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Erschienen am 11.10.2017

Bauen & Wohnen


Erschienen am 27.06.2018

Ausbildungsbetriebe stellen sich vor

Erschienen am 29.09.2016

Unternehmen mit Tradition

Erschienen am 22.11.2017

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Erschienen am 14.3.2018

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Fahrverbote ab 2019

Gericht schreibt Regelungen auch für Euro-5-Diesel in Stuttgart vor

Gegen schmutzige Luft in Stuttgart muss Baden-Württemberg nach einer neuerlichen Gerichtsentscheidung zwingend Fahrverbote für Dieselautos der Euronorm 5 festschreiben. Sollten diese Maßnahmen nicht bis Ende August in den Plan für saubere Luft in der Landeshauptstadt aufgenommen werden, drohen 10 000 Euro Zwangsgeld. Das hat das Verwaltungsgericht Stuttgart in einem von der Deutschen Umwelthilfe initiierten Zwangsvollstreckungsverfahren entschieden. Ob es dann tatsächlich zu Fahrverboten für die betroffenen Dieselautos vom 1. September 2019 an kommt, sei eine Frage der Verhältnismäßigkeit, teilte das Gericht mit.

Bisher hatte sich die grün-schwarze Landesregierung nur auf Fahrverbote für Diesel der Euronormen 1 bis 4 verständigt. Sie sollen vom nächsten Jahr an gelten. Ausnahmen sind vorgesehen. Ob später auch neuere Diesel einbezogen werden, macht die Regierung von der Wirkung des neuen Gesamtpakets zur Luftreinhaltung für Stuttgart abhängig. Es soll 450 Millionen Euro kosten und sieht unter anderem mehr Expressbuslinien und ein besseres Parkraummanagement in Stuttgart vor. Stuttgart kämpft seit Langem gegen zu hohe Feinstaub- und Stickoxid-Werte. 

Nach Darstellung des Verwaltungsgerichts Stuttgart darf das Land Fahrverbote für Euro-5-Diesel nicht auf einen „völlig unbestimmten“ späteren Zeitpunkt verschieben. Die Leipziger Richter (Februar 2018) und vor ihnen auch die Stuttgarter (Juli 2017) hätten entschieden, dass Fahrverbote für Euro-5-Diesel in den Plan für saubere Luft aufzunehmen seien. Die CDU-Fraktion kündigte an, gegen das Urteil Rechtsbeschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim einzulegen. 

Die Landesregierung hatte sich vor dem neuerlichen Richterspruch bereits darauf geeinigt, in Stuttgart als zweiter deutscher Metropole nach Hamburg Fahrverbote einzuführen. Vom 1. Januar 2019 sollen Diesel der Euro-Abgasnorm 4 und schlechter ausgesperrt werden. Allerdings soll es für Anwohner eine Übergangsfrist bis zum 1. April 2019  geben. Dann greift  auch eine Reform der Tarife im Verkehrsverbund VVS, um den Menschen das Umsteigen auf den ÖPNV zu erleichtern. Von den Fahrverboten soll es Ausnahmen etwa für Lieferverkehr und das Handwerk geben, aber auch für Menschen im Schichtdienst, Pflegedienste und Kleinstbetriebe, die bei Verboten in ihrer Existenz bedroht seien. Noch offen ist, wie die Einhaltung der Fahrverbote überwacht werden soll.

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (Stand 1. Januar 2018) sind in der Region Stuttgart, Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und im Rems-Murr-Kreis insgesamt 534 573 Dieselautos zugelassen. 34 Prozent davon sind mit Euro-5-Norm unterwegs. Hinzu kommen  188 163 Dieselwagen mit den Euronormen 1 bis 4.  dpa/Foto:dpa

„Europäische Brüderlichkeit“

Kirchheims Partnerschaften leben von bürgerschaftlichen Kontakten – Freundschaft und enger Austausch

Die Stadt Kirchheim ist mit den Städten Rambouillet in Frankreich, Kalocsa in Ungarn und Backi Petrovac in Serbien partnerschaftlich verbunden. Während die Städtepartnerschaft mit Rambouillet bereits seit 50 Jahren besteht, wurde die Verbindung mit Backi Petrovac erst im vergangenen Jahr besiegelt. Alle drei Partnerschaften leben durch enge und freundschaftliche Beziehungen und das Engagement der Bürger.

