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Aktiva-Messe 2018

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Bauen & Wohnen


Erschienen am 28.2.2018

Ausbildungsbetriebe stellen sich vor

Erschienen am 29.09.2016

fildErleben


Erschienen am 11.10.2017

Unternehmen mit Tradition

Erschienen am 22.11.2017

Lebensgefühl-Messe 2018

Erschienen am 14.3.2018

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Wechselvolle Geschichte

Münster Sankt Paul besteht seit 750 Jahren – Älteste deutsche Bettelordenskirche

Das Münster Sankt Paul feiert in diesem Jahr sein 750-jähriges Bestehen. Die katholische Kirchengemeinde blickt dabei auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Am Festgottesdienst am Sonntag, 29. April, wird auch Bischof Gebhard Fürst teilnehmen.
Der Festgottesdienst fällt auf den Tag der Kirchenweihe vor 750 Jahren. Am 29. April 1268 weihte Albertus Magnus, ein deutscher Gelehrter und Bischof, die neu gebaute Klosterkirche der Dominikaner feierlich ein. Der Grundstein zur Kirche wurde bereits 1233 gelegt, zugleich mit dem Grundstein für den Bau des Dominikanerklosters. Der eigentliche Bau der Kirche hat aber erst im Jahr 1255 begonnen, wie die Geschichtsbücher berichten. Die dreischiffige Säulenbasilika wurde damit die erste gewölbte Dominikanerkirche in Deutschland. Sankt Paul ist heute die älteste noch erhaltene Bettelordernskirche in Deutschland. In den ersten Jahrhunderten diente die Kirche den Gläubigen auch als Begräbnisstätte.
Im Jahr 1532, als die Reformation auch Esslingen erreicht hatte, gaben die Dominikaner die Kirche auf. Das Katharinenhospital kaufte Mitte des 16. Jahrhunderts Kirche und Klostergebäude. Nach einer gründlichen Renovierung wurden dort Mitte des 17. Jahrhunderts protestantische Gottesdienste abgehalten – Neue Kirche hieß das Gotteshaus zu jener Zeit. Dann folgte Anfang des 19. Jahrhunderts eine Zeit der weltlichen Nutzung. Das Gebäude war Futtermagazin, Lagerraum, Kelter und Waaghaus.
Im Jahr 1861 kaufte die katholische Kirchengemeinde in Esslingen das Münster für 15 000 Gulden zurück. Bis zur neuerlichen Weihe 1864 als Kirche der Esslinger Katholiken wurde auch das Pfarrhaus in der Augustinerstraße 5 errichtet. Das neben der Kirche gelegene Klostergebäude hingegen wurde seit den Tagen der Reformation als Waisenhaus und Schule genutzt und beherbergt heute die Waisenhofschule. Im Jahr 1968 erhielt Sankt Paul den bischöflichen Ehrentitel Münster.
Heute gehört auch die katholische Kirchengemeinde Sankt Katharina zur Münstergemeinde. „Viele Generationen haben hier ihren Glauben gelebt“, sagt Pfarrer Stefan Möhler. „Das hat unser Münster geprägt, nicht umsonst ist es ein Ort, den nicht nur katholische Christen gerne aufsuchen, um zur Ruhe zu kommen.“ bob / Foto: bob

Info: Festgottesdienst am 29. April, 10.30 Uhr, mit Bischof Gebhard Fürst; 17 Uhr: Eröffnung der Ausstellung über den Heiligen Albertus Magnus, den Dominikanerorden und die Geschichte des Münsters. Ein Gemeindefest für die ganze Familie findet am 30. Juni und 1. Juli mit Kirchweihbaumstellen und Familiengottesdienst statt. Außerdem: Kultur, Vorträge und eine Wallfahrt zum Grab von Albert Magnus. Mehr zum Programm unter www.katholische-kirche-esslingen.de.

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Hund Chico tötete zwei Menschen und wurde eingeschläfert.
Tierschützer protestieren. Ist der Protest  angemessen?

