Zimmer gesucht

In Esslingen und Nürtingen ist die Lage für Studenten recht entspannt

Wer in Stuttgart studiert, findet nicht leicht eine Bleibe. Längst nicht alle Interessenten werden dieses Jahr in den Wohnheimen des Studierendenwerks Stuttgart unterkommen. In Esslingen und Nürtingen ist die Lage entspannter. Trotzdem ruft auch hier die Kampagne „Platz für Studierende“ Privatleute dazu auf, an Studenten zu vermieten

„Zum anstehenden Wintersemester gibt es noch freie Plätze in unseren Wohnanlagen“, berichtet die Pressesprecherin des Studierendenwerks Stuttgart, Anita Bauer, für Esslingen. Die neuen Wohngebäude auf dem Hengstenbergareal, Rossneckar I und II mit insgesamt rund 250 Zimmern in Wohngemeinschaften haben deutliche Entspannung gebracht. Ob das so bleibt oder der Markt wieder anzieht, hängt auch von der Entwicklung der Hochschule ab, die derzeit in der Weststadt neu baut.

Weitere Wohnheime in Esslingen sind im Goerdelerweg, in der Geschwister-Scholl-Straße und in der Fabrikstraße. Insgesamt kommen rund 700 Zimmer zusammen, deren Preise zwischen 265 und 360 Euro liegen, abhängig vom Gebäude und der Wohnform – in einer Flurgemeinschaft mit gemeinsamer Küche sind die Preise günstiger als in Appartements oder kleineren Wohngemeinschaften. Eine Besonderheit ist das Boardinghouse in der Mettinger Straße, in dem 45 möblierte Appartements für kurze Zeit – zwischen einem und sechs Monaten – vermietet werden. Das sei besonders für Studierende im internationalen Austausch, im Praxissemester oder im dualen Studium interessant, sagt Bauer. „Da bieten wir auch den Service an, dass man alle 14 Tage die Bettwäsche oder die Handtücher gewechselt bekommt.“

In Nürtingen, wo das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim über insgesamt 302 Wohnheimplätze in den Gebäuden Schelmenwasen 10 und Sudetenstraße 125 bis 129 verfügt, sind die Zimmer günstiger: Je nach Größe und Wohnform kosten sie zwischen 178 und 293 Euro monatlich, unmöblierte Einzelappartements gut 300 Euro. Vor allem Erstsemester würden hier aufgenommen, damit ihnen der Start leichter fällt, erklärt Marita Benz vom zuständigen Studierendenwerk. Den Neuen könne man in der Regel einen Wohnheimplatz anbieten, wenn sie die Unterlagen fristgerecht und vollständig vorlegten.

Beide Studierendenwerke betreiben eine Online-Plattform für die Vermittlung von Privatzimmern, auf der Vermieter kostenlos ihr Angebot einstellen können. Das Studierendenwerk Stuttgart und der Verein „Haus und Grund“ appellieren zudem mit ihrer Kampagne „Platz für Studierende“ an die Eigentümer in der ganzen Region. Denn diese ist als Wohnort auch für Studenten der Stuttgarter Hochschulen interessant, insbesondere dort, wo die Verkehrsverbindung gut ist.  aia / Foto: Meike Hansen


Das Symbol des Wiederaufstiegs

Vor 70 Jahren wurde die D-Mark eingeführt – Währung steht für Stabilität und Aufschwung

  

