Buntes Festwochenende

Gemeinde Bissingen feiert 1250-jähriges Ortsjubiläum – Party-Bands, Jubiläumsshow, Festumzug und Kinderfest

Vor 1250 Jahren wurde die Ortschaft Bissingen in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erstmals schriftlich erwähnt. Nun steht die Jubiläumsfeier von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. Juli, auf dem Programm.

Wie viele der Gemeinden im Albvorland blickt auch Bissingen auf eine sehr lange Siedlungsgeschichte zurück. So weisen Funde auf einen römischen Gutshof hin, der im Zusammenhang mit der sehr alten Verkehrsverbindung über den Sattelbogen ins Lenninger Tal und auf die Albhochfläche stehen könnte. Grabungsfunde  belegen eine Besiedlung in alemannischer Zeit. Die erste schriftliche Erwähnung des Orts findet sich in einer Urkunde des Klosters Lorsch, die die Schenkung mehrerer Bauernhöfe samt zugehöriger Leibeigener bestätigt. In den folgenden Jahrhunderten hat die Ortschaft mehrere Besitzer, zeitweise wird sie auch geteilt. So hat der Ort im Mittelalter zwei Pfarrkirchen und auch zwei befestigte Herrschaftssitze. Im 13. Jahrhundert kommt der Ort in den Besitz der Herzöge von Teck, ab dem 15. Jahrhundert gehört Bissingen  den Württembergern und bleibt bis zu dessen Auflösung 1934 beim Oberamt Kirchheim.

Die lange und wechselvolle Geschichte Bissingens wird nun beim Jubiläumswochenende gebührend gefeiert. Wie Bürgermeister Marcel Musolf berichtet, hatte sich für die Vorbereitungen bereits 2016 eine Organisationsgruppe aus Vertretern der Vereinsgemeinschaft und der Gemeinde gebildet.  „Man kann das als Gemeinschaftswerk der Vereine und der Gemeinde betrachten. Nun steht Bissingen ein rasantes  Festwochenende mit Bands, Multimedia-Show, Buchvorstellung, Festumzug und Kinderfest bevor“, sagt Musolf.

Zum Auftakt am Freitag wird die Rockband „Good News“ die Gäste im Festzelt beim Sportplatz am Bissinger See auf das Jubiläum einstimmen. Am Samstagabend werden bei einer  Jubiläumsshow bedeutende Geschehnisse aus der Gemeinde vorgestellt. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, keinen klassischen Festakt oder Heimatabend mit ausschweifendem Grußwortreigen, sondern eine Show mit einer Mischung aus Filmeinspielern, Musikbeiträgen, kurzen Reden und einer Moderation vorzubereiten“, beschreibt Musolf. Rolf Rüdiger Most aus Bissingen wird die Geschichte der Gemeinde  erzählen, das Ensemble „Saxofonquarteck“ begleitet musikalisch. Im Anschluss wird der  Kreisarchivar Manfred Waßner   die  für das Jubiläum neu angefertigte Ortsgeschichte in Buchform präsentieren. Die Band „Hochwild“ sorgt danach für Stimmung im Festzelt.

Am Sonntag startet   um 11 Uhr an der  Grundschule der Festumzug über die Vordere Straße, vorbei am Rathaus und am  See bis zum Festgelände. „Es wird ein rein ortsbezogener, bunter Umzug mit der Vielfalt, die Bissingen und Ochsenwang ausmacht“, verspricht Musolf.   Angeführt vom Musikverein werden mehrere hundert Menschen aus Bissinger und Ochsenwanger Vereinen, Institutionen und Gruppierungen mit  30 Festwagen, mit Tieren und Musik unterwegs sein. Im Anschluss an den Umzug wird ab 14 Uhr am Sportgelände ein Kinderfest mit Spielstraßen und vielen Aktivitäten veranstaltet.    pst / Foto: pst

Info:  Die Ortschronik kann ab Samstagabend auf dem Festgelände und ab Montag beim Rathaus Bissingen erworben werden (www.1250jahre-bissingen-teck.de).


Handball vor beeindruckender Kulisse

Das 54. Marktplatzturnier in Esslingen findet vom 19. bis 21. Juli statt – Auftritte auch in Altbach und Neckartenzlingen

Es ist ein Termin, den sich Handballfans in der ganzen Region vormerken, der Spitzensport mit Breitensport verbindet, der mit einer gehörigen Portion Tradition in Verbindung steht: Das Esslinger Marktplatzturnier findet von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. Juli, zum 54. Mal statt.

