Die Fragen der Zeit beantworten

Neuer Esslinger Hochschulrektor  Christof Wolfmaier ist offiziell im Amt – Kritischen Austausch angestrebt

Zwar hat der neue Rektor der Hochschule Esslingen, Christof Wolfmaier, bereits am 1. September seine neue Stelle angetreten, doch der offizielle Akt der Einsetzung in das Amt hat erst in der vergangenen Woche stattgefunden. Bei dem  Festakt, bei dem auch Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zugegen war, wurden die Zukunft  als auch die sechs Jahre währende Amtszeit des scheidenden Rektors Christian Maercker beleuchtet.

Die Vorbereitungen  zum  geplanten Neubau der Hochschule in der Weststadt fielen in Maerckers Amtszeit. „Die Hochschule Esslingen genießt national und auch international einen hervorragenden Ruf, sie ist eines der Aushängeschilder unseres Landes“, sagte Theresia Bauer. An dieser Entwicklung  habe Maercker in den vergangenen sechs Jahren einen maßgeblichen Anteil gehabt. Bauer bezeichnete den geplanten Neubau in der Weststadt als den imaginären Stab, den Maercker seinem Nachfolger Christof Wolfmaier übergebe.

Der neue Rektor sieht sich gefordert, Antworten auf  die großen Themen der Zeit zu geben: den demografischen Wandel, die technologischen Veränderungen, die globalökonomische Verschiebung sowie den Umgang mit dem Klimawandel. Dem demografischen Wandel will Wolfmaier  Rechnung tragen, indem er die Infrastruktur der Hochschule verbessert.

Schließlich gehe es darum, attraktiv für Studierende zu bleiben.  Sanierungen an den Standorten Esslingen-Stadtmitte und Göppingen gehören  seiner Ansicht nach ebenso dazu  wie  der Neubau in der Weststadt. Wachstumspotenziale für die Hochschule sieht er zudem im Sozialen und im Pflegebereich. Auch die wachsende Nachfrage nach Weiterbildungs- und Masterangeboten will er bedienen.

Beim Thema  technologische Veränderungen sieht  Wolfmaier die Ansprüche von Industrie und Gesellschaft im Hinblick auf Ökologie und nachhaltiges Handeln. Das  müsse  dazu motivieren, die Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik, Gebäude- und Umwelttechnik, Fahrzeugtechnik sowie die Informationstechnik neu zu denken.

Angesichts der globalökonomischen Verschiebungen wünscht sich der Rektor, die Studierenden auf die „Vernetzung in einer globalisierten Arbeitswelt vorzubereiten“. Er sieht die  Hochschule dafür als richtigen Ort:  „Wir verfügen als Hochschule über einen Nährboden, Kosmopoliten hervorzubringen.“

 Beim Thema Klimawandel appelliert Wolfmaier daran, sich auf die traditionellen Tugenden Erfindergeist, Kreativität, Kombinationsfähigkeit, überlegtes Handeln sowie Forschung und Entwicklung zu besinnen. Die Hochschule sieht er in diesen Fragen als die geeignete Einrichtung, zukunftsgerichtete  Lösungen zu entwickeln. Wörtlich sagte er: „Wir können Ökologie. Man kann diese bei uns studieren.“ Er wünsche sich, dass Umwelttechnik und nachhaltiges Handeln Exportschlager des Landes werden.

Das sieht er als Chance für die Zukunft:  „Wir könnten damit unter anderem die eingetretene Stagnation in der Automobilindustrie auffangen“, erklärte er.  Mit allen  Partnern und seinen Kollegen an der Hochschule wünschte er sich einen „offenen, aber kritischen Austausch“.  red/bob / Foto: Hochschule Esslingen/Busch

Info: Christof Wolfmaier wurde 1961 in Schorndorf geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Karosseriebauer, erwarb dann die Hochschulreife und studierte Fahrzeugtechnik an der Hochschule Hamburg. 1991 wurde Wolfmaier an der Hochschule Esslingen Lehrbeauftragter im Bereich Fahrzeugtechnik für das Fach Karosseriekonstruktion. Von 1994 an war er Professor der Fakultät Fahrzeugtechnik, seit 2004 ist er deren Dekan. 


