Tabuthema in die Öffentlichkeit rücken

Plakatausstellung zu „Häusliche Gewalt“ im Landratsamt und unterwegs im Landkreis – Betroffene aus allen Gesellschaftsschichten

Häusliche Gewalt ist nach wie vor ein Tabuthema. Betroffene schweigen häufig, oft aus Scham, Existenzängsten oder der Angst vor weiteren Übergriffen. Außenstehende schauen oft genug weg. Fast 400 Mal pro Jahr wird die Polizei im Landkreis Esslingen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Paaren gerufen. Gut jede vierte Frau in Deutschland erlebt irgendwann Gewalt in einer Partnerschaft, eine höhere Dunkelziffer wird vermutet. Umso dringlicher ist es,  nicht länger die Augen zu verschließen.

Mit einer Plakataktion unter dem Motto „Zuhause sind wir sicher – oder trügt der Schein“ wollen die runden Tische „Hilfen bei häuslicher Gewalt“ das Thema in die Öffentlichkeit rücken und auf Hilfsangebote aufmerksam machen. Die Öffentlichkeit ist zudem dazu aufgerufen, genauer hinzuschauen und bei Bedarf zu handeln. Bei  sechs runden Tischen treffen sich im Landkreis Esslingen regelmäßig Vertreter von Polizei, Ordnungsämtern, Frauen- und Männerberatungsstellen sowie der  Sozialen Dienste. Auch Amtsgerichte, Suchtberatungsstellen und OEG-Trauma-Ambulanz (Opferentschädigung) sowie  Beauftragte für Chancengleichheit sind in das Netzwerk eingebunden.

Renate Dopatka und Semrah Dogan von „Frauen helfen Frauen“ in Kirchheim und Esslingen sind in ihrer täglichen Arbeit mit zahlreichen Schicksalen häuslicher Gewalt konfrontiert. „Die Frauen wenden sich entweder direkt oder auch über Angehörige, die Polizei, den Arbeitgeber oder Ärzte an uns. Es gibt drei Bereiche: das Frauenhaus, die Beratungsstelle und die Interventionsstelle“, erklärt Dopatka. Das Alter der Frauen sei ganz unterschiedlich, berichtet Dogan von ihren Erfahrungen in der Esslinger Beratungsstelle. „Normalerweise ist die Beratung ab 18 Jahren, die älteste Frau bislang war 88 Jahre alt.“ Beim Erstkontakt am Telefon schildern die Betroffenen ihre Situation, zeitnah wird dann ein persönlicher Termin vereinbart.

„In der Regel sind das Frauen, die in längeren Beziehungen sind, teils am Anfang einer Trennung. Hier helfen wir etwa bei Fragen wie ‚Was kommt da jetzt auf mich zu?’ oder ‚Was passiert mit den Kindern?’“, sagt Dogan. Für viele sei es  nicht einfach, sich vom Ideal der heilen Familie zu verabschieden. „Manche versuchen noch, das Verhalten des Mannes zu legitimieren.“ Es fielen dann Sätze wie „Er hatte Stress bei der Arbeit“ oder „Sonst ist er nie so“. „Da geht es ja auch um den Wunsch nach Liebe und Geborgenheit. Wir unterstützen, stärken und beraten die Frauen bis zur Entscheidung“, schildert Dogan.

 Häufig ging dem Anruf bei der Beratungsstelle ein längerer Prozess voraus. Bei den Fällen mit  massiver körperlicher Gewalt findet eine direkte Vermittlung in ein Frauenhaus statt. Das seien meist Frauen mit kleineren Kindern, oft ohne größeres soziales Netzwerk und keiner Möglichkeit, woanders unterzukommen, berichten Dopatka und  Dogan. Im Schnitt seien die Frauen zwischen 35 und 45 Jahre alt. Gehe es um  eine Trennung, seien die Kinder häufig schon erwachsen, die Frauen im Schnitt 40 bis 50 Jahre alt. Vertreten seien unter den Betroffenen alle Gesellschaftsschichten.