Vor beeindruckender Kulisse werden   Handballerinnen und Handballer ihre Kräfte messen. Höhepunkte sind die Spiele um den Reichsstadt-Pokal. In diesem Turnier treten Spitzenclubs aus Deutschland und einer aus der Schweiz an. Das tun sie nicht nur unter freiem Himmel in dem temporären Stadion im Schatten der Stadtkirche St. Dionys, sondern freitagabends auch in Sporthallen der Region (Altbach, Neckartenzlingen und Mundelsheim; diese drei Spiele gehen über die reguläre Spielzeit von 60 Minuten). Das Teilnehmerfeld bilden die Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, der HC Erlangen, Marktplatzturnier-Titelverteidiger TBV Lemgo Lippe, MT Melsungen, Bundesliga-Absteiger SG BBM Bietigheim sowie der  Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen.

Daneben werden Top-Frauenhandball sowie Jugend- und aktive Teams aus der Region präsentiert. Bereits am  Freitagvormittag gehen die Esslinger Grundschulmannschaften auf Torejagd. Im Anschluss daran spielen  weibliche C-Jugend-Teams um den Heinz-Hägele-Pokal. Das Frauenturnier mit Esslinger Mannschaften bildet am Freitag den Abschluss.

Nachdem am Samstag die Männerteams den Sieger im Reichsstadt-Pokal ermittelt haben, gehen am Abend  mit der Neckarsulmer SU (Bundesliga), dem VfL Waiblingen (2. Liga) und  Drittliga-Aufsteiger TSV Wolfschlugen Spitzen-Frauenteams an den Start. Schon von 8.15 bis 10.45 Uhr spielen am Samstag männliche A-Jugend-Teams um den Heinz-Hägele-Pokal.

Acht namhafte Mannschaften aus der Region spielen am Sonntag dann um den Hans-Metz-Pokal, darunter Drittliga-Aufsteiger TV Plochingen und Drittliga-Absteiger TSV Neuhausen.  ch / Foto: Arge Marktplatzturnier

Der Spielplan:

Freitag, Reichsstadt-Pokal Männer:

19.30 Uhr Frisch Auf Göppingen – HC Erlangen (in Altbach)

20 Uhr TBV Lemgo Lippe – SG BBM Bietigheim (Mundelsheim)

20 Uhr MT Melsungen – Schaffhausen (Neckartenzlingen)

Auf dem Esslinger Marktplatz spielen ab 8.45 Uhr Grundschulmannschaften ihren Meister aus. Ab 13 Uhr folgt das Jugendturnier. Beim Hans-Metz-Pokal der Frauen spielen ab 19.20 Uhr die SG Esslingen, das Team Esslingen und die SG Hegensberg/Liebersbronn um den Titel.

Samstag

Die Spiele um den Reichsstadt-Pokal der Männer beginnen um 11.15 Uhr, das letzte wird um 16.15 Uhr angepfiffen.

Reichsstadt-Pokal der Frauen:

 18 Uhr Neckarsulmer Sport Union –  VfL Waiblingen

18.40 Uhr Neckarsulmer Sport Union – TSV Wolfschlugen

19.20 Uhr VfL Waiblingen – TSV Wolfschlugen

Sonntag

Am Turnier um den Hans-Metz-Pokal der Männer nehmen teil: TSV Deizisau, SG Hegensberg/Liebersbronn, HSG Ostfildern,  SG Esslingen, Team Esslingen,  TSV Neuhausen, SKV Unterensingen, TV Plochingen (erste Partie 11 Uhr, Finale  17.15 Uhr).

Info: Das Marktplatzturnier wird vom Team Esslingen, der SG Esslingen und der SG Hegensberg/Liebersbronn veranstaltet. Bei schlechtem Wetter finden die auf dem Marktplatz angesetzten Partien in der benachbarten Schelztorhalle statt. Mehr unter www.marktplatzturnier.de.

Geschichte

Aus der Taufe gehoben wurde das Turnier im Januar 1940 von Paul Kenner und Erwin Otten; da die Rasenplätze vereist waren, spielten A-Jugend-Teams ihre Turnierpartien auf dem Marktplatz. Der erste Sieger hieß Turnerbund Esslingen. Schon zur Premiere kamen 800 Zuschauer. Innerhalb kurzer Zeit, teilweise wurde das Turnier im halbjährlichen Rhythmus ausgetragen, wurde die Veranstaltung ein Selbstläufer – trotz der Wirren des Zweiten Weltkriegs. Nach einer zweijährigen Pause wurde das Marktplatzturnier 1946 fortgesetzt, die vier  Esslinger Vereine ATV, TSV, TB und TG wechselten sich in der  Organisation ab. Den Siegern winkten in den Nachkriegsjahren Preise wie Brotkorb, Zigarettendose,  Taschentücher,  Butterdose, Tauchsieder, Entsafter oder 500 Gramm Wolle. Doch diese waren Nebensache, es ging um Gemeinschaft  in schweren Zeiten, auch um eine ganz besondere  Atmosphäre. „Das sind wahre Volksfeste des Handballs“ schrieb die „Deutsche Handballwoche“ damals. Die Zuschauer strömten in Scharen und nach dem Abpfiff wurde teils die Nacht zum Tag gemacht. Das historische Ambiente beeindruckte die Spieler, die aus ganz Deutschland anreisten. Zeitweise dauerte die Veranstaltung 14 Tage, 60 Mannschaften nahmen daran teil.

