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Erschienen am 22.11.2017


Erschienen am 11.10.2017

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Erschienen am 5.7.2017

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Erschienen am 29.09.2016

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Geschichte unter der Erde

Achäologie im Kreis: Das Landesamt für Denkmalpflege zieht Bilanz für 2017  -Auf eine bekannte Fundstelle kommen zehn unbekannte

Das Grab eines Kriegers aus römischer Zeit, Siedlungen früher Kelten oder Rastplätze von Menschen aus der frühen Steinzeit – viele Grabungen zeigen, wie  Archäologie  Siedlungsentwicklung und Kulturgeschichte sichtbar machen kann.  Das Landesamt für Denkmalpflege hat kürzlich seine Grabungs- und Sondagebilanz für das Jahr 2017 veröffentlicht. Dort wird auch über Grabungen  im Kreis Esslingen berichtet.

Grabungen in Kirchheim, Esslingen und in Altbach sind abgeschlossen. Ein zweiter Abschnitt wird sich im März an der Esslinger Grabungsstelle an der Ecke Martinstraße und Ehnisgasse anschließen. Dort soll künftig der Parkplatz neben Karstadt bebaut werden.

Zunächst wird  Vergangenheit lebendig:  Die dicht bebaute Altstadt gewährt oft nur kleinräumige Einblicke.  Anders beim aktuellen Grabungsgebiet: Auf dem Parkplatz neben dem Karstadt ist schon im vergangenen Jahr zwischen März und Juli gegraben worden. Das mehr als 5000  Quadratmeter  große Gelände   gehört geschichtlich zur sogenannten Pliensauvorstadt, auch wenn    das Gebiet heute  zur  Stadtmitte gehört. Es beherbergte vielfach Handwerksbetriebe, die bislang auf das späte 13. Jahrhundert datiert waren. Der aktuelle Fund einer ehemaligen Webhütte zeigt, dass dort die handwerkliche Tätigkeit schon im 11. und 12. Jahrhundert florierte.

Das war überraschend. „Damit liegt ein Beleg vor, der eine weitaus großflächigere frühe Aufsiedlung der Pliensauvorstadt nahelegt, als bislang vermutet“, heißt es in dem Bericht.

Auch die Grabungen in Kirchheim im Gebiet Lauterterrassen haben Nachweise für eine deutlich ältere Besiedlung als bislang angenommen geliefert. Es hat sich ebenfalls gezeigt, dass die  vorstädtische früh- bis hochmittelalterliche Siedlung  durch den Verlauf der Lauter begrenzt wurde.

In Altbach hingegen trafen die Archäologen auf etwas gänzlich Unerwartetes, als im künftigen Neubaugebiet Losburg in den Boden geschaut wurde: „Wir wussten zwar von alemannischen Siedlungsresten“, sagt Jörg Bofinger, der Leiter der operativen Archäologie des Landesdenkmalamts. Die Ärchaologen stießen auf eine größere bäuerliche Ansiedlung aus der ausgehenden Bronzezeit, also um 1000 vor Christus. Dazu wurden mehrere Feuerstellen und Ofenanlagen entdeckt, wo möglicherweise Fleisch zubereitet wurde.

Für Jörg Bofinger ist Altbach eine bedeutende Fundstelle: „Flächig dokumentierte Siedlungspläne aus der Zeit um 1000 vor Christus sind in Südwestdeutschland nach wie vor eher selten und die geborgenen Funde, vor allem Keramik und Bronzegegenstände, erlauben uns  Einblicke in die Lebens- und Wirtschaftsweise der Menschen am Ende der Bronzezeit.“

Außerdem läuft noch eine Ausgrabung im Denkendorfer Gewerbegebiet Lichtäcker. Dort finden sich Hinweise auf eine Siedlung der frühen Kelten um 500 vor Christus. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt der Grabhügel, der im Gewerbegebiet im Westen  von Scharnhausen entdeckt wurde.

Die oben genannten Grabungen sind klassische Rettungsgrabungen. Im Gegensatz zu Forschungsgrabungen, bei denen in der Regel ausreichend Zeit für die Freilegung und Dokumentation der Befunde zur Verfügung steht, müssen Rettungsgrabungen zum Teil unter erheblichem Zeitdruck stattfinden.

