Versorgung mit Treibstoff sicherstellen und gleichzeitig den Lkw-Verkehr auf den Straßen reduzieren. Der Zeitplan, wenn nicht sogar das ganze Projekt, ist allerdings gründlich durcheinander gekommen. Denn der Unterensinger Gemeinderat hat die Verlegung der Pipeline auf seiner Gemarkung abgelehnt.

Die anderen betroffenen Gemeinden – Wendlingen, Oberboihingen, Köngen, Denkendorf und zuletzt Neuhausen – haben der Pipeline zugestimmt. Sie sehen mit weniger Verkehr, weniger Lärm und mehr Sicherheit vor allem Vorteile für die Bevölkerung. Derzeit wird das Kerosin für den Flugbetrieb von Tanklastzügen geliefert, größtenteils aus einem Tanklager nahe Heilbronn, das Ende 2017 stillgelegt wird. Ein kleinerer Teil des Treibstoffs kommt über den Plochinger Hafen.

Mit dem Anschluss ans europäische Pipeline-Netz CEPS, dessen Achse Tübingen–Kehl in der Nähe verläuft, will der Flughafen von der Straße weg. Berechnungen zufolge könnte das 650 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Neben der aktuell verfolgten Trasse parallel zur A 8 stand eine Variante entlang der B 27 zur Debatte, die allerdings länger und teurer wäre und im Kreis Reutlingen auf Ablehnung gestoßen ist.

Die meisten benötigten Grundstücke gehören Privatleuten. Die Eigentümer werden für die Verlegung der Leitung in 1,2 Metern Tiefe im Erdboden entschädigt. Sie könnten ihre „Stückle“ später wie zuvor nutzen, sagt Flughafen-Pressesprecher Volkmar Krämer; Baumpflanzungen sind im Bereich der Pipeline allerdings nicht möglich. Schon vor den Ferien lagen dem Pressesprecher zufolge „die Zusagen für 60 Prozent der Grundstücke“ vor.

Enteignungen sind dabei rechtlich nicht möglich. Es muss also immer ein Kompromiss gefunden werden, notfalls mit einem etwas abweichenden Verlauf. Das steht jetzt auch in Unterensingen an. Dort hatten die Gegner der aktuellen Trasse die Verlegung unter dem Autobahnkleeblatt angeregt, die aber der Flug­hafen GmbH zu teuer ist. Die Gemeindeverwaltung war mit dem zuletzt gefundenen Kompromiss, der das Naturschutzgebiet mit den Baggerseen ausspart, zufrieden und empfahl dem Gemeinderat die Zustimmung. Das Gremium lehnte dennoch denkbar knapp mit sieben zu acht Stimmen ab. Dabei ging es verschiedenen Äußerungen zufolge weniger um die Pipeline an sich als um die Gesamtbelastung für die Bevölkerung: Die sei aufgrund anderer Projekte wie der ICE-Trasse und dem Umbau des Verkehrsknotens A 8/B 313 ohnehin zu groß.

Das Raumordnungsverfahren – der erste Schritt auf dem Weg zur Genehmigung – will die Flughafen GmbH trotz der Ablehnung fortsetzen, weil es, so Krämer, schon sehr weit fortgeschritten sei. Allerdings gehe es danach ohne die Zustimmung von Unterensingen nicht weiter. Nach Kompromissen werde gesucht – eine Zeitverzögerung lasse sich aber nicht vermeiden.    aia / Foto: aia

Zeit zuzuhören

Telefonseelsorge in Stuttgart sucht Ehrenamtliche – Intensive Schulungen – Oft erste Anlaufstelle

Nicht mehr weiterwissen, mit irgendjemandem sprechen, Einsamkeit und die Hoffnungslosigkeit durchbrechen – es gibt viele Gründe, warum Menschen die Nummer der Telefonseelsorge Stuttgart wählen. So viele Gründe, dass die Einrichtung weitere Ehrenamtliche als Mitarbeiter sucht.

