Nicht nur für Frauen

Kirchliche und andere Frauengruppen haben in Plochingen ein Programm zusammengestellt – Kernpunkt Ausstellung

Wieder  heißt es „Plochinger Frauen feiern“: Das tun sie nicht zum ersten Mal, auch in der Vergangenheit gab es am Neckarknie immer wieder ein Frauenfest. Jetzt ist die Überschrift aber das Motto einer ganzen Veranstaltungsreihe in den ersten beiden Septemberwochen. Zusammengestellt wurde sie von verschiedenen örtlichen Frauengruppen, aus christlichen, aber auch anderen Zusammenhängen. Entsprechend bunt ist das Programm, zu dem eine Bastelaktion und ein Gottesdienst ebenso gehören wie eine Lesung, ein Kabarettabend, ein Kinofilm, ein Vortrag und ein Abschlussfest.

Ausgangs- und Kernpunkt der Reihe ist die Wanderausstellung „Gewoben in Gottes Geschichte“ zum 100-jährigen Bestehen des Evangelischen Frauenwerks in Württemberg. Sie nach Plochingen zu holen, war die Idee von Christel Raisch, die zusammen mit Pfarrerin Karin Keck die Frauentage vorbereitet hat. Weil im aktuellen Jahr gleichzeitig auch 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert wird, beschlossen die beiden, die Sache breiter anzulegen. Sie sprachen die Frauengruppen in der Stadt an und rannten offene Türen ein: Geradezu gesprudelt hätten die Ideen, sagt Christel Raisch. Und später hätten alle selbstständig ihre Aufgaben in die Hand genommen: „Das war einfach ein tolles Miteinander. Man hat gespürt, dass sich in Plochingen viele darauf freuen.“

Als Veranstalterin tritt nun die Ökumenische Erwachsenenbildung auf, Unterstützer sind die Stadt und die Seniorenakademie. Zielgruppe sind ausdrücklich alle Altersgruppen, auch ganz junge Frauen und Mädchen: Sie sind beispielsweise mit dem Film „Embrace – Du bist schön“, in dem es um die Beziehung zum eigenen Körper geht, besonders angesprochen. Er wird am Mittwoch, 11. September, ab 19 Uhr, im Uniontheater gezeigt. Männer sind ebenfalls bei allen Terminen willkommen. „Es ist zwar ein Fest, das Frauen initiiert und vorbereitet haben, aber die Männer sind genauso dazu eingeladen“, betont Christel Raisch.

Den Auftakt der beiden Frauenwochen bildet ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntag, 1. September, ab 10 Uhr, in der Stadtkirche  – unter anderem wird es dabei  um Frauen in kirchlichen Ämtern gehen. Im Anschluss wird in der Ottilienkapelle die Ausstellung „Gewoben in Gottes Geschichte“ eröffnet, begleitet von einem kleinen Imbiss und Umtrunk. Dieser Ausstellungsort lag den Organisatorinnen besonders am Herzen. Zum einen liegt die Kapelle zentral am Marktplatz, zum anderen passt auch die Gestalt der heiligen Ottilie gut ins Bild. „Die Ottilie war seit Langem, schon im Mittelalter, eine wichtige Figur, mit der sich viele Frauen identifiziert haben“, sagt Pfarrerin Keck.

Es folgt am Mittwoch, 4. September, ab 19 Uhr, im Gemeindezentrum St. Konrad ein Abend mit dem Titel „Frau liest!“, bei dem Bücher vorgestellt und diskutiert werden. Am Donnerstag, 5. September, und Montag, 9. September, jeweils von 15 bis 18 Uhr, gibt es in der Ottilienkapelle die Mitmachaktion Filzen.

Kabarett und Abschlussfest

Mit Heike Sauer alias Marlies Blume und ihrem Kabarettprogramm „Zur Sache Frau!“ steht am Freitag, 6. September, 19 Uhr, ein echter Höhepunkt im evangelischen Gemeindehaus an. Am Freitag, 13. September, 19 Uhr, hält Ursula Schmidtblaicher im Alten Rathaus den Vortrag „100 Jahre Frauenwahlrecht in Gesellschaft und Kirche“.

