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Lebensgefühl Messe 2015

Am Donnerstag, 26. März 2015

Ausbildungs-Beilage 2014

Erschienen am 25.09.2014

Bauen & Wohnen

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Erschienen am: 26.09.2013

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Orkan erzwingt Verjüngung

25 Jahre nach Wiebke und Vivian sowie 15 Jahre nach Lothar hat sich der Wald von den Sturmschäden erholt


Vor 25 Jahren fegten Wiebke und Vivian auch über Württemberg, am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 entwickelte Lothar eine noch stärkere Zerstörungskraft. Menschen kamen bei beiden Stürmen ums Leben, Bäume wurden massenhaft entwurzelt und wie Streichhölzer abgeknickt. Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 Kilometer pro Stunde verursachte der Orkan Lothar gewaltige Schäden. Das galt auch für den Wald im Landkreis Esslingen. 15 Jahre später ist davon nichts mehr zu sehen. Das zeigt ein Besuch mit dem Esslinger Stadtförster Ingo Hanak auf dem Schurwald im Gewann Saißleshau. Auch Richard Höhn, Leiter des Forstreviers Nürtingen, erzählt von gewaltigen Ausmaßen des Sturms, von Aufräumarbeiten und Wiederaufforstung.

Von Januar bis März 1990 zogen neun Orkantiefs über Mitteleuropa. Die heftigsten waren Vivian und Wiebke. Vivian fegte vom 25. bis 27. Februar übers Land, Wiebke vom 28. Februar auf den 1. März. Beide richteten verheerende Schäden an, vor allem in den Wäldern. In Deutschland fällten sie 60 Millionen Kubikmeter Holz. Das entsprach einem Einschlag von zwei Jahren. Europaweit 100 Tote werden den stürmischen Kräften zugeordnet. Am 26. Dezember 1999 sollte es aber noch schlimmer kommen. Bei Lothar und bei den Aufräumarbeiten starben in Europa 110 Menschen, davon 13 am Sturmtag in Baden-Württemberg. „Lothar hat einen anderen Charakter gehabt als die Stürme davor“, sagt Höhn, der 1999 schon Revierleiter war. Er kann sich noch genau an den Tag erinnern. Die Familie saß bei den Eltern in Denkendorf zusammen, als beim Nachbarn die Kaminverkleidung davonflog. Ums Heim im Tiefenbachtal standen die Obstbäume nicht mehr. Und alsbald waren die immensen Schäden im Wald zu erkennen. Und es galt zu handeln. In der Johannes-Sonn-Hütte waren Leute eingeschlossen. Denen wurde der Weg im Tiefenbachtal laut Höhn „freigesägt“. Später wurde klar: Am schlimmsten hatte der Orkan in der Linie Reudern-Käppele-Dettingen und am Höhenzug im Gewann Vorhalde gewütet. Auf Esslinger Gemarkung waren am stärksten der Saißleshau und der „Katzenbacher Hof“ auf den Fildern geschädigt. Hanak spricht für beide Gebiete von einem Viertel der Waldfläche, in der gesamten Gemarkung waren etwa zehn Prozent betroffen.

Am meisten traf es die Fichte. Sie bildet nur Tellerwurzeln aus. „Ist eine Fichte nach 30 oder 40 Jahren 20 Meter hoch, ist die Hebelwirkung für den Wind sehr gut“, sagt Hanak. Höhn ergänzt: „Die Fichte ist der Fallschirm für den Sturm.“ Während Wiebke und Vivian „rein nadelholzgeprägt“ gewesen seien, habe Lothar mit seinen gewaltigen Böen aber alle Baumarten angegriffen. So seien beim 180-jährigen Eichenbestand an der Johannes-Sonn-Hütte viele Kronen abgedreht worden, auch etliche alte Buchen lagen flach. Doch trotz ihrer Anfälligkeit wollen die Förster auf die Fichte nicht verzichten. „Die Fichte wächst sehr gut und bringt einen hohen Ertrag“, sagt Hanak. Die Eiche hingegen sei standsicher bei geringerem Ertrag. „Die Fichte ist ein Universalbaum, wir brauchen sie“, sagt Höhn. Und so wird im Nürtinger Forstrevier ein Fichtenanteil von knapp zehn Prozent angepeilt.

Ein bis zwei Jahre hat es in Esslingen gedauert, bis die umgehauenen Bäume geräumt waren. Im Nürtinger Revier waren die Aufräumarbeiten im Spätsommer 2000 abgeschlossen. Die Folgeschäden zogen sich länger hin. Viele nun nicht mehr geschützte Bäume wurden vom Wind nachträglich gefällt, außerdem schlug der Borkenkäfer großflächig zu. Der trockene Jahrhundertsommer 2003 machte es mit dem Käfer noch schlimmer. „Da kam alles zusammen“, sagt Hanak.