170 Männer und Frauen leisten bei der evangelischen und der katholischen Telefonseelsorgestelle in Stuttgart ehrenamtliche Arbeit. Im Jahr 2014 haben sie 26 664 Stunden oder 1111 Tage Dienst gemacht. Dabei haben sie auf den maximal vier Leitungen mehr als 62 000 Anrufe entgegengenommen. Es sind einsame Menschen, die anrufen,
berichtet Krischan Johannsen, der Leiter der evangelischen Telefonseelsorge. Menschen, die an seelischen Erkrankungen leiden – das macht etwa ein Drittel der Anrufe aus. 20 Prozent klagen über körperliche Beschwerden, besonders Schmerzpatienten rufen häufig an. 6000 Anrufer wiederum berichten über Krisen in der Familie, in Beziehungen und nach Verlust des Arbeitsplatzes. Etwa neun Prozent der Anrufer denkt ernsthaft darüber nach, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Von den 62 000 Anrufen im vergangenen Jahr haben  nicht alle zu ernsthaften Gesprächen geführt. Immerhin waren es aber noch 45 000. Etwa ein Viertel davon sind Erstanrufer. Die anderen Anrufe  kamen von Menschen, die sich über einen gewissen  Zeitraum regelmäßig melden. Die Leitungen haben auch ihre Grenzen: Nur jeder achte bis zehnte Anrufer kommt durch.

Johannsen kann es nicht mit Zahlen belegen, aber „gefühlt“ nähmen die Anrufe mit dem Thema Sui­zid zu. Mit Sorge betrachtet er auch das Thema Selbstverletzung bei jungen Menschen. Zwar scheint deren Zahl von 300 Anrufern an den beiden Telefonseelsorgestellen nicht besonders hoch, doch Johannsen findet sie alarmierend, wenn man weiß, wie schambesetzt dieses Thema bei Jugendlichen ist.

Für viele Menschen mit seelischen Problemen ist das Gespräch mit der Telefonseelsorge die erste Anlaufstation – und umso wichtiger, wenn man weiß, wie lange es dauern kann, bis man einen Termin bei einem Therapeuten bekommt. „Damit decken wir einen Bereich ab, den das Gesundheitssystem gar nicht bearbeiten kann“, sagt Johannsen. Als „niedrigschwelliges psychologisches Basisangebot“ bezeichnet es Martina Rudolph-Zeller, die stellvertretende Leiterin der evangelischen Stelle.

Es sei das Highlight ihres Lebens, sagt die Frau im Ruhestand, die seit zwei Jahren ehrenamtlich in der Telefonseelsorge arbeitet. Die Aufgabe sei so erfüllend: „Die Zuwendung zu anderen gibt unheimlich viel zurück“, sagt sie. Ihre Kollegin, eine jüngere Frau, die nach einer Krankheit eine neue Aufgabe gesucht hat, ist seit fünf Jahren dabei. Sie habe in vielerlei Hinsicht nur von ihrer Aufgabe profitiert. sagt sie.  Die Telefonseelsorger werden akribisch auf ihre Aufgabe vorbereitet. Schließlich haben die Ehrenamtlichen in aller Regel keine therapeutische Ausbildung. 300 Stunden verteilt auf zwei Jahre dauern die Vorbereitungen.

„Selbsterfahrung ist ein zentraler Punkt in der Ausbildung“, sagt Martina Rudolph-Zeller. Die Ausbildung sei kein Spaziergang: „Man wird auch mit seinen eigenen Abgründen konfrontiert.“ In der Vorbereitungszeit lernen die künftigen Ehrenamtlichen, wie sie Gespräche führen, wie sie Sensibilität für ihr Gegenüber aufbauen, sie lernen Empathie zu entwickeln, ohne die Distanz zu verlieren. Sie lernen, Menschen dabei zu unterstützen, selbst Lösungen für ihre Krisen zu entwickeln. In der Arbeit selbst sind Supervisionssitzungen eine Stütze für die Telefonseelsorger. „Diese Menschen machen eine so wichtige Arbeit, aber das müssen sie geheim tun“, sagt Johannsen. „Das muss man aushalten können.“ Nur der engste Familienkreis weiß über die Tätigkeit eines Telefonseelsorgers. Damit soll zum einen verhindert werden, dass Anrufer Hemmungen entwickeln, weil sie den Seelsorger kennen. Zum anderen werden die Berater vor eventuellen Gewalttätern geschützt. Auch der Ort der Telefongespräche ist geheim.