Von hoher Strahlkraft

Medius-Klinik in Ruit feiert 50-jähriges Bestehen – Interimsbau ist bald bezugsfertig

Esslingens Landrat Heinz Eininger ist überzeugt: „Im Krankenhausbereich geht die Entwicklung immer weiter.“ Das wurde deutlich, als  er kürzlich gemeinsam mit Elvira Benz, der stellvertretenden Geschäftsführerin der Medius-Kliniken, dem Ruiter  Klinik-Chef Sebastian Krupp und dem Ärztlichen Direktor Christian Herdeg an die Einweihung des damaligen Paracelsus-Krankenhauses am 24. Juli 1969 erinnerte. Das war just an dem Tag, an dem auch die Astronauten der ersten Mondmission sicher zur Erde zurückgekehrt waren. Das neue Krankenhaus mit seinen 420 Betten war übrigens in nur vier Jahren gebaut worden. Heute verfügt das Klinikum mit seinen elf Kliniken über 280 Betten und sieben Operationssäle.

Das 50-jährige Bestehen feierte die Medius-Klinik am Sonntag bei einem Tag der offenen Tür. Dabei wurde auch der Interimsbau vorgestellt, der voraussichtlich  in vier Wochen die ersten Patienten aufnehmen kann. Er ermöglicht in zwei Bauabschnitten den teilweisen Abriss alter Krankenhausgebäude und den Bau neuer Gebäude bis zum Jahr 2025 bei laufendem Betrieb. Insgesamt soll das Projekt 120 Millionen Euro kosten. 80 Millionen verschlingen allein der Interimsbau und der erste Bauabschnitt mit OP-Trakt und Bettenabteilung. Ob die 120 Millionen Euro unterm Strich reichen werden, darauf wollte sich Eininger angesichts steigender Baupreise allerdings nicht festlegen.

„Die Filder waren 1969 unterversorgt, denn es gab dort kein Krankenhaus“, sagte Eininger und verwies auf den langen Planungsprozess, der dem ehrgeizigen Projekt vorausgegangen war. Bereits 1957 hatte der Kreistag den Beschluss gefasst, ein Krankenhaus in Bernhausen zu bauen. Doch der Fluglärm machte einen Strich durch die Rechnung und es musste ein anderer Standort gesucht werden. Heute steht auf dem damals verworfenen Grundstück das Eduard-Spranger-Gymnasium der Stadt Filderstadt.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich in Ruit viel getan. Schon 1971 wurde eine operative Intensivstation eingerichtet, zwei Jahre später der anfangs umstrittene Hubschrauberlandeplatz eröffnet. 1974 zog die Zentralapotheke von Nürtingen nach Ruit um und seit 1977 ist die Klinik Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen. Anfang der 90er-Jahre wurden die einzelnen Stationen modernisiert, 1994 folgte die Küche. 2011 wurde schließlich der 51 Millionen Euro teure Erweiterungsbau eingeweiht.

„Von hoher Strahlkraft auch über den Landkreis hinaus“ ist für Elvira Benz die urologische Hauptabteilung, die  im Jahr 1987 eingerichtet wurde. Zuvor waren die Patienten lediglich im Rahmen einer Belegabteilung stationär versorgt worden. In den 90er-Jahren ging die medizinische Entwicklung im Bereich der Radiologie und Onkologie in großen Schritten weiter. 1992 wurde die bis dahin in Esslingen und Ruit durchgeführte Strahlentherapie in Ruit zusammengefasst und als eigenständige medizinische Abteilung etabliert.

Die Klinik für Innere Medizin, Herz- und Kreislauferkrankungen blickt auf eine noch jüngere Erfolgsgeschichte zurück. 2010 nahm Christian Herdeg als Chefarzt der komplett neuen Abteilung seine Tätigkeit in Ruit auf. „Für einen Arzt steht immer die beste medizinische Versorgung der Patienten im Vordergrund, und hier bei uns wird eine exzellente Medizin gemacht“, sagte Herdeg, der angesichts der demografischen Entwicklung auch von einer „zunehmenden sozialen Herausforderung“ sprach. Dieser begegnet die Medius-Klinik unter anderem mit der Klinik für Innere Medizin, Altersmedizin, Diabetologie und Palliativmedizin, die erst vor zwei Jahren ihre Pforten geöffnet hat. Zudem verwies Herdeg auf den „besonderen Geist“ der Klinik, den er unter anderem auf das gute Verhältnis der Mitarbeiter untereinander zurückführt.   aka / Foto: aka


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Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Bäckereicafés dürfen Brot und Brötchen auch Sonntagmittag und -abend verkaufen. Ist das gut so?

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Langer Sonntag?

