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Erschienen am 11.10.2017

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Erschienen am 5.7.2017

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Mit Schwert und Schild

Auf eine Zeitreise zu den Rittern mit der „Legion of the Stag“ in Grabenstetten – Sicherheit hat beim Kräftemessen höchste Priorität

Ob König Artus oder Prinz Eisenherz: Seit jeher üben die Helden in Rüstung eine große Faszination aus. Die Männer und Frauen der „Legion of the Stag“ Grabenstetten belassen es aber nicht bei der Rückbesinnung, bei Büchern oder Filmen: Mit Schwert und Schild tauchen sie in die Ritterzeit ein.

Sonntags, mitten in Grabenstetten, ist das Mittelalter auf einmal lebendig: Im Hof an der Falkensteiner Halle umkreisen sich zwei Kombattanten in glänzender Rüstung und gezückten Schwertern. „Na komm“, sagt Marcus Borchert, senkt sein Schild etwas und nickt seinem Gegenüber auffordernd zu. Der lässt sich nicht lange bitten und attackiert. Etwas zu hektisch: Eine geschickte Parade, ein Schritt zur Seite und der Angriff läuft ins Leere.

Jeden Sonntag trainiert die „Legion of the Stag“ dort – so das Wetter mitspielt. Elf Mitglieder hat die Kompagnie derzeit. Im Übrigen nicht nur Männer: Auch Frauen mischen beim „Circle“, wie die Kampfrunden heißen, mit.

Die Idee zur Legion kam von England rüber zu den Schwaben. Dort ist das Combat-Reenactment, also die Nachstellung historischer Kampfweisen und Schlachten, weitaus verbreiteter als in Deutschland. Doch inzwischen haben auch hierzulande etliche den Reiz des Freizeit-Rittertums für sich entdeckt: Allein die Legion hat bundesweit rund 50 Mitglieder in verschiedenen Kompanien. Dazu kommen eine Vielzahl anderer Rittergilden und -bünde. In mehr als 20 Vereinen oder Fechtschulen zwischen Nordsee und Alpen werden die Schwertkampftechniken der Ritter unterrichtet.

Bei der „Legion of the Stag“ Grabenstetten messen sich die Kämpfer auf freundschaftlicher Basis. Dabei gilt der Sicherheit die höchste Priorität. Ohne gepolsterte Jacke, dem sogenannten Gambeson, Helm und Handschuhen sowie sicherem Schuhwerk geht nichts. Die Schwerter sind weder scharf noch spitz, nicht kontrollierbare Waffen wie Dreschflegel oder Morgenstern sind tabu. „Auch die Wucht der Schläge bremsen wir vor Kontakt immer ab“, betont Borchert. Das Verletzungsrisiko beim Schwertkampf sei nicht höher als bei jedem anderen Breitensport.

Mitmachen darf erst, wer 18 Jahre alt ist; mit Erlaubnis der Eltern ab 16. Für die ersten Gehübungen als Ritter stellt die Legion Anfängern Waffe, Helm und Gambeson. Wer dabei bleibt, legt sich aber meist schnell eine eigene Ausrüstung zu. Billig ist das allerdings nicht: Je nach Material und Qualität kommen für Waffen und Rüstung schnell einige hundert Euro zusammen. Viele machen sich deshalb die Ausrüstung auch selbst. So auch Borchert, der im Umgang mit Leder zwischenzeitlich einige Erfahrung hat.

Neben dem regelmäßigen Training und den Abenden, an denen gemeinsam an Kleidungsstücken oder Ausrüstung gearbeitet wird, gehören Besuche verschiedener Events und Ritter-Märkte zu den Aktivitäten der Gruppe. Mehrere Lager gibt es für die Mitglieder so über das Jahr hinweg. Absolutes Highlight für die schwäbischen Ritter war in diesem Jahr die Teilnahme an dem nachgestellten Gefecht in Templecombe im englischen Somerset.

Anders als andere Vereine und Gruppen in der Living-History-Szene ist die „Legion of the Stag“ nicht auf eine bestimmte Epoche festgelegt.

„Bei uns gibt es vom Wikinger bis zum voll gepanzerten Ritter aus dem Hochmittelalter und Landsknecht alles“, sagt Borchert. Zwar ist dabei nicht immer alles originalgetreu, moderner Schnickschnack wie Plastikdose oder Handy sind aber im Lager oder auf einem Markt unerwünscht. Ein Umstand, der für Borchert das Hobby umso attraktiver macht: „Es entschleunigt so schön.“      mo / Foto: privat

Info: Die Kompanie „Legion of the Stag“ Grabenstetten trainiert bei trockenem Wetter sonntags von 13 bis 16 Uhr an der Falkensteiner Halle in Grabenstetten. Wer Interesse an einem Schnuppertraining hat, kann sich mit Captain Marcus Borchert, t 01 77/2 53 38 90, ­E-Mail: M_Borchert@mail.de, in Verbindung setzen. Informationen gibt es auch unter legion-of-the-stag-germany.de.

