Neue Erkenntnisse

Ausgrabungen am Kloster Denkendorf: Keramikfunde reichen teilweise bis ins Frühmittelalter  zurück

Am Klosterhof-Areal in Denkendorf  wird ein Pflegeheim gebaut.  Ausgrabungen von Archäologen haben dort nun bedeutende Funde zu Tage gefördert: Bedeutend deshalb, weil die Funde zeigen, dass das Gebiet bereits vor dem Klosterbau besiedelt war. Das sind neue Erkenntnisse für die Geschichte Denkendorfs. Die Grabungen werden wohl in der nächsten Woche beendet sein.

Das Margarete-Blarer-Haus am Kloster steht seit Herbst 2018 nicht mehr.  Seit Mitte November wird auf Veranlassung des Landesdenkmalamts auf diesem Areal gegraben. Das Kloster-Ensemble ist ein   archäologisches Kulturdenkmal.  Bei Eingriffen in den Boden wie jetzt beim Neubau des Pflegeheims muss die Denkmalsubstanz wissenschaftlich ergraben werden, um nicht undokumentiert zerstört zu  werden.

Älter als gedacht

Seit November gräbt die Firma IKU  aus Rottenburg-Wendelsheim mit zum Teil bis zu acht Personen vor Ort. Derzeit legen sie einen Kanal frei, der das Sickerwasser von den  weiter oben liegenden, Wasser führenden Schichten  aufgenommen hat.  Die Grabung  soll bis zur nächsten Woche beendet sein.

„Wir haben mit den Grabungen neue Erkenntnisse zur Besiedlungsgeschichte Denkendorfs gewonnen“, zieht Dorothee Brenner Bilanz. Die Gebietsreferentin  für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie  für den Kreis berichtet von frühmittelalterlichen    Keramikfunden. Deren Herstellungstechnik     und die spezifischen  Randformen weisen in die Zeit ab dem achten Jahrhundert hin.  „Wir können also sagen, dass vor der Klostergründung hier schon Menschen gesiedelt haben“, erklärt Brenner. Genaueres lässt sich über die frühen Denkendorfer aber kaum sagen. Waren sie einfache Menschen? Waren sie wohlhabend?

„Wir haben zwei   verzierte Beschläge aus Knochen gefunden, die möglicherweise zu einem Reliquienkästchen gehört haben könnten“, sagt Brenner. Das könnte auf eine wohlhabendere Bewohnerschaft hinweisen. Auch zogen die Mitarbeiter etliche  Tierknochen aus dem Boden – auffallend viele Knochen von Fleischfressern, vielleicht Hunden,  waren dabei, also keine Nutztiere. Könnten die Hunde für die Jagd eingesetzt worden sein? Auch dieser Gedanke könnte darauf hinweisen, dass die damaligen  Bewohner nicht ganz einfache Leute waren.    

Kalkofen begeistert

Die Fachleute sind auch begeistert von einem  erstaunlich gut erhaltenen Kalkofen. Der gefundene Brennofen diente  vermutlich dazu, vor Ort Baumaterial zu produzieren. Er wird  schätzungsweise zur Zeit der Klostergründung um 1130 angelegt worden sein. Der so bezeichnete „stehende Ofen“ hat zwei gewölbte Schürlöcher, durch die er bedient wurde. Vier Tage lang wurden darin Kalkbrocken auf bis zu 1000 Grad erhitzt. Mithilfe des gebrannten Kalks wurde dann Mörtel angerührt. Ein besonderer Fund  sind auch Topfkachelscherben, die von den Archäologen als eine der ältesten Ofenkachelformen aus Baden-Württemberg eingestuft werden –  zwischen dem zehnten und zwölften Jahrhundert waren Kachelöfen ein Statussymbol.

Auch hat sich herausgestellt,  dass am Kloster,  entgegen bisherigem Wissen, bereits im Spätmittelalter  ein Flügel Richtung Süden angebaut war.

Die Firma IKU, die die Grabungen durchführt, wird    die Funde nun säubern, dokumentieren und in ihrem Lager in Rottenburg-Wendelsheim beschriften. Später sollen sie  ins Lager des Landesmuseums in Rastatt übersiedeln. bob / Foto: bob


Spielespaß im Osternest

Empfehlenswerte Geschenkideen: Aktuell sind etliche neue Würfel- und Kartenspiele erschienen

Top für Kindergartenkinder: Bei „Wettlauf in den Stall“ müssen die Spielerinnen und Spieler würfeln, passende Plättchen aufdecken und Tiere vorwärtsbewegen.