Zum Abschluss wird dann einfach gefeiert. Am Sonntag, 15. September, treten ab 17 Uhr Anette Heiter und Bernhard Birk mit ihrem Programm „Wenn Zarah auf Marlene trifft“ in der Alten Steingießerei auf, danach gibt es Fingerfood, Bowle und Gespräche.  aia/ Foto: aia

Info: weitere Informationen unter www.plochingen.de


„Chancen schenken“

Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen kümmert sich um Teilhabe, Bildung und Gerechtigkeit für arme Kinder

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen, im  Landkreis Esslingen sind etwa acht Prozent aller Kinder arm. Doch  gesellschaftliche Teilhabe, Bildungs- und Entwicklungschancen sind nach wie vor von den finanziellen Möglichkeiten der  Familien abhängig. Seit dem Jahr 2012 unterstützt die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen arme Kinder mit Zuschüssen für Bildung und Kultur sowie mit ehrenamtlichen Paten.

„Kinderarmut ist versteckte Armut“, sagt Olivia Longin, die Geschäftsführerin der Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen. Doch sie werde sichtbar, etwa wenn Kinder nicht am Schulausflug teilnehmen,  nicht zum Kindergeburtstag einladen, keine Schuhe für den Sportunterricht besitzen oder kein Instrument spielen lernen.  Dabei ist die Quote in Deutschland enorm hoch. Jedes fünfte Kind ist von Armut betroffen, auch im wohlhabenden Baden-Württemberg. „Und im  Landkreis Esslingen sind es immer noch etwa acht Prozent“, sagt Lisa Kappes-Sassano, Regionalleiterin der Caritas Fils-Neckar-Alb und Vorsitzende des Stiftungskuratoriums.

Doch da im reichen Deutschland gleichberechtigte Bildungs- und Entwicklungschancen, soziale und kulturelle Teilhabe noch immer von den finanziellen Möglichkeiten der Familien abhingen, habe die Caritas 2012 die Stiftung initiiert, „um ein  Instrument gegen die Folgen der Armut zu schaffen und  Kindern diese Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu schenken“, sagt Kappes-Sassano.

Wie Frank Dierolf, Mitglied des Vorstands der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen und Kuratoriumsmitglied der Stiftung, berichtet, hat sich das anfänglich „zarte Pflänzchen“ in „eine beachtliche Institution“ verwandelt. Das Stiftungskapital ist von zunächst 50 000 Euro durch Zustiftungen und Spenden auf mehr als 120 000 Euro angewachsen. Entsprechend sei die Stiftung handlungsfähig geworden. 1500 Anträge auf Unterstützung wurden seit 2012 gestellt und 90 500 Euro an arme Kinder ausbezahlt. Allein im vergangenen Jahr hat die Stiftung 494 Kinder unterstützt, in der ersten Jahreshälfte 2019 waren es bereits 240 Kinder. „Und die Zahlen steigen weiter. Derzeit sind es zehn Anfragen pro Woche. Das heißt, dass wir wahrgenommen werden, aber es weist auch darauf hin, dass weiterhin sehr großer Bedarf besteht“, sagt Dierolf.

Kappes-Sassano erzählt, dass das Geld   für notwendige Ausstattungen für die Schule, für den Sport oder den Unterricht in der Musikschule verwendet worden sei. Doch es gebe auch Fälle wie den eines Zwölfjährigen, der noch nie in seinem Leben im Urlaub war und nun mit seiner Mutter für zehn Tage Ferien auf dem Bauernhof erleben kann.

Neben der materiellen Förderung unterstützt die Kinderstiftung arme Familien mit ehrenamtlichen Paten, die den Kindern etwa Nachhilfe geben oder mit ihnen Ausflüge unternehmen. Als drittes Standbein hat die Kinderstiftung einen Kinderbeirat ins Leben gerufen. 14 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen neun und 17 Jahren aus allen Schularten des Landkreises kommen zweimal jährlich zusammen und entscheiden  über Förderanträge sozialer Hilfsprojekte. Dafür steht ihnen ein Budget von 2000 Euro zur Verfügung.

