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Lebensgefühl Messe 2015

Am Donnerstag, 26. März 2015

Ausbildungs-Beilage 2014

Erschienen am 25.09.2014

Bauen & Wohnen

Erschienen am 26.06.2014

ECHO Firmen-Fußball-WM 2014

aktiva 2013 Beilage

Erschienen am: 26.09.2013

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Totalschaden

Neue Vollsperrung auf der B 313 – Unterbau wird erneuert – Lange Staus


Es ist ein schlechtes Jahr für Vielfahrer und Pendler. Kaum ist eine Baustelle geschlossen, tut sich die nächste auf. Für viel Unmut sorgt die Sperrung der B 313 zwischen Abzweigung Rammerthof/Großbettlingen und Nürtinger Südtangente. Eine Strecke, die täglich rund 20 000 Fahrzeuge passieren.

Kilometerlange Staus, Zeitverluste von mehr als einer Stunde: Wer zurzeit von der Sperrung der B 313 betroffen ist, hat wenig zu lachen. Großräumig wird der Verkehr aus dem Metzinger Raum über die B 312 und die ohnehin schon stark belastete B 297 nach Neckarhausen umgeleitet. Im Berufsverkehr reicht die Blechkolonne bis Neckartailfingen. Leidtragende sind neben den Autofahrern die Anwohner der Ortsdurchfahrt Neckarhausen.

Sauer stieß vielen Autofahrern auf, dass die Sperrung sehr kurzfristig publiziert worden war – die Schilder aber bereits Tage zuvor an Ort und Stelle standen. Auch bei Bettina Bernhard, Pressesprecherin der Stadt Nürtingen, luden viele ihren Ärger ab. Doch die Stadt hat mit der Baumaßnahme nur am Rande zu tun: Sie erschließt derzeit das interkommunale Gewerbegebiet Großer Forst und baut eine Zufahrt zur B 313. Zusätzlich sind die Stadtwerke Nürtingen mit im Boot, die Wasserleitungen sanieren. Erst kurz vor Baubeginn habe sich das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart angehängt. „Das RP hat kurzfristig Mittel genehmigt bekommen und die Chance ergriffen, die Bundesstraße zu sanieren“, berichtet Bernhard.

Zunächst war vorgesehen, den Verkehr Richtung Grafenberg und Metzingen weiterlaufen zu lassen und die Arbeiten mit einer einseitigen Sperrung durchzuziehen. Doch vergangenen Donnerstag kam die nächste schlechte Nachricht: Der Unterbau der B 313 ist so stark beschädigt, dass die Fahrbahn komplett saniert werden muss. Um die Baustelle nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sei beschlossen worden, die Strecke voll zu sperren – voraussichtlich ab Ende Oktober. Anderenfalls, heißt es aus der Pressestelle der Stadt, hätten sich die Arbeiten über rund sieben Monate erstreckt. So aber soll die Strecke nun bis Weihnachten wieder frei sein. Eine Verschiebung der Sanierung sei keine Option gewesen, so Bernhard: „Dann wäre das Gewerbegebiet aufgesiedelt und es hätte zu noch größeren Belastungen geführt.“

Die Sperrung der B 313 ist nicht die einzige Behinderung für Autofahrer in diesen Wochen im Raum Nürtingen: An der Kreuzung Max-Eyth- und Carl-Benz-Straße entsteht ein provisorischer Kreisverkehr. Dort ist noch bis Ende Oktober eine Umleitung eingerichtet. Im Enzenhardt wird die Fahrbahn der Allensteiner Straße im Bereich zwischen der Breslauer und Stettiner Straße und der Verbindungsweg der Allensteiner zur Stettiner Straße neun Wochen lang saniert. Außerdem ist die K 1219 zwischen Zizishausen und der Hummelsmühle (Unterensingen) wegen Straßenbauarbeiten bis Anfang November voll gesperrt. Der Verkehr wird auf der L 1250 über Oberboihingen und Wendlingen umgeleitet.             Mo / Foto: mo

Mehr „Uga-Uga“ auf den Stundenplan

Coaching-Projekt „Gorilla“ macht Kindern und Jugendlichen Sport und gesundes Essen schmackhaft – Inklusiver Ansatz

Über gesunde Ernährung in Schulen und Kindertagesstätten wird in Deutschland in diesen Wochen viel diskutiert. Davon hält Roger Grolimund wenig: Der Schweizer und sein Team vom Programm „Gorilla“ packen lieber die Skateboards aus und legen los. „Mehr Uga-Uga im Leben“ heißt ihr Rezept, das den Jungs und Mädels Lust macht, sich mehr zu bewegen und bewusst zu essen. Vor einigen Tagen machte die bunte Truppe Station in Nürtingen.

