Budenzauber

Weihnachtsmärkte in Wernau, Plochingen, Lichtenwald, Köngen und Hohengehren


Nach einem langen, schönen Spätherbst steht der Advent vor der Tür und damit die ersten Weihnachtsmärkte. So in Wernau, Plochingen, Lichtenwald, Köngen und Hohengehren an diesem Wochenende.

Mit vier Tagen Lichterglanz und Budenzauber lockt der Wernauer Weihnachtsmarkt. Ab Donnerstag, 27. November, 16 Uhr, liegt der Duft von Glühwein, Waffeln und gebrannten Mandeln in der Luft. Auf dem Stadtplatz und dem Plateau beim Parkhaus sind mehr als 30 Buden und Verkaufsstände aufgebaut. Kunsthandwerk, Selbstgemachtes, Deko und Geschenkideen werden angeboten. Auf Kinder wartet die Weihnachtskrippe mit lebendigen Tieren ebenso wie Mitmach-Werkstätten, Bastelangebote und der Nikolaus am Samstag ab 15 Uhr. Die Kleinen sind außerdem zum Baumschmücken mit der Feuerwehr am Freitag ab 17 Uhr eingeladen. Der Markt öffnet am Donnerstag, Freitag und Samstag um 16 Uhr, am Sonntag um 11 Uhr. Ende ist jeweils um 20 Uhr. Am Spätnachmittag und Abend ist ein musikalisches Rahmenprogramm zu hören. Am Samstagabend ab 19.30 Uhr findet zudem die After-Weihnachtsmarkt-Party des Musikvereins Stadtkapelle Wernau in der TSV-Turnhalle auf dem Kehlenberg statt.

Marktplatz und Fußgängerzone in Plochingen bilden am ersten Adventswochenende von Freitag bis Sonntag die stimmungsvolle Kulisse für die 80 Häuschen und Stände mit Kunst und Handwerk, Handgemachtem und Ausgefallenem. Im Alten Rathaus und auf der angrenzenden Terrasse gibt es einen Kunsthandwerkermarkt. In der Ottilienkapelle und auf dem Marktplatz wird für festliche Musik gesorgt. Auftakt ist am Freitag, 28. November, 17 Uhr. Am Samstag ist von 13 bis 20 Uhr, am Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Am Samstag ist ab 15 Uhr der Nikolaus unterwegs. Am Sonntag spielt die Marionettenbühne Kirchheim in der Stadtbücherei, der lebendige Adventskalender in der Ottilienkapelle sorgt für Momente des Innehaltens. Abschluss des Plochinger Weihnachtsmarkts am Sonntag ab 18 Uhr ist das stimmungsvolle Weihnachtsliedersingen mit der Stadtkapelle.

Der Lichtenwalder Adventsmarkt am Sonntag, 30. November, bietet von 11 bis 19 Uhr auf dem Dorfplatz beim Rathaus Thomashardt neben Budenzauber und Musik von Posaunenchor und Musikschülern eine Malaktion, ein Seidenmarionettenspiel, einen Besuch vom Nikolaus und einen Auftritt der „Santa Five“. „Advent im Schloss“ heißt es am Freitag (ab 17 Uhr), Samstag und Sonntag (jeweils ab 11 Uhr) in Köngen. 35 Künstler und Kunsthandwerker bringen ihre handgemachten Unikate aus Holz, Filz, Stein, Leder oder einem anderen Material mit. Im Köngener Eurythmiestudio findet am Sonntag, 30. November, von 13 bis 17 Uhr ein Adventsbasar mit Kinderprogramm statt. Für den Weihnachtsmarkt in Hohengehren sind im Schulhof am Sonntag von 11 bis 18 Uhr Buden, Lichterketten, Glücksrad und Tombola aufgebaut.         aia / Foto: zim


Einfach nur spielen

Trend auf dem Markt: Gesellschaftsspiele für die ganze Familie – Teamplayer gefragt – Rollenspiele entführen in fremde Welten


Zusammensitzen, spielen und jede Menge Spaß haben hat eine lange Tradition. Gesellschaftsspiele existieren bereits seit mehr als 4000 Jahren und sind auch heute noch auf der Party oder bei der Familienfeier ein ebenso beliebter Zeitvertreib wie bei einem gemütlichen Abend mit den Kindern.

