Abgestimmt

Bei den Bayern-Wahlen haben CSU und SPD enorme Stimmenverluste verzeichnet. Was glauben Sie, hält die Große Koalition in Berlin?

Foto: dpa

Hält die GroKo?

Ergebnis

Loading ... Loading ...


Inspirierender Abend

Messe „FildErleben“ am 18. Oktober in Denkendorf – Themen für das gute Leben

Das Wochenblatt ECHO lädt am Donnerstag, 18. Oktober,  17 bis 21 Uhr,  zu einem Abend rund um das Thema Gutes Leben ein. In den Räumen des Sanitärspezialisten „Elements“ in der Lichtäckerstraße in Denkendorf versammeln sich bei der Messe „FildErleben“ 35 Aussteller aus zahlreichen lebensrelevanten Themenbereichen.

Bereits im vergangenen Jahr ist die Messe gut angekommen. Die Premiere in den „Elements“-Räumen  hat ihr Publikum gefunden. „Wir sind auf dem richtigen Weg mit unserer Mischung an Ausstellern“, stellt ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol fest. „Die Besucher sind sehr anspruchsvoll, wenn es um lifestyle-orientierte Themen wie Gesundheit, Fitness, Freizeit geht“, sagt Gisdol weiter. Sie wollten fachkundige Ansprechpartner,  möglichst aus der Region, die auf dem aktuellen Wissensstand seien und neue und innovative Angebote vorstellen können. So haben das ECHO-Team und Achim Zepf, der Geschäftsführer von „Elements“,  die Aussteller sorgfältig ausgewählt – nach der Vorgabe regional und kompetent. Die 35 Messeteilnehmer informieren über Themen wie Immobilienkauf, Wohnen, Gestaltung und technische Ausstattung von Bädern und Küchen sowie über medizinische Themen wie Raumgesundheit oder Zahnheilkunde, auch Schmuck, Sport und Ernährung stehen  auf dem Programm.

 Dem Wunsch der Besucher nach fundierten Informationen tragen die Fachvorträge Rechnung. Von 17.15 bis 18 Uhr spricht Thomas Epple,  Maler- und Stuckateurmeister, Coach und Trainer, zum Thema „Lebenswerte Räume. Das Zuhause – die Komfortzone“. Er informiert darüber, was bei einer Renovierung zu berücksichtigen ist. Von 18.05 bis 19.05 Uhr schließt sich der Vortrag von Natalie Klamt von Klamt Immobilien an. Sie klärt über „Erben und Vererben“ auf. Das anschließende  Referat hält der Zahnmediziner Rainer Roos: „Zahnlosigkeit muss nicht  sein. Moderne Strategien schnell, komfortabel, preiswert“ lautet der Titel.

Bei einem solchen Abend soll auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommen. Den Schlusspunkt setzt die Modenschau der Modeboutique  Simply Blue, präsentiert von Ingrid Lenz. Sie beginnt um 20.15 Uhr. Die Messe hält auch ein gastronomisches Angebot vor: Feines Essen, Getränke und eine Weinprobe runden das Angebot ab. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. bob / Foto: bob

 Messebeilage anklicken


Ansprechen, auffangen, ausbilden

Projekt des Jobcenters und des Landkreises Esslingen richtet sich an junge Menschen ohne Berufsperspektive – Start Januar 2019