In akuten Fällen häuslicher Gewalt besteht die Möglichkeit, die Polizei zu verständigen. Diese kann einen sofortigen Wohnungsverweis gegen den Täter aussprechen. In begründeten Fällen kann zusätzlich ein Näherungs- und Kontaktverbot erlassen werden. Willigt die Betroffene ein, wird noch von der Wohnung eine unterschriebene Einverständniserklärung von der Polizei an die Interventionsstelle gesendet. Diese meldet sich dann innerhalb der nächsten drei Werktage bei der Frau. „Bereits am Telefon können wichtige Informationen gegeben werden. Wird ein Beratungsgespräch gewünscht, wird ein zeitnaher Termin vereinbart“, schildert Dopatka den Part der Interventionsstelle. Im Esslinger Bereich gebe es etwa 50 solcher Fälle pro Jahr, in Kirchheim im Schnitt 30, auf den Fildern 40.  Das seien aber nur die Fälle mit Einverständniserklärung. Dominique Jend von der Sozialberatung Stuttgart  mit Büro in Esslingen, arbeitet mit den Beschuldigten, die zum Großteil männlich sind. „Manche melden sich von sich aus, wenn sie wiederholt ein Problem mit Gewalt hatten und das ändern wollen“, sagt er. „Andere, die durch einen Polizeieinsatz zu uns gelangen, spielen die Vorwürfe oft herunter.“ Dann heißt es etwa, die Frau habe  provoziert. Bei der Beratungsstelle gebe es dann  Einzelberatungstermine. Und ein Gruppentraining zur Gewaltsensibilisierung über mehrere Monate, darin geht es um die Übernahme von Verantwortung, um das Entwickeln von Empathie gegenüber dem Opfer und um das Erlernen von Handlungsalternativen.  eis / Foto: eis

Hilfe bei Gewalt: www.landkreis-esslingen/haeuslichegewalt.de; Frauen helfen Frauen Esslingen (Telefon 07 11/ 35 72 12); Frauen helfen Frauen Filder (07 11/7 94 94 14), Frauen helfen Frauen Kirchheim (0 70 21/ 4 65 53); Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (08 00/ 0 11 60 16 / kostenlos); Fachberatung Gewaltprävention für gewaltausübende Männer und Frauen (07 11/ 21 84 09 66).


Nimmerland im Neuland

Filderbühne feiert mit „Peter Pan“ am 17. November im Weilherhau Premiere

Die Filderbühne feiert mit „Peter Pan“ am Samstag, 17. November, 16 Uhr, Premiere. Erstmals spielen die Filderstädter Theaterleute dabei im Musikpaviollon im Weilerhau im Stadtteil Plattenhardt. Dorthin hoffen sie, komplett umziehen zu können.
Die lange Suche nach einer neuen Spielstätte, deren Bühne von der Filderbühne ganzjährig für ihre Produktionen genutzt werden kann, ist vorerst beendet. Das berichtet Steffi Stoll, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Seit 2013 hat die Filderbühne im Bürgerhaus Sonne in Sielmingen gespielt, da die Vereins- und Bühnenräume in der Spitzäckerstraße in Plattenhardt aus Brandschutzgründen nicht mehr zu bespielen waren. „Die ‚Sonne’ war eigentlich immer eine Notlösung“, sagt Stoll. „Die Bühne wurde von mehreren Gruppen genutzt, sodass wir nach einem Auftritt immer alles abbauen mussten.“ Das hatte laut Stoll Auswirkungen auf das Bühnenbild, da die Filderbühne ihre Kulisse wegen der regelmäßigen Auf- und Abbauten weniger aufwendig gestaltet hat.
Im Musikpavillon ist das anders. „Wir nutzen die Bühne zum Auftritt und an einem weiteren festen Tag unter der Woche“, erklärt Stoll. Sie freut sich: „Nun können wir wieder unsere aufwendigen Bühnenbilder bauen, für die wir eigentlich bekannt sind.“ Das sagenhafte Nimmerland, in dem Peter Pan mit Kindern und Tieren lebt, soll laut Stoll dann auch wieder entsprechend großzügig sein.
Der Umzug in den Musikpavillon war möglich geworden, nachdem sich die „Eulen“, eine weitere Filderstädter Theatergruppe, aufgelöst und so ihre Bühne im Weilerhau nicht mehr genutzt hatten. In dem städtischen Gebäude sind auch Musik- und Volkhochschule untergebracht. Die Filderbühne hofft nun, noch weitere Räume im Keller als Lager und zu Vereinstätigkeiten nutzen zu können, um endgültig aus dem alten Vereinsheim ausziehen zu können. Darüber werde gerade mit der Stadt verhandelt: „Die Verwaltung hat uns immer sehr bei der Suche nach neuen Räumen unterstützt“, sagt Stoll. „Wir haben uns sehr viele mögliche Vereinsräume angesehen, aber nichts hat bisher so gut gepasst wie die Räume im Weilerhau.“
Das diesjährige Kindermärchen Peter Pan unter der Regie von Julia Katharina da Silva bringt Rollen für langjährige Mitglieder der Jugendgruppe einerseits und andererseits Auftrittsmöglichkeiten für die zahlreichen neuen Kinder, die im Verein aktiv sind. bob / Foto:  Filderbühne

