Sechsspurig auf die Alb

Der Ausbau der A8 wird konkret – Kosten über 600 Millionen Euro

Seit  mehr als 20 Jahren wird ein neuer Albauf- und -abstieg geplant. Der Flaschenhals an der A8 soll auf sechs Spuren erweitert werden. Nachdem das 600-Millionen-Euro-Projekt lange auf Eis lag, soll es jetzt zügig weitergehen, was bedeutet: Frühestens im Jahr 2026 könnte die  Trasse fertig sein.

Zwei neue Brücken und zwei neue Tunnel kennzeichnen die künftige Trasse, die von der Anschlussstelle Mühlhausen nahezu geradeaus auf die Albhochfläche führt. Albaufstieg und Albabstieg verlaufen dann sechsspurig nebeneinander, derzeit ziehen zwei je zweistreifige Trassen getrennt ihre Schlaufen. Bis zur Einmündung der neuen Strecke im Bereich Hohenstadt sind es künftig 3,6 Kilometer weniger als bisher. Das berichteten Vertreter des Regierungspräsidiums (RP) kürzlich bei einer Bürger-Info in Gruibingen.

Die Trassenführung wurde bereits in den 1990er-Jahren festgelegt, 2004 leitete das RP das Planfeststellungsverfahren ein. Vorgesehen war, einen privaten Betreiber bauen und seine Kosten über eine Mautstation refinanzieren zu lassen. Doch es fand sich kein Investor, 2006 wurde das Projekt auf Eis gelegt. Erst als der Bund 2014 einer Fortführung ohne Mautstelle zustimmte, ging es weiter. Mittlerweile ist der A8-Abschnitt als „festdisponierte Maßnahme“ festgeschrieben und wird somit durch den Bund finanziert.

Die Pläne wurden geändert und liegen nun vom 25. Juni bis zum 24. Juli unter anderem in Bad Ditzenbach, Gruibingen,  Merklingen, Mühlhausen und Wiesensteig aus. Bis  24. September haben Bürger Gelegenheit, sich zu den Planänderungen zu äußern. Durch den Wegfall der Mautstation sinkt der Flächenverbrauch, in der Folge sind auch weniger Ausgleichsflächen gefordert. Die beiden Tunnel „Himmelsschleife“ und „Drackenstein“, insgesamt fast drei Kilometer lang, bekommen durchgehende Standstreifen statt der ursprünglich vorgesehenen Pannenbuchten. Das erhöhe die Verkehrssicherheit, betonen die Planer. Mit dem zusätzlichen Erdaushub sollen die geplanten Dämme an der Amtalklinge höher aufgeschüttet werden.

Die Filstalbrücke im Bereich der Anschlussstelle Mühlhausen und die Gosbachtalbrücke südlich von Gosbach werden mit Glas eingehaust. Das diene dem Schutz von Vögeln und Fledermäusen, bringe aber gleichzeitig einen kleinen Gewinn beim Lärmschutz, berichtete Projektleiter Johannes Fischer.

Für die Anliegergemeinden wichtig ist vor allem der Wegfall der Mautstation, denn sie hatten erheblichen Ausweichverkehr befürchtet. Als Bedarfsumleitung bei Stau ist  der jetzige Albaufstieg vorgesehen, der zur Landesstraße zurückgestuft wird. Er verläuft durch keine Ortschaft. Der jetzige Albabstieg wird dagegen zurückgebaut – teils als Schotterweg, teils asphaltiert. Einige Bauwerke bleiben erhalten, denn dieser 1937 gebaute Abschnitt steht ebenso unter Denkmalschutz wie der 20 Jahre jüngere Albaufstieg.

Der Baubeginn könnte nach Schätzung der Planer frühestens 2021 erfolgen, das Land rechnet mit fünf Jahren Bauzeit.   aia / Foto: Regierungspräsidium Stuttgart


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