Wenn der Osterhase Kinderherzen glücklich macht, hat er meist Schokoladeneier und andere Süßigkeiten im Gepäck. Doch wie wäre es mit spielerischen Alternativen? Unsere Expertin Tanja Liebmann-Décombe gibt Tipps zu besonders empfehlenswerten Neuheiten.

Für Würfelfreunde

Keine Frage: Würfelspiele sind Glücksspiele. Bei „Hex Roller“ können Taktiker allerdings selbst ihr Glück in die Hand nehmen, zumindest ein bisschen. Entscheidend ist: Welche Zahlen wähle ich aus, um das Beste aus dem aktuellen Wurf herauszuholen? Je nach Spieler wird die Antwort anders ausfallen. Nur durch Zufall kann es vorkommen, dass die Spieler gleiche Zahlen aussuchen und dann auch noch an den gleichen Stellen auf ihrem Zettel eintragen. Wie oft und wo die Einträge erfolgen, ist dank der übersichtlichen Anleitung einfach zu verstehen. Wer seine Boni clever einsetzt, lukrative Punktquellen im Blick behält und Verbindungen zwischen den vorgedruckten Zahlen schafft, hat gute Chancen auf den Sieg. Fazit: kurzweilig, eingängig, gut.

„Hex Roller“ von Rustan Hakansson, erschienen bei Frosted Games/Pegasus Spiele. Ein bis acht Spieler ab acht Jahren; etwa 20 Minuten; etwa zehn Euro.

Für Kindergartenkinder

Ein gelungenes Schau-Genau-Spiel gefällig? „Hexe, Tier . . . wer fehlt denn hier?“ ist optimal dazu geeignet, um die Konzentrationsfähigkeit von Vierjährigen und älteren Kindern zu fördern. Sind die beiden Würfel gefallen, müssen die Spieler nämlich schauen, ob die abgebildeten Tiere auf ihren Karten zu sehen sind. Karten, auf denen sich beide Tiere befinden, dürfen umgedreht werden. Wer Würfelglück und alle seine Karten umgedreht hat, bekommt diejenigen Karten, die die Mitspieler noch offen vor sich liegen haben. Wer am Ende des dritten Durchgangs die meisten Karten hat, gewinnt. Fazit: Ein prima Spiel für Kindergartenkinder.

„Hexe, Tier . . . wer fehlt denn hier?“ von Haim Shafir, erschienen bei Amigo. Zwei bis vier Spieler ab vier Jahren; etwa zehn Minuten; rund acht Euro.

Für Paare

Das Faszinierendste an „Imhotep – Das Duell“ ist, dass in jeder Partie zu fast jedem Zeitpunkt eine prickelnde Spannung zu spüren ist. Wo platziert der Gegner seine Figur? Welches Plättchen will er sich schnappen? Kann ich ihm zuvorkommen und ihm einen Strich durch die Rechnung machen? Alle diese Fragen treiben die Spieler um und fordern volle Konzentration. Denn wer sich ablenken lässt oder es verpasst, das Tun seines Gegenübers zu verfolgen, kann rasch ins Hintertreffen geraten. Wichtig ist es, das Punkte-Potenzial der einzelnen Bereiche bestmöglich auszuschöpfen und auch die blauen Sonder-Plättchen nicht außer Acht zu lassen. Mit ihnen können kleine Vorteile in große Siegchancen verwandelt werden. Fazit: Ein tolles Zwei-Personen-Spiel.

„Imhotep – Das Duell“  von Phil Walker-Harding, erschienen bei Kosmos. Zwei Spieler ab zehn Jahren; etwa 30 Minuten; rund 17 Euro.

Für Kartenspieler

Ab in die Tiefe! Bei „Pearls“ schlüpfen die Spieler in die Rolle von Tauchern, die versuchen, möglichst viele Perlenkarten einer Farbe zu sammeln und diese Perlen in wertvolle Ketten zu verwandeln. Reihum dürfen sich die Spieler alle gleichfarbigen Karten der Auslage holen oder Karten ablegen. Gut abzuwägen ist Trumpf: Lege ich bereits vier Perlen einer Farbe, um mir den Vierer-Bonus zu schnappen und Platz für neue Karten auf der Hand zu haben? Oder warte ich ab, um mir weitere Karten für einen höheren Ketten-Bonus zu holen? Zwar kann bei „Pearls“ durchaus taktiert werden. Letztlich hat es aber auch mit Glück zu tun, wer seine Pläne erfüllen kann. Fazit: Ein einfaches Karten-Sammel-Spiel zum Jubeln und zum Ärgern.

