Abgestimmt

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will Zündsperren
für alkoholauffällige Autofahrer testen. Was meinen Sie, soll,
wer seinen Führerschein zurückbekommt, erst nach null Promille
beim Atemtest losfahren dürfen?

Foto: dpa

Sperre für Alkoholfahrer?

  • Ja! (100% )
  • Nein! (0% )
Loading ... Loading ...


Junge profitieren

Zehn Jahre Jobcenter Kreis Esslingen – Sonderprogramm für Langzeitarbeitslose


Im Jahr 2005 sind die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe zusammengelegt worden. Das Jobcenter Landkreis Esslingen mit seinen vier Standorten in Esslingen, Leinfelden-Echterdingen, Kirchheim und Nürtingen regelt seitdem die Belange von Leistungsberechtigten nach dem Sozialgesetzbuch II – im Volksmund Hartz-IV-Empfänger genannt. Die Träger des Jobcenters, die Vertreter der Agentur für Arbeit und des Landkreises Esslingen ziehen nach zehn Jahren eine positive Bilanz.

„Im Jobcenter haben die Arbeitsmarktprofis der Agentur für Arbeit und die Spezialisten der Sozialhilfe zusammengefunden und von Anfang an vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammengearbeitet“, stellt Landrat Heinz Eininger fest. Für ihn macht diese „Mischung“ den Erfolg des Jobcenters aus, aber auch die Kontinuität in der Geschäftsführung.

Mit Zahlen untermauern Eininger, Wilfried Hüntelmann, der Leiter der Agentur für Arbeit Göppingen und Werner Schreiner, der Geschäftsführer des Jobcenters, ihre Bilanz. Haben im Jahr 2005 noch 7033 Menschen Grundsicherung bezogen, so liegt ihre Zahl im Jahr 2014 bei 5851 – ein Rückgang von fast 17 Prozent. Allgemein ist die Arbeitslosigkeit im Kreis um fast 35 Prozent gesunken.

Vor allem der Blick auf jugendliche Arbeitslose zeigt Erfreuliches: Die Zahl der jungen Leute in der Grundsicherung unter 25 Jahren ist um mehr als die Hälfte zurückgegangen. 2005 waren 733 junge Menschen arbeitslos. Heute sind es 340. Laut Werner Schreiner zahlt sich neben der guten Wirtschaftslage dabei die gute Kooperation mit den Unternehmen in der Region aus: „Firmen müssen bereit sein, jungen Menschen eine echte Chance zu geben.“ Das scheint zu funktionieren: Im Jahr 2014 sind laut Schreiner die Hälfte der jungen Leute oft über Praktika in feste Anstellungen gelangt.

Doch nicht alle Hartz-IV-Empfänger profitieren vom Aufschwung. Langzeitarbeitslose stellen etwa die Hälfte der Hartz-IV-Empfänger. Im Jahr 2007 waren 3001 Menschen langzeitarbeitslos, die Zahl reduzierte sich 2013 auf 2697 und stieg im Jahr  2014 wieder auf 2787an. Besonders schwer haben es Arbeitslose jenseits der 50. Um ihre Position zu verbessern, hat das Bundesarbeitsministerium „Perspektive 50plus“ aufgelegt. Mit den 600 000 Euro zusätzlich soll das Jobcenter Qualifizierungen finanzieren, denn die Hälfte der Langzeitarbeitslosen hat keinen Ausbildungsabschluss. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die zwar arbeiten, davon aber nicht leben können: Das sind die sogenannten Aufstocker (14,5 Prozent) und die Beschäftigten in schlecht bezahlten Jobs (9,4 Prozent).