Keiner darf verloren gehen – so betitelt die Agentur für Arbeit ihre Informationen zu einem künftigen, bisher einzigartigen Projekt: Junge Menschen, die nicht zur Schule gehen, keine Ausbildung machen und stattdessen orientierungslos „rumhängen“, sollen mit speziellen Angeboten angesprochen und auf den Bildungsweg gebracht werden. Das Projekt gilt als das erste seiner Art in Deutschland. Die Kooperation von Jobcenter und Landkreis Esslingen startet im Januar 2019.
Die praktische Arbeit mit benachteiligten und schwer erreichbaren jungen Menschen soll an einzelnen Standorten im Landkreis stattfinden. In den Jugendbüros in Esslingen, Ostfildern, Leinfelden-Echterdingen, Nürtingen und Kirchheim stellen Sozialarbeiter den Kontakt zu den jungen Leuten her.
Den Kontakt zu dieser Klientel haben die Sozialarbeiter vor Ort sowieso. So wie Jessica Seeger, die in Ostfildern das Jugendbüro Ikarus in der Parksiedlung leitet. „Es handelt sich bei uns um etwa zehn bis 15 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, auf die dieses Profil ‚Schwer erreichbar’ zutrifft“, sagt Jessica Seeger. Streetwork sei da ein probates Mittel, mit den Menschen in Kontakt zu kommen.
Die meist männlichen jungen Leute hätten diverse Probleme, die einem Weg in die Arbeitswelt entgegenstünden. „Obdachlosigkeit, Drogensucht, Beziehungsprobleme und ähnliches“, zählt Seeger auf. Bevor die Männer und Frauen in Arbeit kommen, müssten diese „Baustellen“ intensiv bearbeitet werden. Zu glauben, dass man nach einem halben Jahr Sozialarbeit die Jugendlichen in einer Arbeits- oder Ausbildungsstelle habe, sei utopisch. „Das dauert eher mal zwei Jahre, und wir müssen Teilschritte als Erfolge ansehen, wie zum Beispiel, dass jemand eine Teilzeitstelle annimmt, um sich überhaupt im Arbeitsleben zu erproben.“
Seeger hat beobachtet, dass diese Gruppe über die Jahre größer geworden ist. Vor allem die Obdachlosigkeit habe bei Jugendlichen zugenommen. „Bei den Mietpreisen in unserer Region können diese Jungen und Mädchen nicht mithalten“, sagt Seeger. Der Drogenkonsum habe sich von exzessivem Alkoholgebrauch in Richtung Grasrauchen verschoben. Rund 80 Prozent der schwer Erreichbaren in Seegers Bereich kommen aus Ostfildern, ein kleinerer Teil aus Denkendorf und Neuhausen sowie aus entfernter liegenden Kommunen wie Kornwestheim oder Sindelfingen.
In Ostfildern verfügt die Jugendarbeit über ein eng geknüpftes Netzwerk, wie Frank Havlicek, der Leiter der Kinder- und Jugendförderung in Ostfildern, erklärt. „Wir haben erfahrenes Fachpersonal, das sowieso an diesem Thema dran ist“, sagt Havlicek. Gute Kontakte bestünden auch zu lokalen Unternehmen, die auch Praktika für eine schwierigere Klientel anbieten. Mit dem künftigen Projekt sehen Havlicek und Seeger die Möglichkeit, ihre Netzwerke stärker einzusetzen und Ressourcen zu nutzen.
Auch in Leinfelden-Echterdingen soll über ein künftiges Jugendbüro der Kontakt zu den Jugendlichen gesucht werden. Das Jugendbüro soll als Anlaufstelle dieser Jugendlichen aus dem Einzugsgebiet von Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen dienen und möglichst beim Stadtjugendring als etablierter Einrichtung der Jugendarbeit in der Stadt angesiedelt werden – mit einer 100-Prozent-Stelle oder auch zwei 50-Prozent-Stellen. Die Personalkosten dieser zunächst befristeten Stelle würde der Landkreis, die Sachkosten würden die beiden Filderkommunen je zur Hälfte übernehmen, hieß es kürzlich bei der Vorstellung des Projekts im Gemeinderat.
Dem Vorstoß liegt eine neue gesetzliche Regelung in den Sozialgesetzbüchern zugrunde. Sie betrifft junge Menschen bis 25 Jahre wie zum Beispiel Schulabbrecher oder andere Jugendliche, die von den üblichen Angeboten und Lehrformen nicht erreicht werden und die auch keinen Kontakt zu den Jobcentern halten. Den jungen Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf oder zur Ausbildung soll eine spezielle Unterstützung zuteil werden, um ihre individuellen Schwierigkeiten zu überwinden. Das langfristige Ziel ist, die Jungen und Mädchen in die Lage zu versetzen, eine schulische, ausbildungsbezogene und berufliche Qualifikation abzuschließen oder auf sonst einem Weg in das Arbeitsleben einzutreten.
Im August 2016 hat der Gesetzgeber den Paragrafen 16 h SGB II aufgenommen, der die Förderung dieser Personengruppe regelt. Große Fallzahlen will niemand erwarten. „Schnelle Erfolge wird es sicher nicht geben“, erklärt Astrid Mast, die Leiterin des Jobcenters im Landkreis Esslingen. „Es wäre aber ein schrecklicher Fehler, junge Menschen abzuschreiben.“ Das Projekt sei wichtig für jeden einzelnen. bob / Foto: dpa


Abgestimmt

Brennende Züge, defekte Loks, Verspätungen und Zugausfälle:
Haben Sie noch Vertrauen in die Bahn? Stimmen Sie ab!