Direkt nach Lothar war ein Überblick über die Schäden nötig, dafür wurde der Wald mit dem Hubschrauber überflogen und Luftaufnahmen wurden gemacht – man wäre in den Wald nicht hineingekommen. Die Wege wurden nach Vorranggebieten freigesägt. Nach dem Freiräumen der Straßen und Wege wurden Prioritäten aufgestellt: Welches Holz verdirbt am schnellsten? Die Holzmengen waren gewaltig. „Das war auf einen Schlag der fünf- bis sechsfache Jahreseinschlag. Die vorher sehr guten Holzpreise haben sich mehr als halbiert“, macht Hanak klar. Ein Teil des Orkanholzes kam nach Bempflingen ins Nasslager, ein anderer Teil wurde nach Österreich, in die Schweiz und nach Italien verkauft. Das Räumen war gefährlich, die kreuz und quer liegenden Stämme konnten wie Mikadostäbchen zusammenstürzen. Deshalb kamen Vollernter und Kettenbagger zum Einsatz.

Schon ab Herbst 2000 wurde im Esslinger Stadtwald aufgeforstet: die Hälfte Eiche, ein Viertel Linde, ein Viertel Buche und Hainbuche. Auf rund 100 Hektar Fläche wurden eine halbe Million Bäume gepflanzt, weitere 50 Hektar der Naturverjüngung überlassen. Ein Problem war das Rehwild, das sich von den Knospen ernährt. Um die Verbissschäden einzudämmen, wurden 20 000 Bäume mit einem Kunststoffmantel geschützt. Höhn sagt, Lothar habe im Wald die Chance auf eine „reichhaltige Verjüngung“ eröffnet. Und so wurde der so lichte Wald mit lichthungrigen Kiefern, Eichen und Lärchen, aber auch mit Buchen aufgefrischt.

15 Jahre nach Lothar sind die größten der neu gepflanzten Eichen schon rund 13 Meter hoch. Inzwischen wird auf den Esslinger Lotharflächen schon wieder das erste Holz geerntet, zum Heizen mit Hackschnitzeln. Höhn spricht von Jungbestandspflege. Hanak sieht das zum einen alles rein fachlich und wirtschaftlich. Doch hat er das Staunen über die schnelle Entwicklung des Waldes nicht verlernt: „Es ist faszinierend, diese Bäume zu sehen.“ ch/pd, Foto: Hartmut Scheuter

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Beim zunehmend aussichtslosen Unterfangen Klassenverbleib
steht VfB-Trainer Huub Stevens wegen seiner Defensivtaktik
in der Kritik. Wird Stevens den Stuttgarter Fußball-Bundesligisten
so vor dem Abstieg retten?

Foto: dpa

Schafft es Stevens?

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Auf dem Weg

Mountainbikestrecke in Esslingen in Vorbereitung – Artenschutzgutachten läuft


Wenn alles gut läuft, kann die Radsportabteilung des TV Hegensberg in diesem Jahr ihre Mountainbikestrecke im Esslinger Wald befahren. Bis der Trail aber angelegt werden kann, gibt es noch einige Hürden zu nehmen. So muss zum Beispiel ein Artenschutzgutachten abgewartet werden. Die „Esslinger Nordschleife“, abgekürzt Esnos, wird gemeinsam mit der Stadtverwaltung geplant.

Der Schulterschluss mit der Stadt hat Bewegung in die Sache gebracht. Zuvor hatten Mountainbiker eine ungenehmigte Strecke im Wald angelegt, die die Stadt wieder abgebaut hat. Nachdem sich die Mountainbiker organisiert und eine Radsportabteilung unter dem Dach des TV Hegensberg gegründet haben, zeigen sich alle Beteiligten einig: „Wir haben alle das Ziel, eine genehmigungsfähige Strecke auf den Weg zu bringen“, sagt Henry Wolter, Abteilungsleiter im Esslinger Grünflächenamt.

Mittlerweile ist ein geeignetes Grundstück im Gewann Katzenbühl gefunden worden. „Der Trail hat Sonneneinstrahlung und einen Blick auf Esslingen“, sagt Johannes Reiser, der Sprecher der Esnos-Gruppe und stellvertretende Leiter der Radsportabteilung. 800 bis 1000 Meter Länge und 90 Höhenmeter soll die Strecke haben. Das laufende Natur- und Artenschutzgutachten liefert eine Bestandsaufnahme von geschützten Tierarten, zum Beispiel über Wildvögel, die durch die Radler gestört werden könnten.