Annette Bürkner, Nürtingens Bürgermeisterin für Bildung und Soziales sowie ebenfalls Kuratoriumsmitglied, sieht in der Arbeit der Stiftung auch den „dringenden Aufruf, bei der Kinderarmut Abhilfe zu schaffen. Es geht auch um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und darum, Ausgrenzung zu verhindern, denn es sind die Bürger von morgen.“  pst /Foto: Olivia Longin

Info: www.kinderstiftung-esslingen-nuertingen.de


Glockenklänge vom Turm

Zweites internationales Glockenspiel-Festival am Alten Rathaus in Esslingen am 7. und 8. September

Vor zwei Jahren haben erstmals Glockenspiele von Esslingens Türmen  konzertant miteinander geklungen und eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Das soll sich nun wiederholen.  Zum zweiten internationalen Glockenspiel-Festival „Turm und Klang“ am Samstag und Sonntag, 7. und 8. September, lädt die Stadt Esslingen zum Zuhören auf dem Rathausplatz ein.

Szenebekannte Carilloneure – so lautet der Fachbegriff für Glockenspieler – kommen  zu diesem Festival nach Esslingen.  Unter der musikalischen Leitung von Ekaterina Porizko bespielen Irina Koslova und Timur Chaliullin aus Russland, Wouter Verheyden aus Belgien sowie  Porizko, der Esslinger Glockenspieler Eckart Hirschmann  und Jürgen Buchner, der Würzburger Universitäts-Carilloneur und Stadt-Carilloneur von Herrenberg,  die 29 Glocken auf dem Turm des Alten Rathauses in sechs halbstündigen Konzerten an zwei Tagen. Dafür bringen sie Musik aus ihren Heimatländern mit, spielen eigene Kompositionen und auch Arrangements bekannter  Werke der klassischen Musik.

Eine Besonderheit gibt es am Sonntagabend zum Abschluss des Festivals: Dann erklingen die Esslinger Glocken erstmals gemeinsam mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg.  Ein solches Zusammenspiel von Glockenspiel und Orchester sei in Deutschland bisher noch nicht zu hören gewesen, heißt es in der Ankündigung. 

Das Glockenspiel-Festival „Turm und Klang“ lässt sich open air und bei freiem Eintritt in sommerlicher Atmosphäre genießen. Den Klängen lauscht das Publikum entspannt in Liegestühlen mit Blick auf das Alte Rathaus.

 Das Klangfestival ist eingebettet in zwei stimmungsvolle Veranstaltungen ganz   unterschiedlicher Art: Parallel finden am 7. September die lange Einkaufsnacht „ES funkelt“ und am 8. September der „Tag des offenen Denkmals“ statt. An diesem Tag werden deshalb auch Führungen zum Glockenspiel im Alten Rathaus angeboten. 

Das Esslinger Glockenspiel ist eines der wenigen im süddeutschen Raum, die noch regelmäßig live gespielt werden. Mit dem Glockenspiel-Festival wurde in Esslingen eine Tradition aufgegriffen, die bisher vor allem in den baltischen Ländern, in Frankreich, Belgien und den Niederlanden gepflegt wird.  Der große Erfolg der Premiere vor zwei Jahren  gab den Ausschlag zur Fortführung, „Turm und Klang“ hat einen festen Platz in der Esslinger Kulturlandschaft gefunden.  bob/red /Foto: bob

Info: Am 7. September beginnen die Konzerte um 17.05, 18.05 und 19.05 Uhr, am 8. September um 16.30, 17.30 und 19.05 Uhr. Mehr unter www.turm-und-klang.esslingen.de.


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Gemütlich und familiär

Nürtinger Weindorf setzt auf Regionalität – Standortwechsel zum Vorplatz der Stadthalle

Von Donnerstag, 22. August, bis  Sonntag, 8. September, lädt der Wendlinger Gastronom Patrick Bonomi wieder zum Weindorf in das Nürtinger Stadtzentrum ein.  Wie gewohnt werden regionale Weine und eine bodenständige Küche das Fest prägen. Anders als in den Vorjahren werden die Lauben, Tische und Bänke allerdings nicht auf dem Schillerplatz aufgebaut. Wegen der Baustelle dort zieht das Weindorf auf den Platz vor der Stadthalle um.