An einem viertägigen Partnerschaftsfest unter dem Motto „Wir leben Europa“ im vergangenen Mai in Kirchheim beteiligten sich mehr als 500 Bürger der drei Städte.  Das Fest wurde anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Partnerschaft mit Rambouillet und der offiziellen Bekräftigung der Partnerschaft mit Backi Petrovac organisiert. Da jedoch Vereine und etliche Bürger wesentlich an der Gestaltung beteiligt waren, förderte die Europäische Union die Veranstaltung aus ihrem Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“.

So war das Programm neben politischen Gesprächen der Vertreter der Städte und Informationsbesuchen in  kommunalen Einrichtungen  wesentlich von einem umfangreichen Kulturangebot durch Schulen, Vereine und Organisationen geprägt. Da alle europäischen Gäste privat untergebracht waren, waren die Tage von regem Austausch auf einer bürgerschaftlich-freundschaftlichen  Ebene bestimmt. „Ein großes europäisches Ereignis“ nannte Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker das lange Wochenende.

Als die Städte Rambouillet und Kirchheim im Mai 1967 ihre Partnerschaft begründeten, unterzeichneten sie in der Partnerschaftsurkunde den gemeinsamen  Wunsch nach einem vereinten Europa auf der Basis des Austauschs der Einwohner. So sollte die Partnerschaft laut der Urkunde dabei helfen, „durch eine bessere gegenseitige Verständigung das wache Gefühl der europäischen Brüderlichkeit zu fördern“.

Was zeittypisch leicht pathetisch klang, ist längst  Alltag geworden, das Miteinander von Franzosen und Deutschen selbstverständliche Normalität. Die Stadtverwaltungen, aber hauptsächlich die Schulen und Vereine, die Feuerwehren und Kultureinrichtungen und nicht zuletzt viele Bürger pflegen einen engen Austausch und Kontakte. Rund 30 000 Bürger beider Kommunen sind nach einer Zählung der Stadt durch die Partnerschaft in unmittelbaren Kontakt gekommen. „Städtepartnerschaften leben von der persönlichen Begegnung“, betonte Angelika Matt-Heidecker.

Das gegenseitige Verstehen und das Zusammenwachsen zu einem geeinten Europa auf der bürgerschaftlichen Ebene nach den politischen Veränderungen in Osteuropa waren auch die Intentionen für die Beziehungen mit der ungarischen Stadt Kalocsa. Der Partnerschaftsvertrag wurde daher bewusst am 5. Mai 1990, dem Europatag, unterzeichnet und ein Jahr später feierlich bekräftigt.

Seitdem sind auch mit Kalocsa enge freundschaftliche Beziehungen auf der Ebene der Vereine, Organisationen und des Jugendaustauschs entstanden. Auch die Verwaltungen stehen in engem Kontakt und tauschen sich über kommunalpolitisch wichtige Projekte aus. So standen beim Partnerschaftsfest auch Besichtigungen  der Anschlussunterbringung Geflüchteter oder des Schulneubaus Raunercampus auf dem Programm. „Der Blick über den eigenen Tellerrand ist wichtig“, sagte die Oberbürgermeisterin.

Die jüngste Partnerschaft ist die mit der serbischen Kommune Backi Petrovac. Sie wurde 2017 in Serbien unterzeichnet.  Der Kontakt besteht auf privater Ebene freilich schon seit dem Jahr 1966.

Damals hatte Kirchheim die Patenschaft für den Teilort Maglic, die frühere Gemeinde Bulkes, übernommen. Viele Deutschstämmige wurden am Ende des Zweiten Weltkriegs von dort vertrieben und fanden schließlich in Kirchheim eine neue Heimat.