Info: „Peter Pan“-Premiere am 17. November, 16 Uhr, Musikpavillon Weilerhau 3 in Plattenhardt, Tickets im Vorverkauf und an der Abendkasse zu 9 Euro, ermäßigt 7 Euro (www.filderbuehne.de).


Abgestimmt

„In die Pampa“ schicken will Winfried Kretschmann gewalttätige
junge Flüchtlinge – und erntet Kritik dafür. Hat er überzogen?

Foto: dpa

Überzogen?

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Lesen mit der Maus

Stadtbücherei Esslingen erweitert ihr digitales Angebot

Die Digitalisierung durchdringt  alle Bereiche des Lebens. Auch so traditionelle und analoge Einrichtungen wie Büchereien:  Die Stadtbücherei Esslingen hat bereits digitale Angebote und Anwendungsmöglichkeiten und hat diese kürzlich um ein paar zusätzliche erweitert. Freies WLAN, eine neue App und  der kostenlose Zugang zum Musikstreaming sind die neuen digitalen  Angebote.

 Katrin Hellerich, die stellvertretende Leiterin der Bücherei, hat sich des digitalen Themas angenommen. Die Bibliothek möchte mit der Entwicklung mithalten: „Wir beobachten die Medienwelt ständig und erweitern unser Angebot, wo wir es als  sinnvoll ansehen“, sagte sie bei der Vorstellung der neuen Anwendungen in der Stadtbücherei. Ihre Teamkollegin Renate Luxemburger sieht im digitalen Bereich auch einen wichtigen  Beitrag zur Demokratisierung. „Die Angbote tragen zur Teilhabe aller an der modernen Gesellschaft bei“, sagte Luxemburger. Schließlich stellten Büchereien einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationsquellen dar. „In unserer heutigen Zeit bieten Bibliotheken eine gewisse Orientierung in der unüberschaubaren Informationsflut im Internet.“ Vor allem junge Leute sollen von den Neuerungen  profitieren und damit auch an Institutionen wie Büchereien gebunden werden.

Luxemburger berichtet von den  zahlreichen jungen Leuten, die auf der Treppe vor dem Büchereigebäude  sitzend ihre Mobiltelefone bearbeiteten. Nun können diese auch ohne Bibliotheksausweis  das kostenlose WLAN der Bücherei nutzen.

