Gemütlich und familiär

Nürtinger Weindorf setzt auf Regionalität – Standortwechsel zum Vorplatz der Stadthalle

Von Donnerstag, 22. August, bis  Sonntag, 8. September, lädt der Wendlinger Gastronom Patrick Bonomi wieder zum Weindorf in das Nürtinger Stadtzentrum ein.  Wie gewohnt werden regionale Weine und eine bodenständige Küche das Fest prägen. Anders als in den Vorjahren werden die Lauben, Tische und Bänke allerdings nicht auf dem Schillerplatz aufgebaut. Wegen der Baustelle dort zieht das Weindorf auf den Platz vor der Stadthalle um.

Das Nürtinger Weindorf hat sich fest im Kalender der eher veranstaltungsarmen Zeit der Sommerferien etabliert. Von Donnerstag, 22. August, bis Sonntag, 8. September,  sollen die Nürtinger und ihre Gäste ab dem frühen Abend unter den Dächern der rustikalen Lauben oder aber auch unter freiem Himmel zusammenkommen und bei einem Glas Wein eine gemütliche Zeit verbringen. Dies wurde in den vergangenen Jahren für viele Nürtinger, die den Sommer in der Stadt verbringen, zur festen Institution. So treffen sich Stammtische ebenso beim Weindorf wie Freundeskreise, Vereine und Nachbarn. Und  an so manchem Tisch entstehen beim  Zusammensitzen und Plaudern neue Bekanntschaften.

Während der familiäre Charakter des Weindorfs auch in diesem Jahr gewahrt bleiben soll, so müssen sich die Besucher doch ein wenig umorientieren. Aufgrund der Sanierung und Umgestaltung des Schillerplatzes muss das Weindorf dieses Mal von seinem traditionellen Standort bei der Kreuzkirche zum  Vorplatz der Stadthalle umziehen. Der Veranstalter, der Gastronom Patrick Bonomi, verspricht dabei, dass dies für die Gäste keine Einschränkungen bedeutet. „Alle Sitzplätze sind überdacht und regensicher und wir haben sogar noch einen größeren Stehbereich“, sagt er.

Das Angebot an Speisen und Getränken soll wieder „bodenständig und modern“ zugleich geprägt sein, sagt Bonomi. So wurde etwa das Angebot an vegetarischen und veganen Speisen ausgebaut. Auch in diesem Jahr sind hauptsächlich regionale Weine im Ausschank. Etliche stammen von der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck. Auch die Weingüter Currle aus Stuttgart-Uhlbach und Kusterer aus Esslingen sowie der Amalienhof Heilbronn sind vertreten. Wegen der hohen Nachfrage wird auch eine große Gin-Bar aufgebaut. Dort können „die zwei Zugpferde des Gin aus der Region“ verkostet werden, sagt der Gastronom.

Bereits in den Vorjahren war die Zahl der Sitzplätze begrenzt.  Für Gruppen empfiehlt der Veranstalter daher eine Reservierung. Es wird zwar eine Bar für jene Gäste geben, die ihr Glas Wein selbst abholen wollen, doch an allen Sitzplätzen werden die Gäste bedient. „Im Grunde ist das wie im Restaurant auch. Das unterscheidet das Weindorf von einem Straßenfest“, stellt Bonomi klar.

Das  gemütliche Beisammensein  beim Weindorf soll nicht durch  Beschallung gestört werden. Deshalb wird auf  Live-Musik während der Öffnungszeit verzichtet. Allerdings kommen all jene Gäste, die gerne zu späterer Stunde noch ein wenig feiern möchten, an den drei Weindorf-Wochenenden auf ihre Kosten. Jeweils von Donnerstag bis Samstag findet ab 23 Uhr in der Kreuzkirche am Schillerplatz eine After-Weindorf-Party statt. Am Samstag, 31. August, gastiert dort die Band Tune Brothers.  pst/ Foto: Nürtinger Weindorf

Info: Weindorf Nürtingen, Vorplatz der Stadthalle, 22. August bis 8. September, jeweils ab 17 Uhr, Reservierungen unter 01 70/6 66 34 88


300 Jahre Tradition

Vinzenzifest vom 23. bis 25. August in Wendlingen – Gautrachtentreffen am Samstag – Prozession am Sonntag 

Vom 23. bis 25. August wird in Wendlingen zum 68. Mal das Vinzenzifest gefeiert. Das Fest gilt als eines der größten Brauchtumsfeste des Landes.