„Pearls“  von Christian Fiore und Knut Happel, erschienen bei Abacusspiele. Zwei bis sechs Spieler ab sechs Jahren; etwa 15 Minuten; etwa acht Euro.

Für Spieleeinsteiger

„Wettlauf in den Stall“ ist top, um Kindergartenkinder an den Spieletisch zu locken. Gespielt wird klassisches Memory, die Schachtel lässt sich in einen bunten Bauernhof mit Stall und Weide verwandeln. Wow, was es da alles zu entdecken gibt! Allerdings neigt sich der Tag so langsam seinem Ende zu und das Vieh muss zurück zum Hof. Wer ein gutes Gedächtnis und Glück beim Würfeln hat, kann dabei helfen, die Tiere Schritt für Schritt voranzutreiben. Wird es den Spielern gelingen, die Bauernhofbewohner sicher in den Stall zu bringen, bevor die Sonne untergeht? Fazit: robust, schön gestaltet und ein guter Spieleeinstieg, denn am Ende gewinnen oder verlieren alle gemeinsam.

„Wettlauf in den Stall“  von Ingeborg Ahrenkiel, erschienen bei Schmidt Spiele. Zwei bis vier Spieler ab drei Jahren, rund 15 Minuten, etwa 18 Euro.

Weitere Spieleneuheiten, die sich   fürs Osternest eignen:

„Magic Mandala“ von Manu Palau, erschienen bei Huch. Ein bis vier Spieler ab sechs Jahren; etwa 15 Minuten, rund zehn Euro.

„Dizzle“  von Ralf zur Linde, erschienen bei Schmidt Spiele. Ein bis vier Spieler ab acht Jahren; etwa 20 Minuten, rund zwölf Euro.

„Stadt, Name, Land“, erschienen bei ASS Altenburger. Zwei oder mehr Spieler ab sieben Jahren; etwa 15 Minuten; etwa acht Euro.

„Knaster“ von Heinz Wüppen, Markus Schleininger und Reinhard Staupe, erschienen beim Nürnberger-Spielkarten-Verlag. Ein bis zwölf Spieler ab acht Jahren; rund 15 Minuten; etwa zehn Euro.

„DOS“ erschienen bei Mattel Games. Zwei bis vier Spieler ab sieben Jahren; etwa 30 Minuten; rund zehn Euro.

„Colour Chameleon“ erschienen bei Jumbo. Zwei bis vier Spieler ab drei Jahren; etwa 15 Minuten; rund 32 Euro. Zwei bis vier Spieler ab drei Jahren; etwa 15 Minuten; rund 32 Euro. Liebmann-Décombe / Foto: Liebmann-Décombe


Abgestimmt

In Berlin wird ein Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungsbaufirmen vorbereitet, Grünen-Chef Robert Habeck unterstützt dies.  Sollen Vermieter enteignet werden, um günstigeren Wohnraum zu schaffen?

Foto: dpa

Enteignen?

Ergebnis

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„Ein Segen liegt auf diesem Haus“

Hospiz in Esslingen besteht seit fünf Jahren – Veranstaltungsreihe während des ganzen Jahres

Das stationäre Hospiz in Esslingen ist vor fünf Jahren eröffnet worden. Das nutzen Träger, Mitarbeiter und Beteiligte  für einen Rückblick.  Dekan Bernd Weißenborn vom Träger Evangelische Gesamtkirchengemeinde fasst die  vergangenen Jahre   im Haus in der Keplerstraße  so zusammen: „Es liegt ein Segen auf diesem Haus.“

Acht Plätze, Gemeinschaftsräume, Trauerräume, ein Garten  – das stationäre Hospiz hat in den vergangenen Jahren rund 500 todkranke Menschen in der letzten Phase ihres Lebens aufgenommen und betreut. Die Menschen – im Hospiz heißen sie Gäste – stammen aus allen Gesellschaftsschichten und gehören allen Konfessionen an. Sie werden aufgenommen, wenn es für sie keine  Versorgungsalternative gibt. Ihr Aufenthalt im Haus beträgt in der Regel  14 Tage. Acht der Gäste haben das Haus aber auch wieder in andere Einrichtungen wie Pflegeheime oder nach Hause  verlassen können.