1965 zog das Handballspektakel auf den Schelztorplatz vor der Sporthalle um, nach einigen Jahren schlief es dort aber ein, wie die Marktplatzturnier-Chronisten Axel Schönhaar und Christian Kruse mitteilen. Der Handballsport hatte sich in die Hallen verlagert und einigen „Wiederbelebungsversuchen“ in den 80igern als „Esslinger Handball-Sportwoche“ war kein Erfolg beschieden.

Doch die Idee geisterte in etlichen Köpfen der handballverrückten Stadt weiter herum. Nach mehreren Anläufen gelang es schließlich, die Verantwortlichen aller drei Esslinger

Handball-Spielgemeinschaften an einen Tisch zu bekommen. Die Stadt signalisierte zudem die volle Unterstützung, auch wurde ein  geeigneter, über den Asphalt zu legender Untergrund beschafft. Und nach 42 Jahren Pause wurde  2007, im Jahr des WM-Triumphs der deutschen Handballer, in Esslingen wieder ein „echtes“ Marktplatzturnier angepfiffen. Trotz teils tropischer Temperaturen war es ein großer Erfolg. Schon damals wurde das Konzept aus Spitzen- und Breitensport umgesetzt. Die Veranstalter von der Arbeitsgemeinschaft Marktplatzturnier trieben ihre Pläne weiter voran, alljährlich schauen seitdem Spitzenteams im Sommer in Esslingen vorbei. Bei der zehnten Auflage des Turniers in der „Neuzeit“ siegte 2016 erstmals Frisch Auf Göppingen, danach folgten die Füchse Berlin und der TBV Lemgo Lippe.


Die Frauen feiern Premiere

Motocross in Aichwald vom 19. bis 21. Juli – Deutsche Meisterschaften bei Seitenwagen und der Jugend

Es ist die Kombination aus spektakulärem Motorsport und Party, die alljährlich Tausende Besucher auf den Schurwald lockt: Das Motocross in Aichwald strahlt weit über die Ortsgrenzen hinaus. In diesem Jahr findet die Veranstaltung von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. Juli, statt. Dabei greifen die Veranstalter vom MSC „Eiserne Hand“ Aichwald nicht nur Bewährtes wie die Seitenwagenklasse auf, beim Ladies Cup sitzen auch erstmals Frauen in einer eigenen Serie im Sattel. Damit sind bei der 59. Motocross-Ausgabe in Aichwald vier Klassen am Start.

Einige der Pilotinnen, die ihr Kommen zugesagt haben, zählen zur internationalen Spitze. Allen voran  Larissa Papenmeier, die  zudem für die Organisation des Frauen-Wettbewerbs verantwortlich zeichnet. Im vergangenen Jahr wurde sie Dritte der Weltmeisterschaft, im Ladies Cup liegt sie souverän in Führung und könnte hier ihren vierten Titel in Folge holen. Viele Titel hat auch Steffi Laier vorzuweisen – davon vier Weltmeistertitel. Vor Kurzem hat sie ihrer Sammlung einen weiteren Europameistertitel hinzugefügt. Maria Franke hat 2017 die Enduro-WM gewonnen. Als Lokalmatadorin geht die Esslingerin Vanessa Helpert ins Rennen.

Helpert ist die Partnerin von Tobias Blank. Blank ist Clubfahrer des MSC Aichwald und tritt mit dem Italiener Lemuel Ravera als Gespann an. Bislang kommt das Duo in der Saison der deutschen Seitenwagen-Meisterschaft aber nicht so recht in die Gänge. In dieser Wertung reisen die Tschechen Petr Kolencik und Matej Hejhal als Führende auf den Schurwald. Dahinter rangiert Adrian Peter mit seinem Beifahrer Miroslav Zatloukal, auf dem dritten Platz folgen die jungen Deutschen Eddie Janecke und Gordon Bothur.  Michael Klooz ist ebenfalls Mitglied des MSC Aichwald, der Welzheimer ist mit Pilot Christian Sieber im Zwischenklassement auf Rang fünf zu finden.

