Feuer und Flamme

Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ vom 24. bis 26. August in Ostfildern

Die 16. Auflage des Internationalen Feuerwerksfestivals „Flammende Sterne“ steht vom 24. bis 26. August in Ostfildern an. Die Veranstaltung  soll dieses Mal besonders exotisch werden: Auf dem Festivalgelände im Stadtteil Scharnhauser Park  sind drei Gruppen   zu Gast, die erstmals in Ostfildern zünden. Die Teilnehmer aus der Ukraine, Hawaii und Südkorea genießen nach Veranstalterangaben einen exzellenten Ruf in der Pyrotechnik-Szene.

„Emotionen pur“ – so beschreibt Jürgen Wünsche von der veranstaltenden MPS-Agentur das  Festival, das mittlerweile rund  50 000 Besucher aus ganz Deutschland anzieht. „In der Szene gehört es  zu den Renommiertesten“, sagt Wünsche. „Das ist mehr als nur ein Feuerwerk.“

Viele Feuerwerksgruppen aus der ganzen Welt bewerben sich jedes Jahr um einen Auftritt bei den „Flammenden Sternen“. Engagiert werden nur die Herausragenden, die, welche  bereits zu großen Anlässen geschossen haben. So wie die ukrainischen  Feuerwerker „Dance of  Fire“, die international unterwegs sind und  im vergangenen Jahr die größte    Feuerwerksshow der Ukraine inszeniert haben. Sie versprechen Opulenz, Bombast und Theatralik. Die Ukrainer  werden am Freitag an den Start gehen. Ganz anders „Hawaii Explosives & Pyrotechnics“, die für den Samstag gebucht sind. Ihr Thema sind heimatliche Motive: Blüten, Palmen, brillante Farben und andere fröhliche Bilder. Die Gruppe inszeniert alle großen Shows auf der Inselgruppe, unter anderem zum Nationalfeiertag und zu Neujahr. „Faseecoom Fireworks“ kommen aus Südkorea und schießen am Sonntag. Ihre Referenz: die Feuershows bei den Eröffnungs- und Schlussfeierlichkeiten bei den Olympischen Winterspielen in diesem Jahr.

Die drei Pyrotechnik-Gruppen treten im Wettstreit um den Sieg gegeneinander an. Für die achtköpfige Jury sicher keine einfache Aufgabe, denn Jürgen Wünsche und Mitveranstalter Joachim Berner versichern: „So unterschiedliche Feuerwerksgruppen hatten wir noch nie.“  Die Feuerwerksshows sind die  Höhepunkte an den drei Tagen. Die „Flammenden Sterne“ wollen aber auch in diesem Jahr mit einem  Beiprogramm glänzen.  Es gibt Livemusik,  Feuerkünstler, Comedy-Artisten und Trommler, eine DJ-Lounge,  Heißluftballons,  die Lasershow sowie  den „Flammende Sterne“-Markt, das Familienprogramm und eine  Gastronomie mit  Ständen. Am Freitag und Samstag  beginnt das Programm um 18 Uhr, am Sonntag um 16 Uhr. bob/Foto Joachim Mell

 

Info: Das Ticket gilt als Fahrschein für den ÖPNV. Die U 7 sowie die Buslinien 120 und 122 fahren den Park öfter an. Auch Park-and-ride-Plätze sind in der Region ausgewiesen. Tickets – die Sitzplätze sind bereits ausverkauft – gibt es an den  Stellen, die unter www.flammende-sterne.de aufgelistet sind. Tickets kosten ab 15 Euro für Erwachsene im Vorverkauf, an der Abendkasse 18 Euro, Familientickets 33 Euro.


Von den Bürgern getragen

Ostfildern unterhält Partnerschaften zu sechs Städten – Unterstützung der Kinderklinik  Poltawa – In den 60er-Jahren Start mit Reinach

Die Stadt Ostfildern unterhält Städtepartnerschaften mit sechs  Städten: Reinach in der Schweiz, Hohenems in Österreich, Montluel in Frankreich, Mirandola in Italien, Bierawa in Polen und  Poltawa in der Ukraine. Begonnen haben die Kontakte allerdings bereits zu einer Zeit, als es Ostfildern noch gar nicht gab.

Den Anfang machte der Kontakt zu Reinach. Bereits 1965 gab es die ersten freundschaftlichen Beziehungen zwischen der  damals selbstständigen Gemeinde Nellingen und Reinach im Schweizer Kanton Basel-Landschaft – initiiert vom Gemeinderat Nellingen  und getragen von Nellinger und Reinacher Vereinen. Als Nellingen Teil der neu gegründeten Stadt Ostfildern wurde, erhielt Reinach den Status einer Partnerstadt, ohne Urkunde und Unterzeichnung, sondern „Kraft Sympathie“, wie es in den Unterlagen heißt.

Auf die Beziehungen der beiden Feuerwehren in Scharnhausen geht die Städtefreundschaft mit Montluel zurück, als die Feuerwehr Scharnhausen ein Jubiläumsfest plante und eine französische Feuerwehr einladen wollte. Also machte sich eine Delegation aus Ostfildern im März 1975 auf den Weg und knüpfte direkte Kontakte in Montluel. Als Scharnhausen  im Rahmen der Gemeindereform ebenfalls ein Teil Ostfilderns wurde, blieben die  Beziehungen stabil  und die Partnerschaft wurde 1978 offiziell besiegelt.

