Comeback der Oldie-Nights

Vom 7. bis 9. Juni geht es auf dem Esslinger Hafenmarkt rund

Es ist schon eine  Weile her, als die Oldie-Nights den Esslinger Hafenmarkt rockten. Doch bei vielen wird die Erinnerung noch wach sein an ein ganz besonderes, ausgesprochen stimmungsvolles Flair. 20 Jahre lang wurde an Pfingsten der Rock- und Popmusik vorwiegend aus den 70er-, 80er- und 90er-Jahren gefrönt, ehe die mehrtägige Veranstaltung nach der Auflage 2015 ihr vorläufiges Ende fand. Nun erleben die Oldie-Nights aber ein Comeback: Wieder an Pfingsten, vom 7. bis 9. Juni, heißt es „Oldies but Goldies“. Wieder werden die Konzerte auf dem Hafenmarkt stattfinden, das musikalische Konzept greift die Ideen der Vorgänger auf. Der Veranstalter hingegen ist ein neuer, in Esslingen ist er allerdings trotzdem ein alter Bekannter.

Frank Ockert, der mit seiner Firma X-Event in Esslingen auch die  Kult-Kneipennacht organisiert, lässt das Musikfestival wieder aufleben. Und er will dabei ganz bewusst an die Tradition der früheren Oldie-Nächte anknüpfen. Ockert hat im Vorfeld viele Informationen und Meinungen eingeholt, mit den damals Beteiligten gesprochen und das frühere Konzept überprüft. Mit seiner Initiative stieß bei der Stadt  und Sponsor Audi Hahn  auf große Zustimmung. Die angefragten Gastronomen seien regelrecht begeistert gewesen, sagt Ockert. „Wir gehen es gemeinsam an.“ Um wetterunabhängig zu sein, wird die Musikparty – wie bei den vorigen Ausgaben – unter einem Riesenschirm stattfinden, so bleiben das Publikum und die Bands auch bei Regen im Trockenen. Neu ist hingegen der Standort der Bühne. 

Im Mittelpunkt der Oldie-Nights steht natürlich die Musik. Ockert verspricht an jedem der drei Abende ein musikalisches Feuerwerk, jeweils werden zwei Bands auftreten. Den Auftakt macht am Freitag, 7. Juni, ab 18 Uhr, die Rolling-Stones-Coverband „Stoned“, deren Show für Spaß und Emotionen steht. Ab 20.30 Uhr stehen „Siggi Schwarz & Friends“ auf der Hafenmarkt-Bühne, die Musiker lassen es bei ihrer Gary-Moore-Tribute-Show  krachen. Am Samstag, 8. Juni, kommen ab 18 Uhr Fans der Band Foreigner  auf ihre Kosten: Die neunköpfige Formation „Cold as Ice“ besticht mit einer außergewöhnlichen Tribute-Show. Ab 20.30 Uhr werden dann die Songs der Kultband Status Quo der ehrwürdigen Esslinger Altstadt den Rhythmus vorgeben, „Quotime“ werden dem Publikum einheizen.

Am Sonntag, 9. Juni, gibt es ab 18 Uhr zunächst Gelegenheit, die Musik des unvergleichlichen, im Dezember 2014 gestorbenen Joe Cocker zu genießen. Bei der „Juice-Cocker-Band“ leben dessen  Hits weiter. Zum Abschluss der Oldie-Nights werden dann am Sonntag ab 20.30 Uhr „Agnetha’s Affair“ auf der Hafenmarkt-Bühne Show und Musik von schwedischen Pop-Heroen zelebrieren: Abba-Hits sind auch viele Jahre nach dem Auflösen der Band eingängig und unvergessen. Und „Agnetha’s Affair“ gelten als eine der erfolgreichsten und bekanntesten Abba-Tribute-Acts Deutschlands, mit authentischen Arrangements und der entsprechenden Technik kommt die Band dem Original ganz nah.  (red) / Fotos: Veranstalter

Info: Einlass ist an den drei Abenden jeweils ab 17 Uhr. Eintrittsarmbänder gibt es im Vorverkauf für 14 Euro (pro Abend) oder als Kombiticket für 35 Euro (alle drei Abende) bei Audi Hahn in Esslingen-Zell, der Eßlinger Zeitung und dem Esslinger Stadtmarketing am Marktplatz, bei Media Markt, im Traumpalast im Dick Center, bei den Shell-Tankstellen Nellingen und Ruit, im Palm’schen Bau, Ad Astra und bei Mattis am Hafenmarkt. An der Abendkasse kostet das Armband 16 Euro. Weitere Infos unter www.oldienights-esslingen.de