Das Jobcenter betreut 13 899 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in mehr als 10 250 Bedarfsgemeinschaften – das sind 3,1 Prozent weniger als 2005. Insgesamt hat das Jobcenter sieben Millionen Euro für Qualifizierung und Weiterbildung zur Verfügung. Der gesamte Etat des Jobcenters beträgt rund 100 Millionen Euro, darin enthalten sind 80 Millionen Euro für die Leistungsempfänger sowie die 20 Millionen Euro für die Arbeit des Centers. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg beträgt vier Prozent, der Landkreis Esslingen liegt etwas darunter.       bob / Foto: dpa


Wider die Langeweile im Schweinestall

Im Versuchsstall in Tachenhausen „arbeiten“ die Ferkel für ihr Futter – Einfache Maßnahmen zeigen große Wirkung


Zweimal im Jahr beziehen gut 80 Ferkel die Boxen im Versuchsstall des Instituts für Angewandte Agrarforschung der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Ihr Schicksal ist wie das anderer Zuchtschweine, nach einigen Monaten geschlachtet zu werden. Aber sie sind auch Versuchsobjekt für eine artgerechte Haltung. Daran arbeitet die Forschungsgruppe „Tierwohl“ des Instituts auf dem Hofgut Tachenhausen bei Oberboihingen.

„Und, haben Sie ein Schwein husten gehört?“, fragt Agraringenieur Stefan Württele nach einer halben Stunde. Kein Schwein hat gehustet, und das ist bemerkenswert. In einem konventionellen Stall husten die Tiere wie Menschen sonntags in der Kirche, verursacht durch den hohen Ammoniakgehalt in der Luft. Er führt zu Lungenentzündungen und oft zu bleibenden Schäden.

Studien der Hochschule Nürtingen-Geislingen an geschlachteten Mastschweinen kamen zu dem Ergebnis, dass sich rund 70 Prozent der Tiere im Lauf ihres kurzen Lebens erhebliche Lungenschäden zugezogen hatten. Bei der Fleisch­beschau werden diese Befunde übergangen, denn sie hat ausschließlich die Genießbarkeit für den Menschen im Blick. Die Lunge, die nicht gegessen wird, ist folglich nicht von Interesse. Den Agrarwissenschaftlern geht es dagegen ums Tierwohl. Fleisch zu essen ist in Ordnung, findet Veterinär und Professor Thomas Richter von der Hochschule. Aber wenigstens sollten die Tiere vorher artgerecht und gesund gelebt haben.

Die Lungengesundheit ist dabei ein Aspekt. Schon seit den 80er-Jahren versuchen die Wissenschaftler, den Ammoniakgehalt in Ställen zu reduzieren. Moderne Kuhställe werden deshalb offen gebaut, sodass Luft durchzieht. Das ist möglich, weil das Milchvieh sich bei knapp über null Grad am wohlsten fühlt.

Schweine dagegen brauchen mehr Wärme. Im Modellstall in Tachenhausen haben sie einen warmen Unterstand mit isoliertem Boden, einen Fress- und Spielbereich und schließlich eine kühle Zone mit einem Betonspaltenboden. Dorthin gehen die reinlichen Tiere, wenn sie urinieren oder Kot ausscheiden. Allerdings werden Kot und Harn gleich getrennt: Dank eines leichten Gefälles im Unterboden läuft Flüssiges direkt ab. Dieser kleine Kniff macht den großen Unterschied, denn Ammoniak bildet sich erst, wenn der Harnstoff durch Bakterien abgebaut wird – und diese kommen aus organischem Material wie dem Kot.

Einen Stall auf diese Weise zu bauen, sei „nicht teurer oder sogar billiger als konventioneller Stallbau“, meint Richter. „Es ist nur bisher noch keiner auf die Idee gekommen“. Im Modellstall steigen Bilderbuchschweinchen mit lebhaften Knopfaugen und Ringelschwänzchen am Gatter hoch, um neugierig die Besucher zu beäugen oder auch deren Tasche anzuknabbern. Die Schwänze werden in konventioneller Haltung kupiert, weil sich die Tiere gegenseitig hineinbeißen, wenn sie sich langweilen. Und das tun sie. Während Wildschweine täglich fünf bis neun Stunden nach Futter suchen und wühlen, hier ein paar Eicheln, da ein Mäusenest, bekommen Mastschweine ihre Nahrung ohne Gegenleistung serviert und haben den ganzen Tag lang nichts zu tun. Auch das vorschriftsgemäß aufgehängte Spielzeug ist letztlich nur ein Ersatz, der sie nicht wirklich befriedigt.

