Von der Natur lernen

Lindenschule in Unterlenningen ist eine von sieben Projektschulen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Die Lindenschule in Unterlenningen ist auf dem Weg, eine von sieben „Biosphärenschulen“ im Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu werden –  die vorerst einzige im Landkreis Esslingen. Seit Herbst 2018 arbeiten die 120 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern und den drei Projektpartnern daran. Läuft alles nach Plan, dann wird die baden-württembergische Kultusministerin und Schirmherrin der Aktion, Susanne Eisenmann, im Februar 2020 der Schule das Zertifikat überreichen.

„Ziel ist es, den Kindern zu zeigen, dass wir unsere Natur bewahren müssen und achtsam mit den Ressourcen umgehen“, sagt Melanie Amann, die Rektorin der Lindenschule. Bereits im Februar 2018 hatte sie wie alle Grundschulrektoren im Biosphärengebiet eine Mail von der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb mit einer Ausschreibung erhalten. „Wir hatten damals aber noch andere Projekte am Laufen“, begründet Amann, weshalb sie nicht sofort darauf reagiert hat. Als einige Wochen später noch einmal eine ähnliche Mail ankam, dachte die Rektorin: „Die haben vielleicht nur auf uns gewartet.“ Im Juli vergangenen Jahres unterschrieb sie schließlich eine entsprechende Vereinbarung mit der Geschäftsstelle Biosphärengebiet und gehörte fortan zu den sieben Pilotschulen, die sich an dem Projekt beteiligen.

Seither ist viel geschehen. Unter dem Motto „Vom Acker auf den Teller“ bauten die Erstklässler im eigens angelegten Schulgarten Kartoffeln an und beobachteten, wie diese gediehen. Für den letzten Tag vor den Herbstferien plant die Schule ein Erntefest, an dem die Kinder die Kartoffeln zu einer Suppe verarbeiten und ihren Eltern und Mitschülern bei einem gemeinsamen Mittagessen servieren. Für Heidi Segeritz, die die verschiedenen Aktionen als Lehrerin begleitet, geht es dabei auch darum, „dass die Kinder lernen, woher die Lebensmittel eigentlich kommen“. Inzwischen gibt es im Schulgarten ein Bienenhotel und es wurde eine Wildblumenwiese ausgesät. Es gedeihen Minze und Zitronenmelisse, mit denen die Kinder ihren Sprudel verfeinern oder Kräutertees kochen, und für den Küchenabfall gibt es einen selbst gebauten Kompost.

Die Zweitklässler gingen gemeinsam mit Heidi Schubert, der Streuobstpädagogin des Landkreises, auf die Streuobstwiesen, lasen Äpfel auf und produzierten mit einer kleinen Presse ihren eigenen Saft. Vor Ort beobachteten sie die Bienen, sahen, wie Äpfel langsam reiften, und für das Erntefest machen die Zweitklässler als Nachtisch Apfelmus. Und dann haben die Kinder noch einen Obstbaum gepflanzt.

„Vom Korn zum Brot“ lautet das Thema, mit dem sich die Drittklässler derzeit beschäftigen. Im November säten sie auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Beuren Getreide aus. Schließlich dürfen sie die Ähren ernten, das Korn selbst dreschen und in die Owener Mühle zum Mahlen bringen. „Später werden wir dann mit dem Mehl beim Erntefest gemeinsam backen“, erzählt Amann.

Bei der Markungsputzete

„Wir hatten schon vorher viel in diese Richtung getan, doch fehlte einfach die entsprechende Struktur und wir wussten, dass das unser Thema ist“, sagt die Rektorin. So waren die Kinder bereits im April zu einer Markungsputzete aufgebrochen. Besonders freut sich Heidi Segeritz über die „tollen Rückmeldungen“, die sie heute noch bekommt. „Noch immer berichten Schüler, dass sie auf ihrem Schulweg wieder einmal vom Fahrrad gestiegen sind und Müll weggeräumt haben“, sagt sie.

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb verspricht sich als Initiator eine „intensive und langfristige Zusammenarbeit“ mit Grundschulen sowie weiteren außerschulischen Partnern, wie es auf einem Plakat heißt. In Unterlenningen ist neben der Streuobstpädagogin und dem Freilichtmuseum auch der Sulzburghof mit im Boot. Für Amann und ihr Lehrerteam ist gerade diese Gemeinsamkeit von Eltern, Lehrern, Schülern und Projektpartnern „das Besondere an diesem Projekt“.  aka / Foto: Lindenschule


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