Das Fest hat sich mittlerweile zu einem großen Stadtfest entwickelt und wird von vielen örtlichen Vereinen und Organisationen mitgetragen.

Das Vinzenzifest will  für Jung und Alt sowohl kulturell, traditionell aber auch kulinarisch ein Wochenende lang viel Abwechslung bieten. Höhepunkte sind die Binzenzirede und der Umzug am Sonntag.

Ausstellung im Rathaus

Das Festprogramm beginnt am Freitagabend um 18 Uhr mit der Ausstellungseröffnung „Schuhe zur Tracht“ im Rathaus. Anschließend findet um 20 Uhr ein Volksmusikkonzert im Treffpunkt Stadtmitte statt. Eintritt frei.

Party mit Live-Musik

Der Samstag beginnt um 10 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück vor dem Rathaus, organisiert vom Akkordeonclub Wendlingen. Musikalische Umrahmung erfolgt durch den Musikverein Unterboihingen. Um 15.30 Uhr findet die festliche Eröffnung des 68. Vinzenzifestes, des 45. Egerländer Landestreffens und des 85. Gautrachtentreffens des Südwestdeutschen Gauverbandes statt. Trachten- und Tanzgruppen sowie D’LauterBläser umrahmen die Eröffnungsfeier auf dem Saint-Leu-la-Forêt Platz. Um 19 Uhr findet auf dem Marktplatz der Fassanstich durch Bürgermeister Steffen Weigel statt und anschließend steigt die Party mit der Band „Midnight Special“ aus Bad Saulgau. Dazu wird  ein  Unkostenbeitrag in Höhe von drei Euro fällig. Eine bunte Illumination soll  wieder für eine besondere  Atmosphäre des Festbereichs sorgen.

Markt und Prozession

Der Sonntag wird wieder ganz traditionell gefeiert. Ab 8 Uhr lädt der Vinzenzimarkt in der Innenstadt zum Bummeln und Kaufen ein. Die vielen Stände locken mit unterschiedlichsten Waren wie Kleidung, Schmuck, Spielwaren, Haushaltswaren, Gewürzen und vielem mehr.

Kirchlicher Höhepunkt an diesem Tag ist die Vinzenziprozession, die um 9.30 Uhr an der Kirche St. Kolumban startet und zum Marktplatz führt. Anschließend wird dort ein Festgottesdienst abgehalten. Für Kinder findet ein Kindergottesdienst im Kindergarten Stadtmitte, Rauberweg 2, statt. Im Anschluss daran, ab 11 Uhr, beginnt das Frühschoppenkonzert des Musikvereins Unterboihingen auf dem Marktplatz. Auf dem Saint-Leu-la-Forêt Platz präsentieren Kinder- und Jugendgruppen des Südwestdeutschen Gauverbandes Musik und Tanz.

Staatssekretär spricht

Zur selben Zeit findet der Städtische Empfang im Treffpunkt Stadtmitte statt. Das Fest trägt seit jeher auch einen politischen Gedanken, denn es war auch immer ein Fest der europäischen Aussöhnung. Deshalb spricht  Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, in diesem Jahr die Vinzenzirede zum Thema „Die Schöpfung bewahren – Natur und Umwelt europaweit schützen.

Festumzug

Um 13.30 Uhr startet der Ernte- und Trachtenfestumzug mit vielen bunten Gruppen. Nach dem Festumzug werden auf dem Marktplatz Musik und Volkstänze von verschiedenen Trachten- und Tanzgruppen aufgeführt. Zum  Festausklang spielt ab 17 Uhr der Musikverein Wendlingen.