In Tachenhausen läuft das anders, die Schweine sollen sich ihr Fressen „erarbeiten“, wie es ihrer Natur entspricht. Deshalb fällt das Futter nicht in den Trog, sondern in durchlöcherte Plastikrohre. Nur wenn die Tiere mit ihren platten Rüsseln die Rohre in Drehung versetzen, rieselt Futter heraus. Studenten haben diese  einfache, rein mechanische Vorrichtung entwickelt und verfeinert. Und die Schweine „haben keine zehn Minuten gebraucht, um zu lernen, wie es geht“, sagt Württele. Allem Anschein nach sind sie eifrig bei der Sache und alle Schwänzchen unversehrt.

Verschiedene Varianten der Futterautomaten werden jetzt erprobt. Vom Nebenraum aus kann das Verhalten der Tiere über Kameras und eine Reihe von Bildschirmen beobachtet werden. Während sich der Offenstall für Kühe – ebenfalls in Tachenhausen entwickelt – mittlerweile durchgesetzt hat, muss für die Schweine noch eine Lanze gebrochen werden. Hier baut Thomas Richter neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor allem auf seine Studenten: Viele von ihnen werden später landwirtschaftliche Berater und sind damit Multiplikatoren.            aia / Foto: aia


Abgestimmt

Angesichts historischer Niedrigzinsen fordert der baden-württembergisch
Sparkassenpräsident Peter Schneider staatliche Anreize für Sparer.
Was meinen Sie, soll durch eine Prämie das Sparen bezuschusst werden?

Foto: dpa

Prämie für Sparer?

  • Nein! (67% )
  • Ja! (33% )
Loading ... Loading ...


Viel Geld für die Sanierung

Von den 2,2 Milliarden Euro zur Instandhaltung der Bahn-Infrastruktur in Baden-Württemberg fließen auch Gelder in den Kreis Esslingen


Es sind gewaltige Summen, die die Bahn für die Instandhaltung ihrer Anlagen in die Hand nehmen muss. Für die kommenden fünf Jahre ist nun ein Rekordwert veranschlagt worden. Das Geld freilich bringt größtenteils der Steuerzahler auf, das haben Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Alexander Dobrindt Anfang dieses Jahres in einer zweiten „Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung“ (LuFV) besiegelt. Von 2015 bis 2019 stehen bundesweit 28 Milliarden Euro für die Instandhaltung der Eisenbahn-Infrastruktur zur Verfügung. Das sind acht Milliarden mehr als in der gleichen Zeitspanne davor. Eckart Fricke, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, bezeichnet dies als „größtes Modernisierungsprogramm der Bahn“. Und: „Die zusätzlichen acht Milliarden werden den Zustand signifikant verbessern.“ Das Programm stellt gleichwohl eine große organisatorische und logistische Herausforderung dar. Die Arbeiten werden nicht ohne Einschränkungen im Zugverkehr vonstatten gehen, auch wenn diese so gering als möglich gehalten werden sollen. 2,2 Milliarden Euro der Instandhaltungssumme – der Aus- und Neubau von Bahnstrecken und -anlagen wird anderweitig finanziert – fließen nach Baden-Württemberg. Das ist im Ländervergleich der drittgrößte Betrag – nach Bayern und Nordrhein-Westfalen. Mit 88 Millionen Euro wird der Bau einer zweigleisigen Tunnelröhre bei Pforzheim eines der größten Einzelprojekte sein. Aber auch der Landkreis Esslingen profitiert von dem Programm.

