„Ein Kind der Aufklärung“

 Volkshochschule wird 100 Jahre alt  – Auch Esslinger Bildungseinrichtung wurde 1919 gegründet 

Die Institution Volkshochschule (VHS) feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Als basisdemokratische Einrichtung nach dem Ersten Weltkrieg als Instanz der Volksbildung gegründet,  sind die Volkshochschulen in der  Bildungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Die Esslinger Volkshochschule gehört zu den ältesten in Deutschland. Sie wurde 1919 gegründet. Das Thema behandelt die VHS in Esslingen mit einer Vernissage und einem Vortrag am Mittwoch, 13. März.

Um 18.30 Uhr eröffnet Esslingens Oberbürgermeister   Jürgen Zieger am 13. März das Programm mit einer Begrüßungsrede. Anschließend spricht Gudrun Kruip von der Theodor-Heuss-Stiftung zum Thema „Was Frauen stark macht“. Ab 19.30 Uhr wird das Projekt „100 Jahre Frauenwahlrecht und 100 Jahre VHS –  eine Spurensuche“ der Frauengeschichtswerkstatt Esslingen vorgestellt. Ab   20 Uhr ist ein  Rundgang durch die Ausstellung vorgesehen.

Die Esslinger VHS ist eine der ältesten in Deutschland. Sie entstand wie die  in Stuttgart, Ulm, Reutlingen  und Heilbronn  im Jahr 1919. Die ersten Kurse liefen ab Dezember 1919, meist in der Maschinenbauschule, später in anderen Schulen und im Lehrerseminar. Die ersten Dozenten waren Lehrer, Kunstmaler, Pfarrer. Man beschäftigte sich mit dem Werk Goethes oder besuchte die  „Erste Einführung in die Grunderscheinungen des menschlichen Seelenlebens“. Ein Lehrer der Waldorfschule sprach zu „Technik und Mathematik in ihren Beziehungen zu Kultur und Zivilisation“.  Zehn Jahre später standen Sprachkurse und Fotografie sowie „Die Frauenfrage“   im Programm. Erwerbslosen wurden die Gebühren erlassen.  

Die Volksbildung nach den Idealen der Weimarer Republik  war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. 1933 wurde die VHS aufgelöst. Nach dem Krieg   startete die VHS wieder durch. Mit Fahrten, Führungen und Wochenendkursen gestaltete man das Programm zeitgemaß  und bediente ab 1948 die ersten Außenstellen. Auch die Gründung der Jugendmusikschule geht auf die VHS zurück. 

  „Die Volkshochschule, deren institutionelle Geschichte mit der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 beginnt, ist ein Kind der Aufklärung.  Ihre politische Ausprägung ist die Demokratie“, sagt der Direktor  des Verbands der Volkshochschulen Baden-Württemberg, Hermann Huba, zur Stellung der Volkshochschulen in der Gegenwart.  Ihren  Bildungsauftrag sieht er darin,  Teilnehmende individuell zu einem selbstbestimmten Leben und gesellschaftlich zur Mitgestaltung einer solidarischen Demokratie zu befähigen.

Der Verband zählt 169 Mitglieder. Kürzlich ist die Agenda 2022  erschienen, die die Zukunftsfähigkeit der Volkshochschulen im Land über eine Zertifizierungspflicht sichern soll. Alle Volkshochschulen sollen bis spätestens 2022 die Vorgaben   erfüllen.

Unter anderem geht es um die Sicherung aller Themenbereiche, umfassendes Weiterbildungsprogramm  sowie die professionelle Leitung der Einrichtung. Für kleinere Volkshochschulen sind das große Herausforderungen, die nicht immer zu bewältigen sind. Zum Beispiel in Lichtenwald: Nach 15 Jahren der Selbstständigkeit kehrt die VHS Lichtenwald unter die Regie der VHS Esslingen zurück.

So gibt es im Kreis Esslingen  die Volkshochschulen in  den großen Kreisstädten Esslingen, Ostfildern, Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt, Nürtingen und Kirchheim.  Nur zwei kleinere Einrichtungen  sind noch selbstständig: Aichwald und Baltmannsweiler. Dort werde derzeit nicht über eine Rückkehr nach Esslingen nachgedacht, heißt es. In Aichwald werden rund 2000 Unterrichtseinheiten aus allen Fachbereichen angeboten, in Baltmannsweiler sind es 111 Kurse und 1323 Unterrichtsstunden.