Ambulant vor stationär

Das Haus in der Keplerstraße ergänzt die ambulante Hospizarbeit im Landkreis Esslingen. Susanne Kränzle, die Gesamtleiterin des Hospizes, betont: „Ambulant geht vor stationär.“ Damit folgt die Hospizbewegung dem Bedürfnis der Menschen, in der vertrauten  Umgebung sterben zu  dürfen. Im Landkreis kümmern sich  65 Ehrenamtliche um diese Menschen. In den vergangenen fünf Jahren waren das rund 700 Menschen, die zu Hause, in Kliniken und Pflegeeinrichtungen begleitet wurden.

  Im stationären Hospiz arbeiten 24 Pflegefachkräfte, eine Pflegedienstleiterin  und zwei Hauswirtschaftskräfte.  Die Hauptamtlichen sind in Teilzeit beschäftigt. „Eine Vollzeitbeschäftigung ist auf lange Sicht nicht zu verkraften“,  erklärt  Susanne Kränzle. Die Arbeit sei  sehr anspruchsvoll und hochbelastend.  Auch Ehrenamtliche sind  im Haus an der Keplerstraße im Einsatz. Zudem steht den Gästen die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) mit Hausärzten, Seelsorgern und Physiotherapeuten  zur Seite. Ins Haus kommen auf Wunsch auch Fußpfleger und Friseure. Musik- und Kunsttherapie wird angeboten.  „Diese Orchestrierung des Lebensendes  macht es möglich, dass Menschen hier gut leben und sterben können“, sagt Kränzle, die aber nicht verhehlt, dass „das Sterben auch ein schmerzlicher, ungewisser und schwerer Prozess bleibt“. Und  es sei immer individuell: „Jeder lebt und stirbt anders.“

Das Esslinger Hospiz hat mittlerweile eine Vorreiterrolle in Deutschland eingenommen. Als erstes Haus hat es seinen Personalschlüssel von 9,75 auf 12,35 erweitert. Mit Susanne Kränzle steht außerdem die  Vorsitzende  des Hospiz- und Palliativverbands  Baden-Württemberg an der Spitze des Hauses.

Eine zentrale Aufgabe nimmt der Förderverein wahr. Über Krankenkassenbeiträge fließt zwar Geld ins Hospiz. Der Träger, die Kirche, muss aber ein jährliches Defizit von 200 000 Euro tragen – das fordert der Gesetzgeber, da eine solche Einrichtung  keinen Gewinn erzielen darf. Daher geht nichts ohne Spenden: Rund 715 000 Euro hat der Förderverein in den vergangenen fünf Jahren zusammengetragen. Davon wird vieles für den Hausalltag besorgt: die Trauerbegleitung, die Zuschüsse für das Sommerfest, Instrumente für die Musiktherapie, der Beamer für  Fußball-Übertragungen, aber auch der Strandkorb auf dem Rundgang ums Haus.

Auch politisch einmischen

Wenn Weißenborn zurückblickt, dann stellt er fest: „Das Haus zu bauen, war eine gute Entscheidung, auch wenn es sehr viel Kraft gekostet hat.“ Insofern sieht er im Hospiz mehr als den Ort für die letzten Tage. Es gelte,  sich auch politisch einzumischen, wenn   es um Sterbehilfe und andere ethische Fragen gehe.  bob / Foto: bob

Info: Eine Veranstaltungsreihe läuft, der Blick auf das Lebensende wird in Infoveranstaltungen, Vorträgen und Treffen thematisiert. Mehr  unter www.hospiz-esslingen.de


Großbaustelle

Die B 313 wird in der Ortsdurchfahrt Nürtingen saniert – Sieben Monate Bauzeit, 3,8 Millionen Euro Kosten

Auf Autofahrer in Nürtingen kommen einige anstrengende Monate zu. Ab Montag, 15. April, wird die Bundesstraße 313, die die Hauptlast des Durchgangsverkehrs in der Stadt trägt, auf einer Länge von 2,2 Kilometern erneuert. Auch die Wörthbrücke wird saniert. Bis Oktober muss mit Verkehrseinschränkungen, Sperrungen und Umleitungen gerechnet werden.

