Freie Bahn für Lebensretter

Immer wieder wird Notärzten und Feuerwehr ihre Arbeit durch fehlende Rettungsgassen erschwert – Höhere Bußgelder

Die Sommerferien stehen vor der Tür, einhergehend mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und steigender Unfallgefahr. Auf Autobahnen in Deutschland gelten weltweit die wenigsten Geschwindigkeitsbeschränkungen. Wenn es dann kracht, bleibt es meist nicht bei Blechschäden. Wird jemand verletzt, kommt es auf jede Sekunde an, die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten müssen möglichst rasch am Unfallort sein. Doch wird das immer schwieriger, weil die Rettungsgasse häufig nicht funktioniert.
„Dieses Phänomen der fehlenden Rettungsgassen gibt es schon seit Jahrzehnten“, ärgert sich Ronald Schultheiß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Kirchheim und zugleich stellvertretender Kreisbrandmeister. Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich pflichtet ihm bei: „Der Egoismus auf den Autobahnen in Deutschland führt dazu, dass jeder versucht, schneller ans Ziel zu gelangen. Da versucht man oft, auch im Stau noch andere zu überholen.“ Auf der Autobahn führe das dazu, dass die Rettungsgassen zwar gebildet werden, aber durch Fahrzeuge verstopft sind. Prekär werde es insbesondere, wenn selbst Lkw ausscheren und andere Lastwagen überholen wollen, sagt Dittrich. Bei einem Unfall im Frühjahr am Autobahnparkplatz „Urweltfunde“ bei Holzmaden wurde ein rumänischer Lkw-Fahrer schwer verletzt. Weil kein Weg für die Rettungskräfte freigehalten wurde, musst er mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Die Polizei zeigte damals mehrere Verkehrsteilnehmer an, die die Rettungsgasse behinderten.
„Wir beobachten, dass die freie Spur für die Fahrzeuge der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste nach der Durchfahrt des ersten Einsatzwagens wieder geschlossen wird“, sagt Dittrich. Im Normalfall folgen aber auf die ersten Fahrzeuge weitere, auch die größeren Einsatzwagen der Feuerwehr. Das werde für die Feuerwehrangehörigen dann zur Millimeterarbeit. Schultheiß berichtet aus eigener Erfahrung: „Auf der Einsatzfahrt baut sich bei den Rettungskräften Druck auf. Da steigt der Pegel von Adrenalin und Stress.“ Die Anfahrt durch fehlende Rettungsgassen könne aber kaum geübt werden. So müsse sich die Notfallnachsorge nicht nur um Unfallopfer und deren Angehörige, sondern auch um Einsatzkräfte kümmern.
Oft komme bei Anfahrten zu Rettungseinsätzen auch Wut auf, berichtet Stephan Mahl. Er war als ehemaliger Rettungsassistent häufig Fahrer für Notärzte des DRK. „Man will Leben retten, helfen und sichern, aber Autofahrer versperren den Weg.“ Mahl wünscht sich ein generelles Überholverbot für Lastwagen auf den Autobahnen.
„Smartphones in den Autos lenken vom Verkehr ab“, sagt Dittrich. Besonders wenn ein Stau entsteht, hantierten viele mit ihren Telefonen, hörten meist die Sondersignale nicht und achteten nicht auf den nachfolgenden Verkehr. „Oft stehen wir praktisch mit Martinshorn und Blaulicht direkt hinter den Fahrzeugen und werden nicht gehört. Wenn uns dann die Lenker bemerken, erschrecken sie und reagieren genau in dem Moment falsch“, ergänzt Schultheiß. Wer im stockenden Verkehr unterwegs ist, fährt meistens dicht auf. Da rollen oder stehen die Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange. Dittrich rät: „Mindestens zwei Meter Abstand zum vorderen Fahrzeug halten, das hilft beim Rangieren.“
Erst im Oktober des vergangenen Jahres hat der Bundesrat die Strafen für Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, verzehnfacht. Waren es vorher 20 Euro Bußgeld, werden jetzt mindestens 200 Euro fällig. Es drohen aber auch 320 Euro und Fahrverbot. Aber was nutzen die hohen Strafen, wenn Vergehen kaum geahndet werden. „Wer soll das kontrollieren?“, fragt Dittrich. Die Angehörigen der Feuerwehr seien keine Hilfssheriffs und hätten im Notfall andere Aufgaben. „Die anfahrenden Polizeibeamten müssen sich meist auch durch den Verkehr kämpfen, wollen auch schnellstmöglich am Einsatzort sein.“ So bleibe das Behindern einer Rettungsgasse meist ungesühnt. In anderen Ländern wie den USA seien Rettungskräfte mit Dashcams unterwegs. Diese filmen die Einsatzfahrt, im Nachgang wird Fehlverhalten zur Anzeige gebracht.
Für die beiden Verantwortlichen der rund 3700 Feuerwehrangehörigen im Landkreis Esslingen ist die sogenannte „Fireline“ eine mögliche Hilfe – eine Spur, die nur für Einsatzfahrzeuge reserviert ist. Schnelle Lösungen sind aber nicht in Sicht. Es bleibt nur, an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer zu appellieren. Dittrich bringt es auf den Punkt: „Fahrzeuge mit Sondersignalen – Blaulicht und Martinshorn – haben in jedem Fall Vorrang. Das heißt: Platz machen.“ An verschiedenen Autobahnbrücken gibt es bereits große Transparente, die auf die Bildung der Rettungsgassen hinweisen. Auch Autobahn-Leitsysteme könnten genutzt werden. „Wenn wir da Piktogramme einsetzen, verstehen die Hinweise auch ausländische Verkehrsteilnehmer“, vermutet Dittrich.