Aus der Patenschaft für die Bulkeser entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen den  beiden Kommunen. Der Kirchheimer Gemeinderat hatte daher anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Patenschaft 2016 beschlossen, die Freundschaft mit einem offiziellen Partnerschaftsvertrag zu besiegeln. Mit der Bekräftigung der Partnerschaft in diesem Jahr  wurde nun die Basis für eine Vertiefung der  Beziehungen gelegt. pst/Foto: Stadt Kirchheim

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Absage an Nationalismus

Esslingen hat elf Partnerstädte auf drei Kontinenten – Coimbatore in Indien ist jüngster Partner – Ringverbindung ausgezeichnet

Es ist bereits 14 Jahre her, dass die Stadt Esslingen mit der Europaplakette für herausragende Leistungen zur Förderung des europäischen Gedankens ausgezeichnet  wurde. Der Europarat würdigt damit  die Pflege der Beziehungen der Stadt zu ihren zehn Partnerstädten in West-, Mittel- und Osteuropa und in den USA.

Seit damals ist einiges passiert. Die Stadt hat ihre Aktivitäten nach Asien ausgeweitet. Zu der Stadt Coimbatore in Indien pflegt Esslingen seit zwei Jahren eine offizielle Partnerschaft. Die indische Stadt ist die elfte Partnerstadt Esslingens nach Vienne in Frankreich, Schiedam in Holland, Eger in Ungarn, Molodetschno in Weißrussland, Neath in Großbritannien, Norrköping in Schweden, Piotrkow Tribunalski in Polen, Velenje in Slowenien, Udine in Italien und Sheboygan in den USA.

Während des Bürgerfests vor zwei Jahren wurde in Esslingen die Städtepartnerschaft mit der südindischen Stadt Coimbatore offiziell besiegelt. Damit konnten die seit 2007 bestehenden Kontakte auf eine verlässliche Grundlage gestellt und ein Rahmen geschaffen werden, der den Menschen in beiden Städten ein gegenseitiges Kennenlernen ihres Landes, ihrer Kultur, Tradition und Lebensweise ermöglicht.

Die Beziehungen zwischen Esslingen und Coimbatore stehen noch am Anfang. Regelmäßige Begegnungen werden mit dem seit acht Jahren bestehenden Schüleraustausch der Zollberg-Realschule und der Matriculation and Higher Secondary School praktiziert. Ein weiterer Schüleraustausch der Esslinger Gymnasien mit der GD Public School Coimbatore startet im Oktober.

 Im Rahmen der noch jungen Städtepartnerschaft will man künftig jährliche Veranstaltungen zu Themen indischer Tradition, Kultur und Gesellschaft anbieten. „Dies wollen wir, wo immer es möglich ist, im Zusammenwirken mit unseren Partnern in Coimbatore tun“, sagt Jutta Fahrion, die zuständige Referentin im Esslinger Rathaus. In diesem Jahr war eine Delegation zu Besuch, die traditionelle indische Tänze vorgeführt und erklärt hat. Die Veranstaltung nächstes Jahr soll das Thema Yoga näher erläutern.

Coimbatore ist mit rund 1,6 Millionen Einwohnern nach Chennai, dem früheren Madras, die zweitgrößte Stadt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Sie liegt im gleichnamigen Distrikt Coimbatore im Westen Tamil Nadus nahe der Grenze zum Bundesstaat Kerala.

Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde war das Ergebnis eines langen Prozesses. Weil die Genehmigung von Städtepartnerschaften in Indien den nationalen und subnationalen Regierungsstellen vorbehalten sind, wurde von den Vertretern der Stadt Coimbatore ein gemeinsam mit Esslingen erarbeiteter Entwurf einer Partnerschaftsvereinbarung bereits im Jahr 2010 zur Genehmigung eingereicht. Die Kontakte sollten aber in der Zwischenzeit gepflegt und vertieft werden. Ein Freundschaftsvertrag sollte das regeln.

Nach langen Verhandlungen unter Einschaltung des Generalkonsulats der BRD in Chennai erhielt die Stadt Coimbatore vor zwei Jahren die Genehmigung zur Unterzeichnung der nach indischem Recht notwendigen und vorgegebenen Partnerschaftsvereinbarung.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung haben Esslingen und Coimbatore Geschichte geschrieben: Es ist die erste von der indischen Regierung offiziell anerkannte deutsch-indische Städtepartnerschaft.