Der Baltmannsweiler Bürgermeister Simon Schmid  spricht von der Zertifizierungspflicht  als Herausforderung, die es anzunehmen gelte. Für die VHS-Leiterin in Aichwald,  Delia Badilatti,  ist die  Aufgabe der Selbstständigkeit kein Thema, sie sieht den Vorteil der „Kleinen“ in der Nähe zu den Nutzern.  bob/pst / Foto: bob


Ärger über Bauverzögerung

Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen bleibt 17 Wochen länger gesperrt

Die Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen muss wegen der Anbindung der Bahnlinie Stuttgart–Tübingen an die neue Schnellbahnstrecke Stuttgart–Ulm auf die westliche Seite der Bahnstrecke verlegt werden. Wegen der beengten Verhältnisse auf der Baustelle ist die Straße Mitte Januar komplett gesperrt worden, der Verkehr wird über Unterensingen und Zizishausen umgeleitet. Die Sperrung sollte bis etwa Ende August dauern, doch nun verzögern sich die Bauarbeiten erheblich. Die Straße wird daher voraussichtlich bis 20. Dezember dicht sein.

Seit Mitte Januar ist die L 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen komplett gesperrt,  Berufstätige, Gewerbetreibende und auch Schüler, die täglich zwischen den Kommunen  pendeln, müssen erhebliche Umwege und damit auch einen höheren Zeitaufwand in Kauf nehmen. Grund dafür ist der Bau der sogenannten Kleinen Wendlinger Kurve, der Anbindung der Bahnstrecke Stuttgart–Tübingen an die künftige Schnellbahnstrecke in Richtung Ulm. Dafür müssen die Landesstraße auf die westliche Seite der Bahnlinie verlegt und die Bahn mit einer Brücke überspannt werden. Die Sperrung sollte bis etwa 24. August bestehen, doch die Bauarbeiten laufen nicht planmäßig.

„Nach derzeitigem Stand muss die Vollsperrung um 17 Wochen  voraussichtlich bis zum 20. Dezember verlängert werden“, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart Ende Februar mit. Grund dafür seien aufwendige Mehrarbeiten bei der Neuverlegung der Kabel für den Bahnbetrieb, zusätzlicher Aufwand und Verzögerungen bei der Rodung und Absicherung der Böschung zur Bahn­linie sowie Verzögerungen wegen umfangreicher Umplanungen für den Brückenbau.

Bei den betroffenen Bürgern und den Kommunen hat diese Nachricht für Unmut und Verärgerung gesorgt. „Wir hatten schon bei der Bürgerinformationsveranstaltung im vergangenen November so eine Ahnung, dass die 32 Wochen Sperrung nicht reichen. Man wusste, dass es eine komplizierte Baustelle wird und hätte mögliche Risiken und einen Puffer einplanen müssen. Aber das ist nicht geschehen“, sagt Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel und beklagt eine mangelhafte Kommunikation seitens des Regierungspräsidiums. Er und sein Amtskollege Torsten Hooge in Oberboihingen „finden es nicht in Ordnung, dass wir keine vollständigen Informationen bekommen haben“.

Das Ganze koste Zeit und Geld, der Ärger der Pendler, der Betriebe, Dienstleister und auch Busnutzer sei verständlich, sagt Weigel.  Nun könne man  nur noch, wie es auch schon Torsten Hooge getan hatte, ungeachtet zusätzlicher Kosten auf eine Beschleunigung der Baustelle durch Nacht- und Wochenendarbeit drängen, „und darauf hoffen, dass nicht noch mehr Sand ins Getriebe kommt“. pst / Foto: pst


Abgestimmt

Auf die Straße anstatt in die Schule? Unter dem Slogan „Fridays for Future“ demonstrieren immer mehr Jugendliche für ein besseres Klima – und schwänzen dabei die Schule. Finden Sie die Aktion gut?

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Schwänzen fürs Klima?

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Das Leben positiv gestalten

Messe „aktiva“ des Wochenblatts ECHO am 9. und 10. März im Alten Rathaus in Esslingen

Sie  hat sich in den zurückliegenden Jahren etabliert und ist mittlerweile fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders: die „aktiva“. Die vom Wochenblatt ECHO organisierte Messe findet in diesem Jahr am  Samstag und Sonntag, 9. und 10. März, im Alten Rathaus in Esslingen statt. Die Veranstaltung thematisiert die grundlegenden Säulen im Leben – Gesundheit, Wohlbefinden, Sicherheit und  Zukunftsplanung. Das kommt beim Publikum gut an, das schon  im vergangenen Jahr die damals erstmalig bespielten Räume  im Alten Rathaus rege besuchte.  Rund 20  Aussteller sind in diesem Jahr dabei.