Thomas Krytzner / Foto: dpa


Abgestimmt

Restaurants stören sich zuweilen an allzu freizügiger
hitzebedingter Kleidung. Und Sie? Wäre eine Kleiderordnung gut?

Foto: dpa

Kleiderordnung?

Ergebnis

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Erlebniskino

Kino auf der Burg vom 26. Juli bis 4. August – Zehn Filme im Programm

Die Sommerferien nahen, und mit ihnen der Esslinger Klassiker: Das Kommunale Kino veranstaltet vom 26. Juli bis 4. August die 26. Auflage von Kino auf der Burg. Zehn Filme aus verschiedenen Bereichen werden wieder  Zuschauer aus der ganzen Region nach Esslingen locken.

Einen stimmigen Mix will das Team um Sibylle Tejkl  stets bieten, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen. So haben es auch in diesem Jahr wieder Hollywood-Blockbuster, romantische, leise Filme, Arthouse-Produktionen, Actionfilme, Streifen mit hohem Anspruch und welche mit Spannung ins Programm geschafft. Es geht los mit „Kingsman: The Golden Circle“, einer originellen und temporeichen Agentenparodie (Donnerstag, 26. Juli, 21.45 Uhr). Am Freitag, 27. Juli, 22 Uhr, geht es weiter mit „Das Leben ist ein Fest“, ebenfalls eine Komödie. Sie schildert das Leben  aus der Sicht eines Angestellten in einem edlen Catering-Unternehmen.

 Das Drama   „Wunder“ erzählt von der tapferen Auggie, die mit einer Krankheit  geboren wurde,  die  Deformationen im Gesicht hervorruft (Samstag, 28. Juli, 22 Uhr).  „Greatest Showman“  orientiert sich lose an der Lebensgeschichte von P.T. Barnum, dem legendären Entertainer und Zirkusdirektor. Die Zuschauer erwartet ein „überlebensgroßes Spektakel“, kündigt das Programmheft an (Sonntag, 29. Juli, 22 Uhr).

Auch der erfolgreichste deutsche Film des vergangenen Jahres, „Fuck Ju Göthe 3“, mit seinem bewährten Starensemble findet Eingang ins Programm (Montag, 30. Juli, 22 Uhr). Am Dienstag, 31. Juli, 22 Uhr,  spielt das Kino „Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“. Die „deutsche Kinoüberraschung“ bringt auch die  Regisseure des Streifens, Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier, auf die Burg (Dienstag, 31. Juli, 21.45 Uhr). 

Noch vor dem offiziellen Start und somit als Preview können Besucher am Mittwoch, 1. August, „Deine Juliet“ sehen. Das hochgelobte romantische Drama ist auf der Kanalinsel Guernsey angesiedelt und versteht sich als Hommage an das Lesen. Der mehrfach ausgezeichnete Kassenschlager  „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ steht am Donnerstag, 2. August, 21.45 Uhr, an, einer der beeindruckendsten Filme des Jahres, wie die Veranstalter sagen. Als   familiengeeignet wird „ Lebe lieber ungewöhnlich“ bezeichnet. Die Komödie erzählt von sechs Kids aus Patchworkfamilien, denen das Hin und Her ihrer getrennten und neu verheirateten Eltern auf die Nerven geht (Freitag, 3. August, 22 Uhr). Den Schlusspunkt am Samstag, 4. August, 22 Uhr, setzt „Swimming with Men“, eine britische Underdog-Komödie. Vor jedem Film gibt es Live-Musik und einen Vorfilm. Essen und Getränkestände sind vorhanden. bob / Foto: bul