Neugierig scharen sich die Jungen und Mädchen der Johannes-Wagner-Schule und der Geschwister-Scholl-Realschule an diesem grauen Herbstmorgen um Tomcat und Phips. Statt Mathe stehen heute Skaten, Breakdance, Frisbee-Freestyle und Footbag auf dem Stundenplan. „Cool“, sagt Nils, der andächtig das Board von Tomcat betrachtet. Zu den Jungs mit Strubbelhaaren und den coolen Hoodies, auf denen fett das Gorilla-Logo prangt, haben die Kids schnell einen Draht. Begeistert stürmen sie los, um ihre Boards aus dem Anhänger zu holen. „Die Begeisterung hätte ich gerne mal im Unterricht“, kommentiert ein Lehrer.

Mitreißen, begeistern, eben mal nicht mit erhobenem Zeigefinger dastehen, sondern authentisch für die Sache einstehen und den Kids auf Augenhöhe begegnen – darauf baut „Gorilla“ auf. Seit dem Jahr 2003 bringt die Schtifti-Foundation von Roger Grolimund und Ernesto Silvani mit der knalligen Mischung aus Funsport und teengerechten Rezepten Schweizer Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren dazu, gesünder zu leben.

Nun wollen die „Gorillas“ auch Deutschland erobern. Den zweitägigen, inklusiven Kurs in Nürtingen nutzen die Schweizer, um das deutsche Workshop-Team zu schulen. Skateboard-Weltmeister Tobias Kupfer, in der Szene bekannt als „Albertross“, und die Stiftung „Zeit für Menschen“ der Samariterstiftung sind dafür Wegbereiter. Matthias Berg, mehrfacher Paralympics-Goldmedaillen-Gewinner und stellvertretender Esslinger Landrat, hat die Schirmherrschaft über den Workshop nur zu gern übernommen. Aus eigener Erfahrung weiß der Contergan-Geschädigte, wie schnell Kinder ausgegrenzt werden, die nicht ins Muster passen. Der Sport, sagt Berg, hat ihm in der Schulzeit manche Tür geöffnet. Dass bei den „Gorillas“ Inklusion ganz selbstverständlich ist, begeistert ihn. Im Nürtinger Schulalltag allerdings findet ein solch selbstverständliches Miteinander bisher nur selten statt. Neben den Impulsen zu alternativen Bewegungsangeboten ist dies wohl das Wichtigste, was die Schulleitungen aus diesen Tagen mitnehmen: Es soll mehr Miteinander geben.

Grolimund zappelt derweil auf seinem Stuhl herum. Zu sagen hat der sympathische Schweizer viel, noch lieber aber möchte er zeigen, wie die „Gorillas“ mit den Kids arbeiten. Das Müsli-Büfett zum Beispiel haben die Jungs und Mädels komplett leer geräumt. Ein Anblick, der den Schweizer begeistert: „Viele Kinder wissen heute gar nicht mehr, was sie da eigentlich essen“, sagt er. Energiedrinks, Cola, Chips, Fastfood stehen täglich auf dem Speiseplan.

Die „Gorillas“ zeigen, dass es anders geht – und außerdem noch lecker dazu. „Wir machen leckere Sandwiches mit den Kids“, sagt Grolimund. Ernährung ist das eine, das zweite, mit dem die „Gorillas“ sich gegen Übergewicht und Ernährungsmangel stemmen, sind Freestyle-Sportarten. „Es kostet nicht viel und lässt sich nahezu überall machen“, argumentiert der Schweizer, während die ersten „Jung-Gorillas“ auf den Longboards vorbeirauschen. Berg hingegen mischt sich unter die Kids, die den kleinen Footbag schnell mit Kicks und Finten im kleinen Feld hin und her jonglieren. Andere trainieren Kunststücke mit der Frisbee-Scheibe oder üben Moves mit Breakdancer Max. Viele begeisterte Gesichter sind an diesem Tag zu sehen. Kleine Erfolgserlebnisse, die Mut machen, nehmen die Jungen und Mädchen mit. Wie nachhaltig der Besuch der „Gorillas“ gewirkt hat, wird sich allerdings zeigen müssen. Lehrern und Schulleitung gibt das Programm Material für den Schulalltag an die Hand. Dem „Ober-Gorilla“ wäre es am liebsten, wenn Regeln gelockert würden: „Es wäre doch toll, wenn der Hausmeister am Samstag mal die Turnhalle aufmacht, damit die Kids rein können. Oder wenn man sich mal einen Breakdancer in den Sportunterricht holt.“ Im kommenden Jahr wollen die „Gorillas“ in Deutschland durchst==arten. Eine Tour durch fünf Städte ist bereits in Planung. In Nürtingen wollten die Kids nur eines wissen: „Kommt ihr nächstes Jahr wieder?“       mo / Fotos: mo

