Ausstellungen wider das Vergessen

In der Region wird an historische Fakten und persönliche Schicksale zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs erinnert

Das Gedenken an zwei historische Ereignisse prägt das Jahr 2014. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, der 17 Millionen Menschen das Leben kostete und in seiner Grausamkeit nur noch von dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren seinen Anfang nahm, überboten wurde. Institutionen und Kulturschaffende der Region nahmen die geschichtsträchtigen Ereignisse zum Anlass, um Ausstellungen oder Veranstaltungen zu konzipieren, um die Bilder von einst vor dem Verblassen zu bewahren. Das ECHO hat sich in den regionalen Ausstellungen zum Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg“ umgesehen.

„Kriegsbegeisterung, Propaganda und Fronterlebnis“, „Das Leben an der Heimatfront“ und die „Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs“ sind die Leitthemen der Wanderausstellung, die von der Landeszentrale für politische Bildung ins Leben gerufen wurde. Der Fokus richtet sich dabei auf den Alltag der Menschen, insbesondere auf die Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Die Ausstellung kann von Kommunen, Schulen, Bildungseinrichtungen, Behörden oder Gedenkstätten gegen eine geringe Gebühr ausgeliehen werden. Bis 4. September ist sie in Oberkochen zu sehen, macht im Anschluss in Filderstadt Station und kommt im Januar an die Volkshochschule nach Esslingen (mehr: www.lpb-bw.de/ausstellung_ersterweltkrieg.html).

Das Freilichtmuseum in Beuren widmet sich im Rahmen seines Jahresthemas „Krieg & Frieden“ den beiden Weltkriegen. Am 31. August, 11 Uhr, stellt der Tübinger Kultur- und Medienwissenschaftler Ulrich Hägele Bilder des Reutlinger Fotografen Walter Kleinfeldt (1899 bis 1945) vor. Mit einer einfachen Plattenkamera hielt er fest, was er an der nordfranzösischen Front erlebte: Zerstörung, Tote und Verwundete, Soldaten im Graben. Hägele stellt mittels Briefen und Tagebuchaufzeichnungen auch Bezüge zu den Ereignissen her.

„Zwischen Front und Heimat – der Erste Weltkrieg in Filderstadt“ heißt die Exposition, die im Filderstadt-Museum ab dem 12. September zu sehen ist. Ausgestellt werden Gegenstände, die einen Eindruck vermitteln, wie das Leben der Menschen von den kriegerischen Ereignissen in Mitleidenschaft gezogen wurde: Feldpostbriefe, Feldpostkarten, Fotos, Kriegskochbücher oder Lebensmittelkarten und sonstige persönliche Gegenstände mit lokalem Bezug.

Ein veritables Langzeitprojekt ging in Esslingen an den Start. „52 x Esslingen und der Erste Weltkrieg“ lautet der Titel der Veranstaltungsreihe, die Stadtarchiv und Stadtmuseum über viereinhalb Jahre lang präsentieren. Die Dauer des Projekts entspricht der tatsächlichen Länge des Ersten Weltkriegs von 52 Monaten. Jeden Monat kommt ein Objekt hinzu. Beleuchtet werden nicht nur militärische Facetten und deren emotionale Nachwirkungen, sondern auch ganz persönliche Betrachtungsweisen. Vorträge, Konzerte, Theater- und Filmaufführungen, Kunstausstellungen und Lesungen ergänzen die Ausstellung.

Die Ausstellung „Fastnacht der Hölle“ im Stuttgarter Haus der Geschichte Baden-Württemberg macht den Ersten Weltkrieg mit allen Sinnen erlebbar. An fünf Stationen können die Besucher Eindrücke nachempfinden, etwa den Geschmack von Militär-Zwieback oder den Gestank im Schützengraben. Originaltöne, Objekte, Filmausschnitte und Fotos erzählen von historischen Ereignissen und  persönlichen Schicksalen, die anrühren und bewegen. Rundgänge, Vorträge, Workshops und Diskussionen vertiefen die Ausstellung, die noch bis 1. März 2015 gezeigt wird (www.krieg-und-sinne.de). Die Dauerausstellung „Weltkriege und Zwischenkriegszeit 1914-1945“ im Haus der Geschichte wurde zudem überarbeitet. Die Abteilung wurde sowohl inhaltlich als auch technisch weiterentwickelt (www.hdgbw.de).                  on / Foto: Haus der Geschichte


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