Das Nürtinger Weindorf hat sich fest im Kalender der eher veranstaltungsarmen Zeit der Sommerferien etabliert. Von Donnerstag, 22. August, bis Sonntag, 8. September,  sollen die Nürtinger und ihre Gäste ab dem frühen Abend unter den Dächern der rustikalen Lauben oder aber auch unter freiem Himmel zusammenkommen und bei einem Glas Wein eine gemütliche Zeit verbringen. Dies wurde in den vergangenen Jahren für viele Nürtinger, die den Sommer in der Stadt verbringen, zur festen Institution. So treffen sich Stammtische ebenso beim Weindorf wie Freundeskreise, Vereine und Nachbarn. Und  an so manchem Tisch entstehen beim  Zusammensitzen und Plaudern neue Bekanntschaften.

Während der familiäre Charakter des Weindorfs auch in diesem Jahr gewahrt bleiben soll, so müssen sich die Besucher doch ein wenig umorientieren. Aufgrund der Sanierung und Umgestaltung des Schillerplatzes muss das Weindorf dieses Mal von seinem traditionellen Standort bei der Kreuzkirche zum  Vorplatz der Stadthalle umziehen. Der Veranstalter, der Gastronom Patrick Bonomi, verspricht dabei, dass dies für die Gäste keine Einschränkungen bedeutet. „Alle Sitzplätze sind überdacht und regensicher und wir haben sogar noch einen größeren Stehbereich“, sagt er.

Das Angebot an Speisen und Getränken soll wieder „bodenständig und modern“ zugleich geprägt sein, sagt Bonomi. So wurde etwa das Angebot an vegetarischen und veganen Speisen ausgebaut. Auch in diesem Jahr sind hauptsächlich regionale Weine im Ausschank. Etliche stammen von der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck. Auch die Weingüter Currle aus Stuttgart-Uhlbach und Kusterer aus Esslingen sowie der Amalienhof Heilbronn sind vertreten. Wegen der hohen Nachfrage wird auch eine große Gin-Bar aufgebaut. Dort können „die zwei Zugpferde des Gin aus der Region“ verkostet werden, sagt der Gastronom.

Bereits in den Vorjahren war die Zahl der Sitzplätze begrenzt.  Für Gruppen empfiehlt der Veranstalter daher eine Reservierung. Es wird zwar eine Bar für jene Gäste geben, die ihr Glas Wein selbst abholen wollen, doch an allen Sitzplätzen werden die Gäste bedient. „Im Grunde ist das wie im Restaurant auch. Das unterscheidet das Weindorf von einem Straßenfest“, stellt Bonomi klar.

Das  gemütliche Beisammensein  beim Weindorf soll nicht durch  Beschallung gestört werden. Deshalb wird auf  Live-Musik während der Öffnungszeit verzichtet. Allerdings kommen all jene Gäste, die gerne zu späterer Stunde noch ein wenig feiern möchten, an den drei Weindorf-Wochenenden auf ihre Kosten. Jeweils von Donnerstag bis Samstag findet ab 23 Uhr in der Kreuzkirche am Schillerplatz eine After-Weindorf-Party statt. Am Samstag, 31. August, gastiert dort die Band Tune Brothers.  pst/ Foto: Nürtinger Weindorf

Info: Weindorf Nürtingen, Vorplatz der Stadthalle, 22. August bis 8. September, jeweils ab 17 Uhr, Reservierungen unter 01 70/6 66 34 88


300 Jahre Tradition

Vinzenzifest vom 23. bis 25. August in Wendlingen – Gautrachtentreffen am Samstag – Prozession am Sonntag 

Vom 23. bis 25. August wird in Wendlingen zum 68. Mal das Vinzenzifest gefeiert. Das Fest gilt als eines der größten Brauchtumsfeste des Landes.

Das Fest hat sich mittlerweile zu einem großen Stadtfest entwickelt und wird von vielen örtlichen Vereinen und Organisationen mitgetragen.

Das Vinzenzifest will  für Jung und Alt sowohl kulturell, traditionell aber auch kulinarisch ein Wochenende lang viel Abwechslung bieten. Höhepunkte sind die Binzenzirede und der Umzug am Sonntag.

Ausstellung im Rathaus

Das Festprogramm beginnt am Freitagabend um 18 Uhr mit der Ausstellungseröffnung „Schuhe zur Tracht“ im Rathaus. Anschließend findet um 20 Uhr ein Volksmusikkonzert im Treffpunkt Stadtmitte statt. Eintritt frei.