Beide Stellen suchen weitere ehrenamtliche Mitarbeiter – nicht zuletzt auch, weil das Angebot des Seelsorge-Chats ausgebaut werden soll. Die nächste Ausbildung beginnt im Juni 2016. Bewerbungen können über die Homepage eingereicht  werden. Beide Anlaufstellen finanzieren sich zu einem großen Teil über Spenden. Bei der evangelischen Beratung beträgt das Budget 330 000 Euro, 200 000 sind finanziert, der Rest muss über Spenden fließen.    bob

 

Info: Telefonseelsorge Stuttgart t 08 00/1 11 01 11 oder 08 00/ 1 11 02 22, Bewerbungen  über www.telefonseelsorge-stuttgart.de.

„Schakerune“ hat zusammengefunden

Ostfildern: Kommunalreform war „bittere Pille“ – Erstes gemeinsames Projekt war die Halle in Nellingen – Einwohnerzahl wächst

Seit dem 1. Januar 1975 besteht die Stadt Ostfildern. Der Zusammenschluss der Orte Nellingen, Ruit, Kemnat und Scharnhausen ist ein typisches Konstrukt der Kreisgebiets- und Gemeindereform auf den Fildern – ebenso wie die Städte Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt.

Der Start des jungen urbanen Gebildes war ein wenig holprig, denn die vier Teilorte waren von denkbar unterschiedlichem Charakter: Nellingen war eher städtisch geprägt und nach Esslingen orientiert. Schließlich hatte der Ort zum Oberamt Esslingen gehört, während Ruit, Kemnat und Scharnhausen vom Oberamt Stuttgart verwaltet wurden. Durch die Reform sollten die Filder verwaltungsmäßig neu geordnet werden. Denkendorf und Neuhausen, zuvor auch als Reformkandidaten gehandelt, behielten ihre Selbstständigkeit. Bei der Reform wurde geografisch vorgegangen: Nellingen, Ruit, Scharnhausen und Kemnat saßen im Osten der Filder, Filderstadt in der Mitte und  Leinfelden-Echterdingen im westlichen Teil. Auch Berkheim hatte zu den Spielfiguren einer Neuordnung gehört.

Begeisterung hat die Reform nirgendwo ausgelöst.  „Da war von Wehmut im Herzen die Rede, von der bitteren Pille, die man schlucken müsse“, wie Jochen Bender, der Archivar der Stadt, recherchiert hat. Doch was war die Alternative zur Fusion? Über allem schwebte das Schreckgespenst, von Stuttgart oder Esslingen geschluckt zu werden. Da war die „Ostfilderstadt“ das kleinere Übel, obgleich es wenig Verbindendes gab. Um Gemeinsamkeit herzustellen, bemühte man die Archive – und wurde fündig: Es hatten Kemnat, Nellingen, Ruit und Scharnhausen im Jahr 1800 tatsächlich gemeinschaftlich ihre erste Feuerspritze angeschafft.

„Ostfilder“ hieß zunächst der Arbeitstitel für das künftige Konstrukt, Vorschläge für einen Namen sollten eingebracht werden: „Schakerune“ und „Kemrunellhausen“ – aus den Anfangsbuchstaben der Gemeindenamen gebildet – waren solche Vorschläge, auch „Sauerkrauthausen“, „Fildervierling“, „Elfkirchen“ oder „Helikopta“. Letztlich blieb es bei Ostfilder, wobei der Volkskundler Helmut Dölker riet, den Buchstaben n anzuhängen, um den Namen in den Dativ zu setzen und ihm damit Ortscharakter zu geben – auf den Ostfildern sollte das bedeuten.

Der Start war eher traurig, wie Jochen Bender festgestellt hat: „Als Amtsverweser Richard Schall die erste Gemeinderatssitzung am 2. Januar 1975 einberief, war das fast wie eine Trauerveranstaltung. Alle dachten an den Verlust der Selbstständigkeit und auch an die viele Arbeit.“ Zum ersten Bürgermeister der damaligen Gemeinde Ostfildern wurde Gerhard Koch gewählt, zuvor Bürgermeister von Scharnhausen. Vom 1. Juli 1976 an war er Oberbürgermeister, als Ostfildern den Status einer großen Kreisstadt erhielt.

