Baubeginn mit Verzögerung

Ärztehaus in Aichtal-Grötzingen wird später fertig – Drei Arztpraxen, eine Apotheke und sieben Wohnungen geplant

Im Aichtaler Stadtteil Grötzingen wird ein Ärztehaus entstehen. In dem Neubau an der Ecke Raiffeisenstraße/Harthäuser Straße sollen drei Arztpraxen und eine Apotheke Platz finden. Außerdem sind dort sieben Wohnungen und ein Parkhaus mit 20 Stellplätzen geplant. Mit der Ansiedlung der Arztpraxen soll einer eventuellen medizinischen Unterversorgung der Bürger der Stadt vorgebeugt werden. Die ursprünglich geplante Eröffnung Ende 2020 wird sich wegen einiger Verzögerungen im Genehmigungsverfahren allerdings auf das Jahr 2021 verschieben.

Nach den Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg herrscht im Bereich Nürtingen, zu dem auch die Stadt Aichtal zählt, keine hausärztliche Unterversorgung. Auch in Aichtal finden Patienten in jedem der Stadtteile einen Arzt. Doch die Kapazitäten der Arztpraxen sind an der Obergrenze angelangt. So lag es für den Gemeinderat und die Verwaltung nahe, durch die Ansiedlung zusätzlicher Praxen einer eventuellen medizinischen Unterversorgung vorzubeugen.

Auf einem rund 920 Qua­dratmeter großen Grundstück an der Ecke Raiffeisenstraße/Harthäuser Straße in Grötzingen möchte der Bauträger Paulus Wohnbau aus Pleidelsheim  ein Ärztehaus errichten. Dort sollen in den Obergeschossen drei Arztpraxen und im Erdgeschoss eine Apotheke entstehen. Zudem sind in dem  Neubau sieben Wohnungen geplant.  Die Wohnungen sollen zwei bis vier Zimmer und zwischen 52 und 116 Quadratmeter groß sein. Für die Fahrzeuge der Bewohner und Besucher soll an das Gebäude ein kleines Parkhaus mit 20 Stellplätzen angebaut werden.

Ursprünglich sollte das Projekt im vergangenen Sommer in Angriff genommen werden und bei einer Bauzeit von 16 bis 18 Monaten zum Ende des kommenden Jahres fertiggestellt sein. Doch der Baubeginn ließ auf sich warten. Die Genehmigungsbehörde im Landratsamt Esslingen hatte einige Bedenken gegen Teile der Baupläne angemeldet und unter anderem Nachbesserungen für die Gestaltung der Rettungswege am Gebäude und der Zufahrt für die Stellplätze verlangt. Zudem hatte zu diesem Punkt auch die Straßenverkehrsbehörde aus Gründen der Verkehrssicherheit einige Bedenken angemeldet und den Bauträger zu einer Verbesserung seiner Pläne aufgefordert. Entsprechend erteilte das Landratsamt daher zunächst keine Baugenehmigung für das Projekt. Wegen der somit zu erwartenden Verzögerung des Vorhabens hatte die Paulus Wohnbau daher mitgeteilt, dass mit einer Eröffnung des Ärztehauses erst Ende 2021 zu rechnen sei.

Kein Arzt abgesprungen

Aichtals Bürgermeister Lorenz Kruß hatte  sich daraufhin in der Gemeinderatssitzung irritiert gezeigt und die Mitteilung dahingehend korrigiert, dass nach Rückfragen beim Bauträger zwar mit einer gewissen Verzögerung, allerdings durchaus mit einer früheren Fertigstellung des Ärztehauses zu rechnen sei.

Auch die Befürchtungen, dass die Belegung der Praxisräume durch die Bauverzögerungen gefährdet sei, seien unbegründet. Die Verwaltung habe mit einigen Medizinern Vorgespräche geführt. Keiner der konkreten Interessenten an den Räumen, ein Allgemeinmediziner, ein Zahnarzt und ein Apotheker, sei  abgesprungen. pst / Foto: Visualisierung: Paulus Wohnbau


Sicher radeln

Ostfildern und Esslingen bauen gemeinsam einen Radweg auf die Filder – Ab dem Frühjahr durchgängig nutzbar

Für Radfahrer, die zwischen Esslingen und Ostfildern unterwegs sind, brechen bald bessere Zeiten an. Die beiden Städte bauen  einen Radweg entlang von Hohenheimer und Breslauer Straße. Der obere Teil zwischen der Parksiedlung und der Abzweigung der Mutzenreisstraße wird entgegen der ursprünglichen Planung nicht mehr in diesem Herbst, sondern erst ab etwa Februar gebaut. Der Abschnitt auf Esslinger Gemarkung folgt direkt danach, sodass der Radweg etwa zu Ostern durchgängig nutzbar ist.