Auch der Motocross-Nachwuchs bekommt die Gelegenheit, sich auf der Strecke „In den Horben“ zu beweisen. Die Zehn- bis 16-Jährigen kämpfen mit  85-Kubikzentimeter-Zwei-Taktern um Punkte zur deutschen Jugend-Motocrossmeisterschaft. Dort führt Collin Wohnhas vor Maximilian Werner und Nils Weinmann. Zuletzt hat zudem Valentin Kees  stark aufgetrumpft.

Das sportliche Programm rundet der DMV MX Zwei-Takt Cup ab, der Amateuren eine Plattform bietet. Dort geht es an der Spitze eng zu, Nico Müller führt derzeit knapp vor Mike Hartmann und Moritz Schittenhelm.

Das Organisationsteam um den MSC-Vorsitzenden Manuel Dorn hat die Veranstaltung seit Monaten vorbereitet. Nun ist alles bereitet. Eine Neuerung gibt es beim Verkehrskonzept für die Partybesucher: Zum Regelfahrplan der Linie 114 werden nach den Abendveranstaltungen am Freitag und Samstag  zwischen 0 und 2 Uhr Sonderbusse eingesetzt.  ch / Foto: Beck


„Die Vereine stehen zusammen“

Fußballturnier um den Sennerpokal vom 21. bis 28. Juli beim FC Frickenhausen – Bis zu 15 000 Besucher erwartet

Von Sonntag bis Sonntag, 21. bis 28. Juli, findet in Frickenhausen das Sennerpokal-Turnier statt. Bei der  60. Auflage des größten Amateur-Fußballturniers in der Region treten 33 aktive Mannschaften aus dem Verbreitungsgebiet der Nürtinger Zeitung und der Wendlinger Zeitung  an.  Ausrichter ist wie schon im Jahr 2005 der FC Frickenhausen.

Seit mehr als zwei Jahren arbeitet ein 20-köpfiges Organisationsteam aus dem FC Frickenhausen an den Vorbereitungen für die Turnierwoche. Alle 33 Fußballvereine und Sportvereine mit Fußballabteilungen aus dem Verbreitungsgebiet von Nürtinger  und  Wendlinger Zeitung haben ihre Teilnahme am 60. Sennerpokal zugesagt. Damit stellt das Turnier das größte Amateurfußball-Event in der Region dar und die Veranstalter erwarten im Verlauf der Woche insgesamt bis zu 15 000 Zuschauer.

Entsprechend groß gestaltete sich der organisatorische Aufwand. Die beiden Rasenplätze  wurden schon vor Wochen gesperrt und für das Turnier vorbereitet. Neben dem rein Sportlichen hat der FC Frickenhausen ein umfangreiches Rahmenprogramm mit einer Band, DJs sowie  Kinder- und Familienangeboten auf die Beine gestellt. Außerdem  wurde eine sportpolitische Podiumsdiskussion zur Zukunft des Amateurfußballs in der Region organisiert. Für das Begleitprogramm, die Versorgung und die Logistik wurden ein Festzelt auf dem Sportgelände und diverse Container aufgebaut. Für die motorisierten Besucher wurden vier Parkplätze in der näheren Umgebung des Stadions ausgewiesen und eingerichtet.

Mittlerweile sind die Vorbereitungen abgeschlossen. „Wir sind im Soll und alles läuft gut“, sagt Werner Schmid, Vorstandsmitglied und Sprecher des FC Frickenhausen. Auch die rund 950 Arbeitsdienste, die für einen reibungslosen Ablauf der   Turnierwoche gewährleistet sein müssen, sind mittlerweile besetzt. Für einen kleinen Verein mit gerade einmal 500 Mitgliedern sei dies allein allerdings nicht zu schultern. „Das Turnier vor 14 Jahren haben wir noch allein gestemmt. Mittlerweile sind die Dimensionen so groß, dass das nur gemeinsam mit anderen geht“, sagt Schmid. So hat der Bauhof der Gemeinde den FC tatkräftig unterstützt, „vor allem aber sind es nun 15 Vereine und Organisationen aus Frickenhausen und der Umgebung, die gemeinsam mit uns anpacken und uns bei der Durchführung unterstützen. Die Vereine stehen zusammen“, freut sich Schmid.

Den Auftakt des Pokalturniers am Sonntag, 21. Juli, bildet das Spiel des Hausherrn FC Frickenhausen gegen den TV Bempflingen. Die Vorrundenspiele werden in elf Gruppen bis Donnerstag, 25. Juli, ausgetragen. Die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale, die besten zehn Gruppenzweiten erhalten eine weitere Chance über eine Zwischenrunde, die am Freitag, 26. Juli, ausgespielt wird. Achtel- und Viertelfinale stehen am Samstag, 27. Juli, auf dem Spielplan, das Halbfinale folgt am Schlusstag. Vor dem Spiel um Platz drei und dem Endspiel steht noch ein Spiel der B-Jugend des VfB Stuttgart gegen die B-Jugend des FC Augsburg auf dem Programm.