Seit geraumer Zeit schon ist klar, dass der Belag der B 313 in Nürtingen dringend saniert werden muss. Der Asphalt hat unter dem ständig wachsenden Strom an Fahrzeugen, nicht zuletzt auch schweren Lkw, gelitten. Spurrinnen ziehen sich die Fahrbahn entlang, der Belag bröckelt, allenthalben sind Risse und Schlaglöcher zu finden, an manchen Stellen ist die Fahrbahn notdürftig geflickt und gleicht einer Holperpiste. Das soll sich ändern. Gemeinsam mit der Nürtinger Stadtverwaltung hat die Straßenbauverwaltung im Regierungspräsidium Stuttgart einen Sanierungsplan für die Straße entworfen, der nun in den kommenden Monaten in mehreren Bauabschnitten abgearbeitet werden soll. Insgesamt sollen etwa 3,8 Millionen in die Großbaustelle investiert werden.

Ab  Montag, 15. April, rücken die Baumaschinen an. Bis Anfang Oktober wird die Straße zwischen der Wörthbrücke und der Einmündung der Oberensinger Straße in elf Bauabschnitten auf einer Länge von 2,2 Kilometern erneuert, an manchen Stellen könnte auch der Untergrund befestigt werden müssen. Zusätzlich werden die Wörthbrücke  und einige Kanäle und Leitungen saniert.

 Wie die Nürtinger Stadtverwaltung mitteilt, wird die B 313 in jeder Bauphase pro Richtung einspurig befahrbar sein. Die nötigen Umleitungen verlaufen überwiegend durch das Stadtgebiet. Manche Seitenstraßen müssen dafür   zeitweise gesperrt werden, manche Anwohner können ihre Parkplätze und Wohnhäuser vorübergehend nicht mit dem Auto erreichen. 

Die ersten drei Bauabschnitte bei der Wörthbrücke sollen bis Ende Mai abgeschlossen sein.  Danach werden für  drei Wochen die Fahrtrichtung Stuttgart zwischen der Freien Kunstschule und dem Psychiatriegelände und anschließend die Gegenrichtung gesperrt. Im sechsten Bauabschnitt wird Mitte Juli die Straße zwischen der Einmündung der Stuttgarter Straße und dem Psychiatriegelände gesperrt, es folgt der Abschnitt zwischen der Einmündung Stuttgarter Straße bis zur  Wendlinger Straße. Der achte Bauabschnitt betrifft die  Spur Richtung Stuttgart zwischen dem Psychiatriegelände und der Einmündung Stuttgarter Straße. Dort soll in den Sommerferien gearbeitet werden, damit die Bodelschwinghschule nicht während des  Schulbetriebs von der Baustelle betroffen ist. Danach folgt in gleicher Richtung die Sanierung bis zur Einmündung der Wendlinger Straße. Während dieser Phase ist die Zufahrt zum Festplatz und zum Wohnmobilstellplatz nicht möglich.

Die letzten beiden Bauabschnitte erstrecken sich von der Einmündung Wendlinger Straße bis zur Bachhalde auf Höhe der Oberensinger Straße. Zunächst wird ab September die Fahrbahn in Richtung Stuttgart saniert. Darauf folgt die Gegenrichtung. Dafür sind jeweils zwei Wochen Bauzeit eingeplant. Das Gewerbegebiet Bachhalde wird während der Bauarbeiten erreichbar bleiben.  pst / Foto: pst

Info: Anwohner werden über mögliche Sperrungen  informiert.  Informationen zur Baustelle gibt es  im Netz unter www.baustellen-bw.de.


Abgestimmt

Die Bundesregierung will Elektro-Tretroller für die Straße zulassen, die langsamere Variante bis 12 km/h könnte auch auf  Gehwegen verkehren. Was meinen Sie, sollen E-Scooter zugelassen werden?

Foto: dpa

E-Scooter zulassen?

Ergebnis

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„Außergewöhnliche Präsentation“

Messe „Lebensgefühl“ des Wochenblatts ECHO bei Pfeiffer & May in Plochingen – Tanzworkshop und Modenschau