Foto: dpa

Vertrauen in Bahn?

Ergebnis

Loading ... Loading ...


Schöner als Stille

Jazzfestival Esslingen mit  Stars der Szene – Konzerte in Esslingen und Stuttgart

Dreimal hat das Jazzfestival Esslingen bedeutende Künstler des Genres nach Esslingen geholt. Jetzt geht das Festival in die vierte Runde, mit nicht minder großen Namen. Die Spielorte liegen in Esslingen und Stuttgart.

Das Programm startet am Mittwoch, 17. Oktober, mit Egberto Gismonti, der eine Art Doppelkonzert mit dem Tarkovsky Quartett gibt (20 Uhr, Stadtkirche St. Dionys in Esslingen). Der brasilianische Gitarrist und Pianist Gismonti hat in seiner langen Karriere eine eigene musikalische Sprache gefunden und aus Einflüssen des Jazz, der brasilianischen, aber auch der neuen Musik einen eigenständigen Sound entwickelt.

Am Donnerstag, 18. Oktober, gibt Ralph Towner ein Gastspiel. Sein vielschichtiges Gitarrenspiel hat nicht nur die Musik seiner Band „Oregon“ geprägt, sondern alle seine Soloalben und -konzerte. Er denke die Gitarre vom Piano her, sagen Musiker über ihn. Towner spielt erstmalig gemeinsam mit dem Pablo Held Trio (20 Uhr, Sparda Welt Stuttgart).

 Am Freitag, 19. Oktober, kommt mit Carla Bley die „Grande Dame des Jazz“ zum Festival. Die Autodidaktin spielt gemeinsam mit Steve Swallow und Andy Sheppard (20 Uhr, Sparda Welt Stuttgart). Am Samstag, 20. Oktober, steht Eleni Karaindrou auf dem Programm. Die Komponistin und Pianistin ist in Griechenland fast so etwas wie eine Ikone und hat den Soundtrack vieler Filme eingespielt (19 Uhr, Stadtkirche St. Dionys). Am Sonntag, 21. Oktober, spielen „Aziza“ aus Holland. Laut dem Magazin Stereoplay haben sich dort vier der derzeit gefragtesten und innovativsten Musiker des zeitgenössischen Jazz zusammengefunden (19 Uhr, WLB Esslingen). Am Freitag, 26. Oktober, kommt Martin Wind mit dem Light Blue Quartett nach Esslingen. Der gebürtige Flensburger  lebt seit 20 Jahren in New York, so spielte er unter anderem mit Benny Green, Pat Metheny, Johnny Griffin und zuletzt im Duo mit Philip Catherine   (20.30 Uhr, Jazzkeller Esslingen).

Den Schlusspunkt setzt am Sonntag, 28. Oktober, Django Bates mit seiner Formation Belovèd. Über das Trio heißt es, schöner könne Klaviertrio-Musik nicht sein, es habe einen ganz eigenen Klang, jeder Ton überrasche (20 Uhr, Dieselstraße Esslingen). 

Partner des Festivals ist ECM-Musik. Das Münchener Label, das mit dem Slogan  „The most beautiful sound next to silence“ – der schönste Klang neben der Stille –  wirbt, ist für die Produktion von zeitgenössischem Jazz und Klassik bekannt. Daher läuft am Samstag, 20. Oktober, 16 Uhr, der Film „Sounds and Silence – Travels with Manfred Eicher“ (der Gründer von ECM)  im Kommunalen Kino. Anschließend findet das „Jazzgespräch“ mit Eicher statt. Eberhard Weber, der in Esslingen geborene Bassist und bei ECM unter Vertrag, ist Schirmherr des Festivals. bob / Foto: Veranstalter


Im Vollgas-Modus

Der 17-jährige Wernauer Max Hesse sorgt im Tourenwagensport für Furore – Schon Erfolge mit dem Kart gefeiert – Ziel DTM