In diesem Jahr ist der Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“ 100 Jahre alt geworden. Die Freude am  Gesellschaftsspiel ist ungebrochen. Das hat auch wieder die Spiele-Messe in Stuttgart gezeigt, bei der man die meisten Spiele auch gleich testen konnte.

Die Vielfalt ist riesig: Es gibt nicht nur Spiele, die von Glück oder vom Zufall entschieden werden, ausschlaggebend sind viel öfter analytisches Vorgehen, Wissen und taktisches Geschick. Ein kleiner Überblick über die Spielelandschaft.

Ganz häufig übernehmen Spiele Themen aus dem echten Leben, zum Beispiel Kanban – Automotive Revolution. Bei diesem Spiel aus dem Schwerkraft-Verlag bewegen sich die Spieler in einer modernen Automobilfabrik. Es geht darum, die Fabrikmanagerin zu beeindrucken, um die Karriere voranzubringen. Dazu müssen die Spieler Design und Produktion entwickeln, auch mal selbst am Band stehen, die Logistik im Griff haben oder sich weiterbilden. Kanban – das Wort kommt aus dem Japanischen und bedeutet Fertigungsstraße – wird als anspruchsvolles Strategiespiel bezeichnet. Es richtet sich an Spieler ab einem Alter von zwölf Jahren.

Terra heißt das neue Spiel aus dem Verlag Huch & Friends, der auch schon das Spiel Fauna herausgebracht hat. Bei Terra ist Wissen rund um die Erde, über Länder, Ozeane, Kontinente und erdgeschichtliche Abläufe gefragt. Wer weiß, wie lang der Amazonas wirklich ist oder wo die steilste Straße der Welt liegt? „Punkten kann man mit der richtigen Antwort auf Fragen, die auf Karten stehen, aber auch damit, nicht ganz falsch gelegen zu haben“, erklärt Steffi Schulz am Stand des Verlags. Außerdem könne man je nach Mitspielern unter verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen, weshalb Terra schon ab zehn Jahren gespielt werden kann.

Wissen kann man auch erwerben, wenn man Nanuuk (Bambus-Verlag) spielt. In dem taktischen Familienspiel für Spieler ab acht Jahren  lernt man viel über das Leben der Inuit. Die Maori wiederum sind Thema im taktischen Brettspiel Moeraki-Kemu des Kiehly-Verlags.

Wer das Imperium retten will, ist mit Starwars X Wing aus dem Heidelberger Spieleverlag gut bedient. Allerdings wird für die Spielplane, die ja schließlich das Universum darstellen soll, ein richtig großer Tisch benötigt. Man spielt zu zweit gegen einander oder in zwei Teams. Chewbaka, Han Solo, Luke Skywalker und Darth Vader sind mit Waffen und Ausrüstungen dabei – zum Beispiel mit dem Millenium-Falken. Aktionen und Entscheidungen werden ausgewürfelt. Geeignet ist das Spiel für Star-Wars-Begeisterte ab 14 Jahren.

Ein Partyknüller will Tic Tack Bumm aus dem Verlag Piatnik sein. Es gilt Begriffe zu finden – und das möglichst schnell, denn es tickt eine Bombe, die unter lautem Knallen losgeht. Spieler ab zwölf Jahren amüsieren sich damit.

Geschicklichkeit und räumliches Vorstellungsvermögen ist bei Tantrix aus dem Quecke-Verlag gefragt. Bei der aus Neuseeland stammenden Spielidee muss aus 56 sechseckigen Plättchen die längste Linie oder der größte Ring in einer ausgewählten Farbe gelegt werden. Der Gegner wird das verhindern wollen. Tantrix lässt sich als Gesellschafts- und Strategiespiel mit zwei bis vier Personen spielen. Tantrix gibt es als Indoor- und Outdoor-Version.

Gewürfelt, geknobelt, gezockt und gespielt wird auch beim Verein zur Förderung spielerischer Freizeitaktivitäten aus Böblingen. Vereinssprecher Markus Lange spricht von einem klaren Trend zu Kooperationsspielen. „Die Leute spielen dabei nicht gegeneinander, sondern sie versuchen gemeinsam Rätsel zu lösen, Aufgaben zu meistern und Abenteuer zu bestehen“, sagt Lange.