Sie finden  im Vorfeld von Baumaßnahmen statt, wenn die Fundstelle nicht erhalten werden kann.  Meist ist schon bekannt, dass sich im Boden Artefakte befinden. Notgrabungen hingegen laufen in Gebieten, in denen im Vorfeld keine archäologischen Denkmale bekannt waren.

Die Forschungsgrabung widmet sich ausgedehnten Projekten, für die in aller Regel ausreichend Zeit für die Freilegung und Dokumentation der Befunde zur Verfügung steht. Als ein gutes Beispiel für eine aktuelle Forschungsgrabung nennt Bofinger das Steinzeitprojekt Rosenstein bei  Heubach im Ostalbkreis, wo die mächtigen Ruinen vorgeschichtlicher Abschnittsbefestigungen und Ringwälle freigelegt werden. Zu dieser Kategorie gehören auch die bekannten  Grabungen an der Heuneburg.

Nicht immer wird automatisch eine Grabung angesetzt, wenn in einer Gemeinde ein Baugebiet geplant wird. In Esslingen oder auf den Fildern sei das allerdings fast immer der Fall, so Bofinger.

Gezielte Voruntersuchungen dienen dazu, Arbeiten effektiv anzusetzen. Bofinger schildert geophysikalische Maßnahmen wie die Messungen des Magnetfelds, die Light Detection Analyse, die per Laser Reliefunterschiede auch in Waldgebieten ausmachen kann, sowie die Luftbildarchäologie.  Dennoch bleibe vieles im Boden und für immer unentdeckt. Laut einer Schätzung  kommen auf eine bekannte Fundstelle zehn unbekannte.

„Unser Raum ist besonders reich an geschichtlich relevanten Funden“, sagt Bofinger. Zeige das doch, dass der Raum um den Neckar auch in der frühen Menschheitsgeschichte eine Boomgegend war. Die Faktoren dafür seien fast die gleichen wie heute. „Gute Verkehrswege wie der Fluss Neckar,  fruchtbarer Boden und gutes Wasser“, zählt Bofinger auf. Für ihn ist der Ort des „sensationellen“ Grabfunds einer Keltenfürstin am Hegelesberg in Kirchheim  aus dem Jahr 2015 völlig nachvollziehbar. Von dort komme man einfach und schnell auf die Alb – eine  Route, die auch die A8 nutzt.

Apropos alte und neue Wegtrassen: Das Landesdenkmalamt begleitet auch die Bauarbeiten der Bahnsttrecke Stuttgart-Ulm.  Auch wenn nicht immer etwas gänzlich Neues zutage gefördert wird, so diene die   Archäologie dem Gesamtbild. Bofinger: „Je mehr Mosaiksteinchen wir kennen, desto besser wird das Bild.“

Seit Ende 2016 arbeitet das Landesdenkmalamt mit Grabungsfirmen zusammen. „Wir können damit mehr und effektiver graben“, erklärt Bofinger. 50 bis 60 Personen beschäftigt das Amt selbst und hat früher gegebenfalls Honorararchäologen beschäftigt. Laut Bofinger sind auch immer viele Ehrenamtliche an den Untersuchungen beteilgt.  bob / Foto: Denkmalamt

 

Info: Zur Ausgrabung bei den Lauterrassen  in Kirchheim ist für April eine Ausstellung der Fundstücke geplant. Im Juli   erscheint im Theiss-Verlag das Jahrbuch des Denkmalamts „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg“.

Cooler Jazz und heißer Rock

25. Jazzopen in Stuttgart – Fanta 4 als Abschluss – Große Namen und vielversprechende Newcomer

Für gewöhnlich sind die Headliner  bei den Stuttgarter Jazzopen schnell ausverkauft. So auch in diesem Jahr, wenn das Festival vom 12. bis 22. Juli sein 25-jähriges Bestehen feiert. Die Schlossplatzkonzerte mit Fanta 4, Gregory Porter, Pat Metheny und Kraftwerk  sind schon ausverkauft. Dauerkarten, Festivalpässe genannt,  gibt es auch keine mehr. Bei weiteren  Konzerten sind Karten schon rar. Das Festival   mit seinen insgesamt 50 Konzerten auf sieben Bühnen  bietet in zehn Tagen eine Bandbreite anspruchsvoller Jazzmusik sowie   verwandter und Fusion-Genres.