Oberbürgermeister Jürgen Zieger sieht die Verbindung  als konsequente Weiterentwicklung Esslinger Partnerschaftspolitik, aber auch eingebunden in die künftige Ausrichtung deutsch-indischer Beziehungen. Coimbatore soll neben zwei weiteren Städten im Rahmen der „Smart Cities Initiative“ in den Fokus der deutsch-indischen Zusammenarbeit rücken. Die Bundesrepublik will in diesen drei Städten Projekte des Smart City Programms für eine nachhaltige intelligente Stadtentwicklung unterstützen.

In der Zwischenzeit ist das Bronzerondell auf dem Hafenmarkt ergänzt worden. In Bronze gegossen und nach der jeweiligen Himmelsrichtung ausgerichtet, hat der Esslinger Künstler Helmut Stromsky vor 30 Jahren das Rondell entworfen und installiert und kürzlich die neue Platte  mit der Aufschrift Coimbatore/Indien eingefügt

 Bei der Auszeichung der Stadt durch den Europarat stand auch das Netzwerk der sogenannten Ringpartnerstädte und die  jährliche Konferenz der Partnerstädte im Fokus. Bei der  jüngsten Konferenz   2017  wurde zwischen den Städten Piotrkow Tribunalski, Udine, Velenje und Vienne vereinbart, die gewachsenen Kontakte und Strukturen weiter  auszubauen. Ein  Memorandum mit dem  europäischen Gedanke im Vordergrund wurde formuliert: „Nationalistische Bestrebungen stehen im Widerspruch zu unserem Verständnis der europäischen Gemeinschaft“, heißt es dort. „Wir schauen durchaus besorgt nach Polen“, sagt Jutta Fahrion. Dort sind im November Wahlen, und man sei sehr gespannt, was sich ändere. In Esslingen hofft man, dass der jetzige Bürgermeister im Amt bleiben kann.

Die Bürgermeister der Ringpartnerstädte haben außerdem verschiedene Projekte der Zusammenarbeit vereinbart. So soll das Euromusikfestival in den einzelnen Städten stattfinden und von Gruppen und Künstlern der anderen Städte besucht werden. Dieses wird im Herbst  in Esslingen stattfinden. Laut Fahrion sind bereits sechs Gruppen aus Partnerstädten angemeldet. 

Städtepartnerschaften unterliegen einem  stetem Wandel: So ist die Partnerschaft mit Schiedam in Holland seit einiger Zeit inaktiv – das dortige Rathaus hat kein Interesse an Kontakten. Ähnliches geschieht mit  Neath. Vor einigen Jahren gab es in Wales eine Gebietsreform, seit der Neath zur Stadt Port Talbot gehört. Deren Stadtobere haben die Städtepartnerschaft aufgekündigt – wogegen sich Neath wehrt. „Esslinger Besucher werden in Neath nach wie vor sehr freundlich empfangen“, sagt Fahrion. Norrköping in Schweden wiederum  nutzt die Kontakte vorwiegend zum Expertenaustausch.

   Die ofiziellen Kontakte zur weißrussischen Stadt Molodetschno – lange auf Eis – werden wieder zaghaft aufgegriffen, da es seit zwei Jahren keine willkürlichen Verhaftungen gegeben habe, wie Fahrion sagt. Zur 650-Jahr-Feier der Stadt waren Esslinger Vertreter angereist.

Mit Sheboygan laufe es vorbildlich   – seit nunmehr 50 Jahren, sagt Fahrrion. Die Säule sei der rege Schüleraustausch, der vor allem von Esslinger Seite aus sehr gut angenommen werde.