„Da ist Freiheit“

Zentrales Reformationsfest der Evangelischen Landeskirche am Wochenende in Stuttgart – Viel Prominenz

Am Samstag und Sonntag, 23. und 24. September, veranstalten die Evangelische Landeskirche, das Diakonische Werk und das Evangelische Jugendwerk in Württemberg das multikulturelle Fest „. . . da ist Freiheit. Das Festival“. 500 Jahre Reformation werden open air auf dem Stuttgarter Schlossplatz mit Musik, Kreativität und Aktionen gefeiert. Bei diesem Festival soll sichtbar werden, für welche Gesellschaft die Kirche mit ihrer Diakonie eintritt. Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.
Freiheit ist auch das zentrale Motto der Veranstaltung. So ist für das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ eigens ein Lied komponiert worden. „. . . da ist Freiheit“ heißt es und stammt aus der Feder des etablierten Duos Gottfried Heinzmann und Hans-Joachim Eißler. Der eng mit der Gegenwart verknüpfte Text und die eingängige Melodie sollen Menschen überall in den Kirchengemeinden und in den kirchlichen Einrichtungen im Land zum Singen bringen.
Ein dickes Paket haben die Veranstalter für das Reformationsfest geschnürt. Auf einer großen und zwei kleineren Bühnen wechseln sich am Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 9 und 16 Uhr, Musikveranstaltungen, Gottesdienste, Theater, Aktionen und Workshops ab. Während das Samstagsprogramm ein Publikum im Erwachsenenalter ansprechen soll, ist das Programm am Sonntag eher auf Jugendliche ab einem Alter von 13 Jahren zugeschnitten. Für sie hält das Evangelische Jugendwerk zusammen mit seinen ökumenischen Kooperationspartnern neben speziell ausgerichteten Gottesdiensten auch Action in Form von Street Soccer, Exit Games, Poetry Slams und vielem mehr bereit. Auch bekannte Pop-Künstler treten auf, zum Abschluss des Festivals am Sonntagnachmittag spielt die Band „Glasperlenspiel“. Weitere Bands und Interpreten am Wochenende sind unter anderem Johannes Falk, Loisach Marci, „Deine Ludder“ und der Stuttgarter Chor „Gospel im Osten“.
Das bunte Programm startet am Samstag, 23. September, um 12 Uhr: Kulinarische Köstlichkeiten, Mitmach-Aktionen sowie Musik, Theater, Diskussion und Kleinkunst werden auf den Bühnen geboten. Um 17 Uhr beginnt ein ökumenischer Gottesdienst mit dem württembergischen Landesbischof Frank Otfried July und Gebhard Fürst, dem Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mit dabei sind außerdem Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Choreograf und Tänzer Eric Gauthier sowie der Obertürkheimer Pfarrer Ralf Vogel, der mit seinem Team von der Gottesdienstreihe „Nachtschicht“ bekannt ist. Abends, ab 19.30 Uhr, wird die Musik- und Talkshow „TV Noir“ von Moderator Tex Drieschner auf die Bühne gebracht, gefolgt von einem Konzert mit Laith Al-Deen und Band. „TV Noir“ bietet den Besuchern intensive Unplugged-Sessions, ungewöhnliche Live-Kombinationen und einen Einblick in das Wohnzimmer und Herz der Musikerinnen und Musiker – so kündigen es die Veranstalter an. Illustre Talkgäste werden erwartet: der Journalist Jörg Armbruster, der Musiker Moses Pelham, die Bloggerin Susanne Büttner, der Musiker Florian Ostertag, Tobias Merkle, Geschäftsführer vom „Seehaus-Jugendstrafvollzug in freier Form“, und die „hauptamtlich ehrenamtliche“ Kinga von Gyökössy-Rudersdorf. Musikalisch ergänzt werden sie durch Philipp Poisel, dem Keyboarder Rüdiger „Rüde“ Linhof von den „Sportfreunden Stiller“, Loisach Marci und Sorab Jon Asar. Die Gäste und Musiker sollen von der Bedeutung der Freiheit für sich und ihre Lebenswelten berichten. Und sie sollen tiefe Einblicke ermöglichen. Moderator Tex Drieschner freut sich auf den Abend: „Inmitten der lauten Diskussionen an der Oberfläche habe ich Sehnsucht nach tiefen und persönlichen Auseinandersetzungen mit den wirklich großen Themen. Ich freue mich auf einen Abend, der uns tiefer berührt.“
Noch suchen die Veranstalter ehrenamtliche Helfer ab einem Alter von 16 Jahren für Samstag und Sonntag, den Jugendtag, sowie für den Aufbau am Donnerstag und Freitag davor (21. und 22. September) sowie für den Abbau am Montag und Dienstag danach (25. und 26.September).  bob/red / Foto: dpa

Info: Wer sich über das genaue Programm informieren will, schaut unter www.da-ist-freiheit.de/das-festival nach; wer über TV Noir mehr wissen möchte, klickt www.tvnoir.de an. Junge Leute, die noch mithelfen wollen, melden sich unter der E-Mail: Robby.Hoeschele@ejwue.de.