Sie gilt als das Symbol des deutschen Wirtschaftswunders: Als die D-Mark am 21. Juni 1948 in den westlichen Besatzungszonen eingeführt wurde, füllten sich über Nacht die Regale der Geschäfte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die D-Mark zur zweitwichtigsten Reserve- und Handelswährung der Welt nach dem US-Dollar. Auch heute noch – im 17. Jahr nach Einführung des Euro-Bargeldes – sind Mark und Pfennig im Milliardenwert im Umlauf. Immer wieder werden alte Schätze durch Zufall entdeckt.
„Die D-Mark ist das Symbol für den Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg“, erklärt Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. Zunächst war die Währungsreform für viele Deutsche jedoch ein Schock. Jeder Bürger erhielt 40 Mark „Kopfgeld“ und einen Monat später nochmals 20 Mark. Für 100 Reichsmark auf dem Sparbuch gab es 6,50 D-Mark. Damit wurden viele Kleinsparer zu Verlierern der Währungsumstellung, weil ihre Guthaben aufgezehrt wurden. Löhne wie auch Mieten und Steuern hingegen wurden im Verhältnis 1:1 umgestellt.
Der harte Schnitt führte zu knappem und damit stabilem Geld. Tauschhandel oder die „Zigarettenwährung“ am Schwarzmarkt verschwanden. Weil sie der nutzlos gewordenen alten Währung Reichsmark nicht mehr trauten, hatten die Händler im zerstörten Nachkriegs-Deutschland zunächst Waren gehortet. Als entscheidende Wegmarke zum Auftritt der D-Mark auf der internationalen Bühne gilt der Übergang zur uneingeschränkten Umtauschbarkeit 1958.
Anders als der lange geplante Euro kam die wichtigste Bewährungsprobe für die D-Mark völlig unerwartet: „Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr!“, skandierten die Menschen in Ostdeutschland im Wendeherbst 1989. „Die D-Mark war für die Menschen in der früheren DDR ein Symbol der Freiheit“, erinnert Beermann. Noch vor der politischen Einheit ersetzte die D-Mark am 1. Juli 1990 in einer beispiellosen Aktion die DDR-Mark zu einem allgemeinen Umtauschkurs von 1:1. Vor allem der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) drängte auf eine zügige Wirtschafts- und Währungsunion – trotz Warnungen auch seitens der Bundesbank. Das Problem: Mit der Einführung der D-Mark fand sich die Wirtschaft der untergehenden DDR über Nacht im rauen Wettbewerb der Marktwirtschaft wieder.
Gut elf Jahre später löste der Euro die D-Mark ab. Anfangs als „Teuro“ gescholten, scheinen sich die Menschen in Deutschland mit der Gemeinschaftswährung inzwischen ausgesöhnt zu haben. „Der Euro hat eine extrem hohe Akzeptanz“, sagt Beermann. Bei einer im Herbst 2017 veröffentlichten Umfrage im Auftrag der EU-Kommission sprachen sich 81 Prozent der Befragten in Deutschland für den Euro aus.
Zunächst hatten allerdings viele Menschen den Eindruck, mit der Einführung des neuen Bargeldes am 1. Januar 2002 sei das Leben schlagartig teurer geworden. „Das Teuro-Gefühl ist subjektiv und lässt sich nicht durch Zahlen belegen“, argumentiert Beermann.
Doch die D-Mark haben viele immer noch im Hinterkopf: 37,9 Prozent der Deutschen rechnen bei größeren Anschaffungen regelmäßig oder zumindest ab und zu Euro-Preise in D-Mark um, wie eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Postbank in diesem Mai ergab. Bei den 50- bis 59-Jährigen unter den 1026 befragten Erwachsenen war es sogar gut jeder Zweite (51 Prozent). Den Ostdeutschen ist die D-Mark demnach noch etwas näher als den Menschen in Westdeutschland: 41,9 Prozent der Ostdeutschen rechnen der Umfrage zufolge heutige Preise in D-Mark um, in Westdeutschland ergab sich ein Anteil von 37 Prozent.
Bislang steht der Euro der D-Mark in Sachen Stabilität in nichts nach – im Gegenteil. So verlor die Mark in den letzten zehn Jahren ihrer Geltung bei im Schnitt zwei Prozent Inflation mehr an Wert als der Euro. Die Gemeinschaftswährung ist angesichts einer durchschnittlichen Preissteigerungsrate von 1,6 Prozent auf Zehnjahressicht etwas stabiler. Doch die Angst vor der Geldentwertung hat sich tief ins deutsche Bewusstsein eingegraben. „Ich glaube, dass wir Deutschen mit den Erfahrungen der zwei Hyperinflationen ein Auge auf die Inflation haben“, sagt Beermann.
Ganz verschwunden ist die D-Mark auch gut 16 Jahre nach der Euro-Einführung nicht. Scheine im Wert von 5,91 Milliarden Mark (3,02 Milliarden Euro) und Münzen im Wert von 6,69 Milliarden Mark (3,42 Milliarden Euro) sind noch im Umlauf (Stand: Ende Mai).
Und immer wieder tauchen alte Schätze durch Zufall auf. So entdeckte der Käufer eines Hauses bei Gartenarbeiten ein Versteck mit 349 000 Mark. Selbst D-Mark-Blüten tauchen ab und zu in Bundesbank-Filialen auf, wo die alten Scheine und Münzen in Euro umgetauscht werden. „Mancher setzt beim Umtausch auf den Effekt, dass man die D-Mark-Noten nicht mehr so präsent hat – aber unser Personal ist sehr gut geschult“, warnt Bundesbankdirektor Matthias Callen.
Alte Scheine und Münzen können – anders als in vielen anderen Euroländern – bei der Bundesbank unbefristet umgetauscht werden. „Es ist wichtig für das Vertrauen der Bürger, dass die D-Mark unbegrenzt ihre Gültigkeit behält und die Bundesbank sie weiterhin zum amtlichen Kurs in Euro umtauscht“, argumentiert Beermann.