Das Spiel Tac aus dem gleichnamigen Verlag lebt von der Kooperation. Es gilt in der Kombination  aus Brett- und Kartenspiel die eigenen Kugeln ins „Haus“ zu bringen. Aber dazu braucht man Mitstreiter.

Fantasie ist bei Rollenspielen gefragt. Sven Thomä, der Vorsitzende des Rollenspielvereins Celtic Circle in Nürtingen, spricht von einem „sozialen Netzwerk außerhalb der digitalen Welt.“  Jeder Spieler in einer Spielrunde, die unter Fans Cons genannt wird, übernimmt einen Charakter. Ein Spielleiter bestimmt und kontrolliert den Ablauf der Handlungen. Spielentscheidende Fragen werden ausgewürfelt. In Nürtingen findet man Cons unter der Internetadresse www.celticcircle.bentleysilberschatten.de, in Esslingen bei Würfelzwerg in der Landolinsgasse 10 (www.wuerfelzwerg.de). Dort kann man auch Rollenspiel-Geschichten kaufen. Man spielt und trägt die Ergebnisse in die Heftchen ein.       bob / Foto: bob


Abgestimmt

Trotz negativer Effekte von Cannabis wollen Suchtexperten,
Mediziner und Polizisten die Droge für Erwachsene freigeben:
die Strafverfolgung sei aufwendig, zudem habe die Droge eine
Heilwirkung. Soll Cannabis legalisiert werden?

Foto: dpa

Cannabis legalisieren?

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Gaukler warten schon

Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt vom 25. November bis 21. Dezember

Alle Jahre wieder: Gaukler, Spielleute, Künstler und Handwerker machen sich warm für das vierwöchige Spektakel in Esslingens Altstadt. Der Weihnachts- und Mittelaltermarkt beginnt am Dienstag, 25. November, und dauert bis Dienstag, 21. Dezember. Mit rund 200 Ständen auf beiden Märkten sowie auf dem Adventsmarkt an den Wochenenden setzen die Veranstalter der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) auf die Mischung aus Erlebnis und Mitmachangeboten vor den mittelalterlichen Kulissen der Altstadt.

Künstler locken in insgesamt 500 Programmpunkten die Besucher zu den vier Bühnen. Darunter sind zum Teil alte Bekannte mit neuem Programm, aber auch neue Künstler, die in der Mittelalterszene bekannt sind wie Scharlatan, Forzarello und das Figurentheater Albert Völkl, das sich vor allem an Kinder wendet. Besucher finden nach wie vor bewährte Einrichtungen wie das Badehaus und das Mokkazelt. Auch andere beliebte Programmpunkte wie der Fackelumzug auf die Burg, das historische Tanzfest sowie Führungen über den Markt finden in diesem Jahr statt. Etliche Stände auf dem Mittelaltermarkt widmen sich alten Handwerkstechniken. In einigen Workshops können sich die Besucher selbst versuchen: Es wird geräuchert, Zunder hergestellt, das Gewand geschneidert oder ein Buch gebunden. Laut Marktleiterin Petra Pfeiffer steigt die Nachfrage nach diesen Workshops jedes Jahr.

Das Kinderprogramm wurde in diesem Jahr ausgebaut: Es gibt einen Bogenbaukurs und einen Spieleparcours auf der Burg für Eltern und Kinder. Im Märchenzelt vor der Bibliothek erleben die Kinder den Rechenkünstler Odalricus und viele Märchen und Geschichten. Im Mitmachzirkus können sie sich als Gewichtheber oder Löwenbändiger versuchen. Und im Zwergenland, dem Markt für die Kinder, finden sie mittelalterliche Spiele und das Karussell. An den Postmichelbrunnen lädt die Weihnachtsinsel mit der lebendigen Krippe und dem Weihnachtspostamt.

