Mehr Platz für Hund und Katz

Neues Tierhaus im Tierheim Esslingen  eingeweiht –  2,2 Millionen teures Projekt großteils über Spenden finanziert

Nach vierjähriger Planung wurde jetzt das neue zweigeschossige Tierhaus auf der Neckarinsel in Esslingen eingeweiht. Damit stehen den tierischen Bewohnern künftig mehr Platz und zeitgemäße Einrichtungen zur Verfügung.

 Der Spatenstich erfolgte im Juni 2018. Das 1000 Quadratmeter große Gebäude, das nach seinem Hauptsponsor –  der Margarete Müller-Bull-Stiftung –  den Namen „Margarete Müller-Bull-Tierhaus“ erhalten hat, beinhaltet im Erdgeschoss 21 helle Hundezimmer mit einem direkten, überdachten Auslauf. Das alte Hundehaus des Tierheims war nicht mehr zeitgemäß, das Gebäude nicht mehr ausreichend in Schuss. Zudem fehlte es an Platz für die zu betreuenden Tiere. „Aktuell haben wir 20 Hunde und 50 Katzen im Tierheim“, berichtet Leiter Horst Theilinger.

Streithähne getrennt

Die neuen Hundezimmer seien allein schon deshalb eine deutliche Verbesserung, weil sie nicht mehr nur durch Gitter, sondern durch Wände voneinander abgetrennt sind. „Das bedeutet weniger Stress für die Hunde, denn so sehen sich die, die sich nicht gut vertragen, nicht mehr“, erklärt Theilinger einen der vielen Vorteile des Neubaus. Dagegen können die Hunde, die sich gut vertragen mittels der Verbindungstüren zwischen den Zimmern auch zusammengelassen werden.

 Katzen nach oben

Das Obergeschoss des neuen Tierhauses ist künftig für die Katzen reserviert: Neben sechs neuen Zimmern, die beispielsweise für  Pensionsgäste genutzt werden, gibt es eine Kranken- und Quarantänestation. Das fehlte seither im Esslinger Tierheim. Das Obergeschoss ist mit all seinen Räumlichkeiten bereits bezugsfertig, im Erdgeschoss stehen aufgrund von zeitweisen Bauverzögerungen noch Restarbeiten im Außenbereich an. Im Februar sollen dann auch die Hunde einziehen können.

„Es war nicht immer einfach, aber wenn man sich das Ergebnis anschaut, hat es sich gelohnt“, sagt David Koch, Vorstandsvorsitzender des Esslinger Tierschutzvereins. Dank der finanziellen Unterstützung –  darunter Großbeträge wie die 700 000 Euro der Margarete Müller-Bull-Stiftung sowie je 100 000 Euro der Stadt Esslingen und des Landes – sei dieses 2,2 Millionen Euro teure Großprojekt überhaupt zu stemmen gewesen. Weitere 100 000 Euro hatte der Verein selbst zur Verfügung. Dazu kamen zahlreiche weitere Spenden. Am Tag der Eröffnung durften sich die Verantwortlichen über Spendenschecks von Daimler (6700 Euro) und der Volksbank Esslingen (4000 Euro) freuen.

Projekte wie dieses seien zu Lebzeiten immer eine Herzensangelegenheit von Margarete Müller-Bull gewesen, so der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Christoph Zalder. Bei den 700 000 Euro handle es sich um die bis dato größte Einzelspende der Stiftung, deren Kernthemen neben dem Tierschutz noch der Bereich Humanes und wissenschaftliche Forschung seien. 

„Herzensangelegenheit“

Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger wies auf den hohen Stellenwert des Esslinger Tierschutzvereins mit seinen gut 1600 Mitgliedern sowie auf das große Engagement der Hauptamtlichen und zahlreicher Ehrenamtlichen hin, ohne das die wichtigen Aufgaben des Tierheims nicht umsetzbar wären.