Wer Musik streamen will, kann als Büchereikunde über das Musikportal Freegal auf mehr als 15 Millionen Musiktitel, Musikvideos, Hörbücher und Playlists zugreifen. Dafür benötigt man einen gültigen Büchereiausweis. Den Zugang gibt es unter https://esslingen.freegalmusic.com im App-Store für iOS und Android. Die letzte Neuerung betrifft den digitalen Zugriff auf den Katalog und das eigene Nutzerkonto. Auch dafür nutzt man eine neue App: https://esslingen.mobilopac.de

Eine Erleichterung zur Orientierung bietet der digitale Lageplan unter https://buechereiwegweiser.esslingen.de. Über Smartphone und Tablet lassen sich damit Wege durch die gesamte Bücherei zu den  einzelnen Sachgebieten aufzeigen.

Die Online-Bibliothek der Stadtbücherei unter www.online-bibliothek.esslingen.de bietet einen Zugriff auf rund 50 000 Medien und ist damit rund um die Uhr erreichbar.  bob / Foto: bob


Die halbe Baustelle liegt im Zeitplan

Auf zwei Abschnitten der ICE-Schnellbahnstrecke Stuttgart–Ulm ist der Rohbau fast abgeschlossen

Wer im Sommer über die Alb gefahren ist, staunte über die Mondlandschaft entlang der Autobahn. Gewaltige Stein- und Schutthaufen reihten sich aneinander. Mittlerweile ist der Aushub für die ICE-Schnellbahntrasse zumindest ab Hohenstadt komplett verschwunden. Denn auf den beiden östlichen Abschnitten der Strecke Stuttgart–Ulm sind die Rohbauarbeiten bis auf Kleinigkeiten vollendet; Anfang Dezember soll der Abschnitt pünktlich an die Eisenbahntechniker ­übergeben werden.
Die Abschnitte Albvorland und Albaufstieg auf der Stuttgarter Seite sind dagegen über ein Jahr im Verzug. Der sei schon vor Baubeginn entstanden, erklärt Jan Dambach, der Pressesprecher der Bahn für die Schnellbahnstrecke. So wurde auf den Fildern die Planung noch einmal umgeworfen. Und die Zahl der Eidechsen im Albvorland bei Wendlingen erwies sich als weitaus größer als angenommen. Da die Tiere nur im Frühjahr und Herbst umgesiedelt werden dürfen, ergab sich eine große Zeitverzögerung.
Den fast fertigen Teil vor Ulm präsentierten Dambach und der verantwortliche Projektmanager, Stefan Kielbassa, stolz der Presse – auf einer viereinhalbstündigen Baustellenrundfahrt. Der ICE wird später diese gut 27 Kilometer in sieben Minuten zurücklegen. Wie eine Baustelle sehen die Abschnitte Albhochfläche und Albabstieg nicht mehr aus. Die Schutt- und Steinberge aus dem Aushub wurden größtenteils vor Ort wieder verbaut, zum Beispiel im vier Meter hohen Schutzdamm zur parallel laufenden Autobahn. Dieser habe den Zweck, „dass Autofahrer nicht irritiert werden durch entgegenkommende Züge“, so Kielbassa. Gleichzeitig schütze er die Bahnstrecke vor Einwirkungen, zum Beispiel bei einem Unfall auf der Autobahn.
Ein anderer Teil des Gesteins wurde in nahegelegenen Steinbrüchen abgelagert. An jeder Baustellenausfahrt sorgte eine Reifenwaschanlage dafür, dass nicht zu viel Dreck auf öffentliche Straßen gelangte. Die Bürger konnten sich zudem per Telefon oder Mail über dreckige Lastwagen beschweren.
