Eine lange Geschichte

Weilheim feiert Doppeljubiläum mit Festwochenende – Ein Glöckner erzählt, wie es wirklich war

Die Stadt Weilheim begeht in diesem Jahr ein doppeltes Jubiläum. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 769, im Jahr 1319 erhielt Weilheim das Stadtrecht. Das ganze Jahr über gibt es dazu Veranstaltungen.  Höhepunkt ist das  Festwochenende von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Juli. Ab Freitag, 12. Juli, macht die Theaterspinnerei Frickenhausen die Stadtgeschichte an vier Wochenenden in der  Peterskirche sinnlich erfahrbar.

Im Codex des Klosters Lorsch findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 769 die erste schriftliche Erwähnung Weilheims. Um die Mitte des elften Jahrhunderts lässt der  Adlige Bertold mit dem Bart auf  der Limburg eine Burganlage errichten und gründet im heutigen Stadtkern  ein Kloster. Kurze Zeit später verlegt die Familie ihren Sitz auf die  Burg Zähringen im Breisgau und das Kloster  nach St. Peter im Schwarzwald. Ortsherren in Weilheim werden die Grafen von Aichelberg, die es 1319 zur Stadt erheben, mit einem Mauerring befestigen und der Stadt das Marktrecht verleihen.

Die  lange Geschichte der Stadt wird nun während des ganzen Jahres  mit einer Ausstellung, Vorträgen, Filmen, Theater und Musik  gewürdigt. Zentraler Höhepunkt ist das kommende Wochenende. Von Freitag bis Sonntag wird auf den Straßen und Plätzen in der  historischen Kernstadt und in sechs  Zelten gefeiert. Das Fest startet am Freitag mit der Comedy-Nacht  „Weilheim lacht“, bei der die Besucher ab 18 Uhr die Wahl zwischen den Komödianten Alois und Elsbeth Gscheidle, Werner Koczwara, „Knoba Sörwiss“, „Helge und das Udo“, „Hillus Herzdropfa“ sowie den Bauchrednern Macelini und Oskar haben. Am Samstag findet in den Zelten ab 14 Uhr ein Familiennachmittag mit 18 Spielstationen und vielen Vorführungen statt. Ab 19.30 Uhr ist Party-Nacht angesagt. In den Zelten  gastieren bei freiem Eintritt die Bands „Acoustic Groove“, „NPEP“,  „Schlager-Café“, „Just for Fun“, die „Aspach Buam“ und „Superclusive“. Am Sonntag startet  um 13.30 Uhr ein historischer Festumzug mit 57 Gruppen, darunter elf Musikkapellen und ein Spielmannszug. Danach wird in der Stadt bis zum Abend weitergefeiert.

Ab Freitag, 12. Juli, wird die Weilheimer Geschichte dann aus einer anderen Perspektive beleuchtet. Bis   4. August spielt das Ensemble der Theaterspinnerei Frickenhausen jeweils von Freitag bis Sonntag in der Weilheimer Peterskirche das Stück „Der Glöckner von Weilheim – 1250 Jahre auf dem Buckel“.  Dafür wurde das Kirchenschiff mit Kulissen ausgestattet, einschließlich eines acht Meter hohen Glockenturms. Die  Produktion erzählt, unterstützt von  Projektionstechnik, Videoanimationen und Lichtinstallationen, die Stadtgeschichte jenseits historischer Daten. Ein uralter Glöckner lebt, unterstützt von seinem  Helfer, dem Weilheimer Schlüsselchen, schon immer in der Kirche. „1250 Jahre ist ein enorm langer Zeitraum. Unser Glöckner hat  alles erlebt und war immer dabei. Er kennt die Geschichten und kann erzählen, wie es sich angefühlt hat“, sagt Jens Nüßle,  künstlerischer Leiter der Theaterspinnerei. Mit seinen Erzählungen lässt der Glöckner die Menschen hinter der Historie aufscheinen. „Das wird ein Highlight“, verspricht Nüßle.   pst / Foto: Stadt Weilheim / Werner Feirer

Info: ausführliches Festprogramm  unter www.weilheim-teck.de, Hinweise zu Spieltagen und zum Theaterstück: www.theaterspinnerei.de


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