Vollgas  – von klein auf sucht Max Hesse den Reiz der Geschwindigkeit. Er findet ihn auf Rennstrecken. Über Jahre hinweg rast er im Kart über die Pisten, dann steigt er in den Tourenwagen ein. Nun, mittlerweile 17 Jahre alt, strebt Hesse mit Macht den nächsten Karriereschritt an. Geht der Plan auf, steuert er im kommenden Jahr in der GT-Masters-Serie einen Boliden mit 610 PS über die namhaften Schleifen in Deutschland und im nahen europäischen Ausland. „Ich will Profi-Rennfahrer werden“, sagt der Wernauer. Es scheint tatsächlich nicht mehr weit, dass Hesse von seiner Motorsportleidenschaft leben kann. Trotz der rasanten Entwicklung des Jungen, im Vollgasleben Hesses gibt es entscheidende Konstanten: die bedingungslose Unterstützung der Familie und die Treue von Sponsoren.

Die Rennleidenschaft hat Max Hesse vom Vater geerbt, wenngleich dessen Karriere nicht mit den Höhepunkten des Sohnes gespickt war – und nach einem Unfall jäh endete. Bis zu dieser Verletzung ist auch Mario Hesse im Kart unterwegs. Im Alter von zweieinhalb Jahren taucht Max in die Kart-Welt ein, ein Jahr später fährt er sein erstes Rennen. Als Neunjähriger gewinnt er die Kart-Masters-Serie, in den beiden darauffolgenden Jahren gelingt ihm dies nochmals. „Das haben kein Vettel und kein Schumacher geschafft“, sagt Mario Hesse. Der stolze Vater fördert den Jungen – und dessen Ambitionen. Wobei Max neben dem fahrerischen Können ein gehöriges Maß Ehrgeiz antreibt: „Ich will mich mit anderen messen. Und ich will immer der Beste sein.“

Doch allein Talent reicht im Motorsport nicht aus, eine Karriere muss finanziell ordentlich geschmiert werden. Es gibt Ausnahmen, in denen das betuchte Elternhaus dem Filius finanziell kräftig unter die Arme greift. Etwa im Fall des kanadischen Formel-1-Piloten Lance Stroll. Dessen Vater Lawrence hat kürzlich an der Spitze einer Investorengruppe sogar das Formel-1-Team Force India gekauft, was dem eigenen Nachwuchs nicht zum Nachteil gereichen wird. Lawrence Stroll gilt als Milliardär. Mario Hesse ist Produktmanager bei einer Kirchheimer Firma, Frau Kathleen arbeitet als Bürokauffrau. Ohne Sponsoren geht da nichts.

Nach den drei Gesamtsiegen wechselte Max Hesse in die nächsthöhere Kart-Klasse, wurde dort Vizemeister und war bester Deutscher bei der Europameisterschaft. Im Alter von 14 Jahren ging es in die Senior-Klasse des Kart-Sports. Doch die Titelambitionen erfüllten sich nicht. Als Sechster im Zwischenklassement fuhr Hesse raus aus der Serie, Geld sollte für die späteren Karriereschritte gespart werden. Doch die dauerten zunächst, denn erst als 16-Jähriger darf man in einem „richtigen“ Rennwagen Platz nehmen. Trainiert wurde am Rennsimulator zu Hause. Ende der Saison 2017 bekam der junge Wernauer dann seine Tourenwagenchance. Er wurde zu Testfahrten eines Teams in der Serie TCR Germany gerufen. Zuvor war Hesse noch nie am Steuer eines Autos gesessen. Daher ging es mit Vater Mario noch schnell auf den Verkehrsübungsplatz – und dann nutzte Max Hesse seine Chance. Die größeren Dimensionen, das Einschätzen der Abstände zu den Konkurrenten, dass er im Gegensatz zum Kart nicht mehr alles im Blickfeld hat – all das hatte der Nachwuchspilot schnell im Griff. Zwei Rennen folgten, und dann die komplette TCR-Saison 2018.