Beim Tunnel Merklingen ist der Rohbau fertig. Nur gereinigt wird noch, sonst passiert laut Kielbassa bis zur Übergabe im Dezember nichts mehr. Auf den Böschungen sprießt das eingesäte Gras, sie seien nach unten mit Alblehm abgedichtet, der sich dafür hervorragend eigne, so Kielbassa. Unter den Gleisen ist dagegen eine Kunststoff-Dichtungsbahn eingebracht. Kein Tropfen Wasser, der auf die Bahnstrecke fällt, dürfe direkt ins Grundwasser gelangen. Deshalb wird sämtliches Wasser kontrolliert über Schächte in die am Rand der Gleise verlegten Kanäle geführt. Bei einem Unfall schließen automatisch die Schieber an den Rückhaltebecken und möglicher­weise verschmutztes Wasser wird zurückgehalten. Zudem habe man schon vor Baustellenbeginn bei den örtlichen Wasserwerken Aktivkohlefilter einbauen müssen, erklärt Kielbassa: für alle Fälle, denn „auch eine Baustelle kann eine Havarie haben“.
Auslaufschächte am Rand und in der Mitte zwischen den Gleisen, Rettungstreppen, Fundamente für die eisenbahntechnischen Anlagen sind fast überall schon fertiggestellt. Die ersten Schienen sollen im Dezember ankommen: 120 Meter lange Schienenbündel, die vom Bahnhof Ulm aus durch den Albab­stiegstunnel gekarrt werden. Sie werden direkt auf einer Betonschicht verschraubt, die die Gleisbauer aufbringen. „Das gibt für den Hochgeschwindigkeitsverkehr einen verbesserten Fahrkomfort“, so der Projektmanager.
Mit 250 Kilometern je Stunde werden die Züge einmal unterwegs sein. In Tunneln mit kleinen Querschnitten und eingleisigen Röhren kann das zum sogenannten „Tunnelknall“ führen: Der Zug schiebt dann eine Druckwelle vor sich her, die am Ende der Röhre mit einem Knall – ähnlich wie beim ploppenden Sektkorken – austritt. Um das zu vermeiden, werden an den Tunnelportalen Schächte eingebaut, durch die der Druck entweichen kann.
Am Albabstiegstunnel laufen die letzten Arbeiten noch, der Bahnhof Merklingen wird im Rohbau erst Mitte 2019 fertig. Dieser Regionalbahnhof war in der ursprünglichen Planung gar nicht vorgesehen, wurde dann aber auf Initiative einiger Gemeinden, des Landkreises Alb-Donau und des Landes Baden-Württemberg doch aufgenommen – „in letzter Sekunde“, wie Kielbassa sagt. „Ein halbes Jahr später wäre das nichts mehr geworden.“ Der Bahnhof liegt ein paar hundert Meter von Merklingen entfernt direkt an der Autobahn, an deren sechsspurigem Ausbau derzeit noch gearbeitet wird. Autobahn- und Bahnbaustelle laufen parallel.
Ebenfalls noch einige Zeit dauern wird die Anbindung des Hauptbahnhofs Ulm, die einen eigenen Abschnitt bildet. Hier müsse die Neubaustrecke unter den bestehenden Gleisen durch, die deshalb mehrfach verlegt und über provisorische Tunnel geführt werden, erklärt Kielbassa. Ohne vorübergehende Vollsperrung gehe das nicht. aia / Foto: aia