Foto: dpa

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Spitze des Eisbergs

Zehntes Podium Festival in Esslingen mit Neuerungen und Professionalisierung

Mit 27   Konzerten unter der Mitwirkung von mehr als 80  Künstlerinnen und Künstlern gastiert das Podium Festival an 14 besonderen Orten in der Stadt Esslingen. Das zehnte Festival dieser Art läuft vom 26. April bis zum 5.  Mai.

Das Festival  will nicht nur „Unerhörtes“ unters Publikum bringen, der künstlerische Leiter Steven Walter und sein Team  stellen auch immer wieder ungewöhnliche Aufführungsorte in den Mittelpunkt.   Auch das diesjährige Festival bietet ein ungewöhnliches, weit gespanntes Programm mit dem Fokus auf das Zusammenspiel von Musik und Technologie einerseits und  gesellschaftliche Themen andererseits.

Unter anderem werden kleine robotische Klangmaschinen zu hören sein, auch die Uraufführung eines Werks, das durch Nutzerzusammenspiel  im Internet entsteht, sowie Neukompositionen für Orgel, Blechbläser und Live-Elektronik sowie „Gulliver’s Dream“, eine mechanische Oper für automatisierte Marionetten.

Mit musikalischen Mitteln setzen sich die Künstler mit  gesellschaftlichen Themen unserer Zeit auseinander, wie zum Beispiel beim Dunkelkonzert „Stadtutopien“ und beim musikalisch-literarischen Abend „Dichter_Lieben“, einer Koproduktion mit dem Heidelberger Frühling, die sich den verschiedenen Konzepten  des Liebens widmet. Oder bei der Tanzproduktion „The little match girl passion“, die zusammen mit dem  Bundesjugendballet aufgeführt wird.

Anlässlich des 250. Geburtstags Beethovens im Jahr 2020  gibt es das  Förderprogramm #bebeethoven  für junge Musiker.  Zwölf  Stipendiaten treten in Esslingen auf und zeigen ihre musikalische Sichtweise Beethovens. „Durch intensive Musikerlebnisse neue Zugänge zur Gegenwart zu schaffen –  und diese Gegenwart sogleich zu verzaubern und zu hinterfragen”, ist laut Steven Walter das Anliegen von Podium.

Auch die Wahl der Auftrittsorte trägt zum Reiz des Festivals bei: In diesem Jahr gibt es wieder Konzerte im Kaisersaal des Amtsgerichts und im Esslinger Eisenlager in der Weststadt.  Erstmalig als Locations  sind das Neckar Forum sowie die Villa Nagel dabei.  Die zehnte Auflage bringt einige Neuerungen. „Wir haben einen Professionalisierungssprung geschafft, ohne den Geist der Community aufzugeben“, erklärt Walter. So beschäftigt Podium mittlerweile fünf Mitarbeiter, hat ein Büro bezogen und nutzt das „Übehaus“ am Ottilienplatz. Mehr und mehr entstehen über Podium Produktionen, die auf Tournee  gehen. Steven Walter: „Wir arbeiten  mittlerweile das ganze Jahr über an Projekten unterwegs, das Festival ist sozusagen die Spitze des Eisbergs.“  Und das Besondere: „Programme und Formate entstehen vor Ort, nichts ist  fertig von der Stange.“  bob / Foto: Podium Festival

 

Info: mehr zum Programm  unter    www.podiumfestival.de.

Wieder zugänglich

Sanierungsarbeiten am Weg zur Festung Hohenneuffen sind abgeschlossen

Seit Beginn dieses Jahres ist am Weg hinauf zum Hohenneuffen gearbeitet worden. Da mit der Sanierung der einzige Zugang  zur Ruine gesperrt war, musste auch die Festung in dieser Zeit geschlossen bleiben. Das hat nun eine Ende.

Der Hohenneuffen ist ein beliebtes Ziel: für Wanderer am Albtrauf, für die Gäste der Gastronomie auf der Burg, aber auch für viele Menschen, die einfach die grandiose Aussicht von den mächtigen Mauern ins Land genießen wollen. Die Festungsruine gehört seit dem vergangenen Jahr zu den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg. Und die veranlassten ab Januar die Sanierung der Brückenkonstruktion auf dem Weg zur Festung.