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Mehrere Brüche im Gesicht des VfB-Kapitäns:
Wäre für den Knie-Check von Koen Casteels gegen
Christian Gentner Rot angemessen gewesen – auch wenn
dem Wolfsburg-Torwart keine Absicht unterstellt wird?

Foto: dpa

Rot angemessen?

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Stimmen aus dem Feld

„Inter!m“-Kulturfestival am Heidengraben – Künstler auf der Suche

Von Samstag, 16. September, bis Dienstag, 3. Oktober, findet in der Region Heidengraben das Kunst- und Kulturfestival „Inter!m“ statt. Auf einer großen Wiese und in einem Waldstück zwischen den Albgemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben sowie in den drei Orten werden sich Musiker, Schauspieler und bildende Künstler dem Thema „Suche“ widmen.

Der Heidengraben ist das größte bekannte spätkeltische Oppidum in Europa. Das Gebiet zwischen Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben ist noch kaum erforscht. Archäologen suchen nach weiteren Erkenntnissen. Für den Münsinger Verein Interim – Kulturhandlungen Schwäbische Alb stellt dies eine gute Bühne dar, das Festivalthema „Suche“ zu inszenieren. „Wir haben ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Viele Akteure aus der Region gestalten es mit, sodass das Festival auch die Menschen aus den Ortschaften auf der Alb begeistern wird“, sagt Sarah Baltes, die Geschäftsführerin des Vereins.

Acht bildende Künstler stellen vom 16. September bis zum 3. Oktober auf einem weitläufigen Wiesengelände und in einem Waldstück nahe Grabenstetten ihre Werke aus. Dabei werden unterschiedliche stilistische Mittel gewählt. Die Künstlerin Susken Rosenthal etwa will mit einer Installation in einer Doline zur Sinnsuche anregen. Benoît Maubrey fordert zur Suche nach der Heimatgeschichte auf und hat für sein Werk „Sprechende Felder“ Lautsprecher halb in einem Acker vergraben. Dort sind Geschichten und Stimmen zu hören, die in den 60er-Jahren in Hülben aufgenommen worden waren.

An sieben Abenden wird während des Festivals ein zweistündiger Parcours durch das Gelände veranstaltet. Mehr als 100 Sänger, Instrumentalisten und Schauspieler, darunter viele Akteure aus der unmittelbaren Region, inszenieren dabei an 15 Stationen das Festivalthema musikalisch-theatralisch. Während des Festivals wird ein umfangreiches Programm für Kinder angeboten. In Hülben wird an der Hüle das „Museum der Kinder“ eröffnet. 150 Kinder aus den drei Gemeinden haben für die Ausstellung „Gesucht Gefunden“ zwei Jahre lang Fundstücke vom Wegesrand zusammengetragen. In Erkenbrechtsweiler gibt es Kreativangebote zum Thema Heimatsuche. Dort werden auch im Rahmen der Kinderuni Archäologie- und Astronomievorlesungen angeboten.                        pst / Foto: Interim – Kulturhandlungen Schwäbische Alb

 

Info: „Inter!m“-Kulturfestival am Heidengraben, 16. September bis 3. Oktober, Programminformationen und Eintrittskarten unter www.interim-kulturhandlungen.de.

Lücken im Hilfenetz ausfüllen

Armut im reichen Landkreis: Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen unterstützt Familien – Kapital erhöhen

Im Jahr 2012 haben das Dekanat Esslingen-Nürtingen und die Caritas Fils-Neckar-Alb die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen gegründet. Mit dem Ziel, Kindern aus armen Familien im Landkreis mehr Chancen im Leben zu ermöglichen. Seither hat die Stiftung fast 58 000 Euro an Einzelfallhilfen weitergegeben. In diesem Jahr sind schon mehr als 140 Anträge auf Unterstützung gestellt worden. Meist geht es um Geld für Schulmaterialien, für den Sport, für Nachhilfe oder für den Musikunterricht.

