Es geht wieder rund

Cannstatter Wasen vom 27. September bis 13. Oktober – Einige neue Fahrgeschäfte

Im vergangenen Jahr hat der Cannstatter Wasen seinen 200. Geburtstag gefeiert. Auch nach dieser Sause präsentiert sich das Volksfest in gewohntem Gewand, und doch erstaunlich frisch. Die Veranstalter nennen dies die Verbindung von Tradition und Moderne. Vom 27. September bis zum 13. Oktober geht es nun wieder rund, und auf dem Wasen werden einige Neuigkeiten präsentiert.

Es ist die 174. Ausgabe des Cannstatter Volksfests. Die Kombination aus  Gemütlichkeit, Geselligkeit, Blasmusik und Schlagern,  Festzelt und Karussell zog im vergangenen Jahr vier Millionen Besucher an, einen ähnlichen Zuspruch erwarten die Veranstalter auch dieses Jahr. Der Wasen zählt zu den bundesweit größten Volksfesten, rund 320 Schausteller, Festwirte und Marktkaufleute erwarten während der 17 Festtage die Gäste.

Spektakuläre Fahrgeschäfte wie Achterbahn,  Kettenflieger,  XXL-Schaukeln und Wildwasserbahn, Klassiker wie „Wilde Maus“ und die beiden Riesenräder zählen zu den Attraktionen. Es gibt sie aber noch, die charmanten, kleinen Traditionsgeschäfte, die sich über viele Jahre ihren Platz in den Herzen der Besucher erobert haben: das Kasperle-Theater etwa, oder die Ringwurfhalle. Die Auswahl  an Geisterbahnen sei in diesem Jahr besonders groß, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart.

Sieben große Festzelte

Premiere feiert auf dem Wasen ein Geschäft, in dem Fahrgäste in ein Video-Spiel eintauchen und versuchen können, mit einem „Laser-Booster“ so viele Zielscheiben wie möglich zu treffen. Auch neu: ein Hoch- und Rundfahrgeschäft im Stil eines naturwissenschaftlichen Labors, bei dem die Gondeln bis in  20 Meter Höhe bewegt und auf bis zu 100 Kilometer je Stunde beschleunigt werden. Zwei weitere Debütanten: Eine „XXL Krake“ dreht die Fahrgäste inmitten einer simulierten Unterwasserwelt durch die Luft; ein „Adventure-Laufgeschäft“ entführt Besucher nach Australien – Spiegellabyrinth, Stolperfallen und  Waschanlage inklusive.

Für das leibliche Wohl wird auf dem  Volksfest mit  schwäbischen Spezialitäten,   internationalen Gerichten, Klassikern wie „Göckele“ und Currywurst, Süßigkeiten, gegrillten Maiskolben, Lángos, Burger, Suppen und Fischgerichten  gesorgt. Serviert wird in  den sieben großen Festzelten, dem historischen Weinzelt „Cannstatter Oberamt“, der Almhütte sowie rund 60 weiteren Gastronomiebetrieben. Auch in Biergärten lässt es sich gemütlich verweilen. Feiern lässt es sich bei Live-Musik in den Festzelten.

Den Auftakt zum 174. Cannstatter Wasen bildet der Fassanstich am Freitag, 27. September, 15 Uhr. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn wird in „Grandls Hofbräu Zelt“ zum Hammer greifen. Am Samstag, 28. September, folgt mit dem Traditionsmorgen ein Vormittag, der sich im Schatten der Fruchtsäule ganz der Volksfest-Historie widmet. Tags darauf gibt es am  29. September mit dem großen Volksfestumzug die spektakuläre und traditionelle Parade. Prachtgespanne der Stuttgarter Brauereien, historische Fahrzeuge,  Trachtengruppen und Musikkapellen, bäuerliche Darstellungen, historische Gruppen und Bürgerwehren aus dem ganzen Land ziehen mit mehr als 3500 Mitwirkenden vom Kursaal durch die Altstadt Bad Cannstatts zum Wasen.

Zwei Familientage

Mittwochs, 2. und 9. Oktober, werden auf dem Wasen Familientage ausgerufen. An diesen bieten Schausteller, Wirte und Marktkaufleute ermäßigte Preise auf viele  Attraktionen an. Für die kleinen Gäste gibt es zudem  Kinderschminken oder die Möglichkeit zu einem Treffen mit dem „Wasenhasi“. Am Samstag, 12. Oktober, sollen 20 farbenfrohe Heiß- und Gasluftballone über dem Wasen schweben. Das Musikfeuerwerk setzt am 13. Oktober den Schlusspunkt hinter das 174. Cannstatter Volksfest.  red /Foto: in.Stuttgart/Thomas Niedermüller

Die Wasen-Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 12 bis 23 Uhr, Freitag 12 bis 24 Uhr, Samstag 11 bis 24 Uhr, Sonntag 11 bis 23 Uhr.

