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Lebensgefühl-Messe 2018

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Erschienen am 22.11.2017


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Schwäbische Comic-Pflege

Alexander Linke aus Neuenhaus haucht Äffle und Pferdle Leben ein – Illustrator hat auch andere Figuren im Repertoire

Egal ob Jung oder Alt, die Schwaben lieben ihre zwei tierischen Botschafter, die immer einen kessen Spruch auf Lager haben. Die Rede ist von Äffle und Pferdle, die Württembergs Wappentieren – dem Hirsch und den Staufer-Löwen – durchaus Konkurrenz machen. Nur, wie kommen die beiden aufs Papier und wer zeichnet sie? Auf diese Fragen weiß Alexander Linke eine Antwort. Er ist einer der Zeichner dieser Kultfiguren. Schon als Kind hat er gerne gemalt, später Skizzen angefertigt, bis er seine Leidenschaft zum Beruf machte. Linke begann eine Lehre als Werbe- und Medienvorlagenhersteller in einer Werbeagentur, damals wurde noch viel von Hand illustriert und layoutet. „Das gibt es so eigentlich nicht mehr“, bedauert Linke und erzählt, wie sein Weg zu den Lieblingen der Schwaben führte.
Es war reiner Zufall. Produziert wurden die Äffle-und-Pferdle-Werbespots, die früher im Fernseh-Regionalprogramm liefen, von Armin Lang senior. Als er im Jahr 1996 starb, übernahm sein Sohn Roman das Studio. Als das Lang-Filmstudio einen Zeichner für die Storyboards suchte, kam Linke zum Zug. Seine erste Aufgabe war es, im Jahr 1999 ein Kamel fürs „Lustige Taschenbuch“ zu zeichnen – das ist ihm gelungen.
Mit der Werbekampagne eines schwäbischen Mineralwasserproduzenten ging es für den gebürtigen Bad Cannstatter 2008 dann richtig los. Neben neuen Clips zeichnet er auch für Merchandising-Produkte, auf denen Äffle und Pferdle zu finden sind. Über Jahre hat er an den Skizzen gefeilt. „Es ist nicht ganz einfach, die Figuren gut hinzubekommen“, stellt Linke fest. Insgesamt sind sie zu dritt, die die beiden Comic-Figuren zum Leben erwecken.
Wie viel Aufwand und Zeit hinter solchen Zeichnungen stecken, lässt sich nur erahnen. Bis zu zehn Stunden und mehr sitzt Linke an einer Szene, bis sie fertig ist. Zuerst malt er seine Skizzen auf Papier. Anschließend scannt er sie ein und fährt die Linien mit dem digitalen Zeichenstift nach, verfeinert sie und fügt Farbe hinzu. Viel schneller sind dagegen die Skizzen fertig, die er bei Live-Events zeichnet. Gerade einmal etwas unter drei Minuten benötigt er für solche Darstellungen – auch wenn er schrecklich unter Lampenfieber leidet. Wenn Linke bei den Veranstaltungen Stift und Block in Händen hält und die Schwabenstars aufs Papier bringt, vergisst er die Welt um sich. „Es ist für mich so eine Art Flucht“, räumt der Künstler ein, gilt es doch, die vielen Zuschauer auszublenden. Bei diesen Gelegenheiten entwickelt er die einzelnen Figuren auch weiter.
Wenn nicht gerade bestimmte Aufträge anstehen, kann Linke seine Ideen selbst einbringen. Entwickelt er eigene Szenen, arbeitet er meistens lokale Besonderheiten aus Aichtal mit ein, wie die Larve der Klingenbachgeister oder den Kirchturm in Neuenhaus, der vor zwei Jahren im Schwäbischen Kalender zu sehen war.
Lesen kann man die Schwaben-Comics später übrigens nicht nur auf Sprudelflaschen, sondern unter anderem in der Zeitschrift „Mein Ländle“. Als Besonderheit gibt es in jeder Ausgabe immer eine Extraseite mit Äffle und Pferdle. Herausgegeben wird die Zeitschrift von Wulf Wager, in dessen Agentur Wager Kommunikation Linke eigentlich tätig ist. Für den Mundartfreund eine wunderbare Verbindung von Hobby und Arbeit.
Doch Linke zeichnet nicht nur Äffle und Pferdle, auch etliche andere Figuren entstammen seiner Feder. So zeichnete er eine Skizze zur Crowd­funding-Kampagne des Kinofilms „Laible und Frisch“, karikierte den leidenschaftlichen Sportler Wigald Boning bei seiner Bodenseequerung, entwarf live auf Leinwand den Killerwal von Extremsportler und Weltrekordhalter Bruno Dobelmann – genannt „Orca“ –, malte das „Rennschneggle“ von Extremläuferin Steffi Saul und formte gemeinsam mit Oliver Halder einen Schneemann namens „Burgi“, der sogar bei den internationalen deutschen Meisterschaften im Eiswasserschwimmen eine Rolle spielt. Der Mundartband „Muggabatschr“ fühlt sich Linke besonders verbunden. Die Gruppe lässt Songs von beliebten Ländle-Musikern wie Wolle Kriwanek, „Schwoißfuaß“ und Hank Häberle aufleben. Für die Band hat er das Maskottchen „Müggle“ entworfen.
Auch in Linkes Wohnung sind Äffle und Pferdle überall zu finden, auf T-Shirts, Tassen oder als Figuren in der Wohnung verteilt. Trotzdem hat der Neuenhäuser noch eine weitere Leidenschaft. Er züchtet Geckos und ist begeisterter Aquarianer. Für ihn ein schöner Ausgleich zum sonstigen, von den schwäbischen Stars geprägten Alltag.       Tanja Bürgermeister / Foto: Bürgermeister

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