Im Rahmen der LuFV werden im Südwesten in den kommenden fünf Jahren 1920 der 3400 Kilometer Schienen und 1100 Weichen erneuert. Dazu kommen nach den derzeitigen Planungen 82 Brücken, drei Tunnel sowie neue elektronische Stellwerke. Um die Beeinträchtigungen für den Zugverkehr möglichst klein zu halten, werden die Maßnahmen in einem Streckenbereich möglichst gebündelt. So wirkten sich etwa nicht zu vermeidende Totalsperrungen von Strecken nicht mehrmals gravierend aus, sagt Christian Becker, Leiter Vertrieb und Fahrplan im DB-Regionalbereich Südwest. Becker sagt aber auch: „Es wird zu Ausfällen und Einschränkungen kommen.“ Vielerorts wird dann ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Neben dem neuen Pforzheimer Tunnel, der einen mehr als 150 Jahre alten ersetzen wird, laufen in diesem Jahr bereits weitere große Projekte an: Gleise und Weichen werden im Bereich Mannheim von Februar bis April 2015 für neun Millionen Euro, zwischen Radolfzell und Konstanz von März bis April für acht Millionen Euro, im Abschnitt von Bietigheim-Bissingen nach Kornwestheim von März bis Juli für 19 Millionen Euro und für die gleiche Summe zwischen Bietigheim-Bissingen und Bad Friedrichshall/Jagstfeld (Juli bis November), auf der Höllentalbahn zwischen Freiburg und Hinterzarten (fünf Millionen Euro) und auf der Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart zwischen Kraichtal und Zuffenhausen von September bis November für elf Millionen Euro erneuert. Für etliche weitere Projekte lässt sich die Verwirklichung noch nicht terminieren, bei einigen wird jetzt erst das Planfeststellungsverfahren angestoßen.

Vieles wird auch an den Bahnhöfen angepackt. „Die neue LuFV unterstützt uns in nie dagewesenem Umfang“, verdeutlicht Sven Hantel, der Chef über die Bahnhöfe im Südwesten. Hantel spricht von 539 Maßnahmen an 113 Stationen in den kommenden fünf Jahren, wobei die Barrierefreiheit einen großen Teil der Arbeiten ausmacht. Allein auf der Gäubahn werden fünf Bahnhöfe modernisiert. In die Modernisierung der Energieversorgung für den Zugverkehr fließen bis 2019 fast 180 Millionen Euro. Bei der Fülle der Aufgaben wird klar, dass eine enge Koordinierung und eine strikte Bauplanung unabdingbar sind. Bundesweit wird teilweise an 850 Baustellen gleichzeitig gearbeitet. „Das ist eine enorme Herausforderung“, sagt Fricke. Die Bahn wird im Vorfeld der einzelnen Projekte detailliert über die jeweiligen Auswirkungen informieren.        Ch

 

Instandhaltungsarbeiten an Schienen und Bahnhöfen im Landkreis Esslingen

Im Sommer dieses Jahres werden zwischen Bad Cannstatt und Esslingen laut einem Sprecher der Bahn Lärmschutzwände errichtet. Unter die 21 „Knotenbahnhöfe“, die landesweit modernisiert werden, fallen auch Plochingen und Esslingen. In Plochingen sollen an den Mittelbahnsteigen Aufzüge eingebaut werden. Derzeit laufen erste Gespräche mit der Stadt, ein Baubeginn lässt sich noch nicht genau terminieren. Derlei Barrierefreiheit gibt es in Esslingen bereits. Doch wird der Begriff weiter gefasst. Und so werden dort wie in Plochingen die Bahnsteige erhöht. „Damit wird auch das Einsteigen in die Züge barrierefrei möglich sein“, sagt der Sprecher. Derzeit werden auch in Oberesslingen und Zell Aufzüge zu den Bahnsteigen gebaut – wenngleich aus einem anderen als dem LuFV-Topf finanziert. Mit dem Geld des neuen Programms werden dort zudem die Beläge der Bahnsteige erneuert. Dies beinhaltet auch eingelassene Streifen als Leitsystem und Hinweistafeln in Brailleschrift an den Aufgängen, damit sich Blinde besser zurechtfinden. Von den Millioneninvestitionen in das Stromnetz der Bahn fließt ein Teil in eine Trafostation in Plochingen. Im Sommer und Herbst 2016 ist anvisiert, in umfangreichen Arbeiten Gleise und Weichen auf der Strecke nach Metzingen auszutauschen. Dies wird auch in den Bahnhofsbereichen Nürtingen und Plochingen geschehen. Auch dabei werde es „Einschränkungen im Zugverkehr geben“, sagt der Bahn-Sprecher. Foto: bul


Abgestimmt

Experten fordern, die Promille-grenze für Radfahrer wegen
der im Rausch erhöhten Unfallgefahr zu senken. Was meinen Sie,
ist der Alkoholgrenzwert von 1,6 Promille für Radler im Straßenverkehr
zu hoch?