Das Gutachten, das der TV Hegensberg als offizieller Betreiber des Trails in Auftrag gegeben hat, muss eine ganze Vegetationsperiode umfassen und ist Voraussetzung für die Genehmigung. Ist die Genehmigung erteilt, können die Bauarbeiten im Frühsommer beginnen. Sechs Wochen später könnte bereits gefahren werden. Das Bauteam unter Leitung von Matthes Uhlenbusch will den Trail mit Totholz und Lehm ausgestalten.

Laut Reiser muss mit Gesamtkosten von bis zu 20 000 Euro gerechnet werden. Einen großen Batzen machen das Gutachten, die Abnahme durch die Dekra sowie Baumpflege- und andere Verkehrssicherungsmaßnahmen aus.  Um die Kosten zu stemmen, hat die Gruppe dafür Esslinger Firmen als Unterstützer gewonnen und mit Aktionen wie dem Bike Action Day Spenden zusammengetragen. Weitere Aktionen wie ein Crowd­funding sollen folgen. Laufende Kosten wiederum könnten laut Reiser mit Hilfe eines Streckenkontos abgefedert werden. Die Radsportabteilung im TV Hegensberg hat derzeit 105 Mitglieder. Hermann Beck, der Vorsitzende des Sportvereins, ist jedoch sicher, dass es noch mehr werden, ist der Trail erst einmal angelegt. Um die Zeit bis zum Streckenbau zu nützen, sucht Esnos in Esslingen zentrumsnah eine geeignete Fläche von etwa 60 Quadratmetern, um dort einen sogenannten Pumptrack einzurichten, wo große wie kleine Radfahrer über kniehohe Hügel und Wellen rollen und so ihre Sicherheit und ihre Balancefähigkeit im Straßenverkehr verbessern können.

bob / Foto: Uhlenbusch

 

Info: www.esnos.de

Kooperationen mit Dreifachnutzen

Bildungspartnerschaften im Landkreis Esslingen haben sich etabliert – Firmen optimieren ihr Azubi-Marketing


Der Übergang von der Schule in den Beruf stellt nachhaltig Weichen – sowohl für die Schüler als auch für Unternehmen. Junge Menschen müssen sich in dieser Zeit für einen Beruf entscheiden, Firmen hingegen müssen in der gleichen Phase ihre künftigen Mitarbeiter akquirieren. Bildungspartnerschaften, die die  Industrie- und Handelskammer (IHK) Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen mit den Schulen im Landkreis pflegt, sollen Schüler und Betriebe zusammenbringen. Sollen  diese Kooperationen gelingen, müssen die Bedürfnisse aller Mitwirkenden berücksichtigt und immer wieder angepasst werden – so lautet das Fazit der Vertreter von IHK, Schule,  Wirtschaft und Politik, die sich kürzlich zur Bildungspartnerkonferenz in Leinfelden-Echterdingen getroffen haben.

240 Bildungspartnerschaften pflegt die IHK mittlerweile mit Schulen im Landkreis Esslingen. Ralf Litschke, der die Bildungspartnerschaften bei der IHK betreut, spricht von einem erfolgreichen Verlauf:  „Das Projekt besteht seit 2009 und wächst.“ Vor allem seit dem Jahr 2011 sei die Nachfrage stark gestiegen.

Lose Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben sind nichts Neues. Eine Bildungspartnerschaft setzt jedoch auf verbindlichere Strukturen. „Es gibt von unserer Seite aus rund 25 mögliche Bausteine, die eine Bildungspartnerschaft mit einer Schule ausmachen“, erklärt Litschke. Fünf bis sechs aus diesem Pool müssten regelmäßig angewandt werden, damit alle Seiten ihre Zusammenarbeit unterzeichnen können. Laut Litschke sind das beispielsweise Betriebsbesichtigungen für Lehrer und Eltern sowie Praktika für die Schüler. Es sind die Vorträge von Ausbildern in den Schulen, die zählen, aber auch  Auszubildende, die als jugendliche Referenten und Ausbildungsbotschafter in die Schulen gehen, oder Lehrer, die berufsorientierte AGs  anleiten. Die IHK koordiniert die Partnerschaften, bietet Unterstützung und schafft Netzwerke. Mittlerweile hat jede weiterführende allgemeinbildende Schule im Landkreis mindestens eine Partnerschaft mit einem Unternehmen.