Seit Jahren schon müssen sich Radler, die zwischen Esslingen und der Parksiedlung unterwegs sind, über einen schmalen und bröckeligen Weg entlang der Straße nach oben plagen. Viele Radfahrer meiden die Holperpiste, zumal sie sich den Weg auch mit Fußgängern teilen müssen. Die Nutzung der Straße hingegen ist nicht nur im Berufsverkehr etwas für Mutige. Nun wollen die Städte Esslingen und Ostfildern Abhilfe schaffen. 

Der Ausbau der Strecke wird in zwei Bauabschnitte gegliedert. Auf dem oberen Abschnitt auf Ostfilderner Gemarkung zwischen der  Parksiedlung und der Abzweigung der Mutzenreisstraße  gestaltet sich der Radwegbau ziemlich komplex. Auf der Straße  steht  nur eine Fahrspur zur Verfügung, eine Verbreiterung  zum Hang hin ist nicht möglich. Geplant ist, den bisherigen Weg auf 2,5 Meter Breite auszubauen, sodass er ausreichend Platz für Radler und Fußgänger und auch für Begegnungsverkehr bietet. Um diese Breite zu erreichen, muss zum Tal hin eine Böschung aufgebaut werden. Die dort lebenden Eidechsen sind bereits umgesiedelt worden. Für sie wurde in einiger Entfernung ein neues Habitat eingerichtet. Da der markante Kirschbaum an der Hangkante erhalten bleibt, wird der Weg dort auf einer Länge von sechs Metern nur 1,5 Meter breit werden. Der Asphalt wird dort  durch Pflaster ersetzt.

Da die Breslauer Straße wegen der beengten Verhältnisse während des Radwegbaus auch als Baufeld für Maschinen und Material benötigt wird, kann nicht an einem Stück gearbeitet werden. Vielmehr soll die Baustelle in Abschnitten von jeweils etwa 70 Metern voranrücken, die Breslauer Straße jeweils nur halbseitig befahrbar sein.

Wie Thomas Andler vom Freiflächenmanagement der Stadt Ostfildern berichtet, wird sich der Bau auf Ostfilderner Seite etwas verzögern. Zunächst war geplant, noch in diesem Herbst zu beginnen, doch die Bereitstellung von Maschinen und Material dauere länger als gedacht. „Wir wären vor dem Winter nicht fertig geworden, und eine Baustelle mit Winterpause wollten wir vermeiden“, sagt Andler. Nun werde wahrscheinlich ab Februar gebaut. „Zum Beginn der Radsaison, etwa um Ostern, steht der Weg dann zur Verfügung“, sagt Andler.

Die Planung deckt sich  mit der  auf Esslinger Seite. Dort sind die Arbeiten wesentlich einfacher zu bewerkstelligen. Im  Abschnitt ab der  Champagnestraße  stehen  bergauf bis zur Abzweigung der Mutzenreisstraße zwei Fahrspuren zur Verfügung. Auf einer davon wird der Radweg markiert. Kürzlich hatte der Verwaltungsausschuss des Esslinger Gemeinderats  grünes Licht für das Projekt gegeben. „Die Finanzierung ist gesichert und einer Umsetzung steht  nichts im Weg“, sagt Roland Karpentier, der Sprecher der Stadt Esslingen.  Der Radweg werde „zu Beginn der Radsaison im Frühjahr“ nutzbar sein.  pst / Foto: pst


Abgestimmt

Das BVG soll klären, ob sogenanntes Containern – bislang als Diebstahl geahndet – strafbar ist. Was meinen Sie, soll das Herausholen von Lebensmitteln aus Supermarkt-Müllcontainern straffrei werden?

Foto: dpa

„Containern“ straffrei?