Neue Impulse

„Wir haben einen hohen Anspruch an die Veranstaltung“, stellt ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol klar.  „Es geht darum, das Leben in jeder Phase positiv zu gestalten. An dieser Stelle wollen wir unterstützen und neue Impulse vermitteln.“  Vertreten sind bei der Messe Aussteller, die mit soliden, bewährten und auch neuen Konzepten Menschen auf diesem Weg begleiten und anregen.

Die Aussteller kommen aus der näheren Umgebung und vertreten die Branchen Gesundheit, Wellness, Vorsorge, Lebensplanung, Sicherheit, Wohnen, Hygiene, Fitness, Beauty, Digitales Leben, Mobilität und Senioren – kurzum: Die „aktiva“ bietet ein Potpourri an Angeboten, die helfen, das Leben positiv und selbstbestimmt zu gestalten.  Der lockere  Aufbau der Stände im  Alten Rathaus lässt viel Raum um  zu schlendern und zu schauen, aber auch, um sich in Gesprächen und bei Testaktionen über die Angebote  der Betriebe zu informieren.

Auch in anderer Hinsicht gibt es eine interessante Mischung: Neben etlichen „Stammausstellern“, die stets dabei waren oder seit etlichen Jahren mitmachen, gibt es Anbieter, die erstmals auf der „aktiva“ vertreten sind. Das erweitert das Spektrum, gibt dem Angebot mehr Tiefe. 

„Die Location Altes Rathaus tut der Messe sehr gut“, betont Andrea Gisdol. Im vergangenen Jahr hat die Messe  zum ersten Mal dort stattgefunden. „Wir waren alle positiv überrascht, wie gut das angekommen ist“, sagt Gisdol. Die besondere Atmosphäre des mittelalterlichen Gebäudes habe  viel zum Wohlfühlen beigetragen. Als weitere Vorteile nennt Gisdol die zentrale Lage des Gebäudes und dessen gute Erreichbarkeit. So wurde und wird auf ein direktes Catering in den Rathaus-Räumen verzichtet, da in der Nachbarschaft zahlreiche Cafés, Bistros und Restaurants zu finden sind. Und am Samstag können Besucher ihren Gang zum  Wochenmarkt mit einem  Besuch der „aktiva“ verbinden.

Vortragsprogramm

Wie immer darf das Publikum bei der „aktiva“ auch weiterführende Informationen erwarten. Bei der Messe wird dies  gemeinhin mit  Vorträgen gemacht. Im Obergeschoss des Alten Rathauses werden dem Publikum die Referate der Aussteller präsentiert. So beantwortet ein Zahnarzt Fragen der Besucher. Guter Schlaf,  Rückengesundheit, Ruhestandsplanungen, gesundes Wasser, Begleitung im Alter und die Betreuung zu Hause sind die Themen weiterer Vorträge, die an beiden Tagen zu hören sind.   bob / Foto: bob

Info: Messe „aktiva“ des Wochenblatts ECHO, Altes Rathaus in Esslingen, Samstag und Sonntag, 9. und 10. März, jeweils 11 bis 17 Uhr (www. ihr-wochenblatt-echo.de).


Umzüge und Faschingspartys satt

In Neuhausen und Wernau steht der Höhepunkt der närrischen Zeit bevor – Auch „Berghandballer“ feiern

Die Narren sind unterwegs, das dürfte niemandem entgangen sein. Am kommenden Wochenende erreicht die Fasnet ihren Höhepunkt: In den Hochburgen Wernau und Neuhausen finden die größten Umzüge im Landkreis Esslingen statt, begleitet von zahlreichen Partys. Und die Spielgemeinschaft der Handballer aus Hegensberg und Liebersbronn verlegt ihre schon traditionelle Faschingsparty heuer in die Wagenhallen nach Stuttgart. Aber auch andernorts wird gefeiert: Rathausstürme, Schulstürme, Narrengerichte und Hexentänze – eine Menge närrischer Termine geht schon im Lauf der aktuellen Woche über die Bühne. In verschiedenen Gemeinden haben bereits Umzüge stattgefunden.