Eine Kooperation muss Qualität haben, wenn sie erfolgreich sein soll. „Das ist mit Betriebsbesichtigungen allein nicht zu erreichen“, weiß Michael Mühlegg, der Ausbildungsleiter beim Esslinger Maschinenbauer Index. Er hat für Index einen Katalog für Projekte in den Klassen 5 bis 9 entworfen, der wiederholt zum Einsatz kommen kann – ein echtes Azubi-Marketing. Bei Index setzt man auf die Lust am Spielerischen bei jungen Leuten. „Wir bewerben keine Berufe, sondern Projekte oder bestimmte Tätigkeiten“, erklärt Mühlegg. In solchen Projekten werden beispielsweise Armbänder aus Alublech mit eingestempelten Namen hergestellt oder Schlüsselanhänger gefräst und gelötet. Ältere Schüler können sich am CAD versuchen. Fast nebenbei werden so Zeichnungen angefertigt, Gleichungen aufgestellt und Daten errechnet. Organisiert werden diese Projekttage von Index-Azubis, die altersmäßig auf Augenhöhe mit den Schülern sind.

Je älter die Schüler sind, desto anspruchsvoller werden die Tätigkeiten. Praktika folgen. Und mancher Neuntklässler hat vor Ende des Schuljahrs seinen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Mühlegg räumt auch mit dem Vorurteil auf, nur gute Realschüler hätten eine Chance auf eine Ausbildung. „Wir brauchen Leute, die möglichst schnell in die Produktion gehen“, sagt er. Da sei oft der Hauptschüler gefragt, der Industriemechaniker lernt. Auch die Noten seien nicht das alleinige Kriterium,  so Mühlegg. „Ein Schüler, der faul, aber zuverlässig ist“, passe oft ganz gut. Der Kontakt von Betrieb und Schule könne auch Vorurteile bei Schülern und Eltern ausräumen. „Schüler befürchten zum Beispiel häufig, dass Fertigungshallen im Winter eiskalt seien und erleben es dann ganz anders“, berichtet Mühl­egg. Mittlerweile spricht Index Kindergartenkinder an: „Die Begeisterung für Technik lässt sich nicht früh genug wecken.“

Von guten Erfahrungen spricht auch Dieter Gumbl von der Firma Herma. Seit der Kooperation mit der Fleinsbachschule in Filderstadt-Bernhausen machten mehr Absolventen der Schule eine Ausbildung bei Herma in Neuhausen. Betriebe profitieren von Auszubildenden mit Migrationshintergrund, wie Sülbiye Deger von der Firma Mader aus Leinfelden berichtet. Dort seien 80 Frauen und Männer beschäftigt, die aus elf Nationen stammen. Die Nürtinger Firma Albrecht Bühler Gartenbau wiederum wirbt für weibliche Azubis in vermeintlichen Männerberufen.

Ralf Litschke spricht von einem „Dreifachnutzen“ für die Beteiligten: „Betriebe verbessern ihr Azubi-Marketing, die schulische Berufsorientierung gewinnt an Qualität und für Schüler wird die Berufsfindung optimiert.“ Einen weiteren Vorteil sieht er für die lokale Wirtschaft. Über Partnerschaften können sich auch eher unbekannte Mittelständler präsentieren, die mit einem Nischenprodukt Weltmarktführer seien und Jugendlichen eine Perspektive bieten könnten. Dadurch lassen sich Irrwege vermeiden, von denen die IHK-Geschäftsführerin Hilde Cost berichtet: „57 Prozent eines Altersjahrgangs in Baden-Württemberg beginnen zur Zeit ein Studium. Viele von ihnen brechen es jedoch wieder ab.“           bob / Foto links: bob, Foto rechts: IHK

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Die SPD im Bundestag fordert, Energy-Drinks nicht mehr an
unter 18-Jährige zu verkaufen. Der Grund: Gesundheitsschäden
sollen vermieden werden. Was denken Sie? Ist das richtig?

Foto: dpa

Energy-Drink erst ab 18?

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Narren voll in Fahrt

Große Umzüge in Neuhausen und Wernau am kommenden Wochenende


Die närrische Saison nähert sich ihrem Höhepunkt. In den Fasnetshochburgen Neuhausen und Wernau, aber auch im Umland, laden die Maskierten und Kostümierten zu Umzügen, Partys und mehr.

