Träume aus Funken und Klängen

Ostfildern: Feuerwerksfestival Flammende Sterne vom 16. bis 18. August im Scharnhauser Park –  Großes Rahmenprogramm

Das internationale Feuerwerksfestival Flammende  Sterne findet vom  16. bis 18. August  in Ostfildern statt. Zur 17. Ausgabe des Wettbewerbs der Feuerwerker haben sich Pyrotechnik-Teams aus Schweden, Indien und Singapur angesagt.

Eine exotische Mischung, sagen die Veranstalter von der Agentur MPS, die die Flammenden Sterne jedes Jahr in den Scharnhauser Park holen.

„Das wird wieder ein Kracher, die Teams haben bemerkenswerte Referenzen“, sagt Elke Cosmo, die Pressesprecherin bei MPS.   So schießt die Firma Glorious Singapore Ltd. nicht nur Feuerwerke bei hochwertigen Anlässen wie dem Formel 1-Rennen Großer Preis von Singapur oder dem National Day, sondern hat auch schon  das Geburtstagsfeuerwerk des Sultans von Brunei ausgerichtet.  Fyrverkeri Fabrik aus Göteborg in Schweden zählt zu den größten und renommiertesten Pyrotechnikfirmen in Skandinavien und ist damit ein  Schwergewicht in der Pyrotechnik-Szene. Das  Team hat bei internationalen Wettbewerben schon über 25 Mal Gold gewonnen. Der Dritte im Bunde ist in diesem Jahr G2 Fireworks aus Indien. Die noch relativ junge Feuerwerksfirma besticht laut Elke Cosmo durch ihren unbändigen Ehrgeiz, auf internationaler Bühne maximalen Eindruck zu hinterlassen. Welches Team am Ende auf dem Siegertreppchen steht,  entscheidet eine Fachjury – wohl keine leichte Entscheidung.

Wie immer haben die Veranstalter auch für ein unterhaltsames Drumherum gesorgt. So stimmt  ein Warm-up kurz vor den Feuerwerken die Besucher mit Feuer, Musik und anderen Überraschungen auf die Show am Himmel ein.

 Auf verschiedenen Bühnen ertönen Blues, Funk, Soul, Rock, Latin, Balladen – handgemacht oder verstärkt, es starten Heißluftballons, im Parkgelände treten Feuerkünstler und Hip-Hop-Tänzer  auf und in der Lounge-Area gibt es Cocktails und Entspannungsräume.

Eine Falknerin präsentiert ihre Bussarde, Adler,  Falken und Eulen.  Der Flammende Sterne-Markt ist ebenso Bestandteil des Programms wie  das Familienprogramm und die außergewöhnliche  Illumination des gesamten Parkgeländes.

Es gibt auch ein ausgefeiltes Kinderprogramm in der Kinderaktivwerkstatt, die zu allerlei kreativen Beschäftigungen einlädt und auf der Ochsenfurter Kinderbaustelle können die Jungen und Mädchen ihre Geschicklichkeit, Rafinesse und ihre Schnelligkeit bei mehr als 20 Großspielen unter Beweis stellen und dabei gegen ihre Eltern und Freunde antreten.  Die Gastronomie lädt  in weißen Pagodenzelten und zu Foodtrucks ein – dort finden die Besucher eine Auswahl  verschiedenster Speisen und Getränke.

Damit möglichst viele Besucher  ohne Auto zum Gelände kommen, gilt die Eintrittskarte wieder  Kombiticket und gilt für alle Verkehrsmittel im gesamten VVS-Netz. Neu ist ein  bewachter Fahrradparkplatz direkt am Nordende des Geländes, Radler müssen nur ein Schloss mitbringen. Die  Linie U7 fährt  bis Betriebsschluss mit mehr Wagen   und in kürzeren Abständen. 

Die Sterne werden übrigens weiter am Himmel über  Ostfildern funkeln. Wie die Agentur MPS  erklärt, ist der Vertrag mit  der Stadt über die Veranstaltung  Flammende Sterne für weitere fünf Jahre verlängert worden.  bob / Foto: Joachim Mell

Info: Mehr über das Programm und die Tickets unter www.flammende-sterne.de/Ostfildern   


Eine neue Chance fürs Naturschutzgebiet

40 Jahre Wernauer Baggerseen – Zehntausende unterschrieben für „Oase in der Industrielandschaft“  – Das Ende der Teststrecke ist  in Sicht

Vor 40 Jahren haben Naturschützer und Bürger erreicht, dass die Wernauer Baggerseen unter Schutz gestellt wurden. Seitdem wurde die Fläche mehrfach ergänzt und weiterentwickelt. Mit dem bevorstehenden Ende der Daimler-Teststrecke bietet sich nun die Chance auf eine letzte, größere Ausweitung des Naturschutzgebiets.