Jazz, Hip-Hop, Rock, Blues , Electronic und Fusions aus allen Genres  kennzeichnen das Line-up des Festivals. In diesem Jahr sind es    Kraftwerk, Lenny Kravitz, Fanta  4 und Jamiroquai, die die größeren  Veranstaltungsstätten wie den Schlossgarten füllen. Mit Jazz haben die Künstler zwar  wenig zu tun,  Promoter Jürgen Schlensog sieht darin keinen Widerspruch: „Weite Teile der Popularmusik  fußen auf Jazz“, sagt er. Viele Jazzer sind hochgeschätzte Bandmitglieder bei Weltstars des Pop oder Rock.“ Gemäß dem Motto „Be Jazz, be open“ hat sich das Festival vor rund zehn Jahren einem größeren Publikumskreis  geöffnet und lädt seitdem Musiker  aus anderen Genres ein. Lange Jahre ohne feste Veranstaltungsstätten,  haben sich die Jazzopen erst richtig etabliert, als der Umzug auf den Schlossplatz erfolgte und die Bühne im Bix dazu kam.  In diesem Jahr ergänzt erstmals das renovierte Stadtmuseum die Liste der Veranstaltungsorte.

An jedem Festivalabend lassen sich mehrere Konzerte erleben, an einem der  größeren Orte wie Schloss und Schlossplatz, in der Sparda Welt und zum Ausklang im Club Bix.  Zwei  Konzerte finden im Musiktheater  Scala in Ludwigsburg statt.  Neu ist „Open stage“ im Stadtmuseum: Jamming bei freiem Eintritt.

Mittlerweile gehört das Festival laut Schensog zu den drei wichtigsten seiner Art in Europa. Künstler schätzen das Festival offenbar, denn Schlensog und seinem Team gelingt es stets, namhafte Jazzer nach Stuttgart zu bringen. Manch einer wählt die Open für den einzigen Auftritt in Deutschland, so wie Stanley Clarke, Stars wie Jamie Cullum kommen immer wieder.

Den Auftakt machen am 12. Juli  die Brüder Rolf und Joachim Kühn, Gewinner der German Jazz Trophy, im Sparda-Eventcenter; im Bix-Club spielen Jason Moran and the Bandwagon. Am 13. Juli tritt  Gregory Porter (im Vorprogramm Isabella Lundgren) im Alten Schloss auf, in der Sparda-Welt spielen Christian McBride’s New Jawn and Meshell Ndegeocello, im Bix Indra Rios-Moore.

Am 14. Juli spielt die Stanley Clarke Band im Alten Schloss (davor der deutsche Jazzer Thomas Siffling). In der Sparda-Welt gibt es das Michael Wollny Trio und Younee, im Bix Allan Harris. Der 15. Juli, dem Tag des Fußball-WM-Finales,  beherbergt das Sparda-Center die  Family Matinee mit Jazz für Kids und einem Trickfilm-Workshop. Abends jazzt Chico Freeman im Bix. Am 16. Juli ist Pat Metheny zu Gast im Alten Schloss. Er war mit John Scofield bereits bei den ersten Jazzopen 1994 zu Gast. In der Sparda-Welt  erinnert Tears für Esbjörn  an den schwedischen Pianisten Esbjörn Svenson, der vor zehn Jahren ertrunken ist. Im Bix  sind David Helbock’s Random zugange.

Till Brönner ist am 17. Juli  die große Nummer im Schloss, während auf der einzigen Bühne außerhalb Stuttgarts, dem Scala in Ludwigsburg, Marcus Miller und Tom Ibarra, ein 18-jähriger Gitarrist aus Frankreich,  spielen. Till Brönners Vorprogramm bestreitet der 14-jährige Joey Alexander aus Indonesien,   in der Szene als  Wunderkind am Piano gehandelt. Gogo Penguin bestreiten an diesem Tag das Programm im Sparda-Center, First Strings on Mars im Bix.