In Neuhausen geht es am „Schmotziga Doschtig“, der Weiberfasnet am 12. Februar, rund: Ab 17 Uhr wird mit Hexentanz, Weiberfasnet und Rathaussturm, im Narrendorf, in der Schlossscheuer und im Bürgergarde-Keller gefeiert. Ab 20 Uhr gehts im Saalbau weiter. Am Freitag- und Samstagabend lädt der Männergesangverein zur Fasnetsshow in die Egelseehalle ein (jeweils ab 19.30 Uhr). Gefeiert wird am Samstag aber auch im Narrendorf in der Ortsmitte, im Saalbau und im Vereinsheim des Narrenbunds. Der traditionelle Umzug des Narrenbunds mit närrischem Hofstaat, vielen Umzugswagen und rund 70 Narrengruppen startet am Sonntag um 13.33 Uhr. Die Narrenmesse findet schon am Vormittag ab 10 Uhr statt. Rund um den Umzug steigen außerdem diverse Partys. Weiter gehts am Rosenmontag, 16. Februar, mit dem Kappenabend und buntem Fasnetstreiben im Ort und in der Schlossscheuer. Der Rosenmontagsball ab 19 Uhr im katholischen Gemeindehaus steht unter dem Motto „Wie es früher einmal war“. Am Fasnetsdienstag ab 13.33 Uhr findet der Kinderumzug im Ortszentrum statt und mündet, je nach Vorliebe, in der Fasnet im Rettungszentrum oder in der Kinderfasnet in der Egelseehalle. Zur Fasnetsbeerdigung sammeln sich die Narren dann um 19.30 Uhr auf dem Schlossplatz.

Auch in Wernau ist am „SchmoDo“ viel geboten, vom Schulsturm übers Narrenbaumstellen und den Rathaussturm gegen 13 Uhr bis zum abendlichen Narrenhock. Bei alemannischer Nacht und Narrentreiben in und vor dem Quadrium am Freitag, 13. Februar, 19 Uhr, kann man sich vorwärmen für den Umzug. Der startet am Samstag um 14 Uhr, mehr als 3000 Hästräger und Musiker machen die Straßen unsicher, um es danach beim Narrenhock und Fasnetsball in der Stadthalle krachen zu lassen. Zur „Fasnet in der Hölle“ am Rosenmontag ab 19 Uhr haben nur Volljährige Einlass. Für Kinder gibt es am Dienstag, 17. Februar, ab 14 Uhr, die Kinderfasnet im Quadrium – und vor eben diesem wird ab 20 Uhr die Fasnet wieder begraben.

In Berkheim tagt am „Schmotziga Dorschtig“ vor dem Hotel Linde ab 19.30 Uhr das Narrengericht, ab 20 Uhr wird in der „Linde“ Weiberfasnet gefeiert. Am Samstag, 14. Februar, 20 Uhr, findet in der Osterfeldhalle der Faschingsball der „Stoiriegel-Goischter“ statt, am Dienstag wird vor dem alten Rathaus die Fasnet verbrannt. In Wolfschlugen startet am Donnerstag um 17.30 Uhr der Narrenbaum-Umzug mit Rathaussturm, am Freitag, 13. Februar, findet ab 14 Uhr in der Schulaula die Kinder-Fasnet statt und am Fasnetsdienstag wird ab 19 Uhr der Narrenbaum verbrannt. Am 12. Februar wird im katholischen Gemeindehaus St. Dominikus in der Parksiedlung ab 19.30 Uhr Weiberfasnet gefeiert.   aia / Foto: bul

Vom Schurwald in den Urwald

Lars Krech aus Aichwald spielt im Disney-Musical „Tarzan“ den Affenzögling als Kind – Mit elf Jahren jüngster Ehrenbürger der Gemeinde


Es ist 17.30 Uhr. In der Kantine des Stage Apollo Theaters in Stuttgart ist wenig davon zu spüren, dass in ungefähr zwei Stunden das Musical-Spektakel „Tarzan“ über die Bühne fegen wird. Die Besucher unterhalten sich in entspannter Atmosphäre, rühren in ihren Tassen, lesen. Unter ihnen ist auch Lars Krech, einer der Darsteller, die den jungen Affenmenschen spielen. Er wird an diesem Abend seinen Auftritt haben. Mehr als 30 Mal ist er bereits in diese Rolle geschlüpft und obwohl er, nach eigener Aussage, eine gewisse Nervosität verspürt, macht er einen ruhigen Eindruck.