Friederike Marx und Jörn Bender / Foto: links: dpa, rechts: Deutsche Bundesbank


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Europäische Stadt

Tag des offenen Denkmals am 9. September –  Suche nach europäischem Erbe

Der Tag des offenen Denkmals findet am Sonntag, 9. September, statt. Die 25. Auflage dieser Veranstaltung steht unter dem Motto  „Entdecken, was uns verbindet“, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz innerhalb des „Europäischen Jahrs des Kulturerbes“ ausgerufen hat. Damit soll für die Bewahrung des gemeinsamen europäischen Kulturerbes als Vielfalt in Einheit sensibilisiert werden.

Die Stadt Esslingen hat ein umfangreiches Programm aufgelegt, in dem sie sich auch als europäische Stadt präsentieren will. Insgesamt sind  57 Programmpunkte für  Erwachsene und Kinder zusammengekommen, die eine Brücke zwischen den verschiedenen Aspekten europäischer Kultur schlagen sollen. Kirchen, der Dicke Turm, alte Rathäuser oder  die Schelztor-Sporthalle stehen im Mittelpunkt von Rundgängen. An alten Industrieanlagen und Fabriken soll die Entwicklung der Wirtschaft deutlich werden, die Entstehung  und die Entwicklung  neuer Stadtteile wird am Beispiel des Weststadt-Quartiers nachvollzogen. Essen, Gesundheit und Bildung sind Themen bei der Ratsapotheke, der Sektherstellung oder auch bei der Kirchenbibliothek. Der jüdische Friedhof steht für die Erinnerung, die Lenauanlage als Beispiel für Gartenbaukunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Erstmalig steuert das Landesamt für Denkmalpflege einen Programmpunkt bei und öffnet die Werkstätten der Bau- und Kunstdenkmalpflege. Kinderführungen, zum Beispiel auf geheimen Wegen zur Burg, gibt es ebenso wie Orgelführungen und Konzerte mit „Podium“-Künstlern. Die Kunst steht auch zur  Eröffnung durch Oberbürgermeister Jürgen Zieger um 11 Uhr am Marktplatz im Vordergrund. Ein  Intermezzo  zwischen der Esslinger Zwiebel und einer Banane ist geplant. Das Programm mit einer Karte zu den Führungsorten und Startpunkten gibt es bei der  Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) am Marktplatz und in den Bürgerbüros sowie digital unter www.esslingen.de.

In Aichwald stehen  die Kirchen in den Ortsteilen im Zentrum. Führungen laufen in der Dorfkirche in Schanbach (11.30 und 15.30 Uhr durch Hermann Proß), in der evangelischen Pfarrkirche in Aichelberg (14.30 Uhr durch Erika Schüssler) und in St. Gereon und Margaretha in Aichschieß  (11 und 15 Uhr durch Joachim Hörsch). In Nürtingen und Kirchheim stehen Führungen durch die jeweilige Altstadt und die Kirchen an, in Wolfschlugen öffnet das Stickereimuseum, in Lenningen das Schlössle. Ostfildern widmet  sich dem Stadtteil Scharnhausen, Neuhausen der katholischen Kirche und der ersten Apotheke und die Uni Hohenheim lädt in den Park und den exotischen Garten ein.    bob / Foto: bob

Info: www.tag-des-offenen-denkmals.de, dort Kreis Esslingen und gewünschte  Kommunen anklicken. 