Wernau

Am Samstag, 2. März, ab 14 Uhr, ziehen mehr als 70 Narrengruppen mit mehr als 3200 Hästrägern und Guggenmusikern aus ganz Baden-Württemberg und der Schweiz auf der gesperrten Ortsdurchfahrt durch Wernau. Auch dieses Jahr erwarte man wieder „mehrere Zehntausend Zu­schauer“, sagt Marcel Reith, erster Zunftmeister der Wernauer Narren. „Der eigene Umzug ist für uns als Verein natürlich immer das Highlight der Fasnetsaison.“ Zusammen mit den Neuhausener Narren rufen die Wernauer auch in diesem Jahr zu maßvollem Alkoholkonsum auf: Die Aktion „Feiern mit Vernunft – Fasnet ist mehr als Vollrausch!“ soll dazu beitragen, dass das öffentliche Feiern nicht aus dem Ruder läuft und für alle Beteiligten lustig bleibt. Erstmals hat die Stadt Wernau zudem entlang der Umzugsstrecke ganztägig ein Verbot von Getränken verhängt, die mehr als 15 Prozent Alkohol oder Branntwein enthalten. Die Polizei wird kontrollieren.

Alle Zuschauerinnen und Zuschauer sind in Wernau angehalten, für 2,50 Euro eine der „Umzugskrawatten“ zu erwerben. Dieser Beitrag trägt zum Fortbestand der Fastnacht in Wernau bei. Die Krawatte informiert zudem über die Namen und Narrenrufe aller mitlaufenden Gruppen.

Wichtige Termine am Wochenende sind in Wernau auch die Alemannische Nacht mit Narrengericht, Hexentanz und Narrentreiben vor dem Quadrium und in der Stadthalle am Freitag ab 19 Uhr. Am Samstag nach dem Umzug wird in verschiedenen Lokalen gefeiert, um 20 Uhr beginnt der Fasnetsball in der Stadthalle.

Neuhausen

Auf der Liste des Narrenbunds Neuhausen für seinen großen Umzug am Sonntag, 3. März, stehen 90 teilnehmende Gruppen. Hästräger und Guggenmusiker sind ebenso dabei wie das Prinzenpaar, der Elferrat und Tanzgarden. Zu den Besonderheiten der Filder-Fasnet-Hochburg zählen die aufwendig gestalteten Wagen, die Jahr für Jahr von einigen Gruppen neu gebaut werden. Start des Umzugs ist um 13.33 Uhr, die Strecke verläuft durch die Adenauer-, die Kirch-, die Markt-, die Bahnhof- und die Wilhelmstraße. Fürs Zuschauen wird ein Beitrag von drei Euro erhoben. Traditionell gibt es neben dem großen Umzug auch einen für Kinder: am Faschingsdienstag ab 13.33 Uhr mit anschließender Kinderfasnet in der Egelseehalle. Schon am Fasnetsfreitag, 1. März, ab 19.11 Uhr, steigt im Vereinsheim des Narrenbunds die M & B-Fang-das-Licht-Party, wobei M und B für Masken und Brauchtumstanz stehen. Auch an anderen Stätten in Neuhausen wird in diesen tollen Tagen kräftig gefeiert.

In Wernau wie in Neuhausen gibt es an diesem Wochenende Straßensperrungen für den Verkehr.

Handballer-Party

Der Esslinger Hegensberg hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert ebenfalls zu einem „Hotspot“ entwickelt. Die Faschingsparty der Handballer ist immer weiter gewachsen, bis die Sporthalle deutlich zu klein dafür wurde. Jetzt wagt die Spielgemeinschaft Hegensberg-Liebersbronn ein Experiment, das sie mit „Berghandballer-Fasching goes Gassi“ überschreibt: Am Samstag, 2. März, wird zur Kombination aus Fasching und Mega-Handball-Party in die Wagenhallen in Stuttgart geladen. Denn zum 125-jährigen Bestehen des TV Hegensberg wolle man mal was Größeres anpacken, sagt Organisator Hermann Beck. In den Wagenhallen, die den Esslingern günstige Konditionen boten, haben bis zu 2000 Menschen Platz.