In jedem Stadtteil gab es in den ersten Jahren Bezirksverwaltungen, die als Anlaufstellen vor Ort galten. Es gab viel zu tun, zum Beispiel die doppelten Straßennamen aufzulösen. Es galt, aus vier Gemeinden eine Einheit entstehen zu lassen und das bei einem unnatürlichen Hindernis mitten in der neuen Stadt: den 140 Hektar großen Nellingen-Barracks. Gerhard Koch und sein Stellvertreter Herbert Rösch setzten auf die Kultur als einigendes Element.  „Man sah gerade in der Kultur eine große Chance zur Integration der Bürger über die Stadtteile hinweg“, sagt Bender.

Unter diesem Motto stand auch das erste Stadtfest 1976: „Lernen Sie Ihre Nachbarn kennen, besuchen Sie die anderen Stadtteile“, lautete die Aufforderung, an den über ganz Ostfildern verstreuten Veranstaltungen teilzunehmen. Das erste gemeinsame große Projekt der jungen Stadt war der Umbau der Endhaltestelle zur Halle in Nellingen, das erste Kulturzentrum der Stadt mit Sitz der VHS und der Musikschule. Ein Sinnbild für das Zusammenwachsen vier verschiedener Orte sollten auch die Kunstwerke von Sol LeWitt sein, die an den Stadtteileingängen stehen und die nach ihrem Aufstellen in den 90er-Jahren heftig kritisiert wurden.

Heute ist von den anfänglichen Fremdeleien nicht mehr viel zu spüren, obgleich die Stadtteile ihr eigenes Gesicht behalten haben. „Während die Schüler von Ruit und Scharnhausen nach Nellingen zu den weiterführenden Schulen gehen, zieht es die Kemnater Schüler stärker nach Sillenbuch, so wie früher auch“, sagt Bender. Auch die Finanzämter ziehen alte Grenzen. Kemnater gehören zum Stuttgarter Finanzamt.

Ein Meilenstein in der Stadtgeschichte war die Entwicklung des Scharnhauser Parks als neuer Stadtteil in der Mitte Ostfilderns und die damit verbundene  Verlängerung der Stadtbahn nach Nellingen über Kemnat, Ruit und den Scharnhauser Park.

Im Rückblick hat sich die „bittere Pille“ als Vitaminpräparat herausgestellt, wie Bender bilanziert: Hatte Ostfildern zu seiner Geburtsstunde im Jahr 1975 rund 28 000 Einwohner, sind es heute 38 500 – Tendenz steigend: Laut Bender wächst Ostfildern um rund 50 Einwohner pro Monat – eine Stadt, die anzieht.             bob

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In Peking laufen gerade die Leichtathletik-Weltmeisterschaften.
Dopingfälle und -verdächtigungen gab es im Vorfeld. Glauben Sie,
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Den Moment genießen

Goldgelb-Festival im Krummhardter Sonnenblumenfeld vom 20. bis 24. August


Ein Festival inmitten eines Sonnenblumenfeldes, facettenreiche Musik unterm Wasserturm, freier Eintritt und eine ganz entspannte Atmosphäre: Das zeichnet „Goldgelb“ aus. Zum siebten Mal findet das Festival in Krummhardt von Donnerstag bis Montag, 20. bis 24. August, statt. Kamen bei der ersten Auflage im Jahr 2003 rund 9000 Besucher auf den Schurwald, waren es zuletzt gut und gerne 30 000 an fünf Tagen. Die Veranstalter des alle zwei Jahre stattfindenden Festivals sprechen von einem Fest der Generationen. Doch: „Größe allein ist nicht alles“, sagt Hans Hallwachs, Vorsitzender des ausrichtenden Kulturvereins Krummhardt. „Genauso wichtig ist das Ambiente.“ Die Gäste sollen ein friedliches Fest feiern und den Moment genießen.

Die Verantwortlichen entwickeln das Konzept stets weiter. So wird es dieses Jahr ein leicht verändertes Festivalgelände mit zusätzlichen Fluchtwegen geben. Auch sei die Ausgabe von Speisen und Getränken verbessert worden. Und es wird mehr als doppelt so viel WC-Plätze geben als bisher. Der Riesenschirm, unter dem die Besucher bei Sonne im Schatten und bei Regen im Trocknen sitzen, wird nicht mehr an einem Kran schweben, sondern in ein großes Stahlkonstrukt eingehängt. „Goldgelb“-Pressesprecher Ingo Weiß weist darauf hin, dass das Gelände bereits im Winter angelegt und bearbeitet wurde. Vor drei Monaten wurde eingesät, damit die Sonnenblumen zum Festbeginn in schönster Blüte stehen.