Norbert Kindler bearbeitet als Ehrenamtlicher bei der Kinderstiftung die Hilfsanträge, prüft sie und reicht sie weiter. Vier bis fünf Anträge gehen der  Stiftung pro Woche zu. „Die Kinderstiftung springt da ein, wo Kinder mehr brauchen als die staatlichen Leistungen“, sagt er. Es gehe darum, Kindern eine Chance zu geben, sie nicht aus dem Netz fallen zu lassen. Belastungen, die Familien mit Kindern zu stemmen haben, werden nicht immer von staatlichen Zuwendungen aufgefangen. Die Kinderstiftung hilft in Einzelfällen und immer nachrangig zu staatlichen Hilfen. Auch ist die Hilfe auf 300 Euro pro Familie im Jahr gedeckelt.

Eine Familie mit drei Kindern benötigt Unterstützung bei der Beschaffung von Sportkleidern für die Kinder, da diese aus ihren Sachen herausgewachsen sind. Überdies braucht die Tochter, die die
5. Klasse besucht, finanzielle Hilfe für die Schulausstattung. Der Vater ist arbeitslos, die Mutter hat einen Minijob. Häufig sind es auch Alleinerziehende, die Hilfen benötigen. Ein kleiner Junge aus einer solchen Kleinfamilie möchte gerne Karate lernen – die Kinderstiftung ermöglicht das. Ein anderes Mädchen wiederum will Gitarre lernen.  Die Stiftung hilft, den Unterricht zu finanzieren und übernimmt die Leihgebühr für die Gitarre – das alles sind klassische Beispiele für das Tätigkeitsfeld der Stiftung seit ihrer Gründung.

Damit hat die Stiftung im Jahr 2016 sieben Kindern ermöglicht,  ein Instrument zu lernen, 112 Kinder wurden im Bereich Sport unterstützt, bei 27 Kindern wurden Ferienmaßnahmen ermöglicht. 19 Kinder erhielten eine schulische Förderung, 90 Kinder wurden über das Postmichelfest erreicht.

Die meisten Betroffenen kommen aus dem Raum Esslingen. Anlaufstellen sind die sogenannten Orte des Zuhörens oder die Familiensprechstunden. Ehrenamtliche im Bereich Nürtingen, die Orte des Zuhörens betreuen, werden geschult, um vor Ort den Zugang zur Stiftung zu erleichtern.

Die Stiftung unterstützt außerdem das Projekt „Chancenschenker“ bereits im vierten Jahr hintereinander mit 15 000 Euro. „Auch dieses Projekt fördert Kinder und Jugendliche aus armen Familien“, erklärt Lisa Kappes-Sassano, die Regionalleiterin der Caritas Fils-Neckar-Alb. Dabei geht es um die Begleitung der jungen Menschen in Form einer Patenschaft. 32 Ehrenamtliche arbeiten dort mit. Sie verbringen regelmäßig Zeit mit ihren Schützlingen zu ganz unterschiedlichen Zwecken: Es werden Hausaufgaben gemacht, Sprache geübt oder gemeinsame Ausflüge unternommen.

Die meisten Hilfebezieher sind Menschen mit Migrationshintergrund, und ihr Anteil steigt. „Dieses Land braucht dringend einen Armutsbericht“, erklärt Paul Magino, der Dekan des Dekanats Esslingen-Nürtingen, einer der Stiftungsgründer. Für Magino ist die Thematisierung der Armut in einem wohlhabenden Kreis wie Esslingen nicht nur ein grundlegend  christlicher Auftrag, sondern auch politische Pflicht. Nach außen wirke das Land zwar reich, aber die Armut sei breit wahrnehmbar. „Wir sehen in die Familien rein“, sagt Magino. „Wir müssen etwas tun, das nachhaltig hilft.“ Wie Kappes-Sassano sagt, belegen auch Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom Januar 2016, dass im Kreis mehr als 6000 Kinder in Armut leben. Das Stiftungskapital ist von 50 000 Euro im Jahr 2012 auf 117 950 Euro angewachsen. Aus Spenden sind 2016 54 500 Euro zusammengekommen. Dass das Einwerben der Gelder nicht einfacher geworden ist, weiß Kuratoriumsmitglied Frank Dierolf, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse. „Langfristig müssen wir das Spendenkapital erhöhen“, sagt er. Dafür müsse die Kinderstiftung bekannter werden.    bob / Foto: bob

 

Info: www.kinderstiftung-esslingen-nuertingen.de

Der Soundtrack der Reformation

Ausstellung zur Reformation in Württemberg: „Freiheit – Wahrheit – Evangelium“ – Lieder der Luther-Zeit auf einer CD

   

