Nadelöhr aufweiten

Ausbau der Verkehrsknoten zwischen B 10 und A 8 startet in Denkendorf


In den nächsten Jahren will die Landesregierung insgesamt sieben Kreuzungen an Verkehrsknotenpunkten zwischen der B 10 und der A 8 um- und ausbauen. Auf Denkendorfer Gemarkung, beim Autohaus Drechsler, ist kürzlich der Startschuss dazu gefallen. Derzeit wird dort die unterirdische Fußgängerquerung erweitert. „Diese Straße ist eine wichtige Verbindungs- und Zubringerstraße für Esslingen, Ostfildern und Denkendorf – und für alle Bürgerinnen und Bürger, die dort leben und arbeiten“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Spatenstich Mitte August.

Die Verkehrsachse zwischen dem Autobahnanschluss auf den Fildern und der B 10 im Neckartal ist seit langem stark belastet. So auch die Kreuzung der Landesstraßen 1200 und 1202 zwischen Denkendorf und Nellingen. Dort fahren nach Angaben von Projektleiter Frank Engelhart vom Baureferat Süd des Regierungspräsidiums Stuttgart rund 30 000 Autos täglich durch. Mit der Erweiterung des Festo-Stammsitzes in Berkheim wird der Verkehr auch dort noch zunehmen. Der soll dann mit dem Ausbau der Kreuzungen weniger ins Stocken geraten. Am L 1200/1202-Knoten sollen dafür je eine zusätzliche Spur in Richtung Esslingen und Autobahn sorgen. Beide zusätzlichen Spuren dienen lediglich zum Einfädeln und münden danach wieder in die jetzigen Richtungsspuren.

Einen beschleunigten Durchfluss des Verkehrs versprechen sich die Planer auch vom Wegfall der Fußgängerampel, da Radfahrer und Fußgänger die Kreuzung nach dem Umbau nur noch unterirdisch queren. In etwa zehn Wochen werden dann Verkehrsinseln für die neuen Spuren zurückgebaut. Dabei wird die alte, technisch überholte Ampelanlage abgebaut; den Verkehr regelt zunächst ein Provisorium, bevor zum Ende der Bauzeit eine moderne LED-Anlage die Ampel schaltet. Das Projekt „Drechsler-Kreuzung“ ist auf eine Bauzeit von insgesamt neun Monaten angelegt, unterteilt in acht Bauphasen.

Die reine Bauzeit ist laut Engelhart zwar kürzer, jedoch müssen die Bauherren auf verkehrsarme Zeiten
ausweichen, um den überlasteten Knoten nicht über Gebühr zu strapazieren. Asphaltarbeiten laufen in den Osterferien. Engelhart weiß, dass es zu erheblichen Behinderungen kommen wird. „Wir werden das beobachten und gegebenenfalls über Umleitungsstrecken nachdenken“, versichert er. Im Fokus liegt dabei die alte Körschtal­straße, die seit der Einweihung des Viadukts nur noch zeitlich begrenzt befahren wird.

Der Umbau der „Drechsler-Kreuzung“ kostet 1,1 Millionen Euro, die vom Land getragen werden. In einem nächsten Schritt sind ab dem Jahr 2016 die sogenannte Festo-Kreuzung und die Kreuzung an der Nellinger Linde an der Reihe. Die Arbeiten an allen sieben Knoten sollen 8,2 Millionen Euro kosten. Alle Knoten sollen bis 2018 erweitert sein – dann will Festo sein neues Technologiezentrum eröffnen, nachdem wohl bereits im kommenden Jahr die Mitarbeiter ins Verwaltungshochhaus eingezogen sind.                bob / Foto: bul


Sporthalle wird Flüchtlingsunterkunft

Der Landkreis Esslingen bringt im Notquartier am Berufsschulzentrum Zell 105 Asylbewerber unter