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Ein facettenreicher Abend

ECHO-Messe Fild(er)Leben bei Elements in Denkendorf – Schwerpunkte Gesundheit und Schönheit

Die Messen des Wochenblatts ECHO sind gemeinhin sehr  nutzerorientiert. Beratungen, Informationen und Inspirationen stehen obenan. Das  pralle Paket wird dann in einem angenehmen Rahmen präsentiert –  so geschehen in der vergangenen Woche mit der Messe Fild(er)Leben  im Haus Elements im Denkendorfer Indus­triegebiet Lichtäcker. „Sehr gut besucht, sehr informativ, viele interessierte Besucher und sehr zufriedene Aussteller“, zieht ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol eine erste Bilanz.

Markt der Möglichkeiten

27 Aussteller haben den Markt für das bessere Leben gestaltet.  Viele Branchen waren vertreten, so wurde es ein vielfältiger und unterhaltsamer Abend. Für die Unterhaltung  sorgte einmal mehr eine Modenschau, dieses Mal ohne Laufsteg, aber mit Models, die sich „unters Volk“ mischten und so die neuen Kollektionsteile  auf lockere Art präsentierten. Die Mode kam von Viva Fashion & Food, das Geschäft hat seine Räume in der Gottlieb-Daimler-Straße am Kreisverkehr im Denkendorfer Unterdorf. Die Inhaber Karin und Giuseppe Inga haben das Sortiment ausgesuchter italienischer Mode durch  sizilianische Weine,  Feinkost aus Italien sowie durch Wohnaccessoires und Ge­schenkartikel ergänzt.

Mode, wenngleich aus zweiter Hand,  ist auch das Metier von Nadine Kaiser, die in Nellingen Mo’s Modebühne betreibt. Sie zeigte hochwertige, kaum bis nicht getragene Mode, mit der sie Interesse und Wertschätzung für Second-hand-Textilien fördern will. Ihre Standpartnerin, Designerin  Katharina Hauptkorn,  steuerte ihre handgefertigten  Unikate bei.

Der Schönheit haben sich Kosmetik-Anbieter verschrieben: Ringana, die mit frischen natürlichen Kosmetik-Produkten ohne Konservierungsstoffe warb; Tanja-Simone Wess,  selbstständige Beraterin bei der Juchheim GmbH, informierte über  „Effektkosmetik ohne Tierversuche, Hormone und Parabene“;  die Firma Mary Kay mit Hautpflege und Make-up-Beratung; Cryomed, die gemeinsam mit Vitalbrunnen Altbach vorführte, wie man durch  gezielte Kälteeinwirkung Kilos verliert. Das Hairfree Institut warb für eine makellose Haut nach einer Haarentfernung.

Gute Gespräche

Da war der Schritt zur Gesundheit nicht weit: „Wir führen gute Gespräche“, sagte Britta Goll am Stand von Hyla, dem Luftreinigungssystem. Das Thema sei zeitgemäß und das Reinhalten der Luft zu Hause vielen Menschen ein Anliegen. Gesundheit war auch das Thema von Physio am Zollberg und Hörgeräte Langer. „Gesundes Essen“ stand bei Bioland Gemüsehof  Wörz auf dem Programm. Die beiden Mitarbeiter im Bonlandener Betrieb, Marcella Gutbrod und Robert Schelsky, freuten sich über die rege Nachfrage nach Bio-Gemüse und -Obst. „Wir hatten noch nie so viele Bestellungen der ‚Grünen Kiste’“, sagten sie.

Wer es sich zu Hause schön machen will, der schaute am Stand von Warmies mit den gemütlichen Sofakissen vorbei. Dianas Backstüble war von Besuchern belagert wie immer. Dort erfuhren sie, dass Diana Wyrich im März nach Reichenbach in die Fußgängerzone umziehen wird. „Dort habe ich eine größere Küche, kann mein Sortiment erweitern und auch Kinder-Backkurse anbieten“, sagte sie. Schönes gab es auch am Stand von Ebergetix Schmuck und Goldschmiedin Christine Hartmann zu sehen. Katja Schillinger am Stand von  Juwelier Witzig präsentierte die neuesten Kollektionen: „Silber, hochwertig verarbeitet mit Diamanten, und  alles in Handarbeit erstellt“, erklärte sie. Wer sein Haus modernisieren will, sah sich bei Epple und Axent um und ließ sich bei ETS  über intelligente Haus- und Klimatechnik sowie bei Rohrreinigung Esslingen über Praktisches beraten. 