Auch auf dem Weihnachtsmarkt gibt es Neues. So beispielsweise einen Stand mit speziellen Backformen, einen Stand mit Bio-Honigprodukten und den Stand einer Schokoladenmanufaktur.                Bob / Foto: bul

 

Info: Der Weihnachts- und Mittelaltermarkt wird am Dienstag, 25. November, um 17 Uhr von Oberbürgermeister Jürgen Zieger auf dem Rathausplatz eröffnet. Die Stände beginnen bereits um 16 Uhr mit dem Verkauf. Bis zum 21. Dezember ist der Markt täglich von 11 bis 20.30 Uhr geöffnet. Die Aufbauarbeiten haben bereits begonnen. Der Wochenmarkt findet ab sofort in der Bahnhofstraße statt. Für die Marktbesucher läuft an den Wochenenden wieder ein Shuttlebusbetrieb vom Daimler-Parkplatz in Mettingen und dem Ebers­pächer-Parkplatz in Oberesslingen. Mehr im Internet unter www.esslingen-marketing.de, dort lässt sich auch das Programm herunterladen.


Zum Erfolgsmodell gewachsen

Beim Freiwilligen Sozialen Jahr entdecken Schulabgänger neue Berufsfelder und sich selbst – Vor 50 Jahren gestartet


Das Freiwillige Soziale Jahr, kurz „FSJ“, feiert sein 50-jähriges Jubiläum: 1964 wurden im „Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres“ erstmals bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen für den Jugendfreiwilligendienst festgeschrieben. Die Möglichkeiten und Einsatzbereiche des FSJ sind seitdem immens gewachsen, die Zahl der Freiwilligen auch.

Im Klinikum Esslingen beginnen alle Jahre wieder im September 30 bis 40 junge Menschen ein FSJ und bringen damit frischen Wind auf die Stationen. „Die haben auch noch manche andere Sichtweise, das bereichert schon den Ablauf“, sagt Pressesprecherin Anja Dietze. Natürlich sei es mit einigem Aufwand verbunden, die Freiwilligen, die überwiegend in der Pflege tätig sind, in ihre Aufgabe einzuführen und zu begleiten. Aber die Erfahrung zeige, „dass das immer ganz engagierte und sehr wissbegierige junge Leute sind“. Wenn sie sich nach ihrem FSJ für eine Ausbildung bewerben, was immer wieder vorkommt, seien sie den Pflegeschulen „hochwillkommen“, sagt Dietze.

Yannic Krieger kam über das FSJ zu einem Ausbildungsberuf, den er vorher gar nicht kannte. In der Schule sei er eher mathematisch orientiert gewesen, sagt der 17-Jährige, der sich schon vor der mittleren Reife für eine Ausbildung als Bank- oder Industriekaufmann beworben hatte. Als er keine Lehrstelle bekam, suchte er zur Überbrückung eine FSJ-Stelle und landete beim Esslinger Klinikum. „Ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommt“, gesteht er. Aber dann fand er seine Tätigkeit ungemein spannend: Er arbeitete in der Schleuse zum OP-Bereich und half beim Vorbereiten der Patienten und des Materials mit. „Das war schon faszinierend, das alles zu erleben, wie das abläuft“, sagt Yannic, der nach Ablauf des FSJ im Oktober eine Ausbildung in Tübingen begonnen hat. Er lernt nun „Anästhesietechnischer Assistent“ und freut sich nach den ersten Wochen Blockunterricht schon sehr darauf, demnächst wieder OP-Luft zu schnuppern.

Freiwilligendienste sind natürlich schon älter als 50 Jahre und wurzeln vor allem im kirchlichen Bereich. Beim FSJ, das von unterschiedlichsten Trägern angeboten wird, sind aber die Rahmenbedingungen genau geregelt, mit dem Ziel, dass die jungen Leute nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. So erhalten die Freiwilligen Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung beziehungsweise Ersatzleistungen dafür. Kindergeld wird weitergezahlt, der Träger übernimmt die Sozialversicherung. Wichtiger Baustein sind insgesamt 25 Seminartage, bei denen der Blick über den Tellerrand des eigenen Einsatzgebietes hinausgeht.

Auch der 2011 als Ersatz für den Zivildienst eingeführte Bundesfreiwilligendienst hat entgegen aller Befürchtungen die Zahl der FSJler nicht reduziert; ebenso brach ihre Zahl nach dem doppelten Abiturjahrgang 2012 nicht ein. In Baden-Württemberg haben im September 11 000 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren ihr Freiwilliges Soziales Jahr begonnen. Das seien, so Gisela Gölz, die Sprecherin des Landesarbeitskreises, annähernd doppelt so viele wie 2006. Sie sieht das FSJ als echtes Erfolgsmodell, was sie auch auf die vielfältigen Einsatzbereiche zurückführt.