Die erste Partnerstadt  der Stunde ist Vienne. Mit lange gewachsenen Kontakten seit 60 Jahren: „Wenn heute Besucher kommen, dann frage ich immer, wessen Eltern und Großeltern schon in Esslingen waren“, berichtet  Fahrion. „Dann gehen die meisten Hände hoch.“  bob/Foto:bob

Per Rad übers Tal

Lückenschluss: Radweg über die Körschtalbrücke wird gebaut

Für die Autofahrer ist es ein Umweg: Wer von der Autobahn kommt und nach Esslingen oder zur B 10 will, muss wie früher den Weg durch das Körschtal nehmen. Der Grund: Die Körschtalbrücke, ein Teil der L 1192, ist bis Oktober nur in Richtung Autobahn A8 befahrbar, da auf der anderen Spur der Radweg gebaut wird.
So wie es den Autofahrern in Richtung Esslingen derzeit ergeht, so war es für die Radler immer schon. Als das Körschtalviadukt vor rund 24 Jahren erbaut wurde, sahen die Planer keine Spur für Fahrräder vor. Bis heute gilt: Motorfahrzeuge nehmen den kurzen und geraden Weg über die 55 Meter hohe Brücke, der steile und längere Weg durch das tief eingeschnittene Flusstal muss Muskelkraft bewältigen.
Das hat nun im Herbst ein Ende. Am westlichen Kurvenrad der Brücke wird der Radweg angelegt. Die Fahrbahn wird eingeengt und gleichzeitig der vorhandene Notgehweg auf der westlichen Seite um rund zwei Meter verbreitert. Außderdem wird der Übersteigschutz außen vergrößert. Dem motorisierten Verkehr wird dann jeweils eine 3,75 Meter breite Fahrspur zur Verfügung stehen, die auch für den Lkw-Verkehr ausreicht. Der Radweg auf der Brücke wird dann 2,75 Meter breit und im Gegenverkehr zu befahren sein. Er wird nördlich und südlich der Körschtalbrücke an vorhandene Wege angeschlossen. „Damit bekommen Radlerinnen und Radler eine weitere attraktive Radverbindung zwischen dem Neckartal und den Fildern, ohne den großen Höhenunterschied durch das Körschtal überwinden zu müssen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann, der zum Auftakt der Bauarbeiten gekommen war. Mit dem Radweg über das Viadukt wird eine 820 Meter lange Lücke im Radwegenetz geschlossen. 700 Meter davon befindem sich auf dem Viadukt, die restlichen Wege entfallen auf die Rampen im Norden und Süden. Auf Ostfilderner Gemarkung wird ein Feldweg als Zubringer auf einer Länge von 240 Metern ausgebaut. Rund zwei Millionen Euro investiert das Land in den Lückenschluss, die Stadt Ostfildern übernimmt den notwendigen Grunderwerb nördlich der Brücke, südlich davon übernimmt die Gemeinde Neuhausen. Deren Bürgermeister Ingo Hacker freute sich über das „lange überfällige Projekt“: Schließlich würden viele Neuhausener Schüler auf die weiterführenden Schulen nach Nellingen fahren. Hacker hoffte auch, dass viele Berufspendler mit der neuen Verbindung aufs Rad umsteigen. Laut Verkehrsminister Hermann gehört die  L 1192 zu den meist befahrenen Landstraßen im Bundesland mit 25 000 bis 30 000 Autos am Tag.
Während der Autoverkehr durch das Körschtal und über Nellingen zurück zur L 1202 geführt wird, läuft der Lastverkehr auf der L 1204 durch Denkendorf über Deizisau zur B 10. Am 12. Oktober soll die Sperrung auf der Brücke aufgehoben sein, der Radweg wird nach dem Ausbau der Feldwege im November komplett benutzbar sein. bob/Foto:bob

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Im Weinkeller enge Bande geknüpft

Die Plochinger Städtepartner- und -freundschaften leben – Häufig legt die Musik den Grundstein – Historische Verbindung nach Italien