Foto: dpa

Promillegrenze senken?

  • Ja! (67% )
  • Nein! (33% )
Loading ... Loading ...


Das Land genießen

Region und Alb präsentieren sich auf der CMT: Touristenzahlen nehmen zu – Mit Rad und zu Fuß durchs Land – Chips aus Streuobstäpfeln

Wandern, Radfahren, Natur, Geschichte, Wellness und Kultur – das sind die Schwerpunktthemen, mit denen sich der Landkreis Esslingen, Städte aus dem Kreis und das Gebiet Schwäbische Alb auf der Stuttgarter Reisemesse Caravan, Motor und Touristik (CMT) präsentieren. Die Messe dauert noch bis Sonntag, 25. Januar. Die Städte aus dem Kreis Esslingen sowie der Verband Schwäbische-Alb-Tourismus sind in Halle 6 der Landesmesse vertreten.

Was können Besucher erleben? Wo kann man wandern, radeln, übernachten, wo gut essen und was sind die Attraktionen im Kreis Esslingen und auf der Schwäbischen Alb? Antworten auf diese und ähnliche Fragen werden an zahlreichen Ständen mit Broschüren, Flyern, Vorführungen und in persönlichen Gesprächen gegeben. Schon kurz hinter den Drehkreuzen am Eingang Ost der CMT lädt der Verein Schwäbisches Streuobstparadies ein. Dort lassen sich fünf Apfelsorten probieren und die aus den Früchten gedörrten Apfel-Chips, die der Verein über die Edeka-Märkte im Vereinsgebiet vertreibt. Barbara Späth und Alexander Dehm, die beiden Streuobstwiesen-Botschafter, informieren die Besucher über die sortenreinen Äpfel. „Jede Apfelsorte hat einen eigenen, ganz individuellen Geschmack“, sagt Barbara Späth. Daneben lassen sich Säfte aus der  seltenen Knorpelkirsche sowie Hochprozentiges aus Birnen verkosten. Maria Schropp, die Geschäftsführerin des Streuobstparadieses, präsentiert die Faltblätter zu den beiden Veranstaltungsreihen im „Paradies“, zum Schwäbischen Hanami, der Zeit der Obstblüte, und der Reihe „Das Paradies brennt“, bei der es um Hochprozentiges aus den Früchten der Streuobstwiesen geht.

Weiter geht es zu Halle 6, wo sich am Stand 6C80 der Landkreis unter dem Dach des Schwäbischen Alb-Tourismusverbands präsentiert – als Teil der Erlebniswelt „Albtrauf“. Das Freilichtmuseum Beuren feiert 20-jähriges Bestehen und macht auf ein neues Haus aufmerksam. Das typisch schwäbische Wohnhaus aus dem Jahr 1799, ein sogenanntes Bauernschloss, soll zum Saisonbeginn aufgebaut sein. Auch das Programm im Museum soll sich „typisch Schwäbischem“ widmen.

Wer in Beuren unterwegs ist, kann gleich auch die Panorama-Therme besuchen. Dazu gibt es die Kombi-Eintrittskarte, wie Erich Hartmann betont. Der Beurener Bürgermeister berichtet auch über die zahlreichen Erweiterungen und Modernisierungen beim Thermal- und Freibad seit seinem Betriebsbeginn im Jahr 1977. Die jüngste Arbeit galt der Modernisierung des Eingangsbereichs, sie hat vier Millionen Euro gekostet und ist erst kürzlich zu Ende gegangen.