Am Samstag und Sonntag ist ein kleiner Vergnügungspark mit verschiedenen Fahrgeschäften und Süßwarenständen in der Albstraße aufgebaut. Die Bewirtung haben die  örtlichen Vereine und Organisationen übernommen. red/Foto: Stadt Wendlingen

Info: Mehr  zum Fest sowie einen Kurzfilm über die vergangenen Feste  findet man  auf www.vinzenzifest.de


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Vertragslaufzeiten für Handys, Fitnessstudios oder Abos sollen auf ein Jahr begrenzt, Kündigungsfristen verkürzt werden. Der richtige Weg?

Foto: dpa

Kürzere Verträge?

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Träume aus Funken und Klängen

Ostfildern: Feuerwerksfestival Flammende Sterne vom 16. bis 18. August im Scharnhauser Park –  Großes Rahmenprogramm

Das internationale Feuerwerksfestival Flammende  Sterne findet vom  16. bis 18. August  in Ostfildern statt. Zur 17. Ausgabe des Wettbewerbs der Feuerwerker haben sich Pyrotechnik-Teams aus Schweden, Indien und Singapur angesagt.

Eine exotische Mischung, sagen die Veranstalter von der Agentur MPS, die die Flammenden Sterne jedes Jahr in den Scharnhauser Park holen.

„Das wird wieder ein Kracher, die Teams haben bemerkenswerte Referenzen“, sagt Elke Cosmo, die Pressesprecherin bei MPS.   So schießt die Firma Glorious Singapore Ltd. nicht nur Feuerwerke bei hochwertigen Anlässen wie dem Formel 1-Rennen Großer Preis von Singapur oder dem National Day, sondern hat auch schon  das Geburtstagsfeuerwerk des Sultans von Brunei ausgerichtet.  Fyrverkeri Fabrik aus Göteborg in Schweden zählt zu den größten und renommiertesten Pyrotechnikfirmen in Skandinavien und ist damit ein  Schwergewicht in der Pyrotechnik-Szene. Das  Team hat bei internationalen Wettbewerben schon über 25 Mal Gold gewonnen. Der Dritte im Bunde ist in diesem Jahr G2 Fireworks aus Indien. Die noch relativ junge Feuerwerksfirma besticht laut Elke Cosmo durch ihren unbändigen Ehrgeiz, auf internationaler Bühne maximalen Eindruck zu hinterlassen. Welches Team am Ende auf dem Siegertreppchen steht,  entscheidet eine Fachjury – wohl keine leichte Entscheidung.

Wie immer haben die Veranstalter auch für ein unterhaltsames Drumherum gesorgt. So stimmt  ein Warm-up kurz vor den Feuerwerken die Besucher mit Feuer, Musik und anderen Überraschungen auf die Show am Himmel ein.

 Auf verschiedenen Bühnen ertönen Blues, Funk, Soul, Rock, Latin, Balladen – handgemacht oder verstärkt, es starten Heißluftballons, im Parkgelände treten Feuerkünstler und Hip-Hop-Tänzer  auf und in der Lounge-Area gibt es Cocktails und Entspannungsräume.

Eine Falknerin präsentiert ihre Bussarde, Adler,  Falken und Eulen.  Der Flammende Sterne-Markt ist ebenso Bestandteil des Programms wie  das Familienprogramm und die außergewöhnliche  Illumination des gesamten Parkgeländes.

Es gibt auch ein ausgefeiltes Kinderprogramm in der Kinderaktivwerkstatt, die zu allerlei kreativen Beschäftigungen einlädt und auf der Ochsenfurter Kinderbaustelle können die Jungen und Mädchen ihre Geschicklichkeit, Rafinesse und ihre Schnelligkeit bei mehr als 20 Großspielen unter Beweis stellen und dabei gegen ihre Eltern und Freunde antreten.  Die Gastronomie lädt  in weißen Pagodenzelten und zu Foodtrucks ein – dort finden die Besucher eine Auswahl  verschiedenster Speisen und Getränke.

Damit möglichst viele Besucher  ohne Auto zum Gelände kommen, gilt die Eintrittskarte wieder  Kombiticket und gilt für alle Verkehrsmittel im gesamten VVS-Netz. Neu ist ein  bewachter Fahrradparkplatz direkt am Nordende des Geländes, Radler müssen nur ein Schloss mitbringen. Die  Linie U7 fährt  bis Betriebsschluss mit mehr Wagen   und in kürzeren Abständen. 