Die Not ist groß. Mehr als 50 Millionen Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks weltweit auf der Flucht – so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Und auch die Not des Landkreises Esslingen scheint groß, einen Teil der nach Deutschland strömenden Hilfesuchenden unterzubringen. Nun wurde am Berufsschulzentrum in Esslingen-Zell eine kreiseigene Sporthalle in ein Notquartier für Flüchtlinge umgewandelt. Der Kreis Esslingen ist damit der erste Landkreis in Baden-Württemberg, der zu solch einem Schritt greift. „Das ist keine ideale Unterbringung“, räumt Thomas Eberhard, der Dezernent für Infrastruktur im Landratsamt, ein. Doch es fehle in dem hiesigen, hoch verdichteten Raum an Wohnungen. Gerade der soziale Wohnungsmarkt sei leer gefegt. Um die bis Jahresende erwarteten 1900 Flüchtlinge unterzubringen, fehlen noch weitere 300 Plätze – trotz der Bemühungen von Landkreis und Kommunen und des Heranziehens fünf weiterer Unterkünfte bis Ende 2014. Und so kann es sein, dass zwei weitere landkreiseigene Sporthallen in Nürtingen und Kirchheim noch umgebaut werden. Auf Basis der derzeitigen monatlichen Zuweisungsquote geht der Landkreis laut Sozialdezernentin Katharina Kiewel bis Ende kommenden Jahres von 3500 Flüchtlingen aus, die unterzubringen sind: „Das wäre eine Verzehnfachung der Kapazität innerhalb von nur fünf Jahren.“ Die unterzubringen sei „nahezu nicht realistisch“, sagt Eberhard.

In der Zeller Sporthalle werden 105 Flüchtlinge untergebracht – ausschließlich Männer. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch weniger Konflikte. Aufgeteilt werden sie auf 15 Quadratmeter große, nach oben offene Drei-Bett-Kabinen, die mit beschichteten Spanplatten abgetrennt sind. Kühlschränke sind in den Zimmern, die vorhandenen sanitären Anlagen werden genutzt. In der ehemaligen Gymnastikhalle wurden zehn Kochstellen mit Herd, Arbeitsplatte und Spüle eingerichtet. Derzeit sind etwa die Hälfte der Plätze belegt, die Flüchtlinge kommen bislang vor allem aus Syrien, auch aus Gambia, Eritrea und Pakistan. Der große Teil der Männer sind Muslime. In diesen Tagen werden weitere Flüchtlinge erwartet.

Und in den kommenden Monaten werden weitere kommen. Deshalb ist sich Eberhard mit Landrat Heinz Eininger einig, dass die Möglichkeit geschaffen werden müsse, auch in Gewerbegebieten Asylbewerberunterkünfte zu realisieren. Das bedarf aber einer Baurechtsänderung. Dies hat Eininger kürzlich bei einem Besuch bei Integrationsministerin Bilkay Öney vorgebracht. Dort forderte er auch eine Personalaufstockung zur Beschleunigung der Asylverfahren, ein Ende der „ungebremsten“ Verteilung auf die Landkreise und die Einstufung Bosnien-Herzegovinas, Mazedoniens und Serbiens als sichere Herkunftsländer, damit Asylbewerber von dort abgeschoben werden können. Letzteres weisen die Grünen-Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr und Andreas Schwarz zurück: Dadurch kämen „nicht weniger Flüchtlinge bei uns an“. Erfreut wird Eininger zur Kenntnis nehmen, dass das Land in der Zollernalb-Kaserne bei Meßstetten eine Erst
aufnahmestelle für Asylbewerber einrichten will, die Kreise und Kommunen entlasten kann.

Auch bei den rund 12 600 Euro, die für die Betreuung eines Flüchtlings im Jahr zugewiesen werden, fordert Eberhard Korrekturen. Die Kostenpauschale berücksichtige die unterschiedlichen Unterbringungskosten, das Gefälle von Ballungszentrum zur ländlichen Region nicht ausreichend. Lindlohr und Schwarz wiederum verweisen darauf, dass die Pauschale um 60 Prozent höher sei als im Jahr 2004. Einig sind sich Landrat und die Grünen-Abgeordneten, dass Flüchtlinge schneller eine Arbeitserlaubnis bekommen sollten.

Die Betreuung der Flüchtlinge wird in Zell von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) übernommen. Zwei hauptamtliche Sozialarbeiter werden sich um die Belange der Flüchtlinge in der Sporthalle kümmern. Eine mit Spenden gefütterte Kleiderkammer werde gebraucht, auch Fahrräder für die Männer seien wünschenswert, sagt Julie Hoffmann, die Leiterin des AWO-Sozialdienstes. „An dieser Halle lernen wir alle“, fügt sie hinzu. In mehreren Gemeinden haben sich zudem Asyl-Freundeskreise mit mehreren hundert Ehrenamtlichen gebildet. Deren Arbeit nennt Kiewel „sehr beachtlich“.