Die Party findet auf zwei Ebenen statt: Der „Main Floor“ lädt mit einem DJ, Hits aus den 90ern und Party-Klassikern zum Tanzen und Feiern ein. Viel leiser geht es auf dem „2nd Floor“ zu, denn hier findet eine „Silent Disco“ statt: Die Tänzerinnen und Tänzer bekommen einen Kopfhörer und können zwischen drei Kanälen wählen: Entweder Mallorca, NDW & Schlager oder House, EDM & Elektro oder aber die Musik vom Main Floor. Solche Kopfhörerpartys sind vor allem bei jüngeren Menschen sehr angesagt, und die Spielgemeinschaft vom Berg sitzt an der Quelle, denn Vereinsmitglied Jan Pfirrmann gehört zu den wenigen Großveranstaltern in Deutschland auf diesem Sektor. Eingeladen sind natürlich nicht nur Handballer, sondern auch alle anderen, am besten kostümiert. Diese Party beginnt um 22 Uhr, Tickets für 10 Euro gibt es an der Abendkasse oder im Vorverkauf unter www.megahandballparty.de.  aia / Fotos: bul

Rathausstürme und andere Feierlichkeiten

Nicht nur in den Hochburgen treibt die Fasnet ihrem Höhepunkt entgegen. So werden vielerorts die Rathäuser gestürmt, bevorzugt am „Schmotziga Dorschdich“ (28. Februar): etwa in Altbach (15.30 Uhr), in Deizisau (18 Uhr), in Aichtal (11.11 Uhr), in Neuhausen (19.11 Uhr), in Wendlingen (18 Uhr), in Wernau (12 Uhr) und in Wolfschlugen (18.15 Uhr). Die „Kolba Hexa“ in Baltmannsweiler starten ihren Rathaussturm am Freitag, 1. März, um 15 Uhr.

Doch es gibt noch weitere närrische Feierlichkeiten. Am Donnerstag, 28. Februar, laden die „Täleshexen Aichtal“ ab 20 Uhr zur Hexennacht in die Festhalle Aich, es spielen die „Party Schwaben“. Bei der Faschingsparty des TV Altbach am Samstag, 2. März, 19.30 Uhr, gibt es in der Gemeindehalle eine Schlager-Party und Musik von der Partyband „No Exit“. Der Kinderfasching des Altbacher Sängerkranzes findet dann am Rosenmontag, 4. März, 14.01 Uhr, ebenfalls in der Gemeindehalle statt. Einen Kinderfasching gibt es auch am Sonntag, 3. März, 14 Uhr, im Bürgerhaus Hohengehren; und  am Faschingsdienstag ab 14.01 Uhr auch einen in der Köngener Lindenturnhalle.

Der „Fasching für alle“ der Behindertenförderung Linsenhofen findet am Faschingssonntag ab 13.30 Uhr in der Gemeindehalle Oberboihingen statt. Am 4. März wird ab 19 Uhr wiederum zum Rosenmontaglieder-Mitsing­abend ins Kirchheimer Wachthaus geladen.


Abgestimmt

In Bayern sollen über ein Volksbegehren der Artenschutz verbessert und  ein Gesetz zum Bienenschutz erwirkt werden. Ähnliches wird für Baden-Württemberg initiiert. Machen Sie hierzulande bei „Rettet die Bienen“ mit?

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Teil der Esslinger Kultur

Synagoge in Altstadt besteht seit 200 Jahren – Festakt im Juni – Torarolle teils mit Spenden aus Bürgerschaft finanziert

Die jüdische Gemeinde Esslingen hat vor 200 Jahren ein Haus in der Esslinger Altstadt  gekauft und als Synagoge eingerichtet. Dieses Jubiläum wird 2019 gefeiert – mit etlichen Veranstaltungen über das gesamte Jahr verteilt. Die zentrale Festveranstaltung findet am   2. Juni statt.

Die Veranstaltungsreihe besteht aus Vorträgen, Filmen,  Konzerten, Theater und  dem Festakt, mehrere Esslinger Kultureinrichtungen und Vereine gestalten diese mit. Mit den  Veranstaltungen  soll  die Vielfalt jüdischen Lebens gezeigt werden,  und auch wie sich jüdische Kultur in die Esslinger Kulturlandschaft integriert hat. 

800 Jahre Geschichte

Das Haus Nummer 3 im Heppächer in der Esslinger Altstadt beherbergt die Synagoge der Israelitischen Gemeinde Württemberg (IRGW).  Das denkmalgeschützte Gebäude gehört aufgrund seiner bewegten Geschichte zu den bedeutendsten Baudenkmälern Esslingens und repräsentiert die seit rund   800 Jahren andauernde Geschichte der Juden in der Stadt. Der Fachwerkbau diente ab dem 15. Jahrhundert als Zunfthaus der Schneider. Die 1806 neu gegründete jüdische Gemeinde in Esslingen kaufte das Gebäude im Jahr 1819 und nutzte es als Synagoge.

