Zunächst keine Strafen

Zum neuen Jahr gelten in Stuttgart Fahrverbote für ältere Diesel – Etliche Ausnahmen – Schwierig zu kontrollieren

Die Schilder stehen schon, zum 1. Januar wird das Diesel-Fahrverbot im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet dann zumindest in Teilen „scharf“ gestellt.

Als erste deutsche Großstadt führt Stuttgart zum 1. Januar Diesel-Fahrverbote für eine gesamte Umweltzone ein. Sie gelten zunächst nur für ältere Diesel, die nicht die Abgasnorm Euro 5 schaffen. Für Einwohner gelten die Verbote erst ab 1. April. Es gibt reichlich Ausnahmen, etwa für Handwerker. Polizei und Stadt kündigten zudem an, bei Verstößen zunächst eine Weile noch ein Auge zuzudrücken. Irgendwann zahlen Dieselsünder aber mehr als 100 Euro.

Warum gibt es in Stuttgart  Diesel-Fahrverbote?

Die Landeshauptstadt kämpft seit Jahren gegen eine zu hohe Belastung der Luft mit Schadstoffen. Verstärkt durch die Kessellage werden die EU-Grenzwerte immer wieder überschritten. Während die Belastung durch Feinstaub zuletzt besser wurde, liegen die Werte bei Stickstoffdioxid meist noch weit über dem Grenzwert. Quelle für Stickstoffdioxid ist vor allem das Auto.

Für welche Fahrzeuge gilt das Diesel-Verbot?

Betroffen vom Fahrverbot sind alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 4 und schlechter. Diesel mit  Abgasnorm ab Euro 5 sind vom Verbot noch ausgenommen.

Wo gilt das Diesel-Verkehrsverbot?

Stuttgart ist die bundesweit erste Stadt, in der das Fahrverbot ganzjährig in einer kompletten Umweltzone gilt – also im gesamten Stadtgebiet.

Ab wann gilt das Fahrverbot?

Ab 1. Januar 2019. Für Einwohner der Stadt Stuttgart gibt es eine Übergangsfrist. Ab April gilt das Verbot dann auch für sie.

Gibt es Ausnahmen?

Jede Menge. Neben dem Lieferverkehr sind Handwerker und  Krankenwagen, Polizei und Katastrophenschutz ausgenommen. Für Wohnmobile, Reisebusse oder Arztbesuche können Ausnahmen beantragt werden. Auch Einpendler und Touristen dürfen sie beantragen.

Wer kontrolliert?

In klassischer Aufteilung ist die Polizei für den rollenden Verkehr zuständig, plant aber zunächst keine gezielten Kontrollen. Diesel-Sünder sind sozusagen Beifang. In der Umweltzone stehende Fahrzeuge werden von städtischen Mitarbeitern überprüft, aber auch nur dann, wenn durch Diesel-Kennzeichnung am Kofferraum oder äußere Merkmale eine Überprüfung naheliegt – oder wenn sie durch falsch parken auffallen und ohnehin ein Bußgeldverfahren läuft.

Sind in der Umweltzone zugelassene Diesel gekennzeichnet?

Nein. Zwar hätten Land und Stadt gerne eine blaue Plakette ergänzend zur grünen, gelben und roten gehabt, doch da war Berlin dagegen. Die Idee einer speziellen Stuttgart-Plakette zur besseren Kontrolle der Fahrverbote wurde wegen des enormen Aufwands verworfen. Bleibt das Problem: Rein äußerlich ist die Euronorm nicht zu erkennen.

Wie hoch ist das Bußgeld?

Verstöße gegen das Verbot werden mit einem Bußgeld von 80 Euro geahndet. Rechtsgrundlage ist das Bundesimmissionsschutzgesetz. Zuzüglich Gebühren und Auslagen erwarten den Sünder eine Rechnung in Höhe von 108,50 Euro – aber es gibt keinen Punkteeintrag im Fahrerlaubnisregister.

Ab wann drohen Autofahrern tatsächlich Bußgelder?

Einpendlern drohen diese eigentlich vom 1. Januar an, Einwohnern mit Fahrzeugen mit S-Kennzeichen ab 1. April des neuen Jahres. Jedoch wollen sich Polizei und Stadt bürgernah und verständig zeigen – wie bei jeder neuen Regelung, teilen sie mit. Heißt: Zunächst bleibt es bei Verstößen bei Ermahnungen und Informationen. Wie lange sich die Autofahrer darauf verlassen können, ist aber unklar. dpa/ Foto: dpa


Abschied mit Fackeln

Esslingen, Kirchheim, Leinfelden und Reichenbach: Zum Jahresende wird spaziert und gelaufen

Ob mit oder ohne Schnee: Der Fackellauf am Jägerhaus ist stets ein stimmungsvoller Abschied vom alten Jahr.

Hoch zur Burg geht es beim Silvester-Tecklauf.

Mit Fackeln und  auch im Laufschritt wird an Silvester das Jahr 2018 verabschiedet beziehungsweise am 1. Januar das neue Jahr  begrüßt.

Esslingen

Bei eisigen Temperaturen ebenso wie bei mildem Wetter lockt der Esslinger Silvester-Fackellauf am letzten Tag des Jahres regelmäßig um die 3000 Kinder und Erwachsene auf die Esslinger Höhe beim Dulkhäusle. Er wird von drei Vereinen gemeinsam veranstaltet: der Turnerschaft Esslingen, dem Aero-Club und dem Deutschen Roten Kreuz Esslingen, weitere Vereine und Institutionen packen am Silvestertag unterstützend mit an.