Mit der Zeller gibt es derzeit 35 Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis. Wie schwierig es ist, neue Standorte auszuweisen, zeigt sich in Wendlingen. Im Gewerbegebiet in Bodelshofen scheitert die Unterbringung von 50 Flüchtlingen bislang an vom Verwaltungsgerichtshof gemachten baurechtlichen Vorgaben. In Wendlingen wurde deshalb die Änderung des Bebauungsplans eingeleitet. Bei den 80, in modularer Containerbauweise geplanten Plätzen auf dem Wendlinger Park-and-ride-Platz wurden aus der Nachbarschaft Bedenken und Vorschläge geäußert. Die daraufhin veränderten Pläne harren der Genehmigung.

Trotz der Probleme: Dass Deutschland Flüchtlingen helfen muss, daran lassen die Verantwortlichen keinen Zweifel. „Finanzielle Aspekte treten erst mal zurück“, sagt Eberhard. Thomas Fischle, der als Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule im Zeller Berufsschulzentrum etliche Sportstunden ausfallen lassen muss, sagt: „Wir sehen die Notsituation dieser Menschen.“  Ch/Foto: bul


Abgestimmt

Die Amtszeit von Joachim Gauck ist zur Hälfte vorüber.
Sind Sie nach zweieinhalb Jahren mit Arbeit, Auftreten
und Reden des Bundespräsidenten zufrieden?

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Zufrieden mit Gauck?

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Tennis, Segway, Schlemmerfreuden

Gewinner des ECHO-Krimirätsels treffen sich zum Sport- und Freizeittag beim TC Esslingen

Blauer Himmel, sommerliche Temperaturen, gut gelaunte Menschen: Bessere Rahmenbedingungen hätte der Sport- und Freizeittag beim Tennisclub Esslingen gar nicht haben können. Tennis spielen, Segway fahren und anschließend italienisch essen – das war der exklusive Preis für die Gewinner des ECHO-Krimirätsels am vergangenen Sonntag. Schließlich hatten alle richtig recherchiert: Peter Saar, der vorgab Hallenschuhe für die Sandplatzhalle zu benutzen,  war der Täter.

Ihnen standen gleich drei kompetente Partner gegenüber: Steffen Herm, der Cheftrainer des TC Esslingen, der die Gruppe ins Tennis einwies, Gordon Motzkus, der den Männern und Frauen zeigte, wie man die Segways fährt und zu guter Letzt Michele Castellana, der die  Gäste zum Schlemmen auf italienische Art einlud.

Zunächst ging es auf den roten Sand. Trainer Steffen Herm verteilte die Schläger. Schnell waren die Grundbegriffe erklärt: Wie hält man den Schläger bei der Vorhand? Wo ist der richtige Treffpunkt des Balls? Herm spielte Bälle zu, korrigierte, feuerte an und lobte. Nach der ersten Einweisung spielten Paare schon selbstständig auf den benachbarten Plätzen. Nicht jeder Ball ging ins Feld, mancher blieb am Netz hängen. Bälle flogen hin und her, die Tennisneulinge gaben ihr Bestes. „Puh, das ist anstrengend, macht aber Spaß“, fand Ingrid Kornmann und lief auf die nächste Vorhand zu. Maria und Matthias Pallinger hatten sich auf Platz eins eingerichtet. „Es ist erst das dritte Mal, dass ich Tennis spiele, und schon klappt es so gut“, freute sich Maria Pallinger, die lange Handball gespielt hatte.

Krimi-Rätsel-Gewinner Markus Meyerle und Gabriela Dukaric sind seit langem Stammgäste bei Michele Castellana. Und beim Spielen  kamen sie schnell ins Grübeln, warum sie nicht längst schon mal Tennis ausprobiert  haben. „Zeit für eine Pause“ fand derweil Renate Ruoff und ließ sich von Gordon Motzkus, dem Inhaber der Firma SEG EVENTS in Esslingen, in die Fortbewegung mit dem Segway einweisen. Das war schnell geschehen, denn Segwayfahren ist nicht besonders schwer. Die Bewegungen des Oberkörpers bestimmen Geschwindigkeit und Richtung des Fahrzeugs. Nach einigen Versuchen fühlten sich die Fahrer sicher, legten sich in die Kurven und bretterten munter drauflos.

