Testjahr zum Nulltarif

 VVS-Jahresabo bei Führerscheinverzicht – Neue Möglichkeit für Senioren im Kreis Esslingen ab kommendem Jahr

Brauch ich den Führerschein überhaupt noch? Wäre es vielleicht besser, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen? Senioren, die solche Gedanken hegen, will der Landkreis Esslingen die Entscheidung leichtermachen. Wenn Autofahrerinnen und Autofahrer ab einem Alter von 65 Jahren auf ihre Fahrerlaubnis verzichten, bekommen sie künftig ein Jahr lang ein kostenloses VVS-Seniorenticket.

Man kann darüber streiten, ob Autofahren im Alter mit einem höheren Verkehrsrisiko behaftet sind. Der Deutsche Anwaltverein beispielsweise fordert verpflichtende Gesundheitstests für Führerscheininhaber ab 75. Der ADAC spricht sich dagegen aus: Nicht das Alter, sondern Gesundheit und Routine seien ausschlaggebend. Bislang gibt es in Deutschland, anders als in vielen anderen europäischen Ländern, noch keinerlei Einschränkung beim Autofahren allein aufgrund des Alters. Karl Praxl, der Vorsitzende des Kreisseniorenrats, findet das richtig: „Mit 80 ist man heute nicht mehr steinalt.“ Es gebe derzeit eine Generation topfitter Senioren, die dürfe man nicht wie Unmündige behandeln. Gleichzeitig begrüßt der Seniorenrat aber den Vorstoß des Landkreises, weil er auf Freiwilligkeit baut.

Geplant ist, dass ab dem 1. Januar 2020 Seniorinnen und Senioren ab 65 beziehungsweise schon ab 60 Jahren, wenn sie verrentet sind, belohnt werden, wenn sie ihre Fahrerlaubnis freiwillig abgeben. Sie bekommen im Gegenzug ein Jahres-Seniorenticket des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) im Wert von rund 560 Euro kostenlos. Nach einem Jahr haben sie die Möglichkeit, ihren Führerschein wieder zu beantragen oder aber weiterhin nicht selbst am Steuer zu sitzen. Die Kosten fürs VVS-Jahresticket, sofern sie es fortführen wollen, müssen sie dann allerdings selbst tragen.

Vorbild für die Aktion ist der Landkreis Ludwigsburg, wo das Projekt bereits seit Herbst 2015 läuft. Seitdem haben rund 2000 Ältere die Möglichkeit genutzt und dem VVS-Jahresabo den Vorzug gegeben. Die meisten von ihnen waren bereits 75 Jahre alt oder älter. 50 Prozent der VVS-Neukunden blieben nach Angaben des Kreises auch im zweiten Jahr dabei, lediglich ganz wenige hätten den Führerschein wieder beantragt. Auch andere Städte und Kommunen bundesweit gehen ähnliche Wege. Im Kreis Esslingen hatte die Fraktion der Freien Wähler den Antrag gestellt.

„Das ist ein guter Weg, die Alternative aufzuzeigen“, findet Karl Praxl. Noch lieber wäre ihm allerdings, wenn es ein vergünstigtes Tagesticket speziell für Senioren gäbe, um „den Anreiz zu schaffen, dass man das Auto einfach mal einen Tag stehen lässt“. Das ist bislang im VVS-Preisgefüge nicht vorgesehen.

Mehrere hundert Nutzer

Der Kreis Esslingen rechnet damit, dass ähnlich wie in Ludwigsburg mehrere hundert Autofahrer im Seniorenalter jährlich das Angebot nutzen. Dessen Finanzierung sieht so aus: Die Kosten fürs Jahresticket tragen  Kreis und  VVS im Jahr 2020 je zur Hälfte; ab 2021 wäre der Kreis   zu einem Viertel beteiligt, während der Verkehrsverbund den Rest übernimmt. Bei ähnlich guter Rückfrage wie in Ludwigsburg würden im ersten Jahr Kosten von rund 200 000 Euro für den Kreis Esslingen anfallen, später entsprechend weniger. Möglich werden soll das VVS-Abo bei Führerscheinverzicht ab dem kommenden Jahr; am besten wendet man sich dafür an die Führerscheinstelle.

Karl Praxl hat darüber hinaus einen Tipp für alle, die zu diesem Schritt noch nicht bereit sind: Der Kreisseniorenrat bietet mehrmals im Jahr zusammen mit der Verkehrswacht Fahrsicherheitstrainings speziell für Senioren an.  aia / Foto: dpa


Schurwald-Woodstock

Aichwalder Musikfestival Goldgelb vom 15. bis 19. August – Acht Bands spielen live – Kinderprogramm

Genieße den Moment  – so lautet das Motto des Musikfestivals Goldgelb, dass alle  zwei Jahre auf einem Feld beim Aichwalder Ortsteil Krummhardt stattfindet. In diesem Jahr leuchten die Sonnenblumen vom 15. bis 19. August.