 

Info: Karten zu 9,50 Abendkasse,  Online-Vorverkauf: 9 Euro, sonstiger Vorverkauf: 9,50 Euro. Mehr unter  www.kinoaufderburg.de 


Bücher, die den Urlaub schöner machen

Das Wochenblatt ECHO hat die passende Lektüre für Reisen zusammengestellt

Kleidung für warme Tage. Check. Kleidung für kühlere Tage. Check. Sonnencreme. Check. Regenschirm. Check. Genug zu lesen dabei? Check. ECHO-Mitarbeiter Olaf Nägele hat aus den regionalen Frühjahrserscheinungen einige Highlights herausgesucht, die den Urlaub ein bisschen schöner machen können.

Das Jubiläum zum 200. Geburtstag des Cannstatter Wasen ruft nicht nur Menschen in Feierlaune auf den Plan. Stuttgarts dunkle Mächte versuchen, ihre Claims bei dem Spektakel abzustecken und schrecken vor keiner Tat zurück. So wird einer der Untergrundbosse, tot und an die Fruchtsäule gefesselt, aufgefunden. Kurz darauf wird ein Auftragskiller ermordet. Schließlich bekommt die Angelegenheit durch eine Morddrohung gegenüber Ministerpräsident Siegfried Knarzmann auch eine politische Dimension. Kommissar Bolz ermittelt in dieser turbulenten Geschichte, die tief im Drogen- und Rotlicht-Milieu verortet ist und spannende Unterhaltung mit viel Lokalkolorit verspricht.
Michael Krug: Wasenknaller, Gmeiner Verlag, Meßkirch

Wandern in den Schulferien oder an freien Tagen? Das dürfte bei vielen Kindern lange Gesichter auslösen. Es sei denn, es wird der Familientourenführer von Melanie und Dieter Buck herangezogen. Darin werden 24 Wanderungen in der Region vorgestellt, die vor allen Kindern einen hohen Unterhaltungswert bieten. Zudem gibt es Tipps für Spiele und Beschäftigungen, die in der Bahn oder unterwegs für Kurzweil Sorgen.
Melanie und Dieter Buck: Auf geht’s, Kinder, Silberburg Verlag, Tübingen

Schwäbisch ist das eigentliche Hochdeutsch. Zumindest historisch betrachtet. Das ist eine der interessanten Erkenntnisse, die der Leser aus dem Sprachlehr-Buch „Schwäbisch offensiv“ gewinnen darf. Auf launige Weise befreit der Kulturwissenschaftler Wolf-Henning Petershagen das Schwäbische von seinem Deppen-Image, erklärt die Feinheiten der Aussprache sowie die dialektische Anwendung von Subjektiven, Verben und Adjektiven. Und endlich wird auch klar, warum es im Schwäbischen „Der Butter“ heißen muss.
Wolf-Henning Petershagen: Schwäbisch offensiv, Silberburg-Verlag, Tübingen und Karlsruhe