Auf die Idee, in dem Musical mitzuspielen, kam er durch seine Mutter. Die hatte die Show mit einer Freundin in Hamburg besucht und hat durch ihre Begeisterung in dem musicalaffinen jungen Mann den Wunsch entfacht, dabei zu sein. Doch dazu hätte er regelmäßig nach Hamburg reisen müssen und das kam für seine Eltern nicht in Frage. Das Schicksal spielte Lars dann in die Karten. Als ihn die Meldung erreichte, dass „Tarzan“ in das Programm des Stuttgarter Apollo Stage Theaters aufgenommen wird, gab es für ihn kein Halten mehr. Er bewarb sich und setzte sich in mehreren Casting-Runden gegen die Mitbewerber durch. Heute ist er einer von insgesamt 13 Jungen, die den Affenzögling verkörpern. Die Rolle fordert den Nachwuchs-Akteuren einiges ab: Tanz, Schauspiel, Akrobatik und Gesang stehen auf dem Trainingsprogramm, das immer freitags von 15.30 bis 17.30 stattfindet.

Wer am Abend auf der Bühne steht oder sich in Bereitschaft befindet, um kurzfristig einspringen zu können, darf nicht mittrainieren. Schließlich hat auch ein junger Körper eine Belastungsgrenze.

Die Schule darf unter dem künstlerischen Tun der Kinder nicht leiden. „Wir benötigen die Unterschriften vom Jugendamt, vom Arzt, von den Eltern und von der Schule, um mitmachen zu können’“, erklärt Lars, der die fünfte Klasse im Theodor-Heuss-Gymnasium Esslingen besucht. Zudem werde streng auf die Noten geachtet. Verschlechtern sich die Zensuren dramatisch, werden die kleinen Darsteller vom Showplan heruntergenommen, bis sich die Noten wieder verbessern.

Auch die Körpergröße spielt bei der Besetzung eine Rolle. „1,45 Meter ist das Richtmaß“, erklärt Thomas Hirschfeld, der für die künstlerische Leitung der Kinder zuständig ist. „Bei dieser Größe prüfen wir, ob die Besetzung noch funktioniert. Schließlich ist der kleine Tarzan ein Kind.“ Die meisten Jungdarsteller spielen ein Jahr, dann wird gemessen und auch die Motivation hinterfragt. Demnach gibt es immer wieder Nachrücker, alle sechs Monate werden vier neue Kinder ausgebildet. Sie müssen den gleichen Castingprozess wie Lars  durchlaufen und da das Jugendarbeitsschutzgesetz nur 30 Auftritte pro Kind im Jahr genehmigt, wird regelmäßig gewechselt.

Seit Dezember ist der elfjährige Lars Krech der jüngste Ehrenbürger von Aichwald und durfte sich in das Goldene Buch eintragen.

Was das bedeutet, ist ihm erst klar geworden, als er in der Kladde den Namen von Ex-VfB-Star Serdar Tasci, von Magdalena Brzeska und Florian Hambüchen las. „Dass ich als Kind meinen Namen zu all den Prominenten schreiben darf, das war schon eine große Ehre für mich“, sagt er.

Dennoch ist Lars auf dem Boden geblieben. Das Berufsziel Musical-Darsteller schließt er nicht aus, festlegen will er sich jedoch noch nicht. „Das hat ja noch Zeit“, resümiert er. An diesem Abend jedoch drängt die Zeit. Es ist bereits 18 Uhr, Lars bleiben noch 90 Minuten, um sich in Tarzan zu verwandeln und in sein Dschungelleben hineinzufinden. Maske, Aufwärmtraining, Einsingen, Ton-Check und eine letzte Textprobe mit Kinderbetreuerin Stephanie Sturm stehen auf dem Programm.

Noch immer zeigt der Junge wenig Anzeichen von Lampenfieber. Er hat auch keinen Grund, nervös zu sein: Auf der Bühne zeigt er, wie gut er an diesem Abend in Form ist. Die Bewegungsabläufe klappen einwandfrei und sein Duett mit Affen-Freund Terk wird zu einem der musikalischen Highlights. Das Publikum dankt es ihm mit einer gehörigen Portion Sonderapplaus.         on / Fotos: on

 

Info: Das Disney Musical Tarzan, für das Phil Collins die Musik geschrieben hat, läuft seit November 2013 im Stage Apollo Theater in Stuttgart. Insgesamt 900 000 Zuschauer haben die Show bereits gesehen. Das Stück wird acht Mal in der Woche gespielt, samstags und sonntags gibt es Doppelvorstellungen. Mehr Infos unter www.stage-entertainment.de/musicals-shows/disneys-musical-tarzan-stuttgart.

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will Zündsperren
für alkoholauffällige Autofahrer testen. Was meinen Sie, soll,
wer seinen Führerschein zurückbekommt, erst nach null Promille
beim Atemtest losfahren dürfen?