Die große Reformationsausstellung „Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Württemberg“ im Stuttgarter Kunstgebäude am Schlossplatz und in den Klöstern Maulbronn, Bebenhausen und Alpirsbach im Land öffnet am 13. September. Neben vielen schriftlichen Zeugnissen zum Thema der Reformation im Land spielt die Musik eine große Rolle. Eine neu eingespielte CD – darauf auch ein Lied des Esslinger Reformators Ambrosius Blarer – liefert quasi den „Soundtrack“ zur Reformation. Die Aufnahmen und die CD wurden gemeinsam vom Landesarchiv Baden-Württemberg und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart produziert.
Die Ausstellung widmet sich der Frühzeit der Reformation im Herzogtum Württemberg. Die Organisatoren wollen zeigen, wie der reformatorische Gedanke nach Württemberg kam und wie er von der Bevölkerung aufgenommen wurde.
Für Peter Rückert, den Leiter des Ausstellungsteams, ist allerdings der „Sound“ der Zeit ein ganz zentrales Element, da man hören könne, wie die Reformationszeit klingt. „Wir verfügen über eine Vielzahl authentischer Zeugnisse von Menschen, die damals gelebt haben. Die sollen in der Ausstellung zum Leben erweckt werden“, erläutert Peter Rückert. Audiostationen in der Ausstellung sollen den Besuchern die Möglichkeit bieten, sich Musik und Stimmen anzuhören. Eingespielt haben die Tonzeugnisse junge Musikerinnen und Musiker der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie die Schola Cantorum Tübingen unter Leitung von Stephan Morent. Die Texte, gesprochen von den Profis des Instituts für Sprechkunst der Musikhochschule, sollen so zu eindringlichen Zeugnissen einer bewegten Zeit werden. „So hat man das 16. Jahrhundert noch nicht gehört“, ist Rückert überzeugt. Die ausgebildeten Stimmen der Sprecherinnen und Sprecher wollten den 500 Jahre alten Zeugnissen Frische und Gegenwart geben. Bei der Vorstellung der CD im Sommer im Landesarchiv hat der ausgebildete Sänger Roger Gehring Lieder gesungen, Julia Reuter, Studentin der Sprechkunst und Spracherziehung, hat Texte vorgetragen – in spätmittelhochdeutschem Schwäbisch, wie Rückert anmerkte.
Bei den Vorbereitungen für „Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Württemberg“ stießen die Organisatoren auf die Niederschrift eines Liedes, das der Reformator Ambrosius Blarer geschrieben hatte. Der Mönch im Kloster Alpirsbach, zuständig für den südlichen Teil Württembergs, ist heute noch mit Liedern im Gesangbuch der Landeskirche vertreten. Dem jetzt aufgefundenen Liedtext „Jauchz, Erd und Himmel“ von 1536 konnte sogar die Melodie zugewiesen werden, nach der er gesungen wurde. Ebenfalls lässt sich nachvollziehen, dass der Reformer das Lied 1533 an die Freie Reichsstadt Esslingen geschickt hat: Dort sollten es die Schuljungen zu Christi Himmelfahrt singen.
Wie dieser Choral klingt, lässt sich unter anderem in der Ausstellung ab September erfahren – oder eben auf der CD hören, die es in der Ausstellung und im Landesarchiv zu kaufen gibt. Konzipiert von Peter Rückert, dem Leiter des Ausstellungsteams, und dem Musikwissenschaftler Andreas Traub versammelt sie neben den Liedern und mehrstimmigen In­strumentalwerken der Zeit auch Briefe und Erlasse, Reimsprüche und satirische Pamphlete. Dabei wurden weitere unbekannte Schriftstücke entdeckt – etwa von Hans Sachs oder dem bis dato unbekannten Spruchdichter mit dem Namen Hans Leberwurst. Bedeutende historische Figuren werden auf diese Weise sichtbar, auch bislang kaum bekannte Frauen der Reformationszeit wie Barbara von Dettingen-Schloßberg. Die CD ist inhaltlich in drei zeitliche Phasen eingeteilt und entspricht damit der Gliederung der Ausstellung. Am Beginn steht die unmittelbare Vorgeschichte der Reformation, darauf folgt die Zeit der Vertreibung des württembergischen Herzogs Ulrich, um schließlich mit der Zeit zu enden, in der die lutherische Lehre im Land ihre Wirkung entfaltet.
Die zentrale Ausstellung in Stuttgart stellt die Frühzeit der Reformation dar. Wertvolle Objekte wurden für die Ausstellungen zurückgeführt: kunstvolle Bücher und Schriftdokumente, aber auch Reliquien und liturgisches Gerät.
Die Ausstellungen in den Klöstern wiederum zeigen die Umbrüche und Veränderungen in den geistlichen Lebens- und Glaubensvorstellungen. Die Mönche wurden vor die Wahl gestellt: Sie mussten konvertieren oder die Abtei verlassen. Das Kloster Bebenhausen entführt Besucherinnen und Besucher in die Welt um 1534 – am Originalschauplatz.
Für das große Ausstellungsprojekt arbeiten die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg mit dem Landesarchiv Baden-Württemberg zusammen.