 

Info: www.deingorilla.de

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Vor 60 Jahren beschloss der Bundestag die Einführung des
Kindergelds. Bis heute ist die Förderung nicht unumstritten.
Was meinen Sie, ist das Kindergeld eine Erfolgsgeschichte?

Foto: dpa

Eine Erfolgsgeschichte?

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Der Mann mit dem goldenen Helm

Fürstengrab von Gammertingen dauerhaft im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart – Gesicht rekonstruiert

Seit vergangener Woche kann man im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart einen weiteren Schatz aus der Geschichte des Landes bewundern. Das „Fürstengrab von Gammertingen“ aus dem 6. Jahrhundert nach Christus zeigt die letzte Ruhestätte eines Mannes gehobener Herkunft. Das Grab, das in der Nähe von Sigmaringen vor mehr als 100 Jahren gefunden worden ist, war unberaubt und fast vollständig erhalten.

Der tote Mann trug einen goldenen Helm und ein Kettenhemd. Neben ihm lagen seine Waffen: ein Schwert, Spatha genannt, ein einschneidiges Hiebschwert, das Sax heißt, eine Axt, eine Wurflanze,  die so genannte Ango, und eine verzierte Lanze. Daneben noch verschiedene Utensilien wie ein versilbertes Seihlöffelchen, feines Essgeschirr, silbernes Zaumzeug, Kamm und Schere.

„Das ist wie ein Sechser im Lotto“, schwärmt Cornelia Ewigleben, die Direktorin des Museums, vom neuen Ausstellungsstück, das die Abteilung Meisterwerke perfekt ergänze. Die Qualität der Grabbeigaben, darunter ein reich verzierter byzantinischer Spangenhelm sowie das einzige in dieser Vollständigkeit erhaltene Kettenhemd aus dem 6. Jahrhundert, macht den Fund zu einem der „bedeutendsten Männergräber in Europa“, so lautet die Einschätzung von Klaus Georg Kokkotidis, der Referatsleiter der Archäologe des Landesmuseums.

An den Fundstücken lässt sich die Handwerkskunst der damaligen Zeit nachvollziehen: Das Kettenhemd besteht aus 45 000 einzelnen Eisenringen, abwechselnd gestanzt und genietet, die vermutlich in Byzanz gefertigt worden sind. Das Hemd reichte seinem Träger bis auf die Oberschenkel, war kurzärmelig und mit einer Kapuze versehen. Das Hemd liegt in voller Größe und fast wie gebrauchsfähig in der Vitrine. Für Kokkotidis ein einzigartiges Stück: „Wir haben zwar Teile anderer Kettenhemden geborgen, aber das größte Stück aus dieser Zeit ist so groß wie ein Handteller.“

Ebenfalls kostbar und selten ist der Helm. Aus Mittel- und Südeuropa sind insgesamt nur etwa 40 Exemplare der sogenannten Spangenhelme bekannt. Das Gammertinger Exemplar besteht aus sechs eisernen Platten, die von sechs Spangen aus Kupfer und einem eisernen, mit Kupferblech belegten Stirnreif zusammengehalten werden. Alle Teile sind reich verziert und waren ursprünglich vergoldet. Es handelt sich um byzantinische Offiziershelme, die in Werkstätten auf dem Balkan oder in Italien für den Bedarf des oströmischen Heeres hergestellt wurden.

Doch wie kommt ein byzantinischer Helm auf den Kopf eines süddeutschen Fürsten im Germanenreich? Schon ab dem späten 4. Jahrhundert stützte sich Byzanz verstärkt auf germanische Söldnereinheiten, die „foederati“, die von ihrer eigenen Stammesaristokratie befehligt wurden. Die Ausrüstung für die Söldner wurde von den byzantinischen Militärwerkstätten, den „fabricae“, gestellt. Aus schriftlichen Aufzeichnungen der Zeit ist bekannt, dass Spangenhelme generell zur Ausstattung schwerbewaffneter Truppenkommandeure gehörten.