Foto: dpa

Sperre für Alkoholfahrer?

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Junge profitieren

Zehn Jahre Jobcenter Kreis Esslingen – Sonderprogramm für Langzeitarbeitslose


Im Jahr 2005 sind die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe zusammengelegt worden. Das Jobcenter Landkreis Esslingen mit seinen vier Standorten in Esslingen, Leinfelden-Echterdingen, Kirchheim und Nürtingen regelt seitdem die Belange von Leistungsberechtigten nach dem Sozialgesetzbuch II – im Volksmund Hartz-IV-Empfänger genannt. Die Träger des Jobcenters, die Vertreter der Agentur für Arbeit und des Landkreises Esslingen ziehen nach zehn Jahren eine positive Bilanz.

„Im Jobcenter haben die Arbeitsmarktprofis der Agentur für Arbeit und die Spezialisten der Sozialhilfe zusammengefunden und von Anfang an vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammengearbeitet“, stellt Landrat Heinz Eininger fest. Für ihn macht diese „Mischung“ den Erfolg des Jobcenters aus, aber auch die Kontinuität in der Geschäftsführung.

Mit Zahlen untermauern Eininger, Wilfried Hüntelmann, der Leiter der Agentur für Arbeit Göppingen und Werner Schreiner, der Geschäftsführer des Jobcenters, ihre Bilanz. Haben im Jahr 2005 noch 7033 Menschen Grundsicherung bezogen, so liegt ihre Zahl im Jahr 2014 bei 5851 – ein Rückgang von fast 17 Prozent. Allgemein ist die Arbeitslosigkeit im Kreis um fast 35 Prozent gesunken.

Vor allem der Blick auf jugendliche Arbeitslose zeigt Erfreuliches: Die Zahl der jungen Leute in der Grundsicherung unter 25 Jahren ist um mehr als die Hälfte zurückgegangen. 2005 waren 733 junge Menschen arbeitslos. Heute sind es 340. Laut Werner Schreiner zahlt sich neben der guten Wirtschaftslage dabei die gute Kooperation mit den Unternehmen in der Region aus: „Firmen müssen bereit sein, jungen Menschen eine echte Chance zu geben.“ Das scheint zu funktionieren: Im Jahr 2014 sind laut Schreiner die Hälfte der jungen Leute oft über Praktika in feste Anstellungen gelangt.

Doch nicht alle Hartz-IV-Empfänger profitieren vom Aufschwung. Langzeitarbeitslose stellen etwa die Hälfte der Hartz-IV-Empfänger. Im Jahr 2007 waren 3001 Menschen langzeitarbeitslos, die Zahl reduzierte sich 2013 auf 2697 und stieg im Jahr  2014 wieder auf 2787an. Besonders schwer haben es Arbeitslose jenseits der 50. Um ihre Position zu verbessern, hat das Bundesarbeitsministerium „Perspektive 50plus“ aufgelegt. Mit den 600 000 Euro zusätzlich soll das Jobcenter Qualifizierungen finanzieren, denn die Hälfte der Langzeitarbeitslosen hat keinen Ausbildungsabschluss. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die zwar arbeiten, davon aber nicht leben können: Das sind die sogenannten Aufstocker (14,5 Prozent) und die Beschäftigten in schlecht bezahlten Jobs (9,4 Prozent).

Das Jobcenter betreut 13 899 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in mehr als 10 250 Bedarfsgemeinschaften – das sind 3,1 Prozent weniger als 2005. Insgesamt hat das Jobcenter sieben Millionen Euro für Qualifizierung und Weiterbildung zur Verfügung. Der gesamte Etat des Jobcenters beträgt rund 100 Millionen Euro, darin enthalten sind 80 Millionen Euro für die Leistungsempfänger sowie die 20 Millionen Euro für die Arbeit des Centers. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg beträgt vier Prozent, der Landkreis Esslingen liegt etwas darunter.       bob / Foto: dpa

Wider die Langeweile im Schweinestall

Im Versuchsstall in Tachenhausen „arbeiten“ die Ferkel für ihr Futter – Einfache Maßnahmen zeigen große Wirkung


Zweimal im Jahr beziehen gut 80 Ferkel die Boxen im Versuchsstall des Instituts für Angewandte Agrarforschung der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Ihr Schicksal ist wie das anderer Zuchtschweine, nach einigen Monaten geschlachtet zu werden. Aber sie sind auch Versuchsobjekt für eine artgerechte Haltung. Daran arbeitet die Forschungsgruppe „Tierwohl“ des Instituts auf dem Hofgut Tachenhausen bei Oberboihingen.