Unter anderem werden FSJler in Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kliniken, Pflege- und Behindertenwohnheimen gebraucht, darüber hinaus gibt es Stellen in Sportvereinen, im Naturschutz oder auch im kulturellen Bereich. Allein in Esslingen sind knapp 20 junge Leute in kulturellen Einrichtungen von der Württembergischen Landesbühne bis zum Jugendhaus im Einsatz. Auch für eher handwerkliche Tätigkeiten oder in der Verwaltung ist ein FSJ möglich. Die Nürtinger Samariterstiftung bietet in diesem Jahr erstmals ein FSJ in ihrer Kommunikationsabteilung an. Joshua Aldinger, der dieses Jahr Abitur gemacht hat, betreut hier unter anderem die Jugendhomepage. Er hat sich gezielt für diese Stelle beworben und will Erfahrung sammeln für den Fall, dass er „später in Richtung Öffentlichkeitsarbeit oder Event-Management“ geht.

Sonderformen sind die zweijährige Variante FSJ plus, bei der Hauptschulabsolventen die mittlere Reife erwerben können, oder das FSJ im Ausland, das einige Träger vermitteln. Umgekehrt können ausländische Freiwillige in Deutschland arbeiten. Im Dr. Vöhringer-Heim der Samariterstiftung, einem Pflegeheim in Nürtingen, kommen aktuell drei von fünf FSJlern aus dem Ausland. Oksana Romanchuk aus der Ukraine ist eine von ihnen. Die junge Frau, die dieses Jahr ihr Studium in den Fächern Deutsch, Englisch und Weltliteratur beendet hat, hatte bereits vor zwei Jahren einen Ferienjob bei der Diakonie. Jetzt möchte sie „Deutschland besser kennenlernen, die Sitten und Bräuche“, sagt sie, „und besser Deutsch lernen“. Sie könnte sich sehr gut vorstellen, hier eine Ausbildung im Altenpflegebereich zu machen. Sie möge die Arbeit mit den Senioren und unterhalte sich gerne mit ihnen, sagt die junge Frau – aber in der Ukraine gebe es gar keine Altenheime.             aia / Foto: aia


Abgestimmt

Weltweit wird dem Fußballweltverband FIFA unter anderem wegen
der WM-Vergaben nach Katar und Russland Korruption vorgeworfen.
Was sagen Sie? Soll sich die UEFA gegen die FIFA stellen?

Foto: dpa

UEFA gegen FIFA?

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Schöner ankommen

Esslingen weiht zentralen Busbahnhof ein – Fest am 15. November


Nach 20 Monaten Bauzeit sind der neue zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) und der umgestaltete Bahnhofsvorplatz in Esslingen fertiggestellt. Das ZOB-Projekt verbessert nicht nur die Vertaktung von Bahn, S-Bahn und Bus, der neue Vorplatz  stellt auch ein aufgewertetes Eintrittsportal für Esslingen dar. Der neue ZOB wird am 15. November mit einem bunten Programm offiziell eingeweiht und vorgestellt.

Rund zehn Millionen Euro hat die Stadt dafür ausgegeben. Das augenfälligste Detail am neuen ZOB ist das Dach: Wer mit dem Zug in Esslingen ankommt, schaut von unten auf eine geschwungene Glasüberdachung mit 1300 zum Teil bunten Kacheln, die sommers wie winters einen Eindruck von hellem Sonnenschein vermitteln. Die feinen Stützen und filigranen Streben sollen die Leichtigkeit der Konstruktion des Architekten Werner Sobeck unterstreichen.

Der Vorplatz wirkt großzügig, helle Granitplatten bilden den Belag. Ein markantes rechteckiges, dunkles Gebäude setzt Akzente: Dort sind die Toiletten und die Taxizentrale untergebracht. Der Vorplatz verbindet nun die Innenstadt und den Bahnhof. Reisende und Passanten müssen keine Straße mehr überqueren, um von der Bahnhofstraße zum Bahnhof zu gelangen. Das Herzstück des Projekts ist jedoch der Busbahnhof.

Auf 5600 Quadratmetern Fläche sind 18 Bushaltestellen untergebracht. Mit Streckenanpassungen und Taktänderungen wollen die Städtischen Verkehrsbetriebe die Wege für die rund 30 000 Fahrgäste täglich optimieren.