Bis auf den Montag wird an jedem Abend im Festzelt ein Unterhaltungsprogramm mit DJs, Band und Partys angeboten. Der Eröffnungs- und der Finaltag werden als Familiensonntage gestaltet. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei. „Das Pokalturnier ist eben seit einigen Jahren kein  Fußballevent mehr, sondern ein gesellschaftliches Ereignis“, sagt Werner Schmid. pst / Foto: Archivfoto FC Frickenhausen

Info: Spielplan und Rahmenprogramm sind unter www.fc-frickenhausen.de zu finden.


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S-Bahn kommt mit Verspätung

Verlängerung der Linie S2 von Bernhausen nach Neuhausen wohl erst  im Jahr  2026 fertig

In Neuhausen wartet man auf die Bahn. Die  S-Bahn-Strecke von Filderstadt-Bernhausen soll bis Neuhausen verlängert werden – für die Gemeinde auf den Fildern ein Zugewinn an Infrastruktur. Eine Änderung im Planfeststellungsverfahren führt allerdings zu einer Verzögerung des Ausbaus.

Nach heutigem Stand dauert es wohl  bis zum Jahr  2026, bis die erste S-Bahn der Linie 2 in Neuhausen hält. In Filderstadt, wo die Verlängerung der S2 auch den Stadtteil Sielmingen ans Netz anschließen soll, droht noch  eine zwölf  bis 14 Monate andauernde Unterbrechung der S-Bahn-Anbindung.

In Neuhausen freut man sich einerseits darüber, dass der Streckenabschnitt von Bernhausen bis zum Endbahnhof Neuhausen von einer Neben- zu einer Hauptstrecke aufgewertet worden ist. Das bedeutet,  dass die Bahn tagsüber  im 15- statt im 30-Minuten-Takt fahren wird. Wenn sie dann mal  fährt. Das wird nach den  neuen Planungen wohl erst im Jahr 2026 der Fall sein.

Im Neuhausener Rathaus  sieht man die Entwicklung mit gemischten Gefühlen.  „Mir liegt an einer ordentlichen Planung und Kostensicherheit“, sagt Neuhausens Bürgermeister Ingo Hacker. „Die Freude über die Taktverdichtung mildert den Schmerz über die Verzögerung.“

Derzeit endet die S2 noch am Bahnhof in Bernhausen. Nach den Planungen soll die neue Bahn den Bahnhof Bernhausen über einen Tunnel verlassen und entlang der Trasse der ehemaligen Filderbahn über den Haltepunkt im Stadtteil Sielmingen nach Neuhausen fahren – auf einer vorwiegend tie­fergelegten Strecke, in einem sogenannten Trog. Bis Sielmingen soll die Bahn zwei-,  nach der Gemarkungsgrenze zu Neuhausen eingleisig verlaufen. Der letzte Streckenabschnitt, der an Prellböcken westlich der Wilhelmstraße in Neuhausen  endet, wird dann  auf einer Länge von rund 400 Metern auf drei Gleise erweitert. Viele Umweltschutzmaßnahmen sind notwendig, das heißt,  Vögel müssen aus ihrem Brutgebiet vertrieben und Zauneidechsen umgesiedelt werden.

Die aktuellen  Änderungen betreffen aber auch die Anbindung eines Feldwegs an die Nürtinger Straße,  Stellflächen für Rettungsfahrzeuge und ein provisorischer Radweg werden verschoben und Rohre zur Feldbewässerung zwischen Sielmingen und Bernhausen werden in den Boden eingebracht. In Sielmingen wird überdies ein neuer Kanal gebaut und im nördlichen Teil der Mercedesstraße fallen Stellplätze weg. In Neuhausen wiederum soll es nun doch  kein eigenes Regenrückhaltebecken an  der Bernhäuser Straße geben, stattdessen ist ein Entwässerungskanal geplant, der das Wasser zum weiter südlich gelegenen kommunalen Regenrückhaltebecken leitet. Der Bahnhof Neuhausen erhält laut der Planung auch eine neue Bahnsteigüberdachung.  Darüber hinaus werden Brandschutzkonzepte geprüft, Verkehrslärm- und Baulärm-Gutachten, Studien zur Umweltverträglichkeit und zum Artenschutz und der Landschaftspflege überarbeitet.

