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Wie Phönix aus der Asche

Festwoche zum Jubiläum: Uni Hohenheim feiert 200-jähriges Bestehen – Gründung als Reaktion auf Vulkanausbruch im Jahr 1815

  

Mehr als 200 Veranstaltungen  stehen in der Woche vom 2. bis 7. Juli auf dem Festprogramm: Die Uni Hohenheim feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Das Institut mit den Schwerpunkten Agrar- und ökologische Wissenschaften  entstand als Folge eines schweren Vulkanausbruchs vor mehr als 200 Jahren.

Eine spektakuläre Lichtshow an der Schlossfassade, die 200 Jahre Geschichte in Bilder fasst,  bildet den Höhepunkt und Abschluss einer ganzen Festwoche an  der Universität Hohenheim in Stuttgart. Denn anlässlich des Jubiläums weitet die Universität die sonst jährlich stattfindenden zwei Tage der offenen Universität auf eine ganze Woche aus. „Das Fest soll ein Erlebnis für alle Sinne sein  und die Gelegenheit bieten, die Universität als das zu erleben, was sie auch 200 Jahre nach ihrer Gründung noch ist: gesellschaftsorientiert, regional verankert und international vernetzt“, sagt Rektor  Stephan Dabbert.  Mit mehr als 200 Programmpunkten sollen die Gäste die gesamte Bandbreite des universitären Lebens und Forschens erleben, so   die Forschungsschwerpunkte wie Ernährung und Gesundheit, Klima, Wasser und Ökosysteme, aber auch die Bioökonomie sowie die kulturellen Aspekte des Campuslebens.

Bildung und Forschung sollten der  Schlüssel zum Überleben sein. Vor 200 Jahren hungerten die Menschen in Württemberg. Es gab Missernten, Kälteeinbrüche mitten im Sommer und ständigen Regen. Es wuchs nichts heran, und dort, wo magere Früchte  aus der Erde kamen, verfaulten sie. Die Menschen litten bittere Not. Auslöser für dieses „Jahr ohne Sommer“ war der Ausbruch des Vulkans Tambora im fernen Indonesien im Jahr 1815. Die gewaltige Explosion schickte  1815 Tonnen von Asche und Staub mit der Sprengkraft von 170 000 Hiroshima-Bomben in die Atmosphäre. Die Staubpartikel verdunkelten den Himmel, da die Sonnenstrahlen abprallten – die erste bekannte Klimakatastrophe  war da. In Europa waren  vornehmlich  der Süden und der Westen,  in  Nordamerika der Nordosten betroffen.   Nur wusste damals noch niemand, woher diese dramatische  Klimaveränderung herrührte. Klar aber war, dass man handeln musste, um zu überleben. 

 Die Katastrophe war letztlich der Auslöser für die Gründung der Universität im Jahr 1818.  König Wilhelm von Württemberg und Königin Katharina  setzten  im Jahr 1818 die damalige „Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt Hohenheim“ – die Vorläuferin der heutigen Universität, ein.

Die Gelehrten am Institut sollten neue, widerstandsfähigere Pflanzen  entwickeln, sie sollten erforschen, welche Lebensmittel besser  bei  schlechteren Wetterbedingungen  gedeihen als die üblichen. So entstand  die Universität Hohenheim  bildlich gesprochen aus der Asche des Vulkanausbruchs.

Johann Nepomuk Hubert Schwerz  war  der erste Direktor der Musteranstalt. Gemeinsam mit zwei weiteren Lehrern unterrichtete er zu Beginn gerade einmal 16 Schüler in Landwirtschaft, Mathematik, Physik, Chemie, Mineralogie und Botanik. Ebenfalls von Anfang an angegliedert war die Gutswirtschaft von Hohenheim und die Waisenanstalt, die spätere Ackerbauschule. Das Institut entwickelte sich rasant: Schnell erwarb sich Hohenheim einen Ruf im Entwickeln von neuartigen Ackergeräten.

Weitere Themenbereiche kamen mit Forstwissenschaft, Agrarchemie, Gartenbau, Naturwissenschaft, Physik und Mathematik hinzu,  später auch  die Volkswirtschaft. Auch der spätere Nobelpreisträger Wilhelm Conrad Röntgen lehrte von 1875 bis 1876 in Hohenheim. Ein weiterer Hohenheimer erlangte unrühmliche Bekanntheit:  Der ehemalige Student, Ferdinand Cohen-Blind, verübte 1866 ein Attentat auf den preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck.  

200 Jahre später steht der Gründungsauftrag, durch Forschung und Lehre Beiträge zur Lösung globaler Herausforderungen zu liefern, immer noch im Zentrum. Rund 10 000 junge Menschen studieren  an den drei Fakultäten Agrarwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften mit den Fächern Biologie, Ernährungswissenschaften und Lebensmittelwissenschaften. Die Uni gehört zu den eher kleineren Instituten. 

Die 180 Veranstaltungen widmen sich den zentralen Themen  Ernährung und Gesundheit, Klima, Wasser und Ökosysteme, soziale Ungleichheit oder auch Bioökonomie. Den Beginn der Festwoche markiert der Festakt des Dies academicus am 2. Juli im Otto-Rettenmaier-Audimax. Als Festredner steht der renommierte Klimaforscher  Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozean-Forschung Kiel bereit. Eine Lange Tafel beschäftigt sich mit Fragen der Ethik in der Landwirtschaft, es gibt Live-Musik mit verschiedenen Bands sowie dem Uni-Chor,  Poetry Slam, Theater und die Übertragung des WM-Achtelfinales. Themen sind das Klima, Fake-News, Feminismus, Gefahren der Gentechnik, Nachhaltigkeit  und Mobilität. Die Themen werden in Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen, Führungen und Workshops bearbeitet.  Am Freitag, 6. Juli, ab 13 Uhr,  stellen die Studenten beim Internationalen Studierenden-Jahrmarkt  ihre Uni vor. Das Kinderfest steigt ab 14 Uhr, um 19 Uhr eröffnet Rektor Dabbert mit dem Fassanstich die Partynacht im Innenhof des Schlosses. Am Samstag, 7. Juli, lädt die Uni ein, das Institut  bei einem Tag der offenen Tür kennenzulernen. Der Tag mündet in eine Nacht der offenen Tür mit Open Air-Konzerten ab 18.30 Uhr und  Garten- und Gewächshausführungen ab  20.30 Uhr. Den Schlusspunkt  setzt die Lichtshow auf der Schlossfassade, die 200 Jahre Geschichte in Bild und Ton zusammenfasst.  bob  / Foto links: Archiv Uni Hohenheim, Foto rechts: Uni Hohenheim

 

Info:  Programm unter www.uni-hohenheim.de/jubilaeum2018 oder gedruckt bestellen unter hochschulmarketing@uni-hohenheim.de.

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