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Bauen & Wohnen


Erschienen am 5.7.2017

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Lebensgefühl-Messe 2017

Erschienen am 22.03.2017

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Klassiker unter Sternen

Esslinger Kino auf der Burg vom 27. Juli bis 5. August

Es ist Ende Juli, die Schulferien beginnen und ein Esslinger Klassiker startet: das Kino auf der Burg. Das Kommunale Kino lädt zum Filmgenuss unter freiem Himmel vom 27. Juli bis 5. August auf die Esslinger Burg ein. Zehn Filme laufen an zehn Abenden hintereinander. Vom Hollywood-Blockbuster bis zum Arthaus-Film ist wieder jedes Genre vertreten. Das Rundumprogramm sorgt für die besondere Atmosphäre.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 27. Juli, 22 Uhr, der Film „Mein Blind Date mit dem Leben“. Der deutsche Film aus dem Jahr 2016 erzählt das Schicksal des als Teenager erblindeten Saliya. Der Film mache eine „ungewöhnliche Nichtseherfahrung konkret nachvollziehbar“, heißt es in der Ankündigung. Am Freitag, 28. Juli, 21.45 Uhr, steht „Lion – der lange Weg nach Hause“ auf dem Plan. Ein 25 Jahre alter Mann, in Indien geboren, verlässt seine Adoptivfamilie in Australien und macht sich auf die Suche nach seinem Heimatdorf.

Die Emanzipationsbestrebungen Schweizer Frauen in den 70er-Jahren in Appenzell sind Thema des Films „Die göttliche Ordnung“ aus dem Jahr 2017, der am Samstag, 29. Juli, 22 Uhr, gezeigt wird. Der Film läuft im Rahmen der Premierentour, Regisseurin Petra Bionda Volpe und Hauptdarstellerin Marie Leuenberger wollen anwesend sein. Der oscar-prämierte Film „LalaLand“ läuft am Sonntag, 30. Juli, 21.45 Uhr – als Hommage an vergangene große Musicaltage und eine echte Hollywood-Liebesgeschichte. Am Montag, 31. Juli, 22 Uhr, blickt „Willkommen bei den Hartmanns“ auf das widersprüchliche und zuweilen bizarre Aufeinanderprallen von bundesdeutscher Bürgerlichkeit und dem Schicksal von Flüchtlingen. Der Film „Hidden Figures“ am Dienstag, 1. August, 21.45 Uhr, erzählt die Geschichte von einer Gruppe schwarzer Mathematikerinnen, die als Hilfskräfte bei  der NASA für die Berechnungen von Flugbahnen der Raketen zuständig waren. Am Mittwoch, 2. August, 22 Uhr, läuft der französische Streifen „Monsieur Pierre geht online“.  Eine „warmherzige, bestens gefilmte und frische Komödie“, schreiben die Veranstalter. Bridget Jones ist wieder da und zwar mit Baby: Am Donnerstag, 3. August, 21.45 Uhr, läuft  ihr drittes Leinwandabenteuer in „Bridget Jones‘ Baby“. Das romantische Drama „A United Kingdom“ um die Liebe zwischen Seretse Khama, dem späteren Präsidenten von Botswana, und der Weißen Ruth Williams, steht am Freitag, 4. August, 22 Uhr, an. Den Schlusspunkt setzt „Der wunderbare Garten der Bella Brown“,  angekündigt als eine märchenhafte Komödie mit skurrilen Figuren.

Alle Filme werden mit Livemusik und einem Vorfilm eingeläutet. Auf dem weitläufigen Burggelände gibt es zahlreiche Stände mit Essen und Getränken.        bob / Foto: bul

 

Info: Abendkasse/Einlass ab 19 Uhr, Karten 9 Euro im Online-Vorverkauf; sonstiger Vorverkauf und Abendkasse 9,50 Euro (www.kinoaufderburg.de)

Reiseproviant für Bücherwürmer

Eine gute Zeit mit guten Büchern: Die ECHO-Buchtipps helfen beim Entspannen

Die Koffer sind gepackt, die Reiseapotheke aufgefüllt. Jetzt fehlen nur noch ein paar Bücher, um den Urlaub ganz entspannt angehen zu können. Das Wochenblatt ECHO hat die Neuerscheinungen von regionalen Verlagen und Autoren durchgesehen und Tipps für Groß und Klein gefunden.