Imker Fleissig wundert sich: Seine Bienen stellen immer weniger Honig her. So wenig, dass Leonie Looping kein Glas mehr kaufen kann. Zusammen mit ihren Schmetterlingselfen-Freunden Luna und Mücke macht sie sich auf, um zu ergründen, woran das liegt. Auf ihrer Suche treffen sie auf Bienen, die alles andere als fleißig sind und eher einen verwirrten Eindruck machen. Des Rätsels Lösung liegt auf Acker Nummer 17 . . . und wird natürlich nicht verraten. Die fantasievolle, lustig bebilderte Geschichte mit aktuellem ökologischem Hintergrund eignet sich für Erstleser ab der zweiten Klasse und vermag es, auch die Kleinsten für Umweltproblematiken zu sensibilisieren.
Cally Stronk/Constanze von Kitzing: Leonie Looping: Das Geheimnis der Bienen, Ravensburger Buchverlag
Kim hat ein Nixen-Foto-Shooting im neuen Aqua Magic Center gewonnen und darf ihre Freundinnen Franzi und Marie mitnehmen. Während der Preisverleihung beobachtet Kim einen Streit zwischen der Reinigungstaucherin Amelie Funke und den Geschäftsführern des Aqua Magic. Wenig später erleidet die Taucherin im Haifischbecken einen Unfall. Die detekivischen Spürnasen Kim, Franzi und Marie sind gefordert, Licht ins Dunkel zu bringen. Wer noch kein Fan der drei !!! ist, wird es spätestens mit dieser spannenden Geschichte werden.
Mira Sol: Die drei !!! – Kuss der Meerjungfrau, Kosmos Verlag, Stuttgart
Vor einer dystopischen Kulisse – ein Meteoritenschauer und ein Tsunami haben die Erde zerstört – erleben der 16-jährige Raven und seine Gang ihre Abenteuer. Rivalisierende Banden bedrohen den Lebensraum der „Deserts“, haben es auf ihre Energie- und Wasservorräte abgesehen. Die Jugendlichen beschließen, nach Paxtonia zu fliehen, einen Ort, an dem Frieden herrscht. Doch der Weg dorthin führt durch die Dark­lands, einen Landstrich voller Gefahren. Das ein wenig an Mad Max erinnernde Endzeit-Epos dürfte vor allen Jungs begeistern.
Fabian Lenk: Darklands – Im Reich der Schatten, Kosmos-Verlag, Stuttgart
Mark Twain soll gesagt haben, die sanfte Schönheit Deutschlands begreife man erst bei einer Neckar-Floßfahrt. Die Autoren Jürgen Schedler und Ulrich Maier haben kein Floß, aber die Bahn bestiegen. Der Band „Mit der Bahn am Neckar entlang“ führt über 362 Kilometer an Städten vorbei, durch Landschaften, durch die keine Straßen führen, und streckenweise durch Naturschutzgebiete. Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Tipps für Wanderungen und auch Radtouren gibt es obendrein.
Jürgen Schedler, Ulrich Maier: Mit der Bahn am Neckar entlang, Silberburg-Verlag, Tübingen und Karlsruhe

Foto: on


Abgestimmt

Frankreich ist Fußball-Weltmeister, mit einer vorwiegend defensiv,
auf Umschaltsituationen ausgerichteten Taktik.
Ist der Spielstil richtungweisend?

Foto: dpa

Richtungweisend?

Ergebnis

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Günstig und öffentlich

Der VVS plant eine große Tarifreform ab April 2019

Mit der S-Bahn billiger nach Stuttgart: Das soll ab April 2019 wahr werden. Und auch auf anderen Strecken und mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln winken den Kunden günstigere Tarife. Voraussetzung ist, dass die geplante Tarifreform tatsächlich greift – das müssen die Gremien des VVS (Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart) noch beschließen.

Aus den bisher 52 Tarifzonen sollen im Zuge der Reform fünf Ringzonen werden: Die jetzigen Zonen 10 und 20 werden zu einer einzigen Kernzone verschmolzen, ebenso die am Rand des Verbundgebiets liegenden Zonen 6 und 7. Darüber hinaus sieht die Reform vor, dass die Sektorengrenzen innerhalb der Ringe komplett wegfallen. Das bedeutet, um ein paar Beispiele zu nennen: Von Plochingen oder Kirchheim in die Landeshauptstadt ist dann eine Zone weniger zu bezahlen; von Weilheim, Lenningen oder Neuffen aus sind es sogar zwei Zonen weniger. Die Strecke von Esslingen nach Ludwigsburg liegt bei zwei (statt bisher vier) Zonen, von Neuhausen nach Esslingen wäre es eine Zone.

Die Initiative für die Reform war von Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn ausgegangen, der eine Verschmelzung der beiden inneren Zonen angeregt hatte. „Das ist ein ganz großer Aufschlag“, sagte der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, Thomas S. Bopp, bei der Vorstellung des Konzepts. Die Region wachse damit „sehr viel mehr zusammen“. Das System werde einfacher und günstiger, Stuttgart sei dann unter den zehn größten Städten in Deutschland diejenige mit den günstigsten Einzeltarifen. „Kein einziger Fahrgast wird bei dieser Reform schlechter gestellt“, betonte der Esslinger Landrat Heinz Eininger. Damit die günstigeren Preise nicht durch eine vorherige Erhöhung ausgehebelt werden, verzichtet der VVS zudem im Januar 2019 auf eine Tariferhöhung.