Koordiniert wurden die umfangreichen Arbeiten vom Amt Ludwigsburg von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Vor Ostern wurden diese nun beendet, sodass seitdem Besucher wieder auf den Hohenneuffen gelangen. Sehr froh sei man, dass  alles termingerecht fertig geworden sei, sagte Janna Almeida, die als Leiterin der Schloss- und Klosterverwaltung Bebenhausen auch für den Hohenneuffen zuständig ist. Auch deshalb, weil die Schließung in die besucherarme Zeit zu Beginn eines Jahres fiel.

Froh über die pünktliche Öffnung ist auch Axel Vetter, der das  Burgrestaurant am Hohenneuffen betreibt. 2018 haben die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg das Themenjahr „Von Tisch und Tafel“ ausgerufen. Veranstaltungen rund ums historische Essen und Trinken, um Tafelkultur und Fastenzeiten und um Hunger und Überfluss von der Zeit der Römer bis zum Ende der Monarchie vor 100 Jahren stehen dabei auf dem Programm. Auch der Hohenneuffen macht mit, mit zahlreichen Angeboten wie etwa der „Mittelalterlichen Tafeley, die erstmals am Freitag, 13. April, stattfindet (weitere Termine sind 8. Juni und 21. September). Auch bei den Burgführungen wird das Themenjahr eine Rolle spielen: Die Geschichte der Burg lade dazu ebenso ein wie der Blick in die Umgebung mit den Feldern und Streuobstwiesen am Fuß der Alb, teilen die Staatlichen Schlösser und Gärten mit. ch / Foto: Staatliche Schlösser und Gärten

Im Namen des Volkes

Schöffen für die nächste Amtsperiode gesucht – Gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung gefragt – Große Verantwortung