 

Ferienzeit, Reisezeit. Da wimmelt es an Bahnhöfen, Flughäfen und auf den Autobahnen. Doch nicht nur dort, wie die neuesten Wimmelbücher aus dem Silberburg Verlag beweisen. Die Illustratorin Tina Krehan hat beliebte Ausflugziele am Bodensee ausgewählt, um sie mit ihren kleinen Männchen zu beleben und dabei unzählige Geschichten heraufzubeschwören. Die Figuren der Zeichnerin Katja Schneider wuseln an bekannten Orten im Schwarzwald herum. Auch beim mehrmaligen Durchblättern gibt es immer noch etwas Neues zu entdecken, sodass die Reisezeit wie im Flug vergeht.

Tina Krehan: Der Bodensee wimmelt, Silberburg Verlag Tübingen
Katja Schneider: Der Schwarzwald wimmelt, Silberburg Verlag Tübingen

 

Ganz andere Kleinstwesen spielen in der Geschichte um den zwölfjährigen Todd eine Rolle. Der Junge ist ziemlich schlampig, was sich für jugendliche Leser als Glück erweist. Denn in einer Socke, die der Comic-Nerd unter sein Bett schob, wuchs das Volk der Toddlianer heran. Die Mini-Menschen ernähren sich von Hautschuppen-Chips, Zehenägelbrötchen und trinken Schweißschorle dazu. Und klar: Dieses Kleinst-Universum eignet sich hervorragend als Forschungsobjekt für Todd und Nachbarin Lucy. Allerdings lernt auch Klassenschreck Max die Mini-Menschen kennen und entwickelt ganz eigene Pläne. An dieser spannenden und sehr witzigen Geschichte werden nicht nur Kinder ab einem Alter von zehn Jahren ihren Spaß haben.

Louise Galveston: Der allmächtige Todd, Kosmos Verlag, Stuttgart

 

„Der Sommer war echt super, doof nur, dass unsere Papas schwul geworden sind.“ Mit diesem Eintrag in das Gästebuch des berühmtesten und coolsten Plumpsklos der Welt beginnt dieser Jugendroman. Die Verfasser dieser Zeile sind der 13-jährige Arvid, der aus Spargründen mit seinem Vater einen Campingurlaub im Norden Norwegens verbringt, und die zwölfjährige Indiane, deren Vater sich offen zur Homosexualität bekennt. Und der sehr viel Zeit mit Arvids Vater verbringt. In Tagebuchform bringt Ich-Erzähler Arvid die für ihn verwirrenden Ereignisse zu Papier. Verwirrend vor allem deshalb, weil der Junge erstmals mit Sexualität konfrontiert ist. Einfühlsame Geschichte, mitreißend erzählt.

Endre und Eriksen: Der Sommer, in dem alle durchdrehten, Kosmos Verlag, Stuttgart

 

Eine Reise in unbekannte, vielleicht auch nicht erforschbare Gefilde, bietet „Die Gabe zu heilen“, das als Hintergrundbuch zu Andreas Geigers gleichnamigen Dokumentarfilm gehandelt wird. Annette Rieger hat zwölf Heilerinnen und Heiler in Deutschland, Österreich und der Schweiz besucht, die über besondere Fähigkeiten verfügen und zur Gesundung anderer beitragen können. Mit viel Empathie, unverklärt und zum Teil sehr anrührend werden hier Lebensgeschichten erzählt, die Hoffnung wecken, dass es neben der Schulmedizin auch wirksame, alternative Heilmethoden gibt.

Annette Maria Rieger, Andreas Geiger: Die Gabe zu heilen, Verlag Klopfer & Meyer, Tübingen

 

Mit Jonathan Haber auszukommen, ist per se nicht einfach. Als sich jedoch der mürrische Einzelgänger auch noch beide Arme bricht und dadurch auf Pflege angewiesen ist, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Das schickt ihm nämlich Lena ins Haus, deren gute Laune durch Liebeskummer und den Verlust des Jobs ordentlich gelitten hat. Dennoch schafft sie es, Jonathan von sich zu begeistern. So sehr, dass er sich sogar in ihr Liebesleben einmischt. Ob das gut geht? Ausgefeilte Charaktere, eine schwungvolle Story und ein Schreibstil, bei dem das humorige Augenzwinkern durchscheint, machen diese Komödie zur idealen Sommerliteratur.