Info: Die Ausstellung „Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Württemberg“ wird von 13. September bis 19. Januar im Kunstgebäude in Stuttgart neue Perspektiven auf die frühe Zeit der Reformation eröffnen. Gezeigt werden auf etwa 500 Quadratmetern zirka 300 Exponate, fast durchweg Zeugnisse der Zeit. Der thematische Fokus ist auf Württemberg gerichtet: Das Herzogtum war – neben Sachsen und Hessen – eines der frühesten Herrschaftsbereiche, die die Reformation einführten.
Die Ausstellung öffnet in Stuttgart am 13. September, im Kloster Maulbronn am 14. September, im Kloster Bebenhausen am 15. September und im Kloster Alpirsbach am 16. September. Weitere Infos unter www.reformation-in-wuerttemberg.de, www.kloster-maulbronn.de, www.kloster-be­benhausen.de und www.kloster-alspirsbach.de    bob / Fotos: bob

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Die Post AG testet per Pilotprojekt, Briefe nur noch einmal
in der Woche zuzustellen. Das Argument: Die Zunahme digitaler
Kommunikation. Was sagen Sie? Reicht einmal Post in der Woche?

Foto: dpa

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Mit Tempo

„Radautobahn“ von Stuttgart durchs Neckartal geplant

Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, möchte nicht die Natur genießen, sondern möglichst schnell vorankommen. Speziell für Berufspendler setzt das Land deshalb auf Radschnellwege. Eine solche Verbindung von Plochingen oder sogar Reichenbach bis nach Stuttgart ist so gut wie sicher – vorausgesetzt, die vorgegebenen Standards lassen sich umsetzen. Eine Machbarkeitsstudie wird jetzt erstellt.

Auch in der Radstrategie der Landesregierung sind die Schnellwege als wichtiger Baustein verankert. Ziel ist es, den Radlern ein hohes Tempo zu ermöglichen, indem sie so weit möglich – auch dank Brücken und Tunnels – kreuzungsfrei unterwegs sind oder zumindest Vorrang haben. Mit vier bis sechs Metern Breite sind solche Wege für eine stärkere und schnellere Befahrung als andere Radwege ausgelegt. Ziel ist, den Velo-Verkehr gegenüber der Pkw-Nutzung zu stärken und öffentliche Verkehrsmittel zu entlasten. Nicht zuletzt hat man mit den „Radautobahnen“ auch die steigende Zahl an Pedelecs im Auge.

13 baden-württembergische Landkreise haben nach Aufforderung des Landes insgesamt 29 Vorschläge für Radschnellverbindungen eingereicht. Drei davon hat das Landesverkehrsministerium als Pilotprojekte ganz oben auf seine Lis­­te gesetzt, darunter die Verbindung Stuttgart – Esslingen mit Fortsetzung bis Plochingen oder Reichenbach. Es bezuschusst zum einen die Kosten für die notwendige Studie zu 80 Prozent. Bei dieser gehe es „zunächst darum, eine geeignete Routenführung zu finden“, erklärt Alfred Lohberger vom Straßenbauamt der Kreise Esslingen und Göppingen. Baulastträger und verantwortlich für die Schnellverbindungen wird aber das Land sein, auch zugunsten eines einheitlichen Standards beim Unterhalt und dem Winterdienst. Die neuen Wege sollen aber nicht etwa ein feingliedriges Radwegenetz ersetzen, sondern eine parallele Struktur schaffen. Bestehende Wege sollen dabei so weit wie möglich genutzt werden. Was die Wegeführung der Neckartal-Strecke angeht, möchte Lohberger nicht vorgreifen. Ob sie an der B 10 entlang läuft oder wie sie Esslingen queren wird, wo es derzeit Auseinandersetzungen um die Verlegungen des Radwegs am Neckar gibt, werde die Studie ergeben, sagt er. Auch die betroffenen Gemeinden sollen bei der Streckenführung mitreden.

Das Land stellt insgesamt 1,2 Millionen Euro für verschiedene Machbarkeitsstudien bereit, für die
Planung und den Bau von Radschnellwegen hat der Landtag weiteres Geld bewilligt. Auch der Bund hat Zuschüsse angekündigt. Gemäß Landes-Radstrategie sollen bis 2025 zehn der Schnellverbindungen realisiert werden.    aia / Foto: aia

Auf den Spuren von Macht und Pracht

Tag des offenen Denkmals am 10. September – In Nürtingen startet eine Radtour mit Lesungen zu Denkmälern 

Am Sonntag 10. September, öffnen in ganz Deutschland rund 7500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten ihre Türen. Zum Tag des offenen Denkmals laden Städte und Gemeinden im Landkreis ein, ihre Kleinodien, Raritäten und Sehenswürdigkeit zu besuchen. Führungen sollen die Gebäude und ihre Geschichte den Besuchern näherbringen. Das Motto des Tages lautet „Macht und Pracht“.

