Ein Fest der Worte

Literaturfestival LesART in Esslingen vom 8. November bis 2. Dezember

In diesem Herbst findet die 24. Ausgabe des Literaturfestivals LesArt statt.  Vom  8. November bis zum 2. Dezember  präsentieren Schreibende  Romane, Lyrik und Sachbücher.   Es kommen bekannte Autoren, aber auch vielversprechende Neuentdeckungen. Etliche Veranstaltungen sind bereits ausverkauft, für andere  werden größere Räume gesucht.

33 Schreibende und Musikschaffende gestalten die LesART. 16 Veranstaltungen richten sich an Kinder und Jugendliche, 17 an Erwachsene. Im Programm tauchen die Namen von vier Bahnwärterstipendiaten und einer  Haecker-Preisträgerin auf. Letztere, Leyla Yunus, die den  Menschenrechtspreis   2013 erhalten hat, eröffnet  mit ihrem Mann Arif die Literaturtage am 8. November, 20 Uhr, in der Schickhardthalle des Alten Rathauses.

Ehemalige „Bahnwärter“ sind vertreten mit  Felicitas Hoppe, Joachim Zelter, Nina Bußmann und Antje Wagner. Lokale Autoren wie Pia Rosenberger und Ulrich Stolte sind  beim Literaturfest zu hören.   Des Weiteren lesen bekannte Autoren wie Bodo Kirchhoff (28. November), Norbert Gstrein (15. Novembe) und der Sachbuchautor Ahmad Mansour, dessen Thema die Integration ist (21. November).  Die beiden letzteren Lesungen sind bereits ausverkauft.   Zwei Namen auf der  diesjährigen Shortlist des Deutschen Buchpreises finden sich ebenfalls im Programm: Maria Cecilia Barbetta (13. November, ausverkauft) und Nino Haratischwili (2. Dezember).

„Innerhalb weniger Stunden waren  acht  Veranstaltungen sowie das Literaturfest ausverkauf “, erklärt Renate Luxemburger, die in der Bücherei für das Programm zuständig ist.   Die Veranstaltungen mit Felicitas Hoppe und Nino Haratischwili wurden  in die Württembergische Landesbühne verlegt. Für zwei weitere Termine sucht die Bücherei  größere Säle. Und Alex Cappus (11. November) wird zudem zweimal hintereinander lesen.

Unter den weniger gefragten Autoren ist laut Luxemburger insbesondere   Helena Hegemann (14. November) zu empfehlen, die im Alter von 25 Jahren bereits ihren dritten Roman („Bungalow“) vorstellt. Ihr Thema sind verlorene Jugendliche. Ein weiterer Tipp Luxemburgers ist die Amerikanerin Lisa Halliday (30. November), die ein Verhältnis mit dem alternden Philipp Roth hatte. Ihr Debütroman „Asymmetrie“ greift unter anderem das Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen auf. Laut Luxemburger sollte man auch nicht David Schalko (24. November) versäumen, der mit viel schwarzem Humor in „Schwere Knochen“ ein Verbrecher-Epos vorstellt.  bob / Foto: bul

 

Info: Kartenreservierungen:   Telefon 07 11/ 35 12-34 44  oder  07 11/  35 12-33 33,  E-Mail:  lesart@esslingen.de; Eintritt: acht Euro,  Kinderveranstaltungen  frei. Aktuelle Infos unter      stadtbuecherei.esslingen.de


Keimzelle der Hochschule

Fakultät Maschinenbau in Esslingen feiert 150-jähriges Bestehen – Festakt am 9. November – Fachgebiet stark im Wandel

