Alle Positionen doppelt besetzt

Zweitliga-Basketballer der Kirchheim Knights starten in die Saison – Vielversprechende Jugendarbeit

Am kommenden Wochenende starten die Kirchheim Knights  in die neue Zweitliga-Saison. Einige Neuverpflichtungen sollen eine erfolgreiche Punktejagd gewährleisten. Bei der Basketballjugend gibt es vielversprechende Entwicklungen.

Wenn am Samstag, 21. September, das erste Punktspiel der Knights auswärts gegen Schwenningen ansteht, hat das Team bereits eine längere und intensive Vorbereitungszeit hinter sich. Und die Knights haben einige neue Spieler verpflichtet. In den USA wurden die Scouts am Omaha College in Nebraska auf Mitchell Hahn aufmerksam.  Als weiterer Neuzugang soll der ebenfalls aus den USA stammende Erik Durham für möglichst viele Punkte sorgen. Durham verfügt bereits über Erfahrungen im europäischen Basketball. Nach seiner Ausbildung am Florida  State College in Jacksonville wechselte er im Januar 2018 zunächst nach Spanien zum Zweitligisten  CB Peñas Huesca. Bereits vier Monate später wurde Durham vom deutschen Pro-B-Ligisten Schwelm verpflichtet. Dort machte er mit einer hohen Trefferquote und einer teamorientierten Spielweise auf sich aufmerksam. Er gilt als Spezialist für die Bälle aus der Distanz.

Auch Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen warten  auf ihre Chancen. So sind der 17-jährige Tiziano Palmieri und der 18-jährige Mirsad Haziri in den erweiterten Kreis des Kaders der Knights vorgestoßen. Christoph Schmidt, der Geschäftsführer Sport der Knights, sieht das Team auf Erfolgskurs.  „Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden. Die Spieler haben sehr gut zusammengefunden und in der Vorbereitung hart gearbeitet. Jede Position  ist doppelt besetzt. Aus unserer Sicht sind wir derzeit stärker besetzt als in der Vorsaison. Wir werden anders auftreten. Unser Stil beinhaltet jetzt mehr Tempo.  Wofür es am Ende reicht, wird sich zeigen. Wir gehen aber in jedes Spiel mit dem Ziel, es zu gewinnen“, sagt Schmidt. In der Vorsaison der Pro A belegten die Knights nach Abschluss der Punktrunde Rang zwölf und verpassten die Playoffs recht deutlich.

 Auch in der Jugendarbeit gibt es spannende Entwicklungen. Dort war in den vergangenen beiden Jahren der Berliner Basketballtrainer Frank Acheampong als hauptamtlicher Jugendkoordinator tätig. Er wechselte nun aus privaten Gründen in seine Heimatstadt zurück. Acheampong hat in seiner Kirchheimer Zeit  Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des  Basketballs in der Teckstadt gestellt, unter anderem als  Coach des U-14-Teams der Spielgemeinschaft Stuttgart-Esslingen-Kirchheim.

„Wir  haben  ein großes Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit gelegt. Daher arbeiten die Knights mit der Basketball-Abteilung des VfL Kirchheim sehr eng zusammen und wir sehen schon die ersten Ergebnisse. Unser Engagement beginnt im Kindergarten mit dem Basketballvormittag im Aukindergarten, geht über die Schul-AGs in Kirchheimer Schulen, die Ritterliga, Camps, die Kreissparkassen-Schooltour bis hin zum Spielbetrieb im Verein“, sagt Schmidt.  Ziel sei, talentierte Jugendliche in deren Vereinen zu fördern, denn alle wollten auch Eigengewächse bei den Knights spielen sehen. Wegen fehlender Hallenkapazitäten oder Trainer sei dies nicht immer möglich, daher sei der Weg der Kooperation mit Esslingen und Stuttgart eingeschlagen worden.  „Wir  glauben, dass es – vor allem wenn es darum geht, in der Jugend höherklassig zu spielen – tatsächlich ein guter Weg für die Zukunft ist. Vor Ort sehen wir aber auf alle Fälle die Vereine. Es ist auch ein guter Ansatz, um über den Tellerrand hinaus zu blicken und die Kapazitäten zu bündeln“ ist Schmidt überzeugt.  pst /Foto: Kirchheim Knights

Info: www.kirchheim-knights.de


Alle Sorten im Gartensaal

Fünftägiges Programm zur Eröffnung des „Erlebnis-Genuss-Zentrums“ im Freilichtmuseum

Das aus dem Jahr 1893 stammende Geislinger Gartenlokal der Familie Hafner erhält eine neue Bestimmung. Die ehemalige „Wilhelmshöhe“ beherbergt im Freilichtmuseum Beuren künftig das neue „Erlebnis-Genuss-Zentrum“ für regionale Kulturpflanzensorten mit Tradition. In den kommenden Tagen wird der in einem aufwendigen Verfahren zunächst abgetragene und dann wieder aufgebaute Saal mit einem  bunten Programm eingeweiht.