In Filderstadt müssen die Bürger  – unabhängig vom Planfeststellungsverfahren der Erweiterungsstrecke – noch eine viel größere  Einschränkung als die zeitliche Verzögerung hinnehmen. Durch die Bauarbeiten am dritten Gleis an der Station  Flughafen im Rahmen von Stuttgart 21 wird die S2 bis zu 14 Monate  lang Filderstadt nicht bedienen. Busse sollen  die Fahrgäste am Flughafen aufnehmen.

Der Filderstadter Oberbürgermeister Christoph Traub sieht das mit Sorge. „Unsere Stadt ist auf eine gute Anbindung im öffentlichen Nahverkehr angewiesen“, sagt er. Auch die zusätzliche S-Bahnstation mit Sielmingen und die Taktverkürzung könnten diesen Umstand  und die spätere Fertigstellung der S2 nicht aufwiegen.  Positiv sieht er die Streckenverlängerung  als Schritt in Richtung Ringschluss, der die Filder mit dem Neckartal verbinden könnte. „Dafür werben wir“, sagt Traub.  bob / Foto: bob


Einer wie keiner

Freigeist, Lebemann, Dichter und Revolutionär: Kulturreihe zum 200. Geburtstag von Albert Benno Dulk

Das  Dulkhäusle an der Römerstraße in Esslingen, seit 2011  renoviert,  kennt fast jeder. Den Namensgeber nicht unbedingt. Das mag sich demnächst ändern: Mit einer Kulturreihe feiert die Stadt Esslingen den 200. Geburtstag von Albert Benno Dulk,  Schriftsteller, Freigeist, Revolutionär und Lebenskünstler, der im Dulkhäusle  etliche Jahre bis zu seinem Tod gelebt  hat.

Die vielen unterchiedlichen Facetten des ungewöhnlichen Menschen Dulk will das Kulturamt der Stadt Esslingen in Kooperation mit der Württembergischen Landesbühne und dem Esslinger Schriftsteller und Journalisten Ulrich Stolte der Öffentlichkeit in Lesungen und Szenen näherbringen.

Aus der Zeit gefallen

Stolte, der eine Biografie über Dulk  schreibt, bringt  es auf den Punkt:  „Albert Dulk ist völlig aus der Zeit gefallen, sein  Lebensentwurf  würde auch noch heute Widerstände hervorrufen.“ Dulk habe sich eben  immer mit allen angelegt, die Freiheit und  Gerechtigkeit im Weg standen. Der ausgebildete Apotheker und  promovierte Chemiker  – im Juni 1819  in Königsberg in eine wohlhabende Familie geboren – hatte sich früh  revolutionären Kreisen und Freidenkern angeschlossen. Er schrieb Theaterstücke, arbeitete als Journalist, engagierte sich politisch, er war aktiv an der 1848er-Revolution beteiligt,  gründete die Sozialistische Partei in Stuttgart mit, wurde die zentrale Figur der Arbeiterbewegung und der Stuttgarter Sozialdemokraten   und saß  wegen Verbreitung volksverhetzender Flugblätter im Gefängnis. Dulk  war aber auch ein Abenteurer, der viel reiste und eine Weile    in einer Höhle auf der Sinai-Halbinsel wohnte. Er war ein Extremsportler, er ritt und focht und betrieb das, was man heute Free Climbing nennt. Und er durchschwamm als Erster den Bodensee an seiner breitesten Stelle.

Frauenheld und Lebemann

Der groß gewachsene und gut aussehende Mann kam auch bei Frauen gut an. Zusammen mit seiner Ehefrau Johanna, seinen  Freundinnen Pauline Butter und Else Bussler  und den   gemeinsamen Kindern lebte er zeitweise  im  Waldhäuschen an der Römerstraße, dem heutigen Dulkhäusle. Sogar sein Tod passt in das Schema: Völlig überraschend  starb er 1884 im Stuttgarter Hauptbahnhof an einem Herzschlag. 

Diesem frühen Popstar nähert sich die Veranstaltungsreihe:   Am 12. Juli, 19 Uhr, findet im Bad des Schwimmsportvereins auf der Neckarinsel die szenische   Lesung   „Drei über Dulk“ statt (Eintritt 5 Euro). Drei Schauspielerinnen nehmen die Rollen seiner drei Frauen ein, die  sich über  ihren Geliebten und Ehemann  unterhalten und eine Zeitreise in sein Leben und sein Werk unternehmen. Schwimmer des Vereins gedenken in ausgreifenden Zügen im Becken ihres großen Vorgängers.

Am 13. September, 20 Uhr, liest Ulrich Stolte aus seiner Biografie „Der unglaubliche Dulk“.  Stolte trägt außerdem Gedichte von Dulk vor und liest aus  dessen Reiseaufzeichnungen. Am 20. Oktober,  10 Uhr, führt der Esslinger Literat Gerhard Polacek  in „Der Apfel fällt nicht weit vom Königsberger Klops“ in einer literarischen Wanderung zum Dulkhäusle.  Start ist um 10 Uhr am Amtsgericht in der Ritterstraße. Das Dulkhäusle gilt als das erste   Denkmal der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland und als viel besuchtes Ziel von Parteigenossen.

