Ärger über Bauverzögerung

Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen bleibt 17 Wochen länger gesperrt

Die Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen muss wegen der Anbindung der Bahnlinie Stuttgart–Tübingen an die neue Schnellbahnstrecke Stuttgart–Ulm auf die westliche Seite der Bahnstrecke verlegt werden. Wegen der beengten Verhältnisse auf der Baustelle ist die Straße Mitte Januar komplett gesperrt worden, der Verkehr wird über Unterensingen und Zizishausen umgeleitet. Die Sperrung sollte bis etwa Ende August dauern, doch nun verzögern sich die Bauarbeiten erheblich. Die Straße wird daher voraussichtlich bis 20. Dezember dicht sein.

Seit Mitte Januar ist die L 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen komplett gesperrt,  Berufstätige, Gewerbetreibende und auch Schüler, die täglich zwischen den Kommunen  pendeln, müssen erhebliche Umwege und damit auch einen höheren Zeitaufwand in Kauf nehmen. Grund dafür ist der Bau der sogenannten Kleinen Wendlinger Kurve, der Anbindung der Bahnstrecke Stuttgart–Tübingen an die künftige Schnellbahnstrecke in Richtung Ulm. Dafür müssen die Landesstraße auf die westliche Seite der Bahnlinie verlegt und die Bahn mit einer Brücke überspannt werden. Die Sperrung sollte bis etwa 24. August bestehen, doch die Bauarbeiten laufen nicht planmäßig.

„Nach derzeitigem Stand muss die Vollsperrung um 17 Wochen  voraussichtlich bis zum 20. Dezember verlängert werden“, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart Ende Februar mit. Grund dafür seien aufwendige Mehrarbeiten bei der Neuverlegung der Kabel für den Bahnbetrieb, zusätzlicher Aufwand und Verzögerungen bei der Rodung und Absicherung der Böschung zur Bahn­linie sowie Verzögerungen wegen umfangreicher Umplanungen für den Brückenbau.

Bei den betroffenen Bürgern und den Kommunen hat diese Nachricht für Unmut und Verärgerung gesorgt. „Wir hatten schon bei der Bürgerinformationsveranstaltung im vergangenen November so eine Ahnung, dass die 32 Wochen Sperrung nicht reichen. Man wusste, dass es eine komplizierte Baustelle wird und hätte mögliche Risiken und einen Puffer einplanen müssen. Aber das ist nicht geschehen“, sagt Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel und beklagt eine mangelhafte Kommunikation seitens des Regierungspräsidiums. Er und sein Amtskollege Torsten Hooge in Oberboihingen „finden es nicht in Ordnung, dass wir keine vollständigen Informationen bekommen haben“.

Das Ganze koste Zeit und Geld, der Ärger der Pendler, der Betriebe, Dienstleister und auch Busnutzer sei verständlich, sagt Weigel.  Nun könne man  nur noch, wie es auch schon Torsten Hooge getan hatte, ungeachtet zusätzlicher Kosten auf eine Beschleunigung der Baustelle durch Nacht- und Wochenendarbeit drängen, „und darauf hoffen, dass nicht noch mehr Sand ins Getriebe kommt“. pst / Foto: pst


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