Erhellendes zum Erben

Bei Fragen zu  Geldanlagen und Immobilien  stellten sich Link Immobilien, Deutsche Vermögensberatung und Klamt Immobilienbewertung  als Experten vor. Nadine Klamt, Juristin und Gutachterin für Immobilienbewertung, hielt einen gut besuchten Vortrag zum Thema „Erben und Vererben“. Dort redete  sie ihren Zuhörern ins Gewissen: „Ich will Ihnen ein wenig ein schlechtes Gewissen machen“, sagte sie – als Aufforderung, sich rechtzeitig mit den Themen Testament und  Vererben zu beschäftigen. Gleichzeitig räumte sie mit allerlei Missverständnissen bezüglich Verfügungen, Vermächtnissen und Letztem Willen auf: „Vieles ist nicht wirksam. Lassen Sie lieber einen Notar darüberschauen. Denn egal, was Sie niederschreiben, das Gesetz steht immer darüber“, sagte sie.

In der Mitte der Räumlichkeiten bei Elements gab es viel Platz zum Sitzen, zum Relaxen oder sich die warmen Speisen der  Metzgerei Widmayer schmecken zu lassen. Getränke Bayha schenkte Sekt, Saft und Weine aus.  Vor der Tür  hatte das Autohaus Kakaris die  aktuellen Nissan-Modelle platziert.  bob  / Fotos: bob


Abwasserrohre über der Straße

In der Esslinger Geiselbachstraße wird der Kanal aufwendig saniert –  Vollsperrung ab März 2020

Ein ungewöhnliches Bild bietet  sich dem Betrachter derzeit in der Geiselbachstraße: Blaue Rohre werden hoch aufgeständert über die Straße geführt – ein Hauch von Centre Pompidou in Paris. In Esslingen fließt aber zur Zeit das Abwasser aus den  Stadtgebieten Rüdern, Sulzgries, Krummenacker und Neckarhalde (RSKN) durch die Rohre, da  der  Kanal unter der Geiselbachstraße  saniert wird. Die Arbeiten sind mit Einschränkungen für Anwohner, Verkehrsteilnehmer   und auch die Bauarbeiter verbunden: Es gibt eine Einbahnstraßenregelung, Parkplätze fallen weg  und die Bautätigkeiten sind nur  in einem begrenzten Raum möglich.  Ab  März kommenden Jahres wird die Straße  dann für 15 Monate  sogar komplett gesperrt.

Im Jahr 2017 haben Untersuchungen gezeigt, dass der Geiselbachkanal reparaturbedürftig ist. Die Verkehrsbelastung und starker Regen haben ihm zugesetzt. Zur ersten Absicherung sind daraufhin in der Straße Stahlmatten in die Fahrbahn eingelassen worden, um die Stabilität zur erhöhen.

Die Aufgaben bei der Sanierung sind höchst komplex. Es gilt,  das marode und einbruchsgefährdete Kanalsystem unter der Geiselbachstraße zu   sanieren und im weiteren Verlauf teilweise neu aufzubauen. Gleichzeitig muss die Entwässerung der nördlichen Stadtteile gesichert sein,  Regenmengen müssen aufgefangen und abgeleitet, Versorgungsleitungen und rund 200 Hausanschlüsse gelegt werden. Außerdem werden ein zusätzlicher Fremdwasserkanal sowie eine Brunnenleitung verlegt. Schließlich wird im nördlichen Teil der Geiselbachstraße  auch   noch die Fahrbahndecke  erneuert. Der erste, kürzlich  begonnene Bauabschnitt betrifft die untere Geiselbachstraße bis zu Mittleren Beutau  und Ringstraße.  Dort wird der rund 100 Jahre alte Kanal auf einer Länge von rund 270 Metern verstärkt.

Dazu bringen  die Arbeiter glasfaserverstärkte Kunststoffrohre mit einem Durchmesser von rund zwei Metern in das Kanalgewölbe ein, Spalten im Bauwerk werden mit einem Betongemisch verfüllt. Etwa 100 Kunststoffrohre werden so in den Untergrund eingelassen.  Diese seien Spezialanfertigungen, erklärt Projektleiter Daniel Weiss vom Tiefbauamt. Um die genauen Rohr-Abmessungen zu erhalten, hat ein  Dummy  aus Holz im Kanalgewölbe Modell gestanden. Für derartige Anfertigungen gibt es in Deutschland nur zwei Hersteller.