„Lea“  – nach der Novelle von Wilhelm Hauff – heißt das Drama, das Dulk als 29-Jähriger schrieb. Es ist das erste Drama, das für die Emanzipation des Judentums eintritt. Die Lesung dazu findet am 9. November, 20 Uhr, im Podium 2 der WLB statt. WLB-Intendant Friedrich Schirmer und Ulrich Stolte werden in das Drama einführen. Laut Schirmer ist die WLB die einzige Bühne in Deutschland, die das Stück  in der Neuzeit im Jahr 1988 aufgeführt hat. Zwei der Schauspieler der damaligen Inszenierung lesen und erinnern sich.  bob / Foto: Archiv

Info: www.esslingen.de/dulk200


Oper unter freiem Himmel

Nürtinger Konzertensemble spielt „Zar und Zimmermann“ – „Opern-Air“ vom 19. bis 27. Juli bei der Stadtkirche

Alle zwei Jahre findet in Nürtingen im Wechsel mit den Gitarrenfestspielen auf einer Freilichtbühne bei der Stadtkirche das „Opern-Air“ statt. Das Nürtinger Konzertensem­ble gibt bei der nunmehr zwölften Auflage der Opernfestspiele  vom 19. bis 27. Juli  die komische Oper „Zar und Zimmermann“ nach dem Libretto von Albert Lortzing. Die musikalische Gesamtleitung hat Hans-Peter Bader, die Regie führt Janne Wagler.

Seit dem Jahr 2005 gestalten der Nürtinger Kammerchor und die Kammersymphonie, die zusammen das Nürtinger Konzertensemble bilden, in einem zweijährigen Rhythmus unter freiem Himmel Opernaufführungen. Der hohe musikalische Anspruch des „Opern-Air“ hat dem Ensemble überregional große Anerkennung und ein von Mal zu Mal wachsendes Publikum beschert. Unter der Gesamtleitung des langjährigen Leiters der Musik- und Jugendkunstschule, Hans-Peter Bader, haben die Musiker bereits Hochkaräter wie „La Traviata“ oder „Orpheus in der Unterwelt“  gespielt und entsprechend der Anforderungen der Freilichtbühne interpretiert. Im Fall der Oper „Carmen“ brachte das Ensemble vor zwei Jahren eine komplette Neuinszenierung auf die Bühne bei der Stadtkirche.

Während die Szenerie von  „Carmen“ vor zwei Jahren in das Motorsport-Milieu der Gegenwart versetzt wurde, soll sich „Zar und Zimmermann“ eng an das Libretto von Albert Lortzing anlehnen, erzählt Julia Lüdicke, die Sprecherin des Nürtinger Konzertensem­bles. „Wir  bleiben in der Geschichte, allerdings spielen und singen nicht alle in Kostümen. Wir legen uns bei der Inszenierung also nicht auf eine bestimmte Zeit fest, sondern betonen das Zeitlose an dieser Geschichte“, beschreibt Lüdicke.

Lortzings Vorlage erzählt die Geschichte des russischen Zaren Peter der Große, der inkognito auf einer Werft in einem niederländischen Hafen arbeitet, um dort  Wissen zu erwerben, das den heimischen Schiffbau voranbringen könnte – also Industriespionage betreibt. In der Werft arbeitet noch ein Zimmermann namens Peter, der aus der russischen Armee desertiert ist. Er ist in Marie, die Nichte des Bürgermeisters der Hafenstadt, verliebt. Dies führt zu absurd-komischen Verwechslungen. Hinzu kommen französische und russische Agenten, die auf der Jagd nach dem Zaren sind und für weitere Turbulenzen sorgen, bis sich die politische und die Liebesgeschichte zu einem guten Ende fügen.

Um das Stück etwas zu straffen und die Charaktere besser zur Geltung zu bringen, wurden einige Szenen etwas gekürzt und einige gesungene in gesprochene Texte umgewandelt. Für das Bühnenbild hat Volker Illi eine Windmühle mit drehenden Flügeln gebaut und die Werkstatt der Werft mit einem hölzernen Steg und  Bauteilen für Boote nachempfunden. „Wir haben also wenig abgewandelt und bleiben mit der Szenerie auf der Werft“, sagt Julia Lüdicke.       pst / Foto: Veranstalter

Info: Nürtinger Konzertensemble, „Zar und Zimmermann“, Regie Janne Wagler, musikalische Gesamtleitung Hans-Peter Bader. Freilichtbühne bei der Stadtkirche Nürtingen, Premiere am Freitag, 19. Juli, weitere Aufführungen am 21., 24., 25. und 27. Juli, jeweils 20.30 Uhr; bei Regen finden die Vorstellungen in der Stadthalle statt (www.opernair-nuertingen.de).


