Bürger sollen entscheiden

Am 10. Februar stimmen die Esslinger über den künftigen Standort der Bücherei ab

Der 10. Februar ist ein besonderes Datum in der Stadtgeschichte von Esslingen: An diesem Sonntag soll ein  Bürgerentscheid Klarheit über den künftigen Standort der Stadtbücherei bringen. Zur Auswahl stehen der bisherige Standort in der Heugasse, der dort ausgebaut und modernisiert werden soll. Die Alternative ist ein Neubau in der Küferstraße auf dem Areal hinter der Musikschule. Es ist der erste Bürgerentscheid in der neueren Geschichte Esslingens.  

Für diese Alternative, Neubau zwischen Kupfergasse und Küferstraße, hat sich der Gemeinderat im vergangenen Jahr mehrheitlich entschieden.  Die Unterstützer  des alten Standorts im Bebenhäuser Pfleghof zwischen Heugasse und Webergasse wollen sich damit nicht abfinden. Bis zum September, drei Monate nach dem Gemeinderatsbeschluss, hatten 11 187 stimmberechtigte Esslinger ein Bürgerbegehren für eine Modernisierung und Erweiterung am aktuellen Standort in der Heugasse unterschrieben.

 Nun wird am Sonntag, 10. Februar, die Frage gestellt: „Sind Sie dafür, dass die Esslinger Stadtbücherei am aktuellen Standort  in der Heugasse modernisiert und erweitert wird und der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats  für einen Neubau der Stadtbücherei  am Standort Küferstraße/Kupfergasse aufgehoben wird?“    Bürger kreuzen auf dem Stimmzettel Ja oder Nein an. Entspricht die Mehrheit der Stimmen für Ja oder Nein mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten, ist der Bürgerentscheid im jeweiligen Sinn entschieden. Falls nicht, entscheidet der Gemeinderat erneut. Bei Stimmgleichheit gilt die Frage als mit Nein beantwortet.

Wählen dürfen alle stimmberechtigten Esslinger Bürger. Die Abstimmung wird nach den gleichen gesetzlichen Bedingungen durchgeführt wie eine Bürgermeisterwahl. Auch eine Briefwahl ist möglich. In einer Broschüre, die den Esslingern seit Mitte Januar vorliegt, sind die   Positionen für die beiden Standorte   nochmals erläutert.

Die Argumente

Die Befürworter des Neubaus an der Küferstraße begründen ihre Wahl mit einem überschaubaren Projekt, was  Planung,  Zeitschiene und auch  Kosten betreffe.  Ein  Neubau biete rund 250 bis 500 Quadratmeter Fläche mehr. Anpassungen seien einfacher zu realisieren, da kein Denkmalschutz zu berücksichtigen sei. Es könne überdies barrierefrei gebaut werden, auch müsse keine Interimsunterbringung für die Bücherei gefunden werden. Eine Sanierung des alten Standorts berge  zeitliche und finanzielle Unsicherheiten aufgrund des Baudenkmals und des Untergrunds. Ein neuer Standort könne überdies die kulturellen Einrichtungen in der Altstadt ergänzen und für eine Belebung in der Oststadt sorgen.

Die Befürworter des bisherigen Standorts führen an, dass am aktuellen Standort Tradition und Moderne optimal zu verbinden seien. Das historische Gebäude denkmalgerecht saniert und mit neuen Gebäudeteilen versehen,  schaffe eine reizvolle und unverwechselbare Architektur  mit einem einzigartigen Flair. Das Nachbargebäude, das die  Stadt bereits gekauft hat, könne als Erweiterungsgebäude dienen. Auch barrierefreie Zugänge seien möglich. In dieser Argumentation wird aber auch die Sorge um die Zukunft des Bebenhäuser Pfleghofs geäußert, sollte dort nicht erweitert werden. Zur Nachnutzung stünden keine Mittel bereit und es  sei fraglich, was dann aus dem Gebäude werde.

Für beide Standorte, bei dem einen die Sanierung und Erweiterung, beim anderen der Neubau, wird ein Kostenrahmen von  rund 24  Millionen Euro veranschlagt.  bob / Foto: bul

Info: Bürgerentscheid, Sonntag, 10. Februar, Wahllokale in der Stadt, Briefwahl möglich, Fragen dazu beantwortet  das  Wahlamt unter Telefon 07 11/35 12-21 88.    


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