Nachdem der Weg entlang der Halle nicht mehr spannend genug war, „enterten“ ein paar Fahrer sogar die Sandplätze und prompt entstand ein neuer Sport: Gordon Motzkus und Steffen Herm übten sich im Segway-Tennis, Matthias Pallinger spielte ihnen die Bälle zu.

Nach Sport, Spiel und Bewegung  stand den Gästen der Sinn nach Essen und Trinken – das ist das Metier vom Michele Castellana. Der Wirt des TCE-Restaurants hatte für seine Gäste einen Begrüßungs-Prosecco vorbereitet, bevor es ans Menü ging.

Gegrilltes Gemüse, knusprige Bruschetta, herzhafte Salami und Schinkenscheiben füllten den leckeren Vorspeisenteller, dem das Hauptgericht, Filetto caprese, folgte. Den Abschluss bildete Pannacotta, eine cremige Nachspeise mit fruchtiger Soße, stilvoll serviert in kleinen Gläsern. Ingrid und Peter Kornmann, Markus Meyerle und Gabriela Dukaric, Maria und Matthias Pallinger sowie Renate und Dieter Ruoff saßen noch lange im Restaurant La Famiglia zusammen und ließen den Tag Revue passieren.             Text/Foto: bob


Abgestimmt

Bundestrainer Joachim Löw hat Thomas Schneider zum
Co-Trainer ernannt. Der 41-Jährige war Jugendtrainer beim
VfB Stuttgart, scheiterte aber als Coach der Profi-Mannschaft.
Ist er der richtige Mann an Löws Seite?

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Der richtige Mann?

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Wohnungen fehlen

Online-Portal hilft Studenten bei der Suche – Begehrte Privatzimmer

In wenigen Wochen beginnt das neue Semester an den Hochschulen in Esslingen und in Nürtingen. Rund 5000 Studenten nehmen ab 6. Oktober an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen ihr Studium auf. An der Hochschule in Esslingen sind es etwa 6000, die ab 29. September in die Hörsäle streben. Cornelia Bethge, die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing an der Hochschule Esslingen, rechnet mit etwa 1000 neuen Studenten. Auch wenn die jungen Leute an den Hochschulen im Kreis unterschiedliche Fächer belegt haben, eint sie meist eine Frage: Wo werde ich wohnen? Wohnraum für Studierende in Ballungsräumen wie dem Stuttgarter ist knapp bemessen. Und teuer. Das Studierendenwerk Stuttgart, das die Wohnungssuchenden der Esslinger Hochschule betreut, hat im August 2013 ein Online-Bewerbungsverfahren für Wohnungssuchende installiert. Seit April steht auch die Online-Plattform für Privatzimmer zur Verfügung. Studenten können ihre Wünsche nach Größe, Preis und Standort eingeben – im System wird der Antrag bearbeitet.

„Der Vorteil an dem Verfahren ist, dass die Studierenden schnell eine Rückmeldung darüber haben, ob sie nun ein Zimmer haben oder nicht“, erklärt Melanie Westphal, die Leiterin der Abteilung Marketing beim Studierendenwerk. „Da viele Studierende aus dem Umland kommen, können sie warten, bis sie etwas finden.“ Ausländer haben aber besondere Präferenzen. In Esslingen hat sich das Wohnangebot für Studenten seit der Eröffnung des neuen Wohnhauses am Rossneckar im Oktober 2013 etwas vergrößert. „Die 170 Einzelzimmer der Wohnanlage tragen wesentlich zur Entspannung bei“, sagt Westphal. Dennoch: Nicht alle Studenten haben das sprichwörtliche Dach über dem Kopf: Derzeit sind in Esslingen inklusive dem Standort Göppingen 74 Bewerbungen offen – dem gegenüber stehen 14 freie Wohnplätze. Für das Jahr 2016 ist eine weitere Wohnanlage am Rossneckar mit mindestens 130 Wohnplätzen in Planung.