„Und, haben Sie ein Schwein husten gehört?“, fragt Agraringenieur Stefan Württele nach einer halben Stunde. Kein Schwein hat gehustet, und das ist bemerkenswert. In einem konventionellen Stall husten die Tiere wie Menschen sonntags in der Kirche, verursacht durch den hohen Ammoniakgehalt in der Luft. Er führt zu Lungenentzündungen und oft zu bleibenden Schäden.

Studien der Hochschule Nürtingen-Geislingen an geschlachteten Mastschweinen kamen zu dem Ergebnis, dass sich rund 70 Prozent der Tiere im Lauf ihres kurzen Lebens erhebliche Lungenschäden zugezogen hatten. Bei der Fleisch­beschau werden diese Befunde übergangen, denn sie hat ausschließlich die Genießbarkeit für den Menschen im Blick. Die Lunge, die nicht gegessen wird, ist folglich nicht von Interesse. Den Agrarwissenschaftlern geht es dagegen ums Tierwohl. Fleisch zu essen ist in Ordnung, findet Veterinär und Professor Thomas Richter von der Hochschule. Aber wenigstens sollten die Tiere vorher artgerecht und gesund gelebt haben.

Die Lungengesundheit ist dabei ein Aspekt. Schon seit den 80er-Jahren versuchen die Wissenschaftler, den Ammoniakgehalt in Ställen zu reduzieren. Moderne Kuhställe werden deshalb offen gebaut, sodass Luft durchzieht. Das ist möglich, weil das Milchvieh sich bei knapp über null Grad am wohlsten fühlt.

Schweine dagegen brauchen mehr Wärme. Im Modellstall in Tachenhausen haben sie einen warmen Unterstand mit isoliertem Boden, einen Fress- und Spielbereich und schließlich eine kühle Zone mit einem Betonspaltenboden. Dorthin gehen die reinlichen Tiere, wenn sie urinieren oder Kot ausscheiden. Allerdings werden Kot und Harn gleich getrennt: Dank eines leichten Gefälles im Unterboden läuft Flüssiges direkt ab. Dieser kleine Kniff macht den großen Unterschied, denn Ammoniak bildet sich erst, wenn der Harnstoff durch Bakterien abgebaut wird – und diese kommen aus organischem Material wie dem Kot.

Einen Stall auf diese Weise zu bauen, sei „nicht teurer oder sogar billiger als konventioneller Stallbau“, meint Richter. „Es ist nur bisher noch keiner auf die Idee gekommen“. Im Modellstall steigen Bilderbuchschweinchen mit lebhaften Knopfaugen und Ringelschwänzchen am Gatter hoch, um neugierig die Besucher zu beäugen oder auch deren Tasche anzuknabbern. Die Schwänze werden in konventioneller Haltung kupiert, weil sich die Tiere gegenseitig hineinbeißen, wenn sie sich langweilen. Und das tun sie. Während Wildschweine täglich fünf bis neun Stunden nach Futter suchen und wühlen, hier ein paar Eicheln, da ein Mäusenest, bekommen Mastschweine ihre Nahrung ohne Gegenleistung serviert und haben den ganzen Tag lang nichts zu tun. Auch das vorschriftsgemäß aufgehängte Spielzeug ist letztlich nur ein Ersatz, der sie nicht wirklich befriedigt.

In Tachenhausen läuft das anders, die Schweine sollen sich ihr Fressen „erarbeiten“, wie es ihrer Natur entspricht. Deshalb fällt das Futter nicht in den Trog, sondern in durchlöcherte Plastikrohre. Nur wenn die Tiere mit ihren platten Rüsseln die Rohre in Drehung versetzen, rieselt Futter heraus. Studenten haben diese  einfache, rein mechanische Vorrichtung entwickelt und verfeinert. Und die Schweine „haben keine zehn Minuten gebraucht, um zu lernen, wie es geht“, sagt Württele. Allem Anschein nach sind sie eifrig bei der Sache und alle Schwänzchen unversehrt.

Verschiedene Varianten der Futterautomaten werden jetzt erprobt. Vom Nebenraum aus kann das Verhalten der Tiere über Kameras und eine Reihe von Bildschirmen beobachtet werden. Während sich der Offenstall für Kühe – ebenfalls in Tachenhausen entwickelt – mittlerweile durchgesetzt hat, muss für die Schweine noch eine Lanze gebrochen werden. Hier baut Thomas Richter neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor allem auf seine Studenten: Viele von ihnen werden später landwirtschaftliche Berater und sind damit Multiplikatoren.            aia / Foto: aia