Den Schlossplatz bespielt am 18. Juli Jamiroquai, davor Ibeyi. Omer Avital spielt im Bix. Zwei weitere große Namen kommen am 19. Juli mit Jamie Cullum und Joss Stone zum Schlossplatz, das Bix gehört Catherine Russel. Am 20. Juli gibt sich Kraftwerk auf dem Schlossplatz die Ehre, davor heizt Booka Shade ein. LP, das steht für die amerikanische Singer- und  Songwriterin Laura Pergolizzi, schreibt das Kontrastprogramm im Scala in Ludwigsburg. Echoes of Swing beleben das Bix, während Wolfgang Dauner in der Domkirche St. Eberhard spielt.  Lenny Kravitz und Gary Clark Jr.  (Vorgruppe The last internationale) spielen am 21. Juli auf dem Schlossplatz  – im Bix sind es  Knower und Moon Hooch. Den Schlusspunkt der Jazzopen setzen am 22. Juli  Die fantastischen Vier mit der Vorgruppe Jazzkantine  auf dem Schlossplatz.

Im Nachwuchs-Bandwettbewerb „Jazzopen playground BW“ gewinnen  junge Künstler aus dem Land  Live-Auftritte bei den Open. Bewerbungen können bis zum 1. April eingereicht werden.  bob / Foto: dpa

 

Info: www.jazzopen.com, die personalisierten Tickets kosten ab 39  Euro für einen Stehplatz bei den Topacts.

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Foto: dpa

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Hochsaison für Narren

Vor allem in Neuhausen und Wernau stehen  wilde Tage bevor

Die närrische Saison steuert mit dem „Schmotzigen Doschtig“ auf ihren Höhepunkt zu, wobei vor allem in Wernau und Neuhausen praktisch durchgehend gefeiert wird.

Am Tag der Weiberfasnet, dem 8. Februar, sorgen in Neuhausen die „Waschlappenglunker“ mit dem Fasnetswecken um 4.30 Uhr dafür, dass keiner die närrischen Tage verschläft. Ab dem späten Nachmittag wird dann überall im Ort in den verschiedensten Lokalitäten gefeiert. Der Narrenbund, die Rotenhäne, die Schalmeiengruppen Flegga Bätscher und Omägeni laden ebenso ein wie der Motorsportclub oder der Musikverein. Abends um 19.11 Uhr tanzen die Hexen auf dem Schlossplatz. Am Freitag, Samstag und Sonntag geht das dolle Treiben mit unzähligen Partys weiter – unter anderem mit der Show „Fasnet im Museum“ des Männergesangvereins, der Pyjamaparty des Narrenbunds oder der Kellerparty der Bürgergarde. Der große Fasnetsumzug startet am Sonntag, 11. Februar, um 13.33 Uhr im Ortszentrum. 90 Gruppen aus der Region und dem ganzen süddeutschen Raum sind dabei. Zur Rosenmontagsfasnet begrüßen unter anderem die „50Plus-Narren“, am Dienstag steht dagegen ab 13.33 Uhr beim Kinderfasching im Ortszentrum der Nachwuchs im Mittelpunkt – bevor der Fasnetsausklang im Schützenhaus ab 19 Uhr die Saison beendet.

In Wernau freuen sich die Kinder gleich am „Schmotzigen Doschtig“, wenn Hästräger und Guggenmusiker ab 9.30 Uhr die Schulen stürmen. Vor der „Hölle“ gegenüber dem Rathaus köchelt ab 12 Uhr die „Narrasupp“ und gibt Energie fürs Narrenbaumstellen und das Wortgefecht zwischen dem Wernauer Till und Schultes Armin Elbl. Ab 19 Uhr steigt eine Party in der „Hölle“ (Alte Rathausgarage) und im „Gugg-Rock-Café“ im Zelt vor dem Quadrium – beide für die Altersgruppe ab 18. Der „Ruaßige Freitag“, 9. Februar, steht ganz im Zeichen der Alemannischen Nacht mit dem Narrengericht (19 Uhr), umrahmt von einer Licht- und Feuershow. Im Quadrium laden Livemusik, Guggen und eine große Bar zum Narrentreiben ein.

Beim großen Umzug am Samstag ab 14 Uhr werden dann mehr als 3500 Hästräger und Guggamusiker auf ihrer närrischen Route durch die Stadt ziehen. Abends ab 20 Uhr brodelt die Stadthalle. Nachdem man am Sonntag Zeit zum Regenerieren  hatte, mündet der Rosenmontag um 19.30 Uhr in eine Schlagerparty in der „Hölle“. Am „Fasnetsdeischtig“ steigt ab 14 Uhr in der Stadthalle die  Kinderfasnet, bevor abends um acht gegenüber dem Quadrium die Fasnet zu Grabe getragen wird.