Im 37 PS starken Kart hatte Hesse zuletzt auf 170 km/h beschleunigt, nun galt es, die 350 PS eines Audi RS3 LMS in Zaum zu halten und doch am Limit zu fahren. Und das gelang – zumindest fast immer. Gesamtsechster wurde der 17-Jährige schließlich, und er war bester Neuling. Als Sieger der sogenannten Rookie-Wertung erhielt er einen Honda Civic. Und das trotz einer Schrecksekunde beim letzten Rennen am Hockenheimring. Beim Testen und bei 240 Sachen brach die Bremsscheibe, mit der Handbremse drehte Hesse den Wagen, der mit dem Heck in die Leitplanken knallte – Totalschaden. Die Mechaniker des Teams Prosport Performance arbeiteten die Nacht durch, um das Ersatzauto startklar zu machen. Und Hesse sicherte  den Erfolg. „Nach dem Unfall bin ich wieder eingestiegen und habe nicht nachgedacht“, sagt er.

Vor einigen Wochen hat Max Hesse eine Ausbildung zum Speditionskaufmann begonnen. Die und das Training lassen so gut wie keinen Spielraum für weitere Aktivitäten. Dreimal die Woche geht es zum Joggen, zwei- bis dreimal in den Kraftraum – angeleitet von einem Personal Trainer. Dazu gilt es, sich mit den Ingenieuren abzustimmen. Und der Rennsimulator muss nun größer sein, der mit einer Fünf-Meter-Leinwand steht am Nürburgring. „Wenn wir dann mal ein Wochenende frei haben, fahren wir zu Modellautorennen“, sagt Mario Hesse – auch da ist Max deutsche Spitze. Immerhin: Auch Mutter Kathleen will sich die Reisestrapazen nicht nehmen lassen.

Seit 2014 wird Max Hesse von der ADAC-Stiftung Sport gefördert. Mit Lehrgängen, drei Jahre lang auch finanziell. Diese Geldspritze haben die Hesses jüngst erstmals abgerufen, damit Max in der vielleicht entscheidenden Phase seiner Rennfahrerkarriere davon profitieren kann. Gut 150 000 Euro hat die TCR-Saison gekostet, Schäden am Auto eingerechnet. Totalschäden sind immerhin versichert, 5000 Euro Selbstbeteiligung bleiben allerdings. Den Etat für eine Saison tragen Sponsoren, fünf mittelständische Unternehmen seien dies, sagt Mario Hesse. Der 51-Jährige ist zuversichtlich, dass diese auch bei den GT Masters mitziehen würden – und ihre Zuschüsse dann auf insgesamt mindestens 300 000 Euro verdoppeln.

Die Wagen in der TCR-Germany-Serie fahren mit Frontantrieb – eine Ausnahme in der Tourenwagenszene. Auch deshalb soll der Umstieg in die nächste Klasse rasch erfolgen. Bei den GT Masters sind die TCR-Boliden nicht nur im Vorprogramm gefahren, die GT-Renner sind heckgetrieben. Wie die Wagen der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM). Denn Max Hesses Ziel ist nicht die Formel 1, er hat sich dem Tourenwagensport verschrieben. Dort will er die großen Erfolge einfahren – mit viel Ehrgeiz, und mit Vollgas. ch / Foto: ch