Jürgen Seibold: Zwei Likes für Lena, Silberburg Verlag, Tübingen

 

Seema und Jannik stehen kurz vor dem Abitur. Die beiden verbindet das Interesse für Philosophie, im Falle von Jannik aber auch das Interesse an Seemas Nähe. Die Herbstferien, die Seema mit ihrer Mutter im indischen Neu-Dehli und Jannik bei seinem Vater in Berlin verbringen, verändern die Beziehung der beiden zueinander und zu der Welt der Gedanken. Mit seinem Romandebüt führt Peter Vollbrecht, der in Esslingen das „Philosophische Forum“ leitet, seine Leser in die Welt der luftigen Gedanken. Er hat einen erzählerischen Stil gewählt, der genug Raum für eigene Gedanken freihält.

Peter Vollbrecht: Ich allein bin wirklich, Verlag Klöpfer & Meyer, Tübingen

on / Foto: on

Autor für Jung und Alt

Schriftsteller Peter Härtling gestorben – Enge Verbindung nach Nürtingen

Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Peter Härtling ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er starb Montag vergangener Woche nach kurzer schwerer Krankheit in Rüsselsheim – nahe seinem langjährigen Wohnort Mörfelden-Walldorf –, wie eine Sprecherin des Verlags Kiepenheuer & Witsch in Köln mitteilte. In seiner mehr als 60-jährigen Schaffenszeit veröffentlichte Härtling viele Romane, Erzählungen, autobiografische Schriften und Kinderbücher. Zentral in Härtlings Werk ist das Thema Erinnerung. Dies bedeutete für ihn die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der politischen Vergangenheit. Härtlings Biografie ist auch eng mit der Stadt Nürtingen verknüpft. Dort lebte er zwischen 1946 und 1954. Und er lernte in Nürtingen seine Frau Mechtild kennen. 1959 folgte die Heirat, vier Kinder wurden geboren. Im Jahr 2004 wurde er zum Ehrenbürger Nürtingens ernannt, ein privates Gymnasium der Stadt trägt seinen Namen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb an die Witwe: „Unser Land hat einen großen Schriftsteller verloren.“ Härtling habe mit seinen Büchern „ganzen Generationen die Welt der Literatur eröffnet und vielen Menschen – jungen wie alten – Mut und Trost ‚für die Wanderschaft des Lebens‘ gegeben“. Auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt trauerte. Härtling habe „in Deutschlands kulturellem Gedächtnis“ deutliche Spuren hinterlassen, sagte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich zeigte sich betroffen vom Tod Härtlings, man habe „eine he­rausragende und geschätzte Persönlichkeit verloren“. „Trotz manch unangenehmer Fragen und Themen bewahrte er sich stets eine Offenheit und Dialogbereitschaft, die nicht nur echtes Interesse am Mitmenschen bekundete. Er kleidete sie auch in eine literarische Form, mit der er immer wieder den Nerv der Zeit und gleich mehrerer Generationen traf“, sagte Heirich.
1933 in Chemnitz geboren und dann mit der Familie nach Mähren übergesiedelt, flüchtete Härtling nach Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit seiner Mutter vor der Roten Armee. Der Vater, ein Rechtsanwalt, starb 1945 in russischer Gefangenschaft. Über Österreich kam die Familie 1946 nach Nürtingen. Die Mutter nahm sich im selben Jahr das Leben, ihr Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof in Nürtingen. Härtling blieb mit seiner jüngeren Schwester bei Verwandten zurück. Der Maler Fritz Ruoff (1906 bis 1986) wurde sein Mentor in Nürtingen.
Härtling arbeitete zunächst als Journalist, bevor er 1967 Cheflektor beim S. Fischer Verlag in Frankfurt wurde. 1974 ließ er sich als freier Schriftsteller nieder. Seinen Ruf als Romanbiograf großer Künstler erwarb er mit dem 1976 erschienenen Buch „Hölderlin“ – der große Dichter der Romantik verbrachte seine Kindheit und Jugend ebenfalls in Nürtingen. Danach schrieb Härtling über Schubert, Schumann, Mozart, E.T.A. Hoffmann und Fanny Hensel-Mendelssohn. Auch mit vielen Gedichtbänden wurde er bekannt.
Seine größten Fans hatte Härtling aber unter den Heranwachsenden, die den „Hirbel“ oder das Buch „Ben liebt Anna“ liebten. Rund 20 Schulen in Deutschland sind nach Peter Härtling benannt. Härtling erhielt für sein Werk viele Auszeichnungen, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Hölderlin-Ring. Über die vielen Briefe von Kindern, die Härtling bis zuletzt erhielt, hat er sich nach seinen Worten immer sehr gefreut. Deren Optimismus und Leidenschaftlichkeit gab Härtling, der sich selbst als Melancholiker bezeichnete, Kraft. Von der „geschwätzigen“ Politik hatte sich der Autor , der sich lange im Kampf gegen die Nato-Nachrüstung und für die Ökologiebewegung engagierte, abgewendet. dpa/ch  /  Foto: dpa