Auch abseits der Hochburgen wird gefeiert. So laden die „Wetzstoi-Beißer“ am Donnerstag, 8. Februar, 19 Uhr, zur Party auf dem Nürtinger Schlachthof-Areal. Am Donnerstag wird auch das Aicher Rathaus  gestürmt (11.11 Uhr), die „Täleshexen“ veranstalten in der Festhalle Aich ab 19 Uhr ihre „Hexennacht“. Kinderfasching ist dort am Sonntag ab 14.30 Uhr. Die Behindertenförderung Linsenhofen lädt am Sonntag ab 13 Uhr zum „Fasching für alle“ in die Gemeindehalle Oberboihingen.    aia/red  /  Foto: aka

Schwäbische Comic-Pflege

Alexander Linke aus Neuenhaus haucht Äffle und Pferdle Leben ein – Illustrator hat auch andere Figuren im Repertoire

Egal ob Jung oder Alt, die Schwaben lieben ihre zwei tierischen Botschafter, die immer einen kessen Spruch auf Lager haben. Die Rede ist von Äffle und Pferdle, die Württembergs Wappentieren – dem Hirsch und den Staufer-Löwen – durchaus Konkurrenz machen. Nur, wie kommen die beiden aufs Papier und wer zeichnet sie? Auf diese Fragen weiß Alexander Linke eine Antwort. Er ist einer der Zeichner dieser Kultfiguren. Schon als Kind hat er gerne gemalt, später Skizzen angefertigt, bis er seine Leidenschaft zum Beruf machte. Linke begann eine Lehre als Werbe- und Medienvorlagenhersteller in einer Werbeagentur, damals wurde noch viel von Hand illustriert und layoutet. „Das gibt es so eigentlich nicht mehr“, bedauert Linke und erzählt, wie sein Weg zu den Lieblingen der Schwaben führte.
Es war reiner Zufall. Produziert wurden die Äffle-und-Pferdle-Werbespots, die früher im Fernseh-Regionalprogramm liefen, von Armin Lang senior. Als er im Jahr 1996 starb, übernahm sein Sohn Roman das Studio. Als das Lang-Filmstudio einen Zeichner für die Storyboards suchte, kam Linke zum Zug. Seine erste Aufgabe war es, im Jahr 1999 ein Kamel fürs „Lustige Taschenbuch“ zu zeichnen – das ist ihm gelungen.
Mit der Werbekampagne eines schwäbischen Mineralwasserproduzenten ging es für den gebürtigen Bad Cannstatter 2008 dann richtig los. Neben neuen Clips zeichnet er auch für Merchandising-Produkte, auf denen Äffle und Pferdle zu finden sind. Über Jahre hat er an den Skizzen gefeilt. „Es ist nicht ganz einfach, die Figuren gut hinzubekommen“, stellt Linke fest. Insgesamt sind sie zu dritt, die die beiden Comic-Figuren zum Leben erwecken.
Wie viel Aufwand und Zeit hinter solchen Zeichnungen stecken, lässt sich nur erahnen. Bis zu zehn Stunden und mehr sitzt Linke an einer Szene, bis sie fertig ist. Zuerst malt er seine Skizzen auf Papier. Anschließend scannt er sie ein und fährt die Linien mit dem digitalen Zeichenstift nach, verfeinert sie und fügt Farbe hinzu. Viel schneller sind dagegen die Skizzen fertig, die er bei Live-Events zeichnet. Gerade einmal etwas unter drei Minuten benötigt er für solche Darstellungen – auch wenn er schrecklich unter Lampenfieber leidet. Wenn Linke bei den Veranstaltungen Stift und Block in Händen hält und die Schwabenstars aufs Papier bringt, vergisst er die Welt um sich. „Es ist für mich so eine Art Flucht“, räumt der Künstler ein, gilt es doch, die vielen Zuschauer auszublenden. Bei diesen Gelegenheiten entwickelt er die einzelnen Figuren auch weiter.
Wenn nicht gerade bestimmte Aufträge anstehen, kann Linke seine Ideen selbst einbringen. Entwickelt er eigene Szenen, arbeitet er meistens lokale Besonderheiten aus Aichtal mit ein, wie die Larve der Klingenbachgeister oder den Kirchturm in Neuenhaus, der vor zwei Jahren im Schwäbischen Kalender zu sehen war.
Lesen kann man die Schwaben-Comics später übrigens nicht nur auf Sprudelflaschen, sondern unter anderem in der Zeitschrift „Mein Ländle“. Als Besonderheit gibt es in jeder Ausgabe immer eine Extraseite mit Äffle und Pferdle. Herausgegeben wird die Zeitschrift von Wulf Wager, in dessen Agentur Wager Kommunikation Linke eigentlich tätig ist. Für den Mundartfreund eine wunderbare Verbindung von Hobby und Arbeit.
Doch Linke zeichnet nicht nur Äffle und Pferdle, auch etliche andere Figuren entstammen seiner Feder. So zeichnete er eine Skizze zur Crowd­funding-Kampagne des Kinofilms „Laible und Frisch“, karikierte den leidenschaftlichen Sportler Wigald Boning bei seiner Bodenseequerung, entwarf live auf Leinwand den Killerwal von Extremsportler und Weltrekordhalter Bruno Dobelmann – genannt „Orca“ –, malte das „Rennschneggle“ von Extremläuferin Steffi Saul und formte gemeinsam mit Oliver Halder einen Schneemann namens „Burgi“, der sogar bei den internationalen deutschen Meisterschaften im Eiswasserschwimmen eine Rolle spielt. Der Mundartband „Muggabatschr“ fühlt sich Linke besonders verbunden. Die Gruppe lässt Songs von beliebten Ländle-Musikern wie Wolle Kriwanek, „Schwoißfuaß“ und Hank Häberle aufleben. Für die Band hat er das Maskottchen „Müggle“ entworfen.
Auch in Linkes Wohnung sind Äffle und Pferdle überall zu finden, auf T-Shirts, Tassen oder als Figuren in der Wohnung verteilt. Trotzdem hat der Neuenhäuser noch eine weitere Leidenschaft. Er züchtet Geckos und ist begeisterter Aquarianer. Für ihn ein schöner Ausgleich zum sonstigen, von den schwäbischen Stars geprägten Alltag.       Tanja Bürgermeister / Foto: Bürgermeister