Nach Ende ihres Dienstes nahmen die germanischen Söldnerführer ihre Waffenausstattung mit zurück in ihre Heimat, während niederrangige Söldner ihre Waffen wieder abgeben mussten. Da diese Helme im germanischen Raum eigentlich fremd waren, dürften sie – neben ihrer eigentlichen Schutzfunktion – für ihre Träger auch ein nicht unerhebliches Statussymbol gewesen sein.

Seit Juli befindet sich das Grab im Landesmuseum. Zuvor war es im Besitz von Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern, der es in Sigmaringer Schloss ausgestellt und jüngst dem Museum verkauft hat. Etliche Untersuchungen sind seither gemacht worden – mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen. So hat man den Toten, aufgrund der prächtigen Ausstattung seiner Grablege, auf rund 50 Jahre geschätzt. Bei der Untersuchung der Zahnreste stellte sich jedoch heraus, dass er nicht älter als 35 Jahre alt gewesen sein konnte.

Aus dem Wunsch heraus, sich ein Bild des jungen Mannes zu machen, hat das Landesmuseum ein Gesichtsmodell des Toten anfertigen lassen. Die erhaltenen Kiefer- und Gesichtsknochen sind in der biologischen Anthropologie der Universität Freiburg vermessen und berechnet worden. Anhand der Daten entstand so das Gesicht des Toten, das nun als Modell über der Vitrine angebracht ist und die Besucher anschaut – ein junger,  gesund aussehender Mann mit rundem, bubenhaftem Gesicht.

Die Untersuchungen an den Überresten gehen weiter. Eine spannende Frage bleibt zu klären: War der junge Mann ein Alamanne oder ein Franke? Die Zeit, in der er im süddeutschen Raum gelebt hat, gilt als Umbruchzeit. Die alamannische Vorherrschaft war am Bröckeln, die Franken drängten vor und übernahmen die Herrschaft auch in Süddeutschland. Anhand der Strontium-Isotopen-Analyse lässt sich über die Strontium-Einlagerung in den Zähnen die Gegend des Wassers bestimmen, das der Mann als Kind getrunken hat. Die Antwort auf die Frage Alamanne oder Franke soll laut Kokkotidis bis Ende des Jahres beantwortet sein.                 Bob / Fotos: Landesmuseum

 

Info: Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss Stuttgart, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, montags geschlossen (außer an Feiertagen), Gruppenführungen nach Vereinbarung unter t 07 11/ 89 53 51 11; mehr unter  www.landesmuseum-stuttgart.de

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Das Volksfest wegen Überfüllung abgesperrt, S-Bahnen und Züge
umgeleitet – zu viele Menschen streben auf den Cannstatter Wasen.
Muss das Sicherheitskonzept künftig verschärft werden?

Foto: dpa

Neues Sicherheitskonzept?

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Ein Gesundheitscampus

Das neue Konzept fürs Plochinger Krankenhaus liegt vor


Wenn in den kommenden Wochen die Psychiatrie nach Kirchheim umzieht, geht die 150-jährige Geschichte des Plochinger Krankenhauses zu Ende. Gleichzeitig beginnt der Umbau: Künftig sollen die Krankenpflegeschulen und die Fort- und Weiterbildungsakademie der Kreiskli­niken Esslingen im bisherigen Krankenhaus zentralisiert werden. Außerdem zieht das Gesundheits- und Veterinäramt des Landkreises ein und eine PIA – eine Psychiatrische Institutsambulanz – ist geplant. „Gesundheitscampus“ nennen die Kreiskliniken dieses Konzept.

Das Plochinger Krankenhaus wird im Zuge der Neustrukturierung der Kreiskliniken geschlossen. Die Kliniken, der Kreis und die Stadt Plochingen haben nun gemeinsam das mit Spannung erwartete Nachnutzungskonzept vorgestellt. Die Konzentration der beiden Krankenpflegeschulen, die derzeit am Nürtinger und Ruiter Krankenhaus sind, sei eine große Chance, sagte Thomas Kräh, der Geschäftsführer der Kreiskliniken. An beiden Standorten stünden Sanierungen für insgesamt rund zwei Millionen Euro an. Man habe sich deshalb entschlossen, lieber „an einem Standort richtig zu investieren“ und die 145 Ausbildungsplätze zu zentralisieren. Als weiterer Baustein soll die derzeit am Kirchheimer Krankenhaus angegliederte Fort- und Weiterbildungsakademie der Kreiskliniken hinzukommen. Insgesamt werden dafür rund 2,7 Millionen Euro investiert, der Einzug ist für 2016 geplant. Damit bekomme man eine zentrale Einrichtung für die Versorgung mit Facharbeitskräften und könne sich „als attraktiver Arbeitgeber präsentieren“, sagte Landrat Heinz Eininger. Neben den Unterrichtsräumen sind in den ehemaligen Patientenzimmern 44 Appartements für angehende Pflegekräfte vorgesehen.