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Die Bundesregierung will die Strafen für blockierte
Rettungsgassen erhöhen – von 20 auf bis zu 320 Euro.
Eine Reaktion auf die Umstände beim schweren Busunglück
auf der A9. Halten Sie härtere Strafen für gerechtfertigt?


Foto: dpa

Härter bestrafen?

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Der Ikarus vom Lautertal

Gustav Mesmer und der Traum vom Fliegen – Flugfahrräder, Doppelhalsgeigen und Sprechmaschinen ersonnen

Der Korbmacher Gustav Mesmer verbrachte ab 1929 35 Jahre in psychiatrischen Anstalten. Zwischen 1964 und 1993 lebte er in einem Altenheim in Buttenhausen im Lautertal. Dort zeigte sich seine Genialität als Zeichner, Poet und Konstrukteur von Flugapparaten.
Gustav Mesmer hatte eine Vision: Es musste möglich sein, mit unkomplizierten Hilfsmitteln die Schwerkraft zu überwinden und die Distanz zwischen zwei Orten fliegend zurückzulegen. Dafür ersann er Flugapparate auf der Grundlage eines Damenrads, auf das ein Träger aus Latten gesetzt wurde. Daran wurden Schwingen mit hölzernem Rahmen befestigt, bespannt mit Plastikfolie. Die Geschwindigkeit, die mit dem Fahrrad erreicht wurde, und eine ausgefeilte Tragflächenkonstruktion sollten ausreichen, den Boden hinter sich zu lassen.
Stefan Hartmaier und Martin Mangold haben 1996, zwei Jahre nach Mesmers Tod, die Gustav-Mesmer-Stiftung gegründet. Sie kümmert sich um den schriftlichen Nachlass sowie die Fülle der Zeichnungen und restauriert seine Kon­struktionen. „Wir haben mit Gustav Mesmers Werk ein bedeutendes künstlerisches Erbe, das wir für kommende Generationen bewahren müssen“, erklärt Hartmaier.
Die Grundlage für Mesmers Schaffensdrang ist in seiner Lebensgeschichte zu finden. Gustav Mesmer wird im Jahr 1903 in Altshausen nahe Ravensburg geboren. Für Schulbildung bleibt nicht viel Zeit. Bereits im Alter von elf Jahren wird er zur Arbeit bei Großbauern geschickt. Sechs Jahre verbringt er danach als Laienbruder im Kloster Beuron. In Altshausen gilt Mesmer nach seiner Rückkehr aus Beuron als kauziger Sonderling. Nach der Störung einer Konfirmationsfeier in der evangelischen Kirche bescheinigt ein Arzt eine „fortschreitende Schizophrenie“, hinter Mesmer schließen sich die Türen der Heilanstalt Bad Schussenried.
Bei seiner Arbeit in der Buchbinderei der Anstalt stößt Mesmer auf Texte zum Bau von Flugmaschinen – und findet seine Vision: Es musste möglich sein, Mauern zu überwinden. Eine erste Konstruktionszeichnung datiert aus dem Jahr 1932, fortan beschäftigt er sich mit dem Fliegen und entwirft Apparate. „Erfinderwahn“ schreiben die Ärzte in die Akte.