Der Gartensaal der „Wilhelmshöhe“ ist das 25. neue alte Gebäude auf dem Gelände des  Freilichtmuseums. In dem ursprünglich in Geislingen  als Ausflugslokal dienenden Gebäude wird in Beuren auf die wechselvolle Geschichte der „Wilhelmshöhe“ verwiesen, vor allem werden aber Kenntnisse über regionale Obst- und Gemüsesorten vermittelt.  Die Haus- und Wirtshausgeschichte(n) werden in  interaktiven Ausstellungen dargestellt. Im „Erlebnis-Genuss-Zentrum“ gibt es auch eine  Schauküche und einen Aktionsbereich. Mit der Präsentation und den Vermittlungsformen beschreitet das Freilichtmuseum eigenen Angaben zufolge neue Wege.

Nachdem der Gartensaal am Dienstag mit einem Festakt für geladene Gäste eingeweiht worden ist, steht dieser ab Mittwoch, 18. September, auch der Öffentlichkeit offen. Bis Sonntag, 22. September, wird diese mit Themenführungen, Mitmachaktionen, Tanz- und Musikvorführungen sowie Verkostungen an schwäbische Wirtshauskultur und regionale Sortenvielfalt herangeführt. Zahlreiche Institutionen sowie Partner beteiligen sich an dem fünftägigen Programm.

Am Mittwoch  steht beim ersten Thementag von 14 bis 18 Uhr regionales Gemüse im Zentrum von Schau und Aktionen. So besteht die Möglichkeit, Ketchup selbst herzustellen. In Führungen wird die Geschichte der „Wilhelmshöhe“ vermittelt, ebenso wie unter dem Titel „Ein altes Haus für die Zukunft“ die aufwendige Umsetzung des Gartensaals und auch Geschichten und Tipps zu „Ulmer Ochsenhorn“ oder dem Filder-Spitzkraut.  Auch sind zwei Foodblogger zu Gast.

Gaigel und Binokel

Der Donnerstag ist regionalen Obstsorten gewidmet. Es wird von 14 bis 18 Uhr einen kleinen Markt  und Infostände geben, auch Mitmachaktionen und drei Vorträge. Am Freitag wird der Blick auf das Wirtshausleben der 1950er-Jahre geworfen. Von 14 bis 18 Uhr gestaltet das Team „Wilhelmshöhe“ des Fördervereins Freilichtmuseum das Programm. In der Gruppe engagiert sich auch Inge Hafner, die Urenkelin des Saal-Erbauers. Es gibt Vortrag und Führung, Tanz und Wiener Kaffeehausmusik, auch können die Kartenspiele Gaigel und Binokel am Wirtshaustisch gepflegt werden.

Institutionen der Stadt Geislingen an der Steige, in der das Gebäude 125 Jahre  stand, sowie Projektpartner des „Erlebnis-Genuss-Zentrums“ stellen sich am Samstag von 11 bis 17 Uhr vor. Das Programm beinhaltet Führungen, Musik und Tanz, Infostände, auch einen Film, Workshop, Vortrag und Kochshows. Abgerundet wird das Veranstaltungsprogramm zur Eröffnung am Sonntag mit dem Markt der „Arche des Geschmacks“ in Zusammenarbeit mit der Organisation Slow Food. Vorgestellt und verkauft werden von 11 bis 17 Uhr selten gewordene Lebensmittel und vom Aussterben bedrohte Pflanzen. Neben den Marktständen und kulinarischen „Versucherle“ werden Experten über den Erhalt von seltenen und vom Aussterben bedrohten Sorten und Nutztieren berichten.