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Nach dem Willen der Staats- und Regierungschefs soll Ursula von der Leyen künftig die EU-Kommission führen. Die richtige Wahl?

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Hochkarätig

Jazzopen in Stuttgart  mit illustrer Künstlerschar – 50 Acts in elf Tagen auf sieben Bühnen

Im vergangenen Jahr feierten die Stuttgarter Jazzopen ihr 25-jähriges Bestehen,   es sei eine fulminante Ausgabe gewesen, sagen die Veranstalter. Daran wollen sie nun anknüpfen. Vom 4. bis 14. Juli erwartet Besucher auf jeden Fall erneut ein starkes Programm. Die Landeshauptstadt werde sich wieder in einen Hotspot für Musikfans verwandeln, wird versprochen. Der Veranstalter Opus rechnet mit mehr als 50 000 Besuchern. Angezogen werden diese von so namhaften Künstlern wie  Bob Dylan (10. Juli, mit Julia Biel im Vorprogramm), Sting (11. Juli, mit José James), Jamie Cullum  (12. Juli, mit „LP“), Christina Aguilera (13. Juli, mit Aloe Blacc) und Parov Stelar (14. Juli, mit Moka Efti Orchestra), die allesamt auf dem Schlossplatz auftreten werden. Insgesamt werden bei den Jazzopen mehr als 50 Acts in elf Tagen auf sieben Bühnen stehen.

Auftakt mit der Jazz Trophy

 Auf der zweiten Hauptbühne im Innenhof des Alten Schlosses präsentiert das Festival Mnozil Brass (5. Juli), Bobby McFerrin und Adrien Brandeis (6. Juli), Chilly Gonzales und das „Kaiser Quartett“ (7. Juli) und Chick Corea (8. Juli).   Angélique Kidjo, Cécile McLorin Salvant und Lizz Wright treten dort am 9. Juli mit dem Programm „Sing The Truth“ auf.

Festival-Auftakt ist erneut die Verleihung der German Jazz Trophy im Sparda-Welt Eventcenter – dieses Jahr geht die Auszeichnung an Dee Dee Bridge­water (4. Juli). In der Sparda-Welt  treten zudem „Soul Diamonds XXL“ (5. Juli), Marius Neset und das Yaron Herman Trio (6. Juli), Nik West sowie „Ida Nielsen and the FunkBots“ (9. Juli), Terence Blanchard und „E-Collective“ (10. Juli), das Pérez-Cohen-Potter-Quintett (11. Juli) sowie Wolfgang Dauner (12. Juli) auf.

Die Clubbühne BIX bietet wieder hochkarätiges Programm bei intimer Atmosphäre, darunter Jonah Nilsson (4. Juli), „Bill Evans and the Spy Killers“ sowie Snej (5. Juli), Julia Biel (6. Juli), das Christian Sands Trio (8. Juli), „Jazzmeia Horn“ (9. Juli), Judith Hill (10. Juli), Camille O’Sullivan und Las Migas (11. Juli), „Ghost Note“ (12. Juli) sowie Donny McCaslin (13. Juli). Darüber hinaus wird erneut die Domkirche St. Eberhard bespielt – dieses Mal am 11. Juli  von Fola Dada und Martin Meixner, die beide von den Lesungen des Stadtdekans Christian Hermes begleitet werden.

Kostenloses Programm

Unter dem Titel „Open Stages“ bieten die Jazzopen zudem zum zweiten Mal kostenloses Programm auf drei Festivalbühnen in der Stuttgarter Innenstadt. Das Stadtpalais wird wie im vergangenen Jahr zur Hauptbühne der Gratis-Konzerte, außerdem werden die Domkirche St. Eberhard sowie der Pavillon an der Königstraße am Schlossplatz bespielt. Darüber hinaus bietet ein Nachwuchs-Bandwettbewerb aufstrebenden Künstlern aus Baden-Württemberg die Möglichkeit, sich im Rahmen des Stuttgarter Festivals live zu präsentieren.  (red) / Foto: Jazzopen/Opus

Info: Infos und Karten unter www.jazzopen.com. Tickets im Vorverkauf auch bei Eventim und Easy Ticket, der Hotline 07 11/ 99 79 99 99 und bei  bekannten Vorverkaufsstellen. Die Konzertkarten sind begehrt, für das eine oder andere gibt es (fast) keine mehr.