Oft legte Musik den Grundstein, aber auch die Geschichte spielte eine Rolle: Plochingen pflegt drei offizielle Städtepartnerschaften und drei Städtefreundschaften und streckt dabei die Fühler in den Norden, den Osten und den Süden Europas aus.
Über der „Europatür“ im Alten Rathaus rahmen die Wappen der Partner- und befreundeten Städte dasjenige von Plochingen ein. Sie wurden 2007, anlässlich der Feiern zu 50 Jahre Römische Verträge in Europa, am Durchgang zur Außenterrasse direkt auf die Wand gepinselt. Mit Jahreszahlen versehen, geben sie Aufschluss darüber, in welcher zeitlichen Reihenfolge die Beziehungen entstanden sind.
Nur einmal kam der Anstoß sozusagen „von oben“: Nach der Wende waren die Gemeindeverwaltungen dazu angehalten, die Kommunen im Osten beim Aufbau neuer Strukturen zu unterstützen. Plochingen übernahm deshalb 1990 eine Patenschaft für Luckau in Brandenburg. „Da hat auch jemand aus Plochingen mal ein Dreivierteljahr lang mitgearbeitet“, erinnert sich Kulturamtsleiterin Susanne Martin. Mittlerweile ist aus dem Patenschafts- ein Freundschaftsverhältnis geworden, der Austausch geht auf anderer Ebene weiter – erst kürzlich haben Schulchor und Sinfonieorchester des Plochinger Gymnasiums dort einen Besuch gemacht.
Sonst waren es immer Vereine und Einzelpersonen, die aktiv wurden. So lud Anfang der 60er-Jahre ein ins schwedische Landskrona ausgewanderter Plochinger seine Sängerfreunde vom Josef-Seliger-Chor zu sich ein. Natürlich traten sie auch in Schweden auf – das Samenkorn war gelegt für die Partnerschaft, die 1977 als erste offiziell besiegelt wurde. Sie muss mit rund 1000 Kilometern die größte Entfernung überwinden. Gemessen daran seien die Beziehungen lebendig, findet Susanne Martin, auch wenn sie schon mal intensiver waren. Da spielt auch Persönliches herein – zum schwedischen Vorgänger-Bürgermeister hatte der Plochinger Rathauschef Frank Buß ein ausnehmend gutes Verhältnis, die Nachfolgerin sei weniger am Austausch mit Deutschland interessiert, sagt er. Buß sieht auch die Verwaltungen immer wieder als Impulsgeber und Vermittler zwischen Vereinen und Gruppen und fährt oft mit einer Plochinger Delegation zu offiziellen Anlässen in die Partnerstädte. Die Verwaltung versuche „schon auch, die Partnerschaften mit Leben zu erfüllen“, sagt er.
Der Weg zur Partnerschaft mit Zwettl führte ebenfalls über die Musik: Zur Einweihung der Stadthalle 1979 lud der Musikverein Stadtkapelle sein Pendant aus dem niederösterreichischen Ort, den Musikverein C. M. Zieherer, ein. Bis 1996 hegte man das formlose, „gschlamperte Verhältnis“ fröhlich weiter, um es dann in eine offizielle Partnerschaft umzuwandeln. Spätestens seit 1998 sind die Zwettler in Plochingen bestens bekannt, denn sie hatten während der ganzen Gartenschauzeit ihr Häuschen mit eigenem Personal auf dem Gelände und präsentierten dort ihre Heimatregion, das Waldviertel.
