„Hochschule muss auch sexy sein“

Hochschule Esslingen: Christof Wolfmaier zum Rektor gewählt – Mann aus den eigenen Reihen

In der vergangenen Woche  haben der Hochschulrat und der Senat der Hochschule Esslingen (HSE) Christof Wolfmaier zum neuen Rektor gewählt. Der Nachfolger von Christian Maercker ist Dekan der Fakultät Fahrzeugtechnik und  tritt sein Amt  am 1. September an. Im Fokus seiner sechs Jahre dauernden Amtszeit  soll die Expertise der Hochschule in technischen und gesellschaftlichen Fragen stehen.

Seit 1991 lehrt Wolfmaier Fahrzeugtechnik an der HSE, seit 1994 hat er eine Professur  für Fahrzeugtechnik, seit 2004 ist er Dekan der Fakultät.

„Die Stärke der Hochschule liegt in ihrer Vielfalt“, sagt Wolfmaier. Diese fachliche Kompetenz in den drei Bereichen Technik, Wirtschaft und Soziales will er in den Vordergrund stellen.

Expertise gefragt

Sein  Ziel sei  es, die Hochschule als kompetente Ansprechpartnerin der Region zu verankern. „Wir haben viele exzellente Expertinnen und  Experten, die Lösungen für technische und gesellschaftliche Fragen anbieten können“, sagt er und fügt hinzu: „Unsere Aufgabe ist es, aus jungen Menschen  Kosmopoliten zu machen.“  

Für Wolfmaier ist die Lehre nach wie vor das Kerngeschäft und damit auch das Markenzeichen der Hochschule. Lehrinhalte müssten unter die Lupe genommen werden, neue frische Inhalte angeboten werden. Wolfmaier will die Arbeitsbedingungen für die Lehrenden und die Infrastruktur verbessern. Dazu gehörten auch große,  modern ausgestattete Hörsäle  für digitale multimediale Vorlesungen. „Eine Hochschule muss immer auch sexy sein“, fasst  Wolfmaier zusammen.  Die Fusion der Hochschule für Ingenieurwesen mit der Hochschule für Erziehungswissenschaften  im Jahr 2006 hat Wolfmaier hautnah miterlebt. Er nimmt  Narben und Wunden wahr, die die Zusammenlegung hervorgerufen hat und die es zu heilen gelte. „Technik und Soziales werden sich  weiter durchdringen“, ist Wolfmaier sicher  und verweist auf Themen wie die Robotik, die die Gesellschaft  beschäftigten.

Der neue Rektor setzt auf teamorientierte Führung. Kommunikation soll eine wichtige Säule sein. Er setze auf eine vertrauensvolle und offene Beziehung zu den Dekanen und Dekaninnen, wobei er Auseinandersetzungen nicht scheut: „Die Kraft des Disputs enthält Kreativität“, findet er. Auch die Stärkung des wenig anerkannten Standorts Göppingen steht auf seiner Agenda. Insgesamt will er die Hochschule in der Stadt Esslingen präsenter und auch im Wortsinn offener machen: „Man soll über den Campus laufen können.“  Marketing sei notwendig, um wichtige aber wenig nachgefragte Studiengänge attraktiver zu machen. So regt er an,  den Studiengang Gebäude- und Umwelttechnik  künftig „Smart Home“ zu nennen.

 Zweiter Bildungsweg

Mit dem 57-jährigen Wolfmaier steht  ein Mensch des zweiten Bildungswegs an der Spitze der HSE. Der Schorndorfer wurde Karosseriebauer,  gründete sein eigenes Unternehmen, bevor  er das Abitur nachholte und Fahrzeugtechnik studierte. Bei Porsche leitete er die  Entwicklungsabteilung und wurde  1994 Dozent an der Hochschule in Esslingen. Seit 2004 leitet er dort den Studiengang Fahrzeugtechnik.

Wolfmaier setzte sich gegen  zwei externe und einen internen Kandidaten durch. Sein Vorgänger, der Biologe Christian Maercker,  hat nicht mehr kandidiert. Seine  Sparmaßnahmen haben die Unterstützung  für seine Person bröckeln lassen.  Heidi Stock, die Vorsitzende des Hochschulrats, sagt: „Mit Professor Wolfmaier haben wir einen sehr gut qualifizierten und persönlich hervorragend geeigneten Rektor gewählt.“ bob  / Foto: bob


„Zom Lacha ond zom Heula schee“

Von Klassik über Folk-Rock bis zu Kindertheater: Die Köngener Kulturtage bieten ein breites Spektrum

Die Kulturtage sind in Köngen so sicher wie das neue Jahr. Schon zum 32. Mal wird bei vier Veranstaltungen zwischen dem 1. und dem 21. Februar ein feines, hochwertiges Programm serviert: die Uraufführung einer Rhapsodie ist ebenso dabei wie ein poetisch-musikalischer Abend, schwäbischer Folk-Rock und ein Kindertheaterstück.