Mit dem „Erlebnis-Genuss-Zentrum“ will der Landkreis Esslingen mit seinem Freilichtmuseum auf das Verschwinden vieler Kulturpflanzen aus unserem Alltag verweisen und für den  Erhalt der Sortenvielfalt kämpfen und sorgen. In einer Pressemitteilung verweist das Landratsamt darauf, dass  Dreiviertel der weltweiten Kulturpflanzensorten bereits verloren seien, in Industrieländern sogar 90 Prozent. Nur genetische Vielfalt ermögliche es, neue Sorten zu züchten, die an sich  ändernde Umweltbedingungen angepasst sind. In der Ausstellung im  Gartensaal werden nun Ausstellung, Schauküche und Aktionsbereich unter einem Dach vereint. Ein Lehr- und Saatguterhaltungsgarten befindet sich zudem im Aufbau.  red /Foto: ali


Kerker, Felsen, Schneelandschaft

Württembergische Landesbühne wird 100 Jahre alt – Jubiläumsauftakt mit „Kabale und Liebe“ am 20. September 

Die Württembergische Landesbühne (WLB) wird 100 Jahre alt. Gestartet ist sie als  Schwäbische Volksbühne in  Göppingen. Das erste Stück, das die junge Bühne damals spielte, war „Kabale und Liebe“ am 20. September 1919.  Auf den Tag genau 100 Jahre später, am 20. September 2019, feiert   die WLB in der Stadthalle Göppingen mit einer Neuinszenierung von „Kabale und Liebe“ unter der Regie von Christine Gnann ihren 100. Geburtstag.

Am darauffolgenden Tag wird dann die Esslinger Premiere im Schauspielhaus zu sehen sein, mit der die WLB ihre Jubiläumsspielzeit eröffnet.   Die Volksbühne war ein Nachkriegskind, ihre  Gründung unter anderem angeregt durch den Industriellen Robert Bosch, der mit dem Land Württemberg den Verein zur Förderung  der deutschen Volksbildung gegründet hatte.   Die  Volksbühne hatte zunächst kein eigenes Haus, sie war von Anfang an als Wanderbühne konzipiert, die auch das weite Land mit Theater versorgen sollte. Sie spielte unter anderem in Esslingen und brachte der breiten Öffentlichkeit  Dramatik und Klassiker zur Aufführung. 1921 wurden „zur Steigerung des theatralischen Effekts und zur Förderung jenes zuschauenden Affekts“  Bühnendekorationen wie ein Kerker, fünf Felsen, eine Schneelandschaft und mehrere Zimmereinrichtungen angeschafft, heißt es in der Chronik. 

Erste Theaterdirektorin war Mathilde Erfurth. Sie hatte häufig mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, musste zum Teil auch Benefizvorstellungen geben, um  die Schauspieler honorieren zu können. 1925 beschloss der Gemeinderat, dass die Volksbühne den weiteren Betrieb des bereits existierenden Esslinger Stadttheaters bestreiten sollte. Genutzt wurden die Räume in der Strohstraße, in denen ab  Mitte des 19. Jahrhunderts   bis heute Theaterstücke aufgeführt werden. Den heutigen Namen erhielt das Theater 1933.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die WLB das erste Theater Deutschlands, das eine Konzession für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs erhielt. In den 70er-Jahren gründete die WLB das Kinder- und Jugendtheater, damit gehörte sie zu den ersten Theatern in Deutschland mit dieser Sparte. Einen  Höhepunkt in der Geschichte stellt  der Neubau der Spielstätte dar.  Im Sommer 1982 wurde das neue Schauspielhaus eröffnet. Neben dem großen Saal mit 460 Sitzplätzen werden  Podium I und II für den Spielbetrieb genutzt. 

Im Jahr 1990 wurde das ehemalige Schulgebäude auf dem Zollberg zu einer weiteren Spielstätte umfunktioniert. Neben der Studiobühne  beherbergt das Haus eine Jugendtheater-Spielstätte sowie Probenräume, Lagerräume und Werkstätten.

Die Jubiläumsspielzeit startet am 20. September. Für die jungen Zuschauer veranstaltet die WLB im Oktober ein internationales Kindertheater-Festival, bei dem sechs  meist professionelle Theatergruppen aus sechs europäischen Ländern ganz verschiedenartige Stücke für Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren zeigen. Die Inszenierungen werden zum Teil von Workshops begleitet, sowohl die Vorstellungen als auch die Workshops finden auf Deutsch statt.

Restaurierter Dokumentarfilm

Ebenfalls aus Anlass des Jubiläums wird am 22. September  der restaurierte Dokumentarfilm „Wunder in Amerika“ im Kommunalen Kino gezeigt. Die Verfilmung des gleichnamigen Schauspiels von Ernst Toller und Hermann Kesten von 1931 hatte lange als verschollen gegolten, bis der ehemalige und wieder aktuelle Intendant der WLB, Friedrich Schirmer,  1978 das Soufflierbuch der Mannheimer Uraufführung wiederentdeckte und das Stück in der Regie von Pavel Mikulastik auf die Bühne der WLB brachte. Geplant ist außerdem ein neuer Dokumentarfilm über den  Arbeitsalltag der WLB.  bob /Foto: WLB

Info: mehr zum Programm unter www.wlb-esslingen.de.


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