Die Hochschule Esslingen hat kürzlich ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Nun steht das nächste Jubiläum an: Die Fakultät Maschinenbau an der Hochschule blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Am Freitag, 9. November, wird dies mit einem Festakt in der Aula der Hochschule gefeiert.
Im Jahr 1868 ist die Maschinenbauschule als Abteilung an der Königlichen Baugewerkeschule in Stuttgart eingerichtet worden. Im Jahr 1914 wurde daraus die „Königlich Württembergische Höhere Maschinenbauschule zu Esslingen“. Somit stellt das Fachgebiet Maschinenbau die Keimzelle der Hochschule Esslingen dar, als die Schule auf Initiative des Unternehmers Dick in die ehemalige Reichsstadt verlegt worden ist. Mehr noch: Im Maschinenbau liegt auch der Ruf der Stadt Esslingen als „Ingenieurstadt“ begründet. Weitere Entwicklungsschritte der Ausbildungseinrichtung waren der kontinuierliche Ausbau der Schule zur Hochschule Anfang der 70er-Jahre, als die städtische Schule zur Fachhochschule wurde. Es folgten Erweiterungen um mehrere Fachgebiete bis zur Fusion mit der Esslinger Hochschule für Sozialwesen im Jahr 2006.
Der älteste Fachbereich aber blieb gleichzeitig der dynamischste, wie Hochschul-Rektor Christian Maercker erklärt. „Maschinenbau greift nicht nur die klassischen Inhalte, sondern auch die aktuellen Trends der Zeit auf“, sagt Maercker. „Die größte Herausforderung für den Maschinenbau ist die Digitalisierung. Die Wirtschaft befindet sich dadurch in einem riesigen Wandel – das geht alles schneller voran als jemals gedacht“, sagt Steffen Greuling, der Dekan der Fakultät Maschinenbau. „Für die Absolventen bedeute dies ein lebenslanges Lernen. Sie werden sich ihr ganzes Berufsleben lang Wissen aneignen.“ Für die solide Grundlage des steten Wissenszuwachses müsse die Fakultät Maschinenbau sorgen.
Prodekan Alexander Friedrich will mit einem überholten Bild aufräumen. „Ein Maschinenbauer kann heutzutage sein gesamtes Berufsleben verbringen, ohne je schmutzige oder ölige Hände zu haben“, sagt er. Das unterscheide den Maschinenbau von heute zu dem der Anfangszeit. „Was aber bleibt, ist, dass wir seit 150 Jahren Genies brauchen“, sagt Friedrich weiter. Diese hervorragend ausgebildeten jungen Leute würden nach wie vor in der Metropolregion Stuttgart benötigt, wo fast alle großen deutschen Firmen säßen.
Derzeit studieren rund 720 Männer und Frauen Maschinenbau in Esslingen. 26 Professoren und Professorinnen lehren in drei Studiengängen, darunter ist auch der englischsprachige Master-Studiengang „Design and Development in Automotive and Mechanical Engineering“ . Was den Lehrenden allerdings Sorgen bereitet, sind häufig zu beobachtende Probleme der Studenten, im Studiengang anzukommen. Das erste Semester falle vielen jungen Leuten sehr schwer. Weshalb man sich in Esslingen Gedanken über einen niedrigschwelligen Einstieg ins Fach gemacht hat: Schnuppersemester, ein sogenanntes nulltes Semester oder auch die moderierte Arbeit in Kleingruppen sollen Hürden abbauen.
Der Maschinenbau an der Hochschule Esslingen hat nicht nur eine lange Tradition, sondern für die Region auch eine besondere Bedeutung. „Unsere Fakultät Maschinenbau ist in einer technikdominierten Region ansässig, dadurch hat sie eine große Nähe zu vielen Unternehmen. Von diesen sehr guten Kooperationen und dem langjährig gewachsenen Netzwerk profitieren natürlich auch unsere Studierenden“, sagt Christian Maercker. Diese Verbindungen will die Hochschule weiter ausbauen, beispielsweise mit der Beteiligung der Hochschule an der Transferplattform Industrie 4.0.
Ein Technologiezentrum ist im ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk in Oberesslingen geplant – mit der Beteiligung der Esslinger Maschinenbauer im Elektromobilitätszentrum. Außerdem hat die Hochschule kürzlich eine Stiftungsprofessur Technik und Gesellschaft eingerichtet. „Verbrennungstechnik steht längtr nicht mehr im Fokus des Maschinenbaus“, sagt Maercker. „Die Gesellschaft fragt nach ganzheitlichen Konzepten zum Verkehr.“ Er sieht künftige Aufgaben der Fakultät in der Schnittstelle Mensch/Maschine und nennt den Einsatz von Robotern in der Pflege als Beispiel.
Clemens Leopold ist einer der 720 Studierenden im Fachbereich. Er beschreibt sein Studium als anstrengend und anspruchsvoll. Er habe sich für die Esslinger Hochschule entschieden, weil sie einen guten Ruf auch bei den Unternehmen genieße.
Die vielen Praktikumsmöglichkeiten, die Kontakte, die Möglichkeiten, Labore zu nutzen, und der praktische Bezug der Lehrinhalte hätten seine Entscheidung bestärkt. Er schreibt seine Bachelorarbeit zum Thema „Festigkeitsabsicherung von Komponenten des Elektromotors“. Ein gutes Beispiel für die Verschiebung vom Thema Verbrennungsmotor zu moderner Mobilität. bob / Foto oben: bob, Foto unten: Archiv Hochschule