Angesichts des in die Jahre gekommenen Bestands habe  dringender Handlungsbedarf bestanden, betonte Claudio di Simio, zweiter  Vorsitzender des Tierschutz-Landesverbands Baden-Württemberg. Nun könne man sich über „neue, tiergerechte Räume freuen“, die den Tieren eine stressfreie Zeit ermöglichen. Architekt Ulrich de Pay bezeichnete die Einweihung als einen „Festtag“. Symbolisch übergab er einen großen Schlüssel an die Vertreter des Tierheims und des Esslinger Tierschutzvereins.  „Das ist immer so, als entließe ich ein Kind aus meiner unmittelbaren Obhut“, erklärte der Architekt.  eis / Foto: eis

Info: Tag der offenen Tür mit Programm am Sonntag,  27. Januar, 11 Uhr.


„Keine größeren Probleme“

Neubau der L 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen – Pendler müssen mehr Zeit einplanen

Die Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen muss wegen des geplanten Baus einer Anbindung der Neckartal-Bahnlinie an die Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm verlegt werden. Seit Montag der vergangenen Woche ist die Straße daher gesperrt, Autofahrer müssen  voraussichtlich bis Samstag, 24. August, Umwege in Kauf nehmen, auch der Busverkehr wird umgeleitet. Dies bringt zwar einige  Belastungen mit sich, doch das befürchtete Verkehrschaos ist bislang ausgeblieben.

Die Bauarbeiten an der Bahnstrecke, auf der in einigen Jahren Schnellzüge von Stuttgart nach Ulm fahren sollen, gehen voran. Parallel zur Autobahn wächst derzeit südlich von Wendlingen die Bahnbrücke über den Neckar, auch die Trasse zum Albvorlandtunnel im Osten nimmt Gestalt an. In einiger Zeit soll der Bau der Anbindung der Bahnstrecke Stuttgart-Tübingen an die Schnellbahnstrecke, die sogenannte Kleine Wendlinger Kurve, begonnen werden. Der ist freilich die Landesstraße 1250 im Weg, die Wendlingen mit der Nachbargemeinde Oberboihingen verbindet. Sie soll künftig westlich der Bahnlinie verlaufen und auf der Höhe  des Otto-Werksgeländes in die bisherige Straße einschwenken.  Dafür muss allerdings eine Brücke über die Bahnlinie gebaut werden. Zudem muss ein Höhenunterschied von 13 Metern zur westlichen Seite hin überwunden werden. Dafür wird eine aufwendige Rampe konstruiert. Da für die Arbeiten nur sehr wenig Platz zur Verfügung steht, wurde die L 1250 komplett gesperrt. Voraussichtlich bis Samstag, 24. August, müssen Autofahrer, die zwischen den Kommunen pendeln, einen Umweg über Unterensingen und Zizishausen nehmen.

Der zusätzliche Verkehr auf den Umleitungsstrecken hätte  in der vergangenen Woche zu  Behinderungen geführt, große Probleme seien jedoch nicht aufgetaucht, berichtet  Fred Schuster, Abteilungsleiter für Ordnung und Soziales bei der Stadt Wendlingen. „In den Spitzenzeiten gibt es einen Rückstau von Autos, die von der Römerbrücke aus nach  Unterensingen abbiegen wollen“, erzählt er. Die Autofahrer hätten sich jedoch  schnell umgestellt. „Wenn es auf der Autobahn  einen Stau gibt, hat das wesentlich größere Auswirkungen auf die Stadt. Man muss eben etwas mehr Zeit einplanen“, sagt Schuster.

Auch Bernd Edele, Hauptamtsleiter der Gemeinde Oberboihingen, hat diese Beobachtung gemacht. „Wie erwartet ist die Umleitungsstrecke stark belastet, aber es gibt keine richtigen Probleme“, sagt er. Er  selbst pendle zwischen den Kommunen und müsse etwa 25 Minuten zusätzlich einplanen. „Wenig Probleme“ sehen Schuster und Edele auch beim befürchteten Schleichverkehr über die Feldwege östlich der L 1250. „Unser Konzept mit Absperrungen und Kontrollen  greift und ist wirkungsvoll“, sagt Schuster, und auch Edele spricht davon, dass  sich der Schleichverkehr „in den letzten Tagen stark in Grenzen“ halte. Allerdings weise die Gemeinde – auch wegen der vielen Kinder, die dort per Fahrrad  zur Schule nach Wendlingen fahren – Autofahrer eindringlich darauf hin, „es gar nicht erst zu versuchen“, die Feldwege zu nutzen. „Wir kontrollieren weiterhin und wir ahnden  konsequent“, stellt Edele klar. pst / Foto: pst


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