1964, nach 35 Jahren hinter Mauern, erhält Gustav Mesmer einen Platz in einem Altenheim in Buttenhausen. Dort bekommt er eine Werkstatt für die Korbflechterei, vor allem aber kann er dort ohne jede Einschränkung seine Erfindungen in die Praxis umsetzen. In kurzer Zeit entsteht eine Fülle von Flugapparaten. Mesmer verwendet ausschließlich gebrauchte Materialien für seine Konstruktionen. Alte Düngemittelsäcke aus Plastik werden zu Tragflächen, Sprungfedern aus Bettrosten machen Schwingen beweglich. Etwa 1000 Studien zu Flugrädern, Konstruktionszeichnungen für Tragflächen, Flugdrachen, Gleiter und Luftschiffe verwahrt die Stiftung. Ob der „Ikarus vom Lautertal“, wie er bald genannt wird, je geflogen ist, bleibt ungeklärt. „Er hat einige Male erzählt, er sei ein paar Zentimeter oder auch mal 50 Meter weit geflogen. Bloß sei grad in dem Moment niemand dabei gewesen“, erzählt Hartmaier.
Neben den Flugapparaten hat Gustav Mesmer noch anderes ersonnen: Musikinstrumente wie eine Doppelhalsgeige, hölzerne Rollschuhe oder Sprungschuhe, die das Aufsetzen nach einem Flug erleichtern sollen. Zu den bemerkenswertesten Objekten gehören die Sprechmaschinen. Mesmer hat auf in konzentrischen Kreisen angeordneten Holzklötzen kleine Zungen aus Metall geschraubt. Unterschiedlich groß und zugeschnitten, durch weitere Materialien verfeinert, ergeben sie, in Schwingungen versetzt, verschiedene Laute. Nacheinander angeschlagen können so „Worte“ erzeugt werden.
Mesmers schriftlicher Nachlass harrt noch der Aufarbeitung. „Es gibt viele Texte zu den Zeichnungen, eine Menge Gedichte und etliches, das sich mit Gott und dem Lauf und der Funktion der Welt auseinandersetzt“, erzählt Hartmaier. Er vermutet im literarischen Werk Mesmers „eine eigenständige Facette des Künstlers mit hoher Bedeutung“.
In den 80er-Jahren erfährt Mesmer erste Anerkennung. Hartmaier und Mangold organisieren Ausstellungen seiner Werke in Mannheim, Wien, Lausanne und New York. 1992, zwei Jahre vor seinem Tod, wird eines seiner Flugfahrräder bei der Weltausstellung in Sevilla gezeigt. „Die Ausstellungsverantwortlichen in Lausanne und in New York haben uns sehr deutlich klar gemacht, dass wir mit Mesmers Arbeiten einen künstlerischen Schatz haben“, erzählt Hartmaier.
Ein Ziel der Stiftung ist die Einrichtung einer Dauerausstellung der Werke in Buttenhausen. So könnte ihre wissenschaftliche Aufarbeitung gewährleistet und der Mensch Gustav Mesmer angemessen gewürdigt werden, sagt Hartmaier. „Ein Mann mit einem bitteren Lebenslauf, der nie verbittert war. Er hat seine eigene Welt geschaffen – der Traum vom Fliegen, das war zum Überleben notwendig. So hat er seine Autarkie und seine Würde bewahrt.“
pst / Foto: Gustav-Mesmer-Stiftung/Hartmaier