Ein weiterer Baustein des Konzepts ist das Gesundheits- und Veterinäramt, das mit 83 Mitarbeitern schon im kommenden Frühjahr von Esslingen auf den Plochinger Stumpenhof verlegt wird. Denn die Kreisverwaltung, vor allem das Sozialdezernat, platze in Esslingen „aus allen Nähten“, so der Landrat. Und schließlich soll Plochingen nach dem Verlust seiner stationären Psychiatrie eine Psychiatrische Institutsambulanz bekommen. Es gibt bereits mehrere solcher Behandlungszentren für psychisch kranke Menschen im Kreis Esslingen.

Für die Stadt Plochingen sei das Konzept zwar „nicht die Wunschlösung“, sagte Bürgermeister Frank Buß, „aber eine gute Lösung mit Vorteilen für alle Beteiligten“. Der Stadtteil Stumpenhof mit seinen Einkaufsmöglichkeiten könne davon profitieren. Eigentlich hätte sich die Stadt wieder eine Einrichtung der Gesundheitsversorgung gewünscht. Es gab auch zwei Anfragen in diese Richtung – deren Realisierung allerdings nicht gelang. Offen ist noch die zukünftige Nutzung der Personalhäuser auf dem Stumpenhof. Dort sei vieles denkbar, sagte Eininger. Auch die Unterbringung von Asylbewerbern, doch das sei nicht die erste Wahl des Landkreises an dieser Stelle.     Aia / Foto: bul

Kostbares „Fleisch“ aus dem Wald

Pilzflut in Deutschland – Es wird wieder mehr gesammelt – Sachverständige beraten – App auf dem Smartphone ist unsicher


Pilzsammler müssen sich gut auskennen. Sonst kann ihr Hobby böse Folgen haben. Es muss nicht immer der Knollenblätterpilz oder der Satansröhrling sein, dessen Verzehr zu schweren Vergiftungen oder gar zum Tod führt. Auch andere Pilze können Lebensmittelvergiftungen mit Bauchkrämpfen, Durchfall und Erbrechen auslösen. Giftnotrufzentralen warnen: Die Vergiftungen nehmen zu.

Die Giftnotrufzentralen berichten aktuell von auffällig vielen Fällen von Pilzvergiftungen. Denn mit der Pilzflut, die das warme feuchte Wetter in Deutschland hervorgerufen hat, nimmt auch der Griff zum falschen Hutträger zu – und mit ihm die Gefahr einer Vergiftung. Die handeln sich Sammler schnell ein, wenn sie unvorsichtig sind. Für Laien sind giftige von ungiftigen Exemplaren schwer zu unterscheiden. Pilzsachverständige wie Ernst Dittrich aus Reichenbach wissen das. Sie unterstützen Pilzsammler, organisieren Führungen und Seminare und stehen auch für Nachfragen bereit.

In die Pilze gehen ist in. Was früher eine Notwendigkeit zur Selbstversorgung mit dem „Fleisch des Waldes“ war, ist heute ein Stück Lifestyle. „Pilze gelten als Delikatesse und das Sammeln der Pilze als Naturerlebnis“, erklärt Ernst Dittrich das gestiegene Interesse an selbst gesammelten Pilzen. Kein Wunder, dass dort auch mancher unterwegs ist, der nicht weiß, was er tut.

Ernst Dittrich und seine Frau Ingeborg sind seit vielen Jahren Mitglied im Verein der Pilzfreunde Stuttgart, Dittrich ist Vorsitzender des Vereins. Von August bis November finden jedes Jahr jeden ersten Montag, von 16.30 bis 18 Uhr, Pilzberatungen in der Stuttgarter Markthalle statt. Bei der kostenlosen Beratung werden Pilze, die die Besucher mitbringen, angeschaut, bestimmt und ihre Merkmale erklärt. Dittrich erklärt das Prozedere: „Es sollen nur ein bis zwei Stück eines Exemplars mitgebracht werden. Darüber hinaus sollen die Pilze unzerstört und als ganzes Teil vorgeführt werden.“

Dittrich macht auch Pilzführungen, die rasch nach Bekanntgabe ausgebucht seien. Zuweilen kommen Sammler auch zu ihm nach Reichenbach und zeigen ihm ihre gesammelten Exemplare. Auch die Giftnotrufzentrale der Universität in Freiburg, die für den Raum Stuttgart zuständig ist, fragt ihn oft um Rat. Oder Taxis bringen aus Krankenhäusern Reste von gekochten Pilzgerichten, um den Fachmann das giftige oder ungenießbare Exemplar identifizieren zu lassen.