Ergebnis

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„Ein großes Ärgernis“

Sperrung der L 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen bis 30. April verlängert – Kritik an Informationspolitik

Seit Mitte Januar ist die Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen gesperrt. Gründe sind die Verlegung der Straße auf Wendlinger Gemarkung auf die westliche Seite der Bahnlinie und der Bau einer dafür nötigen Brücke über die Gleise. Der ursprünglich für Ende August geplante Termin der Wiedereröffnung wurde bereits auf den 20. Dezember verschoben. Kürzlich wurde bekannt, dass auch dies nicht eingehalten wird. Als neuer Termin wird nun der 30. April genannt. Für die Bürger bedeutet das weitere Monate zeitraubender Umleitungen, die Bürgermeister der Stadt Wendlingen und der Gemeinde Oberboihingen, Steffen Weigel und Torsten Hooge, sind massiv verärgert über die Informationspolitik des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Mit dem Bau der Schnellbahnstrecke von Stuttgart nach Ulm wird im Süden des Wendlinger Stadtteils Unterboihingen auch die sogenannte große Wendlinger Kurve errichtet. Mit ihr können künftig die Bahnlinie Stuttgart–Tübingen und die neue Strecke verknüpft werden. Dafür muss allerdings die L 1250 auf die  westliche Seite der Bahnlinie verlegt werden. Um die dafür notwendige Brücke bauen zu können und Platz für Maschinen und Material zu haben, wurde die Straße zwischen Wendlingen und Oberboihingen  gesperrt. Autofahrer und auch der Bus müssen eine zeitraubende Umleitung über Unterensingen und Zizishausen in Kauf nehmen. Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte 32 Wochen Bauzeit und Vollsperrung sowie die Eröffnung der neuen Straße am 30. August angekündigt.

Dies war offenkundig von Optimismus geprägt,  die Arbeiten gingen nur schleppend voran und der Eröffnungstermin wurde auf den 20. Dezember verschoben. Doch die Bauarbeiten verzögerten sich weiter. Die inzwischen misstrauischen Bürgermeister Steffen Weigel und Torsten Hooge erkundigten sich mehrfach beim Stuttgarter Regierungspräsidium und bei der Deutschen Bahn nach dem Baufortschritt und dem Fertigstellungstermin. „Wir haben bei mehreren Gelegenheiten die Auskunft bekommen, dass alles wie geplant läuft“, berichtet Weigel. Sein Oberboihinger Kollege Hooge bestätigt das. „Es gab erst kürzlich noch vonseiten der Bahn und dann auch vom Regierungspräsidium die Zusicherung, dass der 20. Dezember steht“, sagt er.

Das Vertrauen der Bürgermeister auf diese Aussagen wurde jedoch enttäuscht. Mit Verweis auf „mehrfach erforderliche Anpassungen der Bauabläufe und aktualisierte Sicherheitsrichtlinien“ teilte das Regierungspräsidium kürzlich mit, dass „die Vollsperrung bis voraussichtlich Donnerstag, 30. April, verlängert“ werde. „Diese Form der Kommunikation, dass man so kurzfristig informiert, das geht so nicht. Das ist ein großes Ärgernis. Es gab mehrere  Termine mit dem Regierungspräsidium. Da hätte man Signale geben müssen. So bringt man uns doch bei den Bürgern in Misskredit“, schimpft  Weigel.

Auch  Hooge ist sauer. „Man hätte mehr Verständnis bei den Bürgern für die öffentlichen Verwaltungen, wenn man   verlässlich informieren würde“, sagt er. Nun sei eine Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums und der Bahn erforderlich, „um der Bevölkerung zu erläutern, um was es da eigentlich geht, und zwar auch für Laien verständlich“, sagt Hooge und fordert eine „offene Kommunikation mit den  Bürgern und den Kommunen“. Dies verlangt auch Steffen  Weigel. Für ihn ist klar: „So  geht man nicht mit den Kommunen um.“  pst / Foto: pst


Beschleunigtes Verfahren

In Denkendorf sollen im Gebiet „Wasserreute“ rund 160 Wohnungen entstehen – Protest bleibt ohne Erfolg

Um der Wohnungsknappheit in Denkendorf zu begegnen, sollen im rund 2,5 Hektar großen Gebiet „Wasserreute“ nördlich des Wohngebiets „Lange Äcker“ rund 160 Wohnungen entstehen. Dazu muss ein Bebauungsplan erstellt werden.