Während der November-Pogrome  im Jahr 1938 überfiel ein Nazi-Mob das Haus, verwüstete die Innenausstattung,  stahl und zerstörte religiöse Kultgegenstände. Dass das Haus nicht in Brand gesetzt wurde, lag wohl an seiner Lage in der Altstadt in nächster Nähe zu einer Brennstoffhandlung.  1940 wurde die jüdische Gemeinde schließlich zum Verkauf des Gebäudes gezwungen.

Nach dem Krieg kaufte die Stadt Esslingen das Gebäude von der  Jewish Restitution Successor Organisation (JRSO) unter der Prämisse, dass  eine sich später bildende jüdische Gemeinde bei der Suche nach Räumen für ein Gemeindezentrum von der Stadt unterstützt wird. 

Einweihung 2012

Das geschah im Jahr 2012, als  die Stadt das Haus im Heppächer auf Erbbaugrundlage an die IRGW übertrug. Beim feierlichen Einzug in das neue jüdische Gemeindezentrum überbrachte Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger einen Thoraschrein als Geschenk. Die Torarolle selbst wurde vier Jahre später,  im Jahr 2016,  in die Synagoge getragen.

Die Spendenbereitschaft der Esslinger Bevölkerung ist dem IRGW-Vorstandsreferenten Lars Neuberger noch gut in Erinnerung. „Der Esslinger Landtagsabgeordnete Wolfgang Drexler  hatte gehört, dass die IRGW für ihre Zweigstelle in Esslingen Geld für die Beschaffung der Torarolle sammelt, und hat seinerseits eine Spendenaktion unter   Esslinger Bürgern, Kirchengemeinden und Vereinen in Gang gesetzt“, berichtet Neuberger. „Innerhalb kürzester Zeit hatten wir das Geld für die Torarolle zusammen.“ Mittlerweile ist die jüdische Kultur fest in Esslingen etabliert. Und das Interesse daran sei groß, sagt Neuberger. So ist aus der Galaveranstaltung zur Einbringung der Torarolle mit Klezmermusik eine feste jährliche Veranstaltung geworden. „Unser Geschenk für Esslingen“, nennt es Elena Braginska, die als Repräsentanz-Mitglied der IRGW  die Esslinger Synagoge  ehrenamtlich betreut. 

Heute ist die Esslinger Synagoge mit seinen 280 Mitgliedern eine Zweigstelle der IRGW in Stuttgart –  eine von dreien neben  denen in Ulm und in Heilbronn.  Eine hauptamtliche Betreuung für Esslingen wird  derzeit gesucht. Zuvor hat Rabbiner Yehuda Puschkin als mobiler  Gemeinderabbiner auch Esslingen betreut. Er ist nun  Ortsrabbiner in der mit 1400 Gläubigen  mitgliederstärksten Gemeinde in  Stuttgart.  Laut Neuberger hat es bereits einige Bewerbungsgespräche gegeben, eine Entscheidung werde zu einem späteren Zeitpunkt fallen.  bob / Foto: bob

Info: Festprogramm mit Führungen, Vorträgen, Konzerten,  Filmen und Theater. Am Sonntag, 2. Juni, 17 Uhr, zentraler  Festakt im Gemeindehaus am Blarerplatz, mit Reden und Musik verschiedener Ensembles. Mehr unter  www.irgw.de. 


In der Freizeit an der Ladentheke

Bürger betreuen das Altdorfer Geschäft mit Postagentur im Ehrenamt

Für ein Paket bis in den Nachbarort? Für viele kleine Orte ist das längst Realität. In Altdorf hat die Gemeinde die Initiative ergriffen und den kleinen Zeitschriften- und Schreibwarenladen nebst Postagentur in der Ortsmitte zum Jahresbeginn in kommunaler Hand übernommen.

Als sich im vergangenen Jahr abzeichnete, dass die bisherige Betreiberin des Schreibwarengeschäfts „Schatzkiste“ aus persönlichen Gründen ihren Laden aufgeben muss, war für Bürgermeister Joachim Kälberer klar: Es muss eine Lösung her. Altdorf ohne eigene Poststelle – das war nicht nur für ihn und den Gemeinderat undenkbar. Über Monate hinweg führte die Gemeinde Gespräche mit verschiedenen Betreibern. Und kassierte immer wieder Absagen.