Ein Arzt muss zwischen einer Lebensmittelvergiftung und einer Pilzvergiftung unterscheiden. Eine Lebensmittelvergiftung nach einem Pilzessen geht mit Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfen einher. Die kann durch ungenießbare oder verdorbene Pilze ausgelöst werden und vergeht nach einigen Tagen wieder, ohne dass eine spezielle Therapie notwendig wäre. Bei einer echten Pilzvergiftung nach dem Genuss eines für Menschen giftigen Pilzes müssen Ärzte Therapien bis hin zum Verabreichen eines Gegengifts in Gang setzen. Der Knollenblätterpilz in seiner weißen oder grünen Variante ist der giftigste Pilz im Wald. Sein Gift ist tödlich, es zersetzt die Leber, wenn nicht rechtzeitig therapiert wird.

Dittrich selbst hat noch bei keinem Sammler einen Knollenblätterpilz im Körbchen entdeckt. Ihm sind aber Menschen mit Migrationshintergrund aufgefallen, die beim Pilzesammeln Fehler machen. „Sie kennen sich durchaus gut aus, sie verwechseln aber giftige oder ungenießbare Exemplare mit Pilzen, die sie als essbar aus ihrer Heimat kennen“, sagt er. Vor Jahren ist deshalb ein Mann aus Kasachstan gestorben, weil er einen Knollenblätterpilz verspeist hat.

Dittrich warnt dringend vor einer Pilzbestimmung auf eigene Faust. „Bücher oder Apps für Smartphones sind für Laien gefährlich“, sagt er. So ausgerüstet könne man nicht sicher Pilze sammeln. Auch warnt er vor Regeln wie: Ein Pilz, der von Maden und Schnecken angefressen wird, könne nicht giftig sein. Überhaupt sollte man von nassen, zerfressenen oder unansehnlichen Pilzen besser die Finger lassen.  „Jung, frisch und knackig“ müssen die Pilze laut Dittrich sein, die der Sammler vorsichtig aus dem Boden drehen oder schneiden soll. Dann das Loch mit Erde, Laub oder Nadelstreu abdecken. Wer den Pilz aus dem Boden reißt, beschädigt auch sein Myzel – den eigentlichen Pilz. Pilzsuche ist aber auch Naturschutz: Ältere Pilze bleiben der Arterhaltung wegen stehen.

Viele einheimische Pilze stehen außerdem unter Artenschutz und dürfen deshalb nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Dazu gehören Steinpilz, Pfifferling, Schweinsohr, Brätling, Rotkappe, Birkenpilz und Morchel. Diese Ausnahmeregel betrifft aber nicht Kaiserling, Trüffel und Saftlinge – sie dürfen gar nicht aus dem Boden entfernt werden. Auch der Transport birgt Gefahren, wie die Experten des Botanischen Gartens Berlin-Dahlem sagen: Pilze sollten  immer möglichst luftig in Körben transportiert werden. Sonst zersetzt sich das Eiweiß der Fruchtkörper schnell und sie werden ungenießbar.  Absolut indiskutabel sei es, Pilze in Plastiktüten zu transportieren. Experten raten auch davon ab, bei feuchtem Wetter zu sammeln. Die Witterung könne Schimmelbildung begünstigen.

Fühlen Pilzesser sich nach einer Pilzmahlzeit unwohl, sollten sie sofort den Notarzt oder den Giftnotruf wählen. Auch wenn nur einer der Esser des Pilzgerichts über Beschwerden klagt, sollten alle Esser ärztlichen Rat einholen. Die restliche Pilzmahlzeit – auch Erbrochenes – werden am besten aufgehoben, um im Notfall bestimmen zu können, um welche Sorte Pilze es sich handelt. Experten raten überdies, Wild- und Zuchtpilze am besten noch am selben Tag zu verarbeiten. Die meisten Pilze sind im rohen Zustand unbekömmlich, einige sogar giftig. Sie sollten daher gekocht werden. Eine Ausnahme ist zum Beispiel der Champignon. Wildpilze müssen jedoch immer durcherhitzt werden, 70 Grad und zwei Minuten reichen. So zubereitet halten sich die Pilze einen Tag im Kühlschrank.
bob / Foto: dpa

 

Info: Pilzsachverständige Ingeborg und Ernst Dittrich, t 0 71 53/ 95 82 24, Pilzberatung Markthalle Stuttgart: Montag, 3. November, 16.30 bis 18 Uhr, mehr über Pilze: www.pilzfreun.de, Giftnotrufzen­trale der Uni Freiburg: t 07 61/19 24-0, mehr auch unter: www.aid.de/verbraucher/saisonales.php.