Bisher hat Denkendorf auf die innerörtliche Verdichtung gesetzt. So seien in den vergangenen 20 Jahren keinerlei Flächen im Außenbereich neu versiegelt und erschlossen worden, betonte Bürgermeister Ralf Barth im Gemeinderat. Doch innerhalb der Bebauung gebe es kaum mehr Grundstücke oder klassische Baulücken, um neuen Wohnraum zu schaffen, erklärte Stadtplaner Christoph Paulitschek. Im Gebiet „Wasserreute“, das bisher als Ackerland genutzt wird, soll nun ein Mix aus Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern, aber auch Geschosswohnungsbau mit erschwinglichen Mietwohnungen entstehen.

Das Gebiet ist zweigeteilt. Ein Areal von gut 1,5 Hektar liegt im westlichen Bereich zwischen der Uhlandstraße und der Straße Lange Äcker. Dort sollen  110 Wohneinheiten entstehen – bis zu 35 in Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern sowie etwa 80 Geschosswohnungen. Nach Osten am Rand des Wohngebiets „Lange Äcker“ schließt sich ein Grünstreifen an, in dessen Fortsetzung etwa 50 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gebaut werden sollen. Die  beiden Grundstücke sind im Eigentum der Gemeinde. Für sie will man Lösungen für geförderten oder sozialen Wohnungsbau entwickeln. Zugleich soll der Flächenverbrauch so gering wie möglich gehalten werden.

Nicht bei allen Denkendorfern stößt das Vorhaben auf Zustimmung. 400 Unterschriften haben Anlieger gegen die geplante Bebauung gesammelt und an Barth übergeben. Sie wenden sich unter anderem dagegen, dass das Baugebiet in einem beschleunigten Verfahren ermöglicht werden soll. Ein solches sei eigentlich gedacht, den Kommunen zu ermöglichen, im Außenbereich rasch Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen, so die Kritik. Ende des Jahres wird der entsprechende Paragraf 13b im Baugesetz wieder abgeschafft. Jakob Henzler, einer der Initiatoren des Protests, spricht deshalb von einem „Hauruck-Verfahren ohne jegliche Umweltauflagen und Ausgleichsflächen und ohne ein richtiges Verkehrskonzept“. Während Henzler, dessen Familie einen Bioland-Hof betreibt, der rund einen Hektar Pachtfläche verlieren würde, vor allem um die Zukunft der Landwirtschaft besorgt ist, fürchten die meisten Anwohner den zusätzlichen Verkehr in einem Gebiet, das ohnehin schon stark belastet ist.

Auch im Gemeinderat fand das Vorhaben nicht ungeteilte Zustimmung. Manch einer sah noch innerörtliches Potenzial für Wohnungsbau. Die Mehrheit war jedoch der Ansicht, dass es Aufgabe der Kommune sei, den vielen Wohnungssuchenden ein Angebot zu machen. Dass Bedarf an neuen Wohnungen vorhanden ist, zeigt sich laut Barth nicht nur an permanenten Anfragen, sondern auch darin, dass seit der Veröffentlichung des städtebaulichen Entwurfs bereits mehr als 15 Interessenten im Rathaus vorstellig wurden. Der Bürgermeister sicherte aber eine weitere Beteiligung der Öffentlichkeit zu. Zudem versprach Barth, dass die Kommune ein Verkehrskonzept für das Oberdorf erstellt. „Es kann sein, dass wir den Entwurf komplett überarbeiten müssen. Noch ist nichts in Stein gemeißelt.“

Am Ende nutzte der Protest der Bürger nichts: Nach einer engagierten Diskussion stimmte die Mehrheit des Denkendorfer Gemeinderats dafür, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen und die Bebauung im sogenannten „beschleunigten Verfahren“ zu ermöglichen.  urh / Foto: urh


Premiere an neuer Spielstätte

Filderbühne inszeniert die Komödie „Ein paar Pfund zuviel“ im Musikpavillon Plattenhardt

Es sei ein Mammutprojekt gewesen, der Umzug in den Weilerhau, lässt die Filderbühne in einer Pressemitteilung wissen. Doch nun ist es geschafft, das Amateurtheater feiert mit dem ersten Erwachsenenstück an neuer Spielstätte Premiere: Die Komödie „Ein paar Pfund zuviel“ wird am Samstag, 9. November, 20 Uhr, im Musikpavillon in Plattenhardt erstmals aufgeführt. Bis Februar kommenden Jahres folgen weitere zwölf Aufführungen.