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Halbzeit

Erster Teil des Bahntunnels unter der  A 8 fertig –   Richtung Stuttgart verschwenkt

Die Bauarbeiten an der  Neubaustrecke Stuttgart–Ulm der Bahn  laufen auf Hochtouren. Zu den wichtigen Projekte gehören die Tunnel für die künftige Schnellstrecke. Erst kürzlich haben die Verantwortlichen Halbzeit im Tunnelbau unter der Autobahn 8 bei Denkendorf gemeldet.

Im Bereich der Tank- und Rastanlage Denkendorf quert die Neubaustrecke die A 8. Der Zug  fährt künftig durch einen  768 Meter  langen Tunnel, der unter den insgesamt sechs  Fahrspuren der Autobahn hindurchführt.  Im Herbst  2015 hat der Tunnelbau begonnen. Dieser  Tunnel wird dabei  in offener Bauweise erstellt,  das heißt, die Bauarbeiter graben sich von oben in den Untergrund.

Alle sechs Fahrspuren  bleiben während der Bauzeit zwar  erhalten, allerdings werden  sie   schmäler und  müssen immer wieder  in einzelnen Abschnitten verschwenkt werden. Das hat zunächst die Fahrbahn Richtung München betroffen,  während der Verkehr in Richtung Stuttgart ohne Verengung rollte. Kürzlich war die Halbzeit erreicht, die Röhre  ist   zur Hälfte fertiggestellt.

Die Folge ist, dass sich die Bauarbeiten nun unter die Fahrspuren Richtung Karlsruhe  verlagert haben. Dazu wird auf einer neu angelegten   Fahrbahn über dem bereits gebauten Teil des Tunnels umgeschwenkt.   Der Verkehr nutzt auch Spuren an der Auffahrt und Fahrbahnen, die zur Rastanlage gehören. „An der Tank- und Rastanlage kommt es zwar zu Beeinträchtigungen durch die  Verkehrsführungen an der Auffahrt auf die Autobahn; die Planung ermöglicht es jedoch, den Betrieb der Anlage  über die gesamte Bauzeit aufrechtzuerhalten“, erklärt ein Pressesprecher des Bauprojekts.