Sonderöffnungszeiten:

Freitag, 27. September, 15 bis 24 Uhr; Mittwoch, 2. Oktober, 12 bis 24 Uhr; Donnerstag, 3. Oktober, 11 bis 23 Uhr.

Info: www.wasen.de


Kunst bei der Klinik

Landkreis Esslingen installiert Skulpturenweg auf dem Säer in Nürtingen – Eröffnung am 29. September

Der Landkreis Esslingen hat in den vergangenen 45 Jahren eine Kunstsammlung aufgebaut. Unter den derzeit etwa 1000 Werken befinden sich etliche Skulpturen, darunter auch einige Großplastiken. Die 16 spektakulärsten von ihnen sind nun in Nürtingen nahe des Klinikums und des Berufsschulzentrums auf dem Säer aufgebaut worden. Der Skulpturenweg wird am Sonntag, 29. September, offiziell eröffnet.

Auf dem Säer im Osten der Stadt Nürtingen reihen sich in einem weiten Bogen zwischen dem Berufsschulzentrum und dem östlichsten Gebäude des Klinikums  auf den Rasenflächen 16 teils etliche Meter hohe Skulpturen auf. Die Kunstwerke sind Teil der Kunstsammlung des Landkreises Esslingen, der die Plastiken nun an einem Ort versammelt und in einen historischen und räumlichen Bezugsrahmen stellen möchte.

Vor 45 Jahren war beim Berufsschulzentrum auf dem Säer eine Großplastik des Nürtinger Künstlers Fritz Ruoff aufgebaut worden. Der damalige Landrat Hans-Peter Braun und der Kunstkritiker und spätere Kunstberater des Kreises und Ausstellungskurator Günther Wirth entwickelten in der Folge die Idee, beim Landkreis eine eigenständige Kunstsammlung anzusiedeln. Die Idee gewann schnell Gestalt, mittlerweile umfasst die Sammlung mehr als 1000 Werke von der Kleinplastik über grafische Werke, Gemälde und künstlerisch gestaltete Wände bis hin zu Großskulpturen. Die Bilder und Skulpturen sind in Verwaltungs- und Schulgebäuden zu finden. Der Kunstbereich der Großplastik hat in den Jahren 1999/2000 eine besondere Aufwertung erfahren. Damals hatte der Landkreis nahe des Naturschutzzentrums Schopfloch die Ausstellung „Der große Alb-Gang“ initiiert. Etwa 100 000 Besucher betrachteten  auf einem Skulpturenpfad die Werke regionaler Bildhauer, die in den Wiesen und Feldern aufgebaut waren. Der Landkreis hatte damals viele der Werke angekauft. Ergänzt durch Plastiken von Ateliersstipendiaten des Landkreises, die im Kulturpark Dettinger in Plochingen arbeiten, bilden sie den Kern des „Säer Skulp-Tour“ genannten Skulpturenwegs, der nun auf dem Nürtinger Säer als Dauerausstellung  installiert wird.

Ältere Werke renommierter Künstler wie Fritz Ruoff oder Karl-Heinz Türk haben dort ebenso ihren Platz gefunden wie neuere Arbeiten von Kunsttherapiestudenten. Das verspricht einen weit gespannten Überblick über das Spektrum der Arbeit zeitgenössischer Bildhauer.

Manche der Plastiken standen bereits auf dem Säer, andere waren eingelagert oder über diverse Standorte im Kreisgebiet verstreut. „Der Gedanke war daher naheliegend, die Werke zusammenzubringen und die Kunst gemeinsam sprechen zu lassen“, sagt Sarah Panten, Sachgebietsleiterin Kultur beim Landkreis.   Der Ort der Ausstellung dürfte den Werken überdies viel Publikum bescheren, denn  der Säer ist bei Spaziergängern sehr beliebt.  Panten hofft, dass es nicht bei den 16 Werken bleibt. „Im Idealfall könnte jährlich eines dazu kommen. Das könnte dann mit einem Skulpturenfestival oder einem Bildhauersymposium gefeiert werden“, sagt Panten.  pst /Foto: pst

Info: Skulpturenweg „Säer Skulp-Tour“, Areal der Medius-Klinik Nürtingen; Eröffnung am 29. September, 11.30 Uhr, mit einer Matinee mit dem „Stuttgart Brass Quartett“.