Vom Dialog zum Trialog

Deutsch-israelisch-arabischer Austausch: Der Landkreis Esslingen pflegt eine besondere Partnerschaft

Ein farbenprächtiges Graffiti mit drei Städtenamen leuchtet seit einiger Zeit an der Zufahrt zur Tiefgarage des Landratsamts: Trialog Givatayim-Nürtingen-Rama steht auf der Betonwand zu lesen. Schülerinnen und Schüler aus den drei genannten Städten – arabische, israelische und deutsche – haben hier zusammengearbeitet. Hintergrund ist die bereits seit 35 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Kreis Esslingen und der Stadt Givatayim in Israel, in die mittlerweile auch die arabische Kleinstadt Rama eingetreten ist. Die Partnerschaft ist lebendig, vielschichtig und nimmt immer wieder neue Impulse auf.
Eine Gruppe des Kreisjugendrings Esslingen (KJR) war die erste, die 1966 nach Israel fuhr, um Aussöhnung und Dialog zu suchen. In den Folgejahren besuchten sich Folk­lore- und Sportgruppen, Politiker und Jugendleiter, auch fan­den gemeinsame Seminare zu geschichtlichen Themen statt. Die offizielle Partnerschaftsurkunde wurde im Jahr 1983 unterzeichnet. Wenig später kam die Idee eines Hauses auf, das der Kreis Esslingen in Givatayim als Gästehaus betreiben sollte. Das Projekt wurde von einer großen Spendenaktion in Israel und Deutschland begleitet. 1991 wurde der Grundstein für dieses Haus gelegt, fünf Jahre später wurde es offiziell eingeweiht und der Kreisjugend­ring übernahm dessen Betrieb als Gästehaus. 2002 stellte man allerdings diese Nutzung wegen der schwierigen politischen Situation wieder ein – seit 2002 vermietet der KJR das Gästehaus nun an das Givatayim-Theater.
Im Jahr 1992 traten erstmals eine deutsche und eine israelische Berufsschule in den Dialog: das ORT-Technikum in Givatayim und die Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen. Ein erster Schüleraustausch fand statt, zwei Jahre später besiegelten beide offiziell die Partnerschaft.
Eine weitere Schulbeziehung folgte zwischen dem Ben-Zwi-College Givatayim und der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule Kirchheim (JFSS). Der Schüleraustausch entwickelte sich zur festen Größe. Zahlreiche gegenseitige Besuche fanden statt, man schnupperte in den Schulalltag der jeweils anderen Seite, erkundete deren Land, stellte aber auch gemeinsame Ausstellungen zur Landesgeschichte auf die Beine, Lehrer aus Israel unterrichteten in Deutschland. Im Jahr 2001 haben Berufsschüler aus Deutschland gemeinsam mit israelischen Schülern in Givatayim im ORT-Technikum einen Holzpavillon aufgebaut.
Um diese Zeit wurde der Dialog zum Trialog, denn bei einem pädagogischen Seminar zum Thema Wertevermittlung kamen die Beteiligten zu dem Schluss, dass auch arabische Jugendliche in den Austausch einbezogen werden sollen. Man machte Nägel mit Köpfen und streckte die Fühler in die arabische Stadt Rama im oberen Galiläa aus. Noch ein offizieller Besuch, dann war auch die dortige Agricultural Technical High School mit im Boot.
Weitere Begegnungen, Diskussionen, Kulturveranstaltungen folgten. 2005 wurde in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule ein Holzgebäude vorgefertigt und im Herbst gemeinsam mit Vertretern aus Givatayim und Schülern der Agricultural Technical High School auf dem Schulgelände in Rama aufgebaut.
Der Trialog funktioniert, auch die Kommunikation zwischen Rama und Givatayim. Mit der Thelma Yellin High School of the Arts in Givatayim kam vor zehn Jahren noch ein musikalisch orientierter Partner hinzu, dessen Jazzband und Chor schon für viel Freude im Kreis Esslingen gesorgt haben.
Die Kontinuität der Schulfreundschaften ist ein Juwel in der Partnerschaft, immer wieder wurden aber auch neue Beteiligte aktiv und neue Ideen eingebracht. Oder auch Bäume gepflanzt: Am Aufforstungsprojekt des jüdischen Nationalfonds hat sich der Kreis Esslingen – wie andere in der Region – beteiligt, so dass es jetzt einen Baumhain mit dem Namen des Kreises in Israel gibt.
Der Kreisjugendring, der ja am Anfang des Austausches stand, stieg 2014 wieder ein und förderte die Begegnung von Jugendlichen aus „Subkulturen“ wie der Skaterszene oder Rock-Gruppen. Die Kunststipendiaten des Landkreises Esslingen stellten in Israel aus, und auch junge Tischtennisspieler kamen in einer sportlichen Begegnung zusammen.
Mittlerweile sei der Austausch zwischen dem Landkreis Esslingen und der Stadt Givatayim „sehr breit aufgestellt“, sagt Peter Keck, der Pressesprecher des Kreises. „So können wir der wichtigen Aufgabe gerecht werden, die Menschen unserer beiden Länder, die Religionen und die beiden Nationen einander näherzubringen.“ Er selbst hat den Austausch über Jahrzehnte begleitet und freut sich, dass über ihn „ein Stück Normalität in die immerwährenden, besonderen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland“ kommt. aia / Foto: bul