Abgestimmt

In Wien sollen Namensschilder an Türklingeln entfernt und durch Nummern ersetzt werden – aus Datenschutzgründen.   Ist das übertrieben?

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Ein stilvoller Abend

Die ECHO-Messe „FildErleben“ unterhält und informiert – Räumlichkeiten passen zum Event – Gastronomie im Hof

Die Besucher der zweiten Messe „FildErleben“ des Wochenblatts ECHO wurden schon vor der Tür freundlich empfangen: Im Hof der Firma Elements in der Lichtäckerstraße in Denkendorf, wo die Ausstellung stattfand, hatten die Veranstalter eine kleine Gastromeile eingerichtet. Düfte nach frisch gerösteten  Maultaschen zogen verführerisch durch die Luft. Auch in den Räumen im ersten  Stockwerk lohnte sich der Besuch. Die 35 Aussteller hatten sich großzügig in den  Räumlichkeiten des Badspezialisten verteilt, so dass ein  übersichtlicher und gut zu begehender Markt entstand.

 Lifestyle war das  übergeordnete Thema der  Aussteller, und das hatte viele Facetten: Gesundheit, Wellness, Vorsorge, Fitness, Mode und Schönheit auf der einen Seite  und praktische Aspekte des Themas auf der anderen Seite  wie Wohnen, Bauen und Renovieren. Die Besucher spazierten durch die breiten und lichtdurchfluteten Gänge, probierten Sprudel, der direkt aus den Armaturen kam,  leckere Brotaufstriche, die mittels Thermomix hergestellt wurden. Sie informierten sich über neue Fitnesskonzepte,  Infrarotheizungen  und über passgenaue Einbauküchen, über den Kauf von Immobilien oder komplette Raumgestaltungen. Besonders begehrt waren die Stände mit den schönen Dingen wie Schmuck, den einige Anbieter zeigten, sowie Wohnaccessoires und Kunstgegenstände.

Wie sensibel die Menschen mittlerweile mit ihrer Gesundheit umgehen, sah man an den Ständen mit den gesundheitsfördernden Verfahren und Nahrungsergänzungsmitteln: Kaffee mit einem Heilpilz versetzt, vegane Produkte mit Vitalstoffen oder Meeresklima zu Hause – Gespräche wurden geführt und Prospekte mitgenommen. Wer sich eingehender informieren wollte, schaute bei den Vorträgen vorbei.  Die Themen dort: Das Zuhause als Komfortzone, Erben und Vererben sowie moderne Therapien in der Zahnheilkunde. Für das unterhaltende Drumherum sorgten der  Gastrostand im Hof sowie die Weinproben und Getränke am Stand in der Ausstellung.