Derzeit werden wieder Schöffen gesucht – ehrenamtliche Richter, für einen Zeitraum von fünf Jahren, die an Gerichtsprozessen teilnehmen und Urteile fällen. Die Richter ohne Robe tragen eine große Verantwortung. Sie sollen die Stimme des Volkes bei der Rechtsprechung sein.
Auch Annemarie Branke, die stellvertretende Leiterin der Stabsstelle Recht in der Stadtverwaltung Kirchheim , sammelt derzeit Bewerbungen und Vorschläge für das Schöffenamt. Die Periode beginnt am 1. Januar 2019 und dauert bis Ende 2023. Kandidaten müssen mindestens 25 und dürfen höchstens 69 Jahre alt sein, sie müssen deutsche Staatsbürger sein und in diesem Fall in Kirchheim wohnen.
„Es ist in Kirchheim nicht schwer, Menschen zu finden, die sich für das Schöffenamt interessieren“, sagt Branke. „Wir haben so viele engagierte und interessierte Bürger hier.“ Letztlich hat Branke, wie sie sagt, immer mehr Bewerber als freie Stellen. Kandidaten melden sich entweder selbst – laut Branke sind das in Kirchheim die meisten. Oder sie werden vorgeschlagen. Das übliche Verfahren ist, die Kandidaten dem Gemeinderat vorzuschlagen. Werden die Personen akzeptiert, wird die Vorschlagsliste offen ausgelegt, um eventuelle Einsprüche möglich zu machen. Bis zum 22. Juni müssen die Namen an das zuständige Landgericht übermittelt werden. Dort werden sie von einem Schöffenwahlausschuss gewählt. Wer tatsächlich Schöffe wird, darauf haben Gemeinden und Kommunen keinen Einfluss mehr.
Voraussetzung ist neben der deutschen Staatsangehörigkeit das Beherrschen der deutschen Sprache. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde, ist von der Wahl ausgeschlossen. Ebenfalls diejenigen, gegen die ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat läuft.
Auch hauptamtlich für die Justiz Tätige wie Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte oder Bewährungshelfer sowie Religionsdiener dürfen nicht zu Schöffen gewählt werden.
Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, das heißt, das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis – zum Beispiel aus beruflicher Erfahrung oder aus gesellschaftlichem Engagement – erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssen anhand von Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden beurteilen, ob sich ein bestimmtes Geschehen, wie in der Anklage behauptet, ereignet hat. Schöffen in Jugendstrafsachen sollen in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen.
Neben Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife im Urteilsvermögen sind auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdiensts – gesundheitliche Eignung für Schöffen unabdingbar. Juristische Kenntnisse sind für das Amt jedoch nicht erforderlich. Sie erhalten eine ausführliche Einweisung und bekommen Seminare zur Fortbildung angeboten.
Edith Steinhilber aus Ostfildern ist seit fast zehn Jahren Schöffin beim Landgericht. Steinhilber wollte in ihrem Ruhestand etwas Sinnvolles und Anspruchsvolles tun. „Das Amt ist anspruchsvoll und die Tätigkeit ist bereichernd“, zieht Steinhilber für sich Bilanz. Klar war für sie auch immer: „Man muss diese Aufgabe sehr ernst nehmen und man hat damit große Verantwortung übernommen.“ Schließlich entscheide man über das Leben von Menschen. „Man kann sich nicht einfach nur so reinsetzen“, ergänzt Steinhilber, die wegen eines Gerichtstermins schon einmal einen Urlaub nicht verlängert hat. „Die Freunde blieben, ich fuhr allein nach Hause, weil ich Verhandlungstag hatte.“
Da in den Verhandlungen ein Berufsrichter und zwei Schöffen sitzen und für jede Verurteilung und jedes Strafmaß eine Zweidrittelmehrheit ausreicht, können zwei Schöffen einen Richter durchaus überstimmen. Robert Gundelach, der Landesvorsitzende des Bunds ehrenamtlicher Richterinnen und Richter und selbst Schöffe am Amtsgericht, betont: „Schöffen sind keine nur Dabei-Sitzer, keine Bürgerdekoration an den Richtertischen. Dieser Verantwortung muss man sich bewusst sein.“
Doch wie urteilen Laienrichter, die kein Jura studiert haben? „Alle Entscheidungen basieren auf dem Gesetz. Der Berufsrichter wird die Schöffen immer wieder auf die Gesetzeslage hinweisen, auf deren Grundlage das Urteil gefällt wird“, sagt die Volljuristin Branke. Das Prinzip laute immer: „Nulla poena sine lege – keine Strafe ohne Gesetz.“ Die Schöffen sind die Vertreter des Volks in dem wichtigen Prozess der Rechtsprechung. Ein Prinzip, das laut Branke bis in die Zeitrechnung kurz nach Christi Geburt zurückreicht und bis in die Gegenwart Bestand hat. Nur eine Epoche machte eine Ausnahme – das Dritte Reich. Das Prinzip der Schöffen soll und sollte sicherstellen, dass „Im Namen des Volkes“ Recht gesprochen wird.
Auch in Esslingen läuft die Schöffensuche. Die Stadt geht zweigleisig vor: „Wir nehmen die direkten Bewerber auf und wir bekommen Vorschläge vom Gemeinderat“, erklärt Heinz Veres vom Rechtsamt der Stadt, der die Suche koordiniert. 124 Kandidaten wird die Stadt dem Amtsgericht vorlegen. Derzeit liefen die Anmeldungen gut, vor fünf Jahren sei es aber mühseliger gewesen.
Baden-Württemberg verzeichnet eine gute Bilanz, was das Interesse am richterlichen Ehrenamt betrifft: Robin Schray, der Pressesprecher im Justizministerium, erklärt: „Wir haben immer deutlich mehr Bewerber als Stellen.“
Die Auswahl der Schöffen stellt die Kommunen vor Herausforderungen. So warnt der Opferring Rheinland vor den Aktivitäten rechtsgerichteter Gruppen, die ihre Mitglieder aufriefen, sich verstärkt für das Schöffenamt zu bewerben, um so Einfluss auf die Rechtsprechung zu nehmen.
In Kirchheim überprüft man laut Branke Kandidaten daher online, ob Hinweise auf rechtsgerichtete Tendenzen erkennbar sind und weist den Gemeinderat darauf hin.
Edith Steinhilber wird ihr Amt zum Jahresende niederlegen. Zum einen, weil sie dann die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht hat, zum anderen, weil die Verantwortung zuweilen doch eine Belastung darstellt. Aber missen wolle sie diese Zeit nicht. bob / Foto: dpa-Zentralbild

Info: www.schoeffenwahl.de

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Zum Schutz von Minderjährigen wird in Deutschland
über ein gesetzliches Rauchverbot im Auto diskutiert.
Soll das Qualmen im Auto verboten werden?