Erstmals stellen Dagmar Schneider und Iris Hermann von der Gemeindeverwaltung die Kulturtage auf die Beine. Das Konzept bleibe aber erhalten, sagt Schneider: „Wir überlegen, was die Köngener gern mögen, was hier ankommt.“ Eine regionale Verankerung der Künstlerinnen und Künstler ist erwünscht. Beim Format Podium junger Künstler ist der Bezug sogar ein lokaler: Es liegt in den Händen von Jörg Dobmaier, der die Musikschule Köngen-Wendlingen leitet und im Rahmen des Podiums immer wieder herausragende Talente präsentiert. Dieses Jahr ist es ein Köngener: Felix Glang hat als Schüler der örtlichen Musikschule bei fast allen großen Veranstaltungen des vergangenen Jahrzehnts mitgewirkt, mal als Musical-Darsteller, mal als Orchestermitglied, Sänger oder Begleiter am Klavier. Darüber hinaus ist er Komponist. Ihm und seinen Werken ist das Porträtkonzert am 2. Februar gewidmet.  Glang spielt an diesem Abend zusammen mit Solisten und dem Kammerorchester der Musikschule seine eigenen Stücke, von Klavier- und Instrumentalwerken bis hin zu einer Rhapsodie, die in der Zehntscheuer ihre Uraufführung erleben wird.

Die Auftaktveranstaltung zu den Kulturtagen bildet schon einen Abend vorher, am 1. Februar, das Duo „2 Flügel“ mit seinem Programm „Kopfkino – Lichtspiele für die Seele“. Es ist kein Konzert, keine Lesung, aber beides gleichzeitig und vielleicht auch noch mehr: eine Art Collage aus Filmmusik, kleinen Szenen, Lieblingsliedern und Geschichten. „2 Flügel“ bestehen aus Christina Brudereck und Ben Seipel. Sie liebt es, Geschichten zu erzählen, er liebt Musik und seinen Flügel. Sie ist Theologin und Schriftstellerin, er ist Pianist und Dozent an der Hochschule für Musik Köln. Beide sind ein Paar, weiß Dagmar Schneider, die „Kopfkino“ im vergangenen Jahr gesehen hat. „Das spürt man, das ist eine ganz tolle Atmosphäre“, sagt sie.

Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner hat ebenfalls mit einem Wunsch zum Programm beigetragen: Er hatte die Band „Wendrsonn“ mit ihrem „Schwoba Folk Rock“ gesehen und offensichtlich so erlebt, wie die kreativen Schwaben sich selbst beschreiben: „Zom Lacha ond zom Heula schee.“ Die Dialektrockband hat ihre Wurzeln in der Region, war mehrere Male bei der SWR-1-Hitparade dabei und im Vorprogramm ganz großer Namen wie Jethro Tull, Manfred Mann’s Earthband oder Rodger Hodgson (Supertramp). Die sechsköpfige Band lässt mit ihrem „Soundtrack zum neuen schwäbischen Selbstverständnis“ am 16. Februar die Sonne im Winter scheinen.

Zum Abschluss der Kulturtage ist am 21. Februar das Theater Q-rage aus Ludwigsburg mit dem Impro-Märchen „Traumreise“, geeignet für Menschen ab einem Alter von vier Jahren, zu Gast. Die Geschichte: Maja besucht gerne ihren Opa; beide treffen sich an einem magischen Ort, an dem die Zeit wie im Flug vergeht. Beide lieben es, gemeinsam Geschichten zu erzählen, und Maja kann es kaum erwarten, bis sie mit ihrem Opa ins Land der Träume eintauchen kann – mitsamt dem Publikum. Die Kinder sind bei dieser faszinierenden Reise zum Mitmachen und Mitbestimmen eingeladen. 

Dass für jeden etwas dabei ist, war den Programmmacherinnen wichtig. Und weil die Gemeinde Köngen anders als ein kommerzieller Veranstalter nicht auf Gewinn, sondern lediglich auf eine „schwarze Null“ abhebt, „können wir das für die Bürger zu angenehmen Preisen anbieten“, sagt Dagmar Schneider. Sie hatte mit ihrer Kollegin viel Spaß am Zusammenstellen. Selbst als Chorsängerin und Mitwirkende an Musicals und Theaterstücken aktiv, gefiel es ihr gut, die Rolle zu wechseln und das Organisatorische in den Fokus zu nehmen. Iris Hermann ist ebenfalls kulturbegeistert und hat für die Familienbildungsarbeit schon manche Veranstaltung auf die Beine gestellt.  aia / Foto: SBEntertainment

Info: Der Kartenvorverkauf im Rathaus, in der Bücherei Köngen und anderen Vorverkaufsstellen läuft seit einiger Zeit, Restkarten sind jeweils an der Abendkasse zu haben. 


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Foto: dpa

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