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Die Gewalt am Rande des G20-Gipfels in Hamburg ist eskaliert.
Es wird gefordert, dass solche Veranstaltungen nicht mehr in
Großstädten stattfinden sollen. Sehen Sie das auch so?


Foto: dpa

Raus aus den Großstädten?

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Süß-salzig liegt im Trend

Exotisch, knusprig oder mit Ingwer: Neue Füllungen für die Schokolade – Auch pur ist sie gefragt – Nachhaltige Produktion wird wichtiger


Im Durchschnitt verspeist jeder Deutsche 9,7 Kilogramm Schokolade pro Jahr – das entspricht nahezu 100 Tafeln. Die Einwohner Deutschlands sind damit zusammen mit den Nachbarn in der Schweiz die größten Schoko-Nascher in Europa. Grund genug, aktuellen Schokoladentrends nachzuspüren, zumal der 7. Juli als internationaler Tag der Schokolade gilt.
„Zarter Schmelz im Kontrast zu knusprigen Elementen“ – so beschreibt Beate Bientzle, was sie aktuell als Schoko-Geschmackstrend sieht. „Das gibt so einen Crash zusammen.“ Die Konditormeisterin verkauft die Produkte ihrer Lenninger „Pralinenwerkstatt“ auf Märkten, unter anderem in Kirchheim, und bekommt so direkte Rückmeldung von den Kunden. „Die Leute werden bewusster“, stellt sie fest. Gewünscht würden hochwertige, regionale und frisch verarbeitete Lebensmittel. Bientzle verwendet Quitte, Rhabarber oder Kornelkirschen aus dem eigenen Garten ebenso für ihre Trüffelfüllungen wie Gin oder Whisky aus dem Lenninger Tal. Die Qualität der heimischen Walnüsse ist ihrer Meinung nach unschlagbar, sie ergeben als Walnusspaste mit karamellisierten Stücken ein Beispiel für den beschriebenen Creme-Knusper-Kontrast. Ganz wichtig findet die Konditormeisterin, die über den Hochsommer ihre Werkstatt schließt, Pralinen und auch Schokolade so frisch wie möglich zu essen.
Etwas Besonderes, handwerklich Hergestelltes, suchen auch die Kunden, die im Café Zimmermann in Nürtingen unter zahlreichen Pralinen und Tafeln die Auswahl haben. Den Sommer – eigentlich keine typische Schokoladenzeit – dominieren fruchtige, erfrischende Füllungen wie Erdbeere-Joghurt oder Pfirsich und Maracuja, erzählt Chefin Andrea Bauer. Oder auch Ingwer: Der halte sich, während die Geschmacksrichtung Chili rückläufig sei. Das Team im Café Zimmermann beobachtet zudem aktuell, „dass Vollmilch wieder stärker im Kommen ist“, sagt Bauer. Sogar weiße Schokolade, die eine Zeit lang ganz verpönt war, werde wieder gelegentlich nachgefragt.
Die Zeiten, als die Tafeln immer dunkler und der Kakaoanteil immer höher wurden, scheinen vorbei zu sein: Diese Welle sei deutlich abgeflaut, bestätigt Thomas Seeger, der Pressesprecher von Ritter Sport in Waldenbuch. Sie habe ohnehin eher „polarisiert“ und nicht die Massen erreicht. Als das anfängliche Edelprodukt Bitterschokolade schließlich den Weg in die Supermärkte fand, sei es bei vielen Kunden beim einmaligen Probieren geblieben.
Auch Chili und Co. seien eher „Nischenprodukte“ gewesen, „die allerdings den Markt belebten“, so Claus Cersovsky, der Geschäftsführer von Rübezahl Schokoladen in Dettingen. Jetzt gehe der Trend Richtung neue Füllungen, neue Kombinationen, die auch mal „exotisch“ und ein bisschen gewagt sein dürfen. Dabei hat auch Salz Einzug gehalten. Kombinationen wie Karamell-Bergsalz, Honig-Salz-Mandel oder feinherb mit Meersalz finden sich bei verschiedenen Herstellern. Thomas Seeger sieht ebenfalls einen Trend zu „süß-salzig“. Ein großes Zukunftsthema ist aus seiner Sicht das, was er „pure“ Schokolade nennt, mit wenigen Zutaten und „ohne jedwede Zusatzstoffe“. Das sei ein Feld, auf dem man – wie viele Kleinhersteller – vieles ausprobiere: ganz behutsam, denn noch sind viele Kunden von der Kindheit her von starken Vanillearomen und Ähnlichem geprägt.
Auch Gerhard Spieth, dessen Confiserie Spieth mit Produktion und Verkaufsräumen auf dem Plochinger Stumpenhof ansässig ist, spricht sich für Schokolade mit „ganz reellen Zutaten“ aus. Für ihn persönlich gehören Milch und Zucker in Schokolade. Spieth, Erfinder der „Stuagerder Rossbolla“ und „Süßen Maultäschla“, experimentiert auch gerne mit weißer Schokolade, kombiniert sie kontrastreich mit Mohn oder mit Kaffeepulver für den „Café-Latte-Geschmack“. Bitterschokolade werde oft aus gesundheitlichen Gründen nachgefragt, sagt er, denn sie enthält mehr Kakao und damit weniger Zucker. In der Regel ist auch keine Milch drin, womit die Dunkle die Kriterien vegan und laktosefrei erfüllt. Bewusste Ernährung sei „eigentlich kein Trend mehr, sondern schon in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, unterstreicht Thomas Seeger – bei Ritter Sport gibt es deshalb die Schokoladen-Sparten bio, vegan und laktosefrei.
Ebenso sei vielen Kunden wichtig, dass nachhaltig und mit fair gehandelten Rohstoffen produziert werde. Darauf stellen sich auch größere Produzenten ein. So verwende Rübezahl mehr als 80 Prozent fair gehandelten Kakao, sagt Geschäftsführer Cersovsky, allerdings seien nur wenige Konsumenten bereit, dafür auch mehr zu bezahlen. Letztlich sei Schokolade ein „Impulsprodukt“, das oft spontan gekauft werde – und das Wichtigste dabei „ist und bleibt immer der Geschmack“. aia / Foto: aia