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Der Gesundheitsminister will Organspenden ankurbeln:
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Gesunde Nachtruhe

Klinikum Esslingen hat ein Schlaflabor mit vier Plätzen eingerichtet

Im vergangenen Frühjahr ist am Klinikum Esslingen ein Schlaflabor mit vier Plätzen in Betrieb genommen worden. Dort können Patienten mit einer organisch bedingten Schlafstörung untersucht und behandelt werden. Die schlafmedizinische Behandlung verhilft den Patienten nicht nur  zu einer guten Nachtruhe, sondern kann auch schweren Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen vorbeugen. Das Schlaflabor, dessen Einrichtung mit einer Spende von 100 000 Euro durch den Förderverein Herzklopfen unterstützt wurde, schließt eine große Lücke in der medizinischen Versorgung im Landkreis Esslingen.

Schlafstörungen gehören zu den weit verbreiteten gesundheitlichen Beschwerden in Deutschland. Bis zu 25 Prozent der Erwachsenen sind davon betroffen, bei bis zu sechs Prozent der Erwachsenen wird von einer Erkrankung ausgegangen, die in einem Schlaflabor untersucht und behandelt werden muss.

Zwischen den Jahren 2004 und 2015 konnten Hausärzte Patienten  zur  Untersuchung und Behandlung an das Klinikum Nürtingen überweisen. Dort stand ein  Schlaflabor mit vier Plätzen zur Verfügung, in dem jährlich etwa 500 Patienten behandelt wurden. Doch mit der intensivmedizinischen Spezialisierung der Klinik wurde der Platz dort knapp, vor rund drei Jahren wurde das Schlaflabor  deshalb geschlossen. Patienten mussten fortan nach Stuttgart, Göppingen oder Reutlingen verwiesen werden, was monatelange Wartezeiten zur Folge hatte.

Seit dem vergangenen Frühjahr  ist die Situation etwas entspannter. Das Klinikum Esslingen hat ein Schlaflabor mit vier Plätzen eingerichtet, in dem Patienten mit einer organischen  Schlafstörung schlafmedizinisch behandelt werden können.

Am  Klinikum Esslingen können nun zahlreiche Erkrankungen diagnostiziert und in der Folge auch behandelt werden, etwa  kardiologische Probleme, klassische Schlafapnoe oder auch Atempausen durch zentrale Erkrankungen wie Hirnschlag oder Hirnblutung, wie die Kliniksprecherin Anja Dietze erläutert. Die Einrichtung des Schlaflabors sei eine  große Erleichterung für die Patienten im Kreis,  doch  der Bedarf an schlafmedizinischer Diagnostik sei weit höher. „Dies werden wir mit den vier Plätzen am Klinikum Esslingen nicht auffangen können, vielleicht ein wenig mildern“, sagt Dietze. pst / Archivfoto: bul


Begegnung auf Ebene der Bürger

Nürtingen pflegt Partnerschaften in Frankreich, Wales, Ungarn und Sachsen-Anhalt – Schulen und Vereine in engem Austausch

Die Stadt Nürtingen ist mit den Kommunen Oullins in Frankreich, Rhondda Cynon Taff in Wales, Soroksár in Ungarn und Zerbst in Sachsen-Anhalt partnerschaftlich verbunden. Neben den offiziellen Kontakten zu den Verwaltungen leben die Partnerschaften vor allem durch enge Beziehungen auf der Ebene der Vereine, durch Schulpartnerschaften und intensiven Schüleraustausch sowie einen regen Kulturaustausch. Überdies besteht seit dem Jahr 1982  in Nürtingen ein Städtepartnerschaftsverein, der die Stadt bei der Organisation des Austauschs unterstützt.