Beim Musikprogramm wurde wieder Wert auf Heterogenität gelegt, neun Bands treten an den fünf Tagen auf. Als Höhepunkte werden die Auftritte von „Bounce“ und „Firkin“ angekündigt. Für Kinder gibt es Mitmachlieder mit Vladislava und Christof Altmann am Donnerstag (15 Uhr), Märchenerzählungen mit Hans Bürger am Freitag (15 Uhr) und am Sonntag (14 Uhr) Workshops. Am Sonntag ist beim Bauernhof der Familie Fetzer nebenan „Gläserne Produktion“, ab 11 Uhr gibt es einen ökumenischen Gottesdienst. Auch fahren Oldtimer vor.                ch / Foto: Regine Grieger

 

Das Musikprogramm: 20. August „Bigger Bang“ (19.15 Uhr/Rolling Stones-Cover-Band); 21. August „Riders Connection“ (18 Uhr/Reggae und Soul) und „Firkin“ (20.45 Uhr/Irish Folk und Punk); 22. August „Graeme Lockhart“ (18 Uhr/Scottish Soul) und „Boppin‘ B (20.45 Uhr/Rock ‘n‘ Roll); 23. August „Nobody Knows“ (18 Uhr/Folk) und „Bounce“ (20.45 Uhr/Bon Jovi-Tribute-Band); 24. August „The Wake Woods“ (18 Uhr/Garage-Rock) und „Tonbandgerät“ (20.45 Uhr/deutscher Indiepop).

Himmel unter Feuer

„Flammende Sterne“ bringen Feuerwerker aus drei Kontinenten nach Ostfildern

Von Freitag bis Sonntag, 21. bis 23. August, findet in Ostfildern wieder das Festival „Flammende Sterne“ statt – es ist die nunmehr 13. Auflage der Feuerwerksshow im Scharnhauser Park. Teilnehmer aus Brasilien, den Philippinen und Italien wollen die Besucher mit ihrer Kunst aus Farben, Flammen und Musik beeindrucken. Ein Rahmenprogramm soll für Unterhaltung zwischen den Feuerwerken sorgen.

„In den vergangenen Jahren hat das Feuerwerksfestival nicht nur laufen gelernt, sondern ist zum funkelnden Überflieger geworden“, sagt Elke Cosmo, die für den Veranstalter, die Event- und Festivalmanagement GmbH, die Pressearbeit macht. Inzwischen zähle die dreitägige Veranstaltung zu den bedeutendsten Feuerwerkswettbewerben in Europa.

„Das Teilnehmerfeld ist dieses Mal so abwechslungsreich wie nie“, sagt Cosmo. Erstmals ist es gelungen, ein Team aus Brasilien nach Ostfildern zu holen. „Fireworks do Brasil“ kommen aus Rio de Janeiro, es ist die mit Abstand größte Feuerwerksfirma Brasiliens und sie will mit ihrer Show „Brazilian Mood“ am Sonntag zeigen, wie man an der Copacabana Party feiert. Dem wollen „Dragon Fireworks Incorporated“ aus dem philippinischen Manila in nichts nachstehen. „A Sky full of Stars“ heißt ihre Show, die am Samstag zu sehen ist. Eine ganz andere Strategie hingegen verfolgt die Firma „Panzera“ aus Italien, die gleich mit vier Pyrotechnikern nach Ostfildern kommt: Mit ihrer Show „Opera non stop“ zielt das Team aus Turin am Freitag auf die Emotionen der Besucher. „Drei Kontinente, drei völlig unterschiedliche Temperamente und drei Feuerwerksteams“, fasst Cosmo zusammen.