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Der Bundestag hat die Ehe für alle beschlossen, homosexuelle Paare
werden dadurch rechtlich gleichgestellt und können künftig etwa
Kinder adoptieren. Ist das Ihrer Meinung nach richtig?


Foto: dpa

Ehe für alle?

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Junge Frau mit Mut

Haecker-Preis für nepalesische Aktivistin Chaudary – Kampf gegen Kinderversklavung

 

Wenn die diesjährige Haecker-Preisträgerin Urmila Chaudary nach Esslingen kommt, hat sie ihren erst kürzlich erworbenen Schulabschluss in der Tasche. Die Nepalesin engagiert sich in der Befreiung und für die Rechte und die Bildung der Kamlari – das sind Mädchen, die von ihren Familien zur Zwangsarbeit verkauft werden und wie sie selbst vom Schulbesuch abgehalten wurden. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert, die Preisvergabe findet am Sonntag, 2. Juli, 11 Uhr, im Neckar Forum statt.

Chaudary, Jahrgang 1989, ist als Kind versklavt und damit um ihre Schulausbildung gebracht worden. Ihre Eltern, Angehörige der Tharu-Volksgruppe, haben ihre Tochter im Alter von sechs Jahren an eine Familie in der Hauptstadt Katmandu verkauft. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Vater krank und die Familie hoch verschuldet. Das Kind musste für den Unterhalt sorgen – ein bei den Tharu durchaus übliches Vorgehen, da die Volksgruppe im kastenorientierten Nepal systematisch enteignet wurde und für Großgrundbesitzer arbeiten muss. Nicht allein, dass die Kinder nicht zur Schule gehen können, sie sind auch der Willkür ihrer „Arbeitgeber“ ausgesetzt und nicht selten Opfer von Vergewaltigungen und Gewalt allgemein.

Seit ihrer Befreiung zwölf Jahre nach ihrer Versklavung engagiert sich die junge Frau in der Organisation Freed Kamlari Development Forum, die befreite Mädchen und junge Frauen betreut und ihnen eine Schul- und Ausbildung ermöglicht.

Obwohl Kinderarbeit in Nepal untersagt, ist diese geübte Praxis. Chaudary arbeitete sogar im Hauhalt einer recht einflussreichen Politikerin. Entsprechend groß sind das Risiko und die Repressalien, die ihr und ihren Mitstreiterinnen begegnen.

Urmila Chaudhary verbringt eine Woche in Esslingen und besucht in dieser Zeit Schulen sowie Vereine und Initiativen, die sich für Menschen- und Frauenrechte einsetzen. Sie wird begleitet von Man Bahadur Chhetri, der das Kamlahari-Programm der Nepal Youth Foundation leitet. Neben der Preisverleihung ist sie im Politischen Forum am Sonntag, 2. Juli, 18 Uhr, in der Volkshochschule Esslingen zu erleben. Sie spricht dort mit Irene Jung von „Terres des Femmes“ über „Nepal – eine Demokratie ohne Frauenrechte?“. Die Moderation übernimmt Gabór Halász. Am Dienstag, 4. Juli, 19 Uhr, zeigt das Kommunale Kino den Dokumentarfilm über die Theodor-Haecker-Preisträgerin „Urmila – für die Freiheit“. Im Anschluss an den Film unterhält sich Chaudhary mit Bernhard Wiesmeier von der Volkshochschule über ihre Arbeit und ihre Geschichte.