Die Sterne werden übrigens weiter am Himmel über  Ostfildern funkeln. Wie die Agentur MPS  erklärt, ist der Vertrag mit  der Stadt über die Veranstaltung  Flammende Sterne für weitere fünf Jahre verlängert worden.  bob / Foto: Joachim Mell

Info: Mehr über das Programm und die Tickets unter www.flammende-sterne.de/Ostfildern   


Eine neue Chance fürs Naturschutzgebiet

40 Jahre Wernauer Baggerseen – Zehntausende unterschrieben für „Oase in der Industrielandschaft“  – Das Ende der Teststrecke ist  in Sicht

Vor 40 Jahren haben Naturschützer und Bürger erreicht, dass die Wernauer Baggerseen unter Schutz gestellt wurden. Seitdem wurde die Fläche mehrfach ergänzt und weiterentwickelt. Mit dem bevorstehenden Ende der Daimler-Teststrecke bietet sich nun die Chance auf eine letzte, größere Ausweitung des Naturschutzgebiets.

Im Juni hat der Naturschutzbund (Nabu) im Plochinger Umweltzentrum den Geburtstag des Naturschutzgebiets Wernauer Baggerseen gefeiert. Seiner endgültigen Ausweisung im Jahr 1981 ging ein längerer Kampf voraus. Bis 1968 war im nördlichen Bereich der Baggerseen noch Kies abgebaut worden; Mitte der 1970er-Jahre beantragte der Deutsche Bund für Vogelschutz (heute Nabu) bereits ein Naturschutzgebiet in diesem Bereich. Begründet wurde das mit den zahlreichen dort gesichteten Vogelarten. Es dauerte zwei Jahre, bis das Land ein Verfahren für die Unterschutzstellung einleitete – zu dieser Zeit erwog die Stadt Wernau dort noch ein Gewerbegebiet. Und der Kreis Esslingen zog den Standort für eine Müllverbrennungsanlage in Betracht.

Bis heute in Betrieb

Unter der Überschrift „Oase in der Industrielandschaft“ sammelten die Naturschützer 15 000 Unterschriften. Sie übergaben sie im Juli 1979, kurz nach einer sogenannten Sicherstellungsverordnung des Regierungspräsidiums für den großen See. Die endgültige Verordnung fürs Naturschutzgebiet brauchte dann noch zwei Jahre.

Fünf Jahre später wurde wieder mobilgemacht: Dieses Mal unterschrieben 19 000 Menschen die Forderung, die Daimler-Teststrecke und die damals noch vorhandene Betonmischanlage abzubauen. Den zweiten Teil konnten sie recht schnell durchsetzen, das Betonmischwerk stellte den Betrieb ein und wurde abgerissen. Die Teststrecke ist dagegen trotz wiederholter Aktionen bis heute in Betrieb, wenn auch mittlerweile nur noch in geringem Umfang. Doch jetzt ist ein Ende absehbar, wie Roland Appl, der Beauftragte des Nabu-Kreisverbandes für das Wernauer Naturschutzgebiet, bei der 40-Jahr-Feier berichtete: Daimler habe „zugesichert, dass sie nächstes Jahr den Testbetrieb vollends einstellen“. Das Unternehmen schafft mit der neuen Pkw-Teststrecke in Immendingen und der Ausweitung der Lkw-Teststrecke Münsingen Ersatz. Der Stuttgarter Autobauer habe den Pachtvertrag für die Wernauer Fläche auf Ende 2020 gekündigt, berichtete Appl.

Damit hat der Nabu nach rund 35 Jahren auch das zweite Ziel erreicht. Ob die jetzige Daimler-Strecke dann dem Naturschutzgebiet zugeschlagen wird, ist allerdings noch offen. Sinnvoll wäre das aus Sicht der Naturschützer, bietet sich doch dort die letzte größere Chance für eine Erweiterung.