Die Wohnheime in Nürtingen mit 302 Plätzen sind belegt. 85 junge Männer und Frauen stehen dort noch auf der Warteliste. „Wir gehen davon aus, dass diese Studenten auf dem privaten Wohnungsmarkt fündig werden“, sagt Nicole Lang, die Pressesprecherin des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim, das Nürtingen betreut. Auch die Nürtinger Studenten können sich online um Privatzimmer bewerben. Wie im Stuttgarter Studierendenwerk auch, werden Makler dort nicht zugelassen.

Die Zahl der Studenten hat seit dem Jahr 2012, als die ersten Absolventen des achtjährigen Gymnasiums an die Hochschulen strebten, zugenommen. Seitdem bewegen sich die Zahlen auf konstant hohem Niveau. „Den Höhepunkt erwarten wir in den Jahren 2015/2016“, sagt Lang. Der Bau weiterer Wohnheime für Studenten tue also not.                bob/Foto: Renner

Info: für Nürtingen: www.my-stuwe.de, für Esslingen: www.studierendenwerk-stuttgart.de.


Abgestimmt

Die EU will Energie sparen. Deshalb beschränkt sie die Leistung
von Staubsaugern künftig auf 1600 Watt. Manch Bürger sieht
darin Regulierungswut. Halten Sie die Vorgabe für richtig?

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Weniger Leistung?

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Höchste Priorität

Planung für neuen A 8-Albaufstieg wieder aufgenommen– Beifall aus Kommunen

Kurz vor dem Abschluss, im Jahr 2005, hatte der Bund das Planfeststellungsverfahren gestoppt: Die Hoffnungen auf einen neuen Albaufstieg der A 8 zwischen Gruibingen und Hohenstadt schwanden. Nun hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) das Land gebeten, die Planung zu Ende zu führen. „Die Aufforderung nehmen wir gerne an“, sagte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). „Ich freue mich, dass er unserer mehrfachen Bitte nachkommt und zur A 8 eine Entscheidung gefällt hat.“

Erste Planungen dazu gab es in den 1970er-Jahren, eine privat finanzierte Strecke sollte mautpflichtig sein, die alte Strecke kostenlose Umfahrung. Doch es fand sich kein Konzessionär. „Die jahrelangen Untersuchungen einer öffentlich-privaten Finanzierung haben zu keinem Ergebnis geführt“, befand Hermann. Deshalb solle der Bund das Vorhaben finanzieren. Die Strecke ist 8,3 Kilometer lang, soll mit zwei Tunneln und zwei Brücken die bisherigen geteilten Trassen ersetzen und kostet rund 500 Millionen Euro. Hermann erwartet das Planungsende bis 2017, den Baubeginn für 2018. „Wir werden alles tun, um das Projekt zu beschleunigen.“ Die bisherige Trasse wird auf Wunsch des Bundes Teil der Planung.

„Die Finanzierung ist vom Bund noch nicht entschieden“, räumt Nadine Hilber von der Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart ein. Doch sie versichert: „Die Planung besitzt bei uns höchste Priorität.“ Zunächst müssten die Verkehrsuntersuchung und der Artenschutz aktualisiert werden. Ersteres wurde bereits beauftragt.

Die umliegenden Gemeinden hören es mit Freude. „Durch die Beseitigung des zweispurigen Nadelöhrs ohne Standspur würden deutlich weniger Staus entstehen“, sagt Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle. Umleitungen würden seltener, die Anwohner der Hauptstraßen entlastet, die Stadt werde noch attraktiver. Züfle hofft, „dass sich Bund und Land jetzt nicht gegenseitig den schwarzen Peter bezüglich der Finanzierung zuschieben“. Beide müssten Hand in Hand dafür sorgen, „dass diese Verkehrsachse endlich dem 21. Jahrhundert entsprechend ausgebaut wird“.