Während des ersten Bauabschnitts ist die Geiselbachstraße wie schon seit geraumer Zeit nur stadteinwärts zu befahren.  Wer in Richtung der nördlichen Stadtteile will, muss  den vorgegebenen  Umleitungen folgen. 

Laut Weiss sind fünf Arbeiter gleichzeitig unter Tage beschäftigt, einer bleibt draußen, um bei Bedarf seine Kollegen zu warnen. Denn bei einem sogenannten Starkregenereignis wird auch der  Kanal wieder geflutet.  

Der erste Abschnitt kostet 2,5 Millionen Euro. Er dauert bis ins Frühjahr 2020. Der nächste Abschnitt wird mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Im oberen Teil der Straße muss der Kanal nämlich erneuert werden. Er ist auch wesentlich älter als im unteren Teil, enthält etliche denkmalgeschützte Baufragmente – etwa Teile der ehemaligen Stadtmauer und eines Stadttors. „Hier müssen die Arbeiten unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erfolgen, um die Fundamente nach Möglichkeit zu erhalten“, erklärt Weiss. Auch der dauerhafte und   unbeschränkte Zugang der Anwohner sowie der Rettungskräfte zu allen Häusern im Baufeld müsse gewährleistet sein. „Logistisch ein Herausforderung“, sagt Weiss.

Mit dem  neuen Straßenaufbau und -belag kostet die gesamte Sanierung 9,1 Millionen Euro. Ab März 2020 wird der Straßenabschnitt für 15 Monate komplett gesperrt. Die Stadtverwaltung will unter anderem mit einer Taktverdichtung und größeren Bussen bei der Linie 111 gegensteuern.   bob / Foto: bob


Große Literaten

Nobelpreisträgerin Herta Müller eröffnet das 25. Literaturfestival LesART – Auch Deniz Yücel in Esslingen zu Gast

Zur  25. Auflage des Esslinger Literatur-Festivals LesART haben sich die Veranstalter der Stadtbücherei mit einer namhaften Gästeliste und einer spannenden Mischung ein besonderes Geschenk gemacht, auf besondere Auftritte darf sich natürlich auch das Publikum freuen. So eröffnet Nobelpreisträgerin Herta Müller am 7. November  die LesART, am darauffolgenden Wochenende gibt es im Alten Rathaus ein großes Jubiläumsprogramm für Jung und Alt. Ansonsten gilt wie all die Jahre: Viele große Namen aus der Literaturszene und vielversprechende Jungautoren kommen zur LesART nach Esslingen. In diesem Jahr stehen 27 Veranstaltungen auf dem Programm, weitere 19 Veranstaltungen finden beim Jubiläumswochenende statt. Insgesamt treten  33 Autoren, neun Musiker, ein Schauspieler,  ein Illustrator und ein Figurentheater beim Festival auf.

Neben Herta Müller ist mit dem Journalisten und Autor  Deniz Yücel ein weiterer Prominenter zu Gast. Yücel stellt am 16. November seine Analyse über die jüngste Entwicklung in der Türkei sowie die Funktionsweisen autoritärer Regime vor. „Die LesART  hat immer den  Anspruch, politisch motivierte  Literatur zu bieten“, sagte Programmleiterin   Renate Luxemburger. Das wird  auch bei Herta Müller deutlich. Die aus  der  rumänischen Diktatur geflohene Schriftstellerin thematisiert wie kaum eine ander das Leben  unter totalitärer Herrschaft. Sie wird ihr neues Buch „Im Heimweh ist ein Blauer Saal“ vorstellen. Zeitkritik hat auch der bekannte Spiegel-Blogger Sascha Lobo im Gepäck. Er geht am 26. November der Frage nach, warum die Welt  plötzlich aus den Fugen geraten zu sein scheint. Mit Navid Kermani kommt überdies am 15. November einer der einflussreichsten Denker Deutschlands zum wiederholten Mal zur LesART.

Brisanter Stoff

Kriminalgeschichten mit politisch hochbrisantem Stoff  schreibt Wolfgang Schorlau. In diesem Jahr stellt er seinen erst im Frühjahr erscheinenden Venedig -Krimi „Der freie Hund“  vor. Diesen ersten Teil einer neuen Krimiserie hat er mit Co-Autor Claudio Caiolo, der  am 22. November auch dabei sein wird, geschrieben. Literaturkritikerin  und Autorin Thea Dorn stellt zum Pre-Opening am 6. November wiederum ihr Buch „Deutsch, nicht dumpf“ vor. Sie wehrt sich gegen die Vereinnahmung des Begriffs „Heimat“ durch die Rechten.