Ein weiterer Ausguck

Die Aktiven vom Nabu könnten sich vorstellen, die vorhandenen Anlagen – darunter auch eine Wellblechhalle und ein asphaltierter Platz – teilweise abzubauen und  einfach der Natur zu überlassen. Auch ein weiterer Ausguck für Vogelbeobachter und andere wäre an dieser Stelle gut aufgehoben, findet Appl. Bislang kann man lediglich mit dem Fernglas vom Uferweg am Neckar einen Blick auf Grau- und Silberreiher, Kormorane, Graugänse und andere Vögel werfen. Auch seltene Zwergrohrdommeln oder Wasserrallen wurden dort schon gesichtet. Und „so viele Nachtigallen wie an den Wernauer Baggerseen findet man weit und breit nicht“, sagt Appl. Darüber hinaus sind die Seen ein wichtiger Orientierungspunkt und Rastplatz für Zugvögel.

Allerdings gehört der Grund und Boden der Teststrecke wie auch andere Teile des Gebiets der Baufirma Wolfer & Goebel, die derzeit mit dem Land über einen Verkauf verhandelt. Bislang wurde man sich offenbar noch nicht einig. Mit der Fläche der Teststrecke und der angekündigten Fläche Wernauer Neckaraue/Wendlinger Wasen (entlang der B 313) könnte das Gebiet auf insgesamt 60 Hektar anwachsen. Dann wäre es mehr als doppelt so groß als  bei der ersten Ausweisung des „Großen Sees“. Damals umfasste es 23 Hektar, seitdem wurde es auf aktuell 45 Hektar erweitert. Weitere Flächen für eine zukünftige Ausweitung gibt es dann nicht mehr.

An der Qualität arbeiten die Naturschützer aber ständig. So finden nicht nur Pflegeeinsätze durch Menschen statt, regelmäßig weiden auch Schafe im Gebiet. Es ist über den Vogelschutz hinaus auch für andere Tiere, vor allem für Insekten, ein wichtiger Lebensraum.  aia / Fotos: aia


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Teurere tierische Produkte  sollen der Gesundheit und dem Tierwohl zugute kommen. Finden Sie eine   Fleischsteuer  richtig?

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Steuer auf Fleisch

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Testjahr zum Nulltarif

 VVS-Jahresabo bei Führerscheinverzicht – Neue Möglichkeit für Senioren im Kreis Esslingen ab kommendem Jahr

Brauch ich den Führerschein überhaupt noch? Wäre es vielleicht besser, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? Senioren, die solche Gedanken hegen, will der Landkreis Esslingen die Entscheidung leichtermachen. Wenn Autofahrerinnen und Autofahrer ab einem Alter von 65 Jahren auf ihre Fahrerlaubnis verzichten, bekommen sie künftig ein Jahr lang ein kostenloses VVS-Seniorenticket.

Man kann darüber streiten, ob Autofahren im Alter mit einem höheren Verkehrsrisiko behaftet sind. Der Deutsche Anwaltverein beispielsweise fordert verpflichtende Gesundheitstests für Führerscheininhaber ab 75. Der ADAC spricht sich dagegen aus: Nicht das Alter, sondern Gesundheit und Routine seien ausschlaggebend. Bislang gibt es in Deutschland, anders als in vielen anderen europäischen Ländern, noch keinerlei Einschränkung beim Autofahren allein aufgrund des Alters. Karl Praxl, der Vorsitzende des Kreisseniorenrats, findet das richtig: „Mit 80 ist man heute nicht mehr steinalt.“ Es gebe derzeit eine Generation topfitter Senioren, die dürfe man nicht wie Unmündige behandeln. Gleichzeitig begrüßt der Seniorenrat aber den Vorstoß des Landkreises, weil er auf Freiwilligkeit baut.

Geplant ist, dass ab dem 1. Januar 2020 Seniorinnen und Senioren ab 65 beziehungsweise schon ab 60 Jahren, wenn sie verrentet sind, belohnt werden, wenn sie ihre Fahrerlaubnis freiwillig abgeben. Sie bekommen im Gegenzug ein Jahres-Seniorenticket des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) im Wert von rund 560 Euro kostenlos. Nach einem Jahr haben sie die Möglichkeit, ihren Führerschein wieder zu beantragen oder aber weiterhin nicht selbst am Steuer zu sitzen. Die Kosten fürs VVS-Jahresticket, sofern sie es fortführen wollen, müssen sie dann allerdings selbst tragen.