Damit stand Altdorf vor einem  Dilemma. Schließt der Laden, dann ist auch die Postagentur unwiederbringlich verloren. Darum beschloss der Gemeinderat, das Geschäft inklusive Postfiliale mit Unterstützung von Ehrenamtlichen selbst zu übernehmen. Ganz neu ist das nicht, wie Kälberer berichtet: „Es gibt einige Albgemeinden wie Hülben, die diesen Schritt schon vor einigen Jahren gegangen sind.“ Dort haben die Altdorfer Freiwilligen hospitiert und sich Tipps für den Betrieb geholt.

Seit Jahresbeginn läuft die „Schatzkiste“ nun im Eigenbetrieb der Gemeinde. Zu den gewohnten Öffnungszeiten sorgt ein Team aus elf Frauen und Männern dafür, dass der Laden läuft. Sie nehmen Paketsendungen entgegen, verkaufen Stifte und Briefmarken, füllen die Regale auf und putzen nach Ladenschluss durch.

Die Resonanz auf das ehrenamtliche Engagement ist groß. „Wir haben sogar Kunden, die extra nach Altdorf kommen, um uns so zu unterstützen“, sagt Stefan Röper, der dienstags die Vormittagsschicht macht. Auch aus dem Ort erfährt das Projekt gute Resonanz. „Zum Beispiel holen zwei ältere Herren aus dem Ort bei uns jeden Tag ihre Zeitung“, sagt Röper. Klar bleibt da auch immer Zeit für einen kleinen Schwatz. „So ein Laden ist ja auch immer ein Treffpunkt“, weiß Röper.

Dann kommen die Schulkinder

Am Nachmittag kommen die Schulkinder, um sich mit neuen Heften oder anderen Dingen für die Schule einzudecken. „Und das Süßigkeiten-Regal ist natürlich immer ein Anziehungspunkt“, lacht Elke Knapp, die ebenfalls zum Team der Ehrenamtlichen gehört.

Am Sortiment hat sich durch den Betreiberwechsel zunächst nichts geändert: Neben Schreibwaren steht den Kunden nach wie vor der komplette Post-Service rund ums Verschicken von Briefen und Paketen zur Verfügung. Dazu gibt es Zeitschriften, Grußkarten und Bastelartikel. Kleine Geschenkideen und Spiele gehören ebenso wie aktuelle Buchtitel zum Angebot. „Wir bestellen auch gerne Titel für unsere Kunden“, sagt Röper. Möglich macht das eine Kooperation mit einer Nürtinger Buchhandlung.

Neu ist das Mietregal: Für zehn Euro pro Monat kann man hier Handgemachtes zum Verkauf anbieten. Das erste Brett ist bereits vermietet, demnächst kommt ein weiteres hinzu. Als besonderer Service ist geplant, zum Schulbeginn Boxen mit allem, was die Schüler für den Unterricht brauchen, anzubieten. „Da wollen wir mit der Altdorfer Grundschule zusammenarbeiten“, berichtet Röper.

Der Start des  Ehrenamtsprojekts ist also  gelungen. Das Team hofft, dass die Altdorfer ihre „Schatzkiste“ weiter unterstützen und sich der Laden nachhaltig betreiben lässt. „Wir würden uns freuen, wenn sich noch mehr Ehrenamtliche finden“, wirbt Röper für die Mitarbeit im Laden. Das Engagement zahlt sich zudem doppelt aus: Macht die „Schatzkiste“ Gewinn, streicht den nicht etwa die Gemeinde ein, sondern wird der für einen guten Zweck gespendet.  mo / Foto: mo


Abgestimmt

In der sportlichen Krise hat der VfB Stuttgart den Sportvorstand ausgetauscht. Thomas  Hitzlsperger folgt auf Michael Reschke. Ist Hitzlsperger der richtige Mann?

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Der richtige Mann?

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Unerreichbare Bahnsteige

Aufzüge am Esslinger Bahnhof werden erneuert und  repariert – Gehbehinderte müssen umplanen

Bis Ende April laufen  die Arbeiten zur Reparatur und zum Austausch von Aufzügen am Esslinger Bahnhof. Wer nicht gut zu Fuß ist, erreicht die an den Gleisen 7 und 8 ein- und abfahrenden Züge und  S-Bahnen  derzeit nicht.