Andere bekannte  Schriftsteller  sind die Büchnerpreisträger Terézia Mora (21. November) und Lukas Bärfuss (8. November) sowie Marlene Streeruwitz (13. November), eine der bedeutendsten österreichischen Autorinnen der Gegenwart. Vielfach preisgekrönte Autoren wie Raoul Schrott (12. November), Rafik Schami (17. November), Anke Stelling (20. November), Alina Bronsky (23. November) und Norbert Gstrein (28. November) sind ebenfalls  vertreten.

Mit Angela Lehner kommt am 29. November eine Autorin nach Esslingen, die mit ihrem Debütroman sowohl für den deutschen als auch den österreichischen Buchpreis nominiert wurde. Am 30. November geht die LesART mit dem Literaturfest zu Ende. Das ist wie jedes Jahr  die Plattform für Esslinger und regionale Autoren. Das Kinderprogramm bietet in diesem Jahr sowohl bekannte als auch neue Autoren. Angesprochen werden Kinder und junge Menschen im Vorschulalter bis zur Sekundarstufe.  Für die jüngsten Besucher ist Paul Maar  mit einem Märchen-Theater dabei. Auch dabei reicht das Programm von unterhaltenden Elementen  bis hin zur Schulung der Medienkompetenz in Zeiten der Fake News, wie Organi­satorin Bettina Langenheim erklärte.  Ein besonderes Paket hat die Stadtbücherei mit dem Jubiläumswochenende geschnürt. Workshops, Ausstellungen, Lyrik,  Zeitgespräche, Konzerte und mehr richten sich an junge und ältere Besucher.  bob / Fotos: dpa

Info: Ab Donnerstag, 24. Oktober,  können Karten für die einzelnen Veranstaltungen bei der Stadtbücherei reserviert und gekauft werden. Das geht über persönliches Erscheinen, Telefon oder Mail. Karten für die Erwachsenen-Veranstaltungen kosten 8 Euro, die Kinder- und Jugendlichen-Veranstaltungen sind zwar frei, es müssen aber Karten besorgt werden, Telefon: 07 11/35 12-23 37.


Von der Natur lernen

Lindenschule in Unterlenningen ist eine von sieben Projektschulen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Die Lindenschule in Unterlenningen ist auf dem Weg, eine von sieben „Biosphärenschulen“ im Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu werden –  die vorerst einzige im Landkreis Esslingen. Seit Herbst 2018 arbeiten die 120 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern und den drei Projektpartnern daran. Läuft alles nach Plan, dann wird die baden-württembergische Kultusministerin und Schirmherrin der Aktion, Susanne Eisenmann, im Februar 2020 der Schule das Zertifikat überreichen.

„Ziel ist es, den Kindern zu zeigen, dass wir unsere Natur bewahren müssen und achtsam mit den Ressourcen umgehen“, sagt Melanie Amann, die Rektorin der Lindenschule. Bereits im Februar 2018 hatte sie wie alle Grundschulrektoren im Biosphärengebiet eine Mail von der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb mit einer Ausschreibung erhalten. „Wir hatten damals aber noch andere Projekte am Laufen“, begründet Amann, weshalb sie nicht sofort darauf reagiert hat. Als einige Wochen später noch einmal eine ähnliche Mail ankam, dachte die Rektorin: „Die haben vielleicht nur auf uns gewartet.“ Im Juli vergangenen Jahres unterschrieb sie schließlich eine entsprechende Vereinbarung mit der Geschäftsstelle Biosphärengebiet und gehörte fortan zu den sieben Pilotschulen, die sich an dem Projekt beteiligen.

Seither ist viel geschehen. Unter dem Motto „Vom Acker auf den Teller“ bauten die Erstklässler im eigens angelegten Schulgarten Kartoffeln an und beobachteten, wie diese gediehen. Für den letzten Tag vor den Herbstferien plant die Schule ein Erntefest, an dem die Kinder die Kartoffeln zu einer Suppe verarbeiten und ihren Eltern und Mitschülern bei einem gemeinsamen Mittagessen servieren. Für Heidi Segeritz, die die verschiedenen Aktionen als Lehrerin begleitet, geht es dabei auch darum, „dass die Kinder lernen, woher die Lebensmittel eigentlich kommen“. Inzwischen gibt es im Schulgarten ein Bienenhotel und es wurde eine Wildblumenwiese ausgesät. Es gedeihen Minze und Zitronenmelisse, mit denen die Kinder ihren Sprudel verfeinern oder Kräutertees kochen, und für den Küchenabfall gibt es einen selbst gebauten Kompost.