Festival im Zirkuszelt

36. Zeltspektakel in Wendlingen mit namhaften Künstlern

Von Donnerstag bis Sonntag, 11. bis 14. Oktober, werden beim 36. Zeltspektakel auf dem Festplatz beim Sportgelände Speck in Wendlingen wieder namhafte Künstler gastieren. Das Festival im Zirkuszelt bietet in diesem Jahr einen bunten Querschnitt der Popularmusik, eine Musiktheater-Produktion und politisches Kabarett. Zwei der vier Abende sind bereits ausverkauft.
Das Zirkuszelt auf dem Festplatz beim Wendlinger Sportgelände ist aufgebaut, die Bühne ist bereit, die Technik steht: Das 36. Zeltspektakel kann beginnen. Rund 70 Ehrenamtliche engagieren sich dafür, dass alles reibungslos über die Bühne geht und die Besucher vier Tage lang ungetrübte Festival-Atmosphäre erleben. „Da sind etliche Altgediente dabei, aber es kommen jedes Jahr auch neue junge Leute dazu, das freut uns sehr und stimmt positiv für die Zukunft des Festivals“, sagt Hansjörg Fritz, der Vorsitzende des Zeltspektakel-Vereins.
Dank der guten Kontakte der Programmgestalter des Vereins ist es auch in diesem Jahr gelungen, einige namhafte Künstler zu verpflichten. Allerdings sind zwei der vier Abende bereits restlos ausverkauft. So waren die Karten für den Auftakt am Donnerstag mit der Show SWR 1 Pop und Poesie mit dem Moderator Matthias Holtmann sehr schnell vergriffen. Auch der Kartenvorverkauf für La Brass Banda am Samstag lief so gut, dass schon vor Wochen „ausverkauft“ gemeldet wurde. „Die spielen bei ihrer Tournee normalerweise vor großem Publikum mit 7000 Leuten. Das wird im Zelt mit 850 Besuchern ein Abend mit Clubatmosphäre“, sagt Fritz.
Für die Musiktheater-Produktion „We shall overcome – A Tribute to Pete Seeger“ am Freitagabend sind noch Karten zu haben. Das Stück, das der Tübinger Musiker und Autor Heiner Kondschak zusammen mit dem Theater Lindenhof Melchingen inszeniert hat, ehrt den amerikanischen Sänger und Liedermacher Pete Seeger, der sich ein Leben lang für eine gerechte Welt engagiert hat und zum künstlerischen Mentor einer Vielzahl von Musikern wurde.
Auch der Kabarettist Christian Ehring, der am Sonntag das Festival beschließt, hat sich schon manches Mal mit den Mächtigen angelegt. Für sein Soloprogramm „Keine weiteren Fragen“ sind ebenfalls noch Karten zu haben. Völlig ohne Eintrittskarten gibt es den Festival-Frühschoppen mit Live-Musik am Sonntag ab 11 Uhr. „Das ist seit Jahren ein beliebter und gemütlicher Treffpunkt“, erzählt Fritz. pst / Foto: Verein Zeltspektakel

Info: Kartentelefon für Kurzentschlossene: 01 76/99 59 95 88; mehr unter www.zeltspektakel.de


Abgestimmt

Tayfun Korkut ist der zwölfte Trainer, den Bundesliga-Schlusslicht 
VfB Stuttgart  in zehn Jahren entlässt. Ist das jetzt die Wende?

Foto: dpa

Wende?

Ergebnis

Loading ... Loading ...


Abgestimmt

Fünfter Spieltag und ein Tabellenführer, der nicht Bayern heißt. Glauben Sie, das bleibt lange so? Stimmen Sie hier ab!

Foto: dpa

Lange ohne Bayern?

Ergebnis

Loading ... Loading ...


Alles hing am Wasser

Der wenige Regen setzte vielen Kulturen in der Landwirtschaft zu – Obsternte ist dagegen üppig

Daniel Schumacher mit einem zu klein geratenen Kopf Weißkraut

Krauternte auf den Wangerhöfen in KöngenDie Landwirtschaft hat – vom Obstbau abgesehen – in diesem Jahr deutliche Einbußen durch die Trockenheit gehabt. Dennoch meinten die von uns befragten Landwirte durch die Bank: noch mal glimpflich davongekommen, vor allem, wenn man mit anderen Gegenden in Deutschland vergleicht.

Fast alles reifte 2018 früher als sonst, bestätigt Andrea Münsinger vom Brunnenhof in Holzmaden. So habe man das Getreide ganze vier Wochen früher ernten können. Die Trockenheit war gut für die Qualität, schmälerte allerdings den Ertrag. Die Einbußen bei Weizen, Gerste und Hafer schätzt die Landwirtin auf zehn bis 15 Prozent. Das sei zu verschmerzen, wenn man bedenke, wie es andere Landesteile, insbesondere den Norden und den Osten Deutschlands, erwischt habe.

Mangels Wasser wuchs nicht einmal das Gras, sodass die Landwirte schon um den Augustschnitt beim Grünfutter bangten. Dann kam doch noch ein bisschen Regen und er fiel zumindest nicht ganz aus. Eine Sondersituation habe man dennoch, sagt Andrea Münsinger: Selbst auf der Weide draußen hätten die Tiere zeitweise nichts mehr zu fressen gefunden, sodass man sie im Stall ließ und schon früh die Wintervorräte anbrach.