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Die Lufthansa-Piloten streiken, die Lokomotivführer der Bahn
drohen damit – mal wieder. Haben Sie Verständnis, wenn derlei
Spartengewerkschaften Verkehrshindernisse aufbauen, um ihre
Interessen durchzusetzen?

Foto: dpa

Verständnis für Streiks?

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Neues Klangerlebnis

Erstes Konzert im Esslinger Jazzkeller nach Sanierung am 26. September


Fast acht Monate wurde gearbeitet, die Planungen laufen schon seit Mitte des vergangenen Jahres: Am Freitag öffnet nun der Jazzkeller in der Esslinger Altstadt nach der Sanierung wieder seine Pforte und präsentiert sich als runderneuertes aber nach wie vor traditionelles Domizil für Jazzmusiker und Jazzliebhaber.

Das letzte Konzert im „alten“ Jazzkeller fand im Januar statt, dann gingen die Veranstalter in die ver­längerte Pause und nutzten die musikfreie Zeit, um auszumisten, umzubauen und zu renovieren. Vor Kurzem hat sich der Club erstmals runderneuert gezeigt: Die Bühne befindet sich nun an der Stirnseite des Raums. „Die Musiker spielen jetzt in den Raum hinein“, wie Barbara Antonin von der Jazzkellergemeinschaft sagt. Die Zuschauer haben nun mehr Raum bei gleichbleibender Platzzahl, vermehrt können nun bequeme Stühle mit Lehne aufgestellt werden. Eine neue Garderobe wurde eingerichtet, so dass die Musiker eine Rückzugsmöglichkeit haben und an der Bar gibt es jetzt fließend Wasser. Der Umbau hat auch eine ästhetische Komponente: „Das alte Gewölbe kommt jetzt deutlich mehr zur Geltung, das lieben unsere Musiker und auch unsere Besucher“, sagt Antonin. Ausschlaggebend für die Sanierung war aber weniger der Anspruch auf eine ansprechendere Gestaltung, sondern eine technische Notwendigkeit.

Immer stärker hatte die Wand in Richtung Landolinsgasse unter eindringender Feuchtigkeit gelitten. Mit Schimmelbildung musste gerechnet werden. Gegen die Feuchtigkeit im Raum arbeitet nun ein spezielles Luftsystem mit zwei Entfeuchtungsgeräten an. Diese regulieren das im Raum vorhandene Nass, checken die für einen Gewölbekeller dieses Alters notwendige Feuchtigkeit und saugen weg, was darüber hinaus anfällt. Pumpen an der feuchten Wand sorgen schon seit Längerem dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit nach außen abgeleitet wird.

Rund 40 000 Euro hat der Umbau gekostet. Die Stadt Esslingen fördert ihn mit 30 000 Euro, verteilt auf zwei Jahre, die Zukunftsstiftung Heinz Weiler gibt 10 000 Euro dazu. Architekt Michael Ditttmer, Jazzfan und Liebhaber historischer Gemäuer, hat überdies ehrenamtlich gearbeitet. Noch sind nicht alle Wünsche erfüllt, wie Antonin sagt. „Eine neue Möblierung und eine aktualisierte Lichttechnik wären schön.“ Doch das muss nun erst einmal hintangestellt werden. Zum ersten Konzert im Esslinger neuen alten Jazzkeller wurde mit dem Johannes Mössinger NY Quartett „ein Leckerbissen an Land gezogen“. Auch die folgenden Konzerte mit den Moutin-Brüdern und dem Goldberg-Trio bezeichnet Antonin als „echte Highlights“.  Bob/Foto: bul

 

Info: Freitag, 26. September, 20.30 Uhr, Johannes Mössinger NY Quartett im Jazzkeller, Webergasse 22 in Esslingen (www.jazzkeller-esslingen.de).