Die Zweitklässler gingen gemeinsam mit Heidi Schubert, der Streuobstpädagogin des Landkreises, auf die Streuobstwiesen, lasen Äpfel auf und produzierten mit einer kleinen Presse ihren eigenen Saft. Vor Ort beobachteten sie die Bienen, sahen, wie Äpfel langsam reiften, und für das Erntefest machen die Zweitklässler als Nachtisch Apfelmus. Und dann haben die Kinder noch einen Obstbaum gepflanzt.

„Vom Korn zum Brot“ lautet das Thema, mit dem sich die Drittklässler derzeit beschäftigen. Im November säten sie auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Beuren Getreide aus. Schließlich dürfen sie die Ähren ernten, das Korn selbst dreschen und in die Owener Mühle zum Mahlen bringen. „Später werden wir dann mit dem Mehl beim Erntefest gemeinsam backen“, erzählt Amann.

Bei der Markungsputzete

„Wir hatten schon vorher viel in diese Richtung getan, doch fehlte einfach die entsprechende Struktur und wir wussten, dass das unser Thema ist“, sagt die Rektorin. So waren die Kinder bereits im April zu einer Markungsputzete aufgebrochen. Besonders freut sich Heidi Segeritz über die „tollen Rückmeldungen“, die sie heute noch bekommt. „Noch immer berichten Schüler, dass sie auf ihrem Schulweg wieder einmal vom Fahrrad gestiegen sind und Müll weggeräumt haben“, sagt sie.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb verspricht sich als Initiator eine „intensive und langfristige Zusammenarbeit“ mit Grundschulen sowie weiteren außerschulischen Partnern, wie es auf einem Plakat heißt. In Unterlenningen ist neben der Streuobstpädagogin und dem Freilichtmuseum auch der Sulzburghof mit im Boot. Für Amann und ihr Lehrerteam ist gerade diese Gemeinsamkeit von Eltern, Lehrern, Schülern und Projektpartnern „das Besondere an diesem Projekt“.  aka / Foto: Lindenschule


Abgestimmt

Stuttgarts OB Fritz Kuhn will noch vor 2030 Autos aus der Innenstadt verbannen. Befürworten Sie eine autofreie Stuttgarter Innenstadt?

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Autofreie Innenstadt?

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Inspirationen sammeln

ECHO-Messe Fild(er)Leben am 17. Oktober in Denkendorf – 27 Aussteller zum Thema Lebenszufriedenheit

Das  Leben wird immer komplexer, viele Menschen wünschen sich mehr Orientierung. Diesem Wunsch trägt die aktuelle Veranstaltung des  Wochenblatts ECHO Rechnung:  Am Donnerstag, 17. Oktober, findet von 17  bis 21 Uhr die Messe Fild(er)Leben statt.  Es ist die dritte Auflage dieser Messe, die wieder beim  Badspezialisten  Elements in Denkendorf in der  Lichtäckerstraße 5 Station macht.

27 Aussteller aus der Region widmen sich am Donnerstag den großen Themen der Zeit: Gesundheit, Wellness, Schönheit, Bauen und Wohnen, Sicherheit,  Vorsorge  und Nachhaltigkeit sowie weiteren Belangen, die Menschen bewegen. Den Ausstellern ist gemein, dass ihre Angebote dazu beitragen können, die Lebenszufriedenheit der Menschen zu erhöhen, sie für Änderungen und Neuerungen zu sensibilisieren. Dazu kommt der Veranstaltungsort: Die  großzügig geschnittenen Räume bei Elements sorgen für eine außergewöhnliche Präsentationsfläche. Die Aussteller residieren in den „Kojen“ der Bäder-Ausstellung.  

Die 27  ausgewählten Aussteller bieten ein vielfältiges Spektrum. „Wir haben eine gute Mischung an Branchen“, sagt Andrea Gisdol, die Verkaufsleiterin des Wochenblatts ECHO. „Die Aussteller  können  dabei helfen, das eigene Leben und das der Familie und  Freunde besser und zufriedener zu machen, sie können   Anregungen geben,   wie man sein Umfeld sicherer macht, den Fokus auf die Gesundheit legt, das eigene Heim verschönert und modernisiert, sich selbst etwas Gutes tut und mehr Genuss ins eigene  Leben bringt.“ Gisdol und ihr Team nennen die Aussteller  „Experten für Themen, mit denen sich  anspruchsvolle moderne Menschen beschäftigen“. Ihr Rat an die Besucher: „Lassen Sie sich inspirieren.“