Zwei große Informationstafeln und kleine Tafeln an den Bussteigen informieren über die anstehenden Verbindungen und die Abfahrtsbahnsteige. Die gesamte Anlage ist barrierefrei für Gehbehinderte konstruiert, Sehbehinderte können sich von Leitlinien im Boden führen lassen.

Weiterhin soll am westlichen Ende des Bahnhofsvorplatzes eine Mobilitätszentrale mit Fahrradparkhaus, einer Fahrradwerkstatt, einem Pedelec-Verleih und einer Car-Sharing-Anlaufstelle entstehen.

Der ZOB ist kaum mit irgendeinem anderen Bauprojekt in der Stadt zu vergleichen. „Dabei geht es weniger um die Investitionssumme von rund zehn Millionen Euro, sondern um die städtebauliche Wirkung und den Einfluss auf das Leben in Esslingen“, sagt Rathaussprecher Roland Karpentier.  Der ZOB sei alleine nicht vorstellbar, ebenso wie das Projekt Neue Weststadt ohne den ZOB nicht realisierbar sei. Dort sind bereits andere Teilstücke wie das Hengstenberg-Areal fortgeschritten. Wie die Fläche des ehemaligen ZOB genutzt wird, ist noch offen. Wünsche gebe es viele: Diese reichen von Parkplätzen für Autos und Busse bis zu Plätzen für Maschinen für die Baustellen in der Stadt. 2015 soll über die Weiternutzung entschieden werden. „Das hängt von anderen Projekten wie der Entwicklung auf dem Karstadt- oder dem Citizen-Areal ab“, so Karpentier.             bob / Foto: bul

Info: Einweihungsfest am Samstag, 15. November, 11 bis 16 Uhr, Bühnenprogramm mit Musik, Tanz und Akrobatik der Esslinger Vereine, ab 12 Uhr alle 30 Minuten Führungen mit Experten, Parcours für Segway-Fahrten. Mehr unter www.esslingen.de/,Lde/start/es_themen/zob.html


Der Deutsche neigt zum Falten

Welttoilettentag weist auf das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen hin – Defizite auch an hiesigen Schulen

Im vergangenen Jahr haben die Vereinten Nationen den 19. November zum Welttoilettentag ausgerufen, nachdem der World Toilet Summit diesen Tag bereits seit 2001 dazu nutzt, um auf das Fehlen ausreichend hygienischer Sanitäreinrichtungen für große Teile der Weltbevölkerung und die Bedeutung von sauberem Wasser aufmerksam zu machen. Derartige, den Nährboden für Krankheiten bereitende Verhältnisse gibt es in Deutschland zwar nicht, doch auch hierzulande gibt es Probleme. Und es gibt erstaunliche Erkenntnisse und Entwicklungen rund um das stille Örtchen.

Krankheitserreger: Mehr als 2,5 Milliarden Menschen leben nach UN-Angaben ohne eine ausreichende Sanitärversorgung. Betroffen sind vor allem Arme auf dem Land und Bewohner von Slums in Städten. Viele müssen ihre Notdurft ungeschützt im Freien verrichten. So gelangen Fäkalien ungehindert ins Wasser. Schätzungen zufolge stehen 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern im Zusammenhang mit verunreinigtem Trinkwasser. Pro Tag sterben 5000 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die im Zusammenhang mit mangelhafter Hygiene und verschmutztem Wasser stehen.

Geschichte: Entlang dem Indus im heutigen Pakistan gab es schon um 3000 vor Christus Spülklosetts – das Wasser kam aus Zisternen. Aborte über Wasserläufen gab es etwa 2300 vor Christus in Mesopotamien. Vornehme griechische Häuser hatten seit 300 vor Christus Steinsitze, die auch aus Gebäuden in Ägypten bekannt sind. Unter den Sitzen befanden sich Transportgefäße. Chinesen stellten seit dem fünften Jahrhundert nach Christus Toilettenpapier her.