Das Motto bezieht sich auf Denkmale, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden: prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck oder große historische Fabrikhallen. Es öffnen aber auch Denkmale ihre Türen, an denen sich Machtmissbrauch erklären lässt und solche, die an die Armut und Ohnmacht ihrer Zeit und Bewohner erinnern. Im Landkreis Esslingen  stehen Kirchen im Fokus. Aber auch Klöster, wo sich Machtbesitz und Machtkampf widerspiegeln. Oder Fabrikgebäude, wo sich Macht in der Möglichkeit industrieller Produktion zeigte.

Die Stadt Nürtingen und die Gemeinden der Umgebung laden zu etlichen Führungen durch Kirchen  ein. An ihrer baulichen Entwicklung lässt sich auch die Veränderung des klerikalen Machtbegriffs in den Zeiten der Reformation nachvollziehen. Die Stadtführung entlang der ehemaligen Stadtbefestigung und der Stadttore vollzieht nach, wie sich Städte im Mittelalter schützten und so ihre Macht sicherten. Auch der im 14. Jahrhundert erbaute Blockturm, durch den der Heimatbund führt, steht auf dem Programm in Nürtingen: Zunächst Stadtbefestigung und Gefängnis, dienen die Räume heute der Ausstellung des Schwäbischen Heimatbunds über Otto Zondler, der Künstler und Kunsterzieher in Nürtingen war.

Eine besondere Führung legt der ADFC auf. Tourenleiter Sven Wolf führt über den literarische Radweg Nummer 8 über Nürtingen, Grötzingen, Wolfschlugen, Denkendorf, Köngen, Hardt und Oberensingen. Entlang des Wegs finden sich verschiedene Denkmale wie beispielsweise Kirchen. Die Tour startet um 11 Uhr am Stadtmuseum mit einer kurzen Lesung des Schauspielers Michael Stülpnagel.

Danach geht es auf dem Zweirad über Aichtal und Wolfschlugen nach Denkendorf zur nächsten Lesung am neu gestalteten Klostersee. Die nächste Etappe führt nach Köngen, wo an der Kirche eine weitere Lesung die Pause verkürzt. Über die Oberensinger Höhe und Hardt geht es zurück nach Nürtingen. Nach Besichtigung der Turmbibliothek erwartet die Teilnehmer zum Abschluss der Rundblick vom Turm der Stadtkirche St. Laurentius.

Ein Beispiel für die veränderte Nutzung historischer Gebäude liefert das Bauwerk Hauptstraße 6 in Beuren. Es gehört zu den ältesten Gebäuden im Ort. 1422 wurde es errichtet und mehrmals umgebaut und erweitert. Es diente als Bürgermeisterhaus und als Schulhaus. In Kürze sollen dort neue Wohnungen  entstehen.

Kirchheim widmet sich der Zeit, in der Herzogin Henriette gelebt hat. Man könne ihr nachsagen, sie habe Macht und Pracht in die Stadt gebracht. Ruth Mößner erklärt die Details in einem Rundgang. Wie die Industrie Machtverhältnisse verändert hat, wird in der Ausstellung  „Macht der Dampftechnik“ in der Kirchheimer Technikmeile in der Henriettenstraße deutlich. Dort  stellen die Historische Dampftechnik, die Max-Eyth-Schule und das Feuerwehrmuseum Kirchheim gemeinsam sehenswerte Objekte aus.

Besuche in den Villen und Werkstätten Kirchheimer Industrieller  und Handwerker beleuchten die Entwicklung von Arbeit und Handel. Am diesjährigen Denkmaltag sind auch in Lenningen zwei Baudenkmale geöffnet: Das Schlössle in Oberlenningen und die Johanneskirche in Schopfloch. Die Johanneskirche feiert die Fertigstellung ihrer drei Jahre dauernden Renovierung.

Das Schlössle in Oberlenningen kann von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Erbaut wurde der Fachwerkbau 1593 bis 1596. Er blieb als charakteristischer Ortsadelssitz des späten Mittelalters fast unverändert erhalten. Das Schlössle wurde in den 1990er-Jahren grundlegend restauriert und saniert. Am Denkmaltag ist im Schlössle in den Räumen der Gemeindebücherei und des Museums für Papier- und Buchkunst eine Auswahl an Scheufelen-Kalendern aus den Jahren 1990 bis jetzt zu sehen. Führungen werden durch die Mitglieder des Förderkreises Schlössle angeboten.

Die evangelische Kirchengemeinde in Neuffen bietet Führungen durch die Martinskirche, eine dreischiffige Basilika aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, an.

