Ein guter Tropfen in der Mache

Weinlese läuft – Trockener Rosé aus dem Albvorland – Wengerter erwarten guten Jahrgang – Künftig Wein aus Ostfildern

Die Tage waren zuletzt sonnig und auch noch warm, die Nächte schon kühl – so mögen es  die Weinbauern. Im Landkreis Esslingen schauen die Wengerter einem guten Jahrgang entgegen.

Wein aus Ostfildern wird in diesem Jahr nicht gelesen. Aber im kommenden Jahr. Weinbauer Christoph Clauss aus Esslingen hat auf der Domäne Weil, die zur Gemarkung Ostfildern gehört, auf rund drei Hektar Fläche Riesling und Spätburgunder angepflanzt und will  im kommenden Jahr erstmals lesen. „Wir nehmen damit eine alte Tradition wieder auf“, erklärt Clauss. „Auch auf dieser Seite des Neckars wurde früher  im Tal Wein angebaut.“ In Ruit habe  es auch eine Kelter gegeben.

Auf der anderen Flussseite läuft die Lese der Esslinger Weingärtnergenossenschaft auf Hochtouren. „Bis Mitte Oktober sind wir durch“, erklärt Ramona Fischer, die Geschäftsführerin der Genossenschaft. Ihre  Bilanz bisher: „Ein durchweg guter Jahrgang mit einer ordentlichen Menge.“

Die Kirschessigfliege war  wieder unterwegs, jedoch nicht in dem bedrohlichen  Maße wie vor Jahren. „Aber wir  mussten bei den roten Trauben schnell handeln, da die Fliege gern auf die roten Sorten geht“, erklärt Christine Anhut, die Geschäftsführerin der Weingärtnergenossenschaft  Hohenneuffen-Teck.  Am 12. September haben die Wengerter dort mit der Lese begonnen und „gesunde schöne Trauben“ geerntet. Derzeit sind  die meisten roten Sorten bereits geerntet: Acolon, Dornfelder,  Portugieser sind schon runter vom Rebstock, Regent ebenso. An den Stöcken hängen jetzt noch die späten Sorten wie der Spätburgunder.

Auch die weißen Trauben waren schon an der Reihe: Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau, Kerner, Weißburgunder und Johanniter. „Wir sind fast durch“, sagt  Anhut. Die Geschäftsführerin erwartet einen recht  guten Jahrgang, der sich allerdings nicht mit dem Spitzenjahrgang des Vorjahrs messen kann. „Der war allerdings auch außergewöhnlich“, sagt Anhut. Die Öchslewerte sind diesmal  nicht so hoch, aber das habe auch Vorteile für die Wengerter. „Gerade im Bereich der Weißweine haben wir im vergangenen Jahr durch die hohen Öchslewerte auch einen hohen Alkoholwert im Wein“, berichtet Anhut. „Aber das  wird bei Weißweinen nicht so gut angenommen.“ Die Kunden erwarteten einen leichten, spritzigen und unkomplizierten Wein. Die Wengerter von Hohenneuffen-Teck lassen ihren Wein in der Kelter in Möglingen reifen. In diesem Jahrgang soll es erstmalig einen trockenen Rosé als Ergänzung zum Sortiment ihrer  halbtrockenen Roséweine  geben.

Im Frühjahr will die Weingärtnergenossenschaft das neue Erzeugnis vorstellen.   Auch auf einen Roten freut sich Anhut. „Wir werden einen Lemberger, auf der Maische vergoren, im Holzfass ausbauen“, kündigt sie an.

Zufriedene Mienen auch bei den Mitgliedern des Vereins der Weinbergbesitzer in Weilheim: Deren Vorsitzender, Werner Kauderer, freut sich schon auf die beiden Berthold-Weine, die die Wengerter produzieren. Die Lese an der Limburg ist so gut wie beendet, Silvaner und Riesling werden dieser Tage gelesen.

Zunächst waren die roten Sorten dran, „sonst wären die den Wespen zum Opfer gefallen“, wie Kauderer sagt. Vereinzelt hätten Trauben  auch Sonnenbrand aufgewiesen – aus der Zeit der hohen Temperaturen um die 40 Grad.

  „Wir bekommen einen sehr guten Wein“, sagt Kauderer. Auch die Menge stimme. Er und seine Kollegen im Verein begrüßen die etwas niedrigeren Öchslewerte. Dadurch entstünden Weine mit einem geringeren Alkoholwert, und das sei im Sinne der Kunden. Nur auf die Spätlese müsse man in diesem Jahr verzichten. „Dazu hätte es über 90 Grad Öchsle  gebraucht.“  bob / Foto: bul


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