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Einige europäische Spitzenclubs um Bayern München
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Neue Super League?

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Ein Fest der Worte

Literaturfestival LesART in Esslingen vom 8. November bis 2. Dezember

In diesem Herbst findet die 24. Ausgabe des Literaturfestivals LesArt statt.  Vom  8. November bis zum 2. Dezember  präsentieren Schreibende  Romane, Lyrik und Sachbücher.   Es kommen bekannte Autoren, aber auch vielversprechende Neuentdeckungen. Etliche Veranstaltungen sind bereits ausverkauft, für andere  werden größere Räume gesucht.

33 Schreibende und Musikschaffende gestalten die LesART. 16 Veranstaltungen richten sich an Kinder und Jugendliche, 17 an Erwachsene. Im Programm tauchen die Namen von vier Bahnwärterstipendiaten und einer  Haecker-Preisträgerin auf. Letztere, Leyla Yunus, die den  Menschenrechtspreis   2013 erhalten hat, eröffnet  mit ihrem Mann Arif die Literaturtage am 8. November, 20 Uhr, in der Schickhardthalle des Alten Rathauses.

Ehemalige „Bahnwärter“ sind vertreten mit  Felicitas Hoppe, Joachim Zelter, Nina Bußmann und Antje Wagner. Lokale Autoren wie Pia Rosenberger und Ulrich Stolte sind  beim Literaturfest zu hören.   Des Weiteren lesen bekannte Autoren wie Bodo Kirchhoff (28. November), Norbert Gstrein (15. Novembe) und der Sachbuchautor Ahmad Mansour, dessen Thema die Integration ist (21. November).  Die beiden letzteren Lesungen sind bereits ausverkauft.   Zwei Namen auf der  diesjährigen Shortlist des Deutschen Buchpreises finden sich ebenfalls im Programm: Maria Cecilia Barbetta (13. November, ausverkauft) und Nino Haratischwili (2. Dezember).

„Innerhalb weniger Stunden waren  acht  Veranstaltungen sowie das Literaturfest ausverkauf “, erklärt Renate Luxemburger, die in der Bücherei für das Programm zuständig ist.   Die Veranstaltungen mit Felicitas Hoppe und Nino Haratischwili wurden  in die Württembergische Landesbühne verlegt. Für zwei weitere Termine sucht die Bücherei  größere Säle. Und Alex Cappus (11. November) wird zudem zweimal hintereinander lesen.

Unter den weniger gefragten Autoren ist laut Luxemburger insbesondere   Helena Hegemann (14. November) zu empfehlen, die im Alter von 25 Jahren bereits ihren dritten Roman („Bungalow“) vorstellt. Ihr Thema sind verlorene Jugendliche. Ein weiterer Tipp Luxemburgers ist die Amerikanerin Lisa Halliday (30. November), die ein Verhältnis mit dem alternden Philipp Roth hatte. Ihr Debütroman „Asymmetrie“ greift unter anderem das Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen auf. Laut Luxemburger sollte man auch nicht David Schalko (24. November) versäumen, der mit viel schwarzem Humor in „Schwere Knochen“ ein Verbrecher-Epos vorstellt.  bob / Foto: bul

 

Info: Kartenreservierungen:   Telefon 07 11/ 35 12-34 44  oder  07 11/  35 12-33 33,  E-Mail:  lesart@esslingen.de; Eintritt: acht Euro,  Kinderveranstaltungen  frei. Aktuelle Infos unter      stadtbuecherei.esslingen.de


Keimzelle der Hochschule

Fakultät Maschinenbau in Esslingen feiert 150-jähriges Bestehen – Festakt am 9. November – Fachgebiet stark im Wandel

