Höchste Priorität

Planung für neuen A 8-Albaufstieg wieder aufgenommen– Beifall aus Kommunen

Kurz vor dem Abschluss, im Jahr 2005, hatte der Bund das Planfeststellungsverfahren gestoppt: Die Hoffnungen auf einen neuen Albaufstieg der A 8 zwischen Gruibingen und Hohenstadt schwanden. Nun hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) das Land gebeten, die Planung zu Ende zu führen. „Die Aufforderung nehmen wir gerne an“, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). „Ich freue mich, dass er unserer mehrfachen Bitte nachkommt und zur A 8 eine Entscheidung gefällt hat.“

Erste Planungen dazu gab es in den 1970er-Jahren, eine privat finanzierte Strecke sollte mautpflichtig sein, die alte Strecke kostenlose Umfahrung. Doch es fand sich kein Konzessionär. „Die jahrelangen Untersuchungen einer öffentlich-privaten Finanzierung haben zu keinem Ergebnis geführt“, befand Hermann. Deshalb solle der Bund das Vorhaben finanzieren. Die Strecke ist 8,3 Kilometer lang, soll mit zwei Tunneln und zwei Brücken die bisherigen geteilten Trassen ersetzen und kostet rund 500 Millionen Euro. Hermann erwartet das Planungsende bis 2017, den Baubeginn für 2018. „Wir werden alles tun, um das Projekt zu beschleunigen.“ Die bisherige Trasse wird auf Wunsch des Bundes Teil der Planung.

„Die Finanzierung ist vom Bund noch nicht entschieden“, räumt Nadine Hilber von der Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart ein. Doch sie versichert: „Die Planung besitzt bei uns höchste Priorität.“ Zunächst müssten die Verkehrsuntersuchung und der Artenschutz aktualisiert werden. Ersteres wurde bereits beauftragt.

Die umliegenden Gemeinden hören es mit Freude. „Durch die Beseitigung des zweispurigen Nadelöhrs ohne Standspur würden deutlich weniger Staus entstehen“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Umleitungen würden seltener, die Anwohner der Hauptstraßen entlastet, die Stadt werde noch attraktiver. Züfle hofft, „dass sich Bund und Land jetzt nicht gegenseitig den schwarzen Peter bezüglich der Finanzierung zuschieben“. Beide müssten Hand in Hand dafür sorgen, „dass diese Verkehrsachse endlich dem 21. Jahrhundert entsprechend ausgebaut wird“.

„Die geplagten Autofahrer und Unternehmen müssten Hurra schreien“, sagt Roland Schweikert, Bürgermeister von Gruibingen. „Doch die Jubelschreie heben wir uns mal auf, bis tatsächlich die Finanzierung gesichert ist und wir dem Spatenstich zusehen.“ Das Land müsse die Planungsmittel schnellstens freigeben. „Was wir noch brauchen, sind Menschen auf allen Ebenen, die dieses Projekt zu ihrer Sache machen und dafür kämpfen.“  Pd/Foto: dpa


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