Noch vor dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ machte der Plochinger Posaunenchor 1981 auf Initiative seines damaligen Leiters Dieter Greiner eine Konzertreise nach Ungarn, was in dieser Zeit alles andere als selbstverständlich war. Verschiedene Orte wurden besucht, immer verbunden mit einem Konzert. Darunter war Orszlány, wo die Plochinger besonders herzlich aufgenommen wurden. Die Bürger „haben uns gleich ihre Weinkeller geöffnet und vor der Abfahrt den Bus mit Blumen geschmückt“, erzählt Reiner Nußbaum, der heutige Posaunenchorleiter war damals mit dabei. Einzelfreundschaften entstanden, die teilweise bis heute halten. Der Plochinger Peter Raviol, der bis zum Ruhestand Professor in Ludwigsburg war, hat mit dem Austausch von Studenten und Praktikanten zur Intensivierung der Beziehungen beigetragen. „Da sind die persönlichen Beziehungen einfach sehr eng, erfreulicherweise geht das auch schon in die zweite Generation über“, sagt Buß. Seit 2010 ist die Partnerschaft offiziell, und noch immer gelte, so Susanne Martin: „Alle, die aus Orszlány zurückkommen, sind unglaublich beeindruckt von der Gastfreundschaft.“ Beim diesjährigen Marquardtfest haben Mitglieder des Stadtfernsehens von Orszlány einen Film über die Partnerstadt am Neckar gedreht, und direkt im Anschluss brachen einige Plochinger zum Gegenbesuch auf, um sich aktiv an der langen Museumsnacht in Orszlány zu beteiligen. Ebenso treffen sich Ungarn und Plochinger bei Skiausfahrten.
Befreundet ist Plochingen mit Svitavy in Tschechien. Von dort kamen viele der Vertriebenen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg am Neckarknie ansiedelten. „Da hat es dann 1992 nach der Öffnung des Ostens wieder eine Annäherung gegeben“, berichtet Susanne Martin.
Im Fall des norditalienischen Cividale schließlich spielte die Ortsgeschichte die entscheidende Rolle. Der mittelalterliche Ortsherr von Plochingen, Marquardt von Randeck, wurde später Patriarch von Aquileia in Nord-Ost-Italien und hatte seinen weltlichen Sitz unweit davon in Cividale del Friuli. Jedes Jahr wird dort die „Rückkehr des Patriarchen“ als historisches Festspiel gefeiert – eine Parallele zum jährlichen Marquardtspiel in Plochingen. Und wenn in Cividale der „Palio“, ein Stadtwettbewerb, ausgetragen wird, ist regelmäßig ein Bogenschützen-Team vom Neckar dabei. Seit 2003 besteht diese Städtefreundschaft.
Ein Abbild des Schwertes, das der Patriarch einst beim Einzug in Cividale trug, haben die Italiener den Plochingern geschenkt: Diese einzige Replik des Originals hängt im Ratssaal. Aber auch andere Spuren der internationalen Beziehungen finden sich im Stadtbild. An den Plochinger Ortseingängen weisen große Schilder auf die Partnerkommunen hin, jeder der offiziellen Partnerstädte ist eine Straße im neuen Baugebiet Talweg gewidmet. Und zwei Bäume wurden gemeinsam gepflanzt: im Bruckenwasen mit den Ungarn, im Kulturpark Dettinger mit den Österreichern. aia / Foto: aia