Im Jahr 1992 unterzeichneten die Gemeinde Bierawa in Polen  und die Stadt Ostfildern einen Freundschaftsvertrag. Eine Schulpartnerschaft zwischen der Riegelhof-Realschule in Nellingen und dem Öffentlichen Gymnasium in Bierawa wurde 2003 gegründet. Dieser Austausch hat sich inzwischen ausgeweitet zu einem Erfahrungsaustausch zwischen Leitern unterschiedlicher Bildungseinrichtungen in Bierawa und Ostfildern.

Die norditalienische Stadt Mirandola und Ostfildern waren 15 Jahre befreundet, bevor sie 2001 eine offizielle Städtepartnerschaft eingingen. Die ersten Kontakte der Stadtverwaltung Ostfildern mit Mirandola gab es bereits im Jahr 1986. Im Mai 1988 fuhr  eine erste Ostfilderner Delegation aus Sportvereinen, Heinrich-Heine-Gymnasium, Musikschule, Jugendhaus, katholischer Jugend sowie dem Jugend-DRK nach Italien.

Eine Besonderheit stellt die Partnerschaft mit Poltawa in der Ukraine dar. Die Verbindung besteht  seit 1988 und wird gemeinsam mit den Nachbarstädten Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt gepflegt. Alle zwei Jahre im Wechsel kümmert sich eine der drei Städte federführend um die Umsetzung des vereinbarten Austauschprogrammes.

Der jüngste Partner im Bund  ist Hohenems in Österreich. Die Freundschaft mit der Stadt in Vorarlberg wurde im Jahr 2009 urkundlich besiegelt, die ersten Beziehungen gab es bereits in den 60er-Jahren.

Einen Schwerpunkt setzt Ostfildern auch auf  die Verknüpfung der Partnerstädte untereinander. So findet jedes Jahr mindestens eine internationale Begegnung mit Teilnehmern aus allen Partnerstädten statt.

„Es sind gewachsene Verbindungen“, sagt Brigitte Wallrauch, die bei der Stadt Ostfildern für die Partnerstädte zuständig ist. „Jede Partnerstadt hat ihr ganz eigenes Gepräge.“ Mehrere Jubiläen und runde Geburtstage  haben die befreundeten Städte bereits gefeiert. 40 Jahre Montluel, 30 Jahre Poltawa, 15 Jahre Mirandola zählt Wallrauch auf. Das sind Gelegenheiten, bei denen sich offiziellen Delegierte der Partnerstädte treffen und das sogenannte europäische Staffelholz übergeben. Das befindet sich seit der 40-Jahr-Feier  im Rathaus von Montluel und soll bald zum Zehnjährigen an die Hohenemser übergeben werden.   

Wallrauch empfindet die Städtepartnerschaftsarbeit als ungemein bereichernd: „Es kommt soviel zurück an Menschlichkeit, an Herzlichkeit und Gastfreundschaft.“ 

Die einzelnen Beziehungen laufen unterschiedlich: Während die Kontakte zwischen Hohenems, Reinach und Ostfildern meistens auf der offiziellen und Verwaltungsebene  laufen, so sind die Kontakte zu den anderen Städten meist auf der privaten Schiene  verortet. Vieles läuft auf Vereinsebene  und über Schüleraustausch. Derzeit machen gerade Azubis aus Reinach und Hohenems im  Ostfilderner Rathaus ein Praktikum.

Wie stark  Verbindungen sind, zeigt sich in Zeiten der Not.    Ostfildern hat die italienische Stadt Mirandola  nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2015 mit Spenden unterstützt und allein für den Wiederaufbau der Grundschule rund 50 000 Euro gespendet. Die Unterstützung für Poltawa ist eine permanente. Die Bürgerstiftung Ostfildern  sammelt Spenden für die Ausrüstung der Kinderkrebsstation im Krankenhaus von Poltawa.

Benötigt werden  Artikel   wie ein EKG-Gerät, ein Sterilisator oder eine Notfallleiste für das Krankenbett. „Kein Luxus, sondern nur Basisausstattung“, sagt Wallrauch. Die Klinik in Poltawa schickt eine Bedarfsliste zur Bürgerstiftung, von dort werden die Artikel in der Ukraine bestellt und gekauft. Rund 10 000 bis 20 000 Euro werden so jährlich für die Kinderstation ausgegeben.

Politische Entwicklungen in den einzelnen Ländern sollen in den Partnerschaftsbeziehungen außen vor bleiben. „Die Akteure der Beziehungen handeln auf privater Ebene“, sagt Wallrauch.  Meist gelinge  das, doch die Sorgen der Menschen in Polen oder in der Ukraine blieben nicht verborgen. bob/Foto:bob

 

Info: www.ostfildern.de/staedtepartnerschaften.html, unter Poltawa ist die Spendenkontonummer für die Kinderklinik in Poltawa zu finden.


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Foto: dpa

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