Rund 50 Prozent aller Nutzungen von öffentlichen Verkehrsmitteln in Baden-Württemberg fänden im Gebiet des VVS statt, berichtete Verkehrsminister Winfried Hermann. Das Land hat zugesagt, den Verbundpartnern bei der Umsetzung der Reform sechs Jahre lang unter die Arme zu greifen, denn der VVS verliert durch die neue Tarifstruktur 42 Millionen Euro jährlich an Einnahmen. Einen Teil hofft man durch steigende Fahrgastzahlen aufzufangen, zehn beziehungsweise acht Millionen (wegen des Starts im April) gibt das Land in den ersten drei Jahren dazu und in den folgenden drei insgesamt weitere 14 Millionen Euro.

Den Rest müssen die anderen VVS-Gesellschafter stemmen, wobei den beteiligten Verkehrsunternehmen ein Ausgleich zugesagt wurde. Bleiben die Landeshauptstadt, die Region  und die vier beteiligten Landkreise. In den Kreistagen habe man schon vorgefühlt, berichteten die Landräte und gaben sich optimistisch. „Das ist schon ein Kraftakt für uns alle“, räumte Eininger ein – zumal es wichtig sei, gleichzeitig zu investieren und den ÖPNV zu verbessern.  aia / Foto: aia


Großer Spaß in kleinen Boxen

Spiele für den Urlaub sollten klein und handlich sein – Empfehlenswerte Neuheiten auf dem Markt

Welche Spiele sind schön kompakt und können in den Ferien über so manchen Regentag hinwegtrösten? Wer auf der Suche nach kleinen und Reisetaschen-tauglichen Spielen ist, hat die Qual der Wahl. Expertin Tanja Liebmann-Décombe gibt Tipps zu besonders empfehlenswerten Neuheiten.

Für Zocker
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das gilt für „Yu-ca-tan“ ganz besonders. Bei dem Würfelspiel geht es darum, auf eine Tipp-Karte zu setzen und dann zu würfeln. Die Karten wie auch die zwölf Würfel zeigen verschiedene Farben, Formen und Zahlen. Stimmt der Tipp mit dem Würfelergebnis überein – ein passender Würfel reicht aus –, gilt die Wette als gewonnen. Passende Würfel werden auf die Karte gelegt. Traut sich der Spieler, auf eine weitere Karte zu tippen, kann er die übrigen Würfel für einen erneuten Wurf nutzen. So geht das Wetten mit Glück und Mut immer weiter. Allerdings gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip: Wer einen Fehlwurf landet, erhält keine Punkte. Nervenaufreibend!
Yu-ca-tan von Carlo Emanuele Lanzavecchia, erschienen bei „moses“. Zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren, etwa 15 Minuten, circa 10 Euro.

Für Mal- und Rätselfans
Die Schachtel von „Spiele für die Reise“ ist genial: Sie schaut aus wie ein Bus und lässt sich aufklappen. Im Innern liegen ein Stift und robuste Karten. Darauf abgebildet sind Rätsel, Bilder zum Bemalen, Ergänzen oder Nachzeichnen sowie Spielideen wie „Drei gewinnt“ und „Galgenmännchen“. Der Clou: Die Karten sind abwischbar und immer wieder verwendbar. Fazit: Ein toller Zeitvertreib für unterwegs.
Spiele für die Reise, erschienen bei „Die Spiegelburg“. Ein bis 99 Spieler ab sechs Jahren, etwa 10 Minuten/ 9 Euro.

Für Wortgewandte
Was findet sich im Garten und enthält die Buchstaben „F“ und „E“? „Feldmaus“ wäre eine Idee – wenn da nicht ein roter Würfel vorgeben würde, dass das gesuchte Wort kein „A“ enthalten darf. „Fliederbeeren“ wären ideal, doch kommt man darauf? Bei „Zack Zack“ sind clevere und wortgewandte Spieler gefragt. Besonders kniffelig wird es, wenn ein Zusatzwürfel die Silbenanzahl vorgibt. Fazit: sehr fordernd und für den Fall, dass einem ein gutes Wort einfällt, ungemein befriedigend.
Zack Zack von Michael Schacht, erschienen bei „Noris“. Zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren, circa 15 Minuten/ 10 Euro.

Für Gedächtniskünstler
Hat sich da jemand verschrieben? „Dackel drauf!“ könnte eigentlich auch „Deckel drauf!“ heißen, denn genau dieses Kommando kommt, wenn der Startspieler entscheidet, dass sich die Mitspieler nun lange genug die in der Spielschachtel liegenden Würfelabbildungen eingeprägt haben. Danach gilt es, reihum aus einer zufällig gezogenen und zuvor bekannten Kartenhand diejenigen Karten abzulegen, die die gleichen Tierköpfe wie die auf den Würfeln zeigen. Doch Achtung: Lagen da nun zwei Schweine, Schafe oder Pferde? Gab es auch einen Dackel und eine Kuh? Wer sich unsicher ist, kann entweder passen oder riskieren, dass er alle abgelegten Karten samt Sonderkarte wieder auf die Hand bekommt. Fazit: eine echte Herausforderung und sehr spaßig.
Dackel drauf! von Carlo A. Rossi, erschienen bei „Ravensburger“. Zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren, etwa 20 Minuten, circa 13 Euro.