Einen Höhe-  und Schlusspunkt setzte Ingrid Lenz  mit ihrer Modenschau. Die Models Kim Schöttle, Sabrina Ludewig, Andrea Lazart und Simone Hornung zeigten die schönsten Teile der Kollektionen von Marc O’Polo oder den dänischen Newcomern Summum  und Expresso.  Die stylischen Schuhe und Taschen steuerte wiederum Marc O’Polo bei. Nach der Schau gab es einen regelrechten Run auf die Kollektionsteile. Wer nicht zum Zug kam oder dessen Größe nicht vor Ort war, kann in der Boutique von Ingrid Lenz, „Simply Blue“ in Reichenbach, direkt einkaufen. „Eine gute Messe in schönen Räumen“, urteilte die Veranstalterin,  ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol. Auch die Aussteller waren überwiegend zufrieden. Goldschmiedin Tanja Kattisch war das erste Mal dabei und sagte: „Diese Messe hat Potenzial, sie kann sich entwickeln.“  bob / Fotos: bob


Zu zweit an der Spitze

Friedrich Schirmer und Marcus Grube teilen sich die Intendanz der WLB

Friedrich Schirmers derzeitiger Vertrag als Intendant der Württembergischen Landesbühne Esslingen (WLB) endet 2020, kürzlich ist die Vereinbarung um weitere vier Jahre verlängert worden – mit einem Novum für die WLB: Schirmer teilt sich die Intendanz mit seinem Chefdramaturgen Marcus Grube.
Die Konstellation eines Duos in der Leitung soll ab der Spielzeit 2019/2020 greifen, wenn Grube in die Leitung aufrückt und bis Ende der Spielzeit 2023/2024 gemeinsam mit Schirmer die Marschroute des Schauspielhauses bestimmt. Schirmer nannte die Vereinbarung einen „Glücksfall“, zum einen, weil er „seit vier Jahren“ das Theater gemeinsam mit Grube leite und weil die Zusammenarbeit sehr gut passe. „Wir sind zwar sehr unterschiedlich“, sagte Schirmer bei der Präsentation des neuen Vertrags, „aber unsere Theaterherzen schlagen im gleichen Takt.“ Auch Grube ist über die neue Aufgabe froh: „Über Schirmers Vorschlag der Co-Intendanz habe ich mich sehr gefreut.“
Die Grundlage für den Gestaltungsspielraum an der WLB-Spitze haben sich Schirmer und Grube mit erfolgreichen Spielzeiten erarbeitet. So war die Spielzeit 2017/2018 mit mehr als 122 000 Besuchern die erfolgreichste seit 1988/1989. Es ist Schirmers zweite Station in Esslingen. Der in Köln geborene Theatermann hat die WLB bereits von 1985 bis 1989 geleitet. Danach wechselte er zu größeren Bühnen, unter anderem war er Schauspieldirektor am Schauspiel Stuttgart sowie Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Im Herbst 2012 wurde er neuerlich nach Esslingen berufen, wo er seit 2014 die Intendanz innehat.
Marcus Grube stammt aus Erlangen, er hat bereits in Stuttgart mit Schirmer gearbeitet. Nach etlichen Stationen im Bundesgebiet ist er seit der Spielzeit 2014/2015 Chefdramaturg bei Schirmer und stellvertretender Intendant in künstlerischen Angelegenheiten. Das Zweispartenhaus mit Schauspiel sowie Kinder- und Jugendbühne beschäftigt 135 feste Mitarbeiter und hat jeweils eigene Schauspielerensembles für den Abendspielplan und die Junge WLB, die vier Spielstätten bespielen. Nach dem Landesbühnenauftrag ergänzen zahlreiche Gastspiele im ganzen Land und anderen Bundesländern das Programm.
Mit etwa 20 Neuproduktionen werden jährlich rund 700 Vorstellungen gegeben. In den vergangenen vier Spielzeiten haben 450 000 Zuschauer die Vorstellungen besucht. Im kommenden Jahr feiert die WLB ihr 100-jähriges Bestehen.
Nicht zuletzt sieht Schirmer, der sich eine Verlängerung seiner Intendanz vor vier Jahren nicht habe vorstellen können, wie er sagte, das Modell der Doppelspitze als „ein ideales Modell, einen Generationswechsel einzuleiten“. bob / Foto: bul


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Inspirierender Abend

Messe „FildErleben“ am 18. Oktober in Denkendorf – Themen für das gute Leben

Das Wochenblatt ECHO lädt am Donnerstag, 18. Oktober,  17 bis 21 Uhr,  zu einem Abend rund um das Thema Gutes Leben ein. In den Räumen des Sanitärspezialisten „Elements“ in der Lichtäckerstraße in Denkendorf versammeln sich bei der Messe „FildErleben“ 35 Aussteller aus zahlreichen lebensrelevanten Themenbereichen.