Die ECHO-Messe „Lebensgefühl“ ist und bleibt ein Publikumsmagnet: Das war wieder gut zu sehen bei der jüngsten Ausstellung in den Räumen von Pfeiffer & May (P&M) in Plochingen in der vergangenen Woche. Schon vor der offiziellen Eröffnung waren Parkplätze rar und die rund 30 Stände gut besucht. Andreas Heinkel, Geschäftsführer des ECHO, lud zum Rundgang durch „die ganz besonderen Räume“ ein, P&M-Geschäftsführer  Georg Schillinger  freute sich, wieder Gastgeber der  „außergewöhnlichen Präsentation“ zu sein, und Plochingens Bürgermeister Frank Buß nahm mit Genugtuung zur Kenntnis, wie   gerne Plochingen  angesteuert wird.  Andrea Gisdol, die ECHO-Verkaufsleiterin, hatte registriert, dass deutlich mehr  Männer  zur „Lebensgefühl“ gekommen waren. Das interessante Vortragsprogramm zu Themen wie „Richtig vererben“, der Tanzworkshop und die Modenschau  – alles gut besuchte Veranstaltungen – trafen den Nerv der Besucher.  bob / Fotos: bob


Die Fahrpreis-Revolution

Seit dem 1. April gelten die neuen VVS-Tarife – Auf vielen Strecken ein bis zwei Zonen weniger

Vieles wird günstiger, gar nichts wird teurer: Das gilt dank der aktuellen Tarifreform für die öffentlichen Verkehrsmittel im Gebiet des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS). Seit dem 1. April kostet beispielsweise die Fahrt in die Stuttgarter Stadtmitte weniger, egal, von woher im Kreis Esslingen man kommt. Aber auch im Außenbereich des VVS-Gebiets ergeben sich günstigere Tarife.

Jede Fahrt von außerhalb ins Stuttgarter Zentrum zählt künftig eine Zone weniger: Von Esslingen aus zahlt man 2,90 Euro statt bisher 4,20, von Nürtingen 5,30 statt 7,70 Euro. Wer aus der Randzone kommt, gewinnt sogar zwei Zonen: Von Neuffen oder Bissingen nach Stuttgart sind es dann nur noch fünf Zonen statt sieben und damit 6,50 Euro statt 8,60 Euro. Von Esslingen nach Ludwigsburg spart man rund 45 Prozent: Die Strecke kostet künftig 2,90 Euro, bisher waren es 5,30 Euro. Auf Monatskarten und anderen Abos wirkt sich die neue Preisstruktur natürlich ebenfalls aus.

Bislang wies der Tarifzonenplan sieben Ringe auf, ab dem 1. April gibt es nur noch fünf Ringe. Die beiden inneren werden zusammengefasst (Stuttgarter Kernzone), die beiden äußeren ebenfalls. Hinzu kommt, dass die Zoneneinteilung innerhalb der Ringe komplett wegfällt. Man spart also auch, wenn man sich innerhalb eines Rings bewegt, beispielsweise von Esslingen über Ostfildern zum Flughafen oder von Neuffen über Kirchheim nach Ohmden: Beides berührte bislang drei Zonen (4,20 Euro) und künftig nur noch eine (2,50 Euro). Der gesamte Raum Neckartailfingen, Neckartenzlingen, Nürtingen, Großbettlingen, Oberboihingen, Bempflingen und Kirchheim bis Erkenbrechtsweiler und Neuffen ist aus vier Zonen zu einer verschmolzen.

Die VVS-Partner haben den Tarif­zonenplan nicht nur vereinfacht, sondern den öffentlichen Verkehr ganz bewusst billiger gemacht. Das Ziel ist, dass mehr Menschen vom Auto auf Bahn und Bus umsteigen. „Die Preise werden für viele Fahrgäste um 25 bis 30 Prozent günstiger. Manche Stammkunden sparen sogar mehr als 500 Euro im Jahr“, erklärt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Selbst wer auf seinen täglichen Strecken nicht profitiert, hat einen Nutzen: Der VVS hat nämlich die übliche Preiserhöhung zum 1. April ausgesetzt, damit die günstigeren Preise wirklich spürbar werden. Damit gilt, dass wirklich „kein einziger Fahrgast bei der Reform schlechter gestellt wird“, sagt der Esslinger Landrat Heinz Eininger.

Das Land unterstützt die Tarifreform finanziell und hat über die ersten sechs Jahre verteilt einen Zuschuss von insgesamt 42 Millionen Euro zugesagt. Das entspricht dem Betrag, der als jährlicher Einnahmeverlust für den VVS angenommen wird. Einen Teil davon sollen mittelfristig steigende Fahrgastzahlen ausgleichen, für die verbleibende Lücke müssen die Landkreise und die Landeshauptstadt Stuttgart in die Bresche springen.