Anfang 2019  soll der Rohbau stehen, dann schließt sich die Inneneinrichtung, sprich, die Verlegung der Schienen, an.   Im Tunnel selbst  laufen dann zwei Schienenpaare. Rund 250 Kilometer je Stunde soll der Zug schnell sein, wenn er  künftig innerhalb von elf Sekunden durch den Tunnel rauscht.

Die Weiterführung der Strecke trifft dann auf die Brücke, die den Zug später  über das Denkendorfer Tal fahren lässt und Ende 2018 fertig wird. Die Hälfte der 60 Kilometer  langen Strecke zwischen Stuttgart und Ulm führt durch   neun Tunnel,  ansonsten folgt sie  der parallel liegenden A 8.

Es entstehen  40 Eisenbahn- und Straßenüberführungen, darunter die Filstalbrücken über den Neckar bei Wendlingen und über das Filstal bei Mühlhausen im Täle. Wann jedoch dort der Zug fahren wird, ist noch nicht sicher. Gerade hat der Aufsichtsrat der  Bahn den Kostenrahmen von bisher 6,5 Milliarden auf 8,2 Milliarden erhöht und den Fertigstellungstermin auf 2025 geschoben.  bob / Foto: bul

Wieder mehr Sport

Baggerbiss für neue Sporthalle am Berufsschulzentrum in Esslingen-Zell

Es war Landrat Heinz Eininger selbst, der die erste Baggerschaufel in den Boden rammte: Der Bau der neuen  Sporthalle am Beruflichen Schulzentrum in Esslingen-Zell hat begonnen. Damit geht eine lange Durststrecke für den Sport zu Ende, denn in den  drei  Turnhallen der  beruflichen Schulen im Landkreis Esslingen haben  Flüchtlinge gewohnt.

Die neue Sporthalle in Zell soll im September 2019 fertig sein, pünktlich zum neuen Schuljahr soll dort wieder Sport unterrichtet werden.  Das Projekt kostet 5,3 Millionen Euro, darin enthalten sind die Abbruchkosten der alten Halle in Höhe von 215 000 Euro. 600 000 Euro der Baukosten  übernimmt das Land. Die Halle bekommt drei Felder, ein  viertes Feld anzulegen ist eine  Option. Allerdings rechnen schon jetzt alle Beteiligten damit, dass es Kostensteigerungen geben wird. Eigentlich war alles anders geplant.

Vor vier Jahren sollte die alte Turnhalle bei der Schule saniert werden. Für die Sommerferien waren die Handwerker bestellt, die den Boden erneuern  sollten.  Dann ging alles ganz schnell, erinnert sich der Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule,  Thomas Fischle. In seinem Urlaub im Allgäu erreichte ihn im August 2014 der Anruf aus dem Landratsamt. Der Kreis stand unter enormem Druck, Flüchtlinge unterzubringen, sodass die Kreissporthallen ins Visier rückten. Fischle und seine Kollegen in den Berufsschulen hatten keine Wahl. Den ursprünglich beauftragten Handwerkern wurde abgesagt. Die Umbauarbeiten für die Belegung mit Flüchtlingen  mussten schnell durchgezogen werden, während der neue Boden, der bereits vor der Halle lagerte, wieder abgeholt wurde. Bis zu   137 junge Menschen lebten dann in der Halle.  Der Schulleitung ist es gelungen, die Flüchtlinge auch zu betreuen und ihnen zusätzliche Deutschkurse anzubieten. Das Büfett anlässlich des Baggerbisses stammte denn auch  von  Flüchtlingen aus Hauswirtschaftsklassen.

„Das Engagement der Lehrerschaft und auch der Eltern war enorm“, sagt Fischle heute, der nicht verhehlt, dass es auch andere Stimmen gab – nämlich solche, die das Schulzentrum abfällig „Flüchtlingsschule“ nannten.

Der Sportunterricht der Schulen allerdings litt: Nicht jede Stunde konnte abgehalten werden. Hilfe kam von der Stadt Esslingen, die den Sportunterricht, so weit es ging, in ihren Hallen ermöglichte. Heute sind die Transportkosten zu diesen Hallen noch ein Streitpunkt zwischen dem Land und dem Kreis. Landrat Eininger: „Wir bestehen auf der Kostenerstattung.“ Nachdem der große Ansturm der Flüchtlinge versiegt war, stand auch fest, dass die ursprünglich geplante Hallensanierung teurer werden würde als ein Neubau. bob / Foto: bob