Falter: Wer faltet eigentlich sein Klopapier und wer knüllt es lieber? Die Papierindustrie hat diese Fragen vor zwei Jahren gestellt. Antwort: 70 Prozent der Deutschen – mehr Männer als Frauen – falten ihr Papier, bevor sie es benutzen. Bei den 30- bis 69-Jährigen ist diese Technik besonders beliebt. Der typische Falter sei studiert, verheiratet und wohne meist in kleinen bis mittelgroßen Städten. Typische Knüller sind hingegen viel seltener: nur 7,4 Prozent der Befragten. Sie sind ebenfalls meist männlich, zwischen 30 und 49 Jahre alt und versorgen als Besserverdiener eine Familie. Ältere (50 bis 69 Jahre) legen ihr Papier dagegen oft sorgfältig Blatt für Blatt aufeinander. Jüngere Frauen (14 bis 29 Jahre) wickeln es sich gern um die Hand. Robert Gensch, Projektkoordinator bei der German Toilet Organization, erkennt im Deutschen auch eher den „Falter“, der US-Amerikaner knülle hingegen häufiger. Das rühre auch vom dünneren Toilettenpapier.

Gewohnheiten: Gensch zufolge sitzt der durchschnittliche Deutsche etwa eine Viertelstunde am Tag auf dem Klo. Nach einer Umfrage der Stiftung Internetforschung vom vergangenen Jahr nimmt jeder sechste Erwachsene auch auf dem Lokus noch Handyanrufe entgegen. Einer Umfrage der Firmen „1&1“ und „YouGov“ zufolge ist jedem fünften deutschen Handynutzer das Mobiltelefon schon einmal in die Toilette gefallen. Und dann gibt es noch die, die auf dem Klo Dauersitzungen halten.

Was die „Apotheken-Umschau“ zur Frage veranlasste: Ist Lesen auf dem Klo ungesund? Demnach dient die Toilette vielen Menschen als Oase der Entspannung. Das Lesen soll dieses wohlige Gefühl noch verstärken. Darmspezialisten weisen aber darauf hin: Wenn man wirklich muss, ist das Geschäft normalerweise nach drei bis fünf Minuten erledigt. Das ist für Kloleser allerdings wenig Zeit. Doch beim Sitzen auf der Brille hängt der Po durch, dies könne über die Jahre bei Dauersitzern die Hämorrhoidenbildung, eine Beckenboden- oder Blasensenkung fördern.

Schulmisere: Solch lange Sitzungen hält kaum jemand auf Schultoiletten ab. Zwar wurde die German Toilet Organization (GTO) vor neun Jahren vor allem deshalb gegründet, um auf die weltweite Problematik hinzuweisen und Projekte zur Beseitigung des Sanitärnotstands zu initiieren. Aber auch in Deutschland sollte das laut Projektkoordinator Gensch „tabubehaftete Thema“ aus der Schmuddelecke geholt werden. Dabei sei man auf die teils gravierenden Probleme auf Schultoiletten gestoßen. In Berlin habe man eine Umfrage gestartet. Demnach meiden zwei Drittel der Hauptstadtschüler die Toiletten an den Bildungseinrichtungen. Deshalb hatte die GTO unter dem Motto „Toiletten machen Schule“ zu einem Wettbewerb aufgerufen, bei dem Schüler Ideen zur Verbesserung der Sanitäranlagen einreichen konnten. Die Sieger wurden mit einer Renovierung ihrer Schultoiletten belohnt. Zum Schuljahresbeginn im kommenden Jahr will der gemeinnützige Verein eine neuerliche Wettbewerbsrunde einläuten (www.germantoilet.org). Thomas Hauer vom deutschen Beratungszentrum für Hygiene in Freiburg wägt ab, wenn man ihn nach den Gesundheitsfolgen schmutziger Schulklos fragt: So stellten sie selbst zwar kaum ein größeres Ansteckungsrisiko mit Salmonellen und anderen Erregern dar. „Aber eine wenig einladende Toilettenumgebung sorgt für eine nachlässige Haltung bei der Hygiene“, sagt Hauer. Das könne etwa die Verbreitung von Noroviren und Erkältungen begünstigen.

