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Gut, aber wenig

Frühe Lese in diesem Jahr – Hungrige Tiere im Weinberg unterwegs

Vor wenigen Tagen haben die Weingärtner im Kreis Esslingen ihre letzten Trauben gelesen. Das Jahr war bemerkenswert: Lange sah es nach Frostschäden nicht gut aus, dann war das Wetter ideal. Zum Schluss musste die Lese aber ganz schnell gehen, denn in den Weinbergen haben sich Tiere reichlich an den Früchten bedient.

„Das habe ich so noch nie erlebt“, sagt Wilhelm Kauderer vom Verein der Weinbergbesitzer Weilheim. „So viele Tiere im Weinberg auf Nahrungssuche. Da mussten wir schneller sein.“ Bienen, Wespen, Vögel, Rehe und ja, sogar Dachse haben sich in den vergangenen Wochen im Weinberg die Trauben schmecken lassen – aus Ermangelung an Streuobst, wie Winzer im Kreis berichten.

Dennoch ziehen die Wengerter hierzulande keine schlechte Bilanz: Das Wetter war bis auf den Spätfrost im April gut. So können Weinliebhaber einen guten Tropfen erwarten, allein die Menge trübt die Freude.

„Wir haben deutlich weniger Ertrag als in den vergangenen Jahren“, stellt Christine Anhut fest. Die Geschäftsführerin der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck  spricht von etwa „70 Prozent Ertrag eines normalen Jahres“.

Insgesamt hatten die Wengerter der Genossenschaft nach den Frostschäden aber mit einem noch größeren Ausfall gerechnet. Der Schaden bei den einzelnen Sorten ist recht unterschiedlich ausgefallen.

Am schlimmsten haben die Sorten Lemberger, Dornfelder und Schwarzriesling unter der Kälte gelitten. Hobby-Weingärtner Kauderer sagt, dass der Ausfall auf dem Egelsberg fast 80 Prozent betragen habe. Die Qualität des Weins stimmt die Weinbauern aber positiv. „Dieser Jahrgang wird gut, er ist vergleichbar mit 2016, das auch ein guter Jahrgang war“, sagt Christine Anhut. Die ersten Weine, die es aus der Region unterhalb der Teck zu kosten gibt, sind der Spätburgunder Blanc de Noir und der Weißherbst. Den gibt es laut Anhut noch in diesem Jahr.

Letztlich haben die eisigen Nächte auch dazu geführt, dass die Lese in diesem Jahr schnell vonstatten ging. „Wir haben am 7. September begonnen und am 30. September abgeschlossen“, erklärt Anhut. Der dezimierte Behang und der sonnenreiche Sommer haben die Trauben schneller reifen lassen als sonst.

Die trockene Herbstwitterung hätte auch Kauderer noch gerne genutzt und den Spätburgunder noch etwas hängen lassen, damit er noch mehr Aroma entfaltet. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je früher gelesen haben als in diesem Jahr“, klagt auch Hermann Reiber, der Vorstand des Historischen Weinbauvereins in Plochingen. Auch die Menge sei mit bis zu 70 Prozent Ausfall so gering wie nie. Dafür freuen sich auch die Produzenten des Hansenweins über eine gute Qualität.

In Esslingen kam zu den Frostschäden die Sorge um Kirschessigfliege und Fäulnis durch Feuchtigkeit, wie Ramona Fischer, Geschäftsführerin der Weingärtnergenossenschaft, berichtet. An den Hängen oberhalb des Neckars hat das die Wengerter zu hektischer Eile getrieben. Am 5. September startete die Lese, vier Wochen später war alles unten.                               bob / Foto: bob

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