Die Hochschule Esslingen hat kürzlich ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Nun steht das nächste Jubiläum an: Die Fakultät Maschinenbau an der Hochschule blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Am Freitag, 9. November, wird dies mit einem Festakt in der Aula der Hochschule gefeiert.
Im Jahr 1868 ist die Maschinenbauschule als Abteilung an der Königlichen Baugewerkeschule in Stuttgart eingerichtet worden. Im Jahr 1914 wurde daraus die „Königlich Württembergische Höhere Maschinenbauschule zu Esslingen“. Somit stellt das Fachgebiet Maschinenbau die Keimzelle der Hochschule Esslingen dar, als die Schule auf Initiative des Unternehmers Dick in die ehemalige Reichsstadt verlegt worden ist. Mehr noch: Im Maschinenbau liegt auch der Ruf der Stadt Esslingen als „Ingenieurstadt“ begründet. Weitere Entwicklungsschritte der Ausbildungseinrichtung waren der kontinuierliche Ausbau der Schule zur Hochschule Anfang der 70er-Jahre, als die städtische Schule zur Fachhochschule wurde. Es folgten Erweiterungen um mehrere Fachgebiete bis zur Fusion mit der Esslinger Hochschule für Sozialwesen im Jahr 2006.
Der älteste Fachbereich aber blieb gleichzeitig der dynamischste, wie Hochschul-Rektor Christian Maercker erklärt. „Maschinenbau greift nicht nur die klassischen Inhalte, sondern auch die aktuellen Trends der Zeit auf“, sagt Maercker. „Die größte Herausforderung für den Maschinenbau ist die Digitalisierung. Die Wirtschaft befindet sich dadurch in einem riesigen Wandel – das geht alles schneller voran als jemals gedacht“, sagt Steffen Greuling, der Dekan der Fakultät Maschinenbau. „Für die Absolventen bedeute dies ein lebenslanges Lernen. Sie werden sich ihr ganzes Berufsleben lang Wissen aneignen.“ Für die solide Grundlage des steten Wissenszuwachses müsse die Fakultät Maschinenbau sorgen.
Prodekan Alexander Friedrich will mit einem überholten Bild aufräumen. „Ein Maschinenbauer kann heutzutage sein gesamtes Berufsleben verbringen, ohne je schmutzige oder ölige Hände zu haben“, sagt er. Das unterscheide den Maschinenbau von heute zu dem der Anfangszeit. „Was aber bleibt, ist, dass wir seit 150 Jahren Genies brauchen“, sagt Friedrich weiter. Diese hervorragend ausgebildeten jungen Leute würden nach wie vor in der Metropolregion Stuttgart benötigt, wo fast alle großen deutschen Firmen säßen.
Derzeit studieren rund 720 Männer und Frauen Maschinenbau in Esslingen. 26 Professoren und Professorinnen lehren in drei Studiengängen, darunter ist auch der englischsprachige Master-Studiengang „Design and Development in Automotive and Mechanical Engineering“ . Was den Lehrenden allerdings Sorgen bereitet, sind häufig zu beobachtende Probleme der Studenten, im Studiengang anzukommen. Das erste Semester falle vielen jungen Leuten sehr schwer. Weshalb man sich in Esslingen Gedanken über einen niedrigschwelligen Einstieg ins Fach gemacht hat: Schnuppersemester, ein sogenanntes nulltes Semester oder auch die moderierte Arbeit in Kleingruppen sollen Hürden abbauen.
Der Maschinenbau an der Hochschule Esslingen hat nicht nur eine lange Tradition, sondern für die Region auch eine besondere Bedeutung. „Unsere Fakultät Maschinenbau ist in einer technikdominierten Region ansässig, dadurch hat sie eine große Nähe zu vielen Unternehmen. Von diesen sehr guten Kooperationen und dem langjährig gewachsenen Netzwerk profitieren natürlich auch unsere Studierenden“, sagt Christian Maercker. Diese Verbindungen will die Hochschule weiter ausbauen, beispielsweise mit der Beteiligung der Hochschule an der Transferplattform Industrie 4.0.
Ein Technologiezentrum ist im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk in Oberesslingen geplant – mit der Beteiligung der Esslinger Maschinenbauer im Elektromobilitätszentrum. Außerdem hat die Hochschule kürzlich eine Stiftungsprofessur Technik und Gesellschaft eingerichtet. „Verbrennungstechnik steht längtr nicht mehr im Fokus des Maschinenbaus“, sagt Maercker. „Die Gesellschaft fragt nach ganzheitlichen Konzepten zum Verkehr.“ Er sieht künftige Aufgaben der Fakultät in der Schnittstelle Mensch/Maschine und nennt den Einsatz von Robotern in der Pflege als Beispiel.
Clemens Leopold ist einer der 720 Studierenden im Fachbereich. Er beschreibt sein Studium als anstrengend und anspruchsvoll. Er habe sich für die Esslinger Hochschule entschieden, weil sie einen guten Ruf auch bei den Unternehmen genieße.
Die vielen Praktikumsmöglichkeiten, die Kontakte, die Möglichkeiten, Labore zu nutzen, und der praktische Bezug der Lehrinhalte hätten seine Entscheidung bestärkt. Er schreibt seine Bachelorarbeit zum Thema „Festigkeitsabsicherung von Komponenten des Elektromotors“. Ein gutes Beispiel für die Verschiebung vom Thema Verbrennungsmotor zu moderner Mobilität. bob / Foto oben: bob, Foto unten: Archiv Hochschule


Abgestimmt

In Wien sollen Namensschilder an Türklingeln entfernt und durch Nummern ersetzt werden – aus Datenschutzgründen.   Ist das übertrieben?