Natur und Kultur

Zahl der Gäste auf der Schwäbischen Alb nimmt zu – Neue Prädikatswanderwege im Biosphärengebiet – Musik in der Nebelhöhle

  

Der Schwäbische Alb Tourismusverband (SAT) hat kürzlich während der Tourismusmesse CMT in Stuttgart seine Vorhaben für das laufende Jahr präsentiert. Ein Schwerpunkt soll dabei darauf liegen, Naturerlebnis, Geschichte und Gegenwartskultur stärker zu verknüpfen. Damit soll die Alb für Urlauber und Tagesgäste noch besser als bislang als Wander- und Kulturregion erfahrbar werden.
„Es bewegt sich etwas auf der Alb. Der Tourismus entwickelt sich seit einigen Jahren äußerst positiv, die Zuwachsraten bei Tages- und Übernachtungsgästen steigen von Jahr zu Jahr“, sagt Mike Münzing, Bürgermeister der Stadt Münsingen und SAT-Vorsitzender. So seien im vergangenen Jahr rund 4,8 Millionen Übernachtungen im Verbandsgebiet gezählt worden, eine Steigerung von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ursächlich für die steigende Attraktivität der Alb seien nicht zuletzt die Welterbe-Auszeichnungen der Unesco für einige Regionen und deren Präsentation als Tourismusdestination, etwa das Biosphärengebiet. Hervorzuheben seien aber auch der Geopark Schwäbische Alb, der Alblimes und die im vergangenen Jahr neu hinzugekommenen Eiszeithöhlen sowie ihre Umgebungslandschaft im Lone- und Achtal. „Wir werden also wahrgenommen und wollen nun die Schwäbische Alb noch stärker als bislang als Kulturlandschaft erfahrbar machen. Dabei setzen wir auf eine Qualitätsentwicklung beim Tourismus auf der Alb“, sagt Münzing.
Dazu zählt der SAT auch das Kulturangebot, und so finden in diesem Jahr im Verbandsgebiet auch einige musikalische Höhepunkte statt. Eine außergewöhnliche Verknüpfung von Natur und Kultur bietet die Konzertreihe in der Nebelhöhle bei Sonnenbühl. Mit dem Kapfenburgfestival in Lauchheim, dem Festival Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd und dem Bachfest in Tübingen warten weitere besondere Festivals auf Musikfreunde.
Wie bisher nimmt jedoch das Wandern einen herausgehobenen Platz ein. „Allerdings verändern sich die Art des Wanderns und die Ansprüche der Menschen. Es werden kürzere, wenig anstrengende Wege nachgefragt“, hat die Verbandssprecherin Julia Metzmann festgestellt. So ist das Netz der Premium-Wanderwege im Verbandsgebiet erweitert worden. Die Traufgänge im Gebiet um Albstadt wurden durch zusätzliche, kurze Wege ergänzt, im Tübinger und Mössinger Albvorland wurden Premium-Spazierwege eingerichtet. Der Landkreis Göppingen geht mit 15 neuen, „Löwenpfade“ genannten Qualitätswanderwegen an den Start. Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb sollen in diesem Jahr unter dem Label „hochgehberge“ 21 neue Prädikatswanderwege mit einer Gesamtlänge von 170 Kilometern ausgewiesen werden. „Vor der Wertschöpfung steht die Wertschätzung“, sagt Mike Münzing. So sollen die Wege Wanderer durch die unterschiedlichen Landschaftsformationen und zu kulturhistorisch bedeutsamen Orten im Biosphärengebiet führen, aber auch auf die regionale landwirtschaftliche Produktion und die Gastronomie verweisen. Das Projekt wird am 9. September auf der Burg Hohenneuffen gestartet.
Da auch das Radfahren auf der Alb weiterhin Konjunktur hat, wird der Landkreis Göppingen sieben neue Mountainbikestrecken mit einer Gesamtlänge von 300 Kilometern einrichten, die sich an sportlich ambitionierte Radler richten und so angelegt sind, dass Interessenkollisionen zwischen Wanderern und Mountainbikern möglichst vermieden werden. Die Stadt Münsingen hingegen setzt auf E-Mobilität und hat Genusstouren in der Region für E-Biker zusammengestellt. pst / Fotos: SAT

Info: www.schwaebischealb.de

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Eine Serie schlechter Spiele, Platz 15:  Der VfB Stuttgart entlässt
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