Der Kreis Esslingen zum Beispiel wird jährlich wohl mehr als 30 Millionen Euro in den Nahverkehr pumpen müssen, das sind rund 6,5 Millionen mehr als bisher. Das sei ein Kraftakt, ­hatte Landrat Heinz Eininger schon bei der Vorstellung des Projekts im Herbst eingeräumt. Doch die Stärkung des öffentlichen Verkehrs, die daraus erwachsen soll, ist unumstritten – man braucht nur auf die täglichen Staus und die Luftverschmutzung in der Region schauen. aia / Foto/Grafik: VVS

Tipp: der Online-Tarifcheck. Unter www.vvs.de/neuer-vvs-tarif/preisaenderung/ kann man Start- und Endpunkt der zu fahrenden Strecke eingeben und bekommt dann den neuen und den alten Fahrkartenpreis im Vergleich.


Chancen für die Filder

Studie des Kommunalen Arbeitskreises beschreibt Entwicklungslinien – Beratungen im Herbst

Filderlandschaft bei Sielmingen

Die Filderkommunen müssen die Siedlungs- und Verkehrsentwicklungen der kommenden Jahre  planen und sozial- und umweltverträglich  steuern. Eine Studie des Kommunalen Arbeitskreises Filder (KAF)  hat  einen Überblick über die Chancen  gegeben.

Die Kommunen auf den Fildern zwischen Stuttgart und Denkendorf sind mit einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung, hohem Druck auf dem Wohnungsmarkt und starker Verkehrsbelastung konfrontiert. Mit dem geplanten Bau eines Bahnhofs beim Flughafen ist zu erwarten, dass sich dort eine  Verkehrsdrehscheibe entwickelt. Da die Kommunen weiteren Druck auf die Flächen und die Infrastruktur erwarten, hatte der KAF ein Planungsbüro mit einer Studie zu den Entwicklungen beauftragt.

„Der Verkehr drückt, der Wohnraum ist knapp und der Boden kostbar. Die Verkehrsdrehscheibe Flughafen wird uns unter Druck setzen. Wir brauchen den Blick von außen, um die Chancen für den Filderraum über die kommunalen Grenzen hinweg herauszuarbeiten“, sagte der KAF-Vorsitzende, Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub. Wie der Planer Christian Hübner erläuterte, werde der Filderbahnhof  Standortvorteile,  aber  einen höheren Bedarf an Gewerbeflächen und einen Bevölkerungszuwachs bewirken.  Urbanität, Verdichtung, Flächenkonkurrenz mit  Landwirtschaft und geschützter Landschaft sowie hoher Entwicklungsbedarf für die Infrastruktur und den Nahverkehr seien zu erwarten. Dabei müsse die Kulturlandschaft in ihrer Vielfalt und auch wegen der Klimarelevanz erhalten bleiben, neue Wegeführungen und  Grünbrücken könnten  zerschnittene Landschaftsräume  wieder vernetzen. Die historischen Ortskerne müssten wegen ihrer identitätsstiftenden Bedeutung erhalten oder aufgewertet werden.

Zur Steuerung der Entwicklung stellte Hübner zwei mögliche Szenarien vor, die eine Konzentration der Urbanisierung auf das Gebiet beim Flughafen oder aber entlang der Hauptstrecken des ÖPNV beschreiben. Während am Flughafen die Flächen überschaubar sind, seien in einem dezentralen Szenario viele Chancen zu sehen. So seien „viele Nachverdichtungsflächen für Wohnbau und Gewerbe vorhanden“, auch in den  „Siedlungsschwerpunkten“ Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Ostfildern. Allerdings müsse  der öffentliche Nahverkehr zukunftsfest gemacht werden. Da der Ausbau von Schienenverbindungen zum Neckartal  dauere, wäre ein Elektro-Schnellbusnetz mit kurzer Taktung und   eigener Trasse denkbar.