Beim Obst von den Streuobstwiesen spricht sie dagegen von einer „Jahrhunderternte“: Vergangenes Jahr gab es praktisch kein Obst, heuer eine wahre Schwemme. Viele Keltereien stellten sogar zeitweise die Annahme von Äpfeln und Birnen von Streuobstwiesen ein. „Die kommen mit den Massen nicht zurecht“, sagt Münsinger. Das Problem seien weniger die Kapazitäten zur Verarbeitung als der Absatz – so lange die Tanks noch voll waren, wurde die weitere Produktion gestoppt.

Als „üppig“ stuft auch Susann Berger von Obst und Gemüse Berger in Lichtenwald die Streuobsternte ein. „Es gibt guten Saft, der ist schön süß“, sagt Susann Berger, die mit ihrem Mann die Früchte selbst verarbeitet. Die beiden haben auch Tafelobst, das dieses Jahr allerdings wegen der Trockenheit deutlich kleiner ausfällt. „Wir sind nicht so groß, dass wir die Anlagen bewässern können“, erklärt sie. Am deutlichsten sehe man bei den Zwetschgen den Größenunterschied. Weil die ja auch noch einen Stein haben, müsse man derzeit für einen Kuchen „schon ein bisschen mehr rechnen als das klassische Kilo“.

Bewässern war auch beim Gemüse das A und O. Beim Salat müsse man das ohnehin immer machen, erklärt Tobias Briem, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, der einen Gemüsehof in Filderstadt bewirtschaftet. Trotzdem sei im Juli und August einiges wegen der Trockenheit und vor allem wegen der hohen Temperaturen kaputtgegangen. Bei mehr als 30 Grad komme der Salat einfach „an seine Grenzen“. Als die Temperaturen dann gesunken sind und wenigstens ein bisschen Niederschlag fiel, habe sich „das alles wieder entspannt“.

Der Kohl, bei dem die Haupternte noch bevorsteht, hat ebenfalls am Wassermangel gelitten. Zwar habe man mit Bewässern den Schaden begrenzen können, sagt Daniel Schumacher von den Wangerhöfen in Köngen. Aber das ist zum einen teuer, zum anderen nicht überall möglich. Während früh gepflanzte Sorten noch einen ganz guten Start gehabt hätten, kamen die späteren eindeutig zu kurz. Er demonstriert das an einem Feld mit einer späten Weißkraut-Sorte: Rund 500 Gramm wiegt da der Kopf, normalerweise sollte er ein bis zwei Kilo haben. Gegenüber durchschnittlichen Jahren ernte man 20 bis 30 Prozent weniger, schätzt Schumacher, gegenüber 2017, das ausnehmend gut war, rund die Hälfte weniger. Richtig gut getan habe der Sommer 2018 aber den Zucchini: „Die sind einfach wärmeliebend“, sagt Schumacher. Sein Kollege Tobias Briem hofft, dass man das Kraut noch eine Weile auf dem Feld stehen lassen und auch im November noch ernten kann. Dann habe es die Chance, noch zuzulegen. Voraussetzung dafür ist, dass der Frost nicht zu früh kommt.

Bei den Kartoffeln konnte man irgendwann nicht länger warten, die mussten raus. „Da fehlen uns die richtig großen Knollen komplett“, berichtet Willi Zink aus Wernau. Seine Abnehmer in der Gastronomie, die wilde Kartoffeln frisch zubereiten, sind darüber unglücklich. Wer gern Drillinge mag, ist dagegen gut dran. Und auch Zink ist ganz zufrieden. Weil es nicht so schlimm kam wie andernorts, aber auch, weil die Ernte am Ende ganz gut über die Bühne ging. Er fürchtete schon, dass die trockenen, harten Erdbrocken die Schalen der Knollen verletzen würden. Doch Regen im richtigen Moment machte den Boden krümelig, sodass sich die „Ebbira“ bestens ernten ließen.

Alles hing am Wasser, bestätigt Heidi Binder, auch bei den Kräutern, die sie mit ihrem Mann in Esslingen anbaut. Wo man bewässern konnte, „da war gutes Wachstum“, an den anderen Stellen gar keines.

Im Vergleich 2017 und 2018 blicken die Bauern auf zwei komplett unterschiedliche Jahre zurück. Die Wetterextreme nähmen eindeutig zu, sagt Susann Berger. „Früher gab es immer wieder Jahre zwischendrin, die einen Luft holen ließen. Die gibt es nicht mehr – jetzt ist immer irgendwas.“  aia / Fotos: aia