Foto: dpa

Rauchverbot im Auto?

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„Verfehlte Politik“

Tafeln im Kreis verlangen Gerechtigkeit für alle Bedürftigen

Der Tafelladen in Essen hat aufgrund großer Nachfrage zeitweilig Bedürftige ohne deutschen Ausweis nicht mehr versorgt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat behauptet, die Bezieher von Hartz IV seien nicht arm. Die Träger der  Tafeln im Kreis Esslingen kritisieren dies als „Politik auf Kosten der Armen“. Sie wollen alle Bedürftigen gerecht behandeln und fordern ein Umdenken in der Sozialpolitik.

„Wir unterscheiden nicht nach Herkunft, nach Pass oder Hautfarbe. Entscheidend ist für uns die Bedürftigkeit“, stellt Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands (KDV) Esslingen, klar. Der KDV, der Caritas-Verband Fils-Neckar-Alb und der DRK-Kreisverband sind Träger der  Tafelläden in Esslingen, Filderstadt, Kirchheim, Leinfelden-Echterdingen, Nürtingen, Ostfildern, Wendlingen und Wernau. Mit der Einführung der aktuellen Sozialgesetzgebung im Jahr 2005 sei die Zahl der Bedürftigen im Landkreis rapide angestiegen, die Tafelläden hätten deutlich mehr Kunden, sagt Haußmann.

Knapp 4700 Kunden sind bei den Tafeln im Kreis derzeit registriert. „Doch wir erreichen längst nicht alle. Manche kommen aus Scham nicht und viele können sich die Busfahrt aus dem Umland zu den Läden in den Städten nicht leisten“, sagt Haußmann. Jens Spahns Äußerungen seien daher inakzeptabel. „Es ist eine schwere Kränkung der Betroffenen. Sich auf Kosten der Armen in die Schlagzeilen zu manövrieren ist schlicht unmöglich“, stellt Haußmann fest.

Tanja Herbrik, Fachbereichsleiterin Armut und Beschäftigung im KDV, Klaus Rau, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, und Caritas-Bereichsleiter Sven Parylak bestätigen, dass es auch in den Läden im Landkreis Esslingen Schwierigkeiten mit Geflüchteten gegeben hat. Das habe mit Sprachbarrieren und  Unkenntnis über das Prinzip der Tafeln zu tun gehabt. Dank intensiver Kommunikation habe sich das jedoch eingespielt, betont Herbrik. „Wir können durchweg feststellen, dass die Geflüchteten sehr hilfsbereit sind, ältere Menschen oder Leute mit Rollator auch vorlassen. Es ist klar, dass niemand bevorzugt wird.  Arm ist arm. Da eine Wertung zu machen wie in Essen, halten wir für unethisch“, sagt Herbrik.

Haußmann hält überdies an grundsätzlichen Überzeugungen fest. „Tafeln sind Ausdruck einer verfehlten Sozialpolitik. Unsere Grundforderung bleibt, dass Menschen monetär so ausgestattet werden müssen, dass sie ganz normal einkaufen gehen können.“ pst / Foto: pst

Keine Pistolen, nur Handzeichen erlaubt

Im März wird Brennholz direkt aus dem Wald versteigert – Es steckt noch einiges an Arbeit drin – Besuch in Erkenbrechtsweiler