Ergebnisoffener Prozess

Stadtplanungsamt Esslingen: Fußgängerzone in der Ritterstraße als Arbeitshypothese – Dialog mit Betroffenen geplant

Wie hält man den Parksuchverkehr aus der östlichen Altstadt Esslingens heraus? Verschiedene verkehrsberuhigende Maßnahmen sind bereits getroffen worden – allerdings ohne durchgreifende Erfolge. Jetzt ist die Umwandlung der Ritterstraße  in eine Fußgängerzone Thema.  Kürzlich hat der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) beschlossen, die Straße für den öffentlichen Verkehr  zu schließen. Bis es soweit ist, müssen Gespräche mit den Betroffenen geführt werden. Wolfgang Ratzer, der Leiter des Stadtplanungsamts, nennt den Prozess „ergebnisoffen“.

In der östlichen Altstadt gibt es einen regelrechten Ringverkehr  durch Parkplatzsuchende: Sie fahren über die Ritterstraße ein, biegen in die Milchstraße ab und verlassen die Altstadt wieder über die Strohstraße – nach erfolgloser Suche, da es so gut wie keine öffentlichen Stellplätze in diesem Quartier gibt. Verschiedene Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung sind in den vergangenen zwei Jahren bereits realisiert worden. Der Einfahrtsbereich der Ritterstraße wurde  verengt, die   Parkflächen  Taxis, gehandicapten  Fahrern und Anwohnern zugeschlagen und die Zufahrt zur Tiefgarage deutlicher gekennzeichnet. Die  Fußgängerzone Küferstraße haben die Planer  bis zur Ritterstraße und in der Strohstraße bis zur Spritzengasse erweitert.

Wenig Änderung

„Wir haben im Herbst Verkehrszählungen unternommen und feststellen müssen, dass diese Veränderungen  nicht viel helfen“, erklärt  Ratzer. Eine weitergehende Maßnahme könnte daher die Einrichtung einer Fußgängerzone in der Ritterstraße sein. Die Einfahrt wäre dann nur noch für bestimmte Personen zu bestimmten Zeiten erlaubt. Der ATU hat sich kürzlich für den Weg zur Fußgängerzone ausgesprochen: Eine Zufahrtssperre soll errichtet, die Parkflächen  sollen zurückgebaut und der Straßenraum verschönert und aufgewertet werden.

Bevor jedoch eine einzelne dieser Maßnahmen umgesetzt  werden kann, muss in einer Bürgerbeteiligung die  Haltung der Betroffenen ausgelotet werden. Anwohner, Bürgerausschuss und Händler sind zu hören. Laut Ratzer ist das federführende Stadtplanungsamt gerade dabei, den Prozess der Bürgerbeteiligung auf den Weg zu bringen. Ratzer nennt das Thema Fußgängerzone eine „Arbeitshypothese“ und den Prozess „ergebnisoffen“. Es gelte vielfältige Interessen einzubinden. Bis zur Sommerpause werde sich konkret nichts tun, aber bis zum Jahresende würden Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Die mobile Zufahrtssperre in Form eines Pollers oder einer anderen Barriere soll hingegen unabhängig von einer Fußgängerzone eingerichtet werden. „Zum Weihnachtsmarkt wird eine solche Einrichtung  als sogenannte Terrorsperre sicher  installiert sein“, sagt auch Gerhard Gorzellik, der Leiter des Esslinger Ordnungsamts. 

Anrainer kritisieren

Zwar hat sich die Händlergemeinschaft City Initiative für eine Fußgängerzone ausgesprochen – vorausgesetzt eine verbesserte Optik  in der Straße mache das  Bummeln angenehmer. Doch die Anrainer der Ritterstraße, am Hafenmarkt und in der Strohstraße sehen das anders: „Wir betrachten eine Fußgängerzone  sehr kritisch“, sagt Christine Fischer-Lörch aus dem Schuhhaus Fischer am Hafenmarkt, die auch für andere Geschäfte in ihrer Nachbarschaft spricht. Die Kundenfrequenz für den Einzelhandel  werde damit  weiter sinken. „Ohne ein schlüssiges Konzept zum Beispiel mit einem Altstadtbus können wir uns eine Fußgängerzone in der Ritterstraße nicht vorstellen.“