Das Programm am Jägerhaus beginnt bereits um 15.30 Uhr mit dem Verkauf von Fackeln, Glühwein, Kinderpunsch, Fackelwürsten, Berlinern und mehr. Später wird ein großes Silvesterfeuer entzündet. Besucher können dabei ihre Wünsche auf Holztalern notieren und dann den Flammen anvertrauen. Kristallmagier Ruven Nagel ragt auf Stelzen hoch über die Menge auf, lässt gläserne Kugeln funkeln und spielt mit dem Feuer. Bei gutem Wetter erheben sich glühende Heißluftballons als Kulisse. Der Fackelzug selbst setzt sich um 17 Uhr vom Flugzeughangar des Segelfluggeländes aus in Bewegung und führt über die Römerstraße zum Esslinger Höhenweg. Unten im Tal sieht man dann die Lichter leuchten, oben zieht ein Strom aus flackernden Flammen durchs Dunkel. Die volle Runde ist  2,5 Kilometer lang. Sie kann aber auf ungefähr die Hälfte abgekürzt werden und ist auf diesem Teil für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und andere Gefährte  geeignet. Entlang der Strecke wartet auf die Kinder eine kleine Überraschung.

Der Erlös aus dem Fackellauf fließt komplett in die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung. Von 15 bis 16.50 Uhr findet ein kostenloser Bustransfer von der Innenstadt zum Startpunkt am Dulkhäusle statt, von 18 bis 19 Uhr erfolgen die Rückfahrten. Auch in die Ortsteile von Aichwald wird ein Bus-Shuttle-Verkehr eingerichtet (Haltestellen und Abfahrtszeiten unter www.aichwald.de).

Kirchheim

Als sehr sportliche Variante sorgt der Kirchheimer Silvesterlauf dafür, dass gute Vorsätze in puncto Bewegung mit ins neue Jahr getragen werden. 1981 von einer kleinen Gruppe Läufer ins Leben gerufen, findet der Lauf auf die Teck heuer zum 37. Mal statt. Erwartet werden mehrere Hundert Teilnehmer, die gemeinsam 18 Kilometer Strecke und 464 Höhenmeter meistern wollen. Start ist um 15 Uhr am Kirchheimer Rathaus, von dort führt die Route nach Dettingen und über den Parkplatz Hörnle bis in den Hof der Burg Teck. Zurück geht es nach kurzer Pause und Stärkung auf dem gleichen Weg, wobei die Läufer am Kirchheimer Gaiserplatz von Fackelläufern empfangen und zum Rathaus begleitet werden. Sie reihen sich hinter den Fackelträgern ein – der Silvester-Tecklauf ist also kein Wettkampf, sondern wird gemeinsam abgeschlossen. Das bedeutet auch, dass die Teilnehmer alle in der Lage sein sollten, die anspruchsvolle Strecke problemlos in zwei Stunden zu schaffen. In der Regel sind zwischen vier- und fünfhundert Männer und Frauen am Start. Angefeuert werden sie von zahlreichen Schaulustigen entlang der Strecke. Besonderen Unterhaltungswert bekommt dieser Lauf auch dadurch, dass manche Teilnehmer nach der Devise „Gaudi statt Bestzeit“ in fantasievollen Kostümen antreten. Startgeld wird beim Silvester-Tecklauf keines erhoben, der Lauftreff als Veranstalter freut sich aber über Spenden ins Kässle zur Deckung seiner Kosten.

Reichenbach

In Reichenbach marschieren die Laternen- und Fackelträger rund drei Kilometer durchs Dunkel: Start ist am Feuerwehrhaus in der Blumenstraße, dann geht es über die Sainte-Savine-Brücke, an der Fils entlang in Richtung Freibad und wieder zurück. Je nach Wetterlage werden ein- bis dreihundert Menschen gemeinsam das Jahr beenden und damit auch die letzte Veranstaltung im Zug des 750-jährigen Ortsjubiläums begehen. Vor dem Start, ab 16 Uhr, trifft man sich am Feuerwehrhaus, wo es Glühwein und Punsch, Rote und Weißwürste und  auch Fackeln zu kaufen gibt. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Freiwilligen Feuerwehr, die das Ganze veranstaltet, und ihrer Jugendarbeit zugute.

Leinfelden

Sportlich geht es auf den Fildern los: Die LG Filder organisiert in Leinfelden wieder den Neujahrslauf. Gestartet wird am 1. Januar um 14 Uhr, Start und Ziel liegen in der Hagenbuchallee. Die Strecke führt über zehn Kilometer um die keltische Viereckschanze.  Das Startgeld beträgt 10 Euro, Nachmeldungen sind bis 30 Minuten vor dem Start möglich. Die Startunterlagen gibt es am Sportzentrum Leinfelden. Bei Glatteis findet der Lauf nicht statt. aia/ch Foto oben: bul Foto unten: Ralf Trost


Abgestimmt

Die SPD will die Kindergartengebühren im Land abschaffen, Ministerpräsident Kretschmann hält dies für nicht realisierbar. Sollen die Gebühren komplett wegfallen?

Foto: dpa

Keine Kita-Gebühren?

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