Trends: Laut dem Landesverband Sanitär, Heizung, Klima (SHK) ist das stille Örtchen in Deutschland im Schnitt zwischen 1,5 und 4 Quadratmeter groß. Nach Angaben von Albrecht Lohri, dem Obermeister der SHK-Innung Esslingen-Nürtingen, ist in den hiesigen Wohnungen ein Spülklosett längst Standard. In aller Regel befindet sich ein Handwaschbecken im Raum, Boden und Wände sind bis etwa Brusthöhe gefliest. Im privaten Bereich gibt es fast ausnahmslos die Sitzvariante der Schüssel. Ein Hockklosett findet sich hin und wieder in Industriebetrieben, in Privatwohnungen „habe ich das noch nie reingemacht“, sagt Lohri. Während immer wieder ein Urinal den Männern das Pinkeln erleichtert, hat sich das Damenurinal nicht durchgesetzt. Ein Trend ist laut Lohri das spülrandlose WC, das einfacher zu reinigen sei. Und das Dusch-WC, bei dem der Sitzende mit Wasserstrahl und Föhn gereinigt und getrocknet wird, komme „Schritt für Schritt in den Markt“.

Ausstellung: Das Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch zeigt derzeit unter dem Titel „Vom Plumpsklo zum Wasserklosett“ eine Geschichte zur Notdurft.      ch / Foto: dpa


Abgestimmt

Nicht zuletzt mit der großen Feier in Berlin hat Deutschland des
Mauerfalls gedacht. Was meinen Sie, ist 25 Jahre danach die Einheit
zwischen Ost- und Westdeutschen erreicht?

Foto: dpa

Einheit erreicht?

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„NT“ kehrt zurück

Kreistag gibt Weg frei für Wiedereinführung des alten Nürtinger Kennzeichens


Zwei Jahre lang haben die Nürtinger gekämpft, Unterschriften gesammelt und Petitionen gestartet. Anfang Oktober gab der Kreistag dann nach: Das Autokennzeichen des Altkreises Nürtingen „NT“ darf auf die Straßen zurückkehren.

Zwölf historische Kennzeichen erlebten in den zurückliegenden Monaten ihr Comeback. Seither kann man unterwegs immer häufiger Autos mit „LEO“ und „GD“ oder „CR“ sichten. Spätestens Mitte November, schätzt die Kreisverwaltung, sollte es auch für das „NT“ so weit sein. Derzeit warte man noch auf die entsprechende Bewilligung aus dem Landesministerium. Da aber selbst Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Nürtingern auf ihrem Weg Mut machte, dürfte das reine Formsache sein.

Bei der Zulassungsstelle jedenfalls wird das alte neue Kennzeichen bereits von vielen Interessenten nachgefragt. Seit dem 20. Oktober kann man sich sein NT-Wunschkennzeichen dort reservieren, auch online. „Wir haben bereits rund 3700 Anfragen“, teilt Peter Keck, Pressesprecher des Landratsamts, auf Anfrage mit. Übrigens können nicht nur Fahrzeugbesitzer, die im Altkreis Nürtingen zu Hause sind, künftig mit „NT“ durch die Gegend fahren: „Jeder, der im Landkreis wohnt, kann ‚NT‘ als Wunschkennzeichen beziehen“, stellt Keck klar.

Noch vor zwei Jahren hatte der Kreistag das Thema „NT“-Kennzeichen ganz anders bewertet. Damals erhielt der Antrag der Befürworter des „NT“-Kennzeichens mit Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich an der Spitze von den Abgeordneten des Kreisparlaments eine deutliche Abfuhr. Unnötig und rückwärtsgewandt empfand Landrat Heinz Eininger den Wunsch aus der Hölderlinstadt. Zumal mit einigem finanziellen Aufwand verbunden, wie die Kreisverwaltung damals vorrechnete.

Dass sich der Wind gedreht hat, liegt vor allem an einer Gesetzesänderung: Mussten Halter früher bei einem Umzug in ein anderes Zulassungsgebiet ihren Wagen binnen Jahresfrist ummelden, dürfen sie nun ihr Kennzeichen behalten. Wer also von Frankfurt nach Stuttgart zieht, darf weiterhin mit dem „F“ für die Mainmetropole unterwegs sein. „Das gilt aber nur für bereits zugelassene Fahrzeuge“, sagt Keck. Neuzulassungen bekommen das Kennzeichen des aktuellen Wohnortes. Auch die Angst vor Mehrkosten ist inzwischen vom Tisch: Dank der Einnahmen aus den Gebühren für Wunschkennzeichen rechnet die Kreisverwaltung mit einer vollständigen Kostendeckung.                 Text/Foto: mo

 

Info: www.landkreis-esslingen.de