Im Winter erfolgen dann eine nochmalige Abstimmung nach der Vorstellung der Ergebnisse mit dem Arbeitskreis Altstadt und dem Bürgerausschuss Innenstadt sowie ein Bericht im ATU.  bob / Foto: bob


Wo die Steine wachsen

Der Unesco-Geopark Schwäbische Alb weist den Neidlinger Wasserfall als Geopoint aus – „Wertvolles Biotop“

Die Schwäbische Alb ist seit einigen Jahren von der Unesco als Geopark anerkannt. Damit sollen die geologischen Besonderheiten und das archäologische Erbe der zehn Landkreise umfassenden Region hervorgehoben werden. Mittelfristig ist geplant, an 100  Stellen der Alb sogenannte Geopoints auszuweisen, an denen landschaftlich, geologisch oder kulturhistorisch Bedeutendes näher beleuchtet wird. Kürzlich ist der Neidlinger Wasserfall als neunter Geopoint im Landkreis Esslingen ausgewiesen worden.

Der Neidlinger Wasserfall ist von der Gemeinde Neidlingen aus bequem in einem halbstündigen Spaziergang entlang der Lindach zu erreichen. Der Bach entspringt  zwei Karstquellen auf halber Höhe des Steilabfalls der Alb und stürzt schon nach wenigen Metern etwa acht Meter in die Tiefe. An diesem Wasserfall lässt sich ein besonderes Naturphänomen beobachten.

Das Kalkgebirge der Alb hat nur minimale Speicherfähigkeiten. Regenwasser  versickert ungehindert im Gestein und wäscht Spalten, Klüfte und Höhlen aus. Das Gebirge verkarstet. Dabei wird fortwährend Kalk im Wasser gelöst, das je nach Jahreszeit oder Niederschlagsmenge in unterschiedlich starker Schüttung in Gesteinsspalten am Abhang oder tiefer liegenden Quelltöpfen zu Tage tritt. Sobald das Wasser über Gesteinsstufen oder, wie in Neidlingen, aus größerer Höhe stürzt, wird es zerstäubt. Der darin transportierte Kalk wird dabei ausgeschieden und setzt sich als Kalksinter auf Moosen oder Blättern ab.

Mit der Zeit härtet der Überzug aus, die Pflanzen sterben ab, neuer Kalkstaub legt sich darüber, langsam wachsen neue Lagen aus Kalk und Pflanzen und bilden schließlich den sogenannten Kalktuff. Diese Gesteinspolster wachsen  in diesem Prozess fortwährend und verändern sowohl den Wasserfall selbst wie auch das Bachbett der Lindach kontinuierlich.

Wer dem neuen Gestein, das mancherorts am Albrand viele Meter dicke Schichten ausgebildet hat, beim Wachsen zuschauen möchte, benötigt allerdings einen langen Atem. Die Moose am Gewässerrand wachsen nur langsam, in regenarmen Jahren wird nur wenig Kalk ausgefällt, und so können Zehntausende von Jahren vergehen, bis eine mächtige Kalktuffschicht entsteht.

Mit dem Neidlinger Wasserfall hat der  Unesco-Geopark Schwäbische Alb nach den Sinterterrassen bei Gutenberg bereits den zweiten Geopoint im Landkreis ausgewiesen, der auf die Entstehung des Kalktuffs hinweist. Der Wasserfall stelle „ein besonderes Naturwunder“ dar und biete  die  seltene Gelegenheit, den Prozess der Versinterung direkt am Rand des Gewässers zu beobachten, erklärte der Vorsitzende des Geoparks und Erste Landesbeamte des Landkreises Alb-Donau, Markus Möller, bei der Enthüllung der Infotafel beim Wasserfall.  „Hier sehen wir die Besonderheit, dass Wasser zu Stein erstarrt, und gleichzeitig sind es eben nicht nur Steine, sondern ist es ein lebendiger Teil der Natur“, sagte Möller.

Und die ist auch am Neidlinger Wasserfall bedroht. „Wir haben hier auch ein wertvolles Biotop mit  bedrohten Tier- und Pflanzenarten“, stellte Iris Bohnacker, Geologin beim Geopark, klar. Besucher des Wasserfalls müssten daher darauf achten, auf den Wegen zu bleiben, um die filigranen und sehr langsam wachsenden Strukturen nicht zu zerstören.    pst / Fotos: pst

Info: www.geopark-alb.de; www.neidlingen.de


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