Bereits im vergangenen Jahr ist die Messe gut angekommen. Die Premiere in den „Elements“-Räumen  hat ihr Publikum gefunden. „Wir sind auf dem richtigen Weg mit unserer Mischung an Ausstellern“, stellt ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol fest. „Die Besucher sind sehr anspruchsvoll, wenn es um lifestyle-orientierte Themen wie Gesundheit, Fitness, Freizeit geht“, sagt Gisdol weiter. Sie wollten fachkundige Ansprechpartner,  möglichst aus der Region, die auf dem aktuellen Wissensstand seien und neue und innovative Angebote vorstellen können. So haben das ECHO-Team und Achim Zepf, der Geschäftsführer von „Elements“,  die Aussteller sorgfältig ausgewählt – nach der Vorgabe regional und kompetent. Die 35 Messeteilnehmer informieren über Themen wie Immobilienkauf, Wohnen, Gestaltung und technische Ausstattung von Bädern und Küchen sowie über medizinische Themen wie Raumgesundheit oder Zahnheilkunde, auch Schmuck, Sport und Ernährung stehen  auf dem Programm.

 Dem Wunsch der Besucher nach fundierten Informationen tragen die Fachvorträge Rechnung. Von 17.15 bis 18 Uhr spricht Thomas Epple,  Maler- und Stuckateurmeister, Coach und Trainer, zum Thema „Lebenswerte Räume. Das Zuhause – die Komfortzone“. Er informiert darüber, was bei einer Renovierung zu berücksichtigen ist. Von 18.05 bis 19.05 Uhr schließt sich der Vortrag von Natalie Klamt von Klamt Immobilien an. Sie klärt über „Erben und Vererben“ auf. Das anschließende  Referat hält der Zahnmediziner Rainer Roos: „Zahnlosigkeit muss nicht  sein. Moderne Strategien schnell, komfortabel, preiswert“ lautet der Titel.

Bei einem solchen Abend soll auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommen. Den Schlusspunkt setzt die Modenschau der Modeboutique  Simply Blue, präsentiert von Ingrid Lenz. Sie beginnt um 20.15 Uhr. Die Messe hält auch ein gastronomisches Angebot vor: Feines Essen, Getränke und eine Weinprobe runden das Angebot ab. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. bob / Foto: bob

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Ansprechen, auffangen, ausbilden

Projekt des Jobcenters und des Landkreises Esslingen richtet sich an junge Menschen ohne Berufsperspektive – Start Januar 2019

