Baubeginn mit Verzögerung

Ärztehaus in Aichtal-Grötzingen wird später fertig – Drei Arztpraxen, eine Apotheke und sieben Wohnungen geplant

Im Aichtaler Stadtteil Grötzingen wird ein Ärztehaus entstehen. In dem Neubau an der Ecke Raiffeisenstraße/Harthäuser Straße sollen drei Arztpraxen und eine Apotheke Platz finden. Außerdem sind dort sieben Wohnungen und ein Parkhaus mit 20 Stellplätzen geplant. Mit der Ansiedlung der Arztpraxen soll einer eventuellen medizinischen Unterversorgung der Bürger der Stadt vorgebeugt werden. Die ursprünglich geplante Eröffnung Ende 2020 wird sich wegen einiger Verzögerungen im Genehmigungsverfahren allerdings auf das Jahr 2021 verschieben.

Nach den Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg herrscht im Bereich Nürtingen, zu dem auch die Stadt Aichtal zählt, keine hausärztliche Unterversorgung. Auch in Aichtal finden Patienten in jedem der Stadtteile einen Arzt. Doch die Kapazitäten der Arztpraxen sind an der Obergrenze angelangt. So lag es für den Gemeinderat und die Verwaltung nahe, durch die Ansiedlung zusätzlicher Praxen einer eventuellen medizinischen Unterversorgung vorzubeugen.

Auf einem rund 920 Qua­dratmeter großen Grundstück an der Ecke Raiffeisenstraße/Harthäuser Straße in Grötzingen möchte der Bauträger Paulus Wohnbau aus Pleidelsheim  ein Ärztehaus errichten. Dort sollen in den Obergeschossen drei Arztpraxen und im Erdgeschoss eine Apotheke entstehen. Zudem sind in dem  Neubau sieben Wohnungen geplant.  Die Wohnungen sollen zwei bis vier Zimmer und zwischen 52 und 116 Quadratmeter groß sein. Für die Fahrzeuge der Bewohner und Besucher soll an das Gebäude ein kleines Parkhaus mit 20 Stellplätzen angebaut werden.

Ursprünglich sollte das Projekt im vergangenen Sommer in Angriff genommen werden und bei einer Bauzeit von 16 bis 18 Monaten zum Ende des kommenden Jahres fertiggestellt sein. Doch der Baubeginn ließ auf sich warten. Die Genehmigungsbehörde im Landratsamt Esslingen hatte einige Bedenken gegen Teile der Baupläne angemeldet und unter anderem Nachbesserungen für die Gestaltung der Rettungswege am Gebäude und der Zufahrt für die Stellplätze verlangt. Zudem hatte zu diesem Punkt auch die Straßenverkehrsbehörde aus Gründen der Verkehrssicherheit einige Bedenken angemeldet und den Bauträger zu einer Verbesserung seiner Pläne aufgefordert. Entsprechend erteilte das Landratsamt daher zunächst keine Baugenehmigung für das Projekt. Wegen der somit zu erwartenden Verzögerung des Vorhabens hatte die Paulus Wohnbau daher mitgeteilt, dass mit einer Eröffnung des Ärztehauses erst Ende 2021 zu rechnen sei.

Kein Arzt abgesprungen

Aichtals Bürgermeister Lorenz Kruß hatte  sich daraufhin in der Gemeinderatssitzung irritiert gezeigt und die Mitteilung dahingehend korrigiert, dass nach Rückfragen beim Bauträger zwar mit einer gewissen Verzögerung, allerdings durchaus mit einer früheren Fertigstellung des Ärztehauses zu rechnen sei.

Auch die Befürchtungen, dass die Belegung der Praxisräume durch die Bauverzögerungen gefährdet sei, seien unbegründet. Die Verwaltung habe mit einigen Medizinern Vorgespräche geführt. Keiner der konkreten Interessenten an den Räumen, ein Allgemeinmediziner, ein Zahnarzt und ein Apotheker, sei  abgesprungen. pst / Foto: Visualisierung: Paulus Wohnbau


Sicher radeln

Ostfildern und Esslingen bauen gemeinsam einen Radweg auf die Filder – Ab dem Frühjahr durchgängig nutzbar

Für Radfahrer, die zwischen Esslingen und Ostfildern unterwegs sind, brechen bald bessere Zeiten an. Die beiden Städte bauen  einen Radweg entlang von Hohenheimer und Breslauer Straße. Der obere Teil zwischen der Parksiedlung und der Abzweigung der Mutzenreisstraße wird entgegen der ursprünglichen Planung nicht mehr in diesem Herbst, sondern erst ab etwa Februar gebaut. Der Abschnitt auf Esslinger Gemarkung folgt direkt danach, sodass der Radweg etwa zu Ostern durchgängig nutzbar ist.