Wie immer bei den hauseigenen Messen hat das ECHO-Team darauf geachtet, dass die Aussteller aus der Region kommen, also vor Ort sind, wenn Kunden Nachfragen haben. So wird die Fild(er)Leben gleichzeitig auch zum Nachweis der geballten Kompetenz der Region Esslingen.  Die Aussteller selbst nutzen die Gelegenheit der Messe, um bekannte Kunden zu begrüßen und neue  anzusprechen. Ein unverbindliches Kennenlernen soll immer möglich sein. Aussteller aus den vorangegangenen Messen  sind wieder mit dabei, neue sind dazugekommen.

Vorträge und Unterhaltung

Um die erhaltenen Informationen zu vertiefen, bietet die Messe auch ein Vortragsprogramm an. So wird Natalie Klamt ab 18 Uhr zum Thema „Erben und Vererben“ sprechen – ein „Dauerbrenner“, wie die Sachverständige für Immobilienbewertung sagt. Es gibt auch unterhaltende  Elemente wie die Weinprobe am Stand von Getränke Bayha. Warmes Essen kocht Metzger Widmayer.

Ausreichende Sitzgelegenheiten bieten den Besuchern Rückzugsräume zum Genießen, Plaudern und Ausruhen.  Während des Abends präsentiert das Unternehmen Viva Fashion & Food aus Denkendorf aktuelle Modetrends – mit einer sogenannten Flying-Modenschau. Dabei flanieren die Models zwanglos  durch die Räume. So lassen sich die neuen Kollektionen direkt aus der Nähe anschauen.    bob / Foto: bob

Info: Messe Fild(er)Leben, Donnerstag, 17. Oktober, 17 bis 21 Uhr, Lichtäckerstraße 5, Denkendorf.


Titelträume

Der KSV Esslingen richtet Finalrunde der Judo-Bundesliga aus

Der KSV Esslingen richtet das Finale um die deutsche Judo-Meisterschaft der Männer-Mannschaften aus. Am Samstag, 19. Oktober, 10 Uhr, messen die vier besten Teams der Runde in der KSV-Arena in Mettingen ihre Kräfte. Neben dem KSV werden der mehrfache deutsche Meister, Europacup-Sieger und Favorit TSV Abensberg, SUA Witten (Tabellenführer nach der Vorrunde in der Gruppe Nord) sowie der UJKC Potsdam  an den Start gehen. Mit der Finalrunde krönt der  KSV Esslingen den Veranstaltungsreigen zu seinem 125-jährigen Bestehen.

Nach sechs zweiten Plätzen in den vergangenen Jahren hoffen die Esslinger darauf, einen Coup zu landen und den Titel in die ehemalige Reichsstadt zu holen. Zuletzt gab es am letzten Kampftag der Vorrunde gegen den VfL Sindelfingen einen  klaren Heimsieg (13:1). Doch der Tabellenletzte Sindelfingen war für etwaige Titelambitionen kein Gradmesser. Der KSV belegt nach dem Ende der Vorrunde  in der Bundesliga-Gruppe Süd hinter Abensberg Tabellenplatz zwei.  Am vorletzten Bundesliga-Kampftag hatte es gegen Abensberg eine 5:9-Niederlage gesetzt.

Esslingens Teamchef Carsten Finkbeiner  warnte im Vorfeld des Finals vor etwaigem Hochmut. „Alle reden von dem Finale Abensberg gegen Esslingen: Wir müssen erst einmal das Halbfinale bestreiten, das ist immerhin gegen den Ersten aus dem Norden“, sagte er der Eßlinger Zeitung. Erst wenn Witten besiegt ist, winkt das entscheidende Duell  um den Titel – und dort wartet aller Voraussicht nach der   TSV Abensberg. Doch zunächst gelte die volle Konzentration dem Halbfinale. Doch das große Ziel wird trotzdem formuliert. „Abensberg ist Favorit, aber natürlich ist unser Ziel, den Meistertitel zu holen“, sagt Finkbeiner.  red / Foto: rr

Info: Finale um die deutsche Meisterschaft der Judo-Bundesliga in der Sporthalle des KSV Esslingen in Mettingen. Tickets gibt es in der Geschäftsstelle des Kraftsportvereins, Telefon 07 11/3 65 87 70, oder über die Homepage des Deutschen Judo-Bundes (www.judobund.de).