Der Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit wird alle zwei Jahre verliehen. Der Kulturausschuss des Gemeinderats entscheidet in nichtöffentlicher Sitzung über den Preisträger. Die Vorschläge kommen von Bürgern sowie von Men­schenrechts­organisationen.   Die Ehrengabe des Preises erhält dieses Jahr das Projekt Heroes aus Neukölln, das mit jungen Männern aus sogenannten Ehrenkulturen arbeitet.    bob / Foto: Susanne Gluth

Die Rückkehr der Baumeister

Der Biber fühlt sich im Landkreis trotz dichter Besiedlung wieder wohl – Scheue Vegetarier sind streng geschützt

Im 19. Jahrhundert war der Biber in Deutschland beinahe ausgerottet. In den vergangenen Jahrzehnten jedoch erholten sich die Bestände des streng geschützten Nagers. Schritt für Schritt kehrten die Tiere in ihre einstigen Lebensräume zurück. Auch im Landkreis Esslingen wurden in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelt Spuren gefunden. Dem Wildtierbeauftragten des Landkreises Sascha Richter liegen für dieses Jahr zwar keine gesicherten Hinweise vor, doch er ist davon überzeugt, dass sich der Biber in der Region zurückmelden wird.
Castor fiber, der Europäische Biber, war aus der Tierwelt in Deutschland im 19. Jahrhundert praktisch verschwunden. Seit dem Mittelalter wurde er stark bejagt, da ein päpstliches Edikt ihn aufgrund seiner Lebensweise zum Fisch erklärte und er so in der Fastenzeit gegessen werden durfte. Außerdem waren sein dichtes Fell und sein Drüsensekret, das sogenannte Bibergeil, begehrt, dem Heilkräfte zugeschrieben waren. Flussbegradigungen und die Trockenlegung von Auwäldern verdrängten ihn zudem aus seinem Lebensraum.
Doch der Biber ist zurück. In vielen Regionen Deutschlands, darunter auch in Bayern und in Oberschwaben, haben die Bestände dank eines strengen Artenschutzes stark zugenommen. Mancherorts gibt es bereits Klagen über unterhöhlte oder überflutete Ufergrundstücke, beschädigte Dämme und gefällte Bäume, Rufe nach einer Freigabe der Jagd auf Biber wurden laut.
Auch im Landkreis Esslingen waren in den vergangenen Jahren einige Biber unterwegs. Sascha Richter, der Wildtierbeauftragte des Landkreises, und Helfer des Nabu-Kreisverbands hatten im vergangenen Jahr Spuren an der Aich, am Röhmsee bei Unterensingen und im Naturschutzgebiet an den Wernauer Baggerseen gefunden.
Gesehen hat die Biber im Landkreis allerdings bislang noch niemand. Das größte europäische Nagetier kann ausgewachsen zwar bis zu 1,3 Meter lang werden und bis zu 30 Kilo auf die Waage bringen, doch die Vegetarier sind extrem scheu und zudem nur in der Dämmerung oder nachts aktiv. Biber leben in Höhlen in den Uferböschungen, die Eingänge liegen unter der Wasserlinie. Ihren Ruf als gute Baumeister verdanken die Biber ihrer Fähigkeit, mit gefällten Bäumen in Zeiten niedrigen Wasserstands in Bächen Staudämme zu errichten, um ausreichend tiefe Stellen zu erhalten. Die Dämme werden zudem so konstruiert, dass die Tiere den Wasserstand nach Bedarf regulieren können.
Nach Richters Vermutung wanderten die Tiere, die sich im Landkreis ansiedeln, nach und nach von der Donau her über das Quellgebiet des Neckars flussabwärts. „Der Landkreis ist zwar sehr dicht besiedelt, aber er bietet dem Biber durchaus Lebensräume, in denen er sich wohl fühlt“, sagt Richter. So bevorzuge das Tier abgelegene und ruhig fließende, möglichst tiefe Bäche oder abgeschiedene Auenlandschaften ohne menschliche Störungen. Wenn man dem Biber diese Lebensräume lasse, gebe es auch keine Konflikte mit der Landwirtschaft. „Mir ist bisher auch nichts bekannt geworden. Wir haben eine friedliche Koexistenz im Landkreis“, sagt Richter. Er hoffe auch, dass das so bleibt. „Wir wollen abwarten, wie viele Biber sich tatsächlich dauerhaft im Landkreis niederlassen. Die starke Besiedlung ist ausschlaggebend, dass der Biber bei uns wohl nicht sehr häufig vorkommen wird. Jedenfalls bereichert er die Artenvielfalt und es ist sehr schön, dass ein geschütztes Tier wieder da ist“, sagt Sascha Richter. pst / Foto: dpa