Zwei Jahre Bauzeit gehen zu Ende

Der VfB Reichenbach hat  an mehreren Baustellen gearbeitet – Jetzt sind auch die Kabinen fertig

Am 20. Oktober will der VfB Reichenbach seinen neuen Kabinentrakt einweihen. Wenn dann alles fertig ist, liegen knapp zwei Jahre Bauzeit hinter dem Verein, Verzögerungen und Überraschungen inklusive.

Ihr Vereinsheim haben die Reichenbacher Fußballer bereits im vergangenen Jahr renoviert und umgebaut. Das Vorstandszimmer wurde vergrößert, ein zusätzlicher Schulungsraum eingerichtet – was der Landessportbund bezuschusste –, die Toilettenanlage wurde erneuert. Undichte Stellen an einem Flachdach, die während der Bauzeit entdeckt wurden, verursachten zusätzliche Kosten. Gleichzeitig ist die Gaststätte vom Kühlraum bis zur Terrasse komplett neu ausgestattet worden. Sie ist seit Ende November 2018 mit neuem Pächter unter dem Namen „Il Boschetto am Schlatsee“ wieder in Betrieb. Der Umbau von Vereinsheim und Gaststätte sei „ureigene Aufgabe“ des VfB gewesen, sagt Thomas Rattay, der Geschäftsführer des VfB. Der Verein nahm dafür Kredite in Höhe von rund 600 000 Euro auf.

Der Kabinentrakt des VfB hätte eigentlich gleichzeitig mit den anderen Arbeiten neu gebaut werden und bereits vergangenen Herbst wieder nutzbar sein sollen. Das klappte allerdings nicht, denn dafür brauchte der Verein eine Baugenehmigung vom Landratsamt, die auf sich warten ließ: Sie kam erst Mitte Juli 2018. Das brachte nicht nur den Zeitplan, sondern auch die Kostenkalkulation durcheinander, denn im vergangenen Jahr sind die Baupreise geradezu explodiert. Getroffen hat das die Gemeinde Reichenbach, die den Löwenanteil der Kosten für die neuen Kabinen trägt. Statt der zunächst kalkulierten 415 000 Euro musste sie schließlich 870 000 Euro investieren.

Man sei sehr dankbar, dass „die Gemeinde uns nicht im Regen hat stehen lassen “, sagt Rattay. Im Bemühen, die Kosten zu drücken, wurde unter anderem der geplante Aufzug als barrierefreier Zugang vom Stadion zur Vereinsgaststätte zurückgestellt – ob er aktuell noch gebaut wird, hängt von der Schlussrechnung ab.

Die anderen Teile der Planung waren dagegen zwingend nötig. Die alten Kabinen aus den 60er-Jahren, immer nur oberflächlich renoviert, waren zu klein und feucht. Sie wurden abgebrochen und durch Hinzunahme der Fläche der nicht mehr genutzten Kegelbahnen vergrößert. Jetzt gibt es vier Mannschaftsumkleiden, jeweils mit eigenem Duschraum. Gebaut wurden auch  barrierefreie WC und Duschen – das sei Vorschrift bei öffentlichen Gebäuden, erklärt Rattay –, eine separate Schiedsrichter-Kabine und ein Raum für Sanitäter. Zum Schluss kam die Fertigstellung der Duschen ins Stocken, weil es derzeit unglaublich schwierig sei, Handwerker zu bekommen, berichtet der Geschäftsführer. Aber bis zum großen Spieltag der Bambini, Knirpse und F-Junioren am 28. September werden zumindest die Umkleiden und Toiletten nutzbar sein.

Anders als beim Vereinsheim, bei dem die gesamte Finanzierung in Händen des Vereins lag, hat der VfB beim Kabinentrakt seinen Beitrag durch Arbeitsstunden geleistet: Mittlerweile sei man bei rund 2500 Stunden und damit umgerechnet bei einem eingesparten sechsstelligen Betrag, sagt Rattay. Die Kabinen gehen ins Eigentum des Vereins über, der dann auch für ihren Unterhalt sorgen muss, ähnlich wie bei der Rasenfläche. Die Laufbahn rund ums Stadion gehört dagegen weiterhin der Gemeinde. Auch sie sieht derzeit aus wie aus dem Ei gepellt: Wegen einer Überschwemmung im Juni 2018, bei der das ganze Stadion unter Wasser stand, musste sie professionell gereinigt werden.

Bei der Einweihung am 20. Oktober sind alle Interessierten willkommen, um sich in den neuen Räumen umzusehen und mitzufeiern.  aia /Foto: aia


Abgestimmt

Reicht das Klimapaket?

Foto: dpa

Das deutsche Klimakabinett hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt. Was glauben Sie? Werden damit die Klimaziele laut Pariser Abkommen erreicht?

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