Der  Aufzug zum S-Bahnsteig 7/8 ist teilweise  mit Holz verschalt, die Zugketten hängen regungslos im gläsernen Schacht. Der Lift wird derzeit ausgebaut und erneuert. Dabei  werden der vorhandene Aufzugsschacht, die Stromversorgung und anderes  an die neue Anlage und   Technik angepasst. Der jetzt für den Austausch anstehende Aufzug ist seit dem Jahr 2001 in Betrieb, die Lebensdauer ist je nach Anlage unterschiedlich. „In der Regel ist ein Austausch nach durchschnittlich 15 Jahren vorgesehen, je nach Zustand und Ausfallhäufigkeit der Anlage“, erklärt eine Sprecherin der Bahn. Der neue Lift wird eine  Tragfähigkeit von 630 Kilogramm haben, was acht Personen entspricht, und er fährt mit einer  Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde.

Rund 300  000 Euro investiert die Bahn in die Erneuerung der  Technik in Esslingen. Der Aufzug war schon länger störanfällig und immer wieder ausgefallen. Er wird erst jetzt ausgetauscht, weil man nicht in der Zeit der Esslinger Großveranstaltungen  wie Zwiebelfest und Weihnachtsmarkt arbeiten wollte,  erklärt  die Bahnsprecherin.

Auch der Aufzug an den Gleisen  2 und 3 am Bahnhofsvorplatz  ist betroffen. Er wurde   im Jahr 2012 in Betrieb genommen und befindet sich   laut  Bahn  in einem guten Zustand. Nagetiere haben jedoch die   Verkabelung der Steuerung angefressen und  beschädigt. Jetzt wird ein neuer Schaltschrank samt Steuerung verbaut. Das Teil  sei bereits im September  bestellt worden, die Herstellerfirma habe jedoch eine sehr lange Lieferzeit, erklärt die Bahn die Verzögerung.  Zwischenzeitlich wurde die Steuerung so weit instandgesetzt, dass der Betrieb wieder möglich ist.

Zusätzliche Beschilderung

Für die Zeit der Reparaturen können Reisende  der S-Bahn-Linie 1, die nicht oder schlecht gehen können, den Bahnhof Esslingen barrierefrei nur mit einem Umsteigen  auf die Linienbusse an den Bahnhöfen Obertürkheim (Linie 101) und Zell (Linie 102 und 103) erreichen. Mobilitätseingeschränkte Reisende der RE-Linie 100 Richtung Stuttgart und Plochingen können alternativ die Regionalzüge an den anderen Bahnsteigen nutzen.

Die anderen Bahnsteige und der übrige Zugverkehr sind nicht betroffen und stehen barrierefrei zur Verfügung. Zusätzliches Servicepersonal steht zur Information der Reisenden am Bahnhof Esslingen  bereit. In Obertürkheim und Zell weisen des Weiteren  Beschilderungen auf die Busse hin.

Taxi-Shuttle möglich

Einen kostenlosen Taxi-Shuttle für gehbehinderte Fahrgäste hat die Bahn bei vorheriger Anmeldung zugesagt. „Er kann dann eingesetzt werden, wenn die anderen Alternativen wie Ausweichbahnhöfe und Busverbindungen nicht greifen“, erklärt die Sprecherin der Bahn. Wer Sicherheit in seiner Reisekette herstellen möchte, sollte sich frühzeitig über die DB-Mobilitätsservice-Zentrale informieren.

Trotz der Störungen sieht sich die Bahn technisch gut aufgestellt:  „Grundsätzlich werden Aufzüge bei der DB regelmäßig durch unseren Dienstleister gewartet“, erklärt die Bahnsprecherin.  „Sofern bei einem Anlagentyp gehäuft Probleme festgestellt werden, werden in Zusammenarbeit mit dem Hersteller und unserem Wartungsdienstleister auch die Wartungsintervalle angepasst und verbessert“, heißt es. So sollen  Störungen  automatisch gemeldet und der Schaden innerhalb von zwei  Stunden in einem Ballungsraum wie Esslingen oder in vier  Stunden außerhalb behoben werden.  bob / Foto: bob

Info: Reisende können sich über die App „Bahnhof live“ oder   akustisch und visuell  über die App „DB Barrierefrei“ über die Funktionsfähigkeit von Aufzügen informieren. Mehr unter www.vvs.de oder über die DB-Mobilitätsservice-Zentrale, Telefon 01 80/6 512 512.