Zu den „Flammenden Sternen“ gehört ein Rahmenprogramm. Ab dem frühen Abend tummelt sich auf dem Gelände im Scharnhauser Park von Freitag bis Sonntag eine Vielzahl an Bands (darunter eine von den Phi­lippinen) und Künstlern, steigen Heißluftballons in den Himmel auf, jonglieren Feuerartisten mit lodernden Flammen und zeigen Stuntmen ihre Tricks. Ein Markt lockt zum Bummeln, etliche Programmpunkte richten sich an Familien. Das Riesenrad bietet einen Blick über das Veranstaltungsgelände bis hin zur Schwäbischen Alb, Lichtobjekte und Lampions sorgen für zauberhaftes Flair – und die Gastronomie in weißen Pagodenzelten für einen vollen Magen. Nachtschwärmer finden an den Cocktailbars und am DJ-Tower Unterhaltung bis in die Nacht.
red/bob / Foto: Schenkl

 

Info: „Flammende Sterne“ vom 21. bis 23. August, das Gelände ist am Freitag und Samstag ab 18 Uhr, am Sonntag ab 16 Uhr und jeweils bis 24 Uhr geöffnet. Ticketpreise: Tageskarte 16 Euro, Familienkarte 34 Euro, Kinder zahlen 6 Euro, Dauerkarte 32 Euro, Sitzplatz: 29 Euro. Im Scharnhauser Park sind einzelne Straßen gesperrt, die Stadbahn fährt häufiger. Mehr zur Veranstaltung unter www.flammende-sterne.de.

Vernunftehe statt Liebesheirat

„Ohne Freude unterschrieben“ – Lenningen ist zusammengewachsen – Die Identität der Orte bleibt bewahrt

Von Freudentaumel konnte keine Rede sein, als sich die Einwohner von Schopfloch, Gutenberg, Oberlenningen mit Schlattstall und Hochwang sowie Unterlenningen und Brucken im Januar 1975 als Bürger der Gemeinde Lenningen wiederfanden. Lange Verhandlungen, geprägt von Abwehr und Ängsten, Misstrauen und Zugeständnissen, Liebäugeln mit kühnen Gegenentwürfen und achselzuckendem Pragmatismus gingen der Vereinigung voraus. „Es gab Sorgen und Verlustängste. Das ist überwunden. Aber eine Liebesheirat war das damals ganz sicher nicht“, sagt Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht.

Gerhard Schneider, Schlechts Vorgänger im Amt und bis 1974 Bürgermeister der Gemeinde Oberlenningen, erinnert sich an so manche holprige Strecke auf dem Weg zur Vereinigung. Während sich das kleine Dorf Schlattstall bereits 1971 freiwillig der Gemeinde Oberlenningen angeschlossen hatte, war in den anderen Orten Zurückhaltung oder Ablehnung spürbar. Im Jahr 1972 hatte Schneider den Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Gutenberg, Schopfloch und Unterlenningen Verhandlungen über eine Verwaltungsgemeinschaft oder aber die Eingemeindung vorgeschlagen.

„Gutenberg hat gleich rundweg abgelehnt und auch Schopfloch wollte selbstständig bleiben“, erzählt Schneider. Unterlenningen sperrte sich nicht gänzlich, blieb jedoch zunächst skeptisch. „Es gab Befürchtungen, dass man nach dem Zusammenschluss abgehängt wird und das ganze Geld nach Oberlenningen geht“, erzählt Schneider.

Erkenbrechtsweiler entschied  sich für die Eigenständigkeit, stimmte aber einem Verwaltungsverband mit Owen und Lenningen zu. Gutenberg fügte sich in das Unvermeidliche, auch beruhigt durch die geplante Hauptsatzung der künftigen Gemeinde Lenningen, die eigene Ortschaftsverfassungen und Verwaltungen für Gutenberg und Schopfloch sowie eine gleichmäßige politische Vertretung im Gemeinderat durch unechte Teil­ortswahlen bestimmte. „Das war
die Brücke“, beschreibt Michael Schlecht. So stimmten die Gemeinden bis auf Schopfloch nach Bürgeranhörungen im Januar 1974 der Vereinigung zu.

Schopfloch hingegen, das allein wirtschaftlich nicht überlebensfähig gewesen wäre, tendierte zu einer Vereinigung mit Ochsenwang, das wiederum bereits mit einer Eingemeindung nach Kirchheim geliebäugelt hatte. „Das konnte sich Schopfloch auch gut vorstellen und die waren sich alle drei schon ziemlich einig“, erinnert sich Schneider. Dann aber legten das Regierungspräsidium und auch die Gemeinde Bissingen ihr Veto ein. „Bissingen wäre sonst unweigerlich auch nach Kirchheim gekommen. Das wollten die aber unbedingt vermeiden“, sagt Schneider. Somit blieb Schopfloch nur der Weg nach Lenningen und stimmte fünf Monate nach den anderen Gemeinden ebenfalls der Vereinigung zu. „Die Vernunft hat in Schopfloch obsiegt. Sie haben unterschrieben, aber sicher nicht mit großer Freude“, sagt Schneider.