Keiner darf verloren gehen – so betitelt die Agentur für Arbeit ihre Informationen zu einem künftigen, bisher einzigartigen Projekt: Junge Menschen, die nicht zur Schule gehen, keine Ausbildung machen und stattdessen orientierungslos „rumhängen“, sollen mit speziellen Angeboten angesprochen und auf den Bildungsweg gebracht werden. Das Projekt gilt als das erste seiner Art in Deutschland. Die Kooperation von Jobcenter und Landkreis Esslingen startet im Januar 2019.
Die praktische Arbeit mit benachteiligten und schwer erreichbaren jungen Menschen soll an einzelnen Standorten im Landkreis stattfinden. In den Jugendbüros in Esslingen, Ostfildern, Leinfelden-Echterdingen, Nürtingen und Kirchheim stellen Sozialarbeiter den Kontakt zu den jungen Leuten her.
Den Kontakt zu dieser Klientel haben die Sozialarbeiter vor Ort sowieso. So wie Jessica Seeger, die in Ostfildern das Jugendbüro Ikarus in der Parksiedlung leitet. „Es handelt sich bei uns um etwa zehn bis 15 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, auf die dieses Profil ‚Schwer erreichbar’ zutrifft“, sagt Jessica Seeger. Streetwork sei da ein probates Mittel, mit den Menschen in Kontakt zu kommen.
Die meist männlichen jungen Leute hätten diverse Probleme, die einem Weg in die Arbeitswelt entgegenstünden. „Obdachlosigkeit, Drogensucht, Beziehungsprobleme und ähnliches“, zählt Seeger auf. Bevor die Männer und Frauen in Arbeit kommen, müssten diese „Baustellen“ intensiv bearbeitet werden. Zu glauben, dass man nach einem halben Jahr Sozialarbeit die Jugendlichen in einer Arbeits- oder Ausbildungsstelle habe, sei utopisch. „Das dauert eher mal zwei Jahre, und wir müssen Teilschritte als Erfolge ansehen, wie zum Beispiel, dass jemand eine Teilzeitstelle annimmt, um sich überhaupt im Arbeitsleben zu erproben.“
Seeger hat beobachtet, dass diese Gruppe über die Jahre größer geworden ist. Vor allem die Obdachlosigkeit habe bei Jugendlichen zugenommen. „Bei den Mietpreisen in unserer Region können diese Jungen und Mädchen nicht mithalten“, sagt Seeger. Der Drogenkonsum habe sich von exzessivem Alkoholgebrauch in Richtung Grasrauchen verschoben. Rund 80 Prozent der schwer Erreichbaren in Seegers Bereich kommen aus Ostfildern, ein kleinerer Teil aus Denkendorf und Neuhausen sowie aus entfernter liegenden Kommunen wie Kornwestheim oder Sindelfingen.
In Ostfildern verfügt die Jugendarbeit über ein eng geknüpftes Netzwerk, wie Frank Havlicek, der Leiter der Kinder- und Jugendförderung in Ostfildern, erklärt. „Wir haben erfahrenes Fachpersonal, das sowieso an diesem Thema dran ist“, sagt Havlicek. Gute Kontakte bestünden auch zu lokalen Unternehmen, die auch Praktika für eine schwierigere Klientel anbieten. Mit dem künftigen Projekt sehen Havlicek und Seeger die Möglichkeit, ihre Netzwerke stärker einzusetzen und Ressourcen zu nutzen.
Auch in Leinfelden-Echterdingen soll über ein künftiges Jugendbüro der Kontakt zu den Jugendlichen gesucht werden. Das Jugendbüro soll als Anlaufstelle dieser Jugendlichen aus dem Einzugsgebiet von Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen dienen und möglichst beim Stadtjugendring als etablierter Einrichtung der Jugendarbeit in der Stadt angesiedelt werden – mit einer 100-Prozent-Stelle oder auch zwei 50-Prozent-Stellen. Die Personalkosten dieser zunächst befristeten Stelle würde der Landkreis, die Sachkosten würden die beiden Filderkommunen je zur Hälfte übernehmen, hieß es kürzlich bei der Vorstellung des Projekts im Gemeinderat.
Dem Vorstoß liegt eine neue gesetzliche Regelung in den Sozialgesetzbüchern zugrunde. Sie betrifft junge Menschen bis 25 Jahre wie zum Beispiel Schulabbrecher oder andere Jugendliche, die von den üblichen Angeboten und Lehrformen nicht erreicht werden und die auch keinen Kontakt zu den Jobcentern halten. Den jungen Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf oder zur Ausbildung soll eine spezielle Unterstützung zuteil werden, um ihre individuellen Schwierigkeiten zu überwinden. Das langfristige Ziel ist, die Jungen und Mädchen in die Lage zu versetzen, eine schulische, ausbildungsbezogene und berufliche Qualifikation abzuschließen oder auf sonst einem Weg in das Arbeitsleben einzutreten.
Im August 2016 hat der Gesetzgeber den Paragrafen 16 h SGB II aufgenommen, der die Förderung dieser Personengruppe regelt. Große Fallzahlen will niemand erwarten. „Schnelle Erfolge wird es sicher nicht geben“, erklärt Astrid Mast, die Leiterin des Jobcenters im Landkreis Esslingen. „Es wäre aber ein schrecklicher Fehler, junge Menschen abzuschreiben.“ Das Projekt sei wichtig für jeden einzelnen. bob / Foto: dpa