Der Auftakt in die Spielzeit 2019/2020 berge gleich mehrere schöne Ereignisse, heißt es in der Mitteilung: Der Umzug in den Weilerhau ist endgültig vollzogen und die Vorfreude auf die Premiere eines Erwachsenenstücks dort sei groß.

Im Jahr 1980 hob sich zum ersten Mal der Vorhang der damals neu errichteten  Filderbühne. Das Ensemble bestand aus Amateurdarstellern, die ihre Leidenschaft über viele Jahre hinweg auf die Bühne in der Spitzäckerstraße in Plattenhardt brachten.  Im Frühjahr 2013 fiel in diesem Gebäude allerdings der letzte Vorhang. Aus Brandschutzgründen konnten die Räume dort lediglich noch für Proben, als Lager und für das Vereinsleben genutzt werden. Als Interimsquartier wurde bis zum Frühjahr 2018 das Bürgerhaus Sonne in Sielmingen bezogen, dort wurden fünf Märchenstücke und fünf Komödien aufgeführt.

Dann wurden rund 40 Jahre Theater in Kisten verpackt, die Filderbühne verließ die Räumlichkeiten in der Spitzäckerstraße und der „Sonne“ und zog ins neue Domizil: die ehemaligen Räume der Theatergruppe „Die Eulen“ in der Weilerhau­schule in Plattenhardt. Allerdings wird die Filderbühne ohne eigene Bühne auskommen müssen. Die Aufführungen finden im benachbarten Musikpavillon im Weilerhau statt, den man sich mit anderen Nutzern teilt.

Im Dezember vergangenen Jahres wurde dort erstmals ein  Kinderstück aufgeführt: „Peter Pan“. Im Frühjahr und Sommer dieses Jahres folgte dann der endgültige Umzug – für die Vereinsmitglieder durchaus mit einem wehmütigen Blick zurück verbunden. Doch nun ist  Aufbruchstimmung zu spüren, nachdem Requisiten, Kostüme, Bühnenbildteile,  auch Geschirr und Büroutensilien wieder ausgepackt, die Räumlichkeiten in der Weilerhau­schule gestrichen und die Werkstatt eingerichtet sind. Die zeitraubenden Arbeiten sorgten dafür, dass die Premiere des neuen Stücks später als sonst stattfindet.

Nun aber steht „Ein paar Pfund zuviel“ an, ein Stück von Klaus Kessler und Jan-Christoph Matthies. Die Komödie wird unter der Regie von Karsten Spitzer inszeniert. Sie spielt in einer Diätklinik auf Norderney. Dabei trifft sich eine bunte Schar: eine Schauspielerin, eine Boutiquen-Besitzerin, eine Landwirtschaftsfachfrau – und eine Rentnerin, die auch noch ihren Sohn  mitbringt. Doch eigentlich ist die  Kurklinik nur für Frauen gedacht. Vor allem die Klinikleiterin ist darüber wenig erfreut. Der 30-Jährige ist aber „Hahn im Korb“ und wird als „weitere Versuchung“ für die hungernden und sich langweilenden Damen beschrieben. Verwicklungen und Wirrungen im Liebesreigen sind programmiert.  red / Fotos: Filderbühne

Weitere Vorstellungen: Nach der Premiere am Samstag wird „Ein paar Pfund zuviel“ im Musikpavillon im Filderstädter Stadtteil Plattenhardt am 16.,  23. und 30. November, am 8.,  14. und  15. Dezember, am 11., 12., 25. und 26. Januar sowie am 8. und 9. Februar aufgeführt. Samstags beginnen die Vorstellungen um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Das nächste Kinderstück plant die „Filderbühne“   zum Jahresende 2020.

Vorverkauf und Preise: Kartenreservierungen unter www.filderbuehne.de/tickets, Vorverkauf unter  www.eventim.de, der Hotline 0 18 06/57 00 70, im iPunkt Bernhausen und bei weiteren Eventim-Vorverkaufsstellen. Erwachsene zahlen 13 Euro, Schüler und Rentner 11 Euro.


Abgestimmt

Die Bundesbank empfiehlt, das Rentenalter  stetig zu  erhöhen – bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate.  Die Altersgrenze sollte an die steigende Lebenserwartung angepasst werden. Ist das richtig?

Foto: dpa

Rentenalter rauf?