„Die geplagten Autofahrer und Unternehmen müssten Hurra schreien“, sagt Roland Schweikert, Bürgermeister von Gruibingen. „Doch die Jubelschreie heben wir uns mal auf, bis tatsächlich die Finanzierung gesichert ist und wir dem Spatenstich zusehen.“ Das Land müsse die Planungsmittel schnellstens freigeben. „Was wir noch brauchen, sind Menschen auf allen Ebenen, die dieses Projekt zu ihrer Sache machen und dafür kämpfen.“  Pd/Foto: dpa


Spiel, Satz und Mord

Kommissar Blickle ermittelt beim Tennisclub Esslingen und erwägt ein Comeback auf dem roten Sand

Es war ein heller Morgen Ende August, als Tennistrainer Steffen Herm sein Auto auf dem noch leeren Parkplatz vor dem Tennisclub Esslingen abstellte. Er unterrichtete gerne in den frühen Morgenstunden, die Ruhe, das Grün des Waldes, der rote Sand der Plätze, das Vogelgezwitscher. Der Cheftrainer des Tennisclubs trabte gedankenverloren den Weg entlang der Plätze und dachte gut gelaunt an die kommende Woche, für die er mit Gordon Motzkus einen Sport- und Freizeittag am TCE geplant hatte. Motzkus organisierte Segway-Fahrten, die Roller, die durch Gewichtsverlagerung fuhren. Pfeifend betrat er die Herrenumkleide – und prallte zurück. Dort lag ein Mann. Und der war mausetot, das sah Herm an der breiten Lache Blut um den Kopf. Daneben lag ein Tennisschläger, ebenfalls mit Blut verschmiert. Herm schluckte, ließ seine Tennistasche zu Boden gleiten und nestelte nach seinem Handy.

Bereits kurze Zeit darauf quietschten  Reifen und blaues Licht blitzte auf dem sonst so ruhigen Platz an der Römerstraße. Die Spurensicherung war bereits eingetroffen und aus einem Wagen schälte sich Kommissar Horst Blickle, ganz offensichtlich noch nicht richtig wach. Umso fideler wirkte hingegen Kriminalassistentin Bettina Schnell, die behände aus dem Auto sprang und flott auf den Tatort zuhielt. Als Blickle dort ankam – er war morgens immer sehr langsam – wusste Schnell schon das Wesentliche. „Chef, der Tote wurde mit einem Tennisschläger erschlagen, hinterrücks“, unterrichtete sie ihn. Und laut Polizeiarzt Hades war die Tat in der Nacht begangen worden. Der Tote war noch nicht identifiziert. Blickle kniete und besah ihn sich genauer: Er war etwa fünfzig Jahre, wirkte trotz seiner Leichenblässe gesund und durchtrainiert. Die Mordwaffe lag neben der Leiche: Ein Tennisschläger, ein Allerweltsmodell, wie ihn jeder benutzen konnte, soweit
Blickle sah. Aber wer war der Mann? Und wen hatte er so gegen sich aufgebracht? Fragen ohne Antworten.

Blickle stand auf und wanderte etwas ziellos herum und besah sich die Anlage des Tennisclubs. Zwölf Plätze, ein Clubhaus mit großer Terrasse und eine Halle mit zwei Plätzen, die, wie er erstaunt feststellte, einen Sandboden hatten und nicht, wie er das kannte, einen Teppichboden. Auf diesem Hallenboden konnte man ja mit Outdoor-Schuhen spielen. Blickle überlegte, ob er mal wieder versuchen sollte, den Schläger zu schwingen? Am besten in der Halle, verborgen vor den Blicken anderer.

Jäh wurde er aus seinen überhaupt nicht kriminalrelevanten Betrachtungen gerissen, als Bettina Schnell ihn ansprach. Neben ihr stand Clubwirt Michele Castellana. „Chef, Chef“, sag­te sie eindringlich, denn sie sah, dass Blickle immer noch träumte. „Sie sollten sich mit Signor Castellana unterhalten.“ Michele Castellana, der Wirt des TCE-Restaurants La Famiglia, reichte dem Kommissar erst einmal  eine Tasse Cappuccino von einem Tablett. „Herr Kommissar, ich kenne den Mann“, sagte Castellana und deutete auf den Toten.