„Zum Feiern war aber damals niemandem zumute“, erinnert er sich. Allerdings habe es nur wenige Jahre gedauert, das anfängliche Misstrauen zu überwinden. „Es hat sich alles relativ schnell beruhigt, nachdem die kleinen Orte bemerkt haben, dass nicht alles in Oberlenningen investiert wird. Alle haben gesehen, dass sachlich und fachlich entschieden wurde“, sagt Schneider. So sei schließlich mit der Zeit jeder der Orte zu einer Halle und zu Sportanlagen gekommen, Ortskernsanierungen wurden in Angriff genommen, die Infrastruktur modernisiert.

Für Michael Schlecht stellt dies das richtige Vorgehen dar. „Sieben bleiben, eins werden, das ist eine große Herausforderung“, sagt er. Heutzutage sei die Einheit von Lenningen für die Menschen normal. Aber dies sei nur gelungen, weil die Identität der einzelnen Orte gewahrt blieb und die Menschen dort weiterhin ihre Heimat sähen: „Wenn sich die Menschen mit ihrem Ort nicht identifizieren und sich dort nicht engagieren, ist der ländliche Raum nicht überlebensfähig.“ Die dafür notwendige Infrastruktur sei jedoch nur zu schultern, „weil wir eine Einheit sind und als eine Gemeinde handeln“, sagt Schlecht. Dafür müssten im Zweifelsfall auch einmal Einzelinteressen zurückstehen. „Aber die Menschen spüren, dass es etwas gebracht hat.“   pst

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Neurologen sagen: Wer mit Karten statt mit Navi umgeht,
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Aus drei mach eins

40 Jahre Gemeindereform: In Aichtal spielen alte Pfründe kaum noch eine Rolle – Neutraler Name – Grötzinger Wappen übernommen


Vor 40 Jahren hätte ein Navi Aichtal noch nicht in seinen Karten gefunden. Erst 1975, im Rahmen der großen Gemeindereform in Baden-Württemberg, gingen Grötzingen, Aich und Neuenhaus die kommunale Ehe ein. Nicht Liebe auf den ersten Blick vielleicht, doch inzwischen ist aus der Zweckgemeinschaft ein Miteinander geworden.

Die ersten Jahre unter einem Dach verliefen jedoch nicht ganz so harmonisch. Zwischen den Grötzingern auf der einen und den Aichern und Neuenhäusern auf der anderen Seite rumorte es bisweilen hörbar. Grötzingen, einst Amtssitz und mit alten Stadtrechten versehen, so war es zunächst vorgesehen, sollte auch Name der neuen Gesamtstadt sein. Ein Fakt, durch den sich die Bürger der beiden anderen einst selbstständigen Gemeinden nicht abfinden mochten. Es kam zu Protesten.

Der Ausweg fand sich schließlich mit einem neuen, neutralen Namen: Vom 1. August 1978 an gab sich die Stadt den Namen „Aichtal“ in Anlehnung an das Flüsschen Aich, das alle drei Orte miteinander verbindet. Ein symbolträchtiger Name also. Als Reminiszenz an das alte Grötzinger Stadtrecht übernahm die Gesamtstadt jedoch das Wappen der Grötzinger, seit 1535 nachweisbar. Und auch die städtischen Farben Grün und Gelb sind dem traditionsreichen Signet entlehnt. Der etwas ruppige Auftakt allerdings ist längst Geschichte. Lokalpatriotismus wie zur Zeit der Zusammenlegung kennen die Aichtaler heute höchstens noch auf dem Fußballplatz. „Wenn Aich gegen Grötzingen spielt, ist das immer noch was Besonderes“, sagt Lorenz Kruß, der seit drei Jahren Bürgermeister in Aichtal ist. Doch das sei eher sportlicher Natur.