Wer jetzt vorsorgt, hat es im übernächsten Winter warm: Frisch geschlagenes Holz sollte mindestens ein bis zwei Jahre lagern, bevor man es in den Ofen schiebt. Im zeitigen Frühjahr verkaufen die Forstreviere das neue Brennholz, teils übers Internet, teils in Versteigerungen, was manchmal ein kleiner Lokalevent ist – wie beispielsweise in Erkenbrechtsweiler.
Hochwertiges Holz wie Eiche für die Möbelherstellung wird im Wald direkt entnommen. In den Brennholzverkauf kommt der Rest: vor allem Buche, Ahorn und Esche auf Meterlänge geschnitten und am Wegrand als Polterholz aufgeschichtet; außerdem Flächenlose, bei denen das auf dem Boden liegende Holz verarbeitet werden darf. Ob er dabei auf Internet-Bestellung oder Versteigerung setzt, entscheidet der jeweilige Revierförster.
Benjamin Fischer, Revierleiter im Kirchheimer Albvorland bis hoch nach Erkenbrechtsweiler, führt die Versteigerungen wie sein Vorgänger weiter und hat offensichtlich Spaß daran. „Wir brauchen heute keine Pistolen, Sie dürfen sich einfach mit Handzeichen melden“, kündigt er an. Am Vorabend in Dettingen haben rund zwei Drittel des angebotenen Holzes Abnehmer gefunden, in „Weiler“ ist Brennholz in der Regel gefragter. „Hier oben haben die Leute öfter noch einen Ofen, und auch einen Traktor und die passende Technik“, sagt Fischer. Motorsäge, Axt oder vielleicht ein Holzspalter werden schon gebraucht, um das Holz „aufzumachen“, also aufzubereiten.
Um 19 Uhr beginnt die Versteigerung im Saal des Feuerwehrhauses, der sich schon eine halbe Stunde vorher füllt. Die Feuerwehr bewirtet mit belegten Brötchen und Getränken, an den Tischen wird diskutiert, die ausgedruckten Listen mit den Flächenlosen und Poltern liegen bereit. „Em Frühjahr macht mer’s Holz, em Sommer macht mer’s Haus“, verkündet jemand.
Viele haben sich die Lose vorab angeschaut, so auch Reinhold Laupitz, der in Oberlenningen wohnt. Er braucht Stämme, die nicht zu dick und nicht zu verästelt sind, weil er die Meterstücke von Hand im Wald spaltet. Micha, der neben ihm am Tisch sitzt, hoffte dagegen auf Eschen- oder Ahornholz: Beides ist preisgünstiger als der Klassiker Buche, mit beidem habe er gute Erfahrungen gemacht. Tischnachbar Klaus Sickinger fragt, wer ein Flächenlos machen will und erntet Gelächter. Besonders beliebt sind die Flächenlose nicht, es ist Knochenarbeit, die Stämme rauszuziehen. Zudem sei oft nicht mehr viel zu holen, meint Micha: „Die ziehen das meiste schon vorher raus und machen Hackschnitzel zum Verheizen draus.“
Mit den Flächenlosen beginnt Fischer die Versteigerung, nachdem er auf Sicherheitsvorschriften wie Schutzkleidung und die Teilnahme an einem Motorsägenlehrgang hingewiesen hat. Auch Erkenbrechtsweilers Bürgermeister Roman Weiß begrüßt die Versammelten. Er wird die Verkäufe protokollieren und später im Nebenzimmer das Geld für die Gemeindekasse entgegennehmen. Schließlich gilt hier der Spruch: Nur Bares ist Wahres.
Das Interesse an den 17 Flächenlosen, je nach Größe mit zehn oder 20 Euro angesetzt, hält sich in Grenzen, mehr als die Hälfte geht aber doch zum Anschlagspreis weg. Vor dem Einstieg in die Polterlose fragt jemand nach dem Brennwert der Esche. Sie ist derzeit vor allem im Tal relativ stark vertreten, denn viele der Bäume müssen wegen des Eschentriebsterbens, einem Pilzbefall, geschlagen werden. Ihr Brennwert liege nur wenig unter dem der Buche, versichert Fischer, und sie habe den Vorteil, dass man sie auch länger im Wald liegen lassen könne, ohne dass sie „verstocke“. Bei seinen Zuhörern kommt die Botschaft an, beim Eschenholz wird an diesem Abend ordentlich geboten. „Letztes Jahr hat’s keiner angeguckt“, brummt Micha, der zunächst das Nachsehen hat, dann aber doch das letzte Los Eschen ergattert.
Die Esche und anderes Laubholz sind mit 50 Euro pro Festmeter angesetzt, die Buche mit 63. In Fünf-Euro-Schritten steigt der Preis Schlag auf Schlag, wer mitmachen will, muss schnell die Hand heben und sie gegebenenfalls auch schnell wieder runternehmen, bevor Fischer „. . . zum Dritten!“ ruft. Von den Losen, die Reinhold Laupitz als interessant ausgeguckt hatte, geht eins ums andere weg, erst beim letzten bietet er schließlich bis zum Zuschlag und ist zufrieden. Tischnachbar Martin Barth erwirbt im Nachgang doch noch eins der zuvor liegengebliebenen Flächenlose. Er habe es sich zweimal angeschaut, da lägen schöne Kronen drin, sagt er, der erst seit Kurzem in Erkenbrechtsweiler wohnt und sich extra einen Kaminofen eingebaut hat. Auch er rückt den Stämmen mit Keil, Axt und Muskelkraft zu Leibe, wie er mit einem Handyvideo belegt – das Holzmachen ist eine Kunst und Ersatz fürs Fitnessstudio zugleich.
Hitzig war die Stimmung im Feuerwehrhaus nicht; vor ein paar Jahren, als das Heizöl sehr teuer war, war das anders. Vor allem bei den Poltern wurde durchweg gesteigert. Manche kommen auch einfach der geselligen Veranstaltung zuliebe und bestellen jetzt noch ein Bier. aia / Foto: aia