Seit Jahren schon müssen sich Radler, die zwischen Esslingen und der Parksiedlung unterwegs sind, über einen schmalen und bröckeligen Weg entlang der Straße nach oben plagen. Viele Radfahrer meiden die Holperpiste, zumal sie sich den Weg auch mit Fußgängern teilen müssen. Die Nutzung der Straße hingegen ist nicht nur im Berufsverkehr etwas für Mutige. Nun wollen die Städte Esslingen und Ostfildern Abhilfe schaffen. 

Der Ausbau der Strecke wird in zwei Bauabschnitte gegliedert. Auf dem oberen Abschnitt auf Ostfilderner Gemarkung zwischen der  Parksiedlung und der Abzweigung der Mutzenreisstraße  gestaltet sich der Radwegbau ziemlich komplex. Auf der Straße  steht  nur eine Fahrspur zur Verfügung, eine Verbreiterung  zum Hang hin ist nicht möglich. Geplant ist, den bisherigen Weg auf 2,5 Meter Breite auszubauen, sodass er ausreichend Platz für Radler und Fußgänger und auch für Begegnungsverkehr bietet. Um diese Breite zu erreichen, muss zum Tal hin eine Böschung aufgebaut werden. Die dort lebenden Eidechsen sind bereits umgesiedelt worden. Für sie wurde in einiger Entfernung ein neues Habitat eingerichtet. Da der markante Kirschbaum an der Hangkante erhalten bleibt, wird der Weg dort auf einer Länge von sechs Metern nur 1,5 Meter breit werden. Der Asphalt wird dort  durch Pflaster ersetzt.

Da die Breslauer Straße wegen der beengten Verhältnisse während des Radwegbaus auch als Baufeld für Maschinen und Material benötigt wird, kann nicht an einem Stück gearbeitet werden. Vielmehr soll die Baustelle in Abschnitten von jeweils etwa 70 Metern voranrücken, die Breslauer Straße jeweils nur halbseitig befahrbar sein.

Wie Thomas Andler vom Freiflächenmanagement der Stadt Ostfildern berichtet, wird sich der Bau auf Ostfilderner Seite etwas verzögern. Zunächst war geplant, noch in diesem Herbst zu beginnen, doch die Bereitstellung von Maschinen und Material dauere länger als gedacht. „Wir wären vor dem Winter nicht fertig geworden, und eine Baustelle mit Winterpause wollten wir vermeiden“, sagt Andler. Nun werde wahrscheinlich ab Februar gebaut. „Zum Beginn der Radsaison, etwa um Ostern, steht der Weg dann zur Verfügung“, sagt Andler.

Die Planung deckt sich  mit der  auf Esslinger Seite. Dort sind die Arbeiten wesentlich einfacher zu bewerkstelligen. Im  Abschnitt ab der  Champagnestraße  stehen  bergauf bis zur Abzweigung der Mutzenreisstraße zwei Fahrspuren zur Verfügung. Auf einer davon wird der Radweg markiert. Kürzlich hatte der Verwaltungsausschuss des Esslinger Gemeinderats  grünes Licht für das Projekt gegeben. „Die Finanzierung ist gesichert und einer Umsetzung steht  nichts im Weg“, sagt Roland Karpentier, der Sprecher der Stadt Esslingen.  Der Radweg werde „zu Beginn der Radsaison im Frühjahr“ nutzbar sein.  pst / Foto: pst


Abgestimmt

Das BVG soll klären, ob sogenanntes Containern – bislang als Diebstahl geahndet – strafbar ist. Was meinen Sie, soll das Herausholen von Lebensmitteln aus Supermarkt-Müllcontainern straffrei werden?

Foto: dpa

„Containern“ straffrei?

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