Ergebnis

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Die Fragen der Zeit beantworten

Neuer Esslinger Hochschulrektor  Christof Wolfmaier ist offiziell im Amt – Kritischen Austausch angestrebt

Zwar hat der neue Rektor der Hochschule Esslingen, Christof Wolfmaier, bereits am 1. September seine neue Stelle angetreten, doch der offizielle Akt der Einsetzung in das Amt hat erst in der vergangenen Woche stattgefunden. Bei dem  Festakt, bei dem auch Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zugegen war, wurden die Zukunft  als auch die sechs Jahre währende Amtszeit des scheidenden Rektors Christian Maercker beleuchtet.

Die Vorbereitungen  zum  geplanten Neubau der Hochschule in der Weststadt fielen in Maerckers Amtszeit. „Die Hochschule Esslingen genießt national und auch international einen hervorragenden Ruf, sie ist eines der Aushängeschilder unseres Landes“, sagte Theresia Bauer. An dieser Entwicklung  habe Maercker in den vergangenen sechs Jahren einen maßgeblichen Anteil gehabt. Bauer bezeichnete den geplanten Neubau in der Weststadt als den imaginären Stab, den Maercker seinem Nachfolger Christof Wolfmaier übergebe.

Der neue Rektor sieht sich gefordert, Antworten auf  die großen Themen der Zeit zu geben: den demografischen Wandel, die technologischen Veränderungen, die globalökonomische Verschiebung sowie den Umgang mit dem Klimawandel. Dem demografischen Wandel will Wolfmaier  Rechnung tragen, indem er die Infrastruktur der Hochschule verbessert.

Schließlich gehe es darum, attraktiv für Studierende zu bleiben.  Sanierungen an den Standorten Esslingen-Stadtmitte und Göppingen gehören  seiner Ansicht nach ebenso dazu  wie  der Neubau in der Weststadt. Wachstumspotenziale für die Hochschule sieht er zudem im Sozialen und im Pflegebereich. Auch die wachsende Nachfrage nach Weiterbildungs- und Masterangeboten will er bedienen.

Beim Thema  technologische Veränderungen sieht  Wolfmaier die Ansprüche von Industrie und Gesellschaft im Hinblick auf Ökologie und nachhaltiges Handeln. Das  müsse  dazu motivieren, die Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Gebäude- und Umwelttechnik, Fahrzeugtechnik sowie die Informationstechnik neu zu denken.

Angesichts der globalökonomischen Verschiebungen wünscht sich der Rektor, die Studierenden auf die „Vernetzung in einer globalisierten Arbeitswelt vorzubereiten“. Er sieht die  Hochschule dafür als richtigen Ort:  „Wir verfügen als Hochschule über einen Nährboden, Kosmopoliten hervorzubringen.“

 Beim Thema Klimawandel appelliert Wolfmaier daran, sich auf die traditionellen Tugenden Erfindergeist, Kreativität, Kombinationsfähigkeit, überlegtes Handeln sowie Forschung und Entwicklung zu besinnen. Die Hochschule sieht er in diesen Fragen als die geeignete Einrichtung, zukunftsgerichtete  Lösungen zu entwickeln. Wörtlich sagte er: „Wir können Ökologie. Man kann diese bei uns studieren.“ Er wünsche sich, dass Umwelttechnik und nachhaltiges Handeln Exportschlager des Landes werden.

Das sieht er als Chance für die Zukunft:  „Wir könnten damit unter anderem die eingetretene Stagnation in der Automobilindustrie auffangen“, erklärte er.  Mit allen  Partnern und seinen Kollegen an der Hochschule wünschte er sich einen „offenen, aber kritischen Austausch“.  red/bob / Foto: Hochschule Esslingen/Busch

Info: Christof Wolfmaier wurde 1961 in Schorndorf geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Karosseriebauer, erwarb dann die Hochschulreife und studierte Fahrzeugtechnik an der Hochschule Hamburg. 1991 wurde Wolfmaier an der Hochschule Esslingen Lehrbeauftragter im Bereich Fahrzeugtechnik für das Fach Karosseriekonstruktion. Von 1994 an war er Professor der Fakultät Fahrzeugtechnik, seit 2004 ist er deren Dekan. 