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Bayern München hat sich zum 28. Mal die deutsche
Fußballmeisterschaft gesichert – der sechste Titel in Folge.
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Pilotprojekt

Machbarkeitsstudie für Radschnellweg von Reichenbach nach Stuttgart läuft

Die Vision einer Radfahrer-Autobahn von Reichenbach nach Stuttgart wird konkretisiert. Das Land, der Landkreis Esslingen und die beteiligten Kommunen haben im März eine gemeinsame Mitwirkungserklärung unterzeichnet. Eine Machbarkeitsstudie läuft bereits und soll noch in diesem Jahr Erkenntnisse bringen.
Erklärtes Ziel des Landes ist, längerfristig den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr auf 20 Prozent zu erhöhen. Das kann nur gelingen, wenn mehr Berufspendler aufs Velo umsteigen. Gerade auf der Achse zwischen Reichenbach und Stuttgart könnte das zudem die stark frequentierte B 10 entlasten. Aber Berufstätige, ganz egal mit welchem Fahrzeug, möchten schnell, ohne Umwege und möglichst ohne Standzeiten zum Ziel. Dem trägt das Konzept Radschnellverbindung Rechnung: Eine Wegbreite, die Überholen erlaubt, ein „schneller“ Belag und möglichst wenig Kreuzungspunkte und Steigungen sollen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 20 Kilometern je Stunde erlauben.
Welcher Trasse die Radler-Autobahn im Neckartal folgen soll, ist bislang offen – sie zwischen Wohnbebauung, Gewerbe, Neckar, Bahnlinie und Bundesstraße zu finden, bleibt eine Herausforderung. Die Planer des beteiligten Fachbüros Radverkehrs-Konzept (RV-K) haben drei denkbare Routen in den Raum gestellt. Davon orientiert sich eine am bestehenden Neckartal-Radweg, eine andere führt durch die bebauten Gebiete in den Gemeinden und eine dritte ist südlich der B 10, also auf der Deizisauer Seite, angesiedelt. Diese Routen werden nun mit ihren Konfliktpunkten und Möglichkeiten weiter ausgearbeitet. Auch die Bürger sollen ihre Ideen und Anregungen zur Schnellverbindung einbringen können. Die genaue Form der Beteiligung steht noch nicht fest, sie werde aber wohl übers Internet erfolgen, sagt Alfred Lohberger vom Straßenbauamt.
Das Land, für das Verkehrsminister Winfried Hermann die Mitwirkungserklärung unterzeichnet hat, wird die Bauträgerschaft und damit auch die Kosten für den neuen Radweg übernehmen – wenn er dann tatsächlich gebaut wird. Pro Kilometer „Radautobahn“ rechnet man grob mit einer Million Euro, wobei natürlich die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle spielen.
Die Achse im Neckartal ist eins von drei Pilotprojekten in Sachen Radschnellweg. Die anderen beiden betreffen eine Verbindung zwischen Heidelberg und Ludwigshafen und eine zwischen Heilbronn und Bad Wimpfen. Bis 2025 möchte das Land insgesamt zehn Radschnellverbindungen umsetzen. aia/Foto: dpa