Regionaldirektor Thomas Kiwitt vom Verband Region Stuttgart wies  darauf hin, dass die Studie keine Planungsvorgabe für die Kommunen darstelle. „Wir haben nun eine gute Grundlage und wichtige Aspekte für die Diskussion“, sagte er. Die Studie wird nun  in den KAF-Kommunen beraten, allerdings erst nach der Kommunalwahl im Mai. Christoph Traub rechnet mit einer Diskussion „im zweiten Halbjahr“, in Denkendorf berät der Gemeinderat laut Bürgermeister Ralf Barth „nach aktuellen Planungen im September“, auch in Ostfildern und Neuhausen wird erst in den kommenden Monaten diskutiert. Barth sieht die Gemeinde Denkendorf von der Studie nicht sehr stark betroffen. „Für Teile der anderen Kommunen wurden weitreichendere Aussagen getroffen und damit sind die Diskussionspunkte auch umfassender. Aber auch wir sind gespannt auf die Beratung im Gremium im Herbst“, sagt er. pst / Foto: pst


„Das Beste kommt noch“

Veranstaltungsreihe zur Männergesundheit in Kirchheim – Das Positive am Älterwerden

Die Stadtverwaltung Kirchheim und eine Reihe von sozialen Organisationen und Einrichtungen haben eine Veranstaltungsreihe zur Männergesundheit und zum bewussten Älterwerden auf die Beine gestellt. Unter dem Motto „Was Männer bewegt. Das Beste kommt noch“ werden   Vorträge und Diskussionen, Kurse, Stammtische und Kabarett geboten. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker hat die Schirmherrschaft übernommen. Start ist am  Mittwoch, 3. April, mit einem Vortrag und einer Diskussion über den  Mann 50 plus.

„In aller Regel funktionieren Männer immer, doch  wenn der Ruhestand kommt,  verändert sich das Leben  stark. An diesem Punkt wollen wir ansetzen“, erklärt Angelika Matt-Heidecker. Zusammen mit einer Reihe von  Organisationen und Einrichtungen wie dem Verein Buefet, der Familienbildungsstätte, der Esslinger Initiative und dem Verein Bürgerhaus Zehntscheuer Nabern wurde eine Veranstaltungsreihe konzipiert, die Männern in der zweiten Lebenshälfte „das eigene Wohlbefinden ins Bewusstsein rufen“ möchte, sagt die Oberbürgermeisterin.

Die Auftaktveranstaltung mit Eckart Hammer, Professor für Soziale Gerontologie an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, zum Thema „Chancen des Mannes 50 plus“ soll Männer und Frauen gleichermaßen ansprechen, erklärt Christoph Tangl, Leiter der Familienbildungsstätte Kirchheim. „Der Abend soll das Positive am Älterwerden betonen und sensibilisieren, dass man schon in jüngeren Jahren die Weichen dafür stellen kann“, sagt Tangl. Hammer wolle zeigen, dass „Männer über 50 noch weitgehend unerforschte Wesen“ sind, diese Lebensphase aber viele Chancen für das männliche Selbstverständnis bereithalte.

Die Reihe wird am 15. Mai mit einem Informationsabend in der Stiftscheuer fortgesetzt, an dem  die diversen Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements vorgestellt werden. Dies werde mit einer Bierverkostung verbunden,  denn „es darf auch Spaß machen“, sagt Tangl. Dieser Aspekt steht auch bei einem Vortrag am 26. Juni unter dem Titel „Anders schön“ im Vordergrund. Der Mediziner Serdar Deger wird in der Stadtbücherei über Sexualität in der zweiten Lebenshälfte referieren.

„Was Männer bewegt“ soll auch das Leitmotiv eines Männerstammtischs sein, der sich in einem etwa monatlichen Rhythmus etablieren soll. Zum Auftakt am 3. Juli wurde der Stadtrat und Landtagsabgeordnete Andreas Kenner gewonnen. Am 13. Juli wird in der Kirchheimer Fußgängerzone ein Männergesundheitstag als zentrale Veranstaltung der Reihe über die Bühne gehen. In Zusammenarbeit mit den Medius-Kliniken und den Krankenkassen sollen mit Infoständen und Aktionen  Gesundheitsthemen beleuchtet werden. „Wir wollen mit unkonventionellen Methoden Männer erreichen, Impulse setzen und sie für Gesundheit und Prävention sensibilisieren“, erklärt Monique Kranz-Janssen vom Verein Buefet.

Für September und Oktober sind weitere  Infoveranstaltungen geplant, in der Zehntscheuer Nabern wird sich ein Kabarettabend am 18. Oktober mit den „Illusionen einer Ehe“ beschäftigen, im Herbst und Winter sollen Entspannungs- und Bewegungskurse für Männer folgen. pst / Foto: Stotz

Info: Veranstaltungsreihe „Was Männer bewegt“, Auftakt am Mittwoch, 3. April, um 19 Uhr, im  Bistro im Möbelhaus König, Kirchheim; aktuelle Informationen gibt es unter www.kirchheim-teck.de