Im Juni hat der Naturschutzbund (Nabu) im Plochinger Umweltzentrum den Geburtstag des Naturschutzgebiets Wernauer Baggerseen gefeiert. Seiner endgültigen Ausweisung im Jahr 1981 ging ein längerer Kampf voraus. Bis 1968 war im nördlichen Bereich der Baggerseen noch Kies abgebaut worden; Mitte der 1970er-Jahre beantragte der Deutsche Bund für Vogelschutz (heute Nabu) bereits ein Naturschutzgebiet in diesem Bereich. Begründet wurde das mit den zahlreichen dort gesichteten Vogelarten. Es dauerte zwei Jahre, bis das Land ein Verfahren für die Unterschutzstellung einleitete – zu dieser Zeit erwog die Stadt Wernau dort noch ein Gewerbegebiet. Und der Kreis Esslingen zog den Standort für eine Müllverbrennungsanlage in Betracht.

Bis heute in Betrieb

Unter der Überschrift „Oase in der Industrielandschaft“ sammelten die Naturschützer 15 000 Unterschriften. Sie übergaben sie im Juli 1979, kurz nach einer sogenannten Sicherstellungsverordnung des Regierungspräsidiums für den großen See. Die endgültige Verordnung fürs Naturschutzgebiet brauchte dann noch zwei Jahre.

Fünf Jahre später wurde wieder mobilgemacht: Dieses Mal unterschrieben 19 000 Menschen die Forderung, die Daimler-Teststrecke und die damals noch vorhandene Betonmischanlage abzubauen. Den zweiten Teil konnten sie recht schnell durchsetzen, das Betonmischwerk stellte den Betrieb ein und wurde abgerissen. Die Teststrecke ist dagegen trotz wiederholter Aktionen bis heute in Betrieb, wenn auch mittlerweile nur noch in geringem Umfang. Doch jetzt ist ein Ende absehbar, wie Roland Appl, der Beauftragte des Nabu-Kreisverbandes für das Wernauer Naturschutzgebiet, bei der 40-Jahr-Feier berichtete: Daimler habe „zugesichert, dass sie nächstes Jahr den Testbetrieb vollends einstellen“. Das Unternehmen schafft mit der neuen Pkw-Teststrecke in Immendingen und der Ausweitung der Lkw-Teststrecke Münsingen Ersatz. Der Stuttgarter Autobauer habe den Pachtvertrag für die Wernauer Fläche auf Ende 2020 gekündigt, berichtete Appl.

Damit hat der Nabu nach rund 35 Jahren auch das zweite Ziel erreicht. Ob die jetzige Daimler-Strecke dann dem Naturschutzgebiet zugeschlagen wird, ist allerdings noch offen. Sinnvoll wäre das aus Sicht der Naturschützer, bietet sich doch dort die letzte größere Chance für eine Erweiterung.

Ein weiterer Ausguck

Die Aktiven vom Nabu könnten sich vorstellen, die vorhandenen Anlagen – darunter auch eine Wellblechhalle und ein asphaltierter Platz – teilweise abzubauen und  einfach der Natur zu überlassen. Auch ein weiterer Ausguck für Vogelbeobachter und andere wäre an dieser Stelle gut aufgehoben, findet Appl. Bislang kann man lediglich mit dem Fernglas vom Uferweg am Neckar einen Blick auf Grau- und Silberreiher, Kormorane, Graugänse und andere Vögel werfen. Auch seltene Zwergrohrdommeln oder Wasserrallen wurden dort schon gesichtet. Und „so viele Nachtigallen wie an den Wernauer Baggerseen findet man weit und breit nicht“, sagt Appl. Darüber hinaus sind die Seen ein wichtiger Orientierungspunkt und Rastplatz für Zugvögel.

Allerdings gehört der Grund und Boden der Teststrecke wie auch andere Teile des Gebiets der Baufirma Wolfer & Goebel, die derzeit mit dem Land über einen Verkauf verhandelt. Bislang wurde man sich offenbar noch nicht einig. Mit der Fläche der Teststrecke und der angekündigten Fläche Wernauer Neckaraue/Wendlinger Wasen (entlang der B 313) könnte das Gebiet auf insgesamt 60 Hektar anwachsen. Dann wäre es mehr als doppelt so groß als  bei der ersten Ausweisung des „Großen Sees“. Damals umfasste es 23 Hektar, seitdem wurde es auf aktuell 45 Hektar erweitert. Weitere Flächen für eine zukünftige Ausweitung gibt es dann nicht mehr.

An der Qualität arbeiten die Naturschützer aber ständig. So finden nicht nur Pflegeeinsätze durch Menschen statt, regelmäßig weiden auch Schafe im Gebiet. Es ist über den Vogelschutz hinaus auch für andere Tiere, vor allem für Insekten, ein wichtiger Lebensraum.  aia / Fotos: aia


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