Für Teamspieler
Tempo, Tempo – die Monster haben Bestellungen aufgegeben. Werden es die Spieler schaffen, sie zu bedienen? Gleich vorweg: „Fast Food Fear“ ist ein tolles Spiel für Leute, die mit Rasanz und Hektik umgehen können. Schließlich schlüpfen die Spieler in die Rolle von Mitarbeitern in einem Schnellimbiss-Lokal, wo Geschwindigkeit großgeschrieben wird. Karten geben vor, was die Monster wünschen, und damit ein Spieler die komplette Bestellung vorlegen kann, ist geschicktes Weitergeben und Tauschen von Karten nötig. Voraussetzung dafür, dass die Teamarbeit gelingt, ist eine gute Absprache zwischen den Spielern. Zudem gilt es, die Zeit im Blick zu behalten und immer dann eine Zeitkarte auszuspielen, wenn die Sanduhr umgedreht werden sollte. Fazit: Ein kooperatives Spiel, das mitunter recht chaotisch ablaufen kann.
Fast Food Fear von Dario Dordoni, erschienen bei „Kosmos“. Drei bis sechs Spieler ab acht Jahren, circa 15 Minuten, etwa 13 Euro.

Für Reaktionsschnelle
Ein rasantes Reaktionsspiel mit hohem Spaßfaktor gefällig? „Burger Party“ ist genau richtig, wenn bis zu fünf Spieler etwas Zackiges für zwischendurch suchen. Der Clou ist, dass die Packung für die runden Spielkarten ein auffallender Gummi-Hamburger ist, auf den alle schlagen dürfen, die denken, dass es bei den nach und nach umgedrehten Karten eine Übereinstimmung der Bilder gibt. Doch wehe, die Burger-Zutaten sind nur farblich, aber nicht wirklich gleich – etwa Gurken und Salat auf grünem Hintergrund. Statt Siegpunkten gibt es dann Minuspunkte. Gleiches gilt, wenn man zweimal hintereinander eine Zutat mit gleichem Farbhintergrund erwischt. Fazit: actiongeladen und lustig.
Burger Party, erschienen bei „Goliath“. Zwei bis fünf Spieler ab sechs Jahren, etwa 10 Minuten/ 19 Euro.

Für Schätzfreudige
Eine Pfeilkarte gibt die Farbe an. Liegt bei dem Schätzspiel „Illusion“ etwa ein grüner Pfeil aus, gilt es darauf zu tippen, wie hoch der grüne Farbanteil auf der soeben gezogenen Bildkarte ist. Fraglich ist: Wo die Karte ablegen, damit der grüne Farbanteil im Laufe der Kartenreihe zunimmt? Wer alles richtig macht und Fehler von anderen erkennt, hat gute Chancen auf den Sieg. Leider kann man sich aber auch arg täuschen. Fazit: Das Spiel ist kniffelig und zum Teil überaus überraschend.
Illusion von Wolfgang Warsch, erschienen bei „NSV“. Zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren, etwa 15 Minuten, circa 9 Euro.

Für Glückspilze
36 Spielkarten und eine bunte Drehscheibe mit Pfeil – mehr bedarf es nicht, um mit „Spin it!“ zu erleben, dass Glücksspiele sehr viel Spaß machen können. Wer dran ist, dreht den Pfeil und schaut, welche Farbe gelegt werden soll. Hat der Spieler eine passende Karte auf der Hand, ist dies prima, denn so kann er sie ablegen, anstatt eine neue Karte zu ziehen. Sonderkarten bringen Tausch- und weitere Abwurfmöglichkeiten. Gewinner wird, wer als Erster keine Karten mehr hat. Fazit: einfach und kurzweilig; auch clevere Vierjährige können bereits mitmachen.
Spin it! von Kirstin Mückel, erschienen bei „Haba“. Zwei bis fünf Spieler ab fünf Jahren, etwa 15 Minuten/ 5 Euro.

Foto: Liebmann-Décombe


Abgestimmt

Jogi Löw macht trotz der WM-Bilanz in Russland
als Bundestrainer weiter. Was denken Sie?
Gelingt mit ihm der Neuaufbau?