Vorbild für die Aktion ist der Landkreis Ludwigsburg, wo das Projekt bereits seit Herbst 2015 läuft. Seitdem haben rund 2000 Ältere die Möglichkeit genutzt und dem VVS-Jahresabo den Vorzug gegeben. Die meisten von ihnen waren bereits 75 Jahre alt oder älter. 50 Prozent der VVS-Neukunden blieben nach Angaben des Kreises auch im zweiten Jahr dabei, lediglich ganz wenige hätten den Führerschein wieder beantragt. Auch andere Städte und Kommunen bundesweit gehen ähnliche Wege. Im Kreis Esslingen hatte die Fraktion der Freien Wähler den Antrag gestellt.

„Das ist ein guter Weg, die Alternative aufzuzeigen“, findet Karl Praxl. Noch lieber wäre ihm allerdings, wenn es ein vergünstigtes Tagesticket speziell für Senioren gäbe, um „den Anreiz zu schaffen, dass man das Auto einfach mal einen Tag stehen lässt“. Das ist bislang im VVS-Preisgefüge nicht vorgesehen.

Mehrere hundert Nutzer

Der Kreis Esslingen rechnet damit, dass ähnlich wie in Ludwigsburg mehrere hundert Autofahrer im Seniorenalter jährlich das Angebot nutzen. Dessen Finanzierung sieht so aus: Die Kosten fürs Jahresticket tragen  Kreis und  VVS im Jahr 2020 je zur Hälfte; ab 2021 wäre der Kreis   zu einem Viertel beteiligt, während der Verkehrsverbund den Rest übernimmt. Bei ähnlich guter Rückfrage wie in Ludwigsburg würden im ersten Jahr Kosten von rund 200 000 Euro für den Kreis Esslingen anfallen, später entsprechend weniger. Möglich werden soll das VVS-Abo bei Führerscheinverzicht ab dem kommenden Jahr; am besten wendet man sich dafür an die Führerscheinstelle.

Karl Praxl hat darüber hinaus einen Tipp für alle, die zu diesem Schritt noch nicht bereit sind: Der Kreisseniorenrat bietet mehrmals im Jahr zusammen mit der Verkehrswacht Fahrsicherheitstrainings speziell für Senioren an.  aia / Foto: dpa


Schurwald-Woodstock

Aichwalder Musikfestival Goldgelb vom 15. bis 19. August – Acht Bands spielen live – Kinderprogramm

Genieße den Moment  – so lautet das Motto des Musikfestivals Goldgelb, dass alle  zwei Jahre auf einem Feld beim Aichwalder Ortsteil Krummhardt stattfindet. In diesem Jahr leuchten die Sonnenblumen vom 15. bis 19. August.

Fünf Tage lang  spielen Live-Bands bei freiem Eintritt, Gäste lagern auf Strohballen im Sonnenblumenfeld, genießen  Leckereien und die lässig-entspannte Atmosphäre – dafür steht das  „Goldgelb“, das der Kulturverein Krummhardt im Jahr 2003 ins Leben gerufen hat und das mittlerweile Besucher aus der ganzen Region anzieht.

Acht Bands gehen in diesem Jahr an den Start. Und es soll für jeden etwas dabei sein. „Wir wollen den Gästen ein Terrain vorbereiten, auf dem sich alle Generationen wohlfühlen und wo für jeden etwas geboten ist“,  sagt Vereinsvorstand Rolf Doll. „Durch diese Mischung von Jung und Alt war es in den vergangenen Jahren stets ein friedliches und vergnügtes Fest, und das soll auch 2019 so bleiben.“

 Das siebenköpfige Musikteam des Kulturvereins  hat über Monate hinweg  die Bands ausgesucht. Um eine gesunde Mischung der Musikstile zu erhalten und um im Umkreis eher unbekannte  Bands vorzustellen, hat das Team viele Bewerbungen gesichtet und diejenigen Bands, die in die engere Auswahl kamen, meist auch live auf Konzerten angehört.