Die Stadt Oullins liegt im Departement Rhône-Alpes, wenige Kilometer südlich von Lyon, und hat rund 28 000 Einwohner. Bereits im Jahr 1962, und damit noch in der Frühzeit der deutsch-französischen Freundschaft, unterzeichneten die damaligen Bürgermeister Karl Gonser aus Nürtingen und Paul Jordery aus Oullins die Partnerschaftsurkunde. Im Jahr 1966 verlieh der Nürtinger Gemeinderat Jordery die Ehrenbürgerwürde, eine Stele mit seinem Konterfei bei der Kreuzkirche erinnert an den 1983 verstorbenen Vorreiter der deutsch-französischen Aussöhnung. Bereits damals zeichnete sich ein reger Austausch auf Vereinsebene ab, der bis zur Gegenwart anhält. Die Partnerschaft der Städte wurde wesentlich intensiviert durch eine Schulpartnerschaft zwischen dem Nürtinger Hölderlin-Gymnasium und dem Centre Scolaire St. Thomas d’Aquin in Oullins im Jahr 1981.  Auch das Max-Planck-Gymnasium hat bereits früh Kontakte nach Oullins aufgebaut und pflegt einen engen Austausch mit dem Lycée Parc Chabrières und dem Collège Pierre Brosollette. „Über diesen Austausch haben sich im Lauf der Jahre Tausende Schüler aus Oullins und Nürtingen kennengelernt“, sagt Clint Metzger, der Sprecher der Stadt Nürtingen.

Im Jahr 1968 folgte die Partnerschaft mit der Stadt Pontypridd nahe der walisischen Hauptstadt Cardiff, die nach einer Gebietsreform im Jahr 1998 in das Borough Rhondda Cynon Taff  eingegliedert wurde. Die Verbindungen mit Wales sind ebenfalls wesentlich durch den Austausch der Vereine geprägt.

Die Kontakte zu der ungarischen Stadt Soroksár wurden im Jahr 1988  offiziell besiegelt, reichen aber weiter zurück.  Zahlreiche Nürtinger haben in der Stadt mit rund 21 000 Einwohnern ihre Wurzeln, die  den 23. Verwaltungsbezirk der ungarischen Hauptstadt Budapest bildet.  Auch mit Soroksár besteht ein reger Schüler- und Kulturaustausch.

Wie Metzger berichtet, können Jugendliche aus Nürtingen und den Partnerstädten  die beim Schüleraustausch geknüpften europäischen Kontakte vertiefen und Praktika in der Verwaltung einer der Partnerstädte absolvieren.

Die Partnerschaft mit der Stadt Zerbst nahe Dessau in Sachsen-Anhalt geht auf die Initiative einiger Gemeinderatsmitglieder zurück, die im Jahr 1990 auf privater Basis dort zu Besuch waren. Noch im gleichen Jahr folgte eine offizielle Delegation aus Nürtingen, im Jahr 1992 wurde die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Auch diese Partnerschaft ist laut Metzger durch einen intensiven Austausch auf  kultureller und Vereinsebene gekennzeichnet, Nürtinger Künstler stellten in Zerbst aus, Zerbster Musiker traten in  Nürtingen auf.

Wesentlichen Anteil an der Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Städten hat der Städtepartnerschaftsverein Nürtingen. Im Jahr 1982 gegründet, hat der Verein, der derzeit knapp 90 Mitglieder zählt,  über viele Jahre hinweg  den Schüleraustausch gefördert und, organisiert durch die frühere   Vereinsvorsitzende Son­negard Leopold,  Reisen in die Partnerstädte angeboten. Wie Karin Langbein-Euchner, die Schriftführerin des Vereins, berichtet,  war Leopold auch die  Antriebsfeder für  die Schulpartnerschaft des Hölderlin-Gymnasiums. Zuletzt hat der Verein im vergangenen Jahr für eine größere Gruppe Nürtinger Bürger eine Kulturfahrt nach Zerbst organisiert. Während des Besuchs fand ein gemeinsames Grillfest mit Zerbster Bürgern statt, an dem auch der dortige Bürgermeister Andreas Dittmann teilnahm. „Diese Begegnungen auf bürgerschaftlicher Ebene machen den Sinn einer Städtepartnerschaft aus“, wurde Dittmann damals in der Presse zitiert. pst / Foto: pst


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Auf Rügen verweigert ein Gastwirt ab 17 Uhr Kindern
unter 14 Jahren den Zutritt, die Gäste sollen ungestört
essen können. Eine nachahmenswerte Regelung?