Fünf Tage lang  spielen Live-Bands bei freiem Eintritt, Gäste lagern auf Strohballen im Sonnenblumenfeld, genießen  Leckereien und die lässig-entspannte Atmosphäre – dafür steht das  „Goldgelb“, das der Kulturverein Krummhardt im Jahr 2003 ins Leben gerufen hat und das mittlerweile Besucher aus der ganzen Region anzieht.

Acht Bands gehen in diesem Jahr an den Start. Und es soll für jeden etwas dabei sein. „Wir wollen den Gästen ein Terrain vorbereiten, auf dem sich alle Generationen wohlfühlen und wo für jeden etwas geboten ist“,  sagt Vereinsvorstand Rolf Doll. „Durch diese Mischung von Jung und Alt war es in den vergangenen Jahren stets ein friedliches und vergnügtes Fest, und das soll auch 2019 so bleiben.“

 Das siebenköpfige Musikteam des Kulturvereins  hat über Monate hinweg  die Bands ausgesucht. Um eine gesunde Mischung der Musikstile zu erhalten und um im Umkreis eher unbekannte  Bands vorzustellen, hat das Team viele Bewerbungen gesichtet und diejenigen Bands, die in die engere Auswahl kamen, meist auch live auf Konzerten angehört.

Sonnenblumen und Strohballen

Musik ist die eine Sache, die das „Goldgelb“ zum Ziel so vieler Besucher    hat werden lassen. Wie das legendäre Woodstock-Festival vor fast auf die Tage genau vor 50 Jahren im Staat New York lebt auch „Goldgelb“ von seiner lässig-entspannten Atmosphäre. Dazu gehört, dass  auf etwa 5000 Quadratmetern Fläche   namensbestimmende,  besonders bienenfreundliche Sonnenblumen  gepflanzt werden, dass Strohballen als Sitzgelegenheiten dienen, dass an selbstgezimmerten Verpflegungsständen  Leckeres für Teller und Glas angeboten wird, dass es ruhige Rückzugsnischen ohne laute Musik gibt, das Festival eintrittsfrei ist und  die Menschen generationenübergreifend anspricht. Neu in diesem Jahr ist eine  veränderte Geländestruktur: Damit wollen die Veranstalter  die Stände logistisch günstiger aufstellen und Lücken schaffen, die bei schlechtem Wetter genutzt werden können. Ein  Highlight ist für den Donnerstagabend geplant. Ein Heißluftballon soll von der Wiese am Wasserturm aufsteigen. Bei Regen wird der Start auf Freitag oder Samstag verschoben.

Auch für die kleinen Besucher gibt es zwischen Wasserturm und Neuwieshof   Programm: Am Donnerstag, 15. August, 15.30 und 16.30 Uhr, erzählt  Hans Bürger Geschichten, am Freitag gibt es von 15  bis  17  Uhr eine Spielstraße, am Sonntag von 14 bis 17 Uhr  Workshops. Am Montag unterhält Gudrun Eichel mit ihrem Puppentheater ab 15.30  und ab 16.30 Uhr.  Eine Tobeecke gibt es an allen  Tagen. Am Sonntag findet ab 10.30 Uhr  ein ökumenischer Gottesdienst unter dem Schirm statt, der vom Festival-Chor begleitet wird. Ab 11 Uhr lädt Familie Fetzer vom Neuwieshof zum  „Gläsernen Bauernhof“ ein. Für  Unterhaltung sorgt – als Walking-Act – die brasilianische Samba-Trommler-Band „Tico Tico“ aus Aichwald.  bob / Foto: Kulturverein Krummhardt

Info:  Das Musikprogramm: Donnerstag, 15. August,  19.30 Uhr: Mallet (Classic Rock); Freitag, 16. August, 18 Uhr: Grup Huub (Ska/Reggae/Polka/Rock), 20.45 Uhr: Pigeons on the Gate (Irish Folk/Pop); Samstag, 17. August, 18 Uhr: Espana Circo Este (Tango/ Punk), 20.45 Uhr: San2 & His Soul Patrol (Rhythm & Blues); Sonntag, 18. August, 17.30 Uhr: Sarah Straub (Singer-Songwriterin), 20.30 Uhr: Phil (Tribute to Genesis and Phil Collins); Montag, 19. August, 20.30 Uhr: Welcome to the Pleasuredome (80er-Jahre Cover). Mehr unter www.goldgelb.eu


Abgestimmt

Während Susanne Eisenmann die CDU-Spitzenkandidatin für die nächste Landtagswahl ist, zögert  Winfried Kretschmann (Grüne) noch mit einer  Kandidatur. Soll der Ministerpräsident noch einmal antreten?

Foto: dpa

Noch einmal?

Ergebnis

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