Sonnenblumen und Strohballen

Musik ist die eine Sache, die das „Goldgelb“ zum Ziel so vieler Besucher    hat werden lassen. Wie das legendäre Woodstock-Festival vor fast auf die Tage genau vor 50 Jahren im Staat New York lebt auch „Goldgelb“ von seiner lässig-entspannten Atmosphäre. Dazu gehört, dass  auf etwa 5000 Quadratmetern Fläche   namensbestimmende,  besonders bienenfreundliche Sonnenblumen  gepflanzt werden, dass Strohballen als Sitzgelegenheiten dienen, dass an selbstgezimmerten Verpflegungsständen  Leckeres für Teller und Glas angeboten wird, dass es ruhige Rückzugsnischen ohne laute Musik gibt, das Festival eintrittsfrei ist und  die Menschen generationenübergreifend anspricht. Neu in diesem Jahr ist eine  veränderte Geländestruktur: Damit wollen die Veranstalter  die Stände logistisch günstiger aufstellen und Lücken schaffen, die bei schlechtem Wetter genutzt werden können. Ein  Highlight ist für den Donnerstagabend geplant. Ein Heißluftballon soll von der Wiese am Wasserturm aufsteigen. Bei Regen wird der Start auf Freitag oder Samstag verschoben.

Auch für die kleinen Besucher gibt es zwischen Wasserturm und Neuwieshof   Programm: Am Donnerstag, 15. August, 15.30 und 16.30 Uhr, erzählt  Hans Bürger Geschichten, am Freitag gibt es von 15  bis  17  Uhr eine Spielstraße, am Sonntag von 14 bis 17 Uhr  Workshops. Am Montag unterhält Gudrun Eichel mit ihrem Puppentheater ab 15.30  und ab 16.30 Uhr.  Eine Tobeecke gibt es an allen  Tagen. Am Sonntag findet ab 10.30 Uhr  ein ökumenischer Gottesdienst unter dem Schirm statt, der vom Festival-Chor begleitet wird. Ab 11 Uhr lädt Familie Fetzer vom Neuwieshof zum  „Gläsernen Bauernhof“ ein. Für  Unterhaltung sorgt – als Walking-Act – die brasilianische Samba-Trommler-Band „Tico Tico“ aus Aichwald.  bob / Foto: Kulturverein Krummhardt

Info:  Das Musikprogramm: Donnerstag, 15. August,  19.30 Uhr: Mallet (Classic Rock); Freitag, 16. August, 18 Uhr: Grup Huub (Ska/Reggae/Polka/Rock), 20.45 Uhr: Pigeons on the Gate (Irish Folk/Pop); Samstag, 17. August, 18 Uhr: Espana Circo Este (Tango/ Punk), 20.45 Uhr: San2 & His Soul Patrol (Rhythm & Blues); Sonntag, 18. August, 17.30 Uhr: Sarah Straub (Singer-Songwriterin), 20.30 Uhr: Phil (Tribute to Genesis and Phil Collins); Montag, 19. August, 20.30 Uhr: Welcome to the Pleasuredome (80er-Jahre Cover). Mehr unter www.goldgelb.eu


Abgestimmt

Während Susanne Eisenmann die CDU-Spitzenkandidatin für die nächste Landtagswahl ist, zögert  Winfried Kretschmann (Grüne) noch mit einer  Kandidatur. Soll der Ministerpräsident noch einmal antreten?

Foto: dpa

Noch einmal?

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Eine Mammutaufgabe

Der VfB Oberesslingen/Zell richtet vom 31. Juli bis zum 3. August den EZ-Pokal für Fußballer aus

Der EZ-Pokal lebt wieder auf: Nach drei Jahren Turnierpause haben die Fußballer der Region wieder die Möglichkeit, ihre Kräfte in der Vorbereitung auf die neue Saison zu messen. Mit dem VfB Oberesslingen/Zell hat die Eßlinger Zeitung einen Ausrichter an der Hand, der in diesem Jahr ganz besonders motiviert ist. Schließlich feiern die beiden Stammvereine – der VfB Oberesslingen und der TV Zell – nicht nur jeweils das 100-jährige Bestehen, vor 20 Jahren stand zudem die Fusion an. „Das passt perfekt, wir wollten das unbedingt in unserem Jubiläumsjahr“, sagt Günter Töpfer, der Sportvorstand beim VfB Oberesslingen/Zell ist. Von Mittwoch bis Samstag,  31. Juli bis 3. August, wird das Turnier nun auf dem Sportgelände in Zell zum insgesamt 41. Mal ausgetragen.

