Hilfe für Familien

Verein Anna feiert 25-jähriges Bestehen – Unterstützung für krebskranke Kinder und ihre Angehörigen

Der Verein Anna zur Unterstützung krebskranker Kinder entstand aus der Idee,  betroffenen Familien in ihrer durch die Krankheit belasteten Situation zur Seite zu stehen. Im Jahr 1994 gegründet, entwickelten sich rasch Freizeitangebote und Gesprächsrunden, reittherapeutische Angebote und Kunsttherapie kamen hinzu. Mittlerweile hat sich ein landesweites kunsttherapeutisches Netzwerk etabliert. Am Sonntag, 15. September, feiert der Verein in Aichtal sein 25-jähriges Bestehen.

Die Diagnose Krebs bei einem der Kinder ist für  Familien ein extremer Einschnitt in das bisherige Leben. Lange Klinikaufenthalte und die Therapie belasten die betroffenen Kinder, Eltern und Geschwister leiden unter der psychischen Ausnahmesituation. Doch wirkungsvolle Unterstützung  ist oft dünn gesät. In der Situation will der Verein Anna Unterstützung anbieten.

1994 gegründet und nach einem an Krebs verstorbenen Kind benannt, stand der Verein von Beginn an in Kontakt  mit dem Olgahospital Stuttgart, später auch mit der Kinderklinik Tübingen. Die kleinen Patienten der Kliniken und ihre Familien erhielten auf dem Baiersbachhof in Aich die Möglichkeit, sich mit Tieren zu beschäftigen. Mit der Zeit entwickelten sich Familientreffen und Gesprächsgruppen, Ausflüge und Feste wurden organisiert. Ab dem Jahr 1997 wurden  Urlaubsaufenthalte für Familien auf Bauernhöfen angeboten. Daraus entstand das Angebot an Reitstunden für ältere Kinder. Gleichzeitig stellte der Verein eine Kunsttherapeutin für die  mobile Betreuung von Geschwistern erkrankter Kinder ein. Dies war ein entscheidender Schritt zur Entwicklung eines  Netzwerks für Kunsttherapie.

2012 erlebte der Verein einen wichtigen Einschnitt, als der Vertrag für sein Domizil auf dem Baiersbachhof auslief. Schließlich wurde ein Haus in Aich gefunden und renoviert. 2014 zog der Verein in das Anna-Haus ein. Dort treffen Familien  ehrenamtliche Betreuer an, die für Gespräche bereitstehen. An Freitagnachmittagen treffen sich im Anna-Haus auch Familien und ihre Kinder für gemeinsame Feste und Aktivitäten, zum Basteln, Spielen und für ruhige Auszeiten vom Alltag.

 Im Anna-Haus wird auch die Verwaltung der  Vereinsaktivitäten organisiert. Zentral ist dabei das kunsttherapeutische Netzwerk, das  in großen Teilen Baden-Württembergs etabliert ist. Wie Jürgen Friedrich, der stellvertretende Vereinsvorsitzende, erläutert, wird der Verein von den onkologischen Abteilungen der Kliniken im Land über Familien mit Unterstützungsbedarf informiert. „Das therapeutische Angebot  findet in der Familie statt, denn die Eltern sollen nicht noch zusätzliche Belastungen haben“, sagt Friedrich.

Rund 250 Mitglieder hat der Verein, etwa 25 Ehrenamtliche kümmern sich um die Betreuung der Familien und organisieren die Aktivitäten. Neben den Gesprächsgruppen, der Kunsttherapie und dem Reitangebot werden auch mehrere Familienfreizeiten im Jahr mit bis zu 70 Teilnehmern, Mütter- und Vätertage und  Tage nur für Geschwister angeboten. „Es ist wichtig, dass die Familien  rauskommen aus ihrem Alltag“, sagt Friedrich.  pst /Foto: Verein Anna

Info: 25 Jahre Verein Anna,  Feier am 15. September, 10 Uhr, Festhalle Aich; nachmittags Tag der offenen Tür, Seifenkistenrennen,  Unterhaltungsprogramm (www.annaverein.de).


Brüche und Umbrüche

Zum Tag des offenen Denkmals gibt es im Landkreis zahlreiche Aktionen – 53 Programmpunkte in Esslingen  – Industriezeitalter im Fokus

Am Sonntag, 8. September, wird bundesweit wieder der Tag des offenen Denkmals veranstaltet.  Das übergreifende  Thema „Modern(e) – Umbrüche in Kunst und Architektur“  lässt sich in Esslingen   besonders gut nachvollziehen, aber auch andere Städte und Gemeinden im Landkreis haben in dieser Hinsicht einiges zu bieten.

In Esslingen führen  53 Programmpunkte Besucher durch die Stadt, die beileibe nicht nur mittelalterlich geprägt ist, sondern ihr Bild über mehrere Stil-Epochen  gewonnen hat.  Das Programm soll den Blickwinkel erweitern – insbesondere auf die Moderne, damit sind vor allem die  1950er- und 1960er-Jahre gemeint. An vier solcher  Bauten wird in Führungen  zeitgeistgeprägter Baustil erläutert: an   der Schelztorsporthalle, am Theodor-Heuss-Gymnasium sowie an  der  Kirche  St. Augustinus  und an der  Christuskirche.