Mit einem eigenen Stand präsentiert sich auch die Stadt Neuffen mit der Weingärtnergenossenschaft Neuffen-Teck. Bürgermeister Matthias Bäcker verteilt die Imagebroschüre aus dem vergangenen Jahr, die druckfrische Broschüre zum historischen Rundgang durch Neuffen, den Veranstaltungskalender und das ebenfalls neue Faltblatt zu Wohnmobilstellplatz und Kneippanlage. Ein Schwerpunktthema im Landkreis ist der Radtourismus. Es gibt das Faltblatt zum Radwanderbus, der eventuell  in einer zweiten Linie eingesetzt werden soll. Ein neuer Flyer stellt sechs Radrouten vor. Ebenfalls neu ist der Flyer zum mit vier Sternen ausgezeichneten Neckartal-Radweg. Pedalarbeit nimmt auch das Projekt „E-Bike-Region Stuttgart“ auf.

Geht es um die Alb, spielen Verwaltungsgrenzen keine Rolle: Partner am Landkreisstand sind das Biosphärenreservat, die Schwäbische Landpartie und „Fakt“, der Förderverein für Archäologie, Kultur und Tourismus am Heidengraben, der unter anderem die keltische Geschichte aufleben lässt. Gegenüber werben der Albtrauf und das „Land des Löwenmenschen“, das sich als „Jurassic Park“ vor unserer Haustür präsentiert. Albführer informieren über Höhlen- und Gesteinsführungen.

Die Städte Esslingen, Nürtingen, Kirchheim, Wernau und Leinfelden-Echterdingen sind bei der CMT unter dem Dach der Region Stuttgart vor Ort. Esslingen bewirbt das Merkel’sche Schwimmbad, die Stadtführungen, die Highlights im Veranstaltungskalender, die Esslingen App und das Podium-Festival der modernen Klassik. Wernau hebt das Quadrium hervor, das zehn Jahre besteht. Bürgermeister Armin Elbl wirbt um neue Gäste für die Wellness-Einrichtung. „Wir haben original marokkanische Bauteile wie Lampen und Fliesen im Quadrium“, verweist er auf „die einmalige Atmosphäre“ des Bads. Nürtingen und Kirchheim bewerben an einem Zwillingsstand das Angebot  „Wanderwochen am Albtrauf“, das gemeinsam mit Nachbarkommunen geschnürt worden ist, sowie QR-Code­-gesteuerte Stadtführungen. Leinfelden-Echterdingen wirbt mit dem Siebenmühlen-Tal, dem Theater unter den Kuppeln und dem Spielkartenmuseum.

Touristen haben die Region um den Kreis Esslingen längst entdeckt. Und es werden jährlich mehr. Das belegen die Zahlen, die der Erste Landesbeamte im Kreis Esslingen, Matthias Berg, parat hat. Der Stellvertreter des Landrats berichtet von einer Steigerung der Übernachtungszahlen im Kreis von neun Prozent auf 1,3 Millionen im Jahr 2013. „Das ist richtig viel“, sagt Berg. Für 2014 deutet sich eine weitere Steigerung um neun Prozent an.             bob / Fotos: bob

Info: Die CMT hat bis Sonntag, 25. Januar, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet; Tageskarte zu 13 Euro, ermäßigt 10 Euro (beide inklusive VVS-Ticket). www.messe-stuttgart.de/cmt/


Abstieg beschlossen

TTC Frickenhausen verzichtet aus finanziellen Gründen auf Tischtennis-Bundesliga

Aller Voraussicht wird der TTC Frickenhausen am Ende dieser Saison aus der Tischtennis-Bundesliga absteigen – egal was sportlich zu Buche steht: Das Präsidium des Vereins aus dem Neuffener Tal hat beschlossen, sich aus finanziellen Gründen aus der höchsten deutschen Spielklasse zurückzuziehen. „Wir müssen der Situation Rechnung tragen, dass wir jetzt Sponsoren verloren haben beziehungsweise nach der laufenden Saison verlieren“, sagt Manager Jürgen Veith. Damit findet eine Erfolgsgeschichte zumindest ein vorläufiges Ende. Denn der TTC war nicht nur in der vergangenen Runde Bundesliga-Dritter, er war 2006 und 2007 deutscher Meister sowie 2005 Pokalsieger, auf europäischem Parkett holte er 2006 den ETTU-Pokal. In den zurückliegenden 20 Jahren zählte man – lediglich unterbrochen von einem Jahr zweite Liga – stets zum Oberhaus. In diesem Jahr läuft es aber auch sportlich schlecht, der TTC ist derzeit Tabellenletzter. Trotzdem lassen sich die Verantwortlichen ein Hintertürchen offen und werden wohl bis Ende Januar Meldeunterlagen für die Bundesliga einreichen. So sei man gewappnet, sollte sich doch noch ein potenter Sponsor finden, sagt Veith: „Vielleicht will ja eine Firma mit uns kooperieren, die sich auf dem chinesischen Markt betätigt.“ Der sehr wahrscheinliche Rückzieher würde dann 500 Euro Strafe kosten.