Party mit Live-Musik

Der Samstag beginnt um 10 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück vor dem Rathaus, organisiert vom Akkordeonclub Wendlingen. Musikalische Umrahmung erfolgt durch den Musikverein Unterboihingen. Um 15.30 Uhr findet die festliche Eröffnung des 68. Vinzenzifestes, des 45. Egerländer Landestreffens und des 85. Gautrachtentreffens des Südwestdeutschen Gauverbandes statt. Trachten- und Tanzgruppen sowie D’LauterBläser umrahmen die Eröffnungsfeier auf dem Saint-Leu-la-Forêt Platz. Um 19 Uhr findet auf dem Marktplatz der Fassanstich durch Bürgermeister Steffen Weigel statt und anschließend steigt die Party mit der Band „Midnight Special“ aus Bad Saulgau. Dazu wird  ein  Unkostenbeitrag in Höhe von drei Euro fällig. Eine bunte Illumination soll  wieder für eine besondere  Atmosphäre des Festbereichs sorgen.

Markt und Prozession

Der Sonntag wird wieder ganz traditionell gefeiert. Ab 8 Uhr lädt der Vinzenzimarkt in der Innenstadt zum Bummeln und Kaufen ein. Die vielen Stände locken mit unterschiedlichsten Waren wie Kleidung, Schmuck, Spielwaren, Haushaltswaren, Gewürzen und vielem mehr.

Kirchlicher Höhepunkt an diesem Tag ist die Vinzenziprozession, die um 9.30 Uhr an der Kirche St. Kolumban startet und zum Marktplatz führt. Anschließend wird dort ein Festgottesdienst abgehalten. Für Kinder findet ein Kindergottesdienst im Kindergarten Stadtmitte, Rauberweg 2, statt. Im Anschluss daran, ab 11 Uhr, beginnt das Frühschoppenkonzert des Musikvereins Unterboihingen auf dem Marktplatz. Auf dem Saint-Leu-la-Forêt Platz präsentieren Kinder- und Jugendgruppen des Südwestdeutschen Gauverbandes Musik und Tanz.

Staatssekretär spricht

Zur selben Zeit findet der Städtische Empfang im Treffpunkt Stadtmitte statt. Das Fest trägt seit jeher auch einen politischen Gedanken, denn es war auch immer ein Fest der europäischen Aussöhnung. Deshalb spricht  Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, in diesem Jahr die Vinzenzirede zum Thema „Die Schöpfung bewahren – Natur und Umwelt europaweit schützen.

Festumzug

Um 13.30 Uhr startet der Ernte- und Trachtenfestumzug mit vielen bunten Gruppen. Nach dem Festumzug werden auf dem Marktplatz Musik und Volkstänze von verschiedenen Trachten- und Tanzgruppen aufgeführt. Zum  Festausklang spielt ab 17 Uhr der Musikverein Wendlingen.

Am Samstag und Sonntag ist ein kleiner Vergnügungspark mit verschiedenen Fahrgeschäften und Süßwarenständen in der Albstraße aufgebaut. Die Bewirtung haben die  örtlichen Vereine und Organisationen übernommen. red/Foto: Stadt Wendlingen

Info: Mehr  zum Fest sowie einen Kurzfilm über die vergangenen Feste  findet man  auf www.vinzenzifest.de


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Träume aus Funken und Klängen

Ostfildern: Feuerwerksfestival Flammende Sterne vom 16. bis 18. August im Scharnhauser Park –  Großes Rahmenprogramm

Das internationale Feuerwerksfestival Flammende  Sterne findet vom  16. bis 18. August  in Ostfildern statt. Zur 17. Ausgabe des Wettbewerbs der Feuerwerker haben sich Pyrotechnik-Teams aus Schweden, Indien und Singapur angesagt.

Eine exotische Mischung, sagen die Veranstalter von der Agentur MPS, die die Flammenden Sterne jedes Jahr in den Scharnhauser Park holen.