Roher Beton

Bei der Vorstellung des Programms schwärmte Esslingens   Erster  Bürgermeister Wilfried Wallbrecht mit Blick auf die Schelztorsporthalle von der   „Weite, Leichtigkeit und Lichtfülle der vom Industriebau auf die Sportstätte übertragenen Kon­struktion“. Moderne lässt sich auch am Theodor-Heuss-Gymnasium nachvollziehen.  Der Baustil mit rohem Beton lässt die Schule zunächst abweisend wirken, ein geschickter Grundriss und die Verarbeitung von Holz lassen das Strenge aber in Wertigkeit und geistige Offenheit  übergehen. 

Geschichten erzählen auch die Kirchen:  1925  erbaut, findet man in der Südkirche  moderne,  jugendstilgeprägte Formen. In St. Augustinus und der Christuskirche, in den 50er- und 60er-Jahren erbaut, kommen die Erwartungen der Gläubigen an ihr Gotteshaus zum Ausdruck: Flüchtlinge, die nach dem Krieg hierzulande eine neue Heimat suchten, haben ihre Kirche als beschützenden Raum gebaut. In der Frauenkirche erinnert eine Ausstellung an das Wirken der Baumeister Ulrich von Ensingen und Joseph von Egles.

Umbrüche lassen sich in Esslingen auch anderswo  entdecken: Eine Führung thematisiert das Zusammenspiel historischer Gebäude mit modernen Elementen am Beispiel Pliensau- und Bahnhofstraße.  Eine andere Führung nimmt sich die Stadt als Gesamtanlage vor, der Titel: „ Ein Denkmal steht selten allein: die Stadt als Denkmal.“   Andreas Panter, der   Leiter der Abteilung Denkmalschutz in Esslingen, verweist auf die Brüche in der Stadt: „Die Brüche sind kein Durcheinander, sondern etwas, das die Kommunikation der Menschen untereinander fördert.“

David Nonnenmann wird das Programm der  kürzlich in Esslingen gegründeten Jugendbauhütte vorstellen, deren Leiter er ist. Hochwachtstipendiatin Friderike Fischer stellt ihre Forschungsergebnisse zu mittelalterlichen Wandmalereien in Esslingen vor. Die Kinderbiennale bietet Führungen für Kinder an. Im vor der Modernisierung stehenden  Bebenhäuser Pfleghof  zeigen die Denkmalpfleger  die Bausubstanz anhand der jüngsten Untersuchungsergebnisse auf.

Insgesamt enthält das Esslinger Programm vier Stadtrundgänge, 29 Objektrundgänge, zwei Kinderführungen  sowie 18 weitere Kulturangebote. Rund 200 Ehrenamtliche gestalten den Tag mit. Für neun der Programmpunkte ist eine Anmeldung erforderlich. Die kostenlosen Karten gibt es erst  am Sonntag  ab 10 Uhr bei der Stadtinformation. Am Nachmittag können die Besucher vor dem Alten Rathaus zudem die Konzerte im Rahmen des zweiten Esslinger Glockenspielfestivals genießen.

100 Jahre Bauhaus

Einen Schwerpunkt der Aktionen in Kirchheim bildet das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“, etwa im Vortrag von Barbara Honecker im Rathaus (15 Uhr). Ebenfalls im Rathaus wird anhand von historischen Postkarten und  Gemälden  sowie aktuellen Fotos die Entwicklung der Stadt nachgezeichnet. Bei einer Fotoaktion kann man sich vor historischer Kulisse ablichten lassen; daraus werden Postkarten erstellt, die an Bilder aus Großmutters Fotoalbum erinnern. Bei einer Fotoexkursion mit Claus Jahn wird das vielseitige architektonische Flair der Stadt eingefangen.

Ab 14 Uhr  wird drei Stunden lang der Zugang zum Rathausturm gewährt. Mit ähnlich guter Aussicht lockt der Turm der Kirchheimer Martinskirche, auch gibt es Führungen zu  „200 Details“ der Kirche. Zwischen 14 und 17 Uhr zeigt der Verein Historische Dampftechnik Kirchheim in der Boschstraße zwei Dampfpflug-Lokomobile aus dem Jahr 1909 und eine Dampfstraßenwalze von 1934. Für Kinder werden „Bauhaus-Basteln“ und eine „Familien-Fachwerk-Rallye“ geboten. Abgerundet wird das Programm durch drei  Stadtführungen. Anmeldungen sind für keine der Veranstaltungen in Kirchheim notwendig.

Auch andere Gemeinden öffnen ihre Schatztruhen: In Aichwald sind es die  Kirchen,  in Plochingen sind Führungen im Hundertwasserhaus unter dem Regenturm vorgesehen. In Lenningen sind Martinskirche und das Schlössle in Oberlenningen geöffnet. Im Schlössle gibt es neben spontanen Führungen und Einblicken in das Museum für Papier- und Buchkunst auch „alte moderne Musik“. Ostfildern stellt in einer Führung Denkmale im Stadtteil  Ruit vor.

Auch Nürtingen widmet sich am Sonntag  dem frühen  Industriezeitalter und stellt das in den 1920er-Jahren erbaute Kraftwerk vor. Darüber hinaus stehen dort Führungen durch die Altstadt und  das Museum, das älteste Haus Nürtingens,  den Blockturm, die Laurentius-Kirche samt Bibliothek und Türmerwohnung auf dem Programm.  bob/ch – Foto oben: Stadt Esslingen /Foto unten: bob

Info: www.tag-des-offenen- denkmals.de


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E-Sport ist kein Sport – zu diesem Schluss kommt ein  Gutachten, das der Deutsche Olympische Sportbund  in Auftrag gegeben hat. Was denken Sie, ist E-Sport Sport?

Foto: dpa

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