 Steffen Zahner, der Kapitän des TSV Denkendorf, erinnert sich noch gerne daran, wie er bei der bislang letzten Ausgabe 2015 in Deizisau den Siegerpokal überreicht bekam. „Es war anstrengend und wir waren richtig froh, dass wir das Ding gewonnen hatten“, sagt Zahner. Ehrensache, dass der Titelverteidiger auch bei der Neuauflage dabei ist. Wie 2015 wird auch jetzt wieder  an vier Tagen gespielt, wobei der Samstag   den K.o.-Spielen vorbehalten bleibt. 16 Mannschaften umfasst das Teilnehmerfeld. Mit dabei ist der Landesliga-Aufsteiger TSV Köngen, aber auch vier Bezirksliga-Teams und ambitionierte Kreisliga-A-Mannschaften wie der TSV RSK Esslingen, die Denkendorfer und der FC Esslingen. Besonders motiviert sind natürlich die Gastgeber vom VfB Oberesslingen/Zell.

Der frühere Regionalligaspieler Erol Türkoglu ist seit einem Jahr Trainer des Bezirksligisten FV Neuhausen und spricht davon, dass das Turnier „super als Vorbereitung“ sei. Udo Kressler ist ein alter EZ-Pokal-Hase. Der Spielleiter von Bezirksligist  TV Nellingen – mit sieben Erfolgen der Rekordsieger des Turniers – hat keinen  EZ-Pokal verpasst, seit er mit dem aktiven Kicken angefangen hat. Und das ist schon eine Weile her. Kressler hat „viele Spiele erlebt, in denen die unterklassige Mannschaft ebenbürtig war“, erzählt der 51-Jährige. Oft aber wurden die Nellinger ihrer Favoritenrolle gerecht.  Bei vier der sieben TVN-Erfolge stand Kressler als Spieler auf dem Platz. An das Finale beim Jubiläumsturnier – es war die 25. Ausgabe  –  im Jahr 1999 in Oberesslingen erinnert er sich besonders gern: Die Nellinger gewannen die spannende Begegnung gegen den TSV Denkendorf trotz doppelter Unterzahl mit 2:1 nach Verlängerung – „und ich durfte sogar ein Tor schießen“.

K.o.-Spiele am Samstag

Für den VfB Oberesslingen/Zell ist die Organisation des Turniers eine Herausforderung, Günter Töpfer spricht von einer Mammutaufgabe. „Wir sind sehr froh, dass es im Verein eine solch große Bereitschaft gibt, mitzuhelfen“, sagt der Sportvorstand. 150 Helfer packen im Vorfeld und während der vier Tage an. Seit Montag laufen die intensiven Aufbauarbeiten. Der Gastronomiebetrieb wird in einem Zelt organisiert, in dem man an den Turniertagen auch nach dem letzten Schlusspfiff noch sitzen bleiben kann.

Das erste Turnierspiel wird am Mittwoch um 17 Uhr angepfiffen, der VfB Oberesslingen/Zell trifft dabei auf den TSV Berkheim. Neben den bereits genannten Mannschaften nehmen der SC Altbach, der TSV Baltmannsweiler, der TSV Deizisau, der TSVW Esslingen, der SV Mettingen, der FV Plochingen, der TB Ruit und die SG Eintracht Sirnau teil. Die Spiele der vier Vierergruppen werden bis Freitag ausgetragen. Der K.o.-Spiel-Samstag wird um 10 Uhr angepfiffen, das Finale ist auf 15.30 Uhr angesetzt.  sip/jds/ch / Foto: hr