Foto: dpa

Neuaufbau mit Löw?

Ergebnis

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Motocross-Spektakel

Vom 6. bis 8. Juli kommen Motorsportfreunde in Aichwald auf ihre Kosten

Am kommenden Wochenende steht auf dem Schurwald wieder ein Motocross-Spektakel an, es wird auf der Strecke „In den Horben“ in Aichwald wieder eine treue Fan-Gemeinde erwartet, und  abends wird im Festzelt wieder kräftig gefeiert werden. Beim sportlichen Programm am Samstag und Sonntag, 7. und 8. Juli, setzen die Veranstalter vom MSC „Eiserne Hand“ Aichwald nach der Neuausrichtung im vergangenen Jahr erneut auf  die international ausgeschriebene deutsche Seitenwagenmeisterschaft, die deutsche Meisterschaft der Open-Klasse und die Amateure des DMV-Zwei-Takt-Cups. Zu den Partys spielen am Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, das „Hofbräu-Regiment“ und am Samstagabend die „VIP’s“.

In der  Seitenwagenmeisterschaft  führt das  Gespann Davy Sanders/Andres Haller die Gesamtwertung an. Als härteste Widersacher kristallisierten sich die Österreicher Benny Weiss/Patrick Schneider heraus. Jan Hendrickx, Weltmeister  2016, und Peter Beunk  starten in diesem Jahr nur in der deutschen Serie; sie belegen Platz drei.  Auch Club-Fahrer des MSC Aichwald sind mit von der Partie. Tobias Blank startet mit Beifahrer Pascal Knübben (Rang acht). Beifahrer Michael Klooz ist mit Pilot Christian Sieber unterwegs (Platz neun). Marcel Faustmann, der in Aichwald im vergangenen Jahr aufs Podium fuhr  und Vizemeister wurde, hatte Probleme, einen Beifahrer zu finden; nun tritt er mit Ronny Benning zum ersten Mal in dieser Saison  an. Mit dem vierten  MSC-Fahrer konnte man nicht unbedingt rechnen: Der 57-jährige Dietmar Schmid gilt als Sidecarcross-Legende, er fährt mit  Bruno Kälin.

Bei den DM Open dominiert bislang der Belgier Jens Getteman, der sieben der zehn Saisonrennen gewonnen hat. Härtester Verfolger ist der vierfache Open-Champion Filip Neugebauer aus Tschechien. Drittplatziert ist Mike Stender, der in Aichwald aber nicht antreten wird. Stender   verletzte sich vor zwei Wochen schwer am Knie. Aus deutscher Sicht sind die Brüder  Tim und Tom Koch sowie Dominique Thury mit Siegchancen ausgestattet. 

Das sportliche Programm rundet der DMV BRC MX 2-Takt-Cup ab, eine Serie, die Amateuren eine Plattform bieten soll. Hier dominiert Moritz Schittenhelm, der alle zwölf Saisonrennen für sich entschieden hat. ch / Foto: Beck

 

Info: Die Trainingsfahrten am Samstag beginnen um 9 Uhr. Nach dem Warm-up (9.15 Uhr) wird am Sonntag um 11.20 Uhr das B-Finale der DM Open gestartet. Ab 13 Uhr gehen dann Seitenwagen, Open-und Zwei-Takt-Fahrer zu ihren Meisterschaftsläufen auf die Strecke.


Ein Öfchen für den Körper

Ingwer ist Heilpflanze des Jahres – Wurzelwerk mit Potenzial – Indien ist Hauptproduzent – Pflanze hierzulande stark nachgefragt

  