Der Mann hieß Rainer Krause und war erst kürzlich in den Club eingetreten. Seitdem hatte er sich schon etliche Feinde gemacht: Aus der Mannschaft Herren 50 war er rausgeflogen, weil er sich vor allem bei Auswärtsspielen unmöglich aufgeführt hatte, die Gegner beschimpft und um Punkte betrogen hatte. Überdies hatte er alle seine Matches verloren. Es soll heftige Auseinandersetzungen bis zu Handgreiflichkeiten in der Mannschaft gegeben haben.

Im Jugendtraining wiederum hatte er Eltern verärgert, wie Trainer Herm berichtete, weil er seine zehnjährigen Zwillinge für die Nachfolger von Nadal und Federer hielt. Besonders mit Peter Saar, dem Vater des sehr talentierten Nico, war er immer wieder aneinandergeraten. Krause fürchtete den Elfjährigen wohl als Konkurrenz zu seinen Zwillingen. Bei Matches von Nico brachte er den Jungen aus dem Rhythmus, bis dieser verlor. Nachdem dies öfter geschehen war, hatte der Junge wertvolle Punkte verloren, war in der Rangliste abgerutscht und aus dem Kadertraining geflogen.

Schließlich gab es da noch TCE-Mitglied Hans Sachse, den Krause, der als Anlagenberater arbeitete, so nachhaltig „beraten“ hatte, dass dieser nun ruiniert war. Das wusste Gordon Motzkus zu berichten, der gerade seine Fahrzeuge auf der TCE-Anlage für den geplanten Sport- und Freizeittag aufbauen wollte. Etliche Personen mit Motiven, dem Krause eins überzubraten, dachte sich Blickle, während Bettina Schnell das Handy am Ohr hatte, um die Einzelverhöre zu organisieren. Kurz darauf saßen sie da: Karsten Rhein, der Mannschaftsführer der Herren 50, Hans Sachs, der um sein Geld Erleichterte, und Peter Saar, der Vater von Nico. Von Castellana hatte Blickle erfahren, dass alle drei am Abend zuvor im Clubhaus waren. Sonst sei wenig los gewesen, denn es hatte geregnet.

„Ich habe mit Krause noch mal über die Finanzen geredet, wollte an seine Verantwortung appellieren, er hat nur gelacht“, sagte Sachse. „Klar, ich hasse den Kerl, aber ermordet habe ich ihn nicht.“ Wo das Gespräch stattgefunden hatte, wollte Blickle wissen. „Vor der Eingangstür“, so Sachse. „Ich wollte keine Zeugen für das Gespräch.“ Peter Saar zeigte sich milder gestimmt. „Ich habe von Vater zu Vater mit dem Mann geredet“, sagte Saar. „Krause hat mir zugesagt, meinen Nico in Ruhe zu lassen. Und ein Mord, Herr Kommissar, unmöglich.“ Das Gespräch habe in der Umkleide stattgefunden, sagte Saar. Denn er habe wegen des Regens in der Halle spielen wollen und daher seine Hallenschuhe anziehen müssen.

Karsten Rhein war immer noch wütend: „Er hat mir schon wieder Prügel angedroht, wenn ich ihn nicht mehr aufstelle. Ein schrecklicher Mensch, aber ermordet habe ich ihn nicht.“ Wo er ihn getroffen habe, wollte Blickle wissen: „In der Umkleide, dort hatte ich meinen Schläger vergessen“, sagte er zögerlich. Blickle blickte noch unschlüssig, als ihm seine Kollegin Schnell den Ellenbogen in die Seite rammte. „Chef, da lügt doch einer“, raunte sie. Da machte es endlich auch bei Blickle klick, und klick machten die Handschellen. Bei wem? Und warum?                     Text: bob/Foto: bul

 

Senden Sie die Antworten auf die Fragen an marketing@ihr-wochenblatt-echo.de bis Montag, 1. September. Unter den richtigen Einsendungen losen wir fünf Personen aus, die mit je einer Begleitperson am Sonntag, 7. September, ab 10 Uhr, einen Sport- und Freizeittag mit Tennis bei der Tennisschule Steffen Herm, Segway-Fahrten bei Gordon Motzkus und einem italienischen Büfett vom Ristorante La Famiglia beim Tennisclub Esslingen besuchen.


Abgestimmt

Schwerkranke und Schmerzpatienten erfahren durch Cannabis
Linderung ihres Leidens. Was sagen Sie? Sollen diese Patienten
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Foto: dpa

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