Die missliche finanzielle Lage verdeutlicht Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann: „Auch unser Haupt- und Namenssponsor Matec beendet nach der Runde sein Engagement.“ Ein Bundesliga-Etat zwischen 350 000 und 400 000 Euro ist so nicht mehr zu stemmen. Gleichwohl bedanken sich Wohlhaupter-Hermann und Veith bei der Köngener Maschinenfabrik. Zu dem Matec-Ausstieg kommen erschwerend sehr hohe Beiträge zu Berufsgenossenschaft und Sozialversicherung hinzu. Aus vergangenen teuren Zeiten ist bei der Sozialversicherung zudem noch eine Nachzahlung in Höhe von 35 000 Euro offen. Dass der nominelle Spitzenspieler, der Japaner Koki Niwa, in dieser Saison kein einziges Mal spielte, hängt auch damit zusammen, dass ein Einsatz wegen der hohen Sozialversicherungsbeiträge zu teuer gekommen wäre. „Aber in der nächsten Runde sind dann alle Altlasten getilgt – dann haben wir wieder Luft“, sagt Veith.

Neben einer finanziellen Konsolidierungsmöglichkeit sehen die TTC-Verantwortlichen in der zweiten Liga auch im Spielsystem einen Gewinn. Dort wird nicht mit drei Spielern je Mannschaft, sondern mit den als attraktiver eingestuften Vierer-Teams an zwei Tischen gespielt. Veith hofft, dass so auch wieder mehr Zuschauer in die Halle auf dem Berg gelockt werden. Auch wolle man „die eingeschlagene Philosophie mit jungen Leuten nicht über den Haufen schmeißen“. Um die Brüder Liang und Dang Qiu, den Söhnen von Trainer Jian Xin Qiu, soll ein schlagkräftiges Team geformt werden. Ob bei einem Bundesliga-Rückzug noch eine zweite Mannschaft – eventuell in der dritten Liga – gemeldet wird, steht noch nicht fest. Und ob Trainer Qiu in der zweiten Liga dabei ist, wird auch noch diskutiert. „Wir wollen mit ihm auf jeden Fall weitermachen“, sagt Veith.                          ch / Foto: hr


Abgestimmt

Robin Dutt hat vor wenigen Tagen sein Amt als Sportvorstand
beim VfB Stuttgart angetreten. Was meinen Sie, ist er den diesem
Arbeitsfeld zufallenden Aufgaben eines Managers gewachsen?

Foto: dpa

Kann Dutt Manager?

  • Ja! (100% )
  • Nein! (0% )
Loading ... Loading ...


Zerlegt, abtransportiert, recycelt

Firma demontiert Nürtinger Klinikaltbau Stück für Stück – Ruine ist schadstofffrei


Seit einem Dreivierteljahr läuft der Abriss des alten und asbestbelasteten Nürtinger Krankenhauses. Ein aufwendiges Unterfangen, bei dem vieles in Handarbeit erledigt werden muss. Projektleiter Matthias Schwarz hat dem Wochenblatt ECHO Einblick in die Arbeiten gewährt.

