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Dem Biber auf der Spur

Europas größtes Nagetier ist zurück – Etwa 15 Tiere im Landkreis heimisch – Castor fiber ist streng geschützt

Rund 150 Jahre nach seiner fast vollständigen Ausrottung ist der Biber wieder da. Etwa 5500 der Tiere leben derzeit in Baden-Württemberg, ihre Anzahl im Landkreis Esslingen wird auf etwa 15 geschätzt. Ein Biberrevier findet sich an der Aich in Aichtal. Rund 30 Teilnehmer einer Exkursion setzten sich kürzlich mit dem Biberexperten Uwe Hiller auf die Spur des Nagers.
Die Aich schlängelt sich auf der Gemarkung der Stadt Aichtal an vielen Stellen noch naturnah in etlichen Mäandern in Richtung zum Neckartal. Hohe und steile Ufer säumen das Bachbett, gesäumt von dichtem Gehölz und nur selten für Menschen direkt zugänglich. Wiesen und Äcker schließen sich an das Ufergestrüpp an. „Es ist ein ideales Revier für Biber und ein Schlaraffenland mit einem reichen Nahrungsangebot“, beschrieb Uwe Hiller, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Esslingen und Biberexperte, das Gebiet. Hiller führte kürzlich rund 30 Teilnehmer einer Exkursion auf die Spur von Europas größtem Nagetier, das seit einigen Jahren auch im Landkreis Esslingen wieder heimisch ist.
Etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der Biber bis auf wenige Restpopulationen aus Europa verschwunden, rücksichtslos gejagt wegen seines Fleischs, des dichten Fells und nicht zuletzt wegen des Bibergeil genannten Drüsensekrets, dem heilsame Wirkungen nachgesagt wurden. Vor knapp 60 Jahren wurden in Bayern, der Schweiz und Frankreich wieder Tiere angesiedelt. Ihre Zahl stieg rasch an und die Nager verbreiteten sich entlang der Gewässersysteme wieder über ganz Europa. Etwa 5500 von ihnen leben derzeit in Baden-Württemberg, anhand der nachgewiesenen Reviere werden im Landkreis etwa 15 Tiere vermutet.
Wie Hiller erklärte, beruhen die Zahlen auf Schätzungen. Die Tiere erreichen ausgewachsen eine Länge von bis zu einem Meter und ein Gewicht von 30 Kilo. Doch trotz ihrer beeindruckenden Ausmaße werde man kaum eines von ihnen sehen, da Biber sehr scheu und zudem dämmerungs- und nachtaktiv sind. „Uns werden immer wieder Sichtungen gemeldet, doch in der Regel handelt es sich um Bisam oder Nutrias, die sehr viel kleiner sind“, sagte Hiller. Dennoch werde jedem Hinweis nachgegangen, um ein eventuelles Vorkommen dokumentieren zu können.
Das Wissen um Biberreviere sowie die Ansiedlung und Verbreitung der Tiere ist für die Naturschutzbehörde des Landkreises von großer Bedeutung, denn Castor fiber, der Eurasische Biber, ist nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. So dürfen nicht nur die Tiere nicht gejagt werden, auch ihre Bauten und ihre unmittelbaren Lebensräume dürfen nicht gestört werden.
Das kann zu Konflikten führen, zumal in so dicht besiedelten Regionen wie dem Landkreis Esslingen. Biber sind zwar friedliebende reine Pflanzenfresser, die sich an Baumrinden, weichen Gehölzen, krautigen Uferpflanzen und im Sommer auch auf Äckern nahe dem Ufer an Feldfrüchten und Getreide gütlich tun, aber sie sind auch eifrige Baumeister, „echte Landschaftsgestalter“, sagte Hiller.
Die Tiere graben Wohnhöhlen, vorzugsweise in Steilufer, wobei der Eingang immer unter Wasser liegt. Sinkt nun der Wasserspiegel, etwa im Sommer, machen sich die Biber ans Werk, schleppen loses Holz heran oder fällen auch Bäume, um Staudämme zu bauen und den Wasserstand zu regulieren. Das wiederum kann zu Überschwemmungen und damit Schäden in ufernahen Feldern führen. Auch die Eigenart der Tiere, oft etliche Meter lange Fluchttunnel zu graben, kann gravierende Folgen haben, denn manches Mal werden Feldwege oder Freizeitgrundstücke nahe am Wasser unterminiert und somit nicht mehr nutzbar. Biber entfernen sich kaum mehr als zehn Meter vom Gewässer, doch wenn in dem Bereich junge Obstbäume stehen, ist der Tisch mit weicher Baumrinde reich gedeckt. „Biber sind Wildtiere, wenn sie Schäden anrichten, gibt es also keine Entschädigung. Stören oder vertreiben darf man sie aber auch nicht“, erklärte Hiller. In solchen Fällen kämen die ehrenamtlichen Biberberater der Naturschutzbehörde des Kreises zum Einsatz. „Die finden für betroffene Landwirte Lösungsmöglichkeiten.“ pst / Foto: pst

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