„Das wird wieder ein Kracher, die Teams haben bemerkenswerte Referenzen“, sagt Elke Cosmo, die Pressesprecherin bei MPS.   So schießt die Firma Glorious Singapore Ltd. nicht nur Feuerwerke bei hochwertigen Anlässen wie dem Formel 1-Rennen Großer Preis von Singapur oder dem National Day, sondern hat auch schon  das Geburtstagsfeuerwerk des Sultans von Brunei ausgerichtet.  Fyrverkeri Fabrik aus Göteborg in Schweden zählt zu den größten und renommiertesten Pyrotechnikfirmen in Skandinavien und ist damit ein  Schwergewicht in der Pyrotechnik-Szene. Das  Team hat bei internationalen Wettbewerben schon über 25 Mal Gold gewonnen. Der Dritte im Bunde ist in diesem Jahr G2 Fireworks aus Indien. Die noch relativ junge Feuerwerksfirma besticht laut Elke Cosmo durch ihren unbändigen Ehrgeiz, auf internationaler Bühne maximalen Eindruck zu hinterlassen. Welches Team am Ende auf dem Siegertreppchen steht,  entscheidet eine Fachjury – wohl keine leichte Entscheidung.

Wie immer haben die Veranstalter auch für ein unterhaltsames Drumherum gesorgt. So stimmt  ein Warm-up kurz vor den Feuerwerken die Besucher mit Feuer, Musik und anderen Überraschungen auf die Show am Himmel ein.

 Auf verschiedenen Bühnen ertönen Blues, Funk, Soul, Rock, Latin, Balladen – handgemacht oder verstärkt, es starten Heißluftballons, im Parkgelände treten Feuerkünstler und Hip-Hop-Tänzer  auf und in der Lounge-Area gibt es Cocktails und Entspannungsräume.

Eine Falknerin präsentiert ihre Bussarde, Adler,  Falken und Eulen.  Der Flammende Sterne-Markt ist ebenso Bestandteil des Programms wie  das Familienprogramm und die außergewöhnliche  Illumination des gesamten Parkgeländes.

Es gibt auch ein ausgefeiltes Kinderprogramm in der Kinderaktivwerkstatt, die zu allerlei kreativen Beschäftigungen einlädt und auf der Ochsenfurter Kinderbaustelle können die Jungen und Mädchen ihre Geschicklichkeit, Rafinesse und ihre Schnelligkeit bei mehr als 20 Großspielen unter Beweis stellen und dabei gegen ihre Eltern und Freunde antreten.  Die Gastronomie lädt  in weißen Pagodenzelten und zu Foodtrucks ein – dort finden die Besucher eine Auswahl  verschiedenster Speisen und Getränke.

Damit möglichst viele Besucher  ohne Auto zum Gelände kommen, gilt die Eintrittskarte wieder  Kombiticket und gilt für alle Verkehrsmittel im gesamten VVS-Netz. Neu ist ein  bewachter Fahrradparkplatz direkt am Nordende des Geländes, Radler müssen nur ein Schloss mitbringen. Die  Linie U7 fährt  bis Betriebsschluss mit mehr Wagen   und in kürzeren Abständen. 

Die Sterne werden übrigens weiter am Himmel über  Ostfildern funkeln. Wie die Agentur MPS  erklärt, ist der Vertrag mit  der Stadt über die Veranstaltung  Flammende Sterne für weitere fünf Jahre verlängert worden.  bob / Foto: Joachim Mell

Info: Mehr über das Programm und die Tickets unter www.flammende-sterne.de/Ostfildern   


Eine neue Chance fürs Naturschutzgebiet

40 Jahre Wernauer Baggerseen – Zehntausende unterschrieben für „Oase in der Industrielandschaft“  – Das Ende der Teststrecke ist  in Sicht

Vor 40 Jahren haben Naturschützer und Bürger erreicht, dass die Wernauer Baggerseen unter Schutz gestellt wurden. Seitdem wurde die Fläche mehrfach ergänzt und weiterentwickelt. Mit dem bevorstehenden Ende der Daimler-Teststrecke bietet sich nun die Chance auf eine letzte, größere Ausweitung des Naturschutzgebiets.

Im Juni hat der Naturschutzbund (Nabu) im Plochinger Umweltzentrum den Geburtstag des Naturschutzgebiets Wernauer Baggerseen gefeiert. Seiner endgültigen Ausweisung im Jahr 1981 ging ein längerer Kampf voraus. Bis 1968 war im nördlichen Bereich der Baggerseen noch Kies abgebaut worden; Mitte der 1970er-Jahre beantragte der Deutsche Bund für Vogelschutz (heute Nabu) bereits ein Naturschutzgebiet in diesem Bereich. Begründet wurde das mit den zahlreichen dort gesichteten Vogelarten. Es dauerte zwei Jahre, bis das Land ein Verfahren für die Unterschutzstellung einleitete – zu dieser Zeit erwog die Stadt Wernau dort noch ein Gewerbegebiet. Und der Kreis Esslingen zog den Standort für eine Müllverbrennungsanlage in Betracht.