Foto: dpa

Übertrieben?

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Ein stilvoller Abend

Die ECHO-Messe „FildErleben“ unterhält und informiert – Räumlichkeiten passen zum Event – Gastronomie im Hof

Die Besucher der zweiten Messe „FildErleben“ des Wochenblatts ECHO wurden schon vor der Tür freundlich empfangen: Im Hof der Firma Elements in der Lichtäckerstraße in Denkendorf, wo die Ausstellung stattfand, hatten die Veranstalter eine kleine Gastromeile eingerichtet. Düfte nach frisch gerösteten  Maultaschen zogen verführerisch durch die Luft. Auch in den Räumen im ersten  Stockwerk lohnte sich der Besuch. Die 35 Aussteller hatten sich großzügig in den  Räumlichkeiten des Badspezialisten verteilt, so dass ein  übersichtlicher und gut zu begehender Markt entstand.

 Lifestyle war das  übergeordnete Thema der  Aussteller, und das hatte viele Facetten: Gesundheit, Wellness, Vorsorge, Fitness, Mode und Schönheit auf der einen Seite  und praktische Aspekte des Themas auf der anderen Seite  wie Wohnen, Bauen und Renovieren. Die Besucher spazierten durch die breiten und lichtdurchfluteten Gänge, probierten Sprudel, der direkt aus den Armaturen kam,  leckere Brotaufstriche, die mittels Thermomix hergestellt wurden. Sie informierten sich über neue Fitnesskonzepte,  Infrarotheizungen  und über passgenaue Einbauküchen, über den Kauf von Immobilien oder komplette Raumgestaltungen. Besonders begehrt waren die Stände mit den schönen Dingen wie Schmuck, den einige Anbieter zeigten, sowie Wohnaccessoires und Kunstgegenstände.

Wie sensibel die Menschen mittlerweile mit ihrer Gesundheit umgehen, sah man an den Ständen mit den gesundheitsfördernden Verfahren und Nahrungsergänzungsmitteln: Kaffee mit einem Heilpilz versetzt, vegane Produkte mit Vitalstoffen oder Meeresklima zu Hause – Gespräche wurden geführt und Prospekte mitgenommen. Wer sich eingehender informieren wollte, schaute bei den Vorträgen vorbei.  Die Themen dort: Das Zuhause als Komfortzone, Erben und Vererben sowie moderne Therapien in der Zahnheilkunde. Für das unterhaltende Drumherum sorgten der  Gastrostand im Hof sowie die Weinproben und Getränke am Stand in der Ausstellung.

Einen Höhe-  und Schlusspunkt setzte Ingrid Lenz  mit ihrer Modenschau. Die Models Kim Schöttle, Sabrina Ludewig, Andrea Lazart und Simone Hornung zeigten die schönsten Teile der Kollektionen von Marc O’Polo oder den dänischen Newcomern Summum  und Expresso.  Die stylischen Schuhe und Taschen steuerte wiederum Marc O’Polo bei. Nach der Schau gab es einen regelrechten Run auf die Kollektionsteile. Wer nicht zum Zug kam oder dessen Größe nicht vor Ort war, kann in der Boutique von Ingrid Lenz, „Simply Blue“ in Reichenbach, direkt einkaufen. „Eine gute Messe in schönen Räumen“, urteilte die Veranstalterin,  ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol. Auch die Aussteller waren überwiegend zufrieden. Goldschmiedin Tanja Kattisch war das erste Mal dabei und sagte: „Diese Messe hat Potenzial, sie kann sich entwickeln.“  bob / Fotos: bob