Von hoher Strahlkraft

Medius-Klinik in Ruit feiert 50-jähriges Bestehen – Interimsbau ist bald bezugsfertig

Esslingens Landrat Heinz Eininger ist überzeugt: „Im Krankenhausbereich geht die Entwicklung immer weiter.“ Das wurde deutlich, als  er kürzlich gemeinsam mit Elvira Benz, der stellvertretenden Geschäftsführerin der Medius-Kliniken, dem Ruiter  Klinik-Chef Sebastian Krupp und dem Ärztlichen Direktor Christian Herdeg an die Einweihung des damaligen Paracelsus-Krankenhauses am 24. Juli 1969 erinnerte. Das war just an dem Tag, an dem auch die Astronauten der ersten Mondmission sicher zur Erde zurückgekehrt waren. Das neue Krankenhaus mit seinen 420 Betten war übrigens in nur vier Jahren gebaut worden. Heute verfügt das Klinikum mit seinen elf Kliniken über 280 Betten und sieben Operationssäle.

Das 50-jährige Bestehen feierte die Medius-Klinik am Sonntag bei einem Tag der offenen Tür. Dabei wurde auch der Interimsbau vorgestellt, der voraussichtlich  in vier Wochen die ersten Patienten aufnehmen kann. Er ermöglicht in zwei Bauabschnitten den teilweisen Abriss alter Krankenhausgebäude und den Bau neuer Gebäude bis zum Jahr 2025 bei laufendem Betrieb. Insgesamt soll das Projekt 120 Millionen Euro kosten. 80 Millionen verschlingen allein der Interimsbau und der erste Bauabschnitt mit OP-Trakt und Bettenabteilung. Ob die 120 Millionen Euro unterm Strich reichen werden, darauf wollte sich Eininger angesichts steigender Baupreise allerdings nicht festlegen.

„Die Filder waren 1969 unterversorgt, denn es gab dort kein Krankenhaus“, sagte Eininger und verwies auf den langen Planungsprozess, der dem ehrgeizigen Projekt vorausgegangen war. Bereits 1957 hatte der Kreistag den Beschluss gefasst, ein Krankenhaus in Bernhausen zu bauen. Doch der Fluglärm machte einen Strich durch die Rechnung und es musste ein anderer Standort gesucht werden. Heute steht auf dem damals verworfenen Grundstück das Eduard-Spranger-Gymnasium der Stadt Filderstadt.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich in Ruit viel getan. Schon 1971 wurde eine operative Intensivstation eingerichtet, zwei Jahre später der anfangs umstrittene Hubschrauberlandeplatz eröffnet. 1974 zog die Zentralapotheke von Nürtingen nach Ruit um und seit 1977 ist die Klinik Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen. Anfang der 90er-Jahre wurden die einzelnen Stationen modernisiert, 1994 folgte die Küche. 2011 wurde schließlich der 51 Millionen Euro teure Erweiterungsbau eingeweiht.

„Von hoher Strahlkraft auch über den Landkreis hinaus“ ist für Elvira Benz die urologische Hauptabteilung, die  im Jahr 1987 eingerichtet wurde. Zuvor waren die Patienten lediglich im Rahmen einer Belegabteilung stationär versorgt worden. In den 90er-Jahren ging die medizinische Entwicklung im Bereich der Radiologie und Onkologie in großen Schritten weiter. 1992 wurde die bis dahin in Esslingen und Ruit durchgeführte Strahlentherapie in Ruit zusammengefasst und als eigenständige medizinische Abteilung etabliert.

Die Klinik für Innere Medizin, Herz- und Kreislauferkrankungen blickt auf eine noch jüngere Erfolgsgeschichte zurück. 2010 nahm Christian Herdeg als Chefarzt der komplett neuen Abteilung seine Tätigkeit in Ruit auf. „Für einen Arzt steht immer die beste medizinische Versorgung der Patienten im Vordergrund, und hier bei uns wird eine exzellente Medizin gemacht“, sagte Herdeg, der angesichts der demografischen Entwicklung auch von einer „zunehmenden sozialen Herausforderung“ sprach. Dieser begegnet die Medius-Klinik unter anderem mit der Klinik für Innere Medizin, Altersmedizin, Diabetologie und Palliativmedizin, die erst vor zwei Jahren ihre Pforten geöffnet hat. Zudem verwies Herdeg auf den „besonderen Geist“ der Klinik, den er unter anderem auf das gute Verhältnis der Mitarbeiter untereinander zurückführt.   aka / Foto: aka


Abgestimmt

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Bäckereicafés dürfen Brot und Brötchen auch Sonntagmittag und -abend verkaufen. Ist das gut so?

Foto: dpa

Langer Sonntag?

Ergebnis

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