Ingwer ist zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt worden. Die Gewürzpflanze versteckt ihre Gesundheitskraft in ihrem Wurzelwerk. Und das hat es in sich.
Der Ingwer-Shot ist gerade sehr angesagt: Das ist ein Gläschen gepresster Ingwersaft, pur oder mit Zitrone und Honig genossen. Hollywoodstars und -sternchen mögen das und twittern darüber. Es halte fit, mache schön und töte Bakterien, heißt es. So ganz falsch ist das nicht: Denn Ingwer ist nicht nur ein Trendgewürz, das das Immunsystem in Schwung bringen soll. Die Knolle gilt als ein Multitalent in Sachen Gesundheit: Die Heilpflanze 2018 kann nicht nur die Verdauung ankurbeln, sondern wirkt unter anderem auch muskelentspannend und schmerzlindernd. In der alten asiatischen Medizin wird Ingwer schon seit Jahrtausenden verwendet. In Europa war die Knolle zunächst nur als Gewürz bekannt, bevor sie sich auch als Heilmittel einen Namen machte.
„Aber in den vergangenen zehn Jahren ist die Nachfrage nach Ingwer kontinuierlich gestiegen“, sagt Peter Sanzenbacher, Gärtnermeister bei der Gärtnerei Hofgut Sirnau in Esslingen. Sanzenbacher ist bekennender Ingwer-Anhänger. „Ingwer bringt mich gesund über den Winter“, sagt er. Er nimmt Ingwer als kandierte Frucht regelmäßig zu sich. „Der hohe Vitamin-C-Gehalt schützt vor Krankheiten.“ Die Heilpflanze stärkt das Immunsystem und kann auch vorbeugend gegen Erkältungen wirken.
Hat man sich bereits einen Infekt eingefangen, können die Wirkstoffe der Knolle zumindest den Heilungsprozess beschleunigen und die Symptome lindern. Denn Ingwer hat auch eine fiebersenkende und schweißtreibende Wirkung, was unter anderem Schüttelfrost verringert sowie Hände und Füße schneller wieder warm werden lässt, eben wie ein kleiner Ofen im Körper. Die Scharfstoffe wirken außerdem schmerzlindernd und entzündungshemmend, so dass die Pflanze entzündliche Gelenkschmerzen positiv beeinflussen kann – unterstützend zur konventuionellen Therapie.
Die wertvollen Inhaltsstoffe befinden sich beim Ingwer im Wurzelstock. Dieser besteht aus bis zu drei Prozent ätherischem Öl, das unter anderem die Substanzen Beta-Eudesmol, Zingiberen und Curcumen enthält. Dass es beim Verzehr von Ingwer auf der Zunge brennt, liegt an den Scharfstoffen. Diese bewirken aber nicht nur ein Wärmegefühl. Ingwer kann noch viel mehr: Die in der Pflanze enthaltenen Substanzen helfen zum Beispiel gegen Reiseübelkeit und Brechreiz, und zwar vergleichbar gut wie chemische Mittel, sagen Experten – sowohl bei Unwohlsein in Flugzeug, Zug und Auto als auch auf dem Schiff. Früher, so ist es überliefert, haben Seeleute Ingwer in Stücken gegessen, um der Seekrankheit vorzubeugen. Auch bei Magen-Darm-Infekten könne Ingwer aufgrund seiner antibakteriellen und antiviralen Wirkung helfen.
Ingwer gibt es unter anderem als Tabletten, Kapseln und Tropfen. Man kann auch ein frisch geschältes Ingwerstückchen kauen oder ein Heißgetränk mit frisch geriebenem oder dünn geschnittenem Ingwer zubereiten – das geht auch mit kochendem Wasser. Damit die wertvollen ätherischen Öle aber nicht verdampfen, sollten die Tasse oder die Kanne bis zum Trinken abgedeckt werden.
Zur Vorsicht warnen Naturwissenschaftler der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH): Ingwer sei nicht für jeden geeignet. So können die Inhaltsstoffe etwa die Blutstillung beeinflussen. Wer also Medikamente einnimmt, die die Blutgerinnung hemmen, sollte Ingwer nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt verwenden. Das gilt auch für Patienten mit einem sensiblen Magen und Gallensteinen, denn durch die Scharfmacher wird auch mehr Magensäure gebildet. Ingwer kann auch andere Therapien beeinflussen. Deshalb sollten Patienten in jedem Fall vorher mit ihrem Arzt sprechen, sagt KKH-Apotheker Sven Seißelberg.
Ingwer ist auch für Pflanzenfreunde interessant. „Es sind einfach schöne Pflanzen“, sagt Gärtner Sanzenbacher und deutet auf eine hohe Grünpflanze mit lanzenartigen, stark grünen Blättern. Nichts an der eleganten schmucken Pflanze deutet auf ihre knorrige Unterwelt hin. Die Topfpflanze werde gerne gekauft, sei aber erklärungsbedürftig. So müssten Ingwerbesitzer wissen, dass Ingwer nicht winterhart ist. „Auch Früchte zu ziehen ist sehr schwierig, da sich die Rhizome erst nach zwei bis drei Jahren bilden“, sagt Sanzenbacher. Theoretisch aber ist es möglich, aus einer Ingwerknolle eine Ingwerpflanze zu ziehen. red/bob  / Foto links: Jens Schierenbeck, Foto rechts: bob