Großeinsatz an trockenen Tagen

Die Ernte war wegen der Nässe schwierig – „Mit einem blauen Auge davongekommen“

Übervolle Äste, die manchmal unter dem Gewicht ihrer Früchte brechen: Die Streuobstwiesen erinnern dieses Jahr ans Schlaraffenland. Auch ansonsten sei die Landwirtschaft trotz der schwierigen Wetterverhältnisse mit einem blauen Auge davongekommen, sagen Bauern aus der Region. Zu schaffen machen ihnen aber die Preise, die auch aufgrund der Sanktionen gegen Russland im Keller sind.

Thomas Klein vom Erlenhof in Wernau nimmt die Wetterkapriolen mit Humor. „Das hat umgekehrt gepasst“, sagt er bezogen aufs Getreide: Nach der Aussaat blieb es lange zu trocken, dann regnete es viel zu viel. Dennoch ist Klein, der jedes Jahr 500 bis 600 Tonnen Gerste, Weizen und Triticale – eine Kreuzung aus Weizen und Roggen – für die Schweine und Pferde auf seinem Hof braucht, unterm Strich zufrieden. Zumal er die Ernte noch vor dem Beginn der Regenperiode und damit trocken genug für die Lagerung unter Dach und Fach hatte. Aktuell steht der Mais zur Ernte an und sehe gar nicht schlecht aus, erklärt der Wernauer Landwirt.

Auch bei Karl-Heinz Schaller auf dem Burghof in Neuhausen kam der Lohnunternehmer mit dem Mähdrescher rechtzeitig und brachte das Getreide trocken ein. Schaller kann sich also mit dem Verkauf Zeit lassen, denn „im Moment sind die Preise unten“. Nach seiner Erfahrung steigen sie aber in den kommenden Monaten wieder an. „Überraschenderweise war der Ertrag doch in Ordnung“, zieht er Bilanz.

Der Landkreis Esslingen sei „im Großen und Ganzen mit einem blauen Auge davongekommen“, meint Michael Zimmermann, der Landwirt auf dem Schlossgut Köngen und einer der beiden Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes ist. Bei Mais und Hackfrüchten habe die Witterung gepasst. Die Obsternte sei überall dort gut gewesen, wo Hagelschäden ausblieben. So zum Beispiel in Owen bei Obstbauer Tobias Schmid. Zwar hängen die Bäume im Tafelobstbau nicht gar so voll wie auf den Streuobstwiesen, sagt er, aber der Ertrag sei „relativ gut“ und der Geschmack „richtig gut“. Schmid baut gängige Sorten wie Elstar und Gala an. Die Niederschläge im Juli und August hätten den Äpfeln gut getan und noch mal einen Wachstumsschub bewirkt. Mit den Kirschen, noch vor der Nässeperiode geerntet, war er ebenfalls zufrieden. Hohe Erntemengen drücken allerdings den Preis, die Sanktionen gegen Russland kommen hinzu: Wenn Obst und Gemüse aus Polen und seinen europäischen Nachbarländern nicht mehr nach Russland exportiert werden darf, landet es auf dem hiesigen Markt und vergrößert das Angebot.

Die Gemüse- und Kartoffelbauern plagte auch der nasse Boden sehr. „Es war schon sehr, sehr beschwerlich“, sagt Lore Sohn vom Mettinger Gemüsehof. Blieb es zwischendrin mal drei Tage trocken, mussten alle verfügbaren Kräfte zur Ernte raus und vollen Einsatz bringen. Heilfroh sei man gewesen, als die Kartoffeln eingebracht waren. Die litten allerdings unter der Feuchtigkeit und hatten teilweise Faulstellen; andere Knollen hatten ein zweites Mal ausgetrieben. Da helfe nur radikales Aussortieren, sagt Sohn. Sie ist froh, dass keine Hagelschäden auftraten und dass Gemüse wie Brokkoli, Bohnen und Blumenkohl durchweg von sehr guter Qualität sei. Auch dem Sellerie mache Nässe nichts aus, bestätigt Karl Schumacher von den Wangerhöfen in Köngen, der sei eine „Wasserpflanze“. Bei der Ernte brauche man allerdings halbwegs trockenen Boden. Ausfälle hatte Schumacher wie viele andere beim Salat, der teilweise faulte. Dafür seien „die Kohlgemüse durch den vielen Regen sehr gut gewachsen“ – die Haupternte der lagerfähigen Herbstsorten beginnt jetzt.

Erntezeit ist auch für Kürbisse, die heuer „alle ein bisschen kleiner als letztes Jahr“ seien, so Michael Mimich von Henzlers Rammerthof in Nürtingen-Raidwangen. Offensichtlich hat ihnen die Wärme gefehlt.               Text/Foto: aia