Die meisten Veranstaltungen im Kreis – 58 Programmpunkte – bietet Esslingen. Der erstmals unter der Federführung des Baurechtsamts konzipierte Esslinger Denkmaltag will zeigen, wie Machtdarstellung und Prachtentfaltung in Architektur und Stadtplanung eingeflossen sind. Die Stadt Ostfildern stellt die Sehenswürdigkeit Kemnats vor. In Aichwald stehen die bemerkenswerten mittelalterlichen Kirchen im Zentrum.              bob / Foto: pst

 

Info: Unter www.tag-des-offenen-denkmals.de kann man das jeweilige örtliche Programm abrufen.

Jägerin und Sammlerin

Daniela Merela trägt Dinge aller Art zum Thema Fahrrad zusammen – Ausstellung in der Region bestückt

Das Thema Fahrrad steht in Daniela Merelas Haus im Fokus. Mit großer Leidenschaft trägt sie alles zusammen, was irgendwie mit Rädern zu tun hat. Ihre Stücke sind auch in Ausstellungen zu sehen. Aktuell im Filderstadt-Museum in der Sonderschau „200 Jahre Fahrrad“.
Die Bewohner im Reihenhaus in Filderstadt-Harthausen lieben Fahrräder, das ist unschwer an dem hübsch dekorierten Rad im Gärtchen zu erkennen. Dort wohnen Daniela Merela und ihr Ehemann Thomas Schomisch – beide sind passionierte Radler, was Daniela Merela auf ihre spezielle Art auslebt. Sie trägt schlichtweg alles nach Hause, was in irgendeiner Weise mit dem Zweirad zu tun hat.
Das Fahrrad rückte in den Fokus ihres Interesses, als sie als Nicht-Autofahrerin auf den Fildern Anfang der 90er-Jahre die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC ) mit gründete und für zehn Jahre dessen Vorsitzende war. Das Jagen und Sammeln begann zunächst unscheinbar. Auf Merelas Lis­­te standen Fahrradbücher, Postkarten oder auch Radkarten. Für eine Ausstellung ihrer Radbücher gab es im Rahmen von „200 Jahre Fahrrad“ sogar einen Landespreis. Mittlerweile besitzt Merela rund 400 Bücher und 4000 Postkarten mit Radmotiven. Heute finden sich auch alle möglichen Alltagsgegenstände wie Streichhölzer und Papiertaschentücher, Zahnpasta und Telefonkarten, Waschmittel und Servietten, Nudeln, Zuckertütchen oder Cornflakes mit dem Radmotiv in ihrer Sammlung. Seltenes ist auch dabei: Einen Rock mit einem Radfoto als Muster hat sie sich von einer Wiener Designerin nachschneidern lassen, Schmuck aus einer entölten Radkette trägt sie gerne, an den Ohren baumeln Ventile. Als Garderobe dienen Merela und Schomisch ausgediente Radlenker. Ein selbst gefertigtes Kunstwerk aus Sattel und Lenker ziert die Wand gegenüber, als Beleuchtung dient die Ampel für den Radweg und eine Uhr aus Zahnrädern zeigt die Zeit.
Ihre 100 Klingeln sind gerade in der Ausstellung zu „200 Jahre Fahrrad“ im Bonlandener Filderstadt-Museum zu sehen. Die allermeisten ihrer Artefakte findet Merela jedoch einfach im Alltag: „Bei jedem Besuch eines Drogeriemarkts kann ich fündig werden, zum Beispiel weil ich eine Seife mit Fahrradmotiv finde“, sagt Merela. Sie ist in Kontakt mit zwei anderen Sammlern in Österreich und der Schweiz. Meist geht es um Postkarten.
Es gibt auch echte Räder: Alltagsräder, Falträder, Liegeräder, ein Tandem und ein Tandem-Liegerad. Mit Schomisch ist sie in vier Etappen an der Donau entlang geradelt, kürzlich haben sie das letzte Stück bis zur Mündung mit dem Liegetandem absolviert. Merela leitet auch Radtouren
Gesammelt hat sie immer. Vor Jahren begann sie, blaues Glas zusammenzutragen. Ihre Wohnung lebt von den hübschen Arrangements. Angeregt wurde die engagierte Umweltschützerin von den an Glascontainern abgestellten blauen Flaschen – die Farbe wollte einfach nirgendwo reinpassen. Die nächste Leidenschaft galt den Meeresschildkröten – nicht lebenden Exemplaren wohlgemerkt. Die echten Tiere jedoch haben die Leidenschaft entfacht, da die gelernte Gärtnerin als Mitglied einer Tierschutzorganisation an europäischen Stränden die Eiablageplätze von Meeresschildkröten geschützt hat.     bob / Foto: bob

Info: Sammelstücke im Filderstadt-Museum in Bonlanden innerhalb „200 Jahre Fahrrad“, bis 12. November, sonntags 13 bis 17 Uhr, geöffnet. In den Ferien geschlossen. Weitere Teile: Stadtmuseum Gerlingen vom 8. Oktober bis 15. April.