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Schöner als Stille

Jazzfestival Esslingen mit  Stars der Szene – Konzerte in Esslingen und Stuttgart

Dreimal hat das Jazzfestival Esslingen bedeutende Künstler des Genres nach Esslingen geholt. Jetzt geht das Festival in die vierte Runde, mit nicht minder großen Namen. Die Spielorte liegen in Esslingen und Stuttgart.

Das Programm startet am Mittwoch, 17. Oktober, mit Egberto Gismonti, der eine Art Doppelkonzert mit dem Tarkovsky Quartett gibt (20 Uhr, Stadtkirche St. Dionys in Esslingen). Der brasilianische Gitarrist und Pianist Gismonti hat in seiner langen Karriere eine eigene musikalische Sprache gefunden und aus Einflüssen des Jazz, der brasilianischen, aber auch der neuen Musik einen eigenständigen Sound entwickelt.

Am Donnerstag, 18. Oktober, gibt Ralph Towner ein Gastspiel. Sein vielschichtiges Gitarrenspiel hat nicht nur die Musik seiner Band „Oregon“ geprägt, sondern alle seine Soloalben und -konzerte. Er denke die Gitarre vom Piano her, sagen Musiker über ihn. Towner spielt erstmalig gemeinsam mit dem Pablo Held Trio (20 Uhr, Sparda Welt Stuttgart).

 Am Freitag, 19. Oktober, kommt mit Carla Bley die „Grande Dame des Jazz“ zum Festival. Die Autodidaktin spielt gemeinsam mit Steve Swallow und Andy Sheppard (20 Uhr, Sparda Welt Stuttgart). Am Samstag, 20. Oktober, steht Eleni Karaindrou auf dem Programm. Die Komponistin und Pianistin ist in Griechenland fast so etwas wie eine Ikone und hat den Soundtrack vieler Filme eingespielt (19 Uhr, Stadtkirche St. Dionys). Am Sonntag, 21. Oktober, spielen „Aziza“ aus Holland. Laut dem Magazin Stereoplay haben sich dort vier der derzeit gefragtesten und innovativsten Musiker des zeitgenössischen Jazz zusammengefunden (19 Uhr, WLB Esslingen). Am Freitag, 26. Oktober, kommt Martin Wind mit dem Light Blue Quartett nach Esslingen. Der gebürtige Flensburger  lebt seit 20 Jahren in New York, so spielte er unter anderem mit Benny Green, Pat Metheny, Johnny Griffin und zuletzt im Duo mit Philip Catherine   (20.30 Uhr, Jazzkeller Esslingen).

Den Schlusspunkt setzt am Sonntag, 28. Oktober, Django Bates mit seiner Formation Belovèd. Über das Trio heißt es, schöner könne Klaviertrio-Musik nicht sein, es habe einen ganz eigenen Klang, jeder Ton überrasche (20 Uhr, Dieselstraße Esslingen). 

Partner des Festivals ist ECM-Musik. Das Münchener Label, das mit dem Slogan  „The most beautiful sound next to silence“ – der schönste Klang neben der Stille –  wirbt, ist für die Produktion von zeitgenössischem Jazz und Klassik bekannt. Daher läuft am Samstag, 20. Oktober, 16 Uhr, der Film „Sounds and Silence – Travels with Manfred Eicher“ (der Gründer von ECM)  im Kommunalen Kino. Anschließend findet das „Jazzgespräch“ mit Eicher statt. Eberhard Weber, der in Esslingen geborene Bassist und bei ECM unter Vertrag, ist Schirmherr des Festivals. bob / Foto: Veranstalter