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Freie Bahn für Lebensretter

Immer wieder wird Notärzten und Feuerwehr ihre Arbeit durch fehlende Rettungsgassen erschwert – Höhere Bußgelder

Die Sommerferien stehen vor der Tür, einhergehend mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und steigender Unfallgefahr. Auf Autobahnen in Deutschland gelten weltweit die wenigsten Geschwindigkeitsbeschränkungen. Wenn es dann kracht, bleibt es meist nicht bei Blechschäden. Wird jemand verletzt, kommt es auf jede Sekunde an, die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten müssen möglichst rasch am Unfallort sein. Doch wird das immer schwieriger, weil die Rettungsgasse häufig nicht funktioniert.
„Dieses Phänomen der fehlenden Rettungsgassen gibt es schon seit Jahrzehnten“, ärgert sich Ronald Schultheiß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Kirchheim und zugleich stellvertretender Kreisbrandmeister. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich pflichtet ihm bei: „Der Egoismus auf den Autobahnen in Deutschland führt dazu, dass jeder versucht, schneller ans Ziel zu gelangen. Da versucht man oft, auch im Stau noch andere zu überholen.“ Auf der Autobahn führe das dazu, dass die Rettungsgassen zwar gebildet werden, aber durch Fahrzeuge verstopft sind. Prekär werde es insbesondere, wenn selbst Lkw ausscheren und andere Lastwagen überholen wollen, sagt Dittrich. Bei einem Unfall im Frühjahr am Autobahnparkplatz „Urweltfunde“ bei Holzmaden wurde ein rumänischer Lkw-Fahrer schwer verletzt. Weil kein Weg für die Rettungskräfte freigehalten wurde, musst er mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Die Polizei zeigte damals mehrere Verkehrsteilnehmer an, die die Rettungsgasse behinderten.
„Wir beobachten, dass die freie Spur für die Fahrzeuge der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste nach der Durchfahrt des ersten Einsatzwagens wieder geschlossen wird“, sagt Dittrich. Im Normalfall folgen aber auf die ersten Fahrzeuge weitere, auch die größeren Einsatzwagen der Feuerwehr. Das werde für die Feuerwehrangehörigen dann zur Millimeterarbeit. Schultheiß berichtet aus eigener Erfahrung: „Auf der Einsatzfahrt baut sich bei den Rettungskräften Druck auf. Da steigt der Pegel von Adrenalin und Stress.“ Die Anfahrt durch fehlende Rettungsgassen könne aber kaum geübt werden. So müsse sich die Notfallnachsorge nicht nur um Unfallopfer und deren Angehörige, sondern auch um Einsatzkräfte kümmern.
Oft komme bei Anfahrten zu Rettungseinsätzen auch Wut auf, berichtet Stephan Mahl. Er war als ehemaliger Rettungsassistent häufig Fahrer für Notärzte des DRK. „Man will Leben retten, helfen und sichern, aber Autofahrer versperren den Weg.“ Mahl wünscht sich ein generelles Überholverbot für Lastwagen auf den Autobahnen.
„Smartphones in den Autos lenken vom Verkehr ab“, sagt Dittrich. Besonders wenn ein Stau entsteht, hantierten viele mit ihren Telefonen, hörten meist die Sondersignale nicht und achteten nicht auf den nachfolgenden Verkehr. „Oft stehen wir praktisch mit Martinshorn und Blaulicht direkt hinter den Fahrzeugen und werden nicht gehört. Wenn uns dann die Lenker bemerken, erschrecken sie und reagieren genau in dem Moment falsch“, ergänzt Schultheiß. Wer im stockenden Verkehr unterwegs ist, fährt meistens dicht auf. Da rollen oder stehen die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange. Dittrich rät: „Mindestens zwei Meter Abstand zum vorderen Fahrzeug halten, das hilft beim Rangieren.“
Erst im Oktober des vergangenen Jahres hat der Bundesrat die Strafen für Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, verzehnfacht. Waren es vorher 20 Euro Bußgeld, werden jetzt mindestens 200 Euro fällig. Es drohen aber auch 320 Euro und Fahrverbot. Aber was nutzen die hohen Strafen, wenn Vergehen kaum geahndet werden. „Wer soll das kontrollieren?“, fragt Dittrich. Die Angehörigen der Feuerwehr seien keine Hilfssheriffs und hätten im Notfall andere Aufgaben. „Die anfahrenden Polizeibeamten müssen sich meist auch durch den Verkehr kämpfen, wollen auch schnellstmöglich am Einsatzort sein.“ So bleibe das Behindern einer Rettungsgasse meist ungesühnt. In anderen Ländern wie den USA seien Rettungskräfte mit Dashcams unterwegs. Diese filmen die Einsatzfahrt, im Nachgang wird Fehlverhalten zur Anzeige gebracht.
Für die beiden Verantwortlichen der rund 3700 Feuerwehrangehörigen im Landkreis Esslingen ist die sogenannte „Fireline“ eine mögliche Hilfe – eine Spur, die nur für Einsatzfahrzeuge reserviert ist. Schnelle Lösungen sind aber nicht in Sicht. Es bleibt nur, an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer zu appellieren. Dittrich bringt es auf den Punkt: „Fahrzeuge mit Sondersignalen – Blaulicht und Martinshorn – haben in jedem Fall Vorrang. Das heißt: Platz machen.“ An verschiedenen Autobahnbrücken gibt es bereits große Transparente, die auf die Bildung der Rettungsgassen hinweisen. Auch Autobahn-Leitsysteme könnten genutzt werden. „Wenn wir da Piktogramme einsetzen, verstehen die Hinweise auch ausländische Verkehrsteilnehmer“, vermutet Dittrich.

Thomas Krytzner / Foto: dpa

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Restaurants stören sich zuweilen an allzu freizügiger
hitzebedingter Kleidung. Und Sie? Wäre eine Kleiderordnung gut?

Foto: dpa

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