Bis heute in Betrieb

Unter der Überschrift „Oase in der Industrielandschaft“ sammelten die Naturschützer 15 000 Unterschriften. Sie übergaben sie im Juli 1979, kurz nach einer sogenannten Sicherstellungsverordnung des Regierungspräsidiums für den großen See. Die endgültige Verordnung fürs Naturschutzgebiet brauchte dann noch zwei Jahre.

Fünf Jahre später wurde wieder mobilgemacht: Dieses Mal unterschrieben 19 000 Menschen die Forderung, die Daimler-Teststrecke und die damals noch vorhandene Betonmischanlage abzubauen. Den zweiten Teil konnten sie recht schnell durchsetzen, das Betonmischwerk stellte den Betrieb ein und wurde abgerissen. Die Teststrecke ist dagegen trotz wiederholter Aktionen bis heute in Betrieb, wenn auch mittlerweile nur noch in geringem Umfang. Doch jetzt ist ein Ende absehbar, wie Roland Appl, der Beauftragte des Nabu-Kreisverbandes für das Wernauer Naturschutzgebiet, bei der 40-Jahr-Feier berichtete: Daimler habe „zugesichert, dass sie nächstes Jahr den Testbetrieb vollends einstellen“. Das Unternehmen schafft mit der neuen Pkw-Teststrecke in Immendingen und der Ausweitung der Lkw-Teststrecke Münsingen Ersatz. Der Stuttgarter Autobauer habe den Pachtvertrag für die Wernauer Fläche auf Ende 2020 gekündigt, berichtete Appl.

Damit hat der Nabu nach rund 35 Jahren auch das zweite Ziel erreicht. Ob die jetzige Daimler-Strecke dann dem Naturschutzgebiet zugeschlagen wird, ist allerdings noch offen. Sinnvoll wäre das aus Sicht der Naturschützer, bietet sich doch dort die letzte größere Chance für eine Erweiterung.

Ein weiterer Ausguck

Die Aktiven vom Nabu könnten sich vorstellen, die vorhandenen Anlagen – darunter auch eine Wellblechhalle und ein asphaltierter Platz – teilweise abzubauen und  einfach der Natur zu überlassen. Auch ein weiterer Ausguck für Vogelbeobachter und andere wäre an dieser Stelle gut aufgehoben, findet Appl. Bislang kann man lediglich mit dem Fernglas vom Uferweg am Neckar einen Blick auf Grau- und Silberreiher, Kormorane, Graugänse und andere Vögel werfen. Auch seltene Zwergrohrdommeln oder Wasserrallen wurden dort schon gesichtet. Und „so viele Nachtigallen wie an den Wernauer Baggerseen findet man weit und breit nicht“, sagt Appl. Darüber hinaus sind die Seen ein wichtiger Orientierungspunkt und Rastplatz für Zugvögel.

Allerdings gehört der Grund und Boden der Teststrecke wie auch andere Teile des Gebiets der Baufirma Wolfer & Goebel, die derzeit mit dem Land über einen Verkauf verhandelt. Bislang wurde man sich offenbar noch nicht einig. Mit der Fläche der Teststrecke und der angekündigten Fläche Wernauer Neckaraue/Wendlinger Wasen (entlang der B 313) könnte das Gebiet auf insgesamt 60 Hektar anwachsen. Dann wäre es mehr als doppelt so groß als  bei der ersten Ausweisung des „Großen Sees“. Damals umfasste es 23 Hektar, seitdem wurde es auf aktuell 45 Hektar erweitert. Weitere Flächen für eine zukünftige Ausweitung gibt es dann nicht mehr.

An der Qualität arbeiten die Naturschützer aber ständig. So finden nicht nur Pflegeeinsätze durch Menschen statt, regelmäßig weiden auch Schafe im Gebiet. Es ist über den Vogelschutz hinaus auch für andere Tiere, vor allem für Insekten, ein wichtiger Lebensraum.  aia / Fotos: aia


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