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Kinder ausschließen?

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Feuer und Flamme

Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ vom 24. bis 26. August in Ostfildern

Die 16. Auflage des Internationalen Feuerwerksfestivals „Flammende Sterne“ steht vom 24. bis 26. August in Ostfildern an. Die Veranstaltung  soll dieses Mal besonders exotisch werden: Auf dem Festivalgelände im Stadtteil Scharnhauser Park  sind drei Gruppen   zu Gast, die erstmals in Ostfildern zünden. Die Teilnehmer aus der Ukraine, Hawaii und Südkorea genießen nach Veranstalterangaben einen exzellenten Ruf in der Pyrotechnik-Szene.

„Emotionen pur“ – so beschreibt Jürgen Wünsche von der veranstaltenden MPS-Agentur das  Festival, das mittlerweile rund  50 000 Besucher aus ganz Deutschland anzieht. „In der Szene gehört es  zu den Renommiertesten“, sagt Wünsche. „Das ist mehr als nur ein Feuerwerk.“

Viele Feuerwerksgruppen aus der ganzen Welt bewerben sich jedes Jahr um einen Auftritt bei den „Flammenden Sternen“. Engagiert werden nur die Herausragenden, die, welche  bereits zu großen Anlässen geschossen haben. So wie die ukrainischen  Feuerwerker „Dance of  Fire“, die international unterwegs sind und  im vergangenen Jahr die größte    Feuerwerksshow der Ukraine inszeniert haben. Sie versprechen Opulenz, Bombast und Theatralik. Die Ukrainer  werden am Freitag an den Start gehen. Ganz anders „Hawaii Explosives & Pyrotechnics“, die für den Samstag gebucht sind. Ihr Thema sind heimatliche Motive: Blüten, Palmen, brillante Farben und andere fröhliche Bilder. Die Gruppe inszeniert alle großen Shows auf der Inselgruppe, unter anderem zum Nationalfeiertag und zu Neujahr. „Faseecoom Fireworks“ kommen aus Südkorea und schießen am Sonntag. Ihre Referenz: die Feuershows bei den Eröffnungs- und Schlussfeierlichkeiten bei den Olympischen Winterspielen in diesem Jahr.

Die drei Pyrotechnik-Gruppen treten im Wettstreit um den Sieg gegeneinander an. Für die achtköpfige Jury sicher keine einfache Aufgabe, denn Jürgen Wünsche und Mitveranstalter Joachim Berner versichern: „So unterschiedliche Feuerwerksgruppen hatten wir noch nie.“  Die Feuerwerksshows sind die  Höhepunkte an den drei Tagen. Die „Flammenden Sterne“ wollen aber auch in diesem Jahr mit einem  Beiprogramm glänzen.  Es gibt Livemusik,  Feuerkünstler, Comedy-Artisten und Trommler, eine DJ-Lounge,  Heißluftballons,  die Lasershow sowie  den „Flammende Sterne“-Markt, das Familienprogramm und eine  Gastronomie mit  Ständen. Am Freitag und Samstag  beginnt das Programm um 18 Uhr, am Sonntag um 16 Uhr. bob/Foto Joachim Mell

 

Info: Das Ticket gilt als Fahrschein für den ÖPNV. Die U 7 sowie die Buslinien 120 und 122 fahren den Park öfter an. Auch Park-and-ride-Plätze sind in der Region ausgewiesen. Tickets – die Sitzplätze sind bereits ausverkauft – gibt es an den  Stellen, die unter www.flammende-sterne.de aufgelistet sind. Tickets kosten ab 15 Euro für Erwachsene im Vorverkauf, an der Abendkasse 18 Euro, Familientickets 33 Euro.