Hinter den weißen Planen lässt sich nur erahnen, was gerade geschieht. Nahezu komplett umschließt der Sichtschutz das, was vom Krankenhaus übrig ist. Nicht viel mehr als ein Gerippe aus Betonplatten und Stahlträgern steht nach rund zehn Monaten Bauzeit noch. „Eigentlich ist das ja kein Abriss, sondern ein kontrollierter Rückbau“, erklärt Matthias Schwarz vom Bauunternehmen Fischer aus Weilheim. Mit einem Abrissbagger kann der Projektleiter hier nichts anfangen: „Die Maschine würde in den Keller durchkrachen.“ Nur rund zwölf Zentimeter dick sind die Betonplatten zwischen den ehemaligen Stockwerken – viel zu wenig für tonnenschweres Abrissgerät. „Das Gebäude ist eine komplette Stahlkonstruktion, auf der die Betonplatten nur aufgelegt oder angehängt wurden“, erläutert der Spezialist. Also „tanzt“ der Bagger nur ums Gebäude herum.

Alles andere wird vornehmlich per Hand gemacht. Ein mühsames Geschäft, das die rund 30 Männer bei Wind und Wetter leisten. Mit dem Schneidbrenner trennen sie jeden einzelnen der Stahlträger ab. Rund 400 von den Dingern sind das pro Etage. Die Betonplatten werden mit einer speziellen Säge auf Maß gebracht. Mit dem Kran werden Stahl und Betonteile dann nach unten gebracht und per Lkw abtransportiert.Bevor jedoch die Bauarbeiter den Klinikaltbau fachgerecht zerlegen konnten, galt es erst einmal zu entrümpeln. „Krankenbetten, Stühle, Schreibtische waren noch drin“, erzählt Schwarz. Dann schlug die Stunde der Asbestspezialisten der Firma Gesu aus Eschbach. Mit großer Sorgfalt wurde die in den 70er-Jahren vor allem zum Brandschutz und zur Wärmedämmung verwendete mineralische Naturfaser aus dem Gebäude entfernt. Spezialstaubsauger und Bindemittel sorgten dafür, dass beim Ausbau keine Schadstoffe nach außen drangen. Im Juli dann das ersehnte Signal: Der Altbau ist schadstofffrei. Seither schrumpft das ausgediente Krankenhaus von Tag zu Tag ein Stückchen mehr.

Für Schwarz ist das Projekt eine große Herausforderung: „Wir haben hier hochsensible Bereiche“, erklärt er. Zum einen ist die Baustelle nur wenige Meter neben dem Klinikneubau. Im Erdgeschoss des alten Krankenhauses ist zudem die Physio­therapie untergebracht. Dieser Gebäudeteil soll erhalten bleiben. „Der Betrieb dort ging während der gesamten Bauzeit weiter“, berichtet Schwarz. Ebenso wie im Archiv, wo Unterlagen über Patienten aus Nürtingen ebenso wie aus Ruit und Kirchheim lagern. Das stellte Schwarz und sein Team mitunter vor knifflige Aufgaben. So musste beispielsweise mit einer Dachabdeckung über rund 6000 Quadratmeter Fläche dafür gesorgt werden, dass es ins Archiv und in die Therapieräume nicht reinregnet.

Damit nicht genug: In den Katakomben unter dem Altbau laufen zudem wichtige Leitungen, die nicht nur das neue Klinikum, sondern auch das benachbarte Personalwohnheim versorgen. Hier unten entstand während der Bauzeit eine neue Heizzentrale. Schwarz ist froh, dass die Entflechtung der Versorgungsleitungen ohne größere Pannen vonstattenging. Dabei konnte sich der Projektleiter jederzeit auf die Unterstützung der Haustechnik des Krankenhauses verlassen: „Wir arbeiten Hand in Hand“, lobt Schwarz.

Wenn er und seine Leute im März die Baustelle räumen, werden sie rund 15 000 Tonnen Masse bewegt haben. Dazu kommen weitere 6000 Tonnen von den Innenausbauten wie Zwischenwänden oder Holzverkleidungen. Der Großteil davon wird übrigens wiederverwendet. Den Beton recycelt das Unternehmen Fischer selbst. Auch die Stahlträger gehen zurück in den Wertstoffkreislauf.                 mo / Foto: mo