Den alten Zeiten, als die Gemeinden noch selbstständig waren, trauert seiner Einschätzung nach kaum noch jemand hinterher. Allenfalls bei dem einen oder anderen runden Geburtstag, sagt er, komme das Thema mitunter aufs Tapet. Grötzinger und Aicher – bei den Kindern spielte das ohnehin keine Rolle. „In der Schule vermischt sich das“, sieht Kruß einen Wegbereiter zum Gemeinschaftsgefühl in der Tatsache, dass der Nachwuchs zusammen aufwächst und gar nicht erst in das Schubladendenken verfällt. 40 Jahre nach Gründung der Stadt fällt sein Resümee jedenfalls positiv aus: Aus dreien ist eins geworden. Spürbar ist das bei den gemeinsamen Festen wie zuletzt bei dem großen Jubiläum der Feuerwehrabteilung von Neuenhaus. Und auf dem Fußballplatz? Da kicken Kinder aus allen drei Ortsteilen bei der Spielgemeinschaft Aichtal. „Ein schönes Symbol“, findet Kruß.             mo / Fotos: mo

Schwäbischer Erfindergeist

Oldtimertreffen im Freilichtmuseum Beuren: Holder-Schlepper bringen Lokalkolorit – Fernsehen berichtet


Am kommenden Wochenende verwandelt sich das Freilichtmuseum Beuren zu einem Mekka für Liebhaber alter Schlepper, Automobile und Motorräder: Zum 19. Mal bildet das Museumsdorf vom 15. bis 16. August jeweils von 9 bis 18 Uhr die Kulisse für eines der größten Oldtimertreffen in Süddeutschland. In diesem Jahr sind auch Oldies der regionalen Marke Holder zu sehen.

Mehr als 10 000 Besucher erwartet das Team vom Freilichtmuseum in diesem Jahr zu dem Spektakel, wenn wieder Hunderte historischer Fahrzeuge bis Baujahr 1969 am Samstag und Sonntag auf das Areal in den Herbstwiesen drängen. Vom Luxusautomobil aus der nahen Stuttgarter Schmiede bis hin zum Vorkriegsmodell aus der Landwirtschaft erwarten die Organisatoren wieder einen interessanten Querschnitt durch die Geschichte der motorisierten Mobilität.

Mitorganisator Eugen Schmid rechnet sogar damit, den Vorjahresrekord von rund 1700 Teilnehmern noch toppen zu können. Aus guten Grund: Denn mit den Schleppern der Marke Holder richtet sich die Sonderschau in diesem Jahr an Liebhaber von Schleppern, die direkt aus der Region stammen. 1888 in Urach gegründet, hat das schwäbische Traditionsunternehmen seit 1902 seinen Stammsitz in Metzingen. „In jedem Flecken hier gibt es noch ein, zwei Holder, die laufen“, weiß Schmid.

Die Holder-Sonderschau am Schafstall verspricht interessant zu werden, denn die Tüftler aus Metzingen haben mit schwäbischem Erfindergeist einige bemerkenswerte Entwicklungen hervorgebracht. So beispielsweise den Einachsschlepper Pionier oder den Allrad-Knicklenker. „Die Firma Holder wird bei der Sonderschau auch zwei ihrer neuesten Geräte vorführen“, berichtet Schmid.

Nicht nur Holderbesitzer dürften allerdings das Treffen in Beuren fest auf dem Zettel haben: „Viele machen schon im Jahr zuvor ihre Treffen bei uns aus“, berichtet Schmid von der stetig wachsenden Fangemeinde.

Nicht nur aus der Region, sondern unter anderem selbst aus der Schweiz sind in den vergangenen Jahren Aussteller dabei gewesen: „Mal schauen, ob wieder ein paar Hürlimänner aus der Schweiz kommen“, hofft er auf internationale Beteiligung.

Angesichts des Erfolgs wundert es kaum, dass auch der SWR beim Oldtimer-Treffen dabei sein wird. „Das Team der Sendung ‚Treffpunkt‘ wird an beiden Tagen vor Ort sein“, verrät Schmid.          mo / Foto: ntz-Archiv

Info: Zum Oldtimer-Treffen kommen die Besucher dank Sonderbussen, Sofazügle und Tälesbahn auch ohne